Petition:
Keine weiteren EU-Gelder für die Entwicklung der sog. künstlichen Gebärmutter,
Ächtung von Menschenversuchen

Wir, die UnterzeichnerInnen dieser Petition, fordern die EU-Kommission auf, jegliche Förderung dieses und auch ähnlicher Projekte einzustellen und derartige Versuche an Menschen und Tieren zu ächten!

Was wird da von der EU gefördert?

Unter Federführung der Universität Eindhoven (Niederlande) wird an der Entwicklung der sog. KÜNSTLICHEN GEBÄRMUTTER geforscht. Der Projektkoordinator Prof. Guid Oei (Technische Universität Eindhoven) sagte in einer Pressemitteilung:

„Es ist unser Ziel, extrem frühgeborenen Babys mit unserer künstlichen Gebärmutter dabei zu helfen, die kritische Zeit von 24 bis 28 Wochen zu überstehen … Mit jedem Tag, an dem sich in einer künstlichen Gebärmutter ein Fötus von 24 Wochen entwickelt, steigen seine Überlebenschancen. Wenn wir in der Lage sind, die fetale Entwicklung dieser Kinder in der künstlichen Gebärmutter auf 28 Wochen zu verlängern, können wir das größte Risiko einer vorzeitigen Sterblichkeit auf 15 % reduzieren.“

Quelle: https://cordis.europa.eu/article/id/411541-brave-new-world-artificial-womb-prototype-offering-hope-for-premature-babies/de

Die sog. künstliche Gebärmutter ist ein Roboter, in dem ein Fötus, der eigentlich nicht lebensfähig wäre, monatelang herangezüchtet werden soll.

Es handelt sich NICHT um ein künstliches Organ, das der Mutter eingepflanzt werden könnte. Hier sollen Kinder mit Gewalt ins Leben gezerrt werden.

Wieviel Geld fließt bereits?

Die EU fördert das Projekt mit einem Gesamtbudget von 2 876 131,25 EURO.
Diese Summe verteilt sich auf die Projektbeteiligten wie folgt:

  • Technische Universität Eindhoven (Niederlande), EU-Beitrag € 792 500
  • Universitätsklinikum Aachen (Deutschland), EU-Beitrag € 831 943,75
  • Lifetec Group BV (Niederlande), EU-Beitrag € 451 875
  • Politecnico di Milano Italien, EU-Beitrag € 400 000
  • Nemo Healthcare BV (Niederlande), EU-Beitrag € 399 812,50

Quelle: https://cordis.europa.eu/project/id/863087/de

Das Projekt startete am 1. Oktober 2019 und endet am 30. September 2024 und wird für die Dauer von zunächst 5 Jahren gefördert. Es ist zu erwarten, dass nach Ablauf der Förderdauer, also in gut drei Jahren, ein neuer Antrag gestellt werden wird.

Die niederländische Zeitung „Eindhovens Dagblatt“ veröffentliche ein Foto von der Vorstellung des Entwurfes der künstlichen Gebärmutter. Sehen Sie selbst: https://www.ed.nl/economie/miljoenen-om-eindhovense-kunstbaarmoeder-verder-te-ontwikkelen~abb38260/

Worum geht es und mit welchen Auswirkungen ist zu rechnen?

Es geht uns alle an!

Worum geht es?

Die „künstliche Gebärmutter“ bedeutet, dass ein normalerweise nicht lebensfähiger Fötus oder gar Embryo in einem dem Uterus nachempfundenen Gerät heranwächst, dabei über Schläuche mit Nährstoffen und Antibiotika am Leben gehalten und nach Abschluss der Prozedur aus ihr entnommen wird.

Menschliche Geborgenheit, dem Kind im Mutterleib über zahllose, großenteils noch unbekannte Stoffe und über Geräusche vermittelt, und das natürliche Miterleben des Lebens der Mutter finden dabei nicht statt, auch wenn es über die fleischfarbene Beleuchtung und Lautsprecher versucht wird zu simulieren.

Gesundheitliche Auswirkungen

Die Evolution hat mit der Mutter und ihrem Körper optimale Voraussetzungen hervorgebracht, ein gesundes Kind zur Welt kommen zu lassen. Die Entstehung eines Kindes wird in der Natur maßgeblich von der Female Choice der Frau initiiert und während der Schwangerschaft von der Cryptic Female Choice begleitet. Dabei entscheidet sie bzw. ihr Körper, ob, wie und wann das Kind zur Welt kommt. Das grundlegendste Menschenrecht ist, von einer Mutter ausgetragen und geboren zu werden! Dazu gehört untrennbar auch das Recht, in Würde zu sterben.

Es sind bei weitem nicht alle Wirkungen des mütterlichen Körpers und seiner Abläufe sowie der Lebensführung der werdenden Mutter (Epigenetik) auf das Kind erforscht. Alle diese Wirkungen sind für das Kind existentiell und gehören zusammen. Das Fehlen eines dieser „Bausteine“ verursacht Schäden am Kind. Es ist zu erwarten, dass während der gesamten Zeit, die der Fötus in der „künstlichen Gebärmutter“ verbringt, auch während seiner Entnahme und danach Tests durchgeführt werden. Dabei kann die Maschine nur nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ weiterentwickelt werden. Niemand kann die Qual des Kindes dabei messen.

Es ist bekannt, dass Kinder, die mittels Reproduktionsmedizin Welt kommen, signifikant mehr gesundheitliche Probleme haben. https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-09/kuenstliche-befruchtung-zeugung-kinderwunsch-fortpflanzung-kinder-gesundheit
„Die Grenze zur Lebensfähigkeit ist trotz aller zur Verfügung stehenden modernsten Techniken zwischen der 23. und 25. Schwangerschaftswoche (SSW) erreicht. Bei Kindern, die vor der 25. Woche geboren werden, besteht das Risiko von mäßigen bis schweren Behinderungen.“ Quelle: frauenaerzte-im-netz.de (meine Hervorhebung). Das hier kritisierte Projekt bezieht sich auf die 24. Woche. Noch in späteren SSW sind die folgenden Risiken gegeben: „… Entwicklungsstörungen, Seh- und Hörschäden, Krampfanfälle und chronische Lungenprobleme treten bei den sehr kleinen Frühgeborenen häufiger auf.“ Quelle: frauenaerzte-im-netz.de (meine Hervorhebung). Dieses insgesamt extrem hohe Risiko wird mit der sog. künstlichen Gebärmutter, sobald sie in den Menschenversuch eintritt, in Kauf genommen.
Die Natur bürdet keiner Mutter eine solche Last auf. Mit ihrer Cryptic Female Choice beendet sie eine Schwangerschaft nicht umsonst häufig vorzeitig. Ärzte können Schäden weder voraussagen, noch kennen sie ihre Patientinnen, deren Verfassung und deren Unterstützungsnetzwerk gut genug, um die Entscheidung für diese Methode treffen zu können. Sie werden sich selbst vertraglich absichern. Alles andere wird auf Treu und Glauben ablaufen. Ein durch solche Menschenexperimente geschädigtes Kind wird lebenslang Medikamente und Hilfsmittel brauchen, ohne jede Aussicht auf Heilung.

Gesellschaftliche Auswirkungen

Abgesehen von den erheblichen gesundheitlichen Risiken wird die Zulassung der sog. künstlichen Gebärmutter ebenso unkontrollierbare gesellschaftliche Auswirkungen haben.

Es ist vorhersehbar, dass versucht werden wird, immer jüngere Föten oder gar Embryos künstlich aufzuziehen. Die Lücke, die bisher zwischen künstlicher Befruchtung und dem Brutkasten besteht – künftig vielleicht der „künstlichen Gebärmutter“ mit einem Fötus darin – kann dann geschlossen werden. Die Mutter wird so auf das Ei reduziert. Die willkürliche Verabschiedung von der Female Choice macht Männer auch von Frauen unabhängig und das Kind zum Design-Objekt. Für die industrielle Menschenzucht würde der Weg frei. Dieser Eingriff in die Evolution und seine gesellschaftlichen Folgen sind nicht zu überblicken und daher eine inhumane Verantwortungslosigkeit. Diese Risiken zu verharmlosen oder zu leugnen ist Größenwahn.

Schon jetzt kontrollieren Teile der Wirtschaft die Politik. Die Technologie der „künstlichen Gebärmutter“ wird zu einer Machtverschiebung führen. Siehe nächster Tab „Berechtigte Angst vor Hoch-Risiko-Forschung“.

Fragwürdiger „Lebensschutz“

Den sog. Lebensschützern liefert die sog. künstliche Gebärmutter ein neues Argument: Abtreibung sei nun zu verbieten, weil das Kind ja auch außerhalb des Körpers weiterwachsen könne. Auch würde die Mutter im Falle einer Frühstgeburt nicht mehr mitreden dürfen. Aus einer Option, die die „künstliche Gebärmutter“ scheinbar anbietet, würde dann Zwang.
Eine Frau, die eine Abtreibung wünscht, würde dann gezwungen, sich einer riskanten Bauchoperation unterziehen, die eine Kaiserschnitt-Narbe hinterließe und mit Risiken für eine spätere Schwangerschaft behaftet wäre. Sie müsste damit leben, dass ihr Kind gegen ihren Willen gezüchtet würde und von fremden Eltern großgezogen wird. Wie es dem Kind damit ginge, ist dabei „egal“. Es ist auch vorhersehbar, dass daher wieder mehr heimliche, riskante Abtreibungsversuche unternommen würden.

Kriminelle Energien entfesseln

Ist diese von ihrem Wesen her sowieso schon missbrauchende Technologie (vorgeburtlicher Missbrauch) erst einmal in der Welt, werden Kriminelle sie übernehmen, denn der Markt verspricht exorbitante Gewinne. Schwangeren könnten die Babys aus dem Leib gerissen werden, um reichen Kinderlosen zu einem Kind zu verhelfen, so wie es heute schon beim illegalen Organhandel passiert. Jeder Päderast könnte sich so sein Kind selbst generieren, ob es gesund ist oder nicht, wäre dann auch „egal“. Frauen könnten engagiert werden, ihren kleinen Embryo gegen Geld herzugeben, was die Leihmutterschaft attraktiver und noch lukrativer macht mit noch mehr Schwangerschaften in immer kürzerer Zeit. Das „falsche“ Geschlecht kann dann einfach im Müll entsorgt werden. Schließlich könnten selbst die unbefruchteten Eier der Frau gewaltsam entrissen und/oder verkauft werden. Das Projekt fördert Frauenfeindlichkeit und gefährdet das Leben von Frauen.

Die Überbevölkerung auf der Erde geht bereits auf das Konto der gewaltsamen Aushebelung der Female Choice durch die unnatürliche, patriarchale Lebensweise. Die Reproduktionsmedizin führte in vielen Ländern zu Frauenmangel durch vorgeburtlichen Gynozid. Die „künstliche Gebärmutter“ kann dem weiter Vorschub leisten.

Die Reproduktionsmedizin treibt die Abschaffung der Mutter weiter voran und stilisiert sich als Wohltäter. Die Normalität der totalen Technisierung des Körpers wird in Salami-Taktik in die Köpfe implementiert. Eine Welt ohne Mütter macht dem Patriarchat den Weg frei.
Die misogyne Ausbeutung des Frauenkörpers wird mit der „künstlichen Gebärmutter“ nicht überwunden, sondern weiter verschärft. Das bevorstehende Leid der betroffenen Menschenkinder ist unermesslich.

Lebende Mäuse von der Befruchtung an

Im März 2021 präsentierten ForscherInnen vom Weizmann Institute of Science in Israel im Nature-Magazine lebende Mäuse, die in einer künstlichen Umgebung von der Befruchtung an gezüchtet wurden. Die New York Times berichtet weiter:

„Aber die Arbeit könnte schließlich über Mäuse hinausgehen. Zwei weitere Veröffentlichungen, die am Mittwoch in Nature veröffentlicht wurden, berichten über Versuche, die auf diese Weise in die Nähe von frühen menschlichen Embryonen kommen. Natürlich, sagte Dr. Meissner, ist die Erzeugung menschlicher Embryonen noch Jahre entfernt – wenn es überhaupt erlaubt ist. Derzeit sehen Wissenschaftler im Allgemeinen davon ab, menschliche Embryonen über 14 Tage nach der Befruchtung hinaus zu untersuchen.“ (Aus: https://www.nytimes.com/2021/03/17/health/mice-artificial-uterus.html 1But the work might eventually extend beyond mice. Two other papers published in Nature on Wednesday report on attempts that edge near creating early human embryos in this way. Of course, Dr. Meissner said, creation of human embryos is years away — if it is permitted at all. For now, scientists generally refrain from studying human embryos beyond 14 days of fertilization.)

Lebende Lämmer ab dem 105. Trächtigkeitstag (Beschränkung aufgrund des Tierschutzgesetzes)

2017 wurde das sog. BioBag System des Teams um Alan W. Flake vom Children’s Hospital in Philadelphia in der Presse mit bereits fertigen, lebenden Lämmern präsentiert.

Wir haben 5 Föten von 105 bis 108 Trächtigkeitstagen 25–28 Tage lang und 3 Föten von 115 bis 120 Trächtigkeitstagen 20–28 Tage lang untersucht. Die längsten Läufe wurden nach 28 Tagen aufgrund von Einschränkungen des Tierprotokolls und nicht aufgrund von Instabilität beendet, was darauf hindeutet, dass die Unterstützung dieser frühen Föten über 4 Wochen hinaus beibehalten werden könnte. (aus: https://www.nature.com/articles/ncomms15112: 2We have run 5 fetuses from 105 to 108 days of gestation for 25–28 days, and 3 fetuses from 115 to 120 days of gestation for 20–28 days. The longest runs were terminated at 28 days due to animal protocol limitations rather than any instability, suggesting that support of these early gestational animals could be maintained beyond 4 weeks. )

This file is licensed under the Creative Commons Attribution 4.0 International license.
Bild: Partridge, E., Davey, M., Hornick, M. et al. An extra-uterine system to physiologically support the extreme premature lamb. Nat Commun 8, 15112 (2017). https://doi.org/10.1038/ncomms15112. Creative Commons Attribution 4.0 International license.

Der rettende Strohhalm? Alles umfassend durchdacht?


S
o sehr das Anliegen nachvollziehbar wäre, ergeben sich bei genauerer Betrachtung ethische Fragen und Zweifel. Unter Vorspiegelung, das Leid von Eltern lindern zu wollen, wird auf Kosten unschuldiger Kinder geforscht. Anstelle Probleme zu lösen, wird neues Leid geschaffen.
Das Technikprojekt „künstliche Gebärmutter“ gaukelt leidenden Menschen einen rettenden Strohhalm vor. Das ist zynisch!
Leider ließ sich die Politik von Lobbyisten überzeugen und verschwendet Millionen von Steuergeldern dafür. Ethikräte, die solches durchwinken, legimitieren ein Verbrechen an der Menschheit.
Auf der Facebook-Seite des Máxima Medisch Centrum gab es anscheinend nur Applaus für das Projekt. Eine Antwort darauf, ob berücksichtigt worden sei, was es mit der Bindung von Mutter und Kind mache, wenn sich das Baby wochenlang in einer künstlichen Gebärmutter befände, und welche psychischen Folgen es in späterem Alter gäbe, wenn das Kind wochenlang von einem unnatürlichen Uterus umgeben sei, wurde vom Máxima Medisch Centrum knapp beantwortet: „Ja, das wurde berücksichtigt.“


Screenshot: https://www.facebook.com/maximamedischcentrum/posts/2565633853494508

Im Werbevideo (siehe Tab oben) „Künstliche Gebärmutter: Traum oder Albtraum?“ finden wir keinerlei selbstkritische Töne, auch wenn der Titel das verspricht.

Mit einer Immunisierungsstrategie beteiligt sich auch das Goetheinstitut Italien am Aufbau eines positiven Images dieser Forschung:

„Künstliche Gebärmütter werden zur Realität, aber wir sollten davor keine Angst haben. Das Bild der künstlichen Gebärmutter ist von dystopischen Science-Fiction-Szenarien geprägt. Denken wir an die Brutstätten in Brave New World oder der menschlichen Batteriefarm in Matrix. Wir assoziieren die Technologie mit Totalitarismus und allem, was unmenschlich und unnatürlich ist. Aber in unserer Zeit könnten künstliche Gebärmütter das Leben von Babys retten.“
Aus: http://web.archive.org/web/20201130170920/https://www.goethe.de/ins/it/de/kul/leb/mvm/21834392.html

Ebenfalls im Jahre 2017 wurde die Öffentlichkeit mit einer künstlichen Gebärmutter für Tiere konfrontiert, die bereits in den Tierversuch gegangen ist. Das sog. BioBag System (siehe vorheriger Tab) wurde in der Presse mit bereits fertigen, lebenden Lämmchen präsentiert. Mit unkritischen, Hoffnung weckenden Artikeln, die suggerieren, dass es allein um die Behandlung von Frühchen ginge, wird die Methode beworben (zum Marketing, siehe auch nächste Tabs):

„Neue Experimente an frühgeborenen Lämmern zeigen erste Erfolge mit einer künstlichen Gebärmutter.“ Aus: https://www.familie.de/kleinkind/gesundheit/kuenstliche-gebaermutter-bio-bag/

Dass die süßen Lämmchen keine Frühchen waren, sondern den Muttertieren herausoperiert wurden, erfahren wir hier nicht.

„Prinzipiell ließen sich die Erkenntnisse dennoch auf Menschen übertragen, ist Thomas Kohl, Leiter des Deutschen Zentrums für Fetalchirurgie & minimal-invasive Therapie (DZFT), Gießen überzeugt. Man müsse der Methode genug Zeit geben, sich zu entwickeln, was sicherlich nicht ohne Probleme umsetzbar sein wird.“
Aus: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/74312/Fetogenese-Frueh-geborene-Laemmer-reifen-in-kuenstlicher-Fruchtblase-heran

 

Wir müssen der Methode weder Zeit geben, noch diese Verlautbarungen glauben! Wir können uns gegen die Technisierung der Geburt entscheiden, weil wir dies nicht wollen!

Mit Mitleid Geschäfte machen und gefährliche Forschung

Dass Frühchen mit der sog. künstlichen Gebärmutter gerettet werden, ist reines Marketing. Es wird auf die Tränendrüse gedrückt. Es geht in Wirklichkeit um den Ersatz der Mutter und einen riesigen Markt.

Das ebenfalls niederländische Par-tu-ri-ent-Gebärbehälter-Projekt (siehe Tab) zeigt keine Rettung, sondern eine Aufzucht von Anfang an,  reagiert zeitlich gesehen auf die bereits veröffentlichen Tierversuche und läuft parallel mit dem Menschen-Projekt. Es ist klar, dass die „Rettung“ immer kleinerer Föten und Embryonen versucht werden wird, denn eine selbstgesteckte Grenze kann es bei der Logik der sog. künstlichen Gebärmutter gar nicht geben. So äußern sich die WissenschaftlerInnen selbst und so wird in der Presse darüber geschrieben.

Marketing ist hier notwendig, weil die EU-Kommission von der Notwendigkeit der Finanzierung überzeugt werden muss. Ethische Belange kann die EU außen vor lassen, daher kann reines Marketing auch zielführend sein. Die EU hat zwar einen unabhängigen Ethikausschuss, seine Aufgaben liegen aber nicht in den politischen Inhalten, sondern lediglich in der Kontrolle der Abgeordneten:

Aufgabe des Ausschusses
Als beratendes Gremium der Kommission nimmt der unabhängige Ethikausschuss dazu Stellung, ob für die Zeit nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt geplante Tätigkeiten der Kommissionsmitglieder mit den Verträgen vereinbar sind.
Der Präsident kann den Rat des unabhängigen Ethikausschusses auch zu sonstigen ethischen Fragen im Zusammenhang mit dem Verhaltenskodex für die Mitglieder der Europäischen Kommission einholen.“ Quelle

Leidende Mütter von Sternenkindern wünschen sich natürlich, dass ihre Kinder hätten gerettet werden können. Das ist sehr verständlich. Ein Kind zu verlieren, ist das Schlimmste. Auch der Wunsch, ewig zu leben und kein Leid erleben zu müssen, ist sehr alt. Es gibt kein Marketing für das Leid, nur welches dagegen, es boomen die Erlöserlehren.
Der Preis, der dafür zu zahlen ist, ist aber nicht nur ein privater, sondern ein gesamtgesellschaftlicher. Der Versuch das Leid zu eliminieren, erzeugt immer neues Leid an anderer Stelle, oft ein vielfach größeres, weil Probleme sehr komplex sind.
Der Missbrauch der künstlichen Gebärmutter ist dem Ansinnen bereits innewohnend, denn ohne Menschenversuch wird das Gerät keine offizielle Zulassung bekommen. Anders als bei Medikamenten oder Impfungen, wo immer Freiwillige getestet werden, muss das Gerät an Unfreiwilligen, nämlich den Kindern getestet werden. Das ist unethisch, noch dazu diese Technologie weiteren Missbrauch vorhersehbar nach sich ziehen wird.

Nichts eignet sich für Marketing besser als das Kindchenschema: Mit entsprechenden Bildern lassen sich KundInnen für ein Produkt gewinnen. Der bereits erfolgte Tierversuch an Lämmern ist daher kein Zufall. Als süßes, wolliges Schmusetier gehört das Lamm zu den beliebtesten Tieren überhaupt und mit dem Lamm Gottes, als Schäflein in der Herde des Guten Hirten, wir sind an diesen Mensch-Tier-Vergleich gewöhnt.

Es geht hier nur vordergründig um die Rettung von Kindern, es sollen sogar leidende Eltern daran beteiligt werden, das Produkt weiterzuentwickeln, ohne dass ihnen bewusst gemacht wird, was sie da unterstützen. Das ist perfide und menschenverachtend.

Die sog. künstliche Gebärmutter ist ein gigantisches Geschäft und wird eine Machtverschiebung nach sich ziehen (siehe Tab „Berechtigte Angst vor Hoch-Risiko-Forschung). Aber wir werden für die großen Zusammenhänge blind gemacht.

Hier gelangen Sie zum offiziellen Werbe-Video „Artificial womb : Dream or nightmare?“ „Künstliche Gebärmutter: Traum oder Albtraum?“ auf Youtube.

Play Video

Das Par-tu-ri-ent-Gebärbehälter-Projekt der Universität Arnheim

Im Jahre 2017 präsentierten Studierende der Universität Arnheim (Niederlande) ihr Design-Projekt „Par-tu-ri-ent Pod(parturient, lat. „Gebärende“, pod, engl. Behälter). In einem inzwischen gelöschten Text hieß es:

„How far do we dare to go? Imagine a future where current limits of procreation no longer exist, but where life can be created and harvested in a new way. A future where natural pregnancy is replaced by an artificial womb.
Will conventional pregnancy still be needed? And if not, what will be the consequences? Design, innovation, technology and ethics all play a part in this project that speculates on future feelings and values that identify our humanity.“ Quelle

Bei diesem Projekt ging es nicht darum, Leben zu retten, sondern einen formschönen Behälter zu kreieren, der es ermöglicht, die Mutter von allen „Lasten“ der Schwangerschaft zu befreien, um ungestört dem Beruf weiter nachgehen zu können. Das Baby soll dabei anfangs in einem Ei-artigen Etui herumgetragen werden, um später in einem durchsichtigen Möbelstück zuhause weiterzuwachsen.
Zu dem Projekt gehört eine Website (siehe screenshots), als handele es sich um ein bereits käufliches Produkt. Auch wenn das Projekt durchaus kritisch gemeint war, sei die Frage erlaubt, ob es damit nicht selbst zum positiven Image einer solchen Technologie beträgt und Menschen an den Gedanken gewöhnt, und sie ihn lieb gewinnen.

Screenshot Pa-tu-ri-ent Quelle

 

Screenshot Pa-tu-ri-ent Quelle

Die Gewöhnung schon kleiner Kinder an den Gedanken, ein Kind in der Tasche mit sich herum zu tragen, begann bereits mit dem aus Japan stammenden Tamagotchi. Es wird als harmloses Kinderspielzeug mit Milliardengewinnen verkauft und soll angeblich Kinder zu mehr Fürsorglichkeit erziehen.

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Bild: Tamagotchi Quelle

Wir sollen keine Angst haben…

„Künstliche Gebärmütter werden zur Realität“ darf uns die CEO und Gründerin von „Trends Eurasia“ Liwen Qin auf der Homepage des Goethe-Institutes Italien androhen. Gleichzeitig „sollten wir davor keine Angst haben“.

Wir sollen vor der Methode der „künstlichen Gebärmutter“ keine Angst haben, weil das die Geschäfte stört.
Die Freiheit der Technokraten endet aber da, wo die Freiheit des Rests der Menschheit anfängt. In der Nichtanerkennung dieses Naturgesetzes liegt die innere Widersprüchlichkeit und Unlogik des Libertarismus begründet, der zunehmend in den Liberalismus sickert und den sog. Transhumanismus, für den die Technologie der sog. künstlichen Gebärmutter steht, auf der politischen Agenda hat. Die Ethik in der Wissenschaft, die den Vertretern dieser Ideologie im Wege ist, ist dafür da, diejenigen, die nicht gefragt werden, und diejenigen, die gar nicht gefragt werden können – die Kinder und Ungeborenen -, davor zu schützen. Der Transhumanismus wird längst von führenden Ethikern als gefährlichste Idee angesehen.

Schon im Jahre 1986 beschrieb der berühmte Soziologe Ulrich Beck, wie wir von Wissenschaft und Wirtschaft systematisch daran gewöhnt werden, Risiken beiseite zu schieben und zu verharmlosen. Die Immunisierung der ForscherInnen gegen Kritik durch Ansprechen von Sorgen und Ängsten der KritikerInnen, wie hier durch das italienische Goetheinstitut, beruht auf einer technokratischen Mentalität und einer erschreckenden Sorglosigkeit (die natürlich geleugnet wird):

„Die ‚Irrationalität‘ der ‚abweichenden‘ öffentlichen Risiko-‚wahrnehmung‘ liegt dann darin, daß in den Augen der Techniker die Mehrheit der Bevölkerung sich noch wie Ingenieurstudenten im ersten Semester oder davor benimmt. Sie sind zwar ignorant, aber gutwillig, bemüht, aber ahnungslos. In diesem Bild setzt sich die Bevölkerung aus lauter einzelnen Möchtegern-Ingenieuren zusammen, die noch nicht über genügend Kenntnisse verfügen. Man muß sie nur mit technischen Details vollstopfen, dann wird sie sich dem Standpunkt und der Einschätzung der Experten über die technische Handhabbarkeit und damit Risikolosigkeit der Risiken anschließen. Proteste, Ängste, Kritik Widerstände in der Öffentlichkeit sind ein reines Informationsproblem. Wenn die Leute nur wüßten, was Techniker wissen und wie sie denken, wären sie beruhigt – oder sind eben hoffnungslos irrational.
Diese Auffassung ist falsch. Selbst in ihren hochmathematisch-statistischen oder technologischen Einkleidungen enthalten Aussagen über Risiken der Art: so wollen wir leben also Aussagen, die nur in einer permanenten Grenzverletzung von Natur- und Technikwissenschaften allein entschieden werden können.“ (Aus: Ulrich Beck. Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp 1986, S. 76 f.)

Genau dieses Vollstopfen mit Details passiert gerade. Auch die Verlautbarung aus dem Deutschen Zentrum für Fetalchirurgie & minimal-invasive Therapie (siehe Tab „Ethische Zweifel werden verharmlost) gehört zur dieser Strategie. Ulrich Beck erklärt:

„Gleichzeitig werden die Instrumente der definitorischen Risiko-‚bewältigung‘ geschärft und die entsprechenden Äxte geschwungen: Diejenigen, die die Risiken aufzeigen, werden als ‚Miesmacher‘ und Risikoproduzenten diffamiert. Man hält ihre Darstellung der Risiken für ‚nicht erwiesen‘. Die Auswirkungen für Mensch und Umwelt, die sie aufzeigen für ‚maßlos übertrieben‘. Mehr Forschung sei nötig, bevor man wisse, was der Fall sei und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können. … Das Vertrauen in Wissenschaft und Forschung wird beschworen. Deren Rationalität habe bislang noch für alle Probleme Lösungen gefunden. Wissenschaftskritik und Zukunftsängste werden demgegenüber als ‚Irrationalismus‘ gebrandmarkt. Sie seien die eigentlichen Ursachen allen Übels. “ (Aus: Ulrich Beck. Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp 1986, S. 60 f.)

Ulrich Beck warnte eindringlich:

„Dort, wo die Gefahr zur Normalität wird, nimmt diese dauerhaft institutionalisierte Gestalt an. Insofern bereiten Modernisierungsrisiken das Feld vor für eine partielle Neuverteilung der Macht – teilweise unter Beibehaltung der formellen Zuständigkeiten, teilweise unter ihrer ausdrücklichen Änderung.“ (Aus: Ulrich Beck. Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp 1986, S. 104)

Das bedeutet, dass diejenigen, die die Technologie beherrschen, einst auch den Umgang mit ihr bestimmen und der Bevölkerung kaum noch ein Mitspracherecht einräumen werden.

Hier geht es um unser Leib und Leben, das buchstäblich zum Spielball der Technokraten wird. Wir können uns hier im eigenen Interesse fragen:

– Wem geben wir hier eine beinahe gottgleiche Macht?

Wollen wir das überhaupt?

„Wenn nicht wir, wer dann?“

…so lautet übersetzt der Titel der begleitenden Ausstellung auf der das Foto oben gemacht wurde. Diese Mentalität sagt das Gegenteil aus wie die bekannte Redewendung „wenn ich es nicht tue, macht es ein anderer“ und kommt doch zum gleichen Ergebnis. Sie ist eine Selbstlegitimation und sie hat bereits viele riskante und ethisch fragwürdige, teils auch illegale Forschungen (z. B. den Einsatz der Genschere zur Manipulation des Erbgutes von menschlichen Embryonen durch den Chinesen He Jiankui) hervorgebracht – oft mit katastrophalen Folgen. Das Argument ist kein demokratisches, sondern ein totalitär libertäres. Er setzt eigenmächtig Andere einem unkalkulierbaren Risiko aus, ohne, dass diesen ein Mitspracherecht eingeräumt wird. Vieles was in den Science-Fiction-Büchern steht, beginnt auf diese Weise Realität zu werden, so auch Becks Voraussagen. Ist die Idee erst einmal in der Welt, sind diejenigen nicht weit, die versuchen, sie mit perfiden Mitteln umzusetzen.

Dem gilt es mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten!


Online-Artikel

Bücher / Zeitschriftenartikel

  • Horney, Karen: The Flight from Womanhood: The Masculinity-Complex in Women as Viewed by Men and by Women. In:  International Journal of Psychoanalysis 1926. 7:324–39.
  • Murphy, Julien S.: Is Pregnancy Nessessary? Feminist Concerns about Ectogenesis. In: Bequaert Holmes, Helen; Purdy, Laura Martha: Feminist Perspectives in Medical Ethics. Indiana University Press. 1992
  • Oakley, Ann: The Captured Womb. A History of the Medical Care of Pregnant Women. Oxford 1984
  • Pohl, Rolf: Feindbild Frau. Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen. Hannover 2004
  • Schmölzer, Hilde: Die abgeschaffte Mutter. Der männliche Gebärneid und seine Folgen. Wien 2005
  • Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat. Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt. Norderstedt 2015
  • 1
    But the work might eventually extend beyond mice. Two other papers published in Nature on Wednesday report on attempts that edge near creating early human embryos in this way. Of course, Dr. Meissner said, creation of human embryos is years away — if it is permitted at all. For now, scientists generally refrain from studying human embryos beyond 14 days of fertilization.
  • 2
    We have run 5 fetuses from 105 to 108 days of gestation for 25–28 days, and 3 fetuses from 115 to 120 days of gestation for 20–28 days. The longest runs were terminated at 28 days due to animal protocol limitations rather than any instability, suggesting that support of these early gestational animals could be maintained beyond 4 weeks.