{"id":4698,"date":"2021-07-11T18:15:53","date_gmt":"2021-07-11T16:15:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/?p=4698"},"modified":"2026-07-11T10:10:35","modified_gmt":"2026-07-11T08:10:35","slug":"antwort-auf-meike-stoverock-s-female-choice","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/en\/antwort-auf-meike-stoverock-s-female-choice","title":{"rendered":"Response to Meike Stoverock\u2019s \u201eFemale Choice\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ver\u00f6ffentlicht 08.04.2021<\/p>\n<h2 id=\"kritische-rezension\">Warum diese Kritische Rezension?<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/367fbce435c64285befffc6565c3bbc5\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>&#8222;<em>In der Natur m\u00fcssen M\u00e4nnchen singen, tanzen, k\u00e4mpfen, bauen, w\u00e4hrend die Weibchen die Show genie\u00dfen und anschlie\u00dfend mit dem Sieger abziehen. Die Konkurrenz liegt bei den M\u00e4nnchen. Das Prinzip nennt man Female Choice. Bei den Menschen wurde dieses Prinzip nach der Entdeckung des Ackerbaus ausgehebelt. Es entstand eine Welt, die von M\u00e4nnern f\u00fcr M\u00e4nner gemacht ist. &#8230; Mit einer bestechenden Verbindung aus Biologie, Kulturgeschichte und einem ebenso klaren wie humorvollen Ton beschreibt Meike Stoverock nicht nur, wo die Menschheit vor \u00fcber 10 000 Jahren falsch abgebogen ist, sondern auch, was sich \u00e4ndern muss, damit Mann und Frau heute miteinander gl\u00fccklich werden.<\/em>&#8222;<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Mit diesem Klappentext wurde das Buch \u201eFemale Choice &#8211; Vom Anfang und Ende der m\u00e4nnlichen Zivilisation&#8220; der Biologin Dr. Meike Stoverock (erschienen Februar 2021) im November 2020 angek\u00fcndigt. Schon jetzt zeichnete sich ab, dass ich diese kritische Rezension bzw. Antwort w\u00fcrde schreiben m\u00fcssen, enthielt dieser erste kurze Text doch schon schwerwiegende Fehler, die durch eine interdisziplin\u00e4re Betrachtung, wie sie die Patriarchatsforschung vornimmt, nicht passiert w\u00e4ren: Denn nicht der Ackerbau war Ausl\u00f6ser der Entstehung des Patriarchats, sondern ein Klimawandel, <strong>in dessen Folge der Ackerbau und auch einfache Tierhaltung an Bedeutung verloren und durch die Viehzucht verdr\u00e4ngt wurden<\/strong>.<br \/>\nWie ich bereits vielfach ausgef\u00fchrt habe, wurden Frauen im Viehz\u00fcchternomadentum der Steppen und Bergregionen Eurasiens erstmals ins Patriarchat gezwungen. Erst hier erkl\u00e4rten M\u00e4nner die Monogamie (Stoverock nennt sie Monogynie, dies aus Sicht der M\u00e4nner) mit Ehe und Familie zur &#8222;normalen&#8220; Lebensweise. Die so versklavten Frauen hatten nun den M\u00e4nnern zu folgen, denn da wo das Vieh war, war auch der Mann und Gebieter \u00fcber Mensch und Tier. Auf dieser Basis entstand das von der <a href=\"https:\/\/wahrscheinkontrolle.wordpress.com\/2019\/11\/28\/gibt-es-menschliche-rassen-von-zeugung-erziehung-zucht-und-zuechtigung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Viehz\u00fcchtermentalit\u00e4t<\/a> durchdrungene Vaterrecht, das die Patrilinearit\u00e4t mit Namens- und Erbrecht festschrieb. Das Patriarchat entstand damit nicht &#8222;vor \u00fcber 10.000 Jahren&#8220;, sondern vor ca. 8200 Jahren (Klimaereignis Misox-Schwankung). Bis zu diesem Zeitpunkt war die Sesshaftigkeit schon \u00fcber 3000 Jahre friedlich verlaufen (Pr\u00e4keramisches Neolithikum, 9500v. u. Z.) und die ersten Versuche, Getreide anzubauen, lagen schon ca. 5800 Jahre zur\u00fcck (12. Jtd.). Erste Gro\u00dfsiedlungen wie <a href=\"https:\/\/www.gabriele-uhlmann.de\/catal_hoeyuek.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00c7atal H\u00f6y\u00fck<\/a> entstanden und erreichten schnell ein hohes Zivilisationsniveau. [siehe hierzu auch &#8222;Nachtrag Aktuelles&#8220; unten]\n<p>Um zu retten, was noch zu retten war, bevor das Buch ver\u00f6ffentlicht werden sollte, schrieb ich der Autorin auf Twitter eine kurze Privatnachricht mit meinen Anmerkungen und den Links zu meinem Artikel &#8222;<a href=\"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/female-choice\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Female Choice &#8211; unser unbekanntes Menschenrecht<\/a>&#8222;, in dem ich auf diese Zusammenh\u00e4nge schon 2015 eingegangen war, sowie zu meinem Vortrag &#8222;<a href=\"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Explosion und Expansion<\/a>&#8222;, in dem ich die regionalen Vorg\u00e4nge detailliert dargestellt habe.<br \/>\nIn ihrer Antwort berief sich Stoverock auf ihre Expertise als Biologin und auf nicht n\u00e4her spezifizierte Literatur, in der sie schwankende Angaben zum Beginn der &#8222;Landwirtschaft&#8220;, die sie als &#8222;Ackerbau und Viehzucht&#8220; definierte, nachgelesen haben will. Die Jahreszahlen seien <strong>Details<\/strong>. Minuten sp\u00e4ter twitterte sie \u00f6ffentlich: &#8222;<em>Jemand mansplaint mir mein Buch aufgrund des Umschlagtextes. Plottwist: es ist eine Frau.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>Inzwischen wurde der Werbetext zum Buch auf der <a href=\"https:\/\/www.klett-cotta.de\/buch\/Tropen-Sachbuch\/Female_Choice\/136739\">Homepage des Klett-Cotta-Verlages (Tropen)<\/a> ge\u00e4ndert, und ist so auch als Klappentext im Buch wiederzufinden: &#8222;<em>\u2026 Mit der Landwirtschaft wurden die Menschen sesshaft und die Frauen aus der \u00d6ffentlichkeit ins private Heim gedr\u00e4ngt. &#8230; Klug, provokant und anschaulich beschreibt Meike Stoverock nicht nur, wo die Menschheit vor \u00fcber 10 000 Jahren falsch abgebogen ist, sondern auch, was sich \u00e4ndern muss, damit M\u00e4nner und Frauen eine gemeinsame Zukunft haben.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>Das Wort &#8222;Ackerbau&#8220; ist nun verschwunden und durch sinngem\u00e4\u00df &#8222;sesshafte Landwirtschaft&#8220; ersetzt, was die Sache nicht besser macht. Immer noch ist die Zeitangabe &#8222;vor \u00fcber 10.000 Jahren&#8220; zu lesen.<br \/>\nAm 20. Februar erschien das Buch begleitet von der \u00fcblichen Pressekampagne des Verlages in allen einschl\u00e4gigen Medien. An diesem Tag und den darauffolgenden hatte ich ungew\u00f6hnlich viel Besuch auf meiner Homepage, und zwar \u00fcber den Google-Suchbegriff &#8222;female choice&#8220;, und es erreichten mich Zuschriften, von denen ich eine <a href=\"https:\/\/wahrscheinkontrolle.wordpress.com\/2021\/03\/03\/female-choice-langsam-immer-bekannter-aber-weiter-unverstanden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> besprochen habe.<\/p>\n<p>Inzwischen habe ich das Buch gr\u00fcndlich und mit dem Bleistift in der Hand gelesen, und ich k\u00f6nnte den nun folgenden Text abk\u00fcrzen mit: das Buch ist eine einsame Katastrophe f\u00fcr den Feminismus, die Patriarchatsforschung, die Aufkl\u00e4rung und die Female Choice, und es ist einer Doktorin der Biologie nicht w\u00fcrdig. Aber ich wurde mehrfach um eine ausf\u00fchrliche Stellungnahme gebeten und in der Tat bedarf es einer umfassenden Korrektur bzw. Kritik.<\/p>\n<h2 id=\"zum-vorliegenden-buch\">Zum vorliegenden Buch<\/h2>\n<p>Mein erster Blick galt den letzten Seiten des Buches, dem Literaturverzeichnis &#8211; denn es interessierte mich, ob Stoverock Autorinnen der Patriarchatsforschung, z.B. Rona Duwe und meine Person &#8211; wir hatten ihr \u00fcber Twitter einiges Wissen zugetragen &#8211; auch genannt hat und noch viel wichtiger: ob sie die Entdeckung des Zusammenhangs der Unterdr\u00fcckung der Female Choice mit dem Patriarchat wissenschaftsgeschichtlich richtig dem Patriarchatsforscher Gerhard Bott zugeordnet hat, der seine Theorie 2009 in dem immer noch erh\u00e4ltlichen Buch &#8222;Die Erfindung der G\u00f6tter&#8220; ver\u00f6ffentlicht hatte. Kurz gesagt: Hat sie nicht, weder das eine noch das andere.<br \/>\nMeinen Hinweis bei Twitter auf diese nicht gemachten Hausaufgaben, die von einer Doktorin aber unbedingt zu erwarten seien, und auch die erste Kritik vieler anderer Frauen, wie z. B. Rona Duwe, die aufgrund der Medienbeitr\u00e4ge hellh\u00f6rig wurden, b\u00fcrstete sie harsch ab, das sei, sinngem\u00e4\u00df, nur Gnatz und mangelnde Frauensolidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Eigentlich sollte ein Literaturverzeichnis die Behauptungen in einem Buch belegen, eine Lesehilfe sein und Interessierten weiterhelfen. Aber es fehlen jegliche Fu\u00dfnoten und Literaturhinweise im Text, womit eine wesentliche Regel wissenschaftlichen Arbeitens gebrochen ist. Auch ein Stichwortverzeichnis fehlt schmerzlich. Das Literaturverzeichnis liefert neben 16 unkategorisierten, aber alphabetisch geordneten B\u00fcchern gr\u00f6\u00dftenteils Artikel aus Zeitschriften und Internetlinks, was grunds\u00e4tzlich in Ordnung ist. Die Links bestehen aber teils nur aus aussagelosen Zeichen, die wir m\u00fchsam in den Browser abtippen m\u00fcssen, ohne zuvor auch nur einen Anhaltspunkt zu bekommen, was sich dahinter verbirgt. Alles ist dennoch nach bestimmten Kategorien sortiert, jedoch nicht alphabetisch oder nach einer sinnvollen Vorsortierung. Es gibt z. B. auf Seite 344 die Kategorien &#8222;Pflegearbeit&#8220;, &#8222;Altsteinzeit und Altertum&#8220;, &#8222;Verh\u00fctung&#8220;, &#8222;Kernfamilie&#8220; sowie &#8222;H\u00f6hlenmalerei und erotische Kunst&#8220; und auf Seite 345 &#8222;Antike Gesetzestexte&#8220;, &#8222;Wechsel von Gleichheit zu Patriarchat&#8220; sowie &#8222;Genetischer Flaschenhals&#8220;, alles in dieser merkw\u00fcrdigen Reihenfolge. Hier suchte ich nun weiter nach der Literatur zur Sesshaftwerdung und Erfindung der Landwirtschaft, die sie ja gelesen haben will, sowie nach anderen Texten zur Entstehung des Patriarchats.<\/p>\n<p>Ein einzelner &#8222;sprechender Link&#8220;, n\u00e4mlich <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/kernfamilie-schon-in-der-steinzeit\/973990\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.spektrum.de\/news\/kernfamilie-schon-in-der-steinzeit\/973990<\/a>, ist unter &#8222;Kernfamilie&#8220; zu finden. Er verweist auf einen Artikel, der die kupfersteinzeitliche Grabungsst\u00e4tte bei Eulau thematisiert, wo in einem Grab die \u00e4lteste bekannte Kernfamilie der Welt entdeckt wurde. Das Grab ist ca. 4600 Jahre alt; die &#8222;Steinzeit&#8220; befindet sich hier an ihrer Schwelle zu den Metallzeiten!<br \/>\nDie \u00dcberschrift des Artikels aus dem renommierten popul\u00e4rwissenschaftlichen Magazin &#8222;Spektrum der Wissenschaft&#8220; zeigt hier einmal mehr, wie gef\u00e4hrlich leicht die Steinzeit als Einheit ohne jede Entwicklung hingestellt werden kann, obwohl sie Millionen Jahre gedauert hat und in die Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit gegliedert und noch einmal vielfach untergliedert ist. So aber lassen sich LeserInnen vortrefflich t\u00e4uschen und derart vereinfacht erscheinen Jahreszahlen tats\u00e4chlich nur als &#8222;Details&#8220;, als unwichtiges Beiwerk.<br \/>\nDie Kategorie &#8222;Wechsel von Gleichheit zu Patriarchat&#8220; ist bemerkenswert, weil hier eigentlich das geballte Wissen der Patriarchatsforschung seinen Platz haben m\u00fcsste. Wir finden hier aber nur vier Links, von denen einer nicht einmal nutzbar ist. Zwei befassen sich mit Aristoteles\u2018 einschl\u00e4gigen Werken und ein Artikel vergleicht die Lebensweise von <em>Homo Erectus<\/em> mit der des Pavians. Das muss nicht weiter kommentiert werden.<br \/>\nEin Link von 2012 (von zweien neben einem falsch zitierten Buchartikel) unter der Kategorie &#8222;Altsteinzeit und Altertum&#8220; liefert einen Kommentar zur Interpretation altsteinzeitlicher Urmutterfigurinen als Pornografie. Interessant ist, dass dieser sehr kritische Kommentar nicht in der zugeh\u00f6rigen Kategorie einsortiert ist, n\u00e4mlich \u201eH\u00f6hlenmalerei und erotische Kunst\u201c, wobei der Name dieser Kategorie genaugenommen ebenfalls irref\u00fchrend ist. Diese Kategorie ist ein chaotischer Ritt durch alle Zeiten, der aber mit der Altsteinzeit beginnt und mit ihr wieder endet, tats\u00e4chlich ein deutliches Vorzeichen auf den Text, in dem die Autorin beinahe die gesamte Kunst der Menschheit, die nackte Frauen abbildet, als Pornografie ansieht und es daher unerheblich ist, wann sie geschaffen wurde (alles nur Details!) und insbesondere in welchem Kontext.<\/p>\n<h2 id=\"altsteinzeitliche-kunst-als-pornografie\">Altsteinzeitliche Kunst als Pornografie<\/h2>\n<p>Ich k\u00f6nnte noch mehr bald Erm\u00fcdendes \u00fcber das Literaturverzeichnis sagen, nutze aber lieber die Interpretation altsteinzeitlicher Kunst als Pornografie zum Einstieg in die Kritik des Buches, ist sie doch zentral f\u00fcr das Weltbild der Dr. Meike Stoverock. Die Autorin braucht sie zwingend f\u00fcr ihre These, dass die M\u00e4nner von Natur aus in Alpha- und Beta-M\u00e4nner einzuteilen seien, wobei die Beta-M\u00e4nner unter Triebstau litten, der dadurch entstanden sei, dass sie &#8211; als von den Frauen stets Verschm\u00e4hte &#8211; niemals Sex hatten.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Schon in der Altsteinzeit h\u00e4tten diese Incels<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Wege gesucht, ihren Triebstau abzubauen. Sie h\u00e4tten sich daher ein Sexp\u00fcppchen geformt, das sie liebhatten und \u00fcberallhin mitnehmen konnten.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Obwohl die Figuren also Symbole f\u00fcr Fruchtbarkeit und Geburt darstellen sollen, verzichtet man auf alles, was Fortpflanzung, Mutterschaft oder Versorgung anzeigt? Die Theorie von der \u00dcbermutter oder auch G\u00f6ttin erscheint mir wegen dieser Widerspr\u00fcche einfach nicht plausibel.&#8220;<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref1\">[4]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Aber frau muss sich schon mit dem breiten Thema besch\u00e4ftigen und auch mal so kluge Frauen wie die Arch\u00e4ologin Marija Gimbutas<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> zu Rate ziehen, um das zu verstehen, denn in der Schule erfahren wir dar\u00fcber nichts und auch nicht im Biologiestudium. Es ist leider so, dass das Patriarchat als Habitat nicht die Voraussetzungen schafft, matrifokales Leben und seine Kunst auf Anhieb plausibel zu finden. Anderenfalls k\u00f6nnten wir uns alle feministische Literatur und die Patriarchatsforschung sparen. Die Incel-Hypothese erinnert dann auch an die Verlautbarungen der Personen um Prof. Conard, dessen Mitarbeiterin Maria Malina die mittlerweile zum Weltkulturerbe geh\u00f6rende sog. Venus vom Hohle Fels (35.000 bis 40.000 Jahre alt) entdeckt hatte. <a href=\"https:\/\/www.gabriele-uhlmann.de\/venus-vom-hohle-fels.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Presse schlachtete das regelrecht aus<\/a> und zog die Fundsache weiter ins L\u00e4cherliche. Die Theorie ist also nicht neu und war schon damals nicht \u00fcberzeugend: Da das &#8222;Sexp\u00fcppchen&#8220; die erste Kunst der Menschheit \u00fcberhaupt ist, m\u00fcsste sie also mit einem Incel begonnen haben, der die Figur formte, in einer versteckten H\u00f6hle ablegte und so vor den eifers\u00fcchtigen Blicken der anderen Incels, die zum P\u00fcppchenbasteln noch nicht f\u00e4hig waren, verbarg. Demzufolge m\u00fcssten Menschen ohne Triebstau auch noch viel l\u00e4nger nicht zur Abbildung einer Frau in der Lage gewesen sein, aber wann sie es dann doch waren, erfahren wir nicht. Die Theorie wirft weitere Fragen auf: Was haben die Incels nur all die Millionen Jahre zuvor getan, als das &#8222;Sexp\u00fcppchen&#8220; noch nicht erfunden war? Wie erkl\u00e4rt sich die Autorin den Kontext des Fundes? Und warum hat die Autorin nicht auch den angeblichen Steinphallus, den Conard ebenfalls in der H\u00f6hle entdeckt haben will, ber\u00fccksichtigt? Die Abbildung von Penissen verlegt sie n\u00e4mlich erstaunlicherweise in die R\u00f6merzeit:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Nachdem die M\u00e4nner viele Jahrtausende lang H\u00f6hlen mit Abbildungen der Vulva bemalt haben, bricht nun das Zeitalter des Penis an, in dem sich Darstellungen pr\u00e4chtiger Erektionen auf zahlreichen Gegenst\u00e4nden des t\u00e4glichen Lebens finden.&#8220;<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>War Conards &#8222;Steinpenis&#8220; dann nicht ein Dildo, den sich einsame Frauen bastelten? Aber nein, Frauen waren ja stets bemannt und kannten keinen Triebstau; es h\u00e4tte die Beweisf\u00fchrung nur gest\u00f6rt. Tats\u00e4chlich ist auch diese Deutung dieses Objektes mehr als fragw\u00fcrdig, wie <a href=\"http:\/\/gerhardbott.de\/zu-den-palaeolithischen-homines-sapientes\/wo-ist-der-phallus-des-urvaters-.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gerhard Bott<\/a> es seinerzeit aufgeschrieben hat.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><br \/>\nWir werden noch sehen, dass Stoverocks Mitgef\u00fchl vor allem mit sexuell unterversorgten M\u00e4nnern, aber auch die Angst vor diesem Personenkreis das gesamte Buch durchzieht. Wir sollen der Autorin aber zu Gute halten, dass sie ihre Charakterisierungen stets nach der Gau\u00dfschen Glockenkurve vornehme, es also nicht nur schwarz und wei\u00df gibt, sondern die gro\u00dfe Masse aus den Zwischent\u00f6nen besteht.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<h2 id=\"die-sesshaftigkeit-und-die-female-choice\">Die Sesshaftigkeit und die Female Choice<\/h2>\n<p>Die Female Choice sei &#8222;ein unglaublich zeitraubendes Prinzip&#8220;, so sagt sie, weil M\u00e4nner fast alle Energie in das Finden und \u00dcberzeugen von Partnerinnen stecken m\u00fcssten. Diese Zeit h\u00e4tten sie sp\u00e4ter nicht mehr gehabt, weil ihre Kapazit\u00e4ten in der Landwirtschaft gebunden gewesen seien.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Vereinfacht gesagt, muss ein Mann besseren Zugang zu Sex (und damit Fortpflanzung) haben, damit er sich \u00fcberhaupt dem Fortschritt zuwenden kann. Das Prinzip der Female Choice einzuschr\u00e4nken, war daher einer der f\u00fcr die Anf\u00e4nge der Zivilisation wichtigste Schritt, den M\u00e4nner am \u00dcbergang zur Sesshaftigkeit unternahmen. Die Landwirtschaft und mit ihr die M\u00f6glichkeit, Besitz anzuh\u00e4ufen, gab ihnen ein Mittel, die Ressource Sex fast vollst\u00e4ndig zu kontrollieren.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Was war demzufolge also zuerst da? Der Fortschritt (= Landwirtschaft), der den Zugang zu Sex erleichterte, oder der leichte Zugang zu Sex, der den Fortschritt \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glichte? Damit l\u00e4sst sie uns das gesamte Buch \u00fcber allein. Aber auf diese Weise setzt Stoverock den Beginn des Patriarchats mit dem \u00dcbergang zur Sesshaftigkeit gleich! Ihre These klingt auf den ersten Blick vielleicht sogar plausibel &#8211; der Verlag hat es jedenfalls nicht bemerkt &#8211; aber sie l\u00e4sst entscheidende Faktoren au\u00dfer Acht: Es ist alter Konsens, dass es die Frauen waren, die als Expertinnen f\u00fcr Pflanzen die Landwirtschaft mit Hackbau, anfangs als Gartenbau, und damit die Sesshaftigkeit erfunden haben. Demnach begannen die M\u00e4nner erst mit der viel sp\u00e4teren Erfindung des Pfluges, auf Feldern zu arbeiten. Dies deckt sich beispielsweise mit den Abbildungen aus \u00c7atal H\u00f6y\u00fck, wo M\u00e4nner stets jagend oder &#8211; viel seltener &#8211; mit Haustier abgebildet sind, w\u00e4hrend das Getreide durch in Vorratsbeh\u00e4ltern abgelegte Frauenstatuetten in weiblichem Kontext steht. Die bekannteste dieser Schutzmutter-Figuren ist die <a href=\"https:\/\/www.gabriele-uhlmann.de\/catal_hoeyuek_3.htm#gg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urmutter auf dem &#8222;Leopardenthron&#8220;<\/a> (Bild unten), eine zwischen zwei Gro\u00dfkatzen sitzende, den K\u00f6rperformen nach deutlich \u00e4ltere, nackte geb\u00e4rende Frau. Aber das sind ja nach Stoverock alles nur &#8222;Sexp\u00fcppchen&#8220;.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4727 size-full\" title=\"Urmutter auf dem 'Leopardenthron' bzw. Geb\u00e4rstuhl\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/stea1.gif?resize=241%2C298&#038;ssl=1\" alt=\"Urmutter auf dem 'Leopardenthron' bzw. Geb\u00e4rstuhl\" width=\"241\" height=\"298\" \/><\/p>\n<p>Insbesondere bleibt Stoverock eine Erkl\u00e4rung schuldig, wie es den ersten Patriarchen gelungen sei, alleine &#8211; denn M\u00e4nner (demnach auch Br\u00fcder) standen ihrer These nach immer in aggressiver, sexueller Konkurrenz<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> &#8211; gro\u00dfe H\u00e4user und bald ganze Siedlungen bauten, um ihrer Meinung nach dort die ersten Frauen in die Ehe zu zwingen. Sesshaftigkeit und Ackerbau als Fallenstellerei von Einzelt\u00e4tern? In einer Siedlung treffen zudem viele fremde M\u00e4nner aufeinander, was ihrer Logik zufolge unweigerlich auch Krieg bedeutet h\u00e4tte. Hier sichert sie sich ab, indem sie behauptet, dass die M\u00e4nner &#8222;<em>durch Ma\u00dfnahmen der sesshaften Zivilisation zu umg\u00e4nglichen, verl\u00e4sslichen Familiengef\u00e4hrten<\/em>&#8222;<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> geworden seien, und dass die Landwirtschaft den M\u00e4nnern <em>\u201edas Leben erleichtert und mit M\u00f6glichkeiten gef\u00fcllt\u201c<\/em><a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> habe. Und sie kommt zu dem Ergebnis:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Ehe verbessert, mildert ab, lindert die fortschrittsfeindlichen Begleiterscheinungen der m\u00e4nnlichen Sexualit\u00e4t.&#8220;<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Ein erstaunliches Welt- und M\u00e4nnerbild offenbart sich da: Kulturlose, aggressive Wilde, die nur Sex im Kopf haben, aber keine Frau finden, die daher wie aus dem Nichts den Fortschritt, also die Landwirtschaft erfinden und H\u00e4user bauen, um Frauen einzufangen, und dabei ihre M\u00f6glichkeiten entdecken und zivilisierte Gef\u00e4hrten der Frauen w\u00fcrden, aber ohne all das gar nicht f\u00e4hig zur Erfindung der Landwirtschaft w\u00e4ren. Nun, schon jedes Opfer h\u00e4uslicher Gewalt kann hier Einw\u00e4nde haben. Und es ist allgemein bekannt, was f\u00fcr eine Plackerei die Landwirtschaft ist, so sehr, dass sie sogar in der Genesis als Strafe genannt wird. Die Autorin erliegt vor allem einem Zirkelschluss.<br \/>\nDas Loblied auf die Ehe und den Fortschritt zeugt nicht von Feminismus, sondern von einem fortschrittsgl\u00e4ubigen, konservativen Denken, das der Zeit der Industrialisierung entstammt. Wie sagte doch sogar Albert Einstein: <em>&#8222;Es gibt keine gro\u00dfen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein ungl\u00fcckliches Kind auf Erden gibt.&#8220;<\/em> Tats\u00e4chlich hat m\u00e4nnlich kontrollierter Fortschritt Kinder erst ungl\u00fccklich gemacht. Daher gibt es u. a. Feminismus.<\/p>\n<p>Die Hypothese hat aber noch einen anderen Haken: zielf\u00fchrender w\u00e4re es doch gewesen, gar nicht erst mit dem Ackerbau anzufangen und die Frauen einfach zu <strong>rauben<\/strong>. Das h\u00e4tte viel Arbeit gespart, und es h\u00e4tte keinen Zeitmangel erzeugt, der die Fallenstellerei dieser Logik zufolge doch erst gerechtfertigt hat. Vor allem: diese aggressiven M\u00e4nner w\u00e4ren \u201eechte M\u00e4nner\u201c geblieben, was doch sicher in ihrem Interesse gelegen h\u00e4tte, so wie es auch heute ist. Wir werden aber noch sehen, dass diese einfachere Strategie tats\u00e4chlich Wirklichkeit geworden ist, jedoch einige tausend Jahre sp\u00e4ter &#8211; sind aber nur Details, gell?<\/p>\n<p>Patrilokalit\u00e4t<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> wird nicht dadurch hergestellt, dass wilde Frauen sesshaft werden wollen, um in der Landwirtschaft ihr Gl\u00fcck bei einem einzelnen Mann zu finden. Das ist vollkommen absurd. Eine freie Frau geht nicht durch ihre Female Choice freiwillig in die Knechtschaft. Auch war Landwirtschaft harte Arbeit, und sie beeindruckte nicht Frauen, sondern die M\u00e4nner, die die Frauen bei der Arbeit sahen und von ihren Produkten profitierten. Patrilokalit\u00e4t muss durch Gewalt hergestellt werden, und sie ist selbst die Quelle weiterer Gewalt. Dass diese Gewalt von viehnomadischen Kriegern ausging, und nicht von Ackerbauern, konnten die Arch\u00e4ologie und die Genetik l\u00e4ngst nachweisen. Zahllose Quellen sind dazu zu finden, die \u00fcbrigens <strong>nur<\/strong> die Patriarchatsforschung zusammengetragen hat, um das in der Fachwelt fehlende Gesamtbild mit der Masse neuer Studien zusammenzusetzen. Diese Quellen zeigen vor allem eins: die Gewalt begann mit <a href=\"https:\/\/www.gabriele-uhlmann.de\/frauenraub.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frauenraub<\/a>, und zwar nicht durch ackerbauende Incels, sondern durch M\u00e4nner, die Land erobern wollten und verl\u00e4ssliche Helfer rekrutieren mussten, zu denen sie ihre S\u00f6hne machten. Erst in Monogamie haben M\u00e4nner Triebstau erlebt und wurden aggressiv gegen die Frauen, die sich ihnen aufgrund ihrer Female Choice verweigerten. Die Aggression ist, wie wir noch sehen werden, vor allem Folge der patriarchalen kinder- und frauenfeindlichen Lebensf\u00fchrung. Ehem\u00e4nner sind nicht weniger aggressiv als andere M\u00e4nner, denn die Female Choice endet nicht an der Haust\u00fcr. Das aber sagt Stoverock mit ihrer Hypothese aus, auch wenn sie es selbst besser wei\u00df.<\/p>\n<p>Auf geradezu kindliche Weise stellt Stoverock sich vor, wie die Viehzucht entstanden sei:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Im Laufe der Zeit wird aus dem Verfolgen der Viehherden ein Begleiten und noch etwas sp\u00e4ter aus dem Begleiten ein Z\u00e4hmen. Die Menschen leben jetzt als Pastoralnomaden, was bedeutet, dass sie mit zahmen Viehherden auf der Suche nach nat\u00fcrlichen Weidegr\u00fcnden umherziehen. Doch erst als es gelingt, dass auch Nahrungspflanzen f\u00fcr die Rinder und Ziegen anzubauen, sind die Umst\u00e4nde geschaffen, dauerhaft an einem Ort zu bleiben und sesshaft zu werden. Erste Anzeichen f\u00fcr Ackerbau finden sich zwar ab 10.000 v. Chr., aber bis die Bewirtschaftung der Felder ganzj\u00e4hrig gelingt, um daraus den vollst\u00e4ndigen Nahrungsbedarf der Menschen und ihrer Nutztiere zu decken, dauert es eine ganze Weile.&#8220;<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Sie behauptet hier nun unvermittelt, dass die Viehzucht und nicht der Ackerbau zur Sesshaftwerdung f\u00fchrte, und zwar um die Herden zu ern\u00e4hren, eine totale Umkehr jeder Logik. Sie vermischt dabei das von ihr fragmentierte Wissen der Patriarchatsforschung, nach der das Patriarchat mit der Viehzucht begann, mit der Theorie der sog. Neolithischen Revolution (NR). Sie ignoriert dabei die Chronologie der NR &#8211; sind ja alles &#8222;nur Details&#8220; -, nach der Wildbeuterinnen zun\u00e4chst zum Anbau von Getreide \u00fcbergingen &#8211; und zwar lange bevor M\u00e4nner begannen, Tiere zu z\u00e4hmen. Die Menschen wurden also \u00fcber ihre M\u00fctter sesshaft, und erst nachdem Jagdwild aufgrund eines Klimawandels zur\u00fcckging, wurden auch erste Tiere gehalten. Der bislang \u00e4lteste Getreidespeicher ist ca. 11.300 Jahre alt und wurde in Dhra\u2018 (Jordanien) gefunden<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a>, ein Ort, der im Gebiet des sog. Fruchtbaren Halbmondes liegt. Die Grabung brachte mehrere Geb\u00e4udestrukturen zutage, die auch als Wohngeb\u00e4ude anzusprechen sind. Es gibt dort keine Anzeichen von Viehhaltung oder Viehzucht, weshalb auch davon gesprochen wird, dass eine &#8222;J\u00e4ger-Sammlergesellschaft&#8220; dort sesshaft wurde und nicht Viehz\u00fcchter.<br \/>\nDies deckt sich wiederum mit den Funden aus \u00c7atal H\u00f6y\u00fck, wo nur die Jagd und die Haltung einzelner Tiere aber keine Tierzucht nachgewiesen werden kann, und zwar mit den Methoden der Genetik, die allenfalls die Spuren erster Domestizierung (Einpferchung) findet. Nat\u00fcrlich wurden diese Tiere gef\u00fcttert, aber nicht mit dem kostbaren Getreide, sondern mit Stroh, Speiseresten und dem Gras, das im Flusstal rund um \u00c7atal H\u00f6y\u00fck reichlich vorhanden war und die nat\u00fcrliche Ern\u00e4hrung dieser Tierarten ist.<\/p>\n<p>Die Kultur ist ma\u00dfgeblich das Ergebnis m\u00fctterlicher Arbeit und hat unter Matrifokalit\u00e4t ein vergleichsweise hohes Ma\u00df erreicht. Fast alle wichtigen Erfindungen wurden aus der Matrifokalit\u00e4t heraus von Frauen gemacht. Als M\u00e4nner die Sache gewaltsam \u00fcbernahmen, entwickelte sich der Segen zunehmend zum Fluch, und das mit einer sehr starken Dynamik. Das k\u00f6nnte ein Hinweis f\u00fcr die Richtigkeit obiger Behauptung sein, aber dass die m\u00e4nnliche Technologie durch mehr Sex f\u00fcr Incels entstand, besser werde oder gar erst zum Guten wendet, daran m\u00fcssen wir leider erhebliche Zweifel haben, denn die wesentliche Technologie, mit der das Patriarchat entstand, war die Tierzucht, also die Unterwerfung der Female Choice der Tiere.<\/p>\n<h2 id=\"die-maslowsche-beduerfnispyramide\">Die Maslowsche Bed\u00fcrfnispyramide<\/h2>\n<p>Stoverock glaubt fest an die nat\u00fcrliche Hierarchie unter M\u00e4nnern, die \u201e<em>f\u00fcr fast alle m\u00e4nnlichen S\u00e4ugetiere die nat\u00fcrliche Lebensweise<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> sei. Dabei trifft sie leider keine Aussage, ob die M\u00e4nner einer Hierarchie miteinander verwandt sind oder Fremde. Es erschiene ihnen aber \u201e<em>so selbstverst\u00e4ndlich, Hierarchien zu bilden, dass ihnen andere Lebensweisen auch dann nicht in den Sinn kommen, wenn sie selbst die Schlusslichter der Hierarchie sind.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Die These ist nicht ohne Reiz, wenn wir sie z. B. an Fu\u00dfballclubs und ihren Ultras \u00fcberpr\u00fcfen; wir befinden uns da aber im Patriarchat, das von seinen Hierarchien lebt. An anderer Stelle zitiert sie John Steinbeck: &#8222;<em>Die ausgebeuteten Arbeiter sehen sich nicht als ausgebeutete Arbeiter, sondern als vor\u00fcbergehend in die Klemme geratene Kapitalisten.<\/em>&#8222;<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Steinbeck beschrieb hier die amerikanische Gesellschaft und zeichnete dabei ein Bild, das heute die SPD abgibt, und das ist nicht unsere Natur, sondern das Patriarchat einer satten, demokratischen, neoliberalen Wohlfahrtsgesellschaft, die um der Teilhabe an der Macht willen alles mitspielt, aber keine neuen Impulse mehr setzen kann.<br \/>\nAngst macht ihr insbesondere die Gruppe der aggressiven, organisierten Incels.<br \/>\nStoverock untermauert ihre Behauptung mit der sog. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maslowsche_Bed%C3%BCrfnishierarchie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maslowschen Bed\u00fcrfnispyramide<\/a><a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>, ein psychologisches Denkmodell, das in letzter Zeit in den Sozialen Medien regelrecht Karriere gemacht hat und das sie deshalb als allgemein bekannt voraussetzen kann.<\/p>\n<p><a title=\"PNG by Philipp Guttmann, SVG by J\u00fcppsche, Public domain, via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Einfache_Bed%C3%BCrfnishierarchie_nach_Maslow.svg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Einfache Bed\u00fcrfnishierarchie nach Maslow\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/98\/Einfache_Bed%C3%BCrfnishierarchie_nach_Maslow.svg\/512px-Einfache_Bed%C3%BCrfnishierarchie_nach_Maslow.svg.png\" alt=\"Einfache Bed\u00fcrfnishierarchie nach Maslow\" width=\"512\" height=\"443\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Denkmodell stammt jedoch aus den Neunzehnhundertvierziger Jahren und wurde vom Autor und seinen Nachfolgern auch weiterentwickelt. <strong>Es gilt in der Soziologie aber zurecht als veraltet.<\/strong> Das Wiederaufleben dieser Theorie gerade in diesen Zeiten ist daher bemerkenswert und Stoverock tut so, als handele es sich um einen soziologischen Standard.<br \/>\nIch beschreibe kurz, worum es geht: Die Pyramide geht von hierarchischen Bed\u00fcrfnissen in 5 Stufen aus. Die unterste Stufe 1 enth\u00e4lt die physiologischen Bed\u00fcrfnisse wie Hunger, Durst, Schlaf und Sexualit\u00e4t. Stufe 2 enth\u00e4lt die Sicherheitsbed\u00fcrfnisse mit Geborgenheit und Schutz, Stufe 3 steht f\u00fcr die sozialen Bed\u00fcrfnisse wie Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl und Freundschaft, Stufe 4 meint die Wertsch\u00e4tzung mit dem Bed\u00fcrfnis nach Anerkennung und Status und Stufe 5 ganz oben steht f\u00fcr die Selbstverwirklichung mit der Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit.<br \/>\nDie Form der Pyramide wurde allerdings nicht von Maslow selbst gew\u00e4hlt, sondern geht auf eine Falschinterpretation seiner Nachfolger zur\u00fcck, und u. a. darin liegt die Schw\u00e4che des Modells. Stoverocks einzige Kritik ist:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Das Problem ist, dass das Bed\u00fcrfnismodell von einer gewissen Gleichheit der Menschen ausgeht. Doch die Bed\u00fcrfnisse der Menschen und besonders diejenigen von M\u00e4nnern und Frauen stehen nicht an gleicher Stelle in der Pyramide.&#8220;<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, die Menschen sind verschieden, aber da w\u00e4re noch mehr: Die Pyramide bildet die Bed\u00fcrfnisse des von seinen Urbed\u00fcrfnissen abgeschnittenen Menschen im Patriarchat ab und nicht die Lebenswirklichkeit der Urmenschen. Sie unterscheidet nicht zwischen nat\u00fcrlicher und kultureller Evolution, die genaugenommen auch keine Stufen kennt, sondern nur Zeit und Raum. Wenn wir das Wesen der Female Choice und ihre Wirkung erfassen wollen, m\u00fcssen wir in der Zeit sehr weit hinter die Landwirtschaft zur\u00fcckgehen und da ist immer weniger Kultur.<\/p>\n<p>Anerkennung und Status (Stufe 4) geh\u00f6ren dann nicht zu den menschlichen Urbed\u00fcrfnissen, sie sind eine sp\u00e4ter kulturell erworbene Gr\u00f6\u00dfe, und zwar des Patriarchats, und haben unter der \u00fcber 3 Millionen Jahre alten Matrifokalit\u00e4t keine bewusste Bedeutung. Denn im Sozialverband der m\u00fctterlichen Sippe erhalten alle Kinder die gleiche Anerkennung und wachsen derart gest\u00e4rkt mit ihren spezifischen Talenten in die Sippe hinein. Nicht durch Rangk\u00e4mpfe, sondern aufgrund von besonderen F\u00e4higkeiten erlangen sie auch besondere Autorit\u00e4t auf ihren Spezialgebieten. Autorit\u00e4t ist aber kein explizites Lebensziel, kein Bed\u00fcrfnis, sondern hat Gruppenfunktion, und sie entsteht im Gegensatz zur Hierarchie im Miteinander, nicht im Gegeneinander, und wird daher nicht mit Gewalt hergestellt und erhalten.<br \/>\nWer Verantwortung tr\u00e4gt, hat auch mehr Arbeit und bekanntlich sind Menschen &#8222;faul&#8220;. Wer talentiert ist, empfindet die entsprechende Arbeit jedoch nicht als belastend oder als Privileg, sondern als Befriedigung des Bed\u00fcrfnisses nach Selbstentfaltung. Das ist aber auch nicht so egoistisch wie es aussieht, sondern es dient wiederum der Gruppe. Die Gruppe wird jemanden zur\u00fcckpfeifen, der daraus irgendwelche besonderen Vorteile ableiten w\u00fcrde oder der Gruppe schaden w\u00fcrde. Das angeborene Gef\u00fchl des Neides, eng verwandt mit dem Gerechtigkeitsgef\u00fchl, dient dieser Kontrolle und dem Schutz der Egalit\u00e4t, deren Wesen die Abwesenheit von Hierarchie ist. Neid ist das Gef\u00fchl der Hilflosigkeit, Gerechtigkeit herzustellen und Hierarchien aufzul\u00f6sen, und ist daher im Patriarchat ge\u00e4chtet und doch an der Tagesordnung. Neid ist aber auch ein Antrieb des Patriarchats, der Motor des Wettbewerbes und wird daher gesch\u00fcrt. M\u00e4nner, die dagegen wie selbstverst\u00e4ndlich Hierarchien anzuerkennen scheinen, sehen f\u00fcr sich keine Vorteile, da oben zu stehen, sondern Vorteile, am Erfolg teilhaben zu k\u00f6nnen. Sie wissen, dass man da unten weniger Verantwortung tragen muss und im Grunde mehr Spa\u00df hat, weil da einfach mehr nette Leute sind. M\u00e4nner k\u00f6nnen sich zudem damit begn\u00fcgen, ihr vom Patriarchat geschaffenes Machtbed\u00fcrfnis an den ihnen nahestehenden Frauen und Kindern auszuleben. Im Grunde sind sie Rosinenpicker, sie genie\u00dfen die Vorteile von Patriarchat UND k\u00f6nnen ihre angeborenen Urbed\u00fcrfnisse weitgehend ausleben.<br \/>\nDie Stufe 4 der Bed\u00fcrfnispyramide (Anerkennung und Status) ist Ergebnis der typisch patriarchalen Bed\u00fcrfnisschaffung, mit der die Hierarchie sich selbst legitimiert. Sie verschmilzt daher meist mit Stufe 5, denn im hohen Status f\u00fchlen sich Patriarchen selbstverwirklicht.<\/p>\n<p>Die Bed\u00fcrfnispyramide als Ganzes ist an einem erwachsenen Einzelk\u00e4mpfer orientiert, der sich aggressiv durchs Leben schlagen muss und dem nichts geschenkt wird:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Aggressivit\u00e4t, mit der Menschen um die Erf\u00fcllung eines Bed\u00fcrfnisses k\u00e4mpfen, h\u00e4ngt von seiner Position in der Pyramide ab und damit seiner Notwendigkeit ab.&#8220;<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Das suggeriert also: Ein Mensch (oder gleich &#8222;Mann&#8220;?), der Hunger und keinen Sex hat, wird ums Essen heftig k\u00e4mpfen &#8211; sonst stirbt er &#8211; und eine Frau vergewaltigen &#8211; sonst stirbt er aus (Stufe 1). Da er sich nicht sicher und geborgen f\u00fchlt (Stufe 2), muss er k\u00e4mpfen. Weil er einsam ist, muss er um Freunde k\u00e4mpfen (Stufe 3), aber bitte nicht zu heftig. Weil er keine Anerkennung hat (Stufe 4), kann er zwar irgendwie leben, aber er wird dennoch darum k\u00e4mpfen, aber nicht mehr so heftig. Und es m\u00fcsste schon viel passieren, dass er sich aufrafft, um um die Entfaltung seiner Pers\u00f6nlichkeit zu k\u00e4mpfen (Stufe 5).<br \/>\nDamit w\u00e4re es erstaunlich, dass ein solch aggressiver Loser \u00fcberhaupt eine Frau und Freunde gefunden hat und dann auch noch zu Kultur f\u00e4hig wurde. Und weil Stoverock das offenbar auch findet, meint sie, mit Sex m\u00fcsste frau den M\u00e4nnern auch noch Beine machen. Das ist so haneb\u00fcchen wie falsch.<\/p>\n<p>Stoverocks Theorie baut auf t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen, auf Hypothesen, die nicht in den tats\u00e4chlichen Funden und Befunden gespiegelt sind. Sie baut vor allem auf einem grunds\u00e4tzlichen Unverst\u00e4ndnis der Matrifokalit\u00e4t, die bei <em>Homo Sapiens<\/em> durch die Female Choice in einem wechselseitigen Prozess hergestellt und bewahrt wird. Die Bed\u00fcrfnispyramide f\u00e4llt n\u00e4mlich unter egalit\u00e4ren Bedingungen in sich zusammen.<br \/>\nSo ist der Autorin leider nicht aufgefallen, dass die Reihenfolge der Stufen falsch ist und den Menschen nicht zuerst als <strong>soziales Wesen<\/strong> darstellt. Wir erinnern uns, Stufe 2 enth\u00e4lt die Sicherheitsbed\u00fcrfnisse mit Geborgenheit und Schutz, Stufe 3 erst steht f\u00fcr die sozialen Bed\u00fcrfnisse wie Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl und Freundschaft. Aber es ist anders. Der Mensch &#8211; und schon gar nicht der Mann &#8211; entsteht nicht durch Selbsterzeugung, auch wenn die Genesis das behauptet. Das Kind wird geboren und die Mutter und ihre Angeh\u00f6rigen sind schon da. Ohne diese Voraussetzung w\u00fcrde ein Kind von Tieren gefressen (Stufe 2), noch bevor es irgendetwas zu sich genommen h\u00e4tte (Stufe1). Dass ein Kind anerkannt wird (Stufe 4), \u00e4u\u00dfert sich darin, dass es Geborgenheit und Schutz erf\u00e4hrt (Stufe 2), und zwar durch seine Angeh\u00f6rigen (Stufe 3) und schlie\u00dflich, dass es von ihnen etwas zu essen bekommt (Stufe 1)! Stufe 2, 3 und 4 sind untrennbar und geh\u00f6ren an die Basis. Es ist das Wesen des menschlichen Sozialverbandes, dass die Basis nicht das Essen, sondern die Geburt des Menschenkindes in die Gemeinschaft ist, wo es lebenslang aufgehoben ist. W\u00e4re es nicht von den Angeh\u00f6rigen anerkannt und besch\u00fctzt, dann st\u00fcrbe es, daher ist das Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl der st\u00e4rkste Trieb und nicht die Sexualit\u00e4t. Das Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl ist den Menschen in die Wiege gelegt und wirkt von Beginn an, w\u00e4hrend die Sexualit\u00e4t viel sp\u00e4ter erst Bedeutung bekommt, so wie sie auch erst sp\u00e4t in der Evolution aufgetaucht ist. Ohne die Gemeinschaft w\u00fcrde auch eine erwachsene Person nicht lange \u00fcberleben. Alles, was die Zugeh\u00f6rigkeit infrage stellt, macht Menschen existentielle Angst, nicht aber ein Mangel an Sexualit\u00e4t. Erst in der Isolierung der Menschen im Patriarchat wird Anerkennung zu einem Wert, und dabei sogleich zu einem Fetisch, der sogar noch \u00fcber dem Bed\u00fcrfnis nach Zugeh\u00f6rigkeit stehen kann. Die Sexualit\u00e4t ist erst im Patriarchat an die nackte Existenz, an das Aufgehoben sein in eine Familie und damit auch wirtschaftliches Auskommen gekoppelt, und das macht sie dann so wichtig.<\/p>\n<p>Die Bed\u00fcrfnispyramide braucht Stoverock f\u00fcr ihre Behauptung, dass M\u00e4nner freien Zugang zu Sex brauchen, um den Fortschritt \u00fcberhaupt vorantreiben zu k\u00f6nnen<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> und sie liebt den Fortschritt und die Segnungen des Patriarchats. Die Female Choice, so glaubt sie, mache es M\u00e4nnern schwer, ihr Sex-Bed\u00fcrfnis zu leben. Und deshalb hat sie Angst vor sich selbst als Frau, Feministin und Evolutionsbiologin:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ich pl\u00e4diere folglich nicht f\u00fcr eine R\u00fcckkehr zum <em>Female-Choice<\/em>-Prinzip in seiner Reinform. Denn Fortschritt, friedliches Zusammenleben und hohe Sexualkonkurrenz schlie\u00dfen sich ab einem gewissen Grad aus. Die Unterdr\u00fcckung der weiblichen Sexualit\u00e4t hat unsere Zivilisation erst entstehen lassen. Es besteht deshalb die Gefahr, dass uns alle zivilisatorischen Errungenschaften um die Ohren fliegen, wenn wir die Unterdr\u00fcckung ohne zus\u00e4tzliche Sicherheitsnetze aufheben.&#8220;<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist erstaunlich: da wird es der Menschheit gerade erst bewusst, wohin uns &#8222;die Zivilisation&#8220; gebracht hat, n\u00e4mlich an den Rand des Abgrundes, da feiert Frau Dr. Stoverock das Patriarchat und seine Errungenschaften, weil sie glaubt, dass es ohne Patriarchat mehr Krieg und Gewalt g\u00e4be, wir dazu in gro\u00dfer Kulturlosigkeit unser Leben fristen m\u00fcssten, ja die Abschaffung des Patriarchats uns in den Abgrund triebe. Das ist schon ein krasser Fall des Kollektiven Stockholm-Syndroms (nach Stephanie Gogolin), das Menschen dazu bringt, mit dem System zu kooperieren!<\/p>\n<p>W\u00fcrde die Behauptung stimmen, w\u00e4re die Kultur quasi ein Nebenprodukt der Fortpflanzung, das Baby des geb\u00e4renden Mannes. Das l\u00e4sst eine Patriarchatsforscherin, die sich mit dem m\u00e4nnlichen Geb\u00e4rneid auskennt, aufmerken, z.B. mich. M\u00e4nner werden einen solchen Zusammenhang sicher \u00fcberraschend finden. Und auch ganz normale Frauen wissen: So mancher Heimwerker hat \u00fcber seiner T\u00fcftelei seine Frau v\u00f6llig vergessen, die Anerkennung im Bastelclub war ihm wichtiger.<br \/>\nWas treibt Stoverock an? Nur die Verkaufszahlen ihres Buches? Oder will sie den M\u00e4nnern Sex liefern, damit sie Erfindungen machen? Dann w\u00fcrde sie sich einreihen in die Phalanx der Antreiber, Sklavenhalter und Kapitalisten, den Bef\u00fcrwortern der Leistungsgesellschaft, den Neoliberalen.<\/p>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich richtig, dass Menschen im Patriarchat weniger um Anerkennung k\u00e4mpfen w\u00fcrden als um Nahrung, wenn von Letzterer nicht genug vorhanden w\u00e4re. Die Methode &#8222;Brot und Spiele&#8220; &#8211; also &#8222;Nahrung&#8220; und &#8222;Gemeinschaftsgef\u00fchl&#8220; &#8211; zur Herstellung von Ruhe im Staat und der Sicherung der Macht w\u00fcrde aber nicht funktionieren, w\u00e4ren satte und lustige Menschen automatisch auch mehr an Wertsch\u00e4tzung, also Status und Anerkennung interessiert. Zwar identifizieren sich beispielsweise Fu\u00dfballfans mit ihrer siegreichen Mannschaft, halten aber auch zu ihr, wenn sie verliert. Sie w\u00fcnschen sich, dass sie gewinnt und f\u00fchlen sich als Gewinner, aber es steht nicht der pers\u00f6nliche Status im Vordergrund, sondern das Gruppenerlebnis.<\/p>\n<p>Weil wir davon ausgehen k\u00f6nnen, dass Menschen in vorpatriarchaler Zeit mit sich selbst eins waren, nicht unterdr\u00fcckt wurden und schon kleine Kinder eine maximale Bed\u00fcrfnisbefriedigung erleben durften, illustriert diese Pyramide vor allem die Bed\u00fcrftigkeit der Menschen im Patriarchat, und in der Tat, vor allem des patriarchalen Mannes. Es ist ja schon ein Grundbed\u00fcrfnis des Patriarchen, alles in Hierarchien zu ordnen, im Grunde die Stufe 0 der Pyramide, der geistige Boden, auf dem sie w\u00e4chst. Es ist das K\u00f6rperlose oder sagen wir, die g\u00f6ttliche Ordnung, die die Basis der patriarchalen Ideologie ist. In der g\u00f6ttlichen Hierarchie der K\u00f6nige steht Gott an oberster Stelle, weil sich dort der K\u00f6nig befindet, der sich mit Gott gleichsetzt, sozusagen seine &#8222;Selbstverwirklichung&#8220;. Damit ist verschleiert, dass auch die Menschen ganz unten fest auf dem geistigen Boden des Patriarchats stehen und es nicht nur unfreiwillig st\u00fctzen, sondern selbst T\u00e4ter sind. \u201eMutter Erde\u201c als urspr\u00fcngliche Einheit von K\u00f6rper und Geist ist gewaltsam besetzt.<br \/>\nDie Patriarchen dieser Welt beweisen: da ganz oben wird die Gier und Aggressivit\u00e4t immer gr\u00f6\u00dfer, ja sogar Atombomben kommen zum Einsatz. Die da unten reagieren ihren Frust mit der Faust oder ihrem Geschlechtsteil an anderen ab, ohne dass sie damit etwas Substantielles erreichen w\u00fcrden.<\/p>\n<h2 id=\"gewalt-und-sex\">Gewalt und Sex<\/h2>\n<p>Die Hierarchie ist nicht egalit\u00e4r wie es die urmenschlichen Bed\u00fcrfnisse aber sind. Sie widerspricht dem angeborenen Gerechtigkeitsempfinden. Stoverocks Liebe zur Hierarchie gipfelt in der biologistischen Erkl\u00e4rung f\u00fcr Vergewaltigung, die beinahe einer Entschuldigung gleich kommt. Gewalt sei eine L\u00f6sung<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a>, wenn M\u00e4nner die ihnen zustehende Anerkennung und damit Sex nicht bekommen. Da ist die Natur offenbar selbst Schuld, wenn Frauen Gewalt angetan wird!<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Das Geschlecht, dessen Reproduktionsstrategie R\u00fccksichtslosigkeit und Aggressivit\u00e4t beinhaltet, steht in der Natur einem Fortpflanzungssystem gegen\u00fcber, in dem sein Paarungstrieb kaum befriedigt wird. Man muss kein Genie sein, um vorauszusehen, dass das fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu Problemen f\u00fchrt.&#8220;<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Ihre Aussage untermauert sie mit ethnologischen Untersuchungen an den &#8222;Buschleuten&#8220; der Kalahari, die diese Probleme gemeistert zu haben scheinen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Bei den San ist die Gruppe ein wichtiges Regulativ. Gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen oder Misshandlungen von Schw\u00e4cheren werden in der Regel durch die Gruppe unterbunden. Daran \u00e4ndert sich erst nach der Erfindung der Landwirtschaft etwas.&#8220;<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Das alles ruft nicht nur meine Emp\u00f6rung hervor, es ist auch falsch. Gewalt ist im menschlichen Sozialverhalten nicht als angeborenes sexuelles Verhalten verankert, sie widerspricht der freien Female Choice, die einen so hohen Stellenwert in der Evolution hat, ja ihr Grundprinzip ist, dass es &#8222;verlorene Liebesm\u00fch&#8220; w\u00e4re, dagegen anzuk\u00e4mpfen. Daher ist Gewalt auch allgemein unerw\u00fcnscht, und <em>nicht eine<\/em> Frau wird durch Vergewaltigung von den &#8222;F\u00e4higkeiten&#8220; eines Mannes \u00fcberzeugt!<br \/>\n<strong>Eine matrifokale Sippe unterbindet nicht st\u00e4ndig aktiv Gewalt, sondern liefert erst gar keinen N\u00e4hrboden f\u00fcr Gewalt, weil sexuelle Frustration nicht regelhaft ist, wie Stoverock das postuliert.<\/strong> Im Gegenteil, erst die erzwungene Monogamie der Frau entzieht sie dem Pool potentieller Sex-Partnerinnen. Mehr freie Frauen bedeutet insbesondere f\u00fcr &#8222;Beta-M\u00e4nner&#8220; mehr Gelegenheiten. Bei den San ist die Matrifokalit\u00e4t schon durch den Einfluss von Missionaren (mit den vielsagenden Titeln &#8222;Pastor&#8220;, &#8222;Hirte&#8220;) aufgeweicht, so dass die Vaterschaft und damit die Partnerschaft zwischen Mann und Frau Bedeutung bekommen hat. Es leben also auch fremde M\u00e4nner mit in der Gruppe, die jetzt regelm\u00e4\u00dfig einschreiten muss, wenn sie aneinandergeraten. Das wei\u00df und bemerkt Stoverock nicht, denn sie schreibt ja ausdr\u00fccklich, dass das Patriarchat erst mit der Erfindung der Landwirtschaft aufk\u00e4me. Aber sie liefert sich die Begr\u00fcndung daf\u00fcr, dass M\u00e4nnern geholfen werden m\u00fcsse, damit es keine Gewalt gibt.<\/p>\n<p>Ihre ganze Sorge gilt nicht den Frauen, deren Sexualit\u00e4t im Patriarchat fast auf den Nullpunkt gedr\u00fcckt wird, sondern den M\u00e4nnern, die keine Frau finden, und zwar nicht nur im Patriarchat des Hier und Jetzt, sondern angeblich auch schon in der Urzeit:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Man mag sich fragen, wer sich diesen dysfunktionalen Mist ausgedacht hat, und wie er sich so sehr ausbreiten konnte. Der Grund daf\u00fcr liegt darin, dass kein anderer Mechanismus der Evolution so antriebt wie das strenge Aussiebungsverfahren der Weibchen. Der Kampf um ihre kostbaren Eizellen erzeugt einen so hohen Selektionsdruck auf die M\u00e4nnchen, dass er letztlich die Gene hervorbringt, die eine Population widerstandf\u00e4hig und flexibel machen. Und das so effizient, dass es im Lauf der Jahrmillionen keinen Grund gab, etwas daran zu \u00e4ndern, auch wenn ein Gro\u00dfteil der M\u00e4nnchen frustriert und kinderlos stirbt. <em>Female Choice<\/em> und speziell der Sexuelle Konflikt m\u00f6gen klingen wie die Idee eines verr\u00fcckten Erfinders, sind aber das stabilste und am weitesten verbreitete Fortpflanzungsmodell \u00fcberhaupt.&#8220;<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>An dieser Stelle w\u00e4re ein kleiner Hinweis, dass die Evolution absichtslos ist, schon sinnvoll gewesen. Die Vermenschlichung der Evolution grenzte tats\u00e4chlich fast schon an eine Verschw\u00f6rungstheorie, w\u00e4re die Autorin nicht einfach von einem naiven, aber fehlgeleiteten Gerechtigkeitsgef\u00fchl getrieben.<br \/>\nF\u00fcr die evolution\u00e4ren Vorg\u00e4nge spielt es keine Rolle, ob sich ein bestimmtes M\u00e4nnchen fortpflanzt, sie gehen trotzdem weiter. Woher will Stoverock auch wissen, dass alle M\u00e4nnchen traurig sind, wenn sie kinderlos sterben? Derartige Gef\u00fchle k\u00f6nnen nur entstehen, wenn im ersten Schritt V\u00e4ter wissen k\u00f6nnen, dass sie Vater werden k\u00f6nnen und sich im zweiten Schritt sicher sein k\u00f6nnen, dass sie Vater geworden sind oder nicht. Sie m\u00fcssen im dritten Schritt ein Gef\u00fchl f\u00fcr ihre Lebensspanne haben, um ermessen zu k\u00f6nnen, dass sie keine Kinder mehr haben werden. Im vierten Schritt m\u00fcssen sie an ihre Vaterschaft einen Wert kn\u00fcpfen.<br \/>\nSicher ist doch nur, dass M\u00e4nnchen hartn\u00e4ckig sind und es so lange probieren, sich fortzupflanzen, bis sie sterben. Diese &#8222;Hoffnung&#8220; geben sie nie auf, ohne dass es sich wie Hoffnung anf\u00fchlen muss. Auch ob sexuelle Frustration sozusagen zum Alltag von M\u00e4nnchen geh\u00f6rt, darf bezweifelt werden, auch wenn es sicher h\u00e4ufig vorkommt, dass sie warten m\u00fcssen, bis sie dran sind. Offenbar hat es sie Millionen von Jahren eben NICHT gest\u00f6rt! Eine starke Frustration k\u00f6nnte zu Aggression gegen die Weibchen f\u00fchren, ja. Aber dennoch sind m\u00e4nnliche Tiere nur selten aggressiv gegen Weibchen. Dass m\u00e4nnliche Tiere weibliche hassen, ist sowieso v\u00f6llig undenkbar. Wir m\u00fcssen sogar davon ausgehen, dass es der Mensch selbst ist, der solche Beobachtungen erst erm\u00f6glicht: durch die Zerst\u00f6rung und Eingrenzung der nat\u00fcrlichen Habitate, durch Ermordung der erfahrenen Tiere einer Gruppe und letztlich durch Projektion.<\/p>\n<p>Wie jedes Gef\u00fchl ist auch das Gef\u00fchl der Frustration evolution\u00e4r \u00fcber Hormone gesteuert, so dass es denkbar ist, dass \u201eBeta-M\u00e4nnchen\u201c sozusagen hormonell gedimmt werden. Bei vielen Arten tun sich Jungm\u00e4nnchen zusammen, ohne aggressiv gegen Weibchen vorzugehen. Das muss noch genauer erforscht werden. Und ist es nicht das Patriarchat selbst, das \u201eBeta-M\u00e4nner\u201c kleiner redet als sie sind? Wird das weibliche Interesse an ihnen nicht auch gebremst, weil Incels sich selbst unattraktiv machen, durch ihr Gehabe, ihre Uniformen und ihre Spr\u00fcche? Haben Eltern im Patriarchat der westlichen Gegenwart, wo nicht mehr Patrilokalit\u00e4t, sondern Neolokalit\u00e4t gelebt wird, nicht sogar ein Interesse daran, dass ihre Kinder Incels sind, weil sie sie dann nicht im Alter alleine lassen? Ist es nicht so, dass Eltern ihre Kinder zu Incels machen, indem sie ihnen eine verklemmte Sexualmoral anerziehen? Ist es nicht sogar auch so, dass es deshalb auch viele weibliche Incels gibt, um die sich keine selbsternannte Feministin sorgt?<\/p>\n<h2 id=\"der-genetische-flaschenhals-der-jungsteinzeit\">Der Genetische Flaschenhals der Jungsteinzeit<\/h2>\n<p>Stoverock liefert konkrete Zahlen f\u00fcr das Ausma\u00df angeblicher m\u00e4nnlicher Benachteiligung durch die Female Choice:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Eine grobe Faustregel besagt, dass 80% der geschlechtsreifen Weibchen nur 20% der M\u00e4nnchen ranlassen &#8211; dass also 80% der M\u00e4nnchen f\u00fcr Sex mit ihnen nicht in Frage kommen. Die m\u00fcssen sich um die verbliebenen 20% der Weibchen pr\u00fcgeln. \u2026 Genetische Untersuchungen lassen darauf schlie\u00dfen, dass es bei unseren menschlichen Ahnen nicht anders war: Die heutige Weltbev\u00f6lkerung hat ungef\u00e4hr doppelt so viele weibliche wie m\u00e4nnliche Vorfahren, in pr\u00e4kulturellen Zeiten haben sich also ungef\u00e4hr 70% der Frauen mit 35% der M\u00e4nner gepaart\u2026. Das Verh\u00e4ltnis von 2:1 zugunsten der Frauen versch\u00e4rfte sich nach der Erfindung der Landwirtschaft sogar noch auf unglaubliche 17:1.&#8220;<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>An anderer Stelle bl\u00e4ht sie den Wert noch einmal auf:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Denn das verschiebt sich nach der Entstehung der Landwirtschaft bis auf ein erbarmungsloses 95:5. Die Frauen w\u00e4hlen am \u00dcbergang zur Sesshaftigkeit nur noch eine verschwindend geringe Zahl der M\u00e4nner als Partner aus. Ein internationales Forscherteam konnte 2015 anhand genetischer Studien nachweisen, dass \u2026 sich nur noch ein Bruchteil der M\u00e4nner fortpflanzte.&#8220;<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Sie suggeriert damit, dass es pl\u00f6tzlich eine ungeheure Menge an Incels gegeben haben muss, ein perfides Argument, das gar nicht so leicht zu durchschauen ist. Denn die Zahlen geben zun\u00e4chst \u00fcberhaupt nicht her, ob diese gigantische Abweichung tats\u00e4chlich auf wenige, alles absahnende Alpha-M\u00e4nner zur\u00fcckgeht, also auf viel mehr Incels hinweist, oder darauf, dass die Zahl der M\u00e4nner stark zur\u00fcckging. Angesichts des Wesens der Female Choice, nach der eine Frau viele M\u00e4nner haben will und eben nicht nur ein einziges Alpha-M\u00e4nnchen, kann so oder so nicht davon die Rede sein, dass sich die Lage zugunsten der Frau entwickelte!<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen angesichts ihrer Behauptung noch einmal zur Entstehung der Landwirtschaft zur\u00fcck. Wir erinnern uns, Stoverock behauptet, dass die Erfindung der Sesshaftigkeit und Landwirtschaft durch M\u00e4nner die Ursache allen \u00dcbels, aber zugleich ein viel gr\u00f6\u00dferer Segen sei, und daher verlegt sie den Beginn des Patriarchats auf die Zeit &#8222;vor \u00fcber 10.000 Jahren&#8220;. Es handelt sich bei den von ihr benutzten Zahlen um nicht weniger als die Entdeckung des sog. Genetischen Flaschenhalses durch die GenetikerInnen Karmin <em>et al.<\/em> im Jahre 2015<a href=\"#_ftn32\" name=\"#_ftnref32\"><strong>[32]<\/strong><\/a>. Es wird sich aber nicht nur zeigen, dass Frau Dr. Stoverock den Beginn des Patriarchats mal eben um mindestens 3000 Jahre verschoben hat, sondern auch, dass die Zahlen f\u00fcr ihre Incel-These unbrauchbar sind, und sie eine wesentliche, weiterf\u00fchrende Studie dazu ignoriert hat.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4730 size-medium\" title=\"Genetischer Flaschenhals nach Karmin et al. 2015\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/41467_2018_4375_fig1.jpg?resize=300%2C137&#038;ssl=1\" alt=\"Genetischer Flaschenhals nach Karmin et al. 2015\" width=\"300\" height=\"137\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/41467_2018_4375_fig1.jpg?resize=300%2C137&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/41467_2018_4375_fig1.jpg?resize=770%2C351&amp;ssl=1 770w, https:\/\/i0.wp.com\/blog.gabriele-uhlmann.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/41467_2018_4375_fig1.jpg?w=900&amp;ssl=1 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\nBildquelle: Karmin <em>et al.<\/em> 2015<\/p>\n<p>Die Abbildung des Genetischen Flaschenhalses zeigt einen starken Abfall und Wiederanstieg der Vielfalt des Y-Chromosoms \u00fcber einen Zeitraum von ca. 5000 Jahren (im Bild links), w\u00e4hrend die Mitochondrien-DNA (mtDNA, im Bild rechts) keinen nennenswerten Einbruch erf\u00e4hrt.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> Tats\u00e4chlich scheinen die Zahlen mit der Erfindung der Sesshaftigkeit und Landwirtschaft zu korrelieren.<br \/>\nSchauen wir uns diese Studie, deren Diskussion der Ergebnisse und sp\u00e4ter auch die wichtige Rezeption durch die Genetiker Zeng <em>et al.<\/em> genauer an: In den Anh\u00e4ngen finden wir ein <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC4381518\/bin\/supp_gr.186684.114_Supplemental_Figures.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDF<\/a> (dort Seite 4), das die Gesamtansicht regional aufgespaltet zeigt, und daher deutlicher ist: Wir sehen, dass die Y-Kurve im Kernland der Neolithisierung, dem Fruchtbaren Halbmond im Nahen Osten, ganz langsam 11.300 Jahre vor heute zu sinken beginnt, zu der Zeit, wo im jordanischen Dhra\u2018 schon so viel Getreide angebaut wurde, dass ein ganzer Speicher gef\u00fcllt werden konnte, was bedeutet, dass die Sesshaftigkeit und Landwirtschaft viel noch fr\u00fcher eingesetzt haben m\u00fcsste. Seinen Tiefpunkt erreicht der Flaschenhals ca. 3-4000 Jahre sp\u00e4ter. Von da an geht es sprunghaft wieder aufw\u00e4rts, was ganz deutlich zeigt, dass auch da etwas Gravierendes passiert sein muss, aber das ignoriert Stoverock. Auch in Europa gibt es diesen Flaschenhals mit seinem steilen Wiederanstieg, jedoch deutlich sp\u00e4ter. Die Vielfalt der mtDNA steigt dem gegen\u00fcber vielerorts schon vor \u00fcber 20.000 Jahren weltweit an, wof\u00fcr die h\u00f6here Mutationsrate der mtDNA verantwortlich gemacht werden kann. Die Zahlen zeigen insgesamt nicht nur die Ver\u00e4nderungen der Vielfalt der Geschlechtschromosomen, sondern auch die Bev\u00f6lkerungsentwicklung mit ihrem starken Zuwachs nach \u00dcberwindung des Flaschenhalses, denn in j\u00fcngerer Zeit explodiert auch die Vielfalt der mtDNA.<br \/>\nDie AutorInnen halten die Nat\u00fcrliche Selektion als Ursache f\u00fcr den Abfall f\u00fcr unwahrscheinlich, da das gefundene Muster nicht auf einen einzelnen oder einige wenige Haplotypen beschr\u00e4nkt zu sein scheint, stattdessen sei sie auf einen geringeren Fortpflanzungserfolg in Rahmen eines kulturellen Wandels zur\u00fcckzuf\u00fchren.<br \/>\nIn einem popul\u00e4rwissenschaftlichen Online-Magazin \u00e4u\u00dfern sich zwei Mitglieder des Studien-Teams zu ihren Vermutungen, was die Zahlen ausdr\u00fccken. Demnach w\u00e4ren die M\u00e4nner nicht alle gestorben, sondern einige wenige M\u00e4nner h\u00e4tten Reichtum angeh\u00e4uft und auf ihre S\u00f6hne vererbt und dadurch den Reproduktionserfolg ihrer Patrilinie gesteigert.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> Dem folgt Stoverock in ihrer Argumentation blind. Aber die MacherInnen der Studie haben sich nicht mit den grunds\u00e4tzlichen Problemen bei der Interpretation solcher Zahlen besch\u00e4ftigt, sondern lediglich spekuliert!<br \/>\nIn einer zweiten Studie im Jahre 2018 haben sich Zeng <em>et al.<\/em> diese 2015 gewonnen Daten noch einmal vorgenommen und gezeigt, wie schwer es ist, von solchen Zahlen auf tats\u00e4chliche Vorg\u00e4nge zu schlie\u00dfen. Es mussten komplexe mathematische Modelle aufgesetzt werden, um sie n\u00e4herungsweise richtig zu deuten. Sie f\u00fchrten den modellgest\u00fctzten Nachweis, dass Krieg zwischen neuen Patrilinien die Ursache f\u00fcr den Flaschenhals sein m\u00fcsste:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eHere, bringing together anthropological theory, recent population genomic studies and mathematical models, we propose a sociocultural hypothesis, involving the formation of patrilineal kin groups and intergroup competition among these groups.\u201c<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Zeng <em>et al.<\/em> widersprechen Karmin <em>et al.<\/em> entschieden und erkl\u00e4ren mit ihrer Studie, dass die Zahlen tats\u00e4chlich nur mit einer deutlich gesunkenen Anzahl der M\u00e4nner, also mit ihrem Tod, erkl\u00e4rbar sind. Ihr wichtigstes Argument: Wenn soziale Unterschiede einen R\u00fcckgang der Y-Varianz erkl\u00e4ren, warum steigt die tats\u00e4chliche Y-Varianz in genau dem Moment wieder an, als soziale Unterschiede \u00fcberhaupt erst arch\u00e4ologisch greifbar werden? Zudem gehen die Mitochondrien der \u00fcberlebenden Frauen in Westeurasien \u00fcberwiegend auf eingewanderte Neolithikerinnen zur\u00fcck, das hei\u00dft, dass die Y-Varianz schon lange vor der Einwanderung nach Europa abgenommen haben m\u00fcsste und nicht erst am Zielort. Selbst die Ethnologie kann, wie die Autoren es anf\u00fchren, nicht feststellen, dass regelm\u00e4\u00dfig ein Mann 17 Frauen monopolisiert.<\/p>\n<p>Die Interpretation durch Zeng <em>et al.<\/em> wird von der Patriarchatsforschung um weitere Faktoren erg\u00e4nzt: Der Tiefpunkt f\u00e4llt mit dem Klimaereignis der sog. Misox-Schwankung zusammen, dem Zeitpunkt, wo die Steppe erstmals von Viehz\u00fcchtern besiedelt wird. Die wenigen \u00fcberlebenden M\u00e4nner verlie\u00dfen die Heimat zusammen mit den Tieren und begannen in der Steppe das Patriarchat zu errichten. Sprachwissenschaftlich und genetisch nachgewiesen vermischten sich dabei die Gene der Indigenen der Steppe und Waldsteppe mit denen der ausgewanderten Anatolier. Zudem k\u00e4mpften nicht nur Patrilinien gegeneinander, sondern Patrilinien rotteten die indigenen, matrifokalen M\u00e4nner aus, und weitere Effekte k\u00f6nnen hinzutreten wie Mangelern\u00e4hrung und Hunger einseitig durch Getreide und Missernten, Nahrungsraub oder die Schwerarbeit der Frauen, die zu Fehlgeburten und einer hohen S\u00e4uglingssterblichkeit bei den m\u00e4nnlichen Kindern gef\u00fchrt haben kann. Ein insgesamt multifaktorielles Geschehen f\u00fchrte zu diesen Zahlen.<\/p>\n<p>Statt dass M\u00e4nner immer weniger Sex hatten, ist das Gegenteil der Fall: die Frauen hatten kaum noch Auswahl. Stoverock m\u00f6chte aber, dass es den besitzenden Alpha-Mann gibt, auf den sich alle Frauen st\u00fcrzen, weshalb es dann gigantisch viele Incels geben m\u00fcsste. Sie geht sogar davon aus, dass im landwirtschaftlichen Patriarchat, also in der beginnenden Zivilisation nach ihrer Definition, die Female Choice noch einmal an Dynamik zugelegt h\u00e4tte und dabei \u00fcbers Ziel hinausschoss! Das ist wirklich mehr als erstaunlich, das ist absurd! Denn sie behauptet ja auch, dass der Mann erst durch die Einschr\u00e4nkung der Female Choice &#8222;zivilisiert&#8220; worden sei und begann am Fortschritt zu arbeiten:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die pr\u00e4historische Kunst gibt einen Hinweis darauf, dass sich in den M\u00e4nnern ein ganz neues Bed\u00fcrfnis zu regen beginnt. Ein Impuls, der die Strukturen der k\u00fcnftigen Zivilisation stark pr\u00e4gen wird: Der Wunsch, die Kontrolle \u00fcber die weibliche Sexualit\u00e4t zu erlangen. Doch als Nomaden haben M\u00e4nner weder M\u00f6glichkeiten noch Kapazit\u00e4ten, sich der weiblichen Sexualit\u00e4t zu bem\u00e4chtigen. &#8230; Im Laufe der Zeit wird aus dem Verfolgen der Viehherden ein Begleiten &#8230; ein Z\u00e4hmen &#8230; als es gelingt auch Nahrungspflanzen f\u00fcr die Rinder und Ziegen &#8230;&#8220;<a href=\"#_ftn36\" name=\"#_ftnref36\">[36]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>&#8230; soll die Landwirtschaft begonnen haben (wir kennen das bereits) &#8230;<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Nur die intelligentesten und geschicktesten M\u00e4nner kommen mit den Anforderungen der sich im H\u00f6llentempo ver\u00e4ndernden Welt zurecht und k\u00f6nnen sich fortpflanzen. Das hat zur Folge, dass die Female Chocie den Mann jetzt mit ganzer H\u00e4rte trifft &#8230; [der Genetische Flaschenhals] zeigt auch, dass zu diesem Zeitpunkt ganz offenbar die <em>Female Choice<\/em> noch in vollem Gange war &#8230; Der Rest der M\u00e4nner starb in der neuen Lebensweise kinderlos. \u2026 Die Sesshaftwerdung bewirkt ein unbarmherziges Aussieben &#8230; Die Fortpflanzungssituation ist f\u00fcr M\u00e4nner eine Katastrophe. Der ohnehin hohe sexuelle Selektionsdruck steigert sich durch den genetischen Flaschenhals bis ins Unermessliche. &#8230; Obwohl die Landwirtschaft das Leben so sehr erleichtert, stehen die ersten Bauernkulturen statt vor einer bl\u00fchenden Zukunft vor der Barberei.&#8220;<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>B\u00f6se, b\u00f6se Female Choice! B\u00f6se Frau! Das klingt wie die Urschuld Evas. Es handelt sich hier um eine T\u00e4ter-Opfer-Umkehr &#8230; nicht die M\u00e4nner, die sich gegenseitig hochr\u00fcsten und damit auch im Stich lassen, sind Schuld, sondern die Female Choice.<br \/>\nSie h\u00e4lt Gewalt f\u00fcr eine L\u00f6sung des Problems, aber es ist ihr doch lieber, wenn die Frauen sich selbst einschr\u00e4nken, damit der Alpha-Mann weiter unbehelligt am Fortschritt bauen kann. Das zeugt von einem grundlegenden Unverst\u00e4ndnis der Female Choice, die Abwechslung liebt; dabei bleibt kein Mann ewig Alpha-Mann.<\/p>\n<p>Es ist aber auch eine Tatsache, dass die Y-Varianz in patriarchalen Residenzformen stark absinkt. Die am nachhaltigsten patriarchalisierte Bev\u00f6lkerung mit der h\u00f6chsten Unterdr\u00fcckungsrate der Female Choice finden wir immer noch bei den viehnomadischen V\u00f6lkern Zentralasiens:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Central Asian pastoralists, who are organized into patriclans, have high levels of intergroup competition and demonstrate ethnolinguistic and population-genetic turnover down into the historical period. They also have a markedly lower diversity in Y-chromosomal lineages than nearby agriculturalists. In fact, Central Asians are the only population whose male effective population size has not recovered from the post-Neolithic bottleneck; it remains disproportionately reduced, compared to female estimates using mtDNA.&#8220;<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Hier herrscht ein gro\u00dfer M\u00e4nner\u00fcberschuss, weil S\u00f6hne bevorzugt werden, nur die \u00e4ltesten das Erbe antreten und in Polygamie leben d\u00fcrfen, und den Nicht-Erben obendrein ein Heiratsverbot auferlegt ist. Entsprechend erkl\u00e4ren sich die wiederholten Raubz\u00fcge, die diese V\u00f6lker in Richtung Westen unternahmen.<br \/>\nDas ebenfalls zu beobachtende, <strong>leichte<\/strong> Absinken der Y-Varianz in der fr\u00fchen, noch matrifokalen Landwirtschaft l\u00e4sst sich wie gesehen nicht mit Kriegen erkl\u00e4ren, sie h\u00e4tten sofort einen wesentlich st\u00e4rken Einschlag erzeugt. Es gibt andere Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze der Patriarchatsforschung:<\/p>\n<ol id=\"liste1\">\n<li>Die in der Landwirtschaft arbeitenden Frauen hatten zu wenig Zeit, nach M\u00e4nnern zu suchen, nahmen daher erstmals fremde M\u00e4nner als Dauerg\u00e4ste in die Sippe auf, schr\u00e4nkten damit aber ihre Female Choice selbst ein. Dies kann einen Einfluss auf die Geburtenzahl UND die absolute Zahl der Y-Varianten haben.<\/li>\n<li>Etliche M\u00e4nner, quer durch alle Haplogruppen, verlie\u00dfen die Sippen Richtung Steppe.<\/li>\n<li>Fehlgeburten und hohe S\u00e4uglingssterblichkeit bei den m\u00e4nnlichen Kindern.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ansatz 1 zufolge h\u00e4tte ein Mann nach einer Weile wieder gehen m\u00fcssen oder h\u00e4tte sich einer interessierten Schwester zugewandt oder w\u00e4re auch ohne sexuelles Interesse der Frauen geduldet worden, h\u00e4tte er sich anst\u00e4ndig verhalten. Diese Lebensweise birgt die Gefahr, dass M\u00e4nner nun ihre Vaterschaft wahrnehmen und irgendwann daraus Rechte ableiten. Zudem steigt die Gefahr sexueller \u00dcbergriffe.<br \/>\nIm Ansatz 2 k\u00f6nnten die vorliegenden Daten bedeuten, dass die Patriarchalisierung in der Steppe fr\u00fcher stattgefunden hat. Denn eine Auswanderung anatolischer M\u00e4nner in die Steppe ist wie erw\u00e4hnt nachgewiesen worden.<br \/>\nAnsatz 3 ist generell eine Folge der Landwirtschaft und unter Matrifokalit\u00e4t und im Patriarchat \u00e4hnlich hoch. Er zeigt vor allem an, wie erfolgreich die Landwirtschaft betrieben wurde und ob \u00dcbersch\u00fcsse verbunden mit einer extrem hohen Arbeitsbelastung erbracht wurden.<\/p>\n<p>Erinnern wir uns, es war Stoverock wichtig, darauf hinzuweisen, dass sie &#8222;<em>nicht f\u00fcr eine R\u00fcckkehr zum Female-Choice-Prinzip in seiner Reinform<\/em>&#8222;<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> sei. Das Problem der Sesshaftigkeit ist aber nicht eine \u00fcberbordende Female Choice, sondern das Gegenteil: Erst die Selbsteinschr\u00e4nkung, die mit einem Minus an Lebensfreude, dem Risiko der Partnerschaft und einer, wenn auch kleinen, Verarmung des m\u00e4nnlichen Genoms einhergeht. Dann, als die Landwirtschaft von den M\u00e4nnern \u00fcbernommen wird, eine starke Verarmung des m\u00e4nnlichen Genoms. Die Vielfalt geht mit ihrer Unterdr\u00fcckung relativ zur\u00fcck, wird aber durch die ansteigende Bev\u00f6lkerungszahl kompensiert, steigt also absolut an. Der evolution\u00e4re Nutzen der Female Choice entfaltet sich aber bei weitem nicht nur bei den Geschlechtschromosomen, sondern im gesamten Genom, ein Effekt, der beide Geschlechter betrifft. Auch das Genom der Pflanzen und Tiere verarmt durch Domestikation und mehr noch durch ihre Zucht im Patriarchat.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht wissen, warum die Frauen der Jungsteinzeit keine besseren Bedingungen schaffen konnten. Hinterher ist frau aber immer schlauer. Die L\u00f6sung w\u00e4re gewesen, keine M\u00e4nner in die Sippen aufzunehmen, sondern die Feldarbeit schon fr\u00fch auch auf die Br\u00fcder zu verteilen. Wir k\u00f6nnten auch anders herum sagen: W\u00e4ren die Br\u00fcder nicht so faul gewesen und h\u00e4tten &#8211; statt sich weiter altsteinzeitlich bei der Jagd ein sch\u00f6neres Leben zu machen und zuhause Kuchen zu essen &#8211; besser ihren Schwestern auf dem Feld geholfen. UND h\u00e4tten die Schwestern wieder mehr gesammelt, h\u00e4tte es f\u00fcr beide Seiten gleich viele Gelegenheiten f\u00fcr Sex gegeben. Nebenbei w\u00e4re die hohe Sammelkompetenz, das gro\u00dfe Wissen \u00fcber Pflanzen und Tiere, das durch die Landwirtschaft verloren gegangen ist, erhalten geblieben. Offenbar war die uralte, sexuelle Arbeitsteilung aber ein Hindernis.<\/p>\n<p>Stoverock braucht den Genetischen Flaschenhals, um ein Schreckgespenst der Female Choice zu zeichnen. Sich damit n\u00e4her zu befassen, h\u00e4tte ihre These gef\u00e4hrdet. Sie gibt ihm auf Seite 90 nicht einmal einen Namen, und lagert das Problem zun\u00e4chst in die Tierwelt aus, in Zahlen zu den Seeelefanten und Beobachtungen an Adeliepinguinen, Schimpansen und Bonobo.<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> Schnell wechselt sie also wieder das Thema, kaum dass es auf dem Tapet ist, und wir m\u00fcssen ihr folgen: Die Bonobo-Weibchen sollen sich aufgrund der Knappheit der Ressource Sex &#8222;einkaufen&#8220; lassen. Kurz, sie erkl\u00e4rt die weiblichen Tiere dieser Arten zu Prostituierten, die nicht aufgrund einer sch\u00f6nen Morgengabe ein talentiertes M\u00e4nnchen erkennen und begehren, sondern lediglich die Morgengabe begehren, und sie gegen Sex tauschen, wobei ihnen das M\u00e4nnchen egal ist. Eine derart frauenfeindliche Sicht auf die Weibchen sollten wir von einer Autorin, die sich der Female Choice verschrieben hat, nicht erwarten! Die Female Choice ist kein Tauschgesch\u00e4ft, sondern ein grunds\u00e4tzlicher, unver\u00e4nderlicher Lebenseffekt.<br \/>\nHier zeigt sich besonders deutlich, wie wenig die Autorin die Female Choice selbst verstanden hat:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Bei einigen Watv\u00f6geln verhalten sich die Weibchen so wie es normalerweise die M\u00e4nnchen tun. Nach der Eiablage macht sich das Weibchen auf und davon, um sich mit weiteren M\u00e4nnchen zu paaren, w\u00e4hrend der erste Partner im wahrsten Sinne des Wortes auf den befruchteten Eiern sitzenbleibt, um sie auszubr\u00fcten. G\u00e4be es nicht diese wenigen Ausnahmen, k\u00f6nnte man die Female Choice ein Naturgesetz nennen, so unumst\u00f6\u00dflich wie die Erdanziehungskraft. Danke also f\u00fcr nichts, Watv\u00f6gel und Seepferdchen.&#8220;<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist zum Heulen. Geht es bei der Female Choice nicht etwa darum, besonders viele verschiedene f\u00e4hige M\u00e4nnchen zu finden? Ist die Strategie der Watvogelhennen etwa nicht die effektivste Art der Female Choice? Wir Menschen sind keine V\u00f6gel, und es ist nicht so, dass die Menschenfrauen ihre Female Choice zu Beginn der Landwirtschaft auf eben diese Weise ausgelebt h\u00e4tten; sie haben ihre Kinder nat\u00fcrlich bei sich behalten. In die Logik, die Stoverock f\u00e4hrt, h\u00e4tten die Watvogelhennen aber perfekt gepasst. Danke also f\u00fcr nichts, Frau Dr. Stoverock. Auf Seite 136 setzt sie noch einmal an und benennt den Genetischen Flaschenhals um der Dramatik willen, die ihr Kapitel &#8222;Die Stunde Null&#8220; abschlie\u00dfen soll, um zu n\u00e4chsten Kapitel &#8222;Haben und Sein&#8220; \u00fcberzuleiten.<\/p>\n<h2 id=\"Maenner-die-frauen-bewachen-das-sog-mate-guarding\">M\u00e4nner, die Frauen bewachen? Das sog. <em>Mate Guarding<\/em><\/h2>\n<p>Da w\u00e4ren aber noch die Reisk\u00e4rpflinge, eine kleine S\u00fc\u00dfwasserfischart, an der Stoverock das sog. <em>Mate guarding<\/em> erkl\u00e4ren will:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die M\u00e4nnchen der Reisk\u00e4rpflinge versuchen, sich stets so positionieren, dass das Weibchen etwaige Rivalen gar nicht sehen kann. Der Umstand, dass Weibchen f\u00fcr M\u00e4nnchen in erster Linie eine begrenzte Ressource sind, f\u00fchrt dazu, dass sie sie eifers\u00fcchtig bewachen. Nachdem sie sich die Zugriffsrechte durch Wettkampf untereinander gekl\u00e4rt haben, werden sie zu besitzergreifenden Hausherren, die versuchen, den Verlust der Ressource um jeden Preis zu verhindern.&#8220;<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist patriarchale Berichterstattung <em>par excellence<\/em>. Denken wir doch bitte die Female Choice konsequent, immer und immer wieder! Dann zeigt sich ein v\u00f6llig anderes Bild: Es gibt in der Natur keine Zugriffsrechte, die unter den M\u00e4nnchen ausgefechtet werden! Es gibt nur das Weibchen, das ein M\u00e4nnchen gew\u00e4hlt hat, in diesem Fall das, welches im Kampf gewonnen hat. Es ist aber immer wieder zu beobachten, dass sich Weibchen am Rande des Kampfplatzes auch mit anderen M\u00e4nnchen paaren. H\u00f6ren wir doch endlich auf mit der ewig androzentrischen Sicht auf die Tierwelt! Nicht die Weibchen sollen andere Rivalen nicht sehen, sondern umgekehrt, ein anderes M\u00e4nnchen als das gew\u00e4hlte soll das Weibchen nicht sehen, sie versteckt sich. Die Female Choice der Reisk\u00e4rpflinge hat M\u00e4nnchen selektiert, die die Female Choice besch\u00fctzen. Das ist keine Eifersucht, die mit einem Besitzrecht korrelieren w\u00fcrde, sondern eine Form der &#8222;Pflichterf\u00fcllung&#8220;. Dieses sog. <em>Mate Guarding<\/em> besch\u00fctzt nicht die \u201eRechte\u201c des M\u00e4nnchens, sondern die Wahl des Weibchens. W\u00fcrden sich andere M\u00e4nnchen in der N\u00e4he aufhalten, k\u00f6nnte es passieren, dass vom Weibchen unerw\u00fcnschtes Sperma die Eier erreicht.<\/p>\n<p>Stoverock m\u00f6chte gerne zeigen, dass die Female Choice auch im Patriarchat weiter wirksam ist, hierin liegt die St\u00e4rke und &#8211; wie k\u00f6nnte es jetzt noch anders sein &#8211; zugleich die gro\u00dfe Schw\u00e4che des Buches. Es f\u00e4llt ihr schwer, patriarchale Muster von denen der Evolution zu trennen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Immer betreibt der Mann ein Riesentamtam, und die Holde muss nur ja sagen. Das spiegelt sich auch in unseren modernen Zeiten: Einer Umfrage zufolge sind 69% der Frauen gar nicht oder nur im Ausnahmefall dazu bereit, beim Flirten den ersten Schritt zu machen.&#8220;<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Sie h\u00e4lt dies offenbar f\u00fcr nat\u00fcrlich. Aber nat\u00fcrlich gilt es im Patriarchat als unschicklich, wenn Frauen den ersten Schritt machen. Das ist deshalb so stark sanktioniert, weil die patriarchale Male Choice oberstes Gebot sein soll. Eine Frau, die w\u00e4hlt, ist unter der W\u00fcrde des Patriarchen. Hier wird ihr unterstellt, sie wolle sich einen angeln, ihn festnageln, sie wolle nur sein Geld, sie sei nymphoman etc.. Tatsache ist, dass dieses Tabu gro\u00dfen Schaden anrichtet: viele Frauen bleiben &#8222;Incel&#8220; (die Alte Jungfer, das Mauerbl\u00fcmchen, der Blaustrumpf), weil sie einerseits immer nur Angebote ablehnen d\u00fcrfen und andererseits Milchbubis, Nerds und Lauchs sich f\u00fcr Superhelden halten und daher nur auf Models stehen, um es einmal zugespitzt auszudr\u00fccken. Das M\u00e4rchen von K\u00f6nig Drosselbart lehrt schon kleine M\u00e4dchen, ihrem Gef\u00fchl nicht zu trauen und ein Angebot besser anzunehmen. Das Patriarchat hat aber auch daf\u00fcr eine L\u00f6sung, und es w\u00fcrde mich nicht wundern, wenn Stoverock die Zwangsheirat f\u00fcr nat\u00fcrliches m\u00e4nnliches Verhalten h\u00e4lt, wie auch das angebliche <em>Mate Guarding<\/em>, das sie unkritisch aus der Herrschenden Lehre \u00fcbernimmt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Auch das <em>mate guarding<\/em> finden wir bei uns Menschen. Es zeigt sich im Extremfall an dem islamischen Verbot f\u00fcr Frauen, sich ohne m\u00e4nnliche Begleitung an \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen aufzuhalten oder zu verreisen. Auch die Verschleierung dient seit rund dreitausend Jahren dazu, Frauen vor Blicken (und damit Versuchungen) anderer M\u00e4nner zu verstecken.\u201c<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Sie liefert dazu auch Anekdotisches aus der Welt der Studien:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Auch hinsichtlich der Triebst\u00e4rke gibt es Hinweise, die klare Unterschiede aufzeigen: Eine australische Studie aus dem Jahr 2011 ergab, dass 56% der M\u00e4nner in Langzeitbeziehungen sich mehr Sex von ihren Partnerinnen w\u00fcnschen, jedoch nur 28% der Frauen. 14% der Frauen h\u00e4tten sogar gerne weniger Sex mit ihrem Partner.&#8220;<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Studie zeigt aber auch, dass 14% der australischen Frauen in ihrer Beziehung vergewaltigt werden, was Stoverock aber nicht so zu sehen scheint.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Kanadische Wissenschaftler kamen bei einer Befragung von 170 Studenten zu \u00e4hnlichen Ergebnissen. Besonders in l\u00e4ngeren Beziehungen spielt bei dem asymmetrischen Begehren nicht nur die Triebst\u00e4rke, sondern auch die serielle Monoandrie der Frauen eine Rolle \u2013 die evolution\u00e4re Reproduktionsstrategie findet einfach, dass es an der Zeit ist, sich nach Ablauf einer Reproduktionsphase mit einem anderen Mann zusammenzutun.&#8220;<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Sie erkl\u00e4rt, dass sich an schwulen und lesbischen Paaren \u00fcberpr\u00fcfen lie\u00dfe, ob die Triebst\u00e4rke dennoch bei M\u00e4nnern st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt ist, und siehe da, tats\u00e4chlich wollen M\u00e4nner angeblich mehr Sex! Eine derart weitreichende Aussage mit einer einzigen Studie zu belegen, das ist leider zu d\u00fcnn.<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> Es w\u00e4re auch nur aussagekr\u00e4ftig, wenn bereits festst\u00fcnde, dass sich homo- und heterosexuelle Menschen in dieser Frage nicht unterscheiden.<\/p>\n<h2 id=\"nein-gewalt-ist-keine-loesung-nie-und-auch-nicht-die-unterdrueckung-der-female-choice\">Nein, Gewalt ist keine L\u00f6sung. Nie. Und auch nicht die Unterdr\u00fcckung der Female Choice.<\/h2>\n<p>Tats\u00e4chlich, und nun wird es besonders problematisch und zugleich h\u00f6chst inkonsequent, Stoverock leugnet die sexuelle Gewalt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Frauenbewegung hat lange die Behauptung verbreitet, bei sexuellen Angriffen ginge es vor allem um Macht (einen Willensakt) und nicht um Sex (einen Triebakt). Der Gedanke dahinter ist verst\u00e4ndlich, aber aufgrund der evolution\u00e4ren Besonderheiten der sexuellen Fortpflanzung halte ich &#8217;sexuelle Gewalt\u2018 f\u00fcr den unzutreffenden Begriff. Das kulturelle Faktoren die Entscheidung zur Vergewaltigung zus\u00e4tzlich befeuern k\u00f6nnen, bezweifle ich aber keineswegs. Bitte denken Sie daran, dass es mir bei der Erkl\u00e4rung \u2013 nicht der Entschuldigung \u2013 von sexueller Gewalt darum geht, ihre Ursache zu verstehen, um sinnvolle L\u00f6sungen zu ihrer Eind\u00e4mmung zu entwickeln.&#8220;<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Wir werden noch sehen, wie sinnvoll die L\u00f6sungen sind, die sie auf den falsch hergeleiteten Ursachen entwirft. Ihre Beschwichtigung ist nicht nur unglaubw\u00fcrdig, sie kommt auch noch auf derselben Seite zur Sache:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Wir haben gesehen, dass Gewaltbereitschaft integraler Bestandteil der m\u00e4nnlichen Reproduktionsstrategie ist.&#8220;<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Nein! Wir haben es hier leider mit einem besonders schwerwiegenden Fall von Biologismus zu tun, der den Mann an seinen Platz im Patriarchat verweist und besonders die Frau. Ausgerechnet die Female Choice, mit deren Hilfe wir alle Biologismen beseitigen k\u00f6nnen, muss daf\u00fcr herhalten; dies nachdem es so schwer war, sie \u00fcberhaupt zu entdecken. Es ist zum wirklich zum Auf-dem-Hut-herumtrampeln!<\/p>\n<p>Nachdem sie also ordentlich Angst vor M\u00e4nnern gesch\u00fcrt hat, erfahren wir, wem ihre ganze Sorge gilt: den Incels, deren Gewaltbereitschaft sie ausf\u00fchrlich darstellt, und bei der es angeblich nicht um Macht geht.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Zahlen belegen, dass die meisten weiblichen Opfer von Sexualgewalt im geschlechtsreifen Alter sind. Dies ist ein Hinweis darauf, dass es bei den Taten deutlich st\u00e4rker um Sex geht als bisher im Diskurs behandelt. Ginge es ausschlie\u00dflich um Macht, wie der Feminismus seit Jahrzehnten behauptet, dann k\u00f6nnten ebenso oft Kinder oder Greisinnen betroffen sein.&#8220;<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist ja schon erstaunlich genug, dass der Feminismus \u00fcber all die Jahre, wo das Wort \u201ePatriarchat\u201c im Umlauf ist, nicht darauf gekommen ist, dass es um die Macht der Vaterschaft geht, was das Wort ja schon treffend aussagt. Aber immerhin hat der Feminismus erkannt, dass es um Macht geht. Nur ohne das W\u00f6rtchen &#8222;Vater&#8220; ist das Wort &#8222;Macht&#8220; nat\u00fcrlich nur ein Schlagwort, das einer auch um die Ohren gehauen werden kann, Stichwort &#8222;Matriarchat&#8220;. Es wird von Feministinnen davon abgelenkt, dass es sich um die Macht der V\u00e4ter handelt, weil die Mutterschaft ein rotes Tuch ist und die V\u00e4ter gef\u00e4lligst im Kinder versorgenden Alltag mithelfen sollen. So gilt der m\u00e4nnlichen Macht in der Arbeitswelt und der sexuellen Gewalt am Arbeitsplatz die Hauptsorge, w\u00e4hrend die Partnerschaftsgewalt erst langsam beginnt, in ihrem ganzen Ausma\u00df erkannt und erforscht zu werden, aber meist noch entschuldigt wird. Diese Bewegung kommt aber nicht aus dem Mainstreamfeminismus, sondern von den <a href=\"https:\/\/die-mias.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">alleinerziehenden M\u00fcttern<\/a>!<br \/>\n<strong>\u00dcber Sex werden M\u00e4nner im Patriarchat zu Familienv\u00e4tern (= Familienvorstand) und daher gilt es, \u00fcber die Sexualit\u00e4t der Frau Kontrolle zu erlangen.<\/strong> Alle Macht geht davon aus, dass M\u00e4nner im Patriarchat nicht einfach Sex haben wollen, sondern V\u00e4ter werden wollen, oder die Vaterschaft potentieller V\u00e4ter sicherstellen sollen. Frauen werden \u00fcber ihre Mutterschaft dahin erpressbar, selbst die Vaterschaft zu festigen.<br \/>\n\u00dcber die Vaterschaft und die Vererbung \u00fcber den Sohn gelingt die Anh\u00e4ufung von Besitz. Die Gier nach mehr ist im Patriarchat in die Welt gekommen, weil alles unsicher geworden ist, weil die elementarsten Bed\u00fcrfnisse nicht gestillt werden. Wir erinnern uns, Stoverock braucht die Bed\u00fcrfnispyramide, wo Sex auf Stufe 1 angesiedelt ist, f\u00fcr ihre Argumentation. Aber Sex geh\u00f6rt nicht dazu, das ist ein Mythos! Sex kompensiert im Patriarchat einen gro\u00dfen Teil des Bereichs, der schon in der Kindheit nicht ausreichend von den M\u00fcttern gestillt werden darf: K\u00f6rperliche N\u00e4he, Z\u00e4rtlichkeit, nat\u00fcrlich ohne Sex, und Geborgenheit, die gepaart sind mit dem Gef\u00fchl der Sicherheit und des Vertrauens. Die <strong>Trauung<\/strong> von Mann und Frau soll all das ersetzen, was das Patriarchat zuvor genommen hat; es ist ein Perpetuum Mobile. Die Sucht nach Besitz und Sex sind Symptome der Krankheit Patriarchat. Nat\u00fcrlich ist ein Incel nicht einfach nur notgeil. Ein Incel hat die nackte Angst, keine Familie gr\u00fcnden zu k\u00f6nnen, womit er von der Gesellschaft ausgeschlossen w\u00fcrde. Sexp\u00fcppchen, wie Stoverock es dann als sinnvolle Ma\u00dfnahme vorschl\u00e4gt, und denen sie im Literaturverzeichnis erstaunlich viel Raum gibt, werden dieses Problem niemals l\u00f6sen k\u00f6nnen! Das Incel-Ph\u00e4nomen ist auch kaum vor dem Hintergrund der erwachenden Sexualit\u00e4t der Frauen zu verstehen, sondern viel mehr vor dem Hintergrund der <strong>Individualisierung in der sog. <a href=\"https:\/\/www.getabstract.com\/de\/zusammenfassung\/risikogesellschaft\/4019\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Risikogesellschaft<\/a> (nach Ulrich Beck)<\/strong>. Wenn Frauen mobil werden m\u00fcssen, quasi zu Nomadinnen, um im Beruf Erfolg zu haben, dann funktioniert das Modell Kleinfamilie nicht mehr und dann werden es sich Frauen zweimal \u00fcberlegen, ob sie das Wagnis des Mangelkonstruktes Kleinfamilie eingehen wollen. Viele Frauen bleiben daher auch kinderlos und partnerlos, aber ohne vergewaltigend und p\u00f6belnd umherzuziehen, wie Stoverock es f\u00fcr die k\u00fcnftigen M\u00e4nner an die Wand malt.<\/p>\n<h2 id=\"female-choice-und-matrifokalitaet-nicht-verstanden\">Female Choice und Matrifokalit\u00e4t nicht verstanden<\/h2>\n<p>Nachdem Stoverock viele Buchseiten damit zugebracht hat, die Entstehung des Patriarchats in die Zeit der Erfindung der Landwirtschaft zu verlegen, konstatiert sie:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Der evolution\u00e4re [!] Druck hat auch bei den Menschen vor allem polygyn-monoandrische Systeme hervorgebracht.&#8220;<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Es scheint ihr dabei unbekannt, dass polygyn-monoandrische Systeme immer im Patriarchat angesiedelt und nicht evolviert sind. Das Patriarchat geh\u00f6rt nicht in die Altsteinzeit. Unbekannt ist ihr scheinbar auch, dass Menschen nicht viele &#8222;Systeme&#8220;, sondern ein einziges angeborenes Sozialverhalten eigen ist, die Matrifokalit\u00e4t, wie es u.a. Sarah Blaffer Hrdy nachweisen konnte. Schon f\u00fcr die Primaten stellt die ber\u00fchmte Anthropologin fest:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ich geh\u00f6rte \u00fcbrigens zu denjenigen, die schon fr\u00fchzeitig davon \u00fcberzeugt waren, dass Menschenaffen zur Patrilokalit\u00e4t neigten. Ich \u00e4nderte meine Meinung im Verlauf der Arbeit an &#8218;Mutter Natur&#8216;.&#8220;<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Matrifokalit\u00e4t ist Stoverock dennoch durch Twitter bekannt, sie akzeptiert sie auch ausdr\u00fccklich, erw\u00e4hnt sie auch mehrmals im Text, aber ohne diese Inspiration im Text oder Literaturverzeichnis zu w\u00fcrdigen.<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a> Es ist auch besonders verwerflich, dass sie behauptet, dass es Studien g\u00e4be, die beweisen sollen, dass es die monogyn-monoandrische Lebensweise, also die Ehe, seit gut 10.000 Jahren g\u00e4be, ohne ihre Quellen zu benennen<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a>. Meiner Erfahrung nach haben die AutorInnen solcher Studien einen extrem engen Blickwinkel, bei dem schon zu Studienbeginn das gew\u00fcnschte Ergebnis feststeht,<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a> und sie produzieren h\u00e4ufig \u00e4hnliche S\u00e4tze wie Stoverock:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Kinder einer Frau stammen oft von unterschiedlichen V\u00e4tern, Partnerschaft-auf-zeit ist prim\u00e4re Beziehungsform. Die menschlichen K\u00f6rper wurden von der Evolution so konstruiert, dass sie in erster Linie so lange zusammenbleiben, bis die aus der Beziehung resultierenden Kinder selbstst\u00e4ndig essen und die nomadisch umherziehende Gruppe aus eigener Kraft begleiten k\u00f6nnen. L\u00e4ngere Beziehungen sind eher Ausnahme.\u201c<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Hier wird er konstruiert: der Vater als Ern\u00e4hrer. Aber Stoverock denkt nicht dar\u00fcber nach, was z.B. passiert, wenn die Gruppe resp. Sippe weiterzieht. Glaubt sie wirklich, dass das aggressive Sexmonster 9 Monate lang eine Schwangere verfolgt, um dann f\u00fcr das Kind Nahrung zu beschaffen? Das passt weder in ihr Weltbild, noch passt das zu Matrifokalit\u00e4t. Ist es nicht vielmehr so, dass sich M\u00e4nner f\u00fcr Kinder erst dann wirklich zu interessieren beginnen, wenn die Kinder laufen und sprechen k\u00f6nnen? Was w\u00fcrde denn passieren, wenn der Vater verungl\u00fcckt? Sie wei\u00df es nicht. Sie wei\u00df nicht, dass der Vater unter Matrifokalit\u00e4t weder der Ern\u00e4hrer ist, noch \u00fcberhaupt bekannt ist, dass er einfach nur hinderlich w\u00e4re, \u00fcbrigens auch weil in der Sippe immer mehrere M\u00fctter sind. Wird das Baby geboren, ist er schon lange weg, denn er zieht mit seiner eigenen Sippe weiter. Merkw\u00fcrdig, dass ihr, der Evolutionsbiologin, das nicht klar ist, besonders wo sie doch den M\u00e4nnern ein \u00fcberbordendes, aggressives Sexleben andichtet.<\/p>\n<h2 id=\"geschichtsfeindlichkeit\">Geschichtsfeindlichkeit<\/h2>\n<p>In ihrem Kapitel &#8222;Haben und Sein&#8220;<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a> besch\u00e4ftigt sich Stoverock nun damit, wie der Mann \u00fcber seinen Besitz die Frau ans Haus gefesselt habe.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Der Besitz wird dem Mann zugeordnet. Territorien und die dort vorkommenden Ressourcen sind auch in der Natur eher M\u00e4nnersache.&#8220;<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Mit diesem haneb\u00fcchenen Biologismus, der jede Arbeitsleistung der Frau der Steinzeit \u00fcbergeht, braucht sie nicht erw\u00e4hnen, dass die Matrifokalit\u00e4t keinen Besitz kennt und auch die fr\u00fchen Sippenh\u00e4user allen geh\u00f6rten. Ihre Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, wie der Besitz in M\u00e4nnerhand geraten ist: der Wunsch nach Abgrenzung<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a>. Hier liefert die Patriarchatsforschung jede Menge wirklich Erhellendes, aber das sind ja alles Schmuddelkinder.<br \/>\nWoher sie das Wissen nimmt, dass &#8222;<em>Anf\u00fchrer, die behaupten, von den G\u00f6ttern direkt in ihr Amt berufen worden zu sein<\/em>&#8222;, schon &#8222;<em>von Anfang an zu den Begleiterscheinungen sesshafter Gemeinschaften<\/em>&#8220; geh\u00f6rt haben, erraten wir nicht, sie kann auch nur mit dem bronzezeitlichen, babylonischen K\u00f6nig Hammurapi aufwarten. Und doch, Frau Dr. Stoverock! Wir d\u00fcrfen getrost vergessen, &#8222;<em>dass die alttestamentarischen Erz\u00e4hlungen ihre Anf\u00e4nge in der m\u00fcndlichen Folklore haben<\/em>&#8222;.<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a><br \/>\nIhr Ritt durch die Zeiten, mit rasendem Wechsel von Alt- zu Jungsteinzeit, dann nahtlos in die Bronzezeit, Neuzeit und wieder zur\u00fcck, alles nur &#8222;Details&#8220;. Hier zeigt sich unhistorisches Denken gepaart mit Halbwissen und ein durch und durch patriarchales Weltbild, das im Widerspruch zu allem steht, was wir doch l\u00e4ngst besser wissen. Die Kr\u00f6nung ist dann diese Plattit\u00fcde:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Fr\u00fcher ging der Mann jagen, um die Frau zu ern\u00e4hren, heute geht er halt ins B\u00fcro.&#8220;<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Aber dann ist f\u00fcr sie die \u201e<em>Spaltung der menschlichen Gemeinschaften in au\u00dfen und innen nicht weniger als die Geburtsstunde des Androzentrismus, der m\u00e4nnlichen Zivilisation.<\/em>&#8222;<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a> Oho und Aha! Mit diesem geistvollen Sinnspruch von biblischer Gewalt zeigt sie, dass sie nichts wei\u00df \u00fcber die Entstehung des Patriarchats im Viehz\u00fcchternomadismus und den daraus resultierenden <a href=\"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/gibt-es-menschliche-rassen-von-zeugung-erziehung-zucht-und-zuechtigung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zuchtgedanken mit seinem Sexismus und Rassismus<\/a>. Und genau DAS ist es, was &#8222;<em>die V\u00f6lker, die uns Pornografie in der beschriebenen Eindeutigkeit hinterlassen haben<\/em>&#8220; eint und nicht die &#8222;besitzbasierte Sesshaftigkeit&#8220;<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a>.<\/p>\n<h2 id=\"porno-sells-und-der-angebliche-sexuelle-konflikt\">Porno sells und der angebliche Sexuelle Konflikt<\/h2>\n<p>\u00dcberhaupt Pornografie. Stoverock, die sich als &#8222;sexpositiv&#8220;<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a> bezeichnet, liebt die Pornografie, wir ahnten es schon. Was wurde in den letzten Jahrzehnten nicht alles geschrieben, um zu den Leuten verst\u00e4ndlich zu machen, dass Pornografie Frauen, ja allen Menschen erheblichen Schaden zuf\u00fcgt! Es scheint, als w\u00fcrden all diese Feministinnen gegen W\u00e4nde geredet haben, wenn Stoverock so etwas schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Doch schaut man genauer hin, zeigt die Mainstream-Pornografie jedoch mehr. Die Frau steht dem Mann in der Pornografie uneingeschr\u00e4nkt zur Verf\u00fcgung, das ist wahr, doch willenlos ist sie keineswegs. Sowohl in antiken als auch modernen Darstellungen verh\u00e4lt sich die Frau l\u00fcstern, sie begegnet dem Mann mit offenen Armen und erwidert seine Ann\u00e4herung. \u2026 Im Grunde simuliert er die freie Partnerwahl einer Frau, wie sie in der <em>Female Choice<\/em> gegeben ist. Erotische Darstellungen vor allem des Mainstreams zeigen einen Akt, an dem sich die Frau freiwillig und mit Genuss beteiligt (im Fetischbereich sind nat\u00fcrlich auch andere Spielarten m\u00f6glich). \u2026 In dem Ideal offenbart sich tiefste und pers\u00f6nliche Sehnsucht, die der Sexuelle Konflikt seit Millionen von Jahren beiden M\u00e4nnern hinterlassen hat: Eine Frau, die ihn und seinen Penis von ganzem Herzen begehrt, und bei der er keine Angst vor Zur\u00fcckweisung haben muss. \u2026&#8220;<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Welche jetzt noch nicht heult, d\u00fcrfte sp\u00e4testens jetzt dazu gen\u00f6tigt sein:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;H\u00e4tte diese Sehnsucht nicht dazu gef\u00fchrt, dass die M\u00e4nner frauenunterdr\u00fcckende Strukturen schufen, um mehr Zugang zu Sex zu bekommen \u2013 man k\u00f6nnte ihr Mitgef\u00fchl entgegenbringen. Kein ver\u00e4chtliches, \u00fcberhebliches Mitgef\u00fchl, sondern ein liebevolles, ebenb\u00fcrtiges Verst\u00e4ndnis, das den Mann als f\u00fchlendes, begehrendes Wesen ernstnimmt, dem der Sexuelle Konflikt ebenso \u00fcbel mitgespielt hat wie der Frau. \u2026&#8220;<a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\">[66]<\/a>.<\/p><\/blockquote>\n<p>NEIN, Frau Dr. Stoverock, das nehme ich Ihnen nicht ab, auch wenn Sie zum Ende noch schreiben, dass die Frau sich angesichts der gef\u00e4hrlichen Folgen der Partnerschaft kein Mitleid leisten k\u00f6nne<a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\">[67]<\/a>.<br \/>\nDer Sexuelle Konflikt ist unter Biologen <em>en vogue<\/em>, da sind noch Meriten zu verdienen, und dieses Buch ist Stoverocks Beitrag:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Unsere zentrale These lautet, dass wesentliche Strukturen der m\u00e4nnlichen Zivilisation dazu dienten, die Folgen der unterschiedlichen Reproduktionsstrategien der Geschlechter abzufangen. Zu diesen Folgen geh\u00f6rt der Sexuelle Konflikt aus einander gegenl\u00e4ufigen sexuellen Bed\u00fcrfnissen, aber auch das Paarungssystem der <em>Female Choice<\/em>, in dem die Frau den Zugang zu Sex f\u00fcr M\u00e4nner regelt.&#8220;<a href=\"#_ftn68\" name=\"_ftnref68\">[68]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>In der Natur war der angebliche Sexuelle Konflikt nie ein Problem, die Female Choice wurde zum Problem f\u00fcr M\u00e4nner, als sie mit Gewalt Frauen unterwarfen. Die Sesshaftigkeit trifft so wenig Schuld, wie eine Frau, die vergewaltigt wurde. Die Theorie des Sexuellen Konflikts, die alles, was die Female Choice betrifft, problematisiert, sogar bis in die Cryptic Female Choice hinein, ist ein Irrweg wie auch Freuds \u00d6dipus-Komplex und Penisneid. Der &#8222;Konflikt&#8220; ist identisch mit dem Problem, das Patriarchen mit der Female Choice haben, und ein moralisierender Begriff, der bei der Betrachtung der Evolution nichts verloren hat und in den Biologismus f\u00fchrt. Er ist auch identisch mit dem Widerstreit des Patriarchats mit der <strong>Matrifokalit\u00e4t, die sexuelle Konflikte sozusagen aufs Genialste verhindert hat.<\/strong> In Bezug auf den Menschen (und Primaten) wird er aber immer wieder beschworen, um die menschliche Monogamie, die die Female Choice unterdr\u00fcckt, als evolvierten Schutz der Frauen und Kinder vor Vergewaltigung und Infantizid hinzustellen.<a href=\"#_ftn69\" name=\"_ftnref69\">[69]<\/a> Kein Wunder, dass Stoverock mit der Female Choice das Ende der Zivilisation nahen sieht, wie es schon der Buchtitel andeutet, bei dem optimistische LeserInnen zun\u00e4chst glauben k\u00f6nnten, es sei das Ende des Patriarchats gemeint.<\/p>\n<h2>Incels, das Schreckgespenst der Evolution?<\/h2>\n<p>Im letzten Drittel des Buches widmet sich Stoverock nun ganz ihren Sch\u00fctzlingen, den Incels. Sie beschreibt sehr detailliert die Amokl\u00e4ufe in den USA, und besonders den von Elliot Rodger. Dazu erz\u00e4hlt sie, wie sich Incels im Netz zusammenrotten und radikalisieren. Auch das m\u00f6chte sie erkl\u00e4ren:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Erinnern wir uns an die Maslowsche Bed\u00fcrfnispyramide. Die blo\u00dfe Existenz von gewaltbereiten Incels und das gleichzeitige Fehlen eines weiblichen \u00c4quivalents zeigt, dass das Bed\u00fcrfnis nach Sexualit\u00e4t f\u00fcr M\u00e4nner deutlich weiter unten in der Pyramide steht, und seine Erf\u00fcllung damit eine wesentlich h\u00f6here Priorit\u00e4t hat als f\u00fcr Frauen. Je dringlicher ein Bed\u00fcrfnis ist, desto verzweifelter und aggressiver k\u00e4mpft der Mensch um seine Erf\u00fcllung. Es k\u00e4me daher einer groben Fahrl\u00e4ssigkeit gleich, diese Gruppe nicht besonders im Auge zu behalten.&#8220;<a href=\"#_ftn70\" name=\"#_ftnref70\">[70]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Erinnern wir uns auch daran, dass die Maslowsche Bed\u00fcrfnispyramide die Bed\u00fcrfnisse des patriarchalen Mannes abbildet und Stoverock das nicht bemerkt hat. M\u00e4nner k\u00f6nnen keine Kinder kriegen, sie m\u00fcssen im Patriarchat eine Frau festsetzen, um sich \u00fcberhaupt um Kinder k\u00fcmmern zu k\u00f6nnen. Es droht ihnen die Einsamkeit im Alter, aber auch geringerer sozialer Status, der sich durchaus in barer M\u00fcnze bemerkbar macht. W\u00e4hrend n\u00e4mlich das Gehalt von M\u00fcttern ins Bodenlose sinkt, verdienen Familienv\u00e4ter mehr als kinderlose M\u00e4nner. In den USA ist diese Diskrepanz \u00fcbrigens besonders deutlich.<a href=\"#_ftn71\" name=\"_ftnref71\">[71]<\/a> Dass Kinder einen Mann arm machen, Sex mit einer Frau daher &#8222;zu einer wirtschaftlichen Gefahr&#8220; werde, wie Stoverock es ja auch behauptet hat<a href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\">[72]<\/a>, stimmt also nur teilweise. Tats\u00e4chlich haben schon die fr\u00fchen Patriarchen erkannt, dass Kinder billige Arbeitskr\u00e4fte sind, die, ordentlich erzogen die Zukunft so gestalten, wie es sich der Vater w\u00fcnscht. Sie verleihen ihm Macht, er kann seine Frau \u00fcber sie erpressen und er spart sich das Geld f\u00fcr eine Dienerin und Prostituierte. Eine Ehefrau, w\u00fcrde sie anst\u00e4ndig bezahlt, w\u00e4re so teuer, dass ein normaler Mann sie sich nicht leisten k\u00f6nnte.<br \/>\nStoverock kennt sich gut aus in der &#8222;Manosphere&#8220; und bescheinigt ihr &#8222;<em>erstaunliches Wissen \u00fcber die evolutionsbiologischen Grundlagen der Geschlechterbeziehung<\/em>&#8222;<a href=\"#_ftn73\" name=\"_ftnref73\">[73].<\/a> Wenn es dieses Wissen ist, das sie in diesem Buch zum Besten gibt, ist alles klar! Hier liegt das Problem des Buches nun offen zutage; ihre Inspiration holt sie sich bei den Misogynisten, und sie gibt es auch zu:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Stimmen, die sich um die Einbettung der physischen Prozesse in die Kultur bem\u00fchen, gibt es nur wenige. Eine von ihnen geh\u00f6rt dem kanadischen Psychologen Jordan Peterson. Er hat erkannt, dass unsere Zivilisation nur unter Abschaffung von evolutionsbiologischen Mustern m\u00f6glich war.&#8220;<a href=\"#_ftn74\" name=\"_ftnref74\">[74]<\/a><br \/>\n&#8222;Er weist darauf hin, dass die Menschheit am Anfang ihrer sesshaften Lebensweise die Incels nur \u00fcber die sozial erzwungene Monogynie in den Griff bekommen hat, und dass also ein Aufweichen dieser Monogynie einem Angriff auf die Zivilisation gleichkommt.\u201c<a href=\"#_ftn75\" name=\"_ftnref75\">[75]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, Frau Dr. Stoverock, ich &#8222;atme scharf ein&#8220; und zwar mehrfach, da hilft Ihnen auch nicht Ihre Immunisierungsstrategie<a href=\"#_ftn76\" name=\"_ftnref76\">[76]<\/a>. Und zwar aus zwei Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p>1. Der Satz suggeriert, dass Jordan Peterson der Begr\u00fcnder der Patriarchatsforschung sei. Das ist falsch. Es war Dr. Gerhard Bott, den ich oben bereits erw\u00e4hnte, der erstmals den Zusammenhang zwischen der Patriarchalisierung und der Aushebelung der Female Choice erkannte. Er berief sich dabei auf die Arbeiten von Meredith M. Small und Gerda Lerner.<a href=\"#_ftn77\" name=\"_ftnref77\">[77]<\/a><br \/>\n2. Jordan Peterson ist ein Antifeminist, der mit Aussagen wie &#8222;<em>You know you can say, \u2018Well isn\u2019t it unfortunate that chaos is represented by the feminine\u2019 \u2014 well, it might be unfortunate, but it doesn\u2019t matter because that is how it\u2019s represented. It\u2019s been represented like that forever. And there are reasons for it. You can\u2019t change it. It\u2019s not possible. This is underneath everything. If you change those basic categories, people wouldn\u2019t be human anymore. They\u2019d be something else. They\u2019d be transhuman or something. We wouldn\u2019t be able to talk to these new creatures<\/em>\u201c bei den organisierten Incels punktet. Eines seiner B\u00fccher tr\u00e4gt den Untertitel \u201cAn Antidote to Chaos\u201d.<a href=\"#_ftn78\" name=\"_ftnref78\">[78]<\/a><\/p>\n<p>&#8222;Chaos&#8220;, das ist das Wort, das Erzkonservative immer in den Mund nehmen, wenn sie Gegner diskreditieren wollen. Auch Donald Trump verwendete es inflation\u00e4r und produzierte doch selbst das allergr\u00f6\u00dfte Chaos. Aber tats\u00e4chlich fallen W\u00e4hlerInnen (und auch LeserInnen) immer wieder auf das Gesch\u00e4ft mit der Angst herein. Und in diese Kerbe haut auch Stoverock:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Und da die Kontrolle der &#8218;Ressource Frau&#8216; durch die M\u00e4nner nicht die Folge der Kultur war, sondern der erste, sie begr\u00fcndende Schritt, k\u00f6nnen die Ma\u00dfnahmen nicht einfach r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden.&#8220;<a href=\"#_ftn79\" name=\"_ftnref79\">[79]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Damit beweist sie auch einmal mehr ihre weitreichende Unbildung. Schon Tiere haben n\u00e4mlich Kultur und die menschliche Zivilisation gab es schon lange ehe das Patriarchat \u00fcber die Menschheit hereinbrach.<\/p>\n<p>Ihr Manifest lautet konsequent:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Wir m\u00fcssen das Gute aus dem Nomadenleben mit dem Guten aus der Sesshaftigkeit verbinden. Und weil allein die Gr\u00f6\u00dfe dieser Aufgabe Kopfschmerzen bereitet, beginnen wir im Kleinen, dort, wo jeder Mensch in seinem Leben etwas ver\u00e4ndern kann, und vergr\u00f6\u00dfern die Idee so lange, bis wir am Ende vor einer neuen Weltordnung stehen.&#8220;<a href=\"#_ftn80\" name=\"_ftnref80\">[80]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Wir k\u00f6nnen den Anfang wie folgt ab\u00e4ndern, denn das ist es, was sie in Wahrheit sagen will, hat sie doch seitenweise den &#8222;Nachweis&#8220; gef\u00fchrt: Wir sollen das Gute aus dem Nomadenleben mit dem angeblich Guten aus dem Patriarchat verbinden. Wie naiv das ist, zeigt der aktuelle Backlash. Es gibt nicht &#8222;ein bisschen Patriarchat&#8220;. Das Patriarchat wird sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen, solange das Vaterrecht nicht durchschaut und abgeschafft ist. DAS ist das Problem vor dem wir stehen \u2026 aber auch die Mauer hat nicht ewig gestanden. Jedoch, das Patriarchat ist eine &#8222;etwas&#8220; h\u00e4rtere Nuss, so dass noch sehr viel Wasser den Rhein herunterflie\u00dfen wird. W\u00fcrden die M\u00e4nner erkennen, wie sehr sie sich selbst schaden, dann w\u00e4re viel gewonnen. Aber dieses Buch kl\u00e4rt nicht dar\u00fcber auf, sondern tut das genaue Gegenteil.<\/p>\n<h2>Scheinfeminismus und Prostitutionsverherrlichung<\/h2>\n<p>Dr. Meike Stoverock ist keine Feministin. Die sexuelle Freiheit der Frau, die Female Choice, und damit die Freiheit \u00fcberhaupt, ist ihr so zuwider, dass sie sie weiter eingeschr\u00e4nkt sehen will. Das \u00e4u\u00dfert sich auch in ihrem Loblied auf die Pille, auch wenn sie deren Risiken und die Folgen f\u00fcr die Female Choice kennt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschen erfahren Frauen so etwas wie echte Freiheit. Die Freiheit \u00fcber das Treiben in ihren Eierst\u00f6cken bestimmen zu k\u00f6nnen. \u2026 Die selbstgew\u00e4hlte Kinderlosigkeit versetzt Frauen in die Lage, Berufe zu ergreifen, sich zu bilden, zu reisen und ihre Sexualit\u00e4t zu entdecken.&#8220;<a href=\"#_ftn81\" name=\"_ftnref81\">[81]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Ausgerechnet Letzteres ist durch die Pille stark eingeschr\u00e4nkt und immer weniger Frauen nehmen die Pille, weil sie die sch\u00e4dlichen Effekte nicht mehr tragen wollen und zudem erkannt haben, dass sie nur eine Scheinfreiheit gew\u00e4hrt, verf\u00fcgbar macht und obendrein Einsamkeit beschert, genau das, wovor m\u00e4nnliche Incels in Wahrheit Angst haben! In den Entwicklungsl\u00e4ndern ist die Pille eine echte SOS-Ma\u00dfnahme, aber als Lifestyle-Produkt taugt sie gar nichts. Im \u00dcbrigen bedeutet Female Choice auch, sich einem Partner zu verweigern.<br \/>\nEin Feminismus, der die Kraft der Female Choice diskreditiert, nicht den Weg MIT ihr aufzeigt, wie sie Frauen ein freies Leben mit ihrer kompletten positiv erlebten K\u00f6rperlichkeit erm\u00f6glicht, ist nicht f\u00fcr Frauen, sondern gegen sie. Und Stoverock hat noch nicht erkannt, wie sehr der Feminismus vom Patriarchat instrumentalisiert wird, denn sie glaubt, dass er nur vorw\u00e4rts ginge, &#8222;nie r\u00fcckw\u00e4rts&#8220;.<a href=\"#_ftn82\" name=\"_ftnref82\">[82]<\/a> Sie selbst liefert mit ihrem Buch das beste Beispiel f\u00fcr einen echten R\u00fcckschritt. Der Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung ist mit der Female Choice l\u00e4ngst gefunden, aber sie schmiert nun Klebstoff ins Schl\u00fcsselloch.<\/p>\n<p>Sex f\u00fcr alle, das ist Stoverocks Forderung,<a href=\"#_ftn83\" name=\"_ftnref83\">[83]<\/a> und ihr Respekt vor der Pornografie ist bemerkenswert. Und damit alle zu ihrem angeblichen Recht kommen, pr\u00e4sentiert sie den ganzen Katalog patriarchaler Sexf\u00fcrsorge.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Prostitution kann gerade jenen Teil der m\u00e4nnlichen Sexualit\u00e4t abfangen, der sonst unkontrolliert und potentiell gef\u00e4hrlich in die Gesellschaft sickern w\u00fcrde: die nicht gesellschaftskonformen Neigungen, den Triebstau bei Unterversorgung.&#8220;<a href=\"#_ftn84\" name=\"_ftnref84\">[84]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Ihr wesentliches Argument gegen ein Prostitutionsverbot ist:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Interessanterweise geh\u00f6ren L\u00e4nder mit striktem Prostitutionsverbot zu denen mit den h\u00f6chsten Vergewaltigungsf\u00e4llen in Europa.&#8220;<a href=\"#_ftn85\" name=\"_ftnref85\">[85]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser perfide Mythos wurde von TERRE DE FEMME und der Aussteigerin Huschke Mau l\u00e4ngst entlarvt.<a href=\"#_ftn86\" name=\"_ftnref86\">[86]<\/a> Tats\u00e4chlich sind es die Prostituierten, die dann stellvertretend vergewaltigt werden; Prostitution ist keine Female Choice! Und daher gibt es auch keine &#8222;anst\u00e4ndigen&#8220; Freier, wie Stoverock behauptet.<a href=\"#_ftn87\" name=\"_ftnref87\">[87]<\/a> Stoverock glaubt auch fest daran, dass Prostitution eine &#8222;wirksame Incel-Prophylaxe&#8220;<a href=\"#_ftn88\" name=\"_ftnref88\">[88]<\/a> sei. Dann ich frage mich aber, warum es die organisierten, aggressiven Incels jetzt schon gibt, obwohl die Prostitution noch \u00fcberall bl\u00fcht.<br \/>\nZwar kennt sie die Kritik ganz genau, wischt sie aber vom Tisch:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Eine Korrelation gibt es, auch eine unmittelbare Wirkung, beides ist nicht zu leugnen. Ob jedoch auch eine pers\u00f6nlichkeitsformende Kausalit\u00e4t besteht und wenn ja, in welche Richtung diese verl\u00e4uft, kann bisher nicht gekl\u00e4rt werden. Denn es ist sowohl m\u00f6glich, dass Pornos zu Gewalttaten f\u00fchren, als auch dass zu Gewalttaten neigende M\u00e4nner eher zum Porno greifen. Der Beweis eines urs\u00e4chlichen Zusammenhanges steht bislang noch aus.<a href=\"#_ftn89\" name=\"_ftnref89\">[89]<\/a>&#8222;<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist falsch. Wenn wir davon ausgehen, dass die T\u00e4ter nicht wissen, wie ein Porno entsteht, dann ist Pornogucken wie der Blick in die Zeitung. Konsumenten von Kinderpornos werden aber deshalb bestraft, weil bekannt ist, dass diese Filme Gewalttaten dokumentieren und sie sich deshalb mitschuldig machen. Einen Porno zu schauen ist eine Gewalttat, \u00fcbrigens auch gegen sich selbst. Konsumenten wissen ganz genau, was sie da sehen! Ebenso sind erwachsene Pornodarstellerinnen nicht einfach nur Schauspielerinnen, sondern sie werden vor der Kamera vergewaltigt, sind allerdings oft auf Droge oder so abgestumpft, dass sie es selbst nicht mehr mitbekommen. Pornos sind keine Female Choice. Es ist auch bekannt, dass schon allt\u00e4gliche Sexszenen normalen Schauspielerinnen, von denen viele es gar nicht erwarten w\u00fcrden, erhebliche Probleme bereiten.<\/p>\n<p>Und dann die Sexpuppen und all die anderen Produkte, die die Industrie bereith\u00e4lt, es liest sich wie die Hochglanzbrosch\u00fcre der Pornolobby:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Aber auch anderen Orts w\u00e4chst der Markt \u2013 wenn auch nicht so schnell, wie er k\u00f6nnte, weil die lebensechten Puppen mit mehreren tausend Euro sehr teuer sind.&#8220;<a href=\"#_ftn90\" name=\"_ftnref90\">[90]<\/a><br \/>\n&#8222;Heutige Puppen sind lebensgro\u00df, aus weichem Silikon gefertigt, mit Br\u00fcsten, die sich wenigstens ein bisschen danach anf\u00fchlen, und anatomisch genauen Genitalien. Kunden mit dem n\u00f6tigen Kleingeld k\u00f6nnen Gr\u00f6\u00dfe, Proportionen, Haar- und Hautfarbe ihrer Puppe individuell zusammenstellen. Technologische Weiterentwicklungen geben Puppen sogar Mimik \u2026&#8220;<a href=\"#_ftn91\" name=\"_ftnref91\">[91]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Ehrlich gesagt, ich will das alles gar nicht so genau wissen. Aber das sollen alles ganz normale Produkte sein, die es schon in der Antike gab<a href=\"#_ftn92\" name=\"_ftnref92\">[92]<\/a>; Patriarchat mit Patriarchat legitimiert.<br \/>\nAls vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt ihres geistigen Exzesses, bei dem wir doch uns langsam fragen m\u00fcssen, ob Stoverock nicht doch eher eine Ghostwriterin ist, lehnt sie sich an den Vorschlag eines Autors an, der &#8222;<em>Ausgleichszahlungen f\u00fcr sexuell unterprivilegierte M\u00e4nner, die ihnen wom\u00f6glich helfen k\u00f6nnten, leichter Partnerinnen zu finden<\/em>&#8220; fordert.<a href=\"#_ftn93\" name=\"_ftnref93\">[93]<\/a> Das ist schon besonders bizarr angesichts des Kampfes alleinerziehender M\u00fctter um jeden Cent. Daf\u00fcr hat die Gesellschaft also Geld \u00fcbrig? Dies alles sind keine innovativen Vorschl\u00e4ge, sondern schlicht eine Aufforderung zum Zur\u00fcck ins vorletzte Jahrhundert, wo Frauen noch &#8222;eine gute Partie&#8220; machen mussten, und ihre Female Choice keinerlei Rolle spielte.<br \/>\nIm scheinbaren Widerspruch zu ihren Ausf\u00fchrungen schreibt sie aber:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Wir m\u00fcssen die Gesellschaft liebevoll auffangen. M\u00fcssen das Narrativ \u00e4ndern von &#8218;Jeder kann Sex haben, wenn \u2026&#8216; zu &#8218;Nicht jeder hat Sex, das ist ganz normal'&#8220;<a href=\"#_ftn94\" name=\"_ftnref94\">[94]<\/a>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit einem solchen Vorschlag kann Stoverock sich nicht freischwimmen, im Gegenteil: F\u00fcr sie ist die Female Choice ein Narrativ. Und wir wissen wie sie, dass Narrative jederzeit austauschbar und revidierbar sind im Sinne von: Was schert mich mein Geschw\u00e4tz von gestern? Die Erziehung nur mit Parolen wird nicht nachhaltig sein, denn das grunds\u00e4tzliche Problem liegt nicht beim Sex, sondern in der im Patriarchat schon mit der Geburt beginnenden Trennung von der Mutter und anderen Bezugspersonen, so dass das Kind keine stabile Bindung aufbauen kann und sein tiefes Bed\u00fcrfnis nach k\u00f6rperlicher N\u00e4he nicht befriedigt wird. Wir erinnern uns: das Bed\u00fcrfnis nach Zugeh\u00f6rigkeit ist das am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gte. Der folgende lebenslange Durst nach inniger k\u00f6rperlicher N\u00e4he wird mit Sex kompensiert, und bleibt dies aus, m\u00fcndet er in aggressivem Verhalten.<br \/>\nDies aber noch zu bedienen, wie Stoverock es fordert, k\u00e4me einer Gesetzgebung gleich, die es Einbrechern erlaubte, in bestimmte staatlich zur Verf\u00fcgung gestellte H\u00e4user einzubrechen, damit sie ihren Trieb abreagieren k\u00f6nnen und andere H\u00e4user verschonen.<\/p>\n<h2 id=\"zu-guter-letzt\">Zu guter Letzt<\/h2>\n<p>Es gibt auch kluge S\u00e4tze in diesem Buch, wie ihre Ausf\u00fchrungen zur Abtreibungspolitik oder z.B.:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eTats\u00e4chlich aber ist der ganze Sch\u00f6nheitsdruck auf Frauen nur ein kultureller Trick zur Luststeigerung der M\u00e4nner \u2013 im Zweifelsfall geben sie sich auch mit viel weniger zufrieden\u201c<a href=\"#_ftn95\" name=\"_ftnref95\">[95]<\/a><br \/>\n&#8222;Alles, was die Frau tut, misst sie an den m\u00f6glichen Folgen f\u00fcr ihr Kind \u2026 noch vor ihren eigenen Bed\u00fcrfnissen.&#8220;<a href=\"#_ftn96\" name=\"#_ftnref96\">[96]<\/a><br \/>\n&#8222;Sich f\u00fcr die Ehe zu entscheiden, bedeutet, den Ursprung und Zweck der Ehe mitzutragen. Und daran \u00e4ndert sich auch nichts, wenn Frau und Mann verliebt ineinander sind und sich ohne wirtschaftlichen Zwang zu einer Heirat entschlie\u00dfen.&#8220;<a href=\"#_ftn97\" name=\"_ftnref97\">[97]<\/a><br \/>\n&#8222;Jemand, dessen Arbeit einen m\u00f6glichst hohen Geldwert produzieren kann, gilt als wertvoller als jemand, dessen Arbeit nur einen geringen Geldwert erzielt, oder jemand, der gar nicht produziert.&#8220;<a href=\"#_ftn98\" name=\"_ftnref98\">[98]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Da sehe ich das Potential der Autorin, finde aber im Gegensatz zu ihr, dass es v\u00f6llig ok ist, wenn uns dieses System \u201eeines Tages um die Ohren fliegt\u201c.<a href=\"#_ftn99\" name=\"_ftnref99\">[99]<\/a> Aber immer wieder macht sich Stoverock Sorgen, dass der Mann aufh\u00f6ren k\u00f6nnte, an der Zivilisation zu arbeiten:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Auch wenn es uns nicht schmecken will: Monogynie, also eine Art sexuelle Grundversorgung, macht die vormals 80% potentiell gewaltbereiten Gewalt [sic] neigenden M\u00e4nner \u00fcberhaupt erst tauglich f\u00fcr eine dicht beieinander lebende Menschengemeinschaft.&#8220;<a href=\"#_ftn100\" name=\"_ftnref100\">[100]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Das schmeckt nicht nur nicht, das ist auch blanker Unsinn, toxische Pseudowissenschaft. Und selbst wenn, was n\u00fctzt uns ein \u00e4u\u00dferlich braver Mitb\u00fcrger, wenn er zuhause seine Ehefrau verpr\u00fcgelt und vergewaltigt? Die Risikoabw\u00e4gung zugunsten einer stereotyp gedachten m\u00e4nnlichen Sexualit\u00e4t &#8211; mit in die Halbwelt outgesourcter Gewalt &#8211; f\u00fchrt uns \u00fcberhaupt nicht weiter, es ist n\u00e4mlich bereits der Status quo. Vor allem: das Patriarchat selbst ist f\u00fcr die Dichte der \u00dcberbev\u00f6lkerung verantwortlich, die allein durch die Unterdr\u00fcckung der Female Choice entstand; diese Selbstlegitimation muss endlich erkannt und durchbrochen werden.<\/p>\n<h2 id=\"nachtrag01\">NACHTRAG Aktuelles<\/h2>\n<p>Mit einer neuen genetischen Studie (Pressemitteilung 14. April 2021) best\u00e4tigten t\u00fcrkische Forscher nochmals die Matrifokalit\u00e4t jungsteinzeitlicher Siedlungen. <a href=\"https:\/\/www.miragenews.com\/ancient-dna-hints-at-diverse-stone-age-543915\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum Artikel im Magazin miragenews.com<\/a><br \/>\nIn \u00c7atal H\u00f6y\u00fck wurde Matrifokalit\u00e4t nun auch molekulargenetisch nachgewiesen. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/catalhoeyuek-und-matriarchat-neue-hinweise-auf-rolle-der-frauen-ld.1895649\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum Artikel auf NZZ.ch<\/a><br \/>\nDie bandkeramische Migration aus dem Karpathenbecken, die eine der fr\u00fchesten Fluchtbewegungen vor patriarchalen Horden war und die Landwirtschaft nach Mitteleuropa brachte, geschah aus Furcht vor der drohenden Ungleichheit, die Patriarchat genannt werden muss. <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/archaeologie-fruehgeschichte\/landwirtschaft-bedeutet-nicht-automatisch-ungleichheit-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum Artikel auf mdr.de<\/a><\/p>\n<h2 id=\"literatur\">LITERATUR<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul id=\"liste4\">\n<li>Blaffer Hrdy, Sarah: M\u00fctter und Andere, Berlin 2010<\/li>\n<li>Beck, Ulrich: Risikogesellschaft &#8211; Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a. M. 1986<\/li>\n<li>Bott, Gerhard: Die Erfindung der G\u00f6tter. Norderstedt 2009<\/li>\n<li>Bowles, Nellie: Jordan Peterson, Custodian of the Patriarchy. In: New York Times online vom 18.05.2018 <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2018\/05\/18\/style\/jordan-peterson-12-rules-for-life.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.nytimes.com\/2018\/05\/18\/style\/jordan-peterson-12-rules-for-life.html<\/a> abgerufen am 26.03.2021<\/li>\n<li>Conley, T. D.: Women, Men, and the Bedroom, 2011, S. 296-300<\/li>\n<li>Diep, Francie: 8,000 Years Ago, 17 Women Reproduced for Every One Man. An analysis of modern DNA uncovers a rough dating scene after the advent of agriculture. Aus: Pacific Standard Online. Original: 17.03.2015. Updated: 14.06.2017 <a href=\"https:\/\/psmag.com\/environment\/17-to-1-reproductive-success\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/psmag.com\/environment\/17-to-1-reproductive-success<\/a> abgerufen am 26.03.2021<\/li>\n<li>Duffy, Paul R. <em>et al.<\/em>: Five thousand years of inequality in the Carpathian Basin. In: Science Advances<br \/>\n06.08.2025, Vol 11, Issue 32 <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1126\/sciadv.adu0323\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DOI: 10.1126\/sciadv.adu0323<\/a><\/li>\n<li>Duwe, Rona: Mutterwut Muttermut. Fundamente und Ansto\u00df f\u00fcr die Revolte der M\u00fctter, Norderstedt 2021<\/li>\n<li>Gimbutas, Marija: Die Zivilisation der G\u00f6ttin. Frankfurt a.M. 1996 (am. Originalausg. &#8222;The Civilization of the Goddess&#8220; 1991)<\/li>\n<li>Gogolin, Stephanie: <a href=\"https:\/\/marthastochter.wordpress.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/marthastochter.wordpress.com\/<\/a><\/li>\n<li>Karmin, M. <em>et al.<\/em>: A recent bottleneck of Y chromosome diversity coincides with a global change in culture. In: Genome Research 2015; 25(4):459-466. doi:10.1101\/gr.186684.114<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC4381518\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC4381518\/<\/a> abgerufen: 26.03.2021<\/li>\n<li>Lerner, Gerda: Die Entstehung des Patriarchats. Frankfurt\/New York 1991 (am. Originalausg. &#8222;The Creation of Patriarchy&#8220; 1986)<\/li>\n<li>Mau, Huschke: <a href=\"https:\/\/huschkemau.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/huschkemau.de\/<\/a><\/li>\n<li>MDR 2025: Vor 8.000 Jahren &#8211; Landwirtschaft f\u00fchrte nicht automatisch zu Ungleichheit. Online-Ressource vom 07.08.2025 auf <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/archaeologie-fruehgeschichte\/landwirtschaft-bedeutet-nicht-automatisch-ungleichheit-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/archaeologie-fruehgeschichte\/landwirtschaft-bedeutet-nicht-automatisch-ungleichheit-100.html<\/a> abgerufen am 13.08.2025<\/li>\n<li>Die MIAs, M\u00fctterinitiative f\u00fcr Alleinerziehende e.V. i.G. <a href=\"https:\/\/die-mias.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> https:\/\/die-mias.de\/<\/a><\/li>\n<li>Schediwy, Dagmar: Was ist dran am Matriarchat in einer der \u00e4ltesten Siedlungen der Menschheit? Arch\u00e4ologen finden Hinweise, dass Frauen in \u00c7atalh\u00f6y\u00fck tats\u00e4chlich gewisse Vorteile hatten. Online-Ressource auf NZZ vom 31.07.2025: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/catalhoeyuek-und-matriarchat-neue-hinweise-auf-rolle-der-frauen-ld.1895649\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/catalhoeyuek-und-matriarchat-neue-hinweise-auf-rolle-der-frauen-ld.1895649<\/a><\/li>\n<li>Small, Meredith M.: Female Choices. Sexual Behavior of Female Primates. Cornell University Press (Oktober 1995)<\/li>\n<li>Stoverock, Meike: Female Choice \u2013 Vom Anfang und Ende der menschlichen Zivilisation, Stuttgart 2021<\/li>\n<li>Strauch, Stefanie: Als die J\u00e4ger sesshaft wurden. Aus: Wissenschaft.de vom 23.06.2009<a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/geschichte-archaeologie\/als-die-jaeger-sesshaft-wurden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.wissenschaft.de\/geschichte-archaeologie\/als-die-jaeger-sesshaft-wurden\/<\/a> abgerufen am 26.03.2021<\/li>\n<li>Terre de Femme: <a href=\"https:\/\/www.frauenrechte.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.frauenrechte.de\/<\/a><\/li>\n<li>Weingrill,Tony; van Schaik, Carel P.: Sexueller Zwang bei Primaten: Evolution\u00e4re Ursachen und Gegenstrategien der Weibchen. June 2011. Zeitschrift f\u00fcr Sexualforschung 24(02):111-133 <a href=\"10.1055\/s-0031-1271474\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DOI: 10.1055\/s-0031-1271474<\/a><\/li>\n<li>WIWO 2014: Wirtschaftswoche online vom 11.09.2014: V\u00e4ter verdienen mehr, M\u00fctter weniger &#8211; Bekommen US-Familien Kinder, verdienen die V\u00e4ter sechs Prozent mehr &#8211; und M\u00fctter vier Prozent weniger. Wie kommt diese Ungerechtigkeit zustande?<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/beruf\/kinder-und-karriere-vaeter-verdienen-mehr-muetter-weniger\/10685690.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/beruf\/kinder-und-karriere-vaeter-verdienen-mehr-muetter-weniger\/10685690.html<\/a> abgerufen am 26.03.2021<\/li>\n<li>Zeng, Tian Chen <em>et al.<\/em>: Cultural hitchhiking and competition between patrilineal kin groups explain the post-Neolithic Y-chromosome bottleneck. In: Nature Communications Volume 9, Article number: 2077 (2018) <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-018-04375-6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-018-04375-6<\/a> abgerufen am 26.03.2021<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 id=\"anmerkungen\">Anmerkungen<\/h2>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20201120201128\/https:\/www.klett-cotta.de\/buch\/Tropen-Sachbuch\/Female_Choice\/136739\">https:\/\/web.archive.org\/web\/20201120201128\/https:\/\/www.klett-cotta.de\/buch\/Tropen-Sachbuch\/Female_Choice\/136739<\/a> abgerufen am 14.03.2021<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 130 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> &#8222;Incel&#8220; nach Wikipedia: Kofferwort aus <strong><em>in<\/em><\/strong><em>voluntary<\/em>, dem englischen Wort f\u00fcr &#8222;unfreiwillig&#8220;, und <strong><em>cel<\/em><\/strong><em>ibate<\/em>, dem englischen Wort f\u00fcr &#8222;Z\u00f6libat&#8220;) bedeutet.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Stoverock 2021, S. 132<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Gimbutas 1998<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Stoverock 2021, S. 190<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. Bott, Gerhard: Wo ist der Phallus des Urvaters? <a href=\"http:\/\/gerhardbott.de\/zu-den-palaeolithischen-homines-sapientes\/wo-ist-der-phallus-des-urvaters-.html\">http:\/\/gerhardbott.de\/zu-den-palaeolithischen-homines-sapientes\/wo-ist-der-phallus-des-urvaters-.html<\/a> abgerufen am 14.03.2021<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. Stoverock, 2021, S. 27<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. Ebd., S. 16<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Stoverock 2021, S. 16<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 136<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. ebd., S. 201<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. ebd., S. 216<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Stoverock 2021, S. 189<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Patrilokalit\u00e4t. Residenzform, bei der die Ehefrau zum Ehemann und dessen Eltern ziehen muss. In Industriestaaten \u00fcberwiegt heute die sog. Neolokalit\u00e4t, ebenfalls eine patriarchale Residenzform, bei der die Frau dem Mann dorthin folgt, wo er Arbeit findet, und das ist immer seltener sein Geburtsort.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Stoverock 2021, S. 134<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vgl. Strauch 2009<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 57<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Stoverock 2021, S. 59<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 234. Eigentlich &#8222;Maslowsche Bed\u00fcrfnishierarchie&#8220;: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maslowsche_Bed%C3%BCrfnishierarchie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maslowsche_Bed%C3%BCrfnishierarchie<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Ebd., S. 18<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 18 ff<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Stoverock 2021, S. 23<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Ebd., S. 93 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Ebd., S. 134<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Ebd., S. 92<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Ebd., S. 90<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Ebd., S. 136. Anmerkung: 95\/5=19 und nicht 17!<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Vgl. Karmin et al., 2018<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Das Y-Chromosom wird nur \u00fcber die m\u00e4nnliche Linie vererbt, die MtDNA nur \u00fcber die weibliche Linie, findet sich aber bei Frauen und M\u00e4nnern in den Mitochondrien.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Vgl. Diep 2015\/18<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Zeng et al. 2018<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Stoverock 2021, S. 133 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Stoverock 2021, S. 136 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Zeng <em>et al. <\/em>2018<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 23<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Vgl. ebd., S. 90 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Stoverock 2021, S. 91<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Ebd., S. 95<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Ebd., S. 108 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Ebd., S. 110<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Ebd., 2021, S. 106<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Ebd., S. 106 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Siehe hierzu auch Conley 2011<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Stoverock 2021, S. 111<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Ebd., S. 113<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Ebd., S. 115<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Blaffer Hrdy 2010, S. 448, FN 20<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Stoverock 2021, S. 125, S. 145, S. 306<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Ebd., S. 118 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Als Beispiel sei ein Aufsatz genannt aus dem &#8222;Spektrum der Wissenschaft&#8220; mit dem Titel &#8222;Stark als Paar\u201c von Blake Edgar (Heft April 2015), den ich bereits an anderer Stelle als Leserinbrief rezensiert habe, der im Spektrum auch abgedruckt wurde. <a href=\"https:\/\/wahrscheinkontrolle.wordpress.com\/2016\/10\/14\/zum-artikel-stark-als-paar-im-spektrum-der-wissenschaft-heft-april-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/wahrscheinkontrolle.wordpress.com\/2016\/10\/14\/zum-artikel-stark-als-paar-im-spektrum-der-wissenschaft-heft-april-2015\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Stoverock 2021, Ebd. S. 128<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> Ebd., S. 140<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Ebd., S. 140<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 139<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Vgl. ebd., S. 173 ff<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Stoverock 2021, S. 143. Vgl. auch S. 328, wo sie behauptet: <em>&#8222;Ein St\u00fcck Fleisch ist schwerer zu beschaffen und damit wertvoller als etwa Brennholz. J\u00e4ger sind daher wichtiger.&#8220;<\/em> Hier folgt sie blind der patriarchalen Anthropologie, die die Jagd als Motor der Menschwerdung ansieht.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 141<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> Vgl. ebd., S. 199<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> Vgl. ebd., S. 293<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> Stoverock 2021, S. 200<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref66\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> Ebd., S. 200 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref67\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> Ebd., S. 201 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref68\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a> Ebd. S. 218. Der &#8222;<em>Pluralis Majestatis<\/em>&#8220; an dieser Stelle imitiert wohl den Sprech von wissenschaftlichen Studien, an denen meist mindestens zwei beteiligt sind. Aber sind vielleicht doch mehr als eine AutorIn beteiligt?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref69\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> Zum Beispiel bei Weingrill\/van Schaik 2011<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref70\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> Stoverock 2021, S. 234<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref71\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> WIWO 2014: V\u00e4ter verdienen mehr, M\u00fctter weniger &#8211; Bekommen US-Familien Kinder, verdienen die V\u00e4ter sechs Prozent mehr &#8211; und M\u00fctter vier Prozent weniger. Wie kommt diese Ungerechtigkeit zustande?<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/beruf\/kinder-und-karriere-vaeter-verdienen-mehr-muetter-weniger\/10685690.html\">https:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/beruf\/kinder-und-karriere-vaeter-verdienen-mehr-muetter-weniger\/10685690.html<\/a> abgerufen am 26.03.2021<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref72\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 162<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref73\" name=\"_ftn73\">[73]<\/a> Stoverock 2021, S. 235<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref74\" name=\"_ftn74\">[74]<\/a> Ebd., S. 22<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref75\" name=\"_ftn75\">[75]<\/a> Ebd., S. 243<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref76\" name=\"_ftn76\">[76]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 22 und S. 243<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref77\" name=\"_ftn77\">[77]<\/a> Vgl. Bott 2009, Vgl. Small 1995, Vgl. Lerner 1986<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref78\" name=\"_ftn78\">[78]<\/a> Bowles 2018<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref79\" name=\"_ftn79\">[79]<\/a> Stoverock 2021, S. 243<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref80\" name=\"_ftn80\">[80]<\/a> Ebd., S. 262<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref81\" name=\"_ftn81\">[81]<\/a> Ebd., S. 212<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref82\" name=\"_ftn82\">[82]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 217<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref83\" name=\"_ftn83\">[83]<\/a> Vgl. ebd., S. 280<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref84\" name=\"_ftn84\">[84]<\/a> Stoverock 2021, S. 282<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref85\" name=\"_ftn85\">[85]<\/a> Ebd., S. 283<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref86\" name=\"_ftn86\">[86]<\/a> Terre de Femme: 7 Mythen der Prostitution: <a href=\"https:\/\/www.frauenrechte.de\/rss\/380-prostitution\/sieben-mythen-der-prostitution\/2557-mythos-4-prostitution-verhindert-vergewaltigungen-maenner-brauchen-ein-ventil-fuer-ihre-uellen-beduerfnisse%20abgerufen%20am%2026.03.20121\">https:\/\/www.frauenrechte.de\/rss\/380-prostitution\/sieben-mythen-der-prostitution\/2557-mythos-4-prostitution-verhindert-vergewaltigungen-maenner-brauchen-ein-ventil-fuer-ihre-uellen-beduerfnisse abgerufen am 26.03.20121<\/a><br \/>\nhttps:\/\/huschkemau.de<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref87\" name=\"_ftn87\">[87]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 283<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref88\" name=\"_ftn88\">[88]<\/a> Vgl. ebd., S. 284<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref89\" name=\"_ftn89\">[89]<\/a> Stoverock 2021, S. 288<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref90\" name=\"_ftn90\">[90]<\/a> Ebd., S. 291<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref91\" name=\"_ftn91\">[91]<\/a> Ebd., S. 290<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref92\" name=\"_ftn92\">[92]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 289<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref93\" name=\"_ftn93\">[93]<\/a> Vgl. ebd., S. 280<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref94\" name=\"_ftn94\">[94]<\/a> Stoverock 2021, S. 274<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref95\" name=\"_ftn95\">[95]<\/a> Ebd., S. 227<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref96\" name=\"_ftn96\">[96]<\/a> Ebd., S. 246<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref97\" name=\"_ftn97\">[97]<\/a> Ebd., S. 299. Analoges auch zur Mitgliedschaft in einer Glaubensgemeinschaft.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref98\" name=\"_ftn98\">[98]<\/a> Vgl. Stoverock 2021, S. 144<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref99\" name=\"_ftn99\">[99]<\/a> Stoverock 2021, S. 23<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref100\" name=\"_ftn100\">[100]<\/a> Ebd., S. 167<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00f6ffentlicht 08.04.2021 Warum diese Kritische Rezension? &#8222;In der Natur m\u00fcssen M\u00e4nnchen singen, tanzen, k\u00e4mpfen, bauen, w\u00e4hrend die Weibchen die Show genie\u00dfen und anschlie\u00dfend mit dem Sieger abziehen. 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