{"id":5623,"date":"2024-07-08T17:41:34","date_gmt":"2024-07-08T15:41:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/?p=5623"},"modified":"2024-09-10T15:09:24","modified_gmt":"2024-09-10T13:09:24","slug":"apokalyptische-reiter-warum-gehen-kulturen-immer-wieder-unter-und-was-bedeutet-das-fuer-die-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/en\/apokalyptische-reiter-warum-gehen-kulturen-immer-wieder-unter-und-was-bedeutet-das-fuer-die-gesellschaft","title":{"rendered":"Apocalyptic Riders Reloaded \u2013 Why Cultures Keep Dying and What That Means for Society"},"content":{"rendered":"<p>Im Bild: Die vier Reiter der Apokalypse (Beatus-von-Osma-Codex, 11. Jahrhundert) von Martinus (Scribe-Petrus) &#8211; Archives de la Cath\u00e9drale, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=499335\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gemeinfrei<\/a><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/a00aea18be514d1ea55b8d7cae8b307b\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<h2 id=\"gesellschaftlicher-zerfall-als-phaenomen\">Gesellschaftlicher Zerfall als Ph\u00e4nomen<\/h2>\n<p>Die Arch\u00e4ologie beobachtet schon seit Langem, dass sich in Europa ab einem gewissen Zeitpunkt in der Jungsteinzeit immer neue Kulturen quasi die Klinke in die Hand gaben. Kaum war eine neue Kultur entstanden, verschwand sie auch schon wieder. Bandkeramik, Hinkelstein Kultur, Gro\u00df Gartacher Kultur, R\u00f6ssener Kultur, Michelsberger Kultur etc., sie alle entstanden und verschwanden in Zeitrahmen von nur wenigen hundert Jahren. Wo die Menschen geblieben sind, war lange ein R\u00e4tsel und Gegenstand von Spekulationen, bis die Genetik zeigen konnte, dass manche Kulturen tats\u00e4chlich spurlos verschwanden, andere dagegen in neuen Kulturen aufgingen, also assimiliert wurden.<\/p>\n<p>Der Kultur-Begriff muss dabei kurz erkl\u00e4rt werden. Mit z. B. der R\u00f6ssener Kultur ist eine pr\u00e4historische Gemeinschaft gemeint, die eine f\u00fcr sie typische materielle Auspr\u00e4gung zeigt. So angewendet dient der Kultur-Begriff lediglich zur Unterscheidung von Gemeinschaften \u00fcber Raum und Zeit, sagt aber noch nichts \u00fcber das Wesen ihrer Sozialordnungen aus. Im Folgenden gebrauche ich den schwer definierbaren Kultur-Begriff &#8211; um den Rahmen nicht zu sprengen &#8211; als die Gesamtheit des tradierten Schaffens, Erfindens, Denkens und Verhaltens, die sog. <a href=\"https:\/\/openevo.eva.mpg.de\/teachingbase\/kumulative-kultur\/?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kumulative Kultur<\/a>.<br \/>\nIm medialen Sprachgebrauch wird eher nicht vom Zusammenbruch von Kulturen gesprochen, sondern von Gesellschaften, womit meist Vorstellungen von Gesellschaft verbunden sind, wie wir sie leben. Der \u201eUntergang der Gesellschaft\u201c ist zudem ein Schreckgespenst, das gerne an die Wand gemalt wird. Daher m\u00fcssen wir uns dieses Wort ebenfalls genauer ansehen. Eine Gesellschaft ist entgegen dem Sprachgebrauch keine nat\u00fcrliche Sozialordnung, sondern immer von M\u00e4nnern gewaltsam hergestellt und aufrechterhalten. Dabei haben sie eine spezifische Kultur hervorgebracht, die nur im Patriarchat denkbar ist. Deshalb ist die Gewalt untrennbarer Teil der patriarchalen Kultur, die eine Andro-Kultur<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-1\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"1\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Der Begriff \u201eAndro-Kultur\u201c von Stephanie Gogolin beschreibt die m\u00e4nnlich inszenierte und dominierte Kultur des Patriarchats. Sie beinhaltet Gewalt und Experimente, die massiv in die Natur eingreifen.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-1\">1<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"1\">Der Begriff \u201eAndro-Kultur\u201c von Stephanie Gogolin beschreibt die m\u00e4nnlich inszenierte und dominierte Kultur des Patriarchats. Sie beinhaltet Gewalt und Experimente, die massiv in die Natur eingreifen.<\/span> ist. Einer Gesellschaft wird ihre Beschreibung allein \u00fcber materielle G\u00fcter nicht mehr gerecht. In jeden Gegenstand kann nun potentiell auch eine h\u00f6here Bedeutung hineininterpretiert werden. Bis heute wird Gewalt und Gewaltverhalten kultiviert, was sich meist auch an den G\u00fctern spiegelt. Kriegswaffenfunde bei einer arch\u00e4ologischen Grabung m\u00fcssen in patriarchale Zeit datiert werden, wobei der regionale Ursprung der Waffe wie bei jedem anderen Einzelfund genauer untersucht werden muss. Bei z.B. dem Fund eines harmlosen Plastikeimers k\u00f6nnen wir dar\u00fcber nachdenken, was alles geschehen musste, bis die Kultur in der Lage war, ihn herzustellen. Entsprechend muss hier auch mit einer immateriellen Gewalt-Kultur gerechnet werden. Findet sich aber ein solcher Eimer in einem bis dahin unkontaktierten Volk, muss das kein Beweis f\u00fcr eine Gewalt-Kultur sein.<br \/>\nDas globale Patriarchat, auch \u201edie Gesellschaft\u201c genannt, setzt sich aus vielen Einzel-Gesellschaften zusammen, die auf St\u00e4mme mit Stammv\u00e4tern zur\u00fcckgehen, und die jede f\u00fcr sich zerfallen kann, ohne dass das Patriarchat bedroht w\u00e4re. Solange irgendwo Patriarchat, sprich ein \u201eb\u00f6ser Nachbar\u201c zu finden ist, werden Gesellschaften zerfallen und neu entstehen, weil das Patriarchat aufgrund seiner \u00dcberbev\u00f6lkerung expansiv ist und jeden verwaisten Landstrich wiederbesetzt, allen \u00dcberlebenden eine neue Herrschaft \u00fcberst\u00fclpt. Dabei ver\u00e4ndert sich die materielle Kultur und die Regierung wechselt, aber aufgrund ihrer Anpassungsf\u00e4higkeit werden die Menschen schnell wieder zur Normalit\u00e4t zur\u00fcckfinden. Daf\u00fcr arbeitet wiederum ihr privates Patriarchat, denn es gilt: Das Private ist das Politische. Daher ist das Szenario eines Untergangs der Gesellschaft ein Phantom, solange nicht die Gemeinschaft der Unterdr\u00fcckten dieser Welt erkennt, dass ihre private Lebensweise das Problem ist.<br \/>\nZerf\u00e4llt eine bestimmte Gesellschaft, zerf\u00e4llt auch ihre Kultur, und ohne die Kulturtr\u00e4ger, die Menschen, ist alles nur noch ein arch\u00e4ologischer Fund. Es ist aber auch umgekehrt so, dass der Zusammenbruch einer Kultur sofort den Zusammenbruch einer Einzel-Gesellschaft nach sich zieht, die sie hervorgebracht hat, weil eine bestimmte Gesellschaft auch eine bestimmte Kultur mit einer entsprechenden Ideologie braucht, ohne die sich ihre Mitglieder in schwere Auseinandersetzungen verwickeln. Je mehr kulturelle Optionen vorhanden sind, desto gr\u00f6\u00dfer auch die Meinungsvielfalt, die ohne sanktionierte Debattenkultur oder Unterdr\u00fcckung anderer Meinungen zum B\u00fcrgerkrieg f\u00fchrt. Gemeint ist eigentlich immer die Frage, wie wir ein gutes Leben hinkriegen, und da unterscheiden sich im Patriarchat insbesondere M\u00e4nner und Frauen fundamental. Auch M\u00e4nner k\u00f6nnen sich gegenseitig das Leben zur H\u00f6lle machen, dann aber geht es den Frauen noch schlechter. Die gewaltgepr\u00e4gte Andro-Kultur ist der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenh\u00e4lt, so paradox das klingt. Daher wird es trotz aller gutgemeinter Appelle kein Patriarchat ohne Gewalt gegen Frauen geben.<br \/>\nDer Zusammenbruch \u201eder Gesellschaft\u201c ist daher genaugenommen eine Befreiung vom Patriarchat, jedoch nur wenn dabei auch das Patriarchat aus den K\u00f6pfen verschwindet. Eine vorherige Aufkl\u00e4rungsbewegung erweist sich dann \u00fcberlebenswichtig f\u00fcr die gesamte Menschheit, die Idee muss schon irgendwo <em>in petto<\/em> sein. Wie bereits an anderer Stelle ausgef\u00fchrt, ist die Gesellschaft immer ein patriarchales, also auch hierarchisches System. Eine Andro-Kultur bringt daher auch G\u00fcter hervor, die diese Hierarchie (\u00fcbersetzt \u201eheilige Herrschaft\u201c) nicht nur ausdr\u00fccken, sondern ihr huldigen bzw. als heilsbringend verkl\u00e4ren. In einer akut zu zerfallen drohenden Gesellschaft wird stets auch der Ruf nach einem Heilsbringer laut. Personenkult und die Radikalisierung der religi\u00f6sen Weltanschauung oder gar die Entstehung von Ersatz-Religion geh\u00f6ren dazu. Beide, eine Gesellschaft und ihre Andro-Kultur bedingen sich gegenseitig. Die Frage ist, ob sie aufgrund interner Probleme quasi implodiert ist, oder ob sie durch Angreifer zerst\u00f6rt wird.<\/p>\n<p>Dagegen braucht unser angeborenes Sozialverhalten, die Matrifokalit\u00e4t, keinen kulturellen Kitt, sondern ist egalit\u00e4r und friedlich und bringt Kulturtechniken hervor, die das Leben erleichtern und den Nachwuchs in jeder Hinsicht f\u00f6rdern und erhalten, weshalb sie an die n\u00e4chste Generation weitergegeben werden. Daher m\u00fcssen z.B. \u00fcber einen langen Zeitraum gleichartige Gef\u00e4\u00dfe oder Werkzeuge nicht bedeuten, dass ihre Ausformung die gelebte Identit\u00e4t der Menschen ausdr\u00fcckt, sondern k\u00f6nnen auch einfach bedeuten, dass der Gegenstand optimiert war. Selbst grafische Muster k\u00f6nnen sich ohne h\u00f6heren Sinn so \u00fcber einen langen Zeitraum wiederholen. \u00c4hnlich wie die Sprache ver\u00e4ndern sich die Dinge dennoch, weil kein Mensch immer alles genau so machen kann wie ein Vorfahr. Die sich wandelnden naturr\u00e4umlichen Bedingungen beeinflussen ebenfalls quasi evolution\u00e4r die Ausgestaltung von Gegenst\u00e4nden. Im Matrifokal wird der Wandel nicht forciert oder nur herbeigesehnt, sondern er passiert und die Menschen passen sich unbewusst an. Entsprechend ver\u00e4ndert sich auch Erinnerung und ihre erz\u00e4hlte Geschichte. Die Sozialordnung des Matrifokals ist \u00e4u\u00dferst stabil und sie war \u00fcber 3 Millionen Jahre Menschheitsentwicklung die optimale Lebensweise. Sie ist von innen nicht bedroht, solange sich die Menschen nicht blindlings von einer Technologie abh\u00e4ngig machen, die konstante naturr\u00e4umliche Bedingungen voraussetzt.<\/p>\n<h2 id=\"gewalt-andro-kultur\">Die Gewalt als Voraussetzung von Gesellschaft und Andro-Kultur<\/h2>\n<p>Jede Gesellschaft wird von arch\u00e4ologisch oder gegenw\u00e4rtig unsichtbarer Gewalt zusammengehalten: von Ideologie und entsprechender h\u00e4uslicher Gewalt, deren Existenz nur durch empirischen Vergleich r\u00fcckgeschlossen werden kann. Das Patriarchat baut auf Gewalt gegen seine eigenen Mitglieder, zuerst gegen die Frauen, auf, es ist der sprichw\u00f6rtliche falsche Film.<br \/>\nInnerhalb eines Patriarchats sind nicht alle gleich, insbesondere werden die Frauen, die durchaus Raum gewinnen k\u00f6nnen, wenn sie sich zusammentun oder Einfluss haben und Forderungen stellen, immer wieder mehr oder weniger subtil auf ihre Pl\u00e4tze verwiesen. Dann haben wir es mit einem sogenannten Backlash (engl. f\u00fcr \u201eR\u00fcckschlag\u201c). Die Zukunftsforscherin Riane Eisler hat erkannt, dass jedem Krieg eine Welle der Frauenfeindlichkeit vorausging.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-2\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"2\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Eisler 2005, S. 230 ff\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-2\">2<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"2\">Vgl. Eisler 2005, S. 230 ff<\/span> In den Nachkriegsjahrzehnten kommen die Menschen zur Besinnung, und erkennen, dass ein Krieg niemals die L\u00f6sung aller Probleme ist, um &#8211; zu vorger\u00fcckter Stunde &#8211; wieder zur patriarchalen Tagesordnung zur\u00fcckzukehren. Der n\u00e4chste Krieg ist damit vorprogrammiert.<br \/>\nZur inneren Gewalt einer Gesellschaft tritt, wenn sie nicht bald zur Ausl\u00f6schung f\u00fchrt, immer wieder auch \u00e4u\u00dfere Gewalt durch benachbarte Gesellschaften hinzu, die zweierlei Wirkungen auf die bedrohte Gesellschaft haben kann. Einerseits kann ein gemeinsamer Feind, ein Angreifer, zusammenschwei\u00dfen, andererseits k\u00f6nnen sich zwei Lager bilden, von denen sich das eine tendenziell unterwerfen will, w\u00e4hrend das andere versucht, sich zu wehren, wenn alle Diplomatie zu versagen droht, mit oder ohne Erfolg. Despoten setzen gerne auf die Propaganda des Zusammenhalts, w\u00e4hrend Demokratien dazu neigen, sich dar\u00fcber zu zerstreiten, wovon dann die innere Gewalt angeheizt wird. So kann ein Feind allein durch seine Drohungen eine Gesellschaft von innen zerm\u00fcrben. Wir erleben das gerade. Die Spirale der Gewalt, die durch gleich starke, verfeindete Gesellschaften angekurbelt wird, schwei\u00dft auch Demokratien im Innern eher zusammen, es sei denn eine starke Gruppe mahnt zum Abr\u00fcsten und l\u00f6st damit eine Debatte aus.<\/p>\n<p><strong>Eine Gesellschaft ist zwar nicht angelegt, um zu zerfallen, ganz im Gegenteil, aber sie kann nur so angelegt werden, dass sie zerfallen muss, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter, weil gleich drei Faktoren gegen sie arbeiten: unser matrifokales Erbe, die innere Gewalt und die feindlichen Gesellschaften.<\/strong> Aus der Arbeit gegen den Zerfall ziehen im \u00dcbrigen wenige Privilegierte innerhalb der Gesellschaft Profit, nicht nur Politiker und Konzerne, sondern auch Kirchenf\u00fcrsten und Milit\u00e4rs. Honig wird schon allein aus der Warnung vor dem Untergang gesaugt, wobei v\u00f6llig andere Ziele durchgesetzt werden sollen.<br \/>\nDer endg\u00fcltige Niedergang einer Gesellschaft ist immer mit vielen Toten verbunden, denn gro\u00dfe patriarchalisierte Menschengruppen ringen gegeneinander ums \u00dcberleben, statt zu kooperieren. Das gef\u00fcrchtete Chaos, das Faustrecht bricht aus. Aber es ist \u00e4u\u00dferst selten, dass niemand \u00fcbrigbleibt. Die \u00dcberlebenden werden in der Regel ihre Andro-Kultur zu restaurieren versuchen. Es braucht aber schon ein starkes ideologisches Umdenken, um etwas Neues zu probieren, um nicht wieder an denselben Fehlern unterzugehen. Der Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg ist daf\u00fcr ein Beispiel. Man bem\u00fchte sich, die alten sozialen Probleme zu bek\u00e4mpfen, indem der billige Wohnungsbau vorangetrieben wurde, &#8211; wovon wenige M\u00e4nner reich geworden sind -, viele dieser Bauten machen heute Probleme oder mussten schon wieder abgerissen werden -, und man machte den Fehler der autogerechten Stadt. Nicht das f\u00fchrt zum n\u00e4chsten Untergang, aber er ist bereits vorprogrammiert, weil das Patriarchat mit dem 2. Weltkrieg nicht mituntergegangen ist und seine modernen Str\u00f6mungen schon wieder zerstritten sind.<\/p>\n<h2 id=\"zahlen-statt-meinung\">Zahlen statt Meinung \u2013 die Auswirkungen von Gewalt und Klima<\/h2>\n<p>Die Offenbarung des Johannes machte die vier apokalypischen Reiter als die Gei\u00dfel der Menschheit aus. Der erste Reiter stand f\u00fcr Siegeslust und Gerechtigkeit, der zweite f\u00fcr Krieg, der dritte f\u00fcr Tod und Hunger, und der vierte f\u00fcr Angst und Krankheit.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-3\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"3\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Bibel, NT, Offenbarung des Johannes, 6. Kapitel\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-3\">3<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"3\">Vgl. Bibel, NT, Offenbarung des Johannes, 6. Kapitel<\/span> Mit Katastrophen war immer auch der Gedanke der g\u00f6ttlichen Reinigung verbunden, sie wurden durchaus auch als etwas Positives gesehen. Dies steht in der babylonischen Tradition des Atra-Hasis-Mythos, Vorl\u00e4ufer der Sintflut-Geschichte, wo Heimsuchungen als Begrenzung der \u00dcberbev\u00f6lkerung durch die G\u00f6tter verstanden wurden.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-4\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"4\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Uhlmann 2019\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-4\">4<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"4\">Vgl. Uhlmann 2019<\/span>\nIn der j\u00fcngeren Vergangenheit gab es so manche spekulative Meinung, woran der schnelle Wechsel der jungsteinzeitlichen Kulturen liegen k\u00f6nnte, bis die Arch\u00e4ologie begann, das Ph\u00e4nomen des Zerfalls mit naturwissenschaftlichen und mathematischen Methoden eingehend zu untersuchen. In Deutschland federf\u00fchrend bei der Erforschung der Entwicklung ist der Pr\u00e4historiker und Pal\u00e4oklimatologe Detlef Gronenborn, der im Jahre 2011 einen signifikanten Zusammenhang zwischen Klimaeinbr\u00fcchen und Migration entdeckt hat.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-5\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"5\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Gronenborn 2011\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-5\">5<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"5\">Vgl. Gronenborn 2011<\/span> Diese Studie habe ich vor einigen Jahren mit den Spuren der Entstehung des Patriarchats in Verbindung gebracht und konnte zeigen, dass der Beginn des Patriarchats nicht einfach mit dem Beginn der Landwirtschaft identisch ist, wie es vielfach behauptet wird, sondern ca. 3000 Jahre dazwischen liegen.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-6\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"6\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Uhlmann 2019\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-6\">6<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"6\">Vgl. Uhlmann 2019<\/span> Die Arch\u00e4ologie und die Arch\u00e4ogenetik konnten beweisen, dass die sog. Misox-Schwankung vor 8200 Jahren eine bis dahin beispiellose Migration ausl\u00f6ste. Aus dem gleichen Zeitraum finden sich erste Spuren von Kriegen und patrilokaler Lebensweise. Es war aber das Patriarchat selbst, das die v\u00f6llig neue Dynamik aus Entstehung und Verfall von Kulturen im Gang hielt und eine Kette weiterer Migrationen &#8211; wir k\u00f6nnen auch sagen &#8211; Feldz\u00fcgen nach sich zog. Es gab seitdem auch immer wieder Klimakrisen, die jedoch nur noch geringen Einfluss auf die Vorg\u00e4nge hatten, denn nun war die Ideologie des Patriarchats der Motor, also geistige Gewalt, die andere Gewaltformen impliziert. Nicht das Klima allein kann f\u00fcr Gewalt und Untergang verantwortlich gemacht werden, es war lediglich die Initialz\u00fcndung eines Prozesses, der zum Selbstl\u00e4ufer wurde. Es hat nun allenfalls verst\u00e4rkende Wirkung.<br \/>\nWesentlich dabei war, dass das Patriarchat an die Viehzucht gekn\u00fcpft ist, die als Reaktion auf die Hungersnot zur Zeit der Misox-Schwankung in der s\u00fcdrussischen Steppe erfunden wurde, und die in sich nomadisch statt sesshaft angelegt war. Das enorme Wachstum der Herden erforderte die Migration der Hirten und ihres Besitzes, und solange die sesshafte Stallhaltung mit Zuchtaustausch bzw. die teilsesshafte Transhumanz noch nicht eingef\u00fchrt war, f\u00fchrte das an den Stammesgrenzen zu den ersten Kriegen. Die Unterdr\u00fcckung der Sexualit\u00e4t der Frau &#8211; also Menschenzucht &#8211; und die einseitige Ern\u00e4hrung mit gez\u00fcchtetem Fleisch f\u00fchrte zu einer nie dagewesenen \u00dcberbev\u00f6lkerung, wobei m\u00e4nnliche Kinder bevorzugt wurden. Aus den \u00fcberz\u00e4hligen M\u00e4nnern generierte sich eine gewaltbereite, patriarchatsideologisch gefestigte Kriegerkaste, die zum Selbstzweck immer wieder gen Westen oder weiter nach Osten strebte. Dieser arch\u00e4ologisch-kulturhistorische Ansatz, der insbesondere von der Arch\u00e4ologin Marija Gimbutas ausformuliert wurde &#8211; als sog. Kurgan-These \u2013 ist inzwischen auf breiter Basis anerkannt und erf\u00e4hrt seit Jahren durch immer neue Studien weitere Best\u00e4tigung.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber, was Kulturen oder Gesellschaften zum Zusammenbruch bringt, wurde wie angedeutet lange mit empirisch-logischen Kausalketten diskutiert. Dabei waren vor allem zwei Argumente wesentlich, gesellschaftliche Konflikte und das Klima. Die Klima-These wurde dabei immer beliebter, ja Konsens, und sie bedient mittlerweile die aktuelle Politik, geht doch die Angst um, dass der Klimawandel nicht nur Katastrophen, sondern auch eine unbeherrschbare Migrationswelle ausl\u00f6st. Das vorindustrielle Klima eignet sich hervorragend, die Verantwortung auf die b\u00f6se Natur zu schieben.<br \/>\nJedoch seit Mitte 2023 liegen Computer-Modelle vor, mit denen die Stichhaltigkeit der Argumente \u00fcberpr\u00fcft wurden. Ein interdisziplin\u00e4res Team unter der Leitung des russisch-US-amerikanischen Biologen, Komplexit\u00e4tsforschers und Sozialwissenschaftlers Peter Turchin, dem wieder Detlef Gronenborn angeh\u00f6rt, untersuchte die dabei simulierten Bev\u00f6lkerungsdynamiken \u00fcber die letzten 9000 Jahre, die, einmal angeworfen, von Kreisl\u00e4ufen aus boomen Kulturen und deren Zusammenbr\u00fcchen gekennzeichnet ist.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-7\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"7\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Kondor et al.: 2023\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-7\">7<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"7\">Vgl. Kondor <em>et al.<\/em>: 2023<\/span>\nZwar wurde das Ergebnis dieser Studie sofort in einem der wichtigsten Fachmagazine publiziert, eine breitere \u00d6ffentlichkeit erfuhr aber erst ein halbes Jahr sp\u00e4ter davon, vielleicht, weil es zu unwichtig oder unspektakul\u00e4r erschien. Anfang 2024 meldete die \u201eArch\u00e4ologie in Deutschland\u201c: \u201e<em>Eine Metastudie soll zeigen, dass der Zusammenbruch vergangener Kulturen haupts\u00e4chlich mit dem Verfall von gesellschaftlichem Zusammenhalt einhergeht.<\/em>\u201c<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-8\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"8\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"AiD Heft 1\/2024, S. 76\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-8\">8<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"8\">AiD Heft 1\/2024, S. 76<\/span> Bei einer solchen Tautologie sollte es kein Wunder sein, dass die Resonanz m\u00e4\u00dfig bis gering ausf\u00e4llt. Wer jetzt wenigstens erheitert weiterliest, verpasst nicht Detlef Gronenborns Auskunft, dass die Auswirkungen klimabedingter und gesellschaftlicher Faktoren in einer Simulation \u00fcberpr\u00fcft wurden.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-9\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"9\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. ebd., S. 77\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-9\">9<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"9\">Vgl. ebd., S. 77<\/span> Das hat meine Aufmerksamkeit endg\u00fcltig erregt, denn ich kannte ja l\u00e4ngst seine \u00e4ltere Studie. Sollte er sich nun selbst widersprechen? Mitnichten! Die Studie best\u00e4tigt sogar seine \u00e4lteren Ergebnisse, und sie ist es wert, n\u00e4her angeschaut zu werden. Sie zeigt, dass der <em>Impact<\/em> von Klima und Gewalt (die er oben als \u201egesellschaftlicher Faktor\u201c verklausuliert hat) auf eine Gesellschaft unterschiedlich schnell abflaut. Das Klima kann eine ankurbelnde Wirkung auf die Gewalt haben, muss aber nicht. W\u00e4hrend nach einer Klimakrise relativ bald alle Sch\u00e4den an G\u00fctern und Leben kompensiert sind und wieder Ruhe einkehren kann, wirft die Gewalt, sofern sie stattfindet, dann selbst einen Motor an. Ob Gewalt ins Spiel kommt, h\u00e4ngt davon ab, wie abh\u00e4ngig die Menschen zuvor von ihren Technologien geworden waren.<br \/>\nDie Blaupause daf\u00fcr sind die Vorg\u00e4nge w\u00e4hrend und nach der Misox-Schwankung. W\u00e4hrend die noch wildbeuterisch lebenden M\u00e4nner Mitteleuropas auf die Misox-Schwankung adaptiv reagierten und nicht gewaltt\u00e4tig gegen die Frauen und sich selbst wurden, haben die \u00fcberlebenden, ehemals matrifokalen, nun aber mutterlosen anatolischen Bauern die K\u00fche aus dem ehemaligen Gesamthandseigentum in die Steppe getrieben, wo sie sie erstmals der Zucht unterwarfen. Analog entf\u00fchrten diese verrohten M\u00e4nner auch \u00fcberlebende Frauen und die indigenen Frauen der Steppe und vergewaltigten sie. Als sich die so entstandene sog. Sredny-Stog-Kultur etabliert hatte und begann sich auszubreiten, stie\u00df sie im heutigen Nord-Kasachstan auf die indigene, sesshafte Botai-Kultur und deren Pferdebesitz. Die Botai, die keine Pferdezucht, sondern Pferdehaltung betrieben, um leichter an das Fleisch und die Milch zu gelangen, lebten noch matrifokal. Nachdem die Sredny-Stog-M\u00e4nner sich deren Wissen, wie ein Pferd zu z\u00e4hmen und zu reiten sei, angeeignet hatten, endete der \u201eKontakt\u201c mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Massaker an den Botai. Sie wurden demnach von diesen ersten Patriarchen ausgel\u00f6scht, jedoch ohne dass die Botai-Frauen das \u00fcberlebt h\u00e4tten. Ich vermute, dass die Botai-Frauen, die auf einem Pferd reiten konnten, leicht h\u00e4tten aus ihrer Gefangenschaft fliehen k\u00f6nnen und das Wissen auch ihren T\u00f6chtern verraten h\u00e4tten. Das musste k\u00fcnftig verhindert werden, wie sp\u00e4ter lange Zeit den Saudi-Arabischen Frauen das Autofahren nicht gelehrt werden durfte.<\/p>\n<p>Zu Pferde wurde schlie\u00dflich die gesamte Welt patriarchalisiert, heute k\u00f6nnen Drohnen den auch f\u00fcr M\u00e4nner nicht ungef\u00e4hrlichen Job der Vorv\u00e4ter \u00fcbernehmen. Der Motor der Gewalt kommt erst zum Stillstand, wenn der letzte Kraftstoff verbraucht ist, das letzte Pulver verschossen wurde. Der totale Ressourcen-Verbrauch, aber auch die Dynamik des \u201eAuge um Auge\u201c-Prinzips bilden sich daran trefflich ab. Die Ideologie, die systemische und h\u00e4usliche Gewalt gegen Frauen bleiben dabei aber unsichtbar. Der letzte Mann wird kinderlos bleiben, ob er sich neuerdings als Frau identifiziert oder nicht. Ohne das Wissen um die Patriarchalisierung und das gewaltsame Wesen aller Gesellschaften ist das Ergebnis der Studie nicht zu verstehen. Wenn das Patriarchat erst einmal ins Rollen geraten ist, ist es praktisch fast nicht mehr zu stoppen, auch wenn sich das Klima wieder bessert, bzw. auch gerade dann, denn g\u00fcnstiges Wetter f\u00f6rdert auch den Wohlstand, es liefert Brot und animiert zu Spielen, verhindert also Revolutionen, und \u00e4ndert nichts an der Ideologie und h\u00e4uslichen Gewalt. Aber dieser Umstand taucht nirgendwo auf, wenn es um dieses Thema geht. Es darf alles sein, alles wird in Erw\u00e4gung gezogen, nur nicht, dass die Herrschaft der V\u00e4ter, das Patriarchat, Schuld ist an seinen Unterg\u00e4ngen.<\/p>\n<h2 id=\"ersatzmann-schwarzer-tod\">Ersatzmann Schwarzer Tod<\/h2>\n<p>In der Zeit ab 5550 Jahren vor heute wurden in ganz Europa Gebiete von Angeh\u00f6rigen der Jamnaja-Kultur aus der Steppe S\u00fcdrusslands \u00fcberfallen. Die Jamnaja waren die ersten Reiternomaden, hervorgegangen aus dem Sredny-Stog-Patriarchat. Der d\u00e4nische Genetiker Eske Willerslev ist davon \u00fcberzeugt, dass die Ausrottung von teils 90% der Bev\u00f6lkerung nicht durch deren rohe Gewalt, sondern durch die Pest get\u00f6tet und die \u00dcberlebenden so genetisch \u00fcberformt worden seien. \u201e<em>Die Pest machte uns zu dem, was wir Nordeurop\u00e4er sind<\/em>\u201c, sagt er in einer Fernseh-Doku.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-10\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"10\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Eske Willerslev in ZDF 2019 ab Min. 40:45.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-10\">10<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"10\">Eske Willerslev in ZDF 2019 ab Min. 40:45.<\/span> Die Jamnaja h\u00e4tten nicht nur die Pest, sondern eine neue Sozialordnung eingef\u00fchrt, die Kleinfamilie \u2013 hier f\u00e4llt erwartungsgem\u00e4\u00df nicht das n\u00f6tige Wort Patriarchat.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-11\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"11\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. ebd. Min 37:15.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-11\">11<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"11\">Vgl. ebd. Min 37:15.<\/span> Dazu sehen wir romantische Bilder einer lachenden Mutter, die ihren Kindern zu essen gibt. Zwar haben wir es hier mit nicht weniger als der Anerkennung der Patriarchalisierung zu tun, aber die Kleinfamilie wird auf diese Weise als positive Neuerung hingestellt. Denn die Familie, die auch unter den Jamnaja vielmehr eine Gro\u00dffamilie im heutigen Sinne war, der Gro\u00dfv\u00e4ter ihren Namen geben, ist das Herrschaftsgebiet des <em>Pater familias<\/em> (lat. f\u00fcr Familienvater) und damit f\u00fcr das Vorpatriarchat ein unzul\u00e4ssiger Begriff. Vor dem Patriarchat gab es keine Familienstrukturen irgendwelcher Art, sondern ausschlie\u00dflich <a href=\"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/en\/vom-matrifokal-zum-matridurat-der-unterschied-zwischen-freiem-leben-und-dem-ueberleben-im-patriarchat-auszuege-aus-dem-gleichnamigen-buchprojekt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Matrifokale<\/a>. Auch der Pal\u00e4ogenetiker Johannes Krause meint in der Doku, dass allein durch Krieg nicht so viele Menschen sterben k\u00f6nnten wie durch die Pest.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-12\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"12\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Interview Johannes Krause ebd. ab Min. 38:08\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-12\">12<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"12\">Vgl. Interview Johannes Krause ebd. ab Min. 38:08<\/span> Die neue Gewalt gegen die Frauen zeigt dagegen ganz klar: das war keine friedliche Migration, sondern ein klassischer Eroberungsfeldzug mit den ihn begleitenden Vergewaltigungen. Auf die beiden &#8222;Mitbringsel&#8220; der Jamnaja h\u00e4tten die Frauen gerne verzichtet. Aber es soll so aussehen: \u201ewar ja nicht alles schlecht\u201c unter den Jamnaja!<\/p>\n<p>Mit dem Beginn des Patriarchats lebten deutlich weniger Menschen, es gab keinerlei Gesetze oder Moraltheologie, die die Kriegsopfer vor der Gewalt der Invasoren gesch\u00fctzt h\u00e4tten, und die Jamnaja-Leute waren, anders als die Opfer, zu Pferde unterwegs, eine milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit, die bis zur Atombombe nie wieder erreicht wurde. Dass die Jamnaja mit einer gewissen Resistenz gegen die Pest die Indigenen dann einfach aufgrund ihrer Anzahl genetisch dominierten haben sollen, blendet die unliebsame sexuelle Konkurrenz durch die indigenen M\u00e4nner v\u00f6llig aus. Besonders eindeutig ist da der arch\u00e4ogenetische Befund aus Spanien, wo vor 4500 Jahren die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung durch Abk\u00f6mmlinge der Jamnaja, die Glockenbecher-Leute, get\u00f6tet wurde. Wenn es die Pest war, die sie t\u00f6tete, warum blieben dann dort die indigenen Frauen am Leben, w\u00e4hrend die M\u00e4nner umkamen? Mit Leichtigkeit h\u00e4tte noch die weibliche H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung ausgerottet werden k\u00f6nnen, aber das haben weder die Steppenkrieger noch die Pest getan.<\/p>\n<p>Eine Studie eines norwegischen Teams aus 2015 ergab, dass sich das Pest-Bakterium <em>Yersinia pestis<\/em> niemals in Europa festsetzte, sondern vor jeder Pestwelle stets aus der Steppe importiert wurde.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-13\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"13\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Vieweg 2015\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-13\">13<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"13\">Vgl. Vieweg 2015<\/span> Daf\u00fcr verantwortlich war ein ung\u00fcnstiges Klima in der Steppe Zentralasiens:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es ist bereits bekannt, dass Klimaeffekte zu einem Ausbruch der Pest aus schlummernden Reservoirs f\u00fchren k\u00f6nnen. Kommt es zu einem besonders warmen Fr\u00fchling und feuchten Sommer, k\u00f6nnen sich Nagetierpopulationen besonders stark vermehren \u2013 und mit ihnen auch ihre Fl\u00f6he, in denen die Pesterreger leben. Werden die Bedingungen anschlie\u00dfend wieder schlechter f\u00fcr die Nager, geht ihr Bestand zur\u00fcck \u2013 der ihrer Fl\u00f6he aber nicht analog: Die Parasiten suchen deshalb nach Alternativen. So nehmen die hungrigen Rattenfl\u00f6he auch Vorlieb mit dem Menschen \u2013 und das Unheil nimmt seinen Lauf.&#8220;<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-14\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"14\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Ebd.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-14\">14<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"14\">Ebd.<\/span><\/blockquote>\n<p>Die Bev\u00f6lkerungen wurden von der Pest nie vollst\u00e4ndig dahingerafft, sondern erholten und vermehrten sich wieder. F\u00fcr eine Ausrottung von 90% der Menschen in einer Region ist nicht allein die klimaabh\u00e4ngige Pest verantwortlich, wie es Johannes Krause glaubt. Im Gegenteil, allein Gewalt kann solche Zahlen erkl\u00e4ren. Das best\u00e4tigt auch die neue Studie unter Peter Turchin.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-15\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"15\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Kondor et al., S. 6\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-15\">15<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"15\">Vgl. Kondor <em>et al.<\/em>, S. 6<\/span> Selbst modellhaft sollte sich die Theorie von den Epidemien, die ganze Gesellschaften ausl\u00f6schen, nicht beweisen lassen. Die Studie erw\u00e4hnt das am Rande. Die Forscher gehen davon aus, dass Epidemien vergleichbar dem Klima nur einen kurzfristigen Effekt nach sich ziehen.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-16\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"16\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Kondor et al., S. 7\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-16\">16<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"16\">Vgl. Kondor <em>et al.<\/em>, S. 7<\/span> Die Pest muss als Ursache f\u00fcr die Ausrottung ganzer Kulturen ausgeschlossen werden. Auch die vollst\u00e4ndige Ausrottung der Botai, \u00fcber die wir in der o.g. Doku erfahren, die als Indigene l\u00e4ngst immun gegen die Pest waren, kann nicht mit der Pest erkl\u00e4rt werden. Das Urbild der Apokalypischen Reiter waren niemand anderes als die Jamnaja-Reiter, aber nicht unabsichtlich, wie es in der o.g. Doku kolportiert wird.<\/p>\n<h2 id=\"denkverbot-schuld-des-patriarchats\">Das Denkverbot \u00fcber die Schuld des Patriarchats, der Urv\u00e4ter und ihrer m\u00e4nnlichen Erben<\/h2>\n<p>Die Pest lenkt mit den gruseligen Vorstellungen, die mit ihr verbunden sind, von der Gewaltbereitschaft der fr\u00fchen Patriarchen ab, wie generell dar\u00fcber ein Denkverbot ausgesprochen wird, so auch im EU-Bericht \u00fcber die bereits erw\u00e4hnte Studie, nach der auf der iberischen Halbinsel vor 4500 Jahren alle indigenen M\u00e4nner umkamen:<br \/>\n&#8222;<em>Der beste Beweis daf\u00fcr sind die \u00dcberreste eines Mannes und einer Frau, die in der Bronzezeit zusammen an einem Ort in Spanien begraben wurden. Die Daten zeigen, dass die Frau eine Einheimische war und die j\u00fcngsten Vorfahren des Mannes aus Mitteleuropa stammten. &#8218;Es w\u00e4re ein Fehler, zu der Schlussfolgerung zu gelangen, dass die iberischen M\u00e4nner get\u00f6tet oder gewaltsam vertrieben wurden&#8220;, so Dr. Olalde gegen\u00fcber der \u201aBBC\u2018. \u201aDie arch\u00e4ologischen Befunde liefern keine eindeutigen Hinweise auf einen Gewaltausbruch in dieser Zeit.\u2018<\/em>&#8222;<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-17\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"17\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. EK 2019\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-17\">17<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"17\">Vgl. EK 2019<\/span>\nNein, es ist kein \u201eFehler\u201c, es ist sogar notwendig. Aus der Forensik ist hinl\u00e4nglich bekannt, dass einem Leichnam nicht unbedingt die Gewalt anzusehen ist, die zum Tod gef\u00fchrt hat. Wirft man einen Leichnam sogar den Tieren zum Fra\u00df vor, bleibt oft noch weniger \u00fcbrig als z.B. bei einer Kremation. W\u00e4ren die M\u00e4nner als Sklaven in die Steppe verschleppt worden, w\u00e4re ebenfalls nichts von ihnen zur\u00fcckgeblieben. Es d\u00fcrften sich dennoch in der Zukunft klare Beweise zeigen, dass ihnen t\u00f6tliche Gewalt angetan wurde, wo und wie auch immer. I\u00f1igo Olalde von der Harvard Medical School, Hauptautor der Studie, blendet das vollst\u00e4ndig aus: &#8222;<em>Dies ist einer der st\u00e4rksten Beweise f\u00fcr die sexuelle Selektion in der Vorgeschichte auf dem Gebiet der Erforschung alter DNA<\/em>.&#8220;<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-18\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"18\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Ebd.\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-18\">18<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"18\">Ebd.<\/span> Die Gewalt gegen die Frauen, die sich den Eroberern verweigerten, interessiert den Autor gar nicht. Er will glauben machen, dass die Jamnaja in friedlicher Absicht nach Spanien kamen. Warum waren sie dann bis an die Z\u00e4hne bewaffnet und warum starben nur die M\u00e4nner? Mit seinem evolutionistischen Argument bedient er sich der Instrumentalisierung der <a href=\"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/en\/female-choice\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Female Choice<\/a>, der wahren Sexuellen Selektion. Das hat nicht nur das Potential, noch die M\u00f6rder in ein gutes Licht tauchen und die Frauen in ein schlechtes, sondern ist vor dem Hintergrund des Patriarchats, das eine \u201eMale Choice\u201c gewaltsam herstellt, vollst\u00e4ndig abzulehnen. Denn mit seiner Ideologie der Patrilinearit\u00e4t, welche die Female Choice unterdr\u00fccken muss und daf\u00fcr gewaltsam Patrilokalit\u00e4t herstellt, praktiziert das von Viehz\u00fcchter-Mentalit\u00e4t gepr\u00e4gte Patriarchat gleichsam Menschenzucht, die die nat\u00fcrliche Evolution auszuschalten sucht. Unabh\u00e4ngig davon ist mehr als unwahrscheinlich, dass indigene M\u00e4nner, die sich nicht mehr fortpflanzen durften, schadlos davonkamen. Der \u201eindigene INCEL\u201c ist im \u00dcbrigen ein moderner Mythos, der herangezogen wird, um die Gefahr f\u00fcr Frauen, die von heutigen, real existierenden INCELs ausgeht, mit Pornographie und Prostitution, also wieder auf Kosten der Frauen, einzud\u00e4mmen.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-19\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"19\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Uhlmann 2021\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-19\">19<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"19\">Vgl. Uhlmann 2021<\/span>\n<h2 id=\"der-backlash-unserer-zeit\">Der Backlash unserer Zeit<\/h2>\n<p>Die Zukunfts- und Friedensforschung kann aus der Arch\u00e4ologie und der Arch\u00e4ogenetik jene Muster ableiten, die sich im Gro\u00dfen wie im Kleinen st\u00e4ndig wiederholen, schlie\u00dflich ist wie erw\u00e4hnt das Private das Politische. Demnach ist es nicht nur ein vages Gef\u00fchl &#8222;sp\u00e4tr\u00f6mischer Dekadenz&#8220; oder eine Untergangsstimmung, was gerade viele beschleicht, sondern durchaus auch eine Art kollektiver Weisheit, die aus der Erfahrung der Jahrtausende sch\u00f6pft, die \u00e4lter ist als die Geschichte von der troianischen Seherin Kassandra oder der apokalypischen Reiter der Offenbarung des Johannes. Die &#8222;letzte Generation&#8220; d\u00fcrfte aber noch lange nicht geboren sein.<br \/>\nJeder Backlash sollte als Zusammenbruch eines andro-kulturellen Fortschritts, ja einer Kultur im besten Sinne gesehen werden, er ist der Krieg gegen die Frauen, eine Unkultur. Ein Beispiel ist die Familienpolitik der letzten 50 Jahre in der Bundesrepublik, insbesondere die Behandlung geschiedener Frauen und M\u00fctter.<sup id=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-20\" class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop\" data-mfn=\"20\" data-mfn-post-scope=\"0000000000000b1b0000000000000000_5623\"><a href=\"javascript:void(0)\"  title=\"Vgl. Baudelaire 2018\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-20\">20<\/a><\/sup><span role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"20\">Vgl. Baudelaire 2018<\/span> Damit bedroht er auch unmittelbar die Gesellschaft, M\u00e4nner selbst, Kinder wie Frauen. Frauen k\u00f6nnen sich auf ihren Errungenschaften nicht ausruhen, sondern m\u00fcssen aufmerksam die Entwicklung beobachten, aufkl\u00e4ren und weiterk\u00e4mpfen, damit es nicht einen Schritt vorw\u00e4rts und zwei zur\u00fcck geht. Nichts bleibt selbstverst\u00e4ndlich oder ist erledigt. Der aktuelle frauenfeindliche und antifeministische Backlash, der nach Riane Eisler einen baldigen Krieg als realistisch erscheinen l\u00e4sst, wird gezielt von der Vaterrechtsbewegung, islamistischen und klerikalen Verb\u00e4nden, NGOs und Medien, ja sogar aus dem Ausland lanciert, beworben und finanziert, w\u00e4hrend die demokratischen Parteien unter dem Druck dieser Lobbyisten Gesetze erlassen, die Frauen in prek\u00e4re Verh\u00e4ltnisse zwingen oder verhindern, dass sie sich befreien k\u00f6nnen. Verst\u00e4rkt wird der Backlash noch, weil diese emp\u00f6rende Politik Teile der Bev\u00f6lkerung dazu bringt, totalit\u00e4re Parteien zu unterst\u00fctzen, die Abhilfe versprechen, ohne diese Versprechen halten zu wollen.<br \/>\nMittel und Zweck zugleich des Patriarchats ist die Ausbeutung der Frauenk\u00f6rper zur Menschenproduktion, daher haben totalit\u00e4re Parteien eine rigide Familienpolitik, die Restauration der Ehe und Homophobie im Programm. In einem Backlash bilden sich in den demokratischen Parteien zunehmend totalit\u00e4re Tendenzen heraus, womit sich der Effekt selbst verst\u00e4rkt, ein Beispiel ist die Trans-Propaganda f\u00fcr das Selbstbestimmungsgesetz und seine reale Umsetzung, die nicht nur offen geb\u00e4rneidisch, stillneidisch und frauenfeindlich, sondern auch homophob ist. Nicht umsonst wird Homosexuellen im Iran \u201enahegelegt\u201c, sich einer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transsexualit%C3%A4t_im_Iran\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Trans-OP<\/a> zu unterziehen.<br \/>\nZu einem Backlash geh\u00f6rt die Verrohung der M\u00e4nner, denen Frauen- und Homorechte herzlich egal sind. Sie werden bei Gelegenheit nicht nur Bel\u00e4stigungen, Sexismus und Massenvergewaltigungen inszenieren, oder Femizide begehen, sondern auch die eigene Frau schlagen und vergewaltigen, damit sie nicht aufbegehrt. Die Heiratsindustrie und Romantikwelle des angehenden 3. Jahrtausends bildet die wieder zunehmende Ausbeutung der Frauenk\u00f6rper in rosigen Bildern ab. Viele Stimmen fordern die F\u00f6rderung der Prostitution, auch um INCELs zu befrieden, der Euphemismus der sog. Sexarbeiterin soll den Beruf normalisieren. Der Transhumanismus der libert\u00e4ren Bewegung fordert die Legalisierung der Leihmutterschaft und Eizellspende und <a href=\"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/en\/die-sog-kuenstliche-gebaermutter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die sog. k\u00fcnstliche Geb\u00e4rmutter<\/a>, womit M\u00fctter \u00fcberfl\u00fcssig gemacht werden sollen.<br \/>\nEins ist gewiss, jedem Backlash folgt ein Zusammenbruch, dann eine Schockstarre, ein \u201edas konnten wir doch nicht ahnen\u201c, dann wieder ein Aufbegehren und ein Zur\u00fcckgewinn an Lebensqualit\u00e4t, die \u00fcberwiegend durch die Arbeit der Frauen und M\u00fctter hergestellt wird. Es sind immer nur Frauen, die entsprechende Forderungen stellen, und es muss M\u00e4nner geben, die das zulassen. Das Patriarchat bewegt sich in Sinuskurven. Gerade sind wir wieder ziemlich weit unten. Es ist die Frage, ob wir noch rechtzeitig die Kurve kriegen.<\/p>\n<p>Gabriele Uhlmann im Juli 2024<\/p>\n<p><strong>Update 10.09.2024:<\/strong><br \/>\nEine <a href=\"https:\/\/www.uni-kiel.de\/de\/detailansicht\/news\/138-pest-hund\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">neue Studie<\/a> best\u00e4tigt wieder, dass die Theorie, dass die Pest ganze Landstriche entv\u00f6lkerte, nicht haltbar ist.<\/p>\n<h2 id=\"literatur\">LITERATUR<\/h2>\n<ul id=\"liste2\">\n<li>AiD 1\/2014: &#8222;Arch\u00e4ologie in Deutschland&#8220;, Heft 1\/2024<\/li>\n<li>Baudelaire, Claire: Die schrittweise Abschaffung der Freiheit. Online-Ressource des Mia e. V. vom 06.05.2018 auf <a href=\"https:\/\/die-mias.de\/blog\/2018\/05\/06\/die-schrittweise-abschaffung-der-freiheit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/die-mias.de\/blog\/2018\/05\/06\/die-schrittweise-abschaffung-der-freiheit\/<\/a> abgerufen am 06.07.2024<\/li>\n<li>Eisler, Riane: Kelch und Schwert, Kelch &amp; Schwert &#8211; Unsere Geschichte, unsere Zukunft. Weibliches und m\u00e4nnliches Prinzip in der Geschichte. Freiburg 1985, 2005<\/li>\n<li>EK 2019: &#8222;Wissenschaft im Trend: Wie Massenmigration Spaniens DNA transformierte.&#8220; Online-Ressource der Europ\u00e4ischen Kommission vom 21.03.2019 abgerufen am 01.07.2024 auf <a href=\"https:\/\/cordis.europa.eu\/article\/id\/124947-trending-science-how-mass-migration-transformed-spains-dna\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/cordis.europa.eu\/article\/id\/124947-trending-science-how-mass-migration-transformed-spains-dna\/de<\/a><\/li>\n<li>Gronenborn, Detlef: Klimainduzierte Umweltkrisen und ihre soziopolitischen Auswirkungen auf pr\u00e4historische Gesellschaften In: Daim, F.; Gronenborn, D.; Schreg, R. (hrsg.), Strategien zum \u00dcberleben. Umweltkrisen und ihre Bew\u00e4ltigung. RGZM Tagungen 11., 2011, S. 111-127. Online-Ressource auf <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/230704707_Klimainduzierte_Umweltkrisen_und_ihre_soziopolitischen_Auswirkungen_auf_prahistorische_Gesellschaften\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/230704707_Klimainduzierte_Umweltkrisen_und_ihre_soziopolitischen_Auswirkungen_auf_prahistorische_Gesellschaften<\/a><\/li>\n<li>Kondor <em>et al.<\/em>: Explaining population booms and busts in Mid Holocene Europe. Online-Ressource auf https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-023-35920-z vom 03.06.2023 abgerufen am 01.07.2024<\/li>\n<li>Krause-Kyora, Ben: Jungsteinzeitliches Pestbakterium verursachte kein Massensterben. Online-Ressource auf <a href=\"https:\/\/www.uni-kiel.de\/de\/detailansicht\/news\/138-pest-hund\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.uni-kiel.de\/de\/detailansicht\/news\/138-pest-hund<\/a> vom 06.09.2024 abgerufen am 10.09.2024<\/li>\n<li>Uhlmann, Gabriele: Explosion und Expansion. Vortrag gehalten am 17.05.2019 an der Philipps-Universit\u00e4t Marburg im Rahmen der Studientage \u201eNachhaltigkeit und Gesellschaftsformen aus kritisch geographischer Sicht\u201c im Fachbereich 19 Geographie. Online-Ressource auf <a href=\"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/en\/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht<\/a><\/li>\n<li>Uhlmann, Gabriele: Antwort auf Meike Stoverocks &#8222;Female Choice&#8220;. Online-Ressource vom 08.04.2021 auf <a href=\"https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/en\/antwort-auf-meike-stoverock-s-female-choice\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/blog.gabriele-uhlmann.de\/antwort-auf-meike-stoverock-s-female-choice<\/a><\/li>\n<li>Vieweg, Martin: Die Pest war ein klimagetriebener Importschlager. Online-Ressource vom 13.02.2015 auf <a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/geschichte-archaeologie\/die-pest-war-ein-klimagetriebener-importschlager\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.wissenschaft.de\/geschichte-archaeologie\/die-pest-war-ein-klimagetriebener-importschlager\/<\/a> abgerufen am 01.07.2023<\/li>\n<li>ZDF 2019: Die Geschichte von Mensch und Pferd &#8211; Equus. Doku im Rahmen der ZDF-Sendereihe TerraX &#8211; taglicht media Film-&amp;Fernsehproduktion GmbH von 2019. Online-Ressource auf <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/dokumentation\/terra-x\/equus-die-geschichte-von-mensch-und-pferd-100.html?at_specific=TerraX\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.zdf.de\/dokumentation\/terra-x\/equus-die-geschichte-von-mensch-und-pferd-100.html?at_specific=TerraX<\/a> abgerufen am 09.07.2024<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"modern-footnotes-list modern-footnotes-list--show-only-for-print\"><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-1\"><span>1<\/span><div>Der Begriff \u201eAndro-Kultur\u201c von Stephanie Gogolin beschreibt die m\u00e4nnlich inszenierte und dominierte Kultur des Patriarchats. Sie beinhaltet Gewalt und Experimente, die massiv in die Natur eingreifen. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-1\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 1 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-2\"><span>2<\/span><div>Vgl. Eisler 2005, S. 230 ff <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-2\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 2 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-3\"><span>3<\/span><div>Vgl. Bibel, NT, Offenbarung des Johannes, 6. Kapitel <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-3\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 3 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-4\"><span>4<\/span><div>Vgl. Uhlmann 2019 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-4\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 4 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-5\"><span>5<\/span><div>Vgl. Gronenborn 2011 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-5\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 5 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-6\"><span>6<\/span><div>Vgl. Uhlmann 2019 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-6\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 6 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-7\"><span>7<\/span><div>Vgl. Kondor <em>et al.<\/em>: 2023 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-7\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 7 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-8\"><span>8<\/span><div>AiD Heft 1\/2024, S. 76 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-8\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 8 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-9\"><span>9<\/span><div>Vgl. ebd., S. 77 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-9\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 9 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-10\"><span>10<\/span><div>Eske Willerslev in ZDF 2019 ab Min. 40:45. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-10\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 10 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-11\"><span>11<\/span><div>Vgl. ebd. Min 37:15. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-11\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 11 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-12\"><span>12<\/span><div>Vgl. Interview Johannes Krause ebd. ab Min. 38:08 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-12\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 12 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-13\"><span>13<\/span><div>Vgl. Vieweg 2015 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-13\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 13 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-14\"><span>14<\/span><div>Ebd. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-14\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 14 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-15\"><span>15<\/span><div>Vgl. Kondor <em>et al.<\/em>, S. 6 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-15\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 15 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-16\"><span>16<\/span><div>Vgl. Kondor <em>et al.<\/em>, S. 7 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-16\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 16 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-17\"><span>17<\/span><div>Vgl. EK 2019 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-17\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 17 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-18\"><span>18<\/span><div>Ebd. <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-18\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 18 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-19\"><span>19<\/span><div>Vgl. Uhlmann 2021 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-19\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 19 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><li id=\"footnote-0000000000000b1b0000000000000000_5623-20\"><span>20<\/span><div>Vgl. Baudelaire 2018 <a href=\"#mfn-content-0000000000000b1b0000000000000000_5623-20\" class=\"modern-footnotes-scroll-to-footnote\" aria-label=\"Back to reference 20 in text\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/div><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Bild: Die vier Reiter der Apokalypse (Beatus-von-Osma-Codex, 11. 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