{"id":3831,"date":"2021-04-29T10:43:58","date_gmt":"2021-04-29T10:43:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/?p=3831"},"modified":"2026-06-09T17:13:19","modified_gmt":"2026-06-09T15:13:19","slug":"frauen-woher-nehmen-wenn-nicht-stehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/en\/frauen-woher-nehmen-wenn-nicht-stehlen","title":{"rendered":"Women \u2013 where to get it if not by stealing? About female rape and its historical foundations"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/fdeb953b6c9e4d28aec87270a637e1a2\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Vortrag erstmals gehalten am 3.11.2018 an der Freien Universit\u00e4t Berlin im Rahmen der<br \/>\n<a href=\"https:\/\/frauenraub2018.wordpress.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tagung &#8222;Frauenraub &#8211; Interdisziplin\u00e4re Tagung zum Frauenraub im Altertum&#8220;<\/a> vom 2.-3-11.2018<br \/>\nmit Aktualisierungen<br \/>\n<a name=\"das-maedchen-von-egtved\"><\/a><br \/>\n<a title=\"Roberto Fortuna, Kira Ursem, CC BY-SA 2.5 &lt;https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.5&gt;, via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Kvindegrav_fra_Egtved.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/a\/a9\/Kvindegrav_fra_Egtved.jpg\/512px-Kvindegrav_fra_Egtved.jpg\" alt=\"Kvindegrav fra Egtved\" width=\"100%\" \/><\/a><br \/>\n<span class=\"abb\">Bild: Das M\u00e4dchen von Egtved \/ J\u00fctland und ein 6-j\u00e4hriges Kind (im Gef\u00e4\u00df neben dem Kopf des M\u00e4dchens), das verbrannt wurde (um 1370 v.u.Z.), Quelle: Wikimedia Commons (<a title=\"Roberto Fortuna, Kira Ursem, CC BY-SA 2.5 &lt;https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.5&gt;, via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Kvindegrav_fra_Egtved.jpg\">Roberto Fortuna, Kira Ursem<\/a>)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 30px; font-weight: bold;\">W<\/span>ir sehen in Abb. 1 das ber\u00fchmt gewordene M\u00e4dchen von Egtved, das zusammen mit einem verbrannten etwa sechsj\u00e4hrigen Kind bestattet wurde (Brandreste im Gef\u00e4\u00df neben ihrem Kopf). Die 16-18 J\u00e4hrige stammte, wie anhand der Strontium-Isotopen nachgewiesen wurde, nicht aus J\u00fctland, sondern aus dem Schwarzwald. Die Untersuchung ihrer Haare erwies einen wiederholten Wechsel vom Geburtsort zum Sterbeort in den letzten zwei Lebensjahren, also seit sie 14-16 Jahre alt war.<br \/>\nWegen ihres Spiralschmucks wurde sie schon als Sonnenpriesterin angesprochen oder als Prinzessin, die nach J\u00fctland verheiratet wurde.<br \/>\nDas M\u00e4dchen h\u00e4tte ein \u00fcberraschend modernes Leben gef\u00fchrt, titelte die Zeitschrift National Geographic:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Damit verk\u00f6rpert sie eine gewisse Mobilit\u00e4t und Weltoffenheit. &#8218;Wir halten uns heutzutage f\u00fcr sehr fortschrittlich, als w\u00e4re die Globalisierung etwas vollkommen Neues&#8216;, sagt Karin Frei (&#8230;).<br \/>\nDoch je mehr wir \u00fcber die Urgeschichte erfahren, desto klarer wird, dass wir bereits global waren.&#8216; (&#8230;) Das Egtved-M\u00e4dchen hat also m\u00f6glicherweise von sich \u00e4ndernden gesellschaftlichen Br\u00e4uchen profitiert, die die Gastfreundschaft f\u00f6rderten und so das Reisen \u00fcber lange Distanzen erm\u00f6glichten und den Grundstein f\u00fcr Handelsbeziehungen legten.&#8220;<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-1\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"1\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Keim 2017\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-1\">1<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"1\">Keim 2017<\/span><!--<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>--><\/p><\/blockquote>\n<p>Ein viel zu fr\u00fcher Tod. Wer hat hier wirklich von wem profitiert? Ist das M\u00e4dchen freiwillig gereist, oder wurde sie vielmehr gezwungen? War sie vielleicht immer wieder geflohen? War es eine Krankheit oder Verletzung, warum die beiden starben, oder war es Mord oder gar Selbstmord? Dies wird nicht einmal angedacht.<\/p>\n<p>Gewalt an Frauen und Kindern ist im Patriarchat aber an der Tagesordnung! Zur Vorstellungswelt eines bronzezeitlichen Gender Mainstreaming passt dies nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n<p><strong>Aktualisierung: Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass aufgrund unzureichender Strontium-Isotopen-Daten falsche Schl\u00fcsse gezogen worden sein k\u00f6nnten. Die Geologen Erik Thomsen und Rasmus Andreasen sagen, dass <span class=\"\">moderner Ackerkalk das d\u00e4nische Wasser verunreinigt h\u00e4tte<\/span>. Damit w\u00e4re das M\u00e4dchen von Egtved <a href=\"https:\/\/videnskab.dk\/kultur-samfund\/professorer-derfor-kan-man-ikke-konkludere-at-egtvedpigen-er-foedt-i-udlandet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wahrscheinlich doch einheimisch<\/a>. <span class=\"Y2IQFc\" lang=\"de\">Robert Frei, Ehemann von Karin Frei und Professor am Institut f\u00fcr Geowissenschaften und Naturmanagement der Universit\u00e4t Kopenhagen, <a href=\"https:\/\/videnskab.dk\/forskerzonen\/naturvidenskab\/professor-til-aarhus-geologer-i-tager-fejl-og-bruger-misvisende-data-i-sagen-om\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">h\u00e4lt die Kritik f\u00fcr unhaltbar<\/a>. Er h\u00e4tte in einer <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S088329271000274X\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie von 2011<\/a> selbst festgestellt, dass Ackerkalk, der vor 100 Jahren erstmals ausgebracht worden sei, keine Auswirkung auf das Wasser gehabt h\u00e4tte und sich immer noch in den oberen Bodenschichten bef\u00e4nde. Dagegen steht nun eine <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0048969721008597\">Studie aus dem Jahre 2021<\/a> von Zdzislaw Belka, Professor am Institut f\u00fcr Geo\u00f6kologie und Geoinformation an der Adam-Mickiewicz-Universit\u00e4t in Posen\/Polen. Danach deuten &#8222;schwankende und teilweise sehr hohe Werte f\u00fcr Strontium in der Landschaft auf der eigenen Strontiumkarte der Kopenhagener Forscher eindeutig darauf hin, dass Verschmutzungen durch Landwirtschaft, Industrie oder Kanalisation aller Wahrscheinlichkeit nach die Strontiummessungen in d\u00e4nischen Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern beeinflusst haben&#8220; und \u201edaher kann die heutige Isotopenzusammensetzung im Oberfl\u00e4chenwasser und in der Vegetation in D\u00e4nemark nicht verwendet werden, um die Strontiumwerte f\u00fcr fr\u00fchere menschliche Populationen direkt abzusch\u00e4tzen. Und deshalb kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Frau aus der Bronzezeit in D\u00e4nemark geboren wurde\u201c, wie Belka gegen\u00fcber <a href=\"https:\/\/videnskab.dk\/kultur-samfund\/professorer-derfor-kan-man-ikke-konkludere-at-egtvedpigen-er-foedt-i-udlandet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Videnskab.dk<\/a> mitteilt. Dies wird von gleich mehreren ProfessorInnen best\u00e4tigt. Jedoch, Karin Frei m\u00f6chte die Kritik nicht anerkennen: <a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/geschichte-archaeologie\/woher-kam-das-maedchen-von-egtved-wirklich\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sie f\u00e4nde in der Studie von Thomsen\/Andreasen nichts, was ihre Interpretation \u00e4ndern w\u00fcrde<\/a>. Das D\u00e4nische Nationalmuseum, dessen Forschungsprofessorin Karin Frei ist, hat zwar <a href=\"https:\/\/www.nordschleswiger.dk\/de\/daenemark\/starke-zweifel-kommt-egtved-maedchen-doch-nicht-aus-deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Schilder ge\u00e4ndert<\/a>, aber die Interpretation ber\u00fccksichtigt nun &#8222;die historischen Fakten, die bei der Analyse arch\u00e4ologischer Funde aufgedeckt wurden&#8220;.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich \u00e4ndert diese neue Entwicklung nichts an meiner Kritik einer solchen Sicht auf verschleppte weibliche Kinder: Eine besch\u00f6nigende Interpretation auf der Basis falsch interpretierter Strontium-Isotopen-Daten ist doppelt unhaltbar, obwohl an anderen Stellen verschleppte Frauen gefunden wurden. Denn auch an anderen Stellen ist eine Verschleppung keine zu besch\u00f6nigende &#8222;weibliche Mobilit\u00e4t&#8220;, sondern eine Zwangsheirat, welche ein Entf\u00fchrungsverbrechen ist. Dabei spielt es keine Rolle, wie weit das M\u00e4dchen verschleppt wurde, ob in einen anderen Landstrich oder ins n\u00e4chste Haus.<\/p>\n<h2 id=\"patrilokalitaet\">Patrilokalit\u00e4t<\/h2>\n<p>Ein anderes Beispiel.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Unter der Leitung von Stockhammer (&#8230;) waren 84 (&#8230;) Skelette aus dem s\u00fcdbayerischen Lechtal aus der Zeit zwischen 2500 und 1700 v. Chr. unter die Lupe genommen worden. Die Diversit\u00e4t der mitochondrialen Genome (&#8230;) nahm in dieser Zeit stark zu, was auf einen Zustrom von Frauen schlie\u00dfen lie\u00df. Die Analyse (&#8230;) best\u00e4tigte inzwischen, dass die Frauen gro\u00dfteils nicht aus der Gegend stammten. Dabei gab es auch einen Fund, bei dem zwei genetisch verwandte Menschen, die nur wenige Generationen trennten, mit Beigaben aus unterschiedlichen Kulturen begraben worden waren. Mit anderen Worten: So manche kulturelle Verschiebung in den arch\u00e4ologischen Funden k\u00f6nnte sich auch durch das Einwandern einzelner Personen erkl\u00e4ren lassen, ohne die Annahme einer Massenmigration.&#8220;<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-2\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"2\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Callaway 2018, S. 57\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-2\">2<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"2\">Callaway 2018, S. 57<\/span><!--<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>--><\/p><\/blockquote>\n<p>Soweit diese Bezugnahme auf eine Untersuchung von Skelettresten aus dem Endneolithikum und der Fr\u00fchbronzezeit, mit der explizit Patrilokalit\u00e4t bewiesen werden konnte. Der Begriff bezeichnet den Zuzug der Frauen zu den Ehem\u00e4nnern.<\/p>\n<p>Im Titel der Original-Studie wird die Patrilokalit\u00e4t schlicht als weibliche Exogamie bezeichnet, also mit ihr gleichgesetzt. Die Resultate w\u00fcrden best\u00e4tigen, dass die weibliche Mobilit\u00e4t die treibende Kraft f\u00fcr regionale und \u00fcberregionale Kommunikation und Austausch am Beginn der europ\u00e4ischen Metallzeiten sei.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-3\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"3\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Knipper 2017\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-3\">3<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"3\">Vgl. Knipper 2017<\/span><!--<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>--><\/p>\n<p>Einzelne oder im gro\u00dfen Stil wandernde Frauen, die Kulturen immer wieder neu beeinflussen, das klingt fortschrittlich und r\u00fcckt die Patrilokalit\u00e4t in ein sehr gutes Licht. Der Zustrom von Frauen wird sogar biologisch rechtfertigt, denn Exogamie dient ja der genetischen Vielfalt.<\/p>\n<p>Es wird vor allem aber von einer freiwilligen Zuwanderung ausgegangen, denn es w\u00e4re ja geradezu zynisch, eine Deportation als Mobilit\u00e4t zu besprechen. Aber allein schon zu fr\u00fch gestorbene und entwurzelte Frauen oder die abrupte, gro\u00dffl\u00e4chige Ver\u00e4nderung sprechen gegen harmlose, biologische oder kulturoptimistische Erkl\u00e4rungen. Es wird einfach ignoriert, unter welchen Umst\u00e4nden die Frauen ihren Wohnort wechselten und mit ihren Kindern in der Fremde leben mussten. Und nun dient auch das Lechtal als Beispiel f\u00fcr friedliche Migration, taffe Frauen und gegenseitige kulturelle Bereicherung.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Das Massaker von Talheim, Quelle:zum.de\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zum.de\/Faecher\/G\/BW\/Landeskunde\/rhein\/geschichte\/urundfrueg\/steinz\/talheim\/fundsituation.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"Das Massaker von Talheim, Quelle:zum.de\" \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Das Massaker von Talheim (Neckar). Bandkeramische Kultur, Endzeit, ca. 5100 v.u.Z.. Quelle: \u00a9 Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege im Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart<\/span><\/p>\n<h2 id=\"frauenraub-im-befund\">Frauenraub im Befund<\/h2>\n<p>Stellen wir diese Beispiele nun offensichtlichen F\u00e4llen von Gewalt gegen\u00fcber: den bandkeramischen Massakern von Asparn Schletz, Sch\u00f6neck-Kilianst\u00e4dten und Talheim.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-4\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"4\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Aktuell: Das Massengrab von Vr\u00e1ble kann dazu gez\u00e4hlt werden, jedoch gibt es auch Stimmen, die es anders interpretieren.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-4\">4<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"4\">Aktuell: Das Massengrab von <a href=\"https:\/\/www.herder.de\/wbg-magazine\/aktuelles\/2026\/raetselhafte-skelette-der-linearbandkeramik-erste-erkenntnisse-zum-aussergewoehnlichen-fundplatz-von-vrable\/\" target=\"_blank\">Vr\u00e1ble<\/a> kann dazu gez\u00e4hlt werden, jedoch gibt es auch Stimmen, die es anders interpretieren.<\/span> Das Fehlen junger Frauen im Befund f\u00fchrte zu der Schlussfolgerung, dass das Tatmotiv Frauenraub gewesen sei.<\/p>\n<p>Die Anwesenheit von Gewalt an M\u00e4nnern f\u00fchrte also zur Annahme von Gewalt an Frauen! Wie oft mag Gewalt an Frauen \u00fcbersehen worden sein, weil sie an den Skeletten so nicht ablesbar war?<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-5\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"5\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Wie z.B. bei den Massakern von Wiederstedt, Achenheim und Halberstadt oder auch Menneville.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-5\">5<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"5\">Wie z.B. bei den Massakern von Wiederstedt, Achenheim und Halberstadt oder auch Menneville.<\/span><!--<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>--><\/p>\n<p>An den Skelettresten von Talheim wurde mit mehreren Studien versucht, Patrilokalit\u00e4t f\u00fcr die Bandkeramik zu beweisen. Ich konnte auf der Basis der Daten nachweisen, dass dieser Versuch gescheitert ist, und wir sogar von Matrilokalit\u00e4t ausgehen k\u00f6nnen.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-6\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"6\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Uhlmann 2012, S. 121-196; siehe auch D\u00fcring\/Wahl 2014, S. 22 f\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-6\">6<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"6\">Vgl. Uhlmann 2012, S. 121-196; siehe auch D\u00fcring\/Wahl 2014, S. 22 f<\/span><!--<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>--> Patrilokalit\u00e4t ist nicht einfach eine harmlose Residenzregel von vielen, sie ist keine friedliche, gewaltlose Form des Zusammenlebens<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-7\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"7\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Unter den Studien ist besonders die von Ursula Eisenhauer (Eisenhauer 2003a) zu nennen. Sie versuchte, mit statistischen Mitteln Patrilokalit\u00e4t in Talheim zu beweisen. Matrilokalit\u00e4t ist f\u00fcr sie ein ethnografischer Sonderfall: &#8222;F\u00fcr die \u00c4lteste Bandkeramik ist, unter Ber\u00fccksichtigung des gegenw\u00e4rtigen Informationsstandes, auch aus ethnologischer Sicht eine matrilokale oder gar matrilineare Organisationsstruktur auszuschlie\u00dfen.&#8220; (Eisenhauer 2003b, S. 328 zitiert nach Uhlmann 2012, S. 160 f).\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-7\">7<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"7\">Unter den Studien ist besonders die von Ursula Eisenhauer (Eisenhauer 2003a) zu nennen. Sie versuchte, mit statistischen Mitteln Patrilokalit\u00e4t in Talheim zu beweisen. Matrilokalit\u00e4t ist f\u00fcr sie ein ethnografischer Sonderfall: &#8222;<em>F\u00fcr die \u00c4lteste Bandkeramik ist, unter Ber\u00fccksichtigung des gegenw\u00e4rtigen Informationsstandes, auch aus ethnologischer Sicht eine matrilokale oder gar matrilineare Organisationsstruktur auszuschlie\u00dfen.<\/em>&#8220; (Eisenhauer 2003b, S. 328 zitiert nach Uhlmann 2012, S. 160 f).<\/span><!--<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>-->.<\/p>\n<h2 id=\"matrilokalitaet-und-matrilinearitaet\">Matrilokalit\u00e4t und Matrilinearit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Anthropologin Sarah Blaffer Hrdy konnte anhand der besonderen Schwierigkeiten, die die lange Kindheit mit sich bringt, und der Strategien, die M\u00fctter entwickelten, um diese zu bew\u00e4ltigen, aufzeigen, dass Matrilokalit\u00e4t bis in die Jungsteinzeit gelebte Wirklichkeit gewesen sein muss. Sie rekonstruierte die artgem\u00e4\u00dfe Lebensweise von Homo Sapiens auf der Basis ihrer Untersuchungen an Primaten, der Darwinschen Evolutionstheorie mit dem Fokus auf die Sexuelle Selektion, also der <em>female choice<\/em><sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-8\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"8\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Small 1995 und Uhlmann 2015\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-8\">8<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"8\">Vgl. Small 1995 und Uhlmann 2015<\/span><!--<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>-->, und der Gro\u00dfmutterthese nach Hawkes<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-9\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"9\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Hawkes 2004. Hawkes geht davon aus, dass die Menopause der Menschenfrau und ihre lange Lebensspanne danach selektiert wurde, weil die Gro\u00dfmutter ihrer Tochter bei der Kinderpflege am besten helfen kann, wenn sie selbst nicht mit einem Kleinkind besch\u00e4ftigt ist.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-9\">9<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"9\">Vgl. Hawkes 2004. Hawkes geht davon aus, dass die Menopause der Menschenfrau und ihre lange Lebensspanne danach selektiert wurde, weil die Gro\u00dfmutter ihrer Tochter bei der Kinderpflege am besten helfen kann, wenn sie selbst nicht mit einem Kleinkind besch\u00e4ftigt ist.<\/span><!--<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>--> und Beise\/Voland<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-10\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"10\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Beise\/Voland 2002 a und b. Aus den Kirchenb\u00fcchern der Halbinsel Krummh\u00f6rn (Ostfriesland) ging hervor, dass die Kindersterblichkeit in Familien am h\u00f6chsten war, wenn die Mutter des Kindsvaters mit im Hause wohnte, geringer ausfiel, wenn keine Gro\u00dfmutter im Hause wohnte, und am geringsten war, wenn die Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits im Hause wohnte. Daraus schlossen sie auf die Matrilokalit\u00e4t der Menschheit als evolution\u00e4re Gr\u00f6\u00dfe.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-10\">10<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"10\">Vgl. Beise\/Voland 2002 a und b. Aus den Kirchenb\u00fcchern der Halbinsel Krummh\u00f6rn (Ostfriesland) ging hervor, dass die Kindersterblichkeit in Familien am h\u00f6chsten war, wenn die Mutter des Kindsvaters mit im Hause wohnte, geringer ausfiel, wenn keine Gro\u00dfmutter im Hause wohnte, und am geringsten war, wenn die Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits im Hause wohnte. Daraus schlossen sie auf die Matrilokalit\u00e4t der Menschheit als evolution\u00e4re Gr\u00f6\u00dfe.<\/span><!--<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>.\n\nErst nach ihrer Emeritierung schrieb sie in eine Fu\u00dfnote ihres vorerst letzten Buches:\n\n\n<blockquote>\"Ich geh\u00f6rte \u00fcbrigens zu denjenigen, die schon fr\u00fchzeitig davon \u00fcberzeugt waren, dass Menschenaffen zur Patrilokalit\u00e4t neigten. Ich \u00e4nderte meine Meinung im Verlauf der Arbeit an 'Mutter Natur'.\"[mfn]Vgl. Blaffer Hrdy 2010, S. 448, FN 20; Verweis auf Blaffer Hrdy 1999[\/mfn]<!--<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>--><\/p>\n<p>Sie h\u00e4lt dazu fest, dass<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;ungeachtet dogmatischer Verlautbarungen, wonach Menschen f\u00fcr gew\u00f6hnlich &#8218;eine patrilokale Familienstruktur besitzen&#8216;, weil &#8218;S\u00f6hne in traditionellen Gesellschaften in der N\u00e4he ihrer Familien bleiben, w\u00e4hrend T\u00f6chter fortziehen&#8216;, diese grundlegende Aussage \u00fcber die menschliche Natur nicht von Daten \u00fcber Menschen gest\u00fctzt wird, die tats\u00e4chlich als J\u00e4ger-Sammler leben.&#8220;<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-11\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"11\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Blaffer Hrdy 2010, S. 336\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-11\">11<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"11\">Vgl. Blaffer Hrdy 2010, S. 336<\/span><!--<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a>--><\/p><\/blockquote>\n<p>Eigentlich ist es einleuchtend: Da wo Kinder aufwachsen, muss es so sicher und verl\u00e4sslich wie m\u00f6glich sein. Daher hatten die M\u00fctter der Altsteinzeit sichere und sozial stabile Bedingungen selbst geschaffen.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/patriarchat\/urmutter-statuetten.jpg?w=1080&#038;ssl=1\"  \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Urmutter vom Hohle Fels (Schw\u00e4bische Alb), 35 &#8211; 40.000 Jahre, Urmutter von Lespugue (Frankreich), 25.000 Jahre, Urmutter von Willendorf (\u00d6sterreich), 23.000 Jahre, Urmutter von Grimaldi (Italien), 21.000 Jahre, Urmutter von Gagarino (Russland), 18.000 Jahre. Bild-Kollage: Gabriele Uhlmann.<\/span><\/p>\n<p>Die Matrilokalit\u00e4t von Homo Sapiens f\u00fchrte zwangsl\u00e4ufig zu Matrilinearit\u00e4t. Das ist die Ahnenreihe ausschlie\u00dflich in der m\u00fctterlichen Linie, denn bei Matrilokalit\u00e4t ist die Vaterschaft unbekannt. Nicht nur an der Kunst bis in die Jungsteinzeit k\u00f6nnen wir das ablesen, sondern inzwischen auch an naturwissenschaftlichen Untersuchungen.<br \/>\nGerade die altsteinzeitlichen Statuetten stehen f\u00fcr eine Kontinuit\u00e4t, die seines Gleichen sucht. Das, was Hrdy mit Matrilokalit\u00e4t und Matrilinearit\u00e4t benannte, nannte die Arch\u00e4ologin Marija Gimbutas &#8218;Matrifokalit\u00e4t&#8216;<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-12\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"12\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Gimbutas 1996, S. X, S. 346, S.349, S. 352\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-12\">12<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"12\">Vgl. Gimbutas 1996, S. X, S. 346, S.349, S. 352<\/span><!--<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>-->. Matrifokalit\u00e4t hat nichts mit Macht<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-13\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"13\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Also nicht zu verwechseln mit Matriarchat.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-13\">13<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"13\">Also nicht zu verwechseln mit Matriarchat.<\/span><!--<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>--> zu tun, sondern mit F\u00fcrsorge und Kooperation, und sie ist unsere artgem\u00e4\u00dfe Lebensweise, die, weil sie angeboren ist, immer noch unser Sozialverhalten mitbestimmt.<\/p>\n<h2 id=\"erkennen-der-patrilinearitaet\">Erkennen der Patrilinearit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die biologische Vaterschaft wurde zwar sp\u00e4testens in den sesshaften matrifokalen Gemeinschaften erkannt, zur Durchsetzung von Patrilinearit\u00e4t, also der Einheit von biologischer und sozialer Vaterschaft, gab es aber lange keinerlei Veranlassung. Zum m\u00fctterlichen Prinzip geh\u00f6rt das bedingungslose Teilen von Nahrung und Heimstatt mit den Kindern, d.h. alles wurde von allen als Eigentum angesehen. Eine Teilung des Besitzes und ein Erbrecht waren daher \u00fcberfl\u00fcssig. Alle Kinder wohnten lebenslang in der Sippe. Die Frauen \u00fcbten ihre Exogamie nat\u00fcrlich matrilokal aus, und die M\u00e4nner verlie\u00dfen dazu vor\u00fcbergehend ihre Sippe.<\/p>\n<p>Weil M\u00fctter von Natur aus niemals freiwillig patrilokal leben w\u00fcrden, m\u00fcssen wir den Schluss ziehen, dass die Frauen von M\u00e4nnern in die Patrilokalit\u00e4t gezwungen wurden und bis heute gezwungen werden.<br \/>\nWarum tun M\u00e4nner das, laden sie sich damit doch eine Menge Arbeit, Verantwortung und obendrein missmutige Ehefrauen und sexuelle Frustration auf?<br \/>\nErst unter Patrilokalit\u00e4t kann die Idee der Patrilinearit\u00e4t auch umgesetzt werden. Statt mit Sippen haben wir es dann mit Familien zu tun, deren vornehmste Aufgabe es nicht ist, zum Wohle des Nachwuchses zu wirken, sondern zum Wohle des Vaters und seines Lebenswerkes.<\/p>\n<h2 id=\"ewige-gefangenschaft-der-tochter\"><\/h2>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Links:Dana\u00eb im Turm empf\u00e4ngt den Goldregen des Zeus, Rechts: Odin sticht Brunhilde mit der Dornrose\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/patriarchat\/eingesperrte-toechter.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"Links:Dana\u00eb im Turm empf\u00e4ngt den Goldregen des Zeus, Rechts: Odin sticht Brunhilde mit der Dornrose\"  \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Im Bild Links: Dana\u00eb im Turm empf\u00e4ngt den Goldregen des Zeus, Rechts: Odin sticht Brunhilde mit der Dornrose. Quellen: Links B\u00f6otische Vase (ca. 450 425 v.u.Z., Louvre, Paris). Wikimedia commons, user: Marie Lan Nguyen; Rechts: Aus: Baker, Emilie Kip. Stories from Northern Myths. New York 1914. S. 202. Wikimedia commons, user: Holt.<\/span><\/p>\n<p>Insbesondere die Mythen, in denen T\u00f6chter von G\u00f6ttern oder ihren V\u00e4tern eingesperrt werden, wie Persephone, Dana\u00eb oder Brunhilde, bilden das ab<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-14\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"14\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Uhlmann 2018\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-14\">14<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"14\">Vgl. Uhlmann 2018<\/span><!--<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>-->. Die Verantwortung bleibt einfach bei der Frau, sie muss daf\u00fcr sorgen, dass die Arbeits- und Manneskraft des Familienvaters stetig regeneriert wird<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-15\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"15\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Hoherz 1991, S. 16\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-15\">15<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"15\">Vgl. Hoherz 1991, S. 16<\/span><!--<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>-->, und die Kinder, insbesondere die T\u00f6chter, dem Vater Ehre machen.<br \/>\nWie die Patriarchatsforscherin Stephanie Gogolin treffend sagt, sollten wir nicht dem Irrtum anhaften, dass das Patriarchat einst entstanden sei, damit die V\u00e4ter soziale Aufgaben \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Patrilinearit\u00e4t<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-16\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"16\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Patrilinearit\u00e4t tritt manchmal in Kombination mit Matrilinearit\u00e4t auf, z.B. bei den meroitischen K\u00f6nigsh\u00e4usern. In diesem als Bilinearit\u00e4t bezeichneten System dient die Matrilinearit\u00e4t der Absicherung der Patrilinearit\u00e4t. Der K\u00f6nig musste &#8222;g\u00f6ttlicher Abstammung&#8220; sein. Da jedoch nur die m\u00fctterliche Abstammung als sicher galt, musste der K\u00f6nig das Kind einer k\u00f6niglichen Mutter sein. Dies f\u00fchrte in letzter Konsequenz auch zu den Geschwisterehen: &#8222;Nur durch den Inzest mit seiner Schwester konnte der K\u00f6nig erreichen, dass der erbberechtigte Sohn seiner k\u00f6niglichen Schwester zugleich sein Sohn war.&#8220; (Bott 2009, S. 71)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-16\">16<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"16\">Patrilinearit\u00e4t tritt manchmal in Kombination mit Matrilinearit\u00e4t auf, z.B. bei den meroitischen K\u00f6nigsh\u00e4usern. In diesem als Bilinearit\u00e4t bezeichneten System dient die Matrilinearit\u00e4t der Absicherung der Patrilinearit\u00e4t. Der K\u00f6nig musste &#8222;g\u00f6ttlicher Abstammung&#8220; sein. Da jedoch nur die m\u00fctterliche Abstammung als sicher galt, musste der K\u00f6nig das Kind einer k\u00f6niglichen Mutter sein. Dies f\u00fchrte in letzter Konsequenz auch zu den Geschwisterehen: &#8222;<em>Nur durch den Inzest mit seiner Schwester konnte der K\u00f6nig erreichen, dass der erbberechtigte Sohn seiner k\u00f6niglichen Schwester zugleich sein Sohn war.<\/em>&#8220; (Bott 2009, S. 71)<\/span><!--<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a>--> und Patrilokalit\u00e4t sind die S\u00e4ulen des Patriarchats, der Herrschaft der V\u00e4ter, die die Basis jeder Gesellschaft ist. Der Frauenraub steht dabei immer am Anfang des Versuchs, eine Herrschaft aufzubauen.<\/p>\n<h2 id=\"patriarchalisierung\">Patriarchalisierung<\/h2>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Von 'IS' und Boko Haram entf\u00fchrte Frauen und M\u00e4dchen\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/patriarchat\/frauenraub.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"Von 'IS' und Boko Haram entf\u00fchrte Frauen und M\u00e4dchen\"  \/><\/p>\n<p>IS, Boko Haram und die <a href=\"https:\/\/www.emma.de\/artikel\/afghanistan-reicht-den-frauen-die-hand-338911\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Taliban<\/a> f\u00fchren uns vor Augen, was sich von Anbeginn des Patriarchates abgespielt hat. Sie f\u00fchren Krieg gegen die sexuelle Autonomie der Frau, also gegen die <em>female choice<\/em>, in dem Glauben, dass die Frau dem m\u00e4nnlichen Fortpflanzungstrieb zu dienen h\u00e4tte. Es geht Patriarchen nicht nur um Sex, es geht darum, die weibliche Geb\u00e4rf\u00e4higkeit auszubeuten, d.h. m\u00f6glichst viele Kinder, insbesondere S\u00f6hne, zu zeugen und ihrer auch habhaft zu werden.<\/p>\n<p>Die fr\u00fcheste Patriarchalisierung Eurasiens d\u00fcrfte schon w\u00e4hrend der sog. Misox-Schwankung vor 8200 Jahren stattgefunden haben, als sich das Klima nachhaltig ung\u00fcnstig ver\u00e4nderte. Erst D\u00fcrre und Hunger lie\u00dfen die Abh\u00e4ngigkeit der ersten Ackerbauern von konstant g\u00fcnstigem Klima sp\u00fcrbar werden und gaben Anlass, den Anteil tierischer Nahrung deutlich zu erh\u00f6hen. \u00dcberlebende M\u00e4nner betrachteten die wenigen Haustiere fortan als ihren Privatbesitz, und trieben sie in das Grasland der Steppen, wo sie sie erstmals zu z\u00fcchten begannen.<br \/>\nDas neue Besitzdenken erforderte es, viele S\u00f6hne zu haben, die die Herden verteidigen und vermehren helfen. Aber ohne Frauen gibt es keine S\u00f6hne, woher also nehmen, wenn nicht stehlen?<br \/>\n\u00dcber die Isolierung der geraubten Frauen in der Weite der Steppe, ohne den Schutz ihrer Ursprungssippen, und ihren Einsatz als besitzlose Melkerinnen der gro\u00dfen Herden gelang ein relativ stabiles Patriarchat.<\/p>\n<p><a title=\"Firespeaker [CC BY-SA 3.0 (https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:So%C5%8Bk%C3%B6l_jayloo.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/2\/29\/So%C5%8Bk%C3%B6l_jayloo.jpg\/512px-So%C5%8Bk%C3%B6l_jayloo.jpg\" alt=\"So?k\u00f6l jayloo\" width=\"100%\" \/><\/a><br \/>\n<span class=\"abb\">Bild: Steppe mit Jurten. Quelle: Wikimedia Commons (Firespeaker)<\/span><\/p>\n<p>Auch im Patriarchat der sesshaften Bauern sind Frauen in Wirklichkeit Nomadinnen. Der angeblich von Frauen getragene kulturelle Wandel ist in Wahrheit nur ein Nebeneffekt des sich konsolidierenden Patriarchats, was es aber nicht besser macht. Allein durch Patrilokalit\u00e4t verlieren M\u00fctter, und auch ihre Kinder, f\u00fcr uns unsichtbar ihren bedingungslosen Versorgungsraum. Patrilokalit\u00e4t ist daher keine Win-Win-Situation, nichts, woraus Frauen Vorteile ziehen k\u00f6nnten. Frauen und Kinder verlieren ihre Sicherheit und ihre sexuelle Autonomie. Ihr Selbstbestimmungsrecht bleibt auf der Stecke. Sinn ist der Entzug des alleinigen Rechtes der Mutter und ihrer Sippe an den Kindern, der Zugriff des Vaters. Frauen k\u00f6nnen daher am Patriarchat nicht egalit\u00e4r beteiligt werden. Zugestandene gleiche Rechte bleiben jederzeit zur\u00fccknehmbar.<\/p>\n<h2 id=\"spuren-patriarchaler-gewalt-gegen-maenner-und-frauen-genetischer-flaschenhals-der-y-chromosomen\">Spuren patriarchaler Gewalt gegen M\u00e4nner: Genetischer Flaschenhals der Y-Chromosomen<\/h2>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Genetischer Flaschenhals vor 7000-10.000 Jahren\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/exex\/genetischer-flaschenhals.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"Genetischer Flaschenhals vor 7000-10.000 Jahren\"  border=\"1\" \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Quelle: Diagramme nach <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC4381518\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov<\/a>. Abgerufen am 1.10.2018<\/span><\/p>\n<p>Dass sich das Patriarchat bald auch gegen die M\u00e4nner selbst gerichtet hat, zeigt der von der ForscherInnengruppe Karmin <i>et al.<\/i> entdeckte weltweite genetische Flaschenhals vor 7000-10.000 Jahren.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-17\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"17\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Karmin et al. 2015\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-17\">17<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"17\">Vgl. Karmin <em>et al.<\/em> 2015<\/span><!--<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>--> Die amerikanischen Genetiker Zeng, Aw und Feldman f\u00fchren die Dezimierung der m\u00e4nnlichen genetischen Vielfalt auf Stammesfehden zur\u00fcck, welche &#8222;neue patrilineare Gruppen&#8220; gegeneinander gef\u00fchrt h\u00e4tten.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-18\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"18\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Zeng et al. 2018 und SU 2018: &#8222;Das R\u00e4tselhafte daran: Dieser drastische R\u00fcckgang traf damals nur die M\u00e4nner &#8211; die Population und Genvielfalt der Frauen nahm w\u00e4hrend der gleichen Zeit sogar eher zu, wie Analysen der mitochondrialen DNA ergaben. Als Folge kamen damals in vielen Regionen Europas, Asiens und Afrikas 17 Frauen auf nur einen Mann.&#8222;\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-18\">18<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"18\">Vgl. Zeng <em>et al.<\/em> 2018 und SU 2018: &#8222;<em>Das R\u00e4tselhafte daran: Dieser drastische R\u00fcckgang traf damals nur die M\u00e4nner &#8211; die Population und Genvielfalt der Frauen nahm w\u00e4hrend der gleichen Zeit sogar eher zu, wie Analysen der mitochondrialen DNA ergaben. Als Folge kamen damals in vielen Regionen Europas, Asiens und Afrikas 17 Frauen auf nur einen Mann.<\/em>&#8222;<\/span><!--<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>--> Die Stammesgruppen h\u00e4tten aus miteinander verwandten M\u00e4nnern bestanden, w\u00e4hrend die Frauen oft aus anderen St\u00e4mmen gekommen seien &#8211; oder erbeutet worden seien.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Nah\u00f6stlicher Viehmarkt\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/exex\/viehmarkt.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"Nah\u00f6stlicher Viehmarkt\"  \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Bild: Tierzucht. Nah\u00f6stlicher Viehmarkt: Gro\u00dfvater, Vater und Sohn bieten ihre Tiere an. Bildquelle: Wikimedia Commons (Man77)<\/span><\/p>\n<p>Ob alte oder neue patrilineare Gruppen, sie fallen nicht einfach vom Himmel, sondern sie m\u00fcssen erst hergestellt werden. Es muss dazu eine Nutzanwendung von Patrilinearit\u00e4t gegeben sein, bevor die sie erst erm\u00f6glichende Patrilokalit\u00e4t von M\u00e4nnern durchgesetzt werden will. Diese Nutzanwendung war die Viehzucht.<br \/>\nDas Patriarchat ist uns nicht angeboren und wir m\u00fcssen unsere Matrifokalit\u00e4t fortw\u00e4hrend unterdr\u00fccken. Sie ist der Grund, warum wir das Patriarchat in all seinen Facetten nicht v\u00f6llig widerstandslos hinnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Patriarchat muss sich daher permanent erneuern und muss dazu Gewalt anwenden. Die durchgesetzte Patrilinearit\u00e4t und die damit verbundene Monogamie ist Gewalt gegen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht der Frau und Patrilokalit\u00e4t ist latent wiederholter, institutionalisierter Frauenraub.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4251\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/pt-tafel.jpg?w=600&#038;ssl=1\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/pt-tafel.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/pt-tafel.jpg?resize=300%2C185&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Beides ist so freiwillig wie das Kopftuch, welches das Symbol f\u00fcr diese Gefangenschaft ist. Letztlich sind auch die Jungen wie die M\u00e4dchen \u00fcber die M\u00fctter Entf\u00fchrungsopfer.<\/p>\n<h2 id=\"Theologie als patriarchale Rhetorik\">Theologie als patriarchale Rhetorik<\/h2>\n<p>Um Ruhe an der widerstrebenden matrifokalen Front zu haben, schufen Patriarchen eine Theologie, in der das als die nat\u00fcrliche Lebensweise hingestellt wird, und ein geb\u00e4render Gott am Anfang aller Dinge steht.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-19\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"19\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Uhlmann 2015\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-19\">19<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"19\">Vgl. Uhlmann 2015<\/span><!--<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a>--><br \/>\nReligion, die strukturelle Gewalt des Gesetzes und die Tradition verleihen schlie\u00dflich auch noch dem friedfertigsten Mann Macht \u00fcber seine Frauen und Kinder, und machen also ausnahmslos jeden Ehemann und Vater zum Patriarchen.<br \/>\nDie Religion sei erforderlich, um die angeblich unmoralische, gewaltt\u00e4tige, kriegerische und hypersexuelle Natur des Menschen zu z\u00fcgeln. Aber allein schon wegen unserer angeborenen hohen Sozialit\u00e4t verabscheuen wir normalerweise Gewalt, daf\u00fcr brauchen wir gar keine Theologie<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-20\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"20\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. de Waal 2015\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-20\">20<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"20\">Vgl. de Waal 2015<\/span><!--<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>-->, doch der Erhalt des Patriarchates ist davon abh\u00e4ngig, <a class=\"textlink\" href=\"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/gewalt-garant-und-symptom-des-patriarchats\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dass M\u00e4nner Gewalt anwenden.<\/a><sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-21\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"21\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Universit\u00e4t Bielefeld 2004\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-21\">21<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"21\">Universit\u00e4t Bielefeld 2004<\/span><!--<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>--><\/p>\n<h2 id=\"gewalt-verstaendnis-in-der-rechtsprechung\">Gewalt-Verst\u00e4ndnis in der Rechtsprechung<\/h2>\n<p>Das erkl\u00e4rt z.B., warum nur ein Bruchteil der Vergewaltigungen bestraft wird und das Strafma\u00df gering ist. Mit der puren Angst vor m\u00f6glicher Gewalt werden Frauen an ihrer freien Entfaltung und der Anklage von Gewalt gehindert. Jede Mutter ist zudem \u00fcber ihre Kinder erpressbar. Die Zerst\u00f6rung der sozialen Bindungen und der Umwelt, sowie ein Wirtschaftssystem mit Sachzw\u00e4ngen, alles Gewaltt\u00e4tigkeiten, machen es unverheirateten Frauen und M\u00fcttern bis heute unm\u00f6glich, ohne aktive Beteiligung am Patriarchat zu \u00fcberleben. Die Traumatisierungen k\u00f6nnen in der n\u00e4chsten Generation nur kompensiert aber nicht geheilt werden, denn die Familie ist und bleibt der gef\u00e4hrlichste Ort<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-22\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"22\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"BKA 2015\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-22\">22<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"22\">BKA 2015<\/span><!--<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a>--> und die Basis des Patriarchats.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"300\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4242\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/gewalt-in-zahlen.jpg?fit=300%2C300&#038;ssl=1\" alt=\"Gewalt in Zahlen. Tabelle des BKA.\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/gewalt-in-zahlen.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/gewalt-in-zahlen.jpg?resize=300%2C107&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Quelle: Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland. Eine repr\u00e4sentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland. Projektteam der Untersuchung am Interdisziplin\u00e4ren Zentrum f\u00fcr Frauen- und Geschlechterforschung der Universit\u00e4t Bielefeld im Auftrag des Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 2004. Aus: <a href=\"https:\/\/faktenfinder.tagesschau.de\/inland\/fakten-gewalt-gegen-frauen-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/faktenfinder.tagesschau.de\/inland\/fakten-gewalt-gegen-frauen-101.html<\/a><\/span><\/p>\n<p>So voller Leid das auch ist, die Patrilinearit\u00e4t bzw. die Identit\u00e4t von biologischer und sozialer Vaterschaft wird auch von Frauen als angeblich gerecht und nat\u00fcrlich mitgetragen; auch h\u00e4tte angeblich jedes Kind das nat\u00fcrliche Recht seinen Vater zu kennen (Gleichsetzung der Patrilinearit\u00e4t mit Geschlechtergerechtigkeit und Kinderrechten). Denn ausgerechnet die Aufkl\u00e4rung erlie\u00df an dieser Stelle ein rigoroses Denkverbot, indem sie die von Darwin entdeckte Sexuelle Selektion, die <em>female choice<\/em>, nicht f\u00fcr Homo Sapiens akzeptierte, obwohl diese die eigentlich treibende Kraft der Evolution ist.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-23\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"23\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Prum 2017, S. 17 ff.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-23\">23<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"23\">Vgl. Prum 2017, S. 17 ff.<\/span><!--<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a>--> Die Gro\u00dfmutterthese darf offiziell nur eine Hypothese sein und die Urmutter-Statuetten seien nur Sexp\u00fcppchen. Wir k\u00f6nnen hier ein kollektives Stockholm-Syndrom<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-24\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"24\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"These nach Stephanie Gogolin. Das Stockholm-Syndrom bezeichnet das kooperierende und solidarisierende Verhalten von Entf\u00fchrungsopfern gegen\u00fcber dem T\u00e4ter.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-24\">24<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"24\">These nach Stephanie Gogolin. Das Stockholm-Syndrom bezeichnet das kooperierende und solidarisierende Verhalten von Entf\u00fchrungsopfern gegen\u00fcber dem T\u00e4ter.<\/span><!--<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a>--> diagnostizieren, schlie\u00dflich sind wir ja alle Entf\u00fchrungsopfer. In diesem komplexen Mechanismus und in der erzwungenen Vaterbindung liegt der Selbsterhalt des Systems, seine Perpetuierung, begr\u00fcndet.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Indische Familie\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/patriarchat\/indische-familie.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"Indische Familie\"  \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Foto: Joshua Watson (Unsplash)<\/span><\/p>\n<p>Ihrer Natur nach brauchen M\u00fctter und Kinder aber die Absicherung durch die matrifokale Ordnung einer Sippe mit um die 80 Personen. Dieses Grundbed\u00fcrfnis wurde auf den Vater als Ern\u00e4hrer umgelenkt und heute auch auf die Vollberufst\u00e4tigkeit der jungen Mutter verengt, was eine absolute \u00dcberforderung darstellt. Aus ihrem sozialen Umfeld gerissene junge Frauen und M\u00fctter werden aber nicht als Opfer von t\u00e4tlicher oder struktureller Gewalt erkannt. Dass Wissenschaftler die Absurdit\u00e4t auch nur in Erw\u00e4gung ziehen, dass sich weibliche Kinder freiwillig auf einen langen Weg gemacht h\u00e4tten, ob massenhaft oder einzeln, um einen ihnen unbekannten Landwirt oder Krieger zu ehelichen, bezeichnet auch eine umfassende anthropologische Ahnungslosigkeit. Die Exogamie der Frau mit Patrilokalit\u00e4t gleichzusetzen, ist evolutionsbiologisch schlichtweg unseri\u00f6s.<\/p>\n<h2 id=\"matrifokale-kulturen-bis-weit-in-die-jungsteinzeit\">Matrifokale Kulturen bis weit in die Jungsteinzeit<\/h2>\n<p>Es waren sicher nicht die Sesshaftigkeit und die Erfindung des Ackerbaus, die zu st\u00e4ndig neuen Gesellschaften mit Hierarchie und Krieg f\u00fchrten; sie brachten auch ohne Patriarchat die ersten bl\u00fchenden Kulturen hervor.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"\u00c7atal H\u00f6y\u00fck\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/patriarchat\/catal-hoeyuek.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"\u00c7atal H\u00f6y\u00fck\"  \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Bildquellen: Links: Wikimedia Commons. Rechts: Eigenes Werk, Arch\u00e4ologisches Museum Ankara<\/span><\/p>\n<p>In \u00c7atal H\u00f6y\u00fck z.B., einer jungsteinzeitlichen Gro\u00dfsiedlung und Ackerbaukultur, die insgesamt 1800 Jahre friedlich und gewaltlos bestanden hatte, musste der Grabungsleiter Ian Hodder die Abwesenheit jeglicher Anzeichen f\u00fcr Patriarchat feststellen. &#8218;No family plots&#8216; war das Ergebnis der Untersuchungen der Odontologin Marion Pillard.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-25\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"25\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Owen 2011\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-25\">25<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"25\">Vgl. Owen 2011<\/span><!--<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a>--> Die hier gefundenen ersten Zivilisationskrankheiten nehmen sich gegen die Folgen des Patriarchats geradezu harmlos aus und \u00e4nderten offensichtlich nichts an der hohen Zufriedenheit der Menschen.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Karte Jungsteinzeit in Europa\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/patriarchat\/karte-jungsteinzeit-in-europa.jpg?w=510&#038;ssl=1\" alt=\"Karte Jungsteinzeit in Europa\"  \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Karte: Jungsteinzeit in Europa. Quelle: Wikimedia Commons (nachbearbeitet)<\/span><\/p>\n<p>Auch die Bandkeramiker betrieben Ackerbau und hielten lediglich wenige Tiere. Ihre Migration aus S\u00fcdosteuropa verlief vollkommen friedlich und neolithisierte die mesolithische Urbev\u00f6lkerung. Was beide Gruppen einte, war ihre Matrifokalit\u00e4t.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-26\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"26\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Uhlmann 2012, S. 53 ff\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-26\">26<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"26\">Vgl. Uhlmann 2012, S. 53 ff<\/span><!--<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>--> In den Mittelgebirgen spielte sich aber infolge des Klimawandels am Ende des Atlantikums mit dem Aufkommen der Transhumanz, also der ersten Hirten, ein \u00e4hnlicher Mechanismus ab wie in der Steppe. Die Patrilinearit\u00e4t war sozusagen eine Idee, deren Zeit nun auch hier gekommen war.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-27\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"27\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Uhlmann 2012, S. 65 ff\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-27\">27<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"27\">Vgl. Uhlmann 2012, S. 65 ff<\/span><!--<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a>--> Anders als in der Steppe war das Land jedoch vergleichsweise begrenzt. Ohne staatliche Organisation und eine entsprechende Theologie war das Patriarchat in der Sesshaftigkeit nicht aufrecht zuerhalten, und es scheiterte bald, weil rohe Gewalt zur Selbstausl\u00f6schung f\u00fchrte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Wandfries der Pfahlbaukultur\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.swr.de\/-\/id=16823902\/property=medium\/pubVersion=4\/3fdwb3\/Montage%20der%20%22Busenwand%22.jpg\" alt=\"Wandfries der Pfahlbaukultur\" width=\"100%\" border=\"1\" \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Bild: Rekonstruktion des Frieses einer Matri-Linie aus Ludwigshafen\/Seehalde mit den Originalteilen, L\u00e4nge 7m, ca. 6000 Jahre alt. Quelle: Ver\u00f6ffentlicht auf SWR2, <a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.swr.de\/-\/id=16823902\/property=medium\/pubVersion=4\/3fdwb3\/Montage%20der%20%22Busenwand%22.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/i0.wp.com\/www.swr.de<\/a><\/span><\/p>\n<p>Das Vakuum, das die vielen Massaker und Kleinkriege vor 7000 Jahren hinterlie\u00dfen, f\u00fcllte sich erneut mit matrifokalem Leben. Die Michelsberger Kultur und die Pfahlbaukultur, von der sich bruchst\u00fcckhaft ein 7m langer Fries einer matrilinearen Ahnenreihe erhalten hat<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-28\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"28\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Schlichtherle 2016\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-28\">28<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"28\">Vgl. Schlichtherle 2016<\/span><!--<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a>-->, drehten quasi das Rad der Urgeschichte noch einmal zur\u00fcck, wenngleich auch sie dem Druck der stets \u00fcberbev\u00f6lkerten Patriarchate nicht mehr gewachsen waren.<\/p>\n<h2 id=\"viehzuechtermentalitaet-menschenzucht-maennerueberschuss\">Viehz\u00fcchtermentalit\u00e4t &#8211; Menschenzucht &#8211; M\u00e4nner\u00fcberschuss<\/h2>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Reiternomaden aus Zentralasien hinterlie\u00dfen kaum weibliche Spuren im Europ\u00e4er-Erbgut. M\u00e4nner\u00fcberschuss.\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/0\/1\/01-32669-einwanderer1.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"Reiternomaden aus Zentralasien hinterlie\u00dfen kaum weibliche Spuren im Europ\u00e4er-Erbgut. M\u00e4nner\u00fcberschuss.\"  border=\"1\" \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Karte: &#8222;Reiternomaden aus Zentralasien hinterlie\u00dfen kaum weibliche Spuren im Europ\u00e4er-Erbgut. M\u00e4nner\u00fcberschuss&#8220;. Quelle: <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/biowissen\/bronzezeit-einwanderung-mit-maennerueberschuss\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.scinexx.de\/<\/a><\/span><\/p>\n<p>Das Patriarchat mit seinem M\u00e4nner\u00fcberschuss und Krieg waren und sind bis heute der Grund f\u00fcr m\u00e4nnliche Massenmigrationen. Amy Goldberg und ihr Team konnten dies f\u00fcr die indoeurop\u00e4ische Einwanderung genetisch nachweisen.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-29\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"29\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Goldberg et al. 2017\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-29\">29<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"29\">Vgl. Goldberg <em>et al.<\/em> 2017<\/span><!--<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a>--> Sie ziehen \u00fcbrigens wie Marija Gimbutas mit ihrer Kurganthese<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-30\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"30\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_3831\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Gimbutas 1996, S. 352 ff\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-30\">30<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"30\">Vgl. Gimbutas 1996, S. 352 ff<\/span><!--<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a>--> den Schluss, dass diese Migration von Viehz\u00fcchternomaden eher den Charakter eines Eroberungsfeldzugs hatte.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Links: Das verlorene Schaf 'Der gute Hirte', Willi Langbein, 1930 'Kirche Rechts: Raub der Sabinerinnen, Albrecht D\u00fcrer, 1495\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/patriarchat\/der-gute-hirte-raub-der-sabinerinnen.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"Links: Das verlorene Schaf 'Der gute Hirte', Willi Langbein, 1930 (Kirche Rechts: Raub der Sabinerinnen, Albrecht D\u00fcrer, 1495\"  \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Bild: Links: Das verlorene Schaf (Der gute Hirte), Willi Langbein, 1930 (Kirche Allerm\u00f6he) Rechts: Raub der Sabinerinnen, Albrecht D\u00fcrer, 1495 (gemeinfrei)<\/span><\/p>\n<p>Es ist bemerkenswert, wie sehr seitdem der Umgang mit Frauen und Kindern &#8211; ja der ganzen Menschheit &#8211; vom Geist der Tierzucht gepr\u00e4gt ist, daher noch ein paar Worte dazu. Statt einfacher Domestizierung wie in der vorpatriarchalen Jungsteinzeit, haben wir es im Patriarchat mit der gezielten Zucht von Tieren und mit unnat\u00fcrlich gro\u00dfen Herden zu tun. Die Begriffe Tierhaltung und Tierzucht unterscheiden sich daher inhaltlich, aber auch ideologisch voneinander und sollten nicht einfach synonym gebraucht werden.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Rechts: Eine Kuh wird vergewaltigt.\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/patriarchat\/tierzucht.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"Links: Eine Ziege wird vergewaltigt.\"  \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Bild: Eine Ziege wird vergewaltigt. Eine Kuh wird vergewaltigt. Quellen: HBLFA Raumberg, Gumpenstein; Wikimedia Commons (Aleks)<\/span><\/p>\n<p>Um Tiere zu z\u00fcchten, m\u00fcssen wilde Tierweibchen eingefangen und festgebunden werden. Die Z\u00fcchter erm\u00f6glichen es dann ausgew\u00e4hlten m\u00e4nnlichen Tieren, die Weibchen zu vergewaltigen. Die <em>female choice<\/em> der Weibchen wird vollst\u00e4ndig unterdr\u00fcckt. Um einen solchen Tabubruch zu begehen, m\u00fcssen M\u00e4nner jede Achtung vor dem m\u00fctterlichen Prinzip verloren haben. Auch dass der Beginn des Bergbaus mit dem Beginn des Patriarchats zusammenf\u00e4llt, d\u00fcrfte kein Zufall sein, denn zur Verletzung und Ausbeutung von Mutter Natur musste sie ideologisch bzw. theologisch abgewertet werden, und zwar nicht nur als dumme Kuh &#8230;<\/p>\n<h2 id=\"muttermord\">Muttermord<\/h2>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" title=\"Marduk t\u00f6tet Tiamat, Der Erzengel Michael 'rettet' die Seele Evas, indem er den Drachen toetet\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.gabriele-uhlmann.de\/images\/patriarchat\/drachentoeter.jpg?w=1080&#038;ssl=1\" alt=\"Marduk t\u00f6tet Tiamat, Der Erzengel Michael 'rettet' die Seele Evas, indem er den Drachen toetet\"  \/><br \/>\n<span class=\"abb\">Links: Marduk (re.) t\u00f6tet die Urmutter Tiamat (li.), rechts: Der Erzengel Michael &#8222;rettet&#8220; die Seele Evas, indem er den Drachen (Pfeil) t\u00f6tet. Quellen: Wikimedia Commons (Georgelazenby)<\/span><\/p>\n<p>&#8230;.sondern auch als b\u00f6ser Drache, der angeblich das Chaos und die Unordnung regiert und einen Schatz bewacht. Ihm oder besser ihr wurde dreist angedichtet, Jungfrauen zu rauben. Eine v\u00f6llige Verdrehung der Tatsachen.<\/p>\n<p>Die mythische Drachent\u00f6tung, die f\u00fcr den Mord an Mutter Natur und ihre Ausbeutung steht, und der Frauenraub geh\u00f6ren zusammen und sind in der Mythologie kein aufreizender Plot, sondern die Basis f\u00fcr alles Weitere.<\/p>\n<p><!--<strong>Anmerkungen<\/strong>\n\n<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Keim 2017\n\n<a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Callaway 2018, S. 57\n\n<a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Knipper 2017\n\n<a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Wie z.B. bei den Massakern von Wiederstedt, Achenheim und Halberstadt oder auch Menneville.\n\n<a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Uhlmann 2012, S. 121-196; siehe auch D\u00fcring\/Wahl 2014, S. 22 f\n\n<a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Unter den Studien ist besonders die von Ursula Eisenhauer (Eisenhauer 2003a) zu nennen. Sie versuchte, mit statistischen Mitteln Patrilokalit\u00e4t in Talheim zu beweisen. Matrilokalit\u00e4t ist f\u00fcr sie ein ethnografischer Sonderfall: \"<em>F\u00fcr die \u00c4lteste Bandkeramik ist, unter Ber\u00fccksichtigung des gegenw\u00e4rtigen Informationsstandes, auch aus ethnologischer Sicht eine matrilokale oder gar matrilineare Organisationsstruktur auszuschlie\u00dfen.<\/em>\" (Eisenhauer 2003b, S. 328 zitiert nach Uhlmann 2012, S. 160f).\n\n<a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. Small 1995 und Uhlmann 2015\n\n<a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. Hawkes 2004. Hawkes geht davon aus, dass die Menopause der Menschenfrau und ihre lange Lebensspanne danach selektiert wurde, weil die Gro\u00dfmutter ihrer Tochter bei der Kinderpflege am besten helfen kann, wenn sie selbst nicht mit einem Kleinkind besch\u00e4ftigt ist.\n\n<a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. Beise\/Voland 2002 a und b. Aus den Kirchenb\u00fcchern der Halbinsel Krummh\u00f6rn (Ostfriesland) ging hervor, dass die Kindersterblichkeit in Familien am h\u00f6chsten war, wenn die Mutter des Kindsvaters mit im Hause wohnte, geringer ausfiel, wenn keine Gro\u00dfmutter im Hause wohnte, und am geringsten war, wenn die Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits im Hause wohnte. Daraus schlossen sie auf die Matrilokalit\u00e4t der Menschheit als evolution\u00e4re Gr\u00f6\u00dfe.\n\n<a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. Blaffer Hrdy 2010, S. 448, FN 20\n\n<a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Verweis auf Blaffer Hrdy 1999\n\n<a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. Blaffer Hrdy 2010, S. 336\n\n<a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. Gimbutas 1996, S. X, S. 346, S.349, S. 352\n\n<a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Also nicht zu verwechseln mit Matriarchat.\n\n<a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. Uhlmann 2018\n\n<a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Vgl. Hoherz 1991, S. 16\n\n<a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Patrilinearit\u00e4t tritt manchmal in Kombination mit Matrilinearit\u00e4t auf, z.B. bei den meroitischen K\u00f6nigsh\u00e4usern. In diesem als Bilinearit\u00e4t bezeichneten System dient die Matrilinearit\u00e4t der Absicherung der Patrilinearit\u00e4t. Der K\u00f6nig musste \"g\u00f6ttlicher Abstammung\" sein. Da jedoch nur die m\u00fctterliche Abstammung als sicher galt, musste der K\u00f6nig das Kind einer k\u00f6niglichen Mutter sein. Dies f\u00fchrte in letzter Konsequenz auch zu den Geschwisterehen: \"<em>Nur durch den Inzest mit seiner Schwester konnte der K\u00f6nig erreichen, dass der erbberechtigte Sohn seiner k\u00f6niglichen Schwester zugleich sein Sohn war.<\/em>\" (Bott 2009, S. 71)\n\n<a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Vgl. Karmin <em>et al.<\/em> 2015\n\n<a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Vgl. Zeng <em>et al.<\/em> 2018 und SU 2018: \"<em>Das R\u00e4tselhafte daran: Dieser drastische R\u00fcckgang traf damals nur die M\u00e4nner - die Population und Genvielfalt der Frauen nahm w\u00e4hrend der gleichen Zeit sogar eher zu, wie Analysen der mitochondrialen DNA ergaben. Als Folge kamen damals in vielen Regionen Europas, Asiens und Afrikas 17 Frauen auf nur einen Mann.<\/em>\"\n\n<a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. Uhlmann 2015\n\n<a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Vgl. de Waal 2015\n\n<a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. Universit\u00e4t Bielefeld 2004\n\n<a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Vgl. BKA 2015\n\n<a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Vgl. Prum 2017, S. 17 ff.\n\n<a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> These nach Stephanie Gogolin. Das Stockholm-Syndrom bezeichnet das kooperierende und solidarisierende Verhalten von Entf\u00fchrungsopfern gegen\u00fcber dem T\u00e4ter.\n\n<a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Vgl. Owen 2011\n\n<a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Vgl. Uhlmann 2012, S. 53 ff\n\n<a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Vgl. Uhlmann 2012, S. 65 ff\n\n<a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Vgl. Schlichtherle 2016\n\n<a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Vgl. Goldberg <em>et al.<\/em> 2017\n\n<a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Vgl. Gimbutas 1996, S. 352 ff --><\/p>\n<h2 id=\"literatur\">LITERATUR<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul id=\"liste4\">\n<li>BKA (Bundeskriminalamt): Partnerschaftsgewalt Kriminalstatistische Auswertung &#8211; Berichtsjahr 2015. <a class=\"textlink\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Publikationen\/JahresberichteUndLagebilder\/Partnerschaftsgewalt\/Partnerschaftsgewalt_2015.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bka.de\/<\/a><\/li>\n<li>Blaffer Hrdy, Sarah: Mutter Natur. Die weibliche Seite der Evolution. Berlin 2000. Am. Originalausgabe: <em>Mother Nature.<\/em> Natural Selection and the Female of the Species. Harvard University Press 1999<\/li>\n<li>Blaffer Hrdy, Sarah: M\u00fctter und Andere. Wie uns die Evolution zu sozialen Wesen gemacht hat. Berlin 2010. Am. Original-Ausgabe: <em>Mothers and Others. <\/em>The Evolutionary Origins of Mutual Understanding. Harvard University Press 2009<\/li>\n<li>Bott, Gerhard: Die Erfindung der G\u00f6tter. 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In: Demographic Research, Bd. 7, Article 13, 2002b<\/li>\n<li>Zeng, Tian Chen <em>et al.<\/em>: Cultural hitchhiking and competition between patrilineal kin groups explain the post-Neolithic Y-chromosome bottleneck. In: Nature Communications Volume 9, Article number: 2077 (2018)<strong><br \/>\n<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-018-04375-6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-018-04375-6<\/a> Abgerufen am 1.10.2018<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"modern-footnotes-list modern-footnotes-list--show-only-for-print\"><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-1\"><span>1<\/span><div>Keim 2017 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-1\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 1 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-2\"><span>2<\/span><div>Callaway 2018, S. 57 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-2\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 2 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-3\"><span>3<\/span><div>Vgl. Knipper 2017 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-3\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 3 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-4\"><span>4<\/span><div>Aktuell: Das Massengrab von <a href=\"https:\/\/www.herder.de\/wbg-magazine\/aktuelles\/2026\/raetselhafte-skelette-der-linearbandkeramik-erste-erkenntnisse-zum-aussergewoehnlichen-fundplatz-von-vrable\/\" target=\"_blank\">Vr\u00e1ble<\/a> kann dazu gez\u00e4hlt werden, jedoch gibt es auch Stimmen, die es anders interpretieren. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-4\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 4 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-5\"><span>5<\/span><div>Wie z.B. bei den Massakern von Wiederstedt, Achenheim und Halberstadt oder auch Menneville. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-5\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 5 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-6\"><span>6<\/span><div>Vgl. Uhlmann 2012, S. 121-196; siehe auch D\u00fcring\/Wahl 2014, S. 22 f <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-6\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 6 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-7\"><span>7<\/span><div>Unter den Studien ist besonders die von Ursula Eisenhauer (Eisenhauer 2003a) zu nennen. Sie versuchte, mit statistischen Mitteln Patrilokalit\u00e4t in Talheim zu beweisen. Matrilokalit\u00e4t ist f\u00fcr sie ein ethnografischer Sonderfall: &#8222;<em>F\u00fcr die \u00c4lteste Bandkeramik ist, unter Ber\u00fccksichtigung des gegenw\u00e4rtigen Informationsstandes, auch aus ethnologischer Sicht eine matrilokale oder gar matrilineare Organisationsstruktur auszuschlie\u00dfen.<\/em>&#8220; (Eisenhauer 2003b, S. 328 zitiert nach Uhlmann 2012, S. 160 f). <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-7\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 7 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-8\"><span>8<\/span><div>Vgl. Small 1995 und Uhlmann 2015 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-8\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 8 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-9\"><span>9<\/span><div>Vgl. Hawkes 2004. Hawkes geht davon aus, dass die Menopause der Menschenfrau und ihre lange Lebensspanne danach selektiert wurde, weil die Gro\u00dfmutter ihrer Tochter bei der Kinderpflege am besten helfen kann, wenn sie selbst nicht mit einem Kleinkind besch\u00e4ftigt ist. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-9\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 9 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-10\"><span>10<\/span><div>Vgl. Beise\/Voland 2002 a und b. Aus den Kirchenb\u00fcchern der Halbinsel Krummh\u00f6rn (Ostfriesland) ging hervor, dass die Kindersterblichkeit in Familien am h\u00f6chsten war, wenn die Mutter des Kindsvaters mit im Hause wohnte, geringer ausfiel, wenn keine Gro\u00dfmutter im Hause wohnte, und am geringsten war, wenn die Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits im Hause wohnte. Daraus schlossen sie auf die Matrilokalit\u00e4t der Menschheit als evolution\u00e4re Gr\u00f6\u00dfe. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-10\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 10 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-11\"><span>11<\/span><div>Vgl. Blaffer Hrdy 2010, S. 336 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-11\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 11 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-12\"><span>12<\/span><div>Vgl. Gimbutas 1996, S. X, S. 346, S.349, S. 352 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-12\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 12 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-13\"><span>13<\/span><div>Also nicht zu verwechseln mit Matriarchat. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-13\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 13 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-14\"><span>14<\/span><div>Vgl. Uhlmann 2018 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-14\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 14 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-15\"><span>15<\/span><div>Vgl. Hoherz 1991, S. 16 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-15\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 15 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-16\"><span>16<\/span><div>Patrilinearit\u00e4t tritt manchmal in Kombination mit Matrilinearit\u00e4t auf, z.B. bei den meroitischen K\u00f6nigsh\u00e4usern. In diesem als Bilinearit\u00e4t bezeichneten System dient die Matrilinearit\u00e4t der Absicherung der Patrilinearit\u00e4t. Der K\u00f6nig musste &#8222;g\u00f6ttlicher Abstammung&#8220; sein. Da jedoch nur die m\u00fctterliche Abstammung als sicher galt, musste der K\u00f6nig das Kind einer k\u00f6niglichen Mutter sein. Dies f\u00fchrte in letzter Konsequenz auch zu den Geschwisterehen: &#8222;<em>Nur durch den Inzest mit seiner Schwester konnte der K\u00f6nig erreichen, dass der erbberechtigte Sohn seiner k\u00f6niglichen Schwester zugleich sein Sohn war.<\/em>&#8220; (Bott 2009, S. 71) <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-16\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 16 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-17\"><span>17<\/span><div>Vgl. Karmin <em>et al.<\/em> 2015 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-17\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 17 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-18\"><span>18<\/span><div>Vgl. Zeng <em>et al.<\/em> 2018 und SU 2018: &#8222;<em>Das R\u00e4tselhafte daran: Dieser drastische R\u00fcckgang traf damals nur die M\u00e4nner &#8211; die Population und Genvielfalt der Frauen nahm w\u00e4hrend der gleichen Zeit sogar eher zu, wie Analysen der mitochondrialen DNA ergaben. Als Folge kamen damals in vielen Regionen Europas, Asiens und Afrikas 17 Frauen auf nur einen Mann.<\/em>&#8222; <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-18\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 18 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-19\"><span>19<\/span><div>Vgl. Uhlmann 2015 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-19\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 19 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-20\"><span>20<\/span><div>Vgl. de Waal 2015 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-20\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 20 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-21\"><span>21<\/span><div>Universit\u00e4t Bielefeld 2004 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-21\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 21 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-22\"><span>22<\/span><div>BKA 2015 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-22\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 22 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-23\"><span>23<\/span><div>Vgl. Prum 2017, S. 17 ff. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-23\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 23 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-24\"><span>24<\/span><div>These nach Stephanie Gogolin. Das Stockholm-Syndrom bezeichnet das kooperierende und solidarisierende Verhalten von Entf\u00fchrungsopfern gegen\u00fcber dem T\u00e4ter. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-24\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 24 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-25\"><span>25<\/span><div>Vgl. Owen 2011 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-25\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 25 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-26\"><span>26<\/span><div>Vgl. Uhlmann 2012, S. 53 ff <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-26\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 26 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-27\"><span>27<\/span><div>Vgl. Uhlmann 2012, S. 65 ff <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-27\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 27 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-28\"><span>28<\/span><div>Vgl. Schlichtherle 2016 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-28\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 28 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-29\"><span>29<\/span><div>Vgl. Goldberg <em>et al.<\/em> 2017 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-29\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 29 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_3831-30\"><span>30<\/span><div>Vgl. Gimbutas 1996, S. 352 ff <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_3831-30\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 30 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vortrag erstmals gehalten am 3.11.2018 an der Freien Universit\u00e4t Berlin im Rahmen der Tagung &#8222;Frauenraub &#8211; Interdisziplin\u00e4re Tagung zum Frauenraub im Altertum&#8220; vom 2.-3-11.2018 mit Aktualisierungen Bild: Das M\u00e4dchen von&#8230;<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":1626,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[607,515],"tags":[],"class_list":["post-3831","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-grundlagen","category-interdisziplinaere-patriarchatsforschung"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Frauen - woher nehmen, wenn nicht stehlen? 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