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	<title>Patriarchalisierung Archive - Gabriele Uhlmann</title>
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		<title>Vom Matrifokal zum Matridurat – Der Unterschied zwischen freiem Leben und dem Überleben im Patriarchat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[GUhlmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 May 2024 15:03:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bild: Die Prinzessinnengruppe links Luise, rechts Friederike. Gipsausführung von 1795 in der Friedrichswerderschen Kirche, Berlin. Von Johann Gottfried Schadow Das Matrifokal Es fehlte lange für das &#8222;vorpatriarchale&#8220; Habitat der Menschheit,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/vom-matrifokal-zum-matridurat-der-unterschied-zwischen-freiem-leben-und-dem-ueberleben-im-patriarchat">Vom Matrifokal zum Matridurat – Der Unterschied zwischen freiem Leben und dem Überleben im Patriarchat</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://vg07.met.vgwort.de/na/0382958f2d7a4786988eae044a681ded" alt="" width="1" height="1" /><br />
Bild: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Prinzessinnengruppe" target="_blank" rel="noopener">Die Prinzessinnengruppe</a> links Luise, rechts Friederike. Gipsausführung von 1795 in der Friedrichswerderschen Kirche, Berlin. Von <a title="Johann Gottfried Schadow, CC BY-SA 3.0 &lt;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/&gt;, via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schadow-Prinzessinnen.jpg">Johann Gottfried Schadow</a></p>
<h2 id="matrifokal">Das Matrifokal</h2>
<p>Es fehlte lange für das &#8222;vorpatriarchale&#8220; Habitat der Menschheit, das die Altsteinzeit und die frühe Jungsteinzeit einschließt, ein Begriff, der ohne diese ausschließende Nennung des Patriarchats auskommt. Auch für matrifokale Gemeinschaften aus der Zeit nach der Patriarchalisierung stand nur der unbrauchbare Begriff &#8222;<a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-oder-gab-es-matriarchale-gesellschaften-eine-notwendige-stellungnahme-von-stephanie-gogolin-und-gabriele-uhlmann" target="_blank" rel="noopener">Matriarchat</a>&#8220; zur Verfügung. Daher hat die Patriarchatsforscherin Stephanie Gogolin für die &#8222;matrifokale Gemeinschaft&#8220; den Begriff <strong>DAS MATRIFOKAL</strong> definiert:</p>
<blockquote><p>&#8222;Als <strong><em>Das Matrifokal</em></strong> bezeichne ich ein real vorhandenes, naturgemäßes, dynamisches Habitat, das von Beginn des Menschseins als <strong>existenzsichernde Schutzsphäre</strong> für die Mütter und ihren Nachwuchs fungierte. In der Regel bestehend aus konsanguinen Angehörigen beiderlei Geschlechts innerhalb der frühen <strong>matrilinear und matrilokal</strong> sowie <strong>generationsübergreifend</strong> lebenden Menschengruppen. Was bedeutet: durch Geburt verwandte Menschen interagierten in ihrem Alltag in überschaubaren <strong>mutterbasierten</strong> und <strong>geschwisterbezogenen</strong> Fürsorge-Gruppen, in denen in der Regel <strong>jedes Individuum von der Geburt bis zum Tod, integriert und geborgen lebte</strong>.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">1</sup></blockquote>
<p>Das Matrifokal ist keine Gesellschaft, kein Herrschaftsgebilde, also kein Matriarchat, sondern eine zeitgleich mit der Entwicklung der Gattung <em>Homo</em> natürlich gewachsene Sozialordnung, die maximale Sicherheit bei maximal möglicher Freiheit gewährleistet. Das Sexualleben der Frau spielt sich innerhalb der Schutzsphäre des Matrifokals ab, in welcher vertrauenswürdige, fremde Männer aus dem Jagdkollektiv stets vorübergehend zu Gast sind. Die natürliche Exogamie<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">2</sup> wird also matrilokal ausgeübt, was nicht nur Inzucht verhindert, sondern vor Übergriffen schützt. Alle Frauen des Matrifokals leben daher ihre Female Choice frei und haben damit auch die Wahl, kinderlos zu bleiben. Das männliche Werbeverhalten zielt auf die Female Choice ab, die primär vom Körper des Mannes, seinem Charme und seiner guten sozialen Einbindung abhängt. Die Frauen gehen deshalb auch aktiv auf die Männer zu. Die Kinder kennen ihren genetischen Vater nicht und das gesamte Matrifokal steht ihnen als Bezugspersonen zur Verfügung, aus denen sie sich ihre &#8222;Lieblingsmenschen&#8220;, die natürlich konsanguin verwandt sind, selbst aussuchen. Wesentlich ist, dass die Männer im Matrifokal keinen Anspruch auf ihre genetischen Kinder erheben können, da diese anderswo in anderen Matrifokalen aufwachsen.<br />
Die Schwestern leben und arbeiten zusammen; kinderlose Schwestern und die Brüder gehören selbstverständlich zum Netzwerk der helfenden Hände. Meist sind die Männer und männlichen Jugendlichen unter sich und sie verlassen häufig für mehrere Tage das Lager, wobei sie nicht nur jagen, sondern auch sammeln und kochen, was sie von ihren Müttern gelernt haben. Auch temporär kinderlose Frauen tun sich zusammen, um zu jagen. Die Mitverantwortung und Betreuung der jüngeren Brüder und größeren Neffen sowie die Beschaffung von Wildbret obliegen jedoch überwiegend den männlichen Mitgliedern des Matrifokals. Kunst, Musik und Spaßmacherei, Zelt- oder Hausbau machen Männer zu egalitären Mitgliedern des Matrifokals. Sie können aus ihren Tätigkeiten keinen Machtanspruch ableiten, weil auch die Frauen diese Fähigkeiten besitzen und ausüben. Schwere Arbeit wird eher von den älteren Frauen nach der Menopause übernommen. Gefährliche Arbeit erledigen eher die Männer, wobei ihre Körperkraft und Kooperation sie schützt. Es gibt keine Festlegung in Bezug auf ein sog. soziales Geschlecht, wie es das Patriarchat kennt. Die überlebenswichtige intensive Bindung und Unterstützung zwischen den Generationen, insbesondere der Frauen, dazu auch Feste, bei denen Frauen und Männer zusammenkommen und bei denen gemeinsam gekocht und erzählt wird, sowie gegenseitiges Beschenken hält die Gemeinschaft zwanglos zusammen. Im Matrifokal gibt es kein Erbrecht, mit dem der Besitz in der nächsten Generation auf eine bestimmte Person vererbt oder in eine bestimmte Richtung abgeführt werden kann. Weil es kein klar abgegrenztes Generationen-Denken gibt, geht der Besitz kontinuierlich an alle über. Die Widerstandskraft der Gemeinschaft gegen Gefahren aller Art ergibt sich aus ihrem Zusammenhalt und ihrer bedingungslosen Zusammenarbeit. Es ist nicht notwendig, dass einzelne Männer einzelne Frauen beschützen. Die verschiedenen Matrifokale sind über das Schenken, eine Tauschökonomie und das freie Sexualverhalten verbunden, so dass kein Boden für Feindschaften bereitet wird.</p>
<h2 id="inuns">Die Matrifokalität in uns</h2>
<p>Unsere Matrifokalität ist ein Effekt des Naturgesetzes <em>Female Choice</em> sowie der langen Kindheit. Es ist daher nicht möglich, sie wegzuzüchten. Unser angeborenes Sozialverhalten hat nie aufgehört zu existieren und steuert unbewusst gegen die Herrschaft der Väter, das Patriarchat. Was dem Individuum angeboren ist, wird auch immer da sein! In jeder Familie, jeder Gesellschaft gibt es daher unauflösbare soziale Konflikte, die in ihrer penetranten Wiederholung höchst rätselhaft erscheinen: der Schwiegermutterkonflikt, der übrigens auch ein Schwiegerkinderkonflikt ist, Kontaktabbruch, der Egoismus der Älteren, der Nachbarschaftsstreit, natürlich alle Partnerkonflikte und besonders die häusliche Gewalt; dazu traurige Unausweichlichkeiten wie Umzüge, der Auszug von Zuhause, der Wechsel der Schule/Schulfreunde, das Empty-Nest-Syndrom, die Einsamkeit im Alter. Besonders die Enttäuschungen zeigen, wie groß das Bedürfnis ist, anders zu leben: die Mutter, die allein zuhause mit dem Baby sitzt, Eifersucht, Verrat und Trennungen. Wenn es sich trotzdem plötzlich einmal sehr stimmig anfühlt, ist es meist nicht von langer Dauer. Im Patriarchat befinden sich Matrifokale stets knapp vor ihrer Wiederentstehung: Alleinerziehende Mütter, Großmütter, die ihre Töchter nach deren Niederkunft unterstützen, und Schwestern, die fest zusammenhalten.</p>
<p>Die moderne Gesetzgebung unterbindet Matrifokalität immer noch ganz offen, erzeugt aber durch den Glauben an die Rechtmäßigkeit des hierarchischen Systems den Eindruck, von Gerechtigkeit im Sinne von Gleichheit geleitet zu sein. Das Patriarchat usurpiert so zu großen Teilen die natürliche Bindung der Geschwister durch Geburt und wertet die mütterliche Beziehung zum Kindsvater auf, die allein auf der genetischen Zusammensetzung des Kindes basiert, denn Gefühle allein können täuschen und sind keine Garantie.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">3</sup>
<p>Unsere Matrifokalität bricht sich immer wieder Bahn, aber in unserer Gesellschaft existiert dieses Wissen nicht. Sie lässt sich dennoch instrumentalisieren und damit gegen uns verwenden. Die zentrale Rolle spielt hier der <strong>Neid</strong>, der im Sprachgebrauch auch mit Eifersucht gleichgesetzt und ambivalent behandelt wird. Der Neid ist die Folge von Ungleichheit, die von unserem matrifokalen Erbe zutiefst abgelehnt wird, denn sie bedroht die Existenz der Gemeinschaft. Die Wirtschaft jedoch lebt vom Neid, er ist erwünscht als Triebfeder, noch mehr zu konsumieren und wird von der Werbung absichtsvoll geschürt. Dennoch ist er gesellschaftlich nicht anerkannt, weil Neid sich auch und vor allem gegen Besitzende richtet. Männlicher <strong>Gebärneid</strong> dagegen ist nicht verpönt, ja nicht einmal bewusst, weil er kaum erkennbar in den Religionen kultiviert ist, dabei ist er das eigentliche Grundproblem: Er ist als göttliche Schöpferkraft verkleidet, auch wenn noch nie ein Mann geboren hat.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">4</sup> Es muss geglaubt werden und der Glaube ist zu respektieren, er macht uns angeblich zu besseren Menschen. Desinformation nach dem Haltet-den-Dieb-Prinzip ist für das Patriarchat überlebenswichtig. Dazu gehört heute, im modernen Patriarchat, dass Frauen, die die Geburt als ihre Urkompetenz beschreiben, bzw. sich als deren natürliche Besitzende betonen, als unemanzipiert hingestellt werden. Diese Bestrafung der unbotmäßigen Richtigstellung der biologischen Tatsache trifft hart, wenn Frauen sich nicht bewusst sind, was da mit ihnen gemacht wird: Wo Männer sich lange mit dem Schöpfer &#8211; also dem vaterrechtmäßigen Besitzer der Zeugung, der Geburt und des Kindes &#8211; identifizierten, können sie sich heute zusätzlich auf das Gleichheitsgebot berufen. Die Aussage „Männer können gebären“ gilt heute als politisch korrekt, als &#8222;<em>woke</em>&#8220; (engl. für &#8222;aufgewacht&#8220;), obwohl es das genaue Gegenteil ist, eine neue Form der Religion. Die dem Gleichheitsgrundsatz folgende Aussage &#8222;das Kind braucht den Vater genauso wie die Mutter&#8220; wird regelmäßig von Vaterrechtlern kolportiert. Beides dient der Aufrechterhaltung der Vaterschaft als Institution, ist also das genaue Gegenteil von Emanzipation. Artgemäß wäre die Aussage, dass alle Kinder auch den Kontakt mit männlichen Bezugspersonen brauchen, diese sind aber nur dann kein Risiko, wenn sie kon-mitochondrial, also über die Mutter verwandt sind, und diese Matrilinearität auch konsequent leben. Die evolvierte Matrifokalität gewährleistet Menschenkindern maximalen Schutz.</p>
<p>Die Vater-Religion dient der Weismachung, Mütter und Frauen generell seien mit ihrem Freiheitsdrang im Unrecht. Im laizistischen Staat wird diese Maxime beibehalten, indem die Gewalt des Gesetzes Mütter nötigt. Mütter sind erpressbar, sobald sie eine tiefe Bindung zu ihren Kindern haben und den Vater (resp. den Staat) über seine Vaterschaft informieren (müssen), was fast immer der Fall ist. Die wirtschaftliche Schlechterstellung der Mutter macht sie vom Vater abhängig, ob verheiratet oder nicht. Deshalb keine tiefe Bindung zu den Kindern aufzubauen, ist genauso wenig emanzipiert, ja sogar eine Vergewaltigung des Selbst, die zu Lasten der Kinder geht und ein permanent schlechtes Gewissen erzeugt, ein Ruf unserer Matrifokalität.<br />
Wenn Paare heute heiraten, heiraten sie meist mit &#8222;Rückenwind&#8220;, d.h. dass sich die Frauen bis zur ersten Schwangerschaft die Option offenhalten, sich wieder zu trennen. Sie ordnen den Partner unbewusst als Fremden ein und behalten sich ebenso unbewusst ihre Female Choice bis zur Ehe vor. Schwangerschaften treten häufig auch im Moment der Trennung auf, wenn die Beziehung eigentlich schon zu Ende ist. Mit Beginn der Schwangerschaft wird die patriarchalisierte Mutter aber nicht das Weite suchen, um in Ruhe ihr Kind zu bekommen und aufzuziehen, sondern ist mit dem Kindsvater loyal, und lässt zu, dass er zu &#8222;seinem Kind&#8220; eine Beziehung aufbaut. Die Forderung, Väter noch stärker in die Erziehung einzubeziehen, klingt feministisch, ist aber eine Falle, die oft erst erkannt wird, wenn die Trennung ansteht, manchmal schon früher, nämlich wenn der Vater nur noch Augen für seine kleine Prinzessin hat statt für seine Ehefrau. Dann beginnt die Mutter, ihn wieder als das zu sehen, was er immer war, ein Fremder, dem sie einmal begegnet ist. Das Kind aber gerät in einen schweren Loyalitätskonflikt. Loyalität ist immer eine moralische Forderung, die im Großklima des Patriarchats einen Menschen einem anderen verpflichtet, sie nimmt in Geiselhaft. Dabei kann sich der Vater dieser Loyalität leicht entziehen, hat er doch die Loyalität des Gesetzes auf seiner Seite. Anders ausgedrückt: Da die Mutter <strong>ist</strong>, der Vater sich jedoch <strong>macht</strong><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">5</sup> und über die Mutter und das Kind dominiert, ist die Loyalität einseitig auf ihn gerichtet. Der Loyalitätskonflikt des Kindes beruht darin, dass es sich der Mutter zugehörig fühlt, aber den Vater nicht enttäuschen will. Mit Liebe hat das nur wenig zu tun.</p>
<h2 id="radfem">Radikaler Feminismus &#8211; der lauteste Ruf unserer Matrifokalität</h2>
<p>Ist der Leidensdruck groß genug, beginnen selbst Mütter, die den väterlichen Führungsanspruch bisher nicht infrage gestellt haben, ihre erlernten Grundsätze aufzugeben. Während und unmittelbar nach Kriegen, in Verelendung, bei Untreue und häuslicher Gewalt wird Frauen und Müttern ihre Lage bewusst. Trotz drohender Gewalt versuchen sie dann, aus ihren Käfigen auszubrechen. Das ist noch kein Feminismus, keine mentale Befreiung, nicht die Absicht das Problem für alle Frauen grundsätzlich abzustellen. Dass das Private das Politische ist, können Frauen nur begreifen, wenn sie das Tabu, darüber offen zu sprechen, brechen und ihre Lage nicht mehr als persönliches Versagen begreifen, sondern als Ergebnis des Vater-Dogmas.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">6</sup> Feministische Ziele müssen Stück für Stück gemeinschaftlich erkämpft werden. In der westlichen Welt erleben Frauen aber auch immer wieder ihre Entrechtung, den unvermeidlichen Backlash des Patriarchats, während sie in den extremen Patriarchaten nur selten aufstehen. Unsere matrifokalen Grundhaltungen der Mütterlichkeit, der Fürsorge für andere Menschen und der Liebe zum Frieden werden dabei immer wieder in erpresserischer Weise gegen die Frauen verwendet, und sie liefern sich dem aus, wenn sie aufgrund mangelnder Aufklärung nicht erkennen, wie sehr sie sich damit selbst schaden, wenn ihre vermeintlich feministische Fürsorge den Männern resp. Vätern gilt. Dagegen steht: &#8222;Die Medien und die Meute sind sich nie zu schade, um ihren Frauenhass mit irgendeiner guten Begründung öffentlich zu machen&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">7</sup>, wie Regula Stämpfli es formuliert.</p>
<p>Es ist in der weltweiten patriarchalen Geschichte aber mehrmals passiert, dass nicht nur einzelne Verbesserungen oder Anpassungen durchgesetzt wurden, sondern echte reale und mentale Befreiung geschah und Matrifokale neu entstanden sind. Es war wiederholt Frauen oder gar Schwestern die Flucht aus ihrer traumatisierenden Lage gelungen und sie hatten es fortan unterlassen, bei ihren sexuellen Kontakten wieder den Vater mitzudenken. Diese Entscheidungen führten unabdinglich zu heute noch lebenden matrifokalen Großgemeinschaften, in denen die dort hineingeborenen Jungen die Freiheit der Mütter und ihrer Schwestern als natürlich erleben dürfen und auch als Erwachsene nichts anderes von den Frauen erwarten. Bekanntere Beispiele sind die Tuareg der Sahara, ein Berbervolk, das als Besonderheit hirtennomadisch und trotzdem matrifokal lebt, sowie die Mosuo in Südchina, die von Ackerbau und Tierhaltung leben.</p>
<h2 id="jungsteinzeit">Jungsteinzeitliche Resilienz, jungsteinzeitliche Entmenschlichung</h2>
<p>Ein ursprüngliches Matrifokal kann dagegen aus der noch matrifokalen Jungsteinzeit herübergerettet und längst vom Patriarchat umgeben sein. Solche Matrifokale befinden sich mit hoher Sicherheit noch unter den unkontaktierten, isolierten Völkern.<br />
Ein neu entdecktes prähistorisches Beispiel liefert Erkenntnisse über die Besiedlung der überaus wild-, fisch- und pflanzenreichen Westsibirischen Taiga. Sie zeigen, dass sich die dort lebenden Wildbeuter-Gemeinschaften während der Misox-Schwankung<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">8</sup> mit Befestigungen, die übrigens zu den ältesten Festungen der Welt zählen, gegen die Angriffe schützen mussten und genötigt waren, hinter ihren Mauern sesshaft zu werden, so in den jüngst untersuchten Siedlungen Amnya und Imnegan.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">9</sup>
Diese neuen Funde unterscheiden sich wiederum erheblich von denen aus der Jungsteinzeit Südost- und Mitteleuropas. Die sich hier aus Südosteuropa ausbreitende Bandkeramische Kultur war nicht indigen, sondern sie wurde von ehemalig indigenen anatolischen Klimaflüchtlingen getragen, die noch matrifokal lebten, sich an verschiedenen Stellen entlang ihrer Migrationsroute niederließen und mehrere neue Kulturen entwickelten. Mit den BandkeramikerInnen hielt um 5.500 v.u.Z. in Mittel-, Süd- und Westeuropa das Neolithikum Einzug, die Jungsteinzeit mit Ackerbau und Tierhaltung, ohne dass die indigenen Wildbeuter-Matrifokale sich gegen die Neuankömmlinge schützen mussten, sie bauten keine Verteidigungsanlagen. In Mitteleuropa lebten sie über einen Zeitraum von 2000 Jahren in friedlicher Koexistenz, wobei es zu ersten Kontakten kam. Auf der iberischen Halbinsel kam es noch deutlich früher zu einer friedlichen Vermischung der beiden Gruppen.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">10</sup> Die BandkeramikerInnen begannen vereinzelt, ihre Toten in denselben Höhlen wie die WildbeuterInnen zu bestatten. Das baldige Ende der Bandkeramischen Kultur zeichnete nur 500 Jahre nach ihrer Ankunft ab, als infolge einer weiteren Klimakatastrophe und Hungersnot einzelne überlebende Männer Nutztiere aus den Siedlungen stahlen und in den Mittelgebirgen mit deren Zucht begannen. Dies löste eine erste Welle der Selbstpatriarchalisierung aus, bei der Frauen geraubt und deren Brüder getötet wurden, und zwar sowohl unter den BandkeramikerInnen als auch WildbeuterInnen. Unter den Toten des Massakers von Talheim aus der Untergangszeit der Bandkeramischen Kultur fehlten fast alle Frauen im gebärfähigen Alter, die auf einem regulären Friedhof statistisch zu erwarten gewesen wären, während sich unter den toten Männern zwei fanden, die archaische Züge trugen, also von ein oder zwei WildbeuterInnen abstammten. Ihre Anwesenheit belegt, dass sie sich mit den BandkeramikerInnen bestens verstanden hatten und sie diesen wohl auch ihr Wissen vermittelten, wie man sich aus der Natur Mitteleuropas ernährt, was in Zeiten der Not äußerst angesehen und willkommen gewesen sein muss.<br />
Mit immer mehr Massakern verschwanden nicht nur die Bandkeramik, sondern auch die Nachfolgekulturen bis 4.500 v.u.Z., nämlich Hinkelstein, Groß Gartacher und Rössener Kultur. Die neolithische Bevölkerung schrumpfte in der Kaltphase zwischen 4.500 und 4.400 v.u.Z. nochmals erheblich, während die nicht sesshaften WildbeuterInnen keine Ernährungsengpässe erlitten, weil sie in günstigere Lagen ausweichen konnten. Insbesondere vielen Wildbeuterinnen, die mit ihrem Heil- und Pflanzenwissen sehr willkommen waren, gelang nun verstärkt der Eintritt in die prekären jungsteinzeitlichen Siedlungen, wo sie die geraubten Frauen ersetzten und auch die Landwirtschaft erlernten.<br />
Eine neue genetische Studie<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">11</sup> zeigt, dass sich im Pariser Becken vor 7000 Jahren ein ähnlicher Vorgang wie in Mitteleuropa abgespielt hatte. Das Gräberfeld von Gurgy &#8218;Les Noisats&#8216; zeigt eine bereits patrilineare Bevölkerung, die offenbar auf einen einzelnen &#8222;Gründervater&#8220;, richtiger: Verbrecher, zurückgeht, der kultisch verehrt wurde. Die dort gefundene vermeintliche Monogamie der Frauen UND der Männer aus sieben Generationen zeigt, dass die Söhne von Nebenfrauen nicht mitbestattet waren, sondern entweder in den Krieg gezogen waren und nicht zurückkehrten oder ermordet und nicht mitbestattet wurden. Alle Töchter wurden dagegen in die Fremde verheiratet.<br />
Es ist möglich, dass es dieser Stamm war, der die Fluchtbewegung auslöste, die nach einer Phase von 100-150 Jahren nach Untergang der Rössener Kultur im südlichen Mitteleuropa zur Herausbildung der Michelsberger Kultur führte. Diese neolithische Kultur nutzte verlassene Siedlungen nach, wie es an vielen Fundhorizonten ablesbar ist. Die Tierhaltung wurde hier zunehmend im großen Stil betrieben, erkennbar an den Ansammlungen von Kreisgrabenanlagen. Diese Kultur fällt durch die offensichtliche Egalität auf, ablesbar an Gräbern und Behausungen. Die Häuser wurden mit Reliefs aus Brüsten und die typische Keramik mit Knubben, die Brüste symbolisieren, verziert. Auch WildbeuterInnen wurden erneut integriert, aber nach knapp 1000 Jahren um 3500 v.u.Z. endete auch diese Kultur, nicht ohne wieder von den letzten WildbeuterInnen überlebt zu werden.<br />
In den südlicheren Nachfolgekulturen der nächsten 500 Jahre &#8211; auf heute west- bis mitteldeutschem Gebiet die Wartberg-Kultur, die durch Verteidigungsanlagen auffällt, und im Süden die Horgener und Chamer Kulturen &#8211; gingen die letzten Matrifokale der WildbeuterInnen auf. Im nördlichen Mitteleuropa bildete sich um schon 4200 v.u.Z. die Trichterbecher Kultur aus, die von der später eingewanderten Kugelamphoren-Kultur teilüberlagert wurde, welche ebenfalls noch das matrifokale Leben kannte. Sie assimilierte die Ertebølle-Kultur bereits keramischer WildbeuterInnen. Um ca. 3.000 v.u.Z. lebten in Mitteleuropa keine WildbeuterInnen mehr, ihre Nachfahren waren nun BäuerInnen. Um 2800 v.u.Z. gingen alle matrifokalen Kulturen nördlich der Alpen durch die patriarchale Schnurkeramische Kultur unter, die sich von Osten her ausbreitete und die Indoeuropäisierung einleitete.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">12</sup> Die Matrifokale West- und Südeuropas gingen im Zuge der Indoeuropäisierung unter. Ob und wie lange es in Eurasien noch Matrifokale in Insellage gab, ist noch nicht geklärt.</p>
<h2 id="uebergang">Übergangspatriarchate</h2>
<p>Patrilinearität muss über Patrilokalität hergestellt werden, daher finden sich heute weltweit keine patrilinearen Völker, die in regelmäßig Matrilokalität leben. Trotzdem gibt es noch Völker, die nicht vollständig patriarchalisiert sind. Bei vielen Ethnien, in denen die Mutter mit dem Vater ihrer Kinder zusammenwohnt, liegt Uxorilokalität vor, d.h. das Paar lebt vorübergehend bei den Eltern der Ehefrau, hier geht es um die Verlässlichkeit der Versorgung. Diese Gemeinschaften bezeichne ich als <strong>Übergangspatriarchat</strong>. Ein Übergangspatriarchat ist eine Gesellschaft<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">13</sup>, die noch deutlich <strong>matrifokale Züge</strong> trägt. Hier können wir sozusagen dem Prozess der Patriarchalisierung bei der Arbeit zusehen, der einsetzt, wenn kein <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/frauen-woher-nehmen-wenn-nicht-stehlen" target="_blank" rel="noopener">Frauenraub</a> im Spiel ist. In vielen dieser ehemaligen Matrifokale haben Missionare dafür gesorgt, dass die genetischen Väter mit &#8222;ihren Kindern&#8220; zusammenleben. Die Kinder sollen lernen, einen Vater zu haben. Die Väter wirken in der Gemeinschaft wie plötzlich entartete Zellen, die sich langsam ausbreiten. Bei den !Kung San in der Kalahari hat sich daher auch eine komplexe Streitkultur entwickelt, wo vorher kaum gestritten wurde. Bei den Yequana in Venezuela &#8222;sind Frauen und Kinder besonders bemüht, ihr Bestes zu geben&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">14</sup>, wenn der Vater anwesend ist und die Mädchen werden dazu ermuntert, den Vater zu bedienen. Der Mann als Vater macht Probleme, sobald er auftaucht.</p>
<p>Im Verlauf der Menschheitsgeschichte haben wir es mit ursprünglichen, migrierten und auch vom Patriarchat umstellten oder sich in Insellage befindlichen matrifokalen Gemeinschaften zu tun. Sie alle können den Namen &#8222;Matrifokal&#8220; tragen. Es ist aber für solche, die noch nach Beginn der Patriarchalisierung existierten oder existieren, nicht ohne Weiteres ersichtlich, ob es sich um ursprüngliche oder sogar neu entstandene Matrifokale handelt. Matrifokale der vorpatriarchalen Zeit waren Jahrhunderttausende nicht der unmittelbaren Bedrohung ausgesetzt und mussten keine Strategie zu ihrem Schutz vorhalten. Davon unterscheiden sich alle späteren Matrifokale erheblich, denn sie müssen sich gegen den Patriarchalisierungsdruck schützen. Von diesem Umstand ist abhängig, wieviel Freiheit ihnen noch blieb oder bleibt. Daher erscheint es mir nicht angemessen, sie undifferenziert als &#8222;Matrifokal&#8220; zu bezeichnen. Wie also nennen wir solche Gemeinschaften, wenn nicht &#8211; denn dieser Begriff ist ja zu vermeiden &#8211; &#8222;Matriarchat&#8220;? Dazu noch eine Vorüberlegung.<br />
Um ungestört in Matrilokalität und Matrilinearität zu überleben, müssen sich Matrifokale den verschiedenen, patriarchalen Herausforderungen stellen. Beim <strong>Avunkulat</strong> (lat. <em>avunculus</em>, der Mutterbruder) ist der genetische Vater noch bedeutungslos und die Mutter wohnt bei ihrem Bruder, der die &#8222;Vaterrolle&#8220; für seine Neffen und Nichten innehat, d.h. als männliche Bezugsperson fungiert. Hier steht die Vererbung des Besitzes im Vordergrund, d.h., dass die Brüder begonnen haben, den Besitz zu privatisieren und ihre Schwestern werden quasi darauf trainiert, mit einem Mann in einer Ehe zu leben, die freilich noch eine Pseudoehe ist. Die Matrilokalität ist hier bereits durch eine &#8222;<strong>Fraternilokalität</strong>&#8220; (lat. <em>frater</em>, der Bruder; der Begriff ist nicht etabliert) ersetzt und die Matrilinearität nimmt sozusagen einen Umweg über den Bruder. Diese Lebensweise ist bereits eine Anpassung an das umliegende oder erobernde Patriarchat, das das ursprüngliche Matrifokal mit der Idee der männlichen Dominanz und des Besitzes angesteckt hat, also eine Spielart des Patriarchates und ebenso kein Matriarchat. Jüngst wurde das Avunkulat für die <a href="https://www.spektrum.de/news/fuerstengraeber-aus-sueddeutschland-die-dna-der-keltenfuersten/2218598" target="_blank" rel="noopener">Keltenfürsten der Hallstattzeit</a> (800 bis 450 v. Chr.) genetisch nachgewiesen, bei denen die sog. Fürstinnen als &#8222;<em>King-Mums</em>&#8220; und gleichzeitig als &#8222;<em>King-Sisters</em>&#8220; identifiziert wurden.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">15</sup> Warum nicht nur die patriarchalische biologistisch-dynastische Erklärung, also die Sicherung der väterlichen Gene, dafür herangezogen werden darf, sondern vor allem die uralte Matrifokalität Berücksichtigung finden muss, hatte Gerhard Bott bereits am Beispiel der pharaonischen <strong>Bilinearität</strong> erläutert.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">16</sup>
<h2 id="matridurat">Überdauernde Matrifokale – das Matridurat und das Neo-Matridurat</h2>
<p>Heutige reine Matrifokale leben oft in Reservaten, die sich nicht friedlich ausdehnen lassen, ohne die patriarchalen Menschen an den Grenzen von der Matrifokalität zu überzeugen. Ein schon verheiratetes Paar kann dabei nicht auf Aufnahme und Unterstützung ins Matrifokal hoffen, denn das führt unweigerlich zu Konflikten. Allem voran sind es aber die jungen Frauen, auf die bestimmte Maßnahmen abzielen müssen, wenn sich eine matrifokale Gemeinschaft nicht aufgeben will, denn sie alle sind Garantinnen der Zukunft. Das Patriarchat wirkt anziehend, sei es durch die materiellen Verlockungen, sei es durch einen attraktiven Mann, die größte Gefahr. Es muss also das Verbot ausgesprochen werden, dass junge Frauen keine Kontakte ins Patriarchat pflegen dürfen. Dies aber ist in Bezug auf die unter Matrifokalität gelebte Female Choice bereits widersinnig, eine Beschränkung, die wiederum kontraproduktiv wirken muss, denn jede Reglementierung dieser Art erzeugt insbesondere bei Jugendlichen Widerstand.<br />
Zur Lösung des Problems der Differenzierung solcher im Patriarchat überlebenden Matrifokale von den ursprünglichen Matrifokalen, habe ich den Begriff <strong>MATRIDURAT</strong> (lat. <em>durare</em>, andauern) entwickelt: Ein Matridurat ist ein Matrifokal, das vom Patriarchat umgeben und bedroht ist und sich erfolgreich, bewusst und resilient mit Regeln und/oder mittels Verteidigung gegen die patriarchale Einverleibung schützt. Im Gespräch mit Stephanie Gogolin wurde mir zudem klar, dass auch Matridurate, die von ehemals patriarchalen Frauen neu gegründet wurden, gesondert gekennzeichnet werden müssen, ich nenne sie daher <strong>NEO-MATRIDURAT</strong>.<br />
Die Mosuo sind meines Wissens das einzige Matridurat, das durch Überlieferung als neugegründet abgesichert ist, sie sind ein Neo-Matridurat. Wie ich es an anderer Stelle<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">17</sup> ausgeführt habe, sind sie Nachkommen von Frauen, die aus der nomadischen Viehzüchtergesellschaft der Mongolischen Steppe stammten. Es ist ihnen während eines Eroberungsfeldzuges ihrer Männer gelungen, zu entkommen und in dem abgelegenen Gebiet um den Lugosee, ein Gebirgssee auf dem Yunnan-Guizhou-Plateau, neu anzufangen, ohne den alten Fehler der Patrilinearität zu wiederholen. Sie leben das Prinzip der <em>tisese</em><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">18</sup>, was in westlichen Schriften als &#8222;Besuchsehe&#8220; bezeichnet wird, jedoch Sex ohne soziale oder wirtschaftliche Bindung an einen Mann meint. Ob die Mosuo-Frauen damals aus Erfahrung wussten, was genau das Problem ist, nämlich die gewaltsam aufrechterhaltene Vaterschaft, oder ob es eine psychologische Vermeidungsstrategie war, ist unbekannt. Da Matrifokalität angeborenen ist, hat jedenfalls das Heraushalten fremder Männer zu einem neuen Matrifokal geführt. Für die Tuareg in der Sahara existiert keine vergleichbare Überlieferung, jedoch wurden sie gegen ihren Willen islamisiert und mussten sich den arabischen Handelsstrukturen anpassen, so dass ihr Wirtschaftssystem heute nach außen patriarchalisch ist, während ihr Sozialsystem matrifokal geblieben ist. Ob es sich bei der jungsteinzeitlichen Michelsberger Kultur um ein Matridurat oder ein Neo-Matridurat handelte, ist noch zu klären.</p>
<h2 id="aussicht">Aussicht</h2>
<p>Die Neo-Matridurate zeigen, dass die Menschheit dem Patriarchat nicht so ausgeliefert ist, wie weithin angenommen, sie machen Hoffnung auf mehr. Daher ist ihre differenzierte Benennung so wichtig. Deutlich ist auch, dass wir sie als Übergangsform verstehen müssen, solange die Female Choice nicht weltweit gesichert ist. Es kann aber nicht Ziel sein, sie nur unter Denkmalschutz zu stellen, dann werden es erfahrungsgemäß trotzdem immer weniger. Patriarchat ist theoretisch umkehrbar, aber in der Realität aufgrund der <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht" target="_blank" rel="noopener">Überbevölkerung</a> und der vollständigen Besiedelung noch des letzten Winkels nur schwer auf humane bzw. friedliche Art zurückzudrängen und umzuwandeln. Ohne die Stärkung der <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice" target="_blank" rel="noopener">Female Choice</a>, ohne weltweite Aufklärung über sie und auch ohne die Durchsetzung der freien Empfängnisverhütung und Abtreibung kommt das Ziel nicht in Reichweite. Es sind die Frauen, die sich mental und körperlich befreien müssen, aber es sind die Männer, die das Unterfangen der Frauen anerkennen und schützen müssen, in der Einsicht, dass es sich nicht nur um unser kulturelles Welterbe handelt, matrifokal zu leben, sondern um unser aller Menschenrecht, unser eigentliches Sein. Nur solche Männer können auch mit Recht das Prädikat &#8222;Feminist&#8220; für sich beanspruchen.<br />
Wenn wir von dem abweichen, was uns angeboren ist, fügen wir uns Schaden zu. Kultur ist nicht in der Lage, dies vollständig zu kompensieren, chronifiziert die Komplexe sogar noch. Matridurate beweisen, dass ein Wechsel zurück zu unserem angeborenen Sozialverhalten möglich ist. <strong>Es bedarf dazu keiner Anpassungsleistung, wie sie uns das Patriarchat abverlangt,</strong> es raubt uns daher keine Energien, sondern erfordert lediglich wissenschaftliche und soziale Anerkennung.</p>
<p>Danke, Stephanie, für Deine wertvollen Hinweise und Bemerkungen!<br />
Braunschweig, 30.05.2024</p>
[Update am 04.06.2024 (Matrilinearität der Keltenfürsten)! An dieser Stelle ein globales Danke an <a href="https://denkmalpflege-bw.academia.edu/DirkKrausse" target="_blank" rel="noopener">apl. Prof. Dr. Dirk Krausse</a> und <a href="https://www.eva.mpg.de/de/archaeogenetik/mitarbeiterinnen/johannes-krause/" target="_blank" rel="noopener">Prof. Dr. Johannes Krause</a>!]
<p>&nbsp;</p>
<h2 id="literatur">Literatur</h2>
<ul id="liste2">
<li>Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter &#8211; Essays zur Politischen Theologie. Norderstedt 2009</li>
<li>Dönges, Jan: Die DNA der Keltenfürsten. In Spektrum der Wissenschaft online. Online-Ressource auf <a href="https://www.spektrum.de/news/fuerstengraeber-aus-sueddeutschland-die-dna-der-keltenfuersten/2218598" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/news/fuerstengraeber-aus-sueddeutschland-die-dna-der-keltenfuersten/2218598</a>, abgerufen am 04.06.2024</li>
<li>Gogolin, Stephanie: Wie alles begann – eine grundlegende Betrachtung zur Matrifokalität. Online-Ressource vom 27.02.2021 abgerufen am 23.02.2023 auf <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2021/02/27/wie-alles-begann-eine-grundlegende-betrachtung-zur-lebendigen-matrifokalitat/" target="_blank" rel="noopener">https://marthastochter.wordpress.com/2021/02/27/wie-alles-begann-eine-grundlegende-betrachtung-zur-lebendigen-matrifokalitat/</a></li>
<li>Gogolin, Stephanie; Uhlmann, Gabriele: Gibt oder gab es matriarchale Gesellschaften? Eine notwendige Stellungnahme von Stephanie Gogolin und Gabriele Uhlmann. Online-Ressource vom 12.02.2022 abgerufen am 23.02.2023 auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-oder-gab-es-matriarchale-gesellschaften-eine-notwendige-stellungnahme-von-stephanie-gogolin-und-gabriele-uhlmann" target="_blank" rel="noopener">https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-oder-gab-es-matriarchale-gesellschaften-eine-notwendige-stellungnahme-von-stephanie-gogolin-und-gabriele-uhlmann</a></li>
<li>Liedloff, Jean: Auf der Suche nach dem verlorenen Glück &#8211; Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit. München 1991.</li>
<li>MPG 2023: Oldest human genome from southern Spain &#8211; A human genome from the Ice Age refuge in southern Spain. Online-Ressource vom 12.06.2020 auf <a href="https://www.mpg.de/19953334/0228-evan-human-genome-from-southern-spain-150495-x" target="_blank" rel="noopener">https://www.mpg.de/19953334/0228-evan-human-genome-from-southern-spain-150495-x</a>, abgerufen am 04.03.2023</li>
<li>MPG 2024: Wie waren die Kelten in Baden-Württemberg verwandt?, Online-Ressource vom 03.06.2024, <a href="https://www.mpg.de/21993103/0530-evan-verwandtschaft-und-herkunft-der-kelten-in-baden-wuerttemberg-150495-x" target="_blank" rel="noopener">https://www.mpg.de/21993103/0530-evan-verwandtschaft-und-herkunft-der-kelten-in-baden-wuerttemberg-150495-x</a>, abgerufen am 04.06.2024</li>
<li>Rivollat, M., Rohrlach, A.B., Ringbauer, H. <em>et al.</em>: Extensive pedigrees reveal the social organization of a Neolithic community. Nature (2023). <a href="https://doi.org/10.1038/s41586-023-06350-8" target="_blank" rel="noopener">https://doi.org/10.1038/s41586-023-06350-8</a></li>
<li>Schnaars, Ilka: Sorgerecht und väterliche Gewalt. Rüsselsheim am Main 2025</li>
<li>Schreiber, Tanja <em>et al.</em>: Steinzeitfestungen in der sibirischen Taiga. In: Archäologie in Deutschland 6/2022 S. 14-19</li>
<li>Shih, Chuan-kang: Tisese and It’s Anthropological Significance. Issues around the Visiting Sexual System among the Moso. In: L’Homme<i>.</i> Nr. 154–155: Question de parenté, April–September 2000, S. 697–712. Online-Ressource auf <a class="external text" href="https://journals.openedition.org/lhomme/56" target="_blank" rel="nofollow noopener">lhomme.revues.org</a></li>
<li>Stämpfli, Regula in: #diepodcastin: Isabel Rohner &amp; Regula Stämpfli on Lidia Poet, links/rechts, Wagenknecht/Schwarzer, Chiara Ferragni, sexistischer Karneval, MediaToo &amp; CultureToo. Online-Ressource auf<br />
<a href="https://diepodcastin.de/2023/02/18/diepodcastin-isabel-rohner-regula-stampfli-on-lidia-poet-linksrechts-wagenknechtschwarzer-chiara-ferragni-sexistischer-karneval-mediatoo-culturetoo/" target="_blank" rel="noopener">https://diepodcastin.de/2023/02/18/diepodcastin-isabel-rohner-regula-stampfli-on-lidia-poet-linksrechts-wagenknechtschwarzer-chiara-ferragni-sexistischer-karneval-mediatoo-culturetoo/</a> abgerufen am 23.02.2023</li>
<li>Universität Mainz 2013: Mitteleuropäer haben gemischte Ahnen. Online-Ressource vom 11.10.2013 abgerufen am 23.02.2023 auf <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitteleuropaeer-haben-gemischte-ahnen/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitteleuropaeer-haben-gemischte-ahnen/</a> abgerufen am 23.02.2023</li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat &#8211; Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt. Norderstedt 2015</li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Der radikalste Feminismus: Leben in Matrifokalität. In: Störenfriedas &#8211; Feminismus radikal gedacht. Norderstedt 2018</li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Explosion und Expansion &#8211; Wie Vatermacht die Welt unterjocht. Vortrag gehalten am 17.5.2019 an der Philipps-Universität Marburg im Rahmen der Studientage &#8222;Nachhaltigkeit und Gesellschaftsformen aus kritisch geographischer Sicht&#8220; im Fachbereich 19 Geographie. Online-Ressource vom 29.04.2021 auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht" target="_blank" rel="noopener">https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht</a></li>
<li>Uhlmann 2020: Uhlmann, Gabriele: Von den Mosuo lernen – Wie frau sich aus dem Patriarchat befreien kann. Online-Ressource vom 19.02.2020 auf<br />
<a href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2020/02/19/von-den-mosuo-lernen-wie-frau-sich-aus-dem-patriarchat-befreien-kann/" target="_blank" rel="noopener">https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2020/02/19/von-den-mosuo-lernen-wie-frau-sich-aus-dem-patriarchat-befreien-kann/</a></li>
<li>Wolters, Andreas: Mutter durch Geburt – Vater durch Gesetz, Ordnungsmuster der Vergesellschaftung. Roßdorf bei Darmstadt 2018</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Gogolin 2021 und Gogolin 2022</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der soziologische Begriff der &#8222;Exogamie&#8220; wird gemeinhin als &#8222;Heiratsregel&#8220; verstanden, bezieht sich also auf den patriarchalisierten Menschen. In der Biologie wurde er unkritisch übernommen, um natürliches Sexualverhalten zu beschreiben. Es gibt keinen anderen unkontaminierten Begriff dafür. Durch Berücksichtigung der Female Choice und ihrer chemotaktischen Inzestschranke lässt sich das Problem umgehen. Siehe dazu Bott 2009, S. 57 ff.</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Schnaars 2025</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Uhlmann 2015</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Wolters 2018 und Schnaars 2025</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Uhlmann 2018</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Kontext siehe Stämpfli 2023, Min 25:29</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Klimakatastrophe vor 8200 Jahren, die die zu diesem Zeitpunkt bereits 3200 Jahre alte, fatale Abhängigkeit von Landwirtschaft offenbar werden ließ. Vgl. Uhlmann 2019</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Schreiber <em>et al.</em> 2022</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. MPG 2023</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Rivollat <em>et al.</em> 2022</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Uhlmann 2019 und Universität Mainz 2013</div><div>13&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zum Begriff der Gesellschaft siehe Gogolin/Uhlmann 2020</div><div>14&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Liedloff 1991, S. 130</div><div>15&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. MPG 2024</div><div>16&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Bott 2009, S. 97 ff u. 419 ff</div><div>17&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Uhlmann 2020</div><div>18&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;vgl. Shih 2000</div><p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/vom-matrifokal-zum-matridurat-der-unterschied-zwischen-freiem-leben-und-dem-ueberleben-im-patriarchat">Vom Matrifokal zum Matridurat – Der Unterschied zwischen freiem Leben und dem Überleben im Patriarchat</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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		<title>Patriarchat &#8211; Definition, Entstehung, Geschichte und Symptome</title>
		<link>https://blog.gabriele-uhlmann.de/patriarchat</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[GUhlmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Apr 2021 08:42:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bildquelle: Georg Ferner, Kaiserslautern, Public domain, via Wikimedia Commons Definition Merkmal und Gemeinsamkeit aller Patriarchate ist das Vaterrecht. Darüber hinaus unterscheiden sich die Gesellschaften in der Ausgestaltung der Gesetze, des...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/patriarchat">Patriarchat &#8211; Definition, Entstehung, Geschichte und Symptome</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="abb">Bildquelle: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Georg_Ferner_Kaiserslautern_c1895.jpg" target="_blank" rel="noopener">Georg Ferner</a>, Kaiserslautern, Public domain, via Wikimedia Commons</span><br />
<img decoding="async" src="https://vg07.met.vgwort.de/na/d707839ebcad4474913136acac01b862" alt="" width="1" height="1" /></p>
<h2 id="definition">Definition</h2>
<p><span style="font-size: 30px; font-weight: bold;">M</span>erkmal und Gemeinsamkeit aller Patriarchate ist das Vaterrecht. Darüber hinaus unterscheiden sich die Gesellschaften in der Ausgestaltung der Gesetze, des Zusammenlebens, der Kultur und des Wirtschaftens.</p>
<p>Wie es der Begriff &#8222;Patriarchat&#8220;, der wörtlich übersetzt &#8222;Herrschaft der Väter&#8220; bedeutet, bereits anklingen lässt, haben wir es einerseits mit Herrschern und Beherrschten zu tun, mit Unterdrückern und Unterdrückten, Tätern und Opfern. Andererseits stehen nicht Männer im Fokus, sondern explizit Väter.<br />
Ein Mann, der einer Familie aus einer oder mehreren Ehefrauen und deren ehelichen Kindern vorsteht bzw. über sie als sein Eigentum bestimmt, wird als Patriarch bezeichnet. Daher kommt es verbreitet zu der Ansicht, dass wir in Europa nicht mehr im Patriarchat leben. <a href="https://www.christel-goettert-verlag.de/produkt/sorgerecht-und-vaeterliche-gewalt/" target="_blank" rel="noopener">In Deutschland gibt es jedoch ein dezidiertes Vaterrecht, das im Grundgesetz verankert ist.</a> Ehe und Familie, also die Orte der Ausübung des Vaterrechts, sind sogar besonders geschützt.<br />
Das Patriarchat wird weltweit sowohl gewaltsam als auch mit rechtsstaatlichen Mitteln, den <strong>Gewalten</strong>, aufrecht erhalten (siehe <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gewalt-garant-und-symptom-des-patriarchats" target="_blank" rel="noopener">extra Essay</a>).</p>
<h2 id="das-patriarchat-ist-nicht-das-was-die-meisten-glauben">Das Patriarchat ist nicht das, was die meisten glauben</h2>
<p>Das Patriarchat wurde nicht geschaffen, um Männer von Care-Arbeit (Kinder- und Angehörigen-Pflege und Hausarbeit) zu befreien und auch nicht, um Väter in die Care-Arbeit einzubeziehen. Die Care-Arbeit hat erstaunlich wenig mit dem Patriarchat zu tun, außer dass sie nicht bezahlt wird und die Mutter keine Unterstützung ihrer mütterlichen Ursprungssippe erwarten kann. Daher ist das Patriarchat auch nicht zu Ende, wie es heute oft behauptet wird, <a href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2019/01/21/gar-nicht-einfach-die-vaterschaft-als-erklaerung-fuer-alle-menschengemachten-probleme/" target="_blank" rel="noopener"> es verschärft sich im Gegenteil immer weiter</a>.<br />
Warum also herrschen Väter, und warum hören sie nicht einfach auf damit, obwohl es bei Männern wie Frauen und auf unserem Planeten großen Schaden anrichtet? Warum sind Frauen weiter benachteiligt, auch wenn sie als emanzipiert gelten?</p>
<h2 id="entfuehrungsverbrechen-patriarchat-geschichte">Das Patriarchat ist NICHT unser angeborenes Sozialverhalten, sondern ein Entführungsverbrechen &#8211; Entstehung und Geschichte</h2>
<p>Entgegen landläufiger Meinung ist der Beginn des Patriarchats <strong>nicht</strong> mit dem Beginn der Landwirtschaft identisch, sondern die Landwirtschaft begann über 3000 Jahre vorher, vor über 12.000 Jahren. Auch noch nach Beginn der ersten Patriarchate <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht" target="_blank" rel="noopener">vor ca. 8200 Jahren</a> gab es vielerorts außerhalb der Steppen <a href="https://www.mdr.de/wissen/archaeologie-fruehgeschichte/landwirtschaft-bedeutet-nicht-automatisch-ungleichheit-100.html" target="_blank" rel="noopener">matrifokale Dorfgemeinschaften</a>.</p>
<p>Das Patriarchat ist nicht natürlich, <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht" target="_blank" rel="noopener">sondern es entstand gewaltsam</a>, speziell mit <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/frauen-woher-nehmen-wenn-nicht-stehlen" target="_blank" rel="noopener">Entführungen bzw. Frauenraub</a>, begleitet von Vergewaltigungen und Bestrafung von Frauen und Mädchen, aber auch der Ermordung aller nicht patriarchalen Männer, die das zu verhindern suchten. Ziel der Täter war die Sicherstellung der <strong> genetischen Vaterschaft</strong> zur Ausübung der <strong>sozialen Vaterschaft</strong>, was nur mit Kontrolle der weiblichen Sexualität und der unter diesen Bedingungen gezeugten Kinder möglich war und ist. Dabei ging es von Beginn an nicht um die Wahrnehmung fürsorglicher Aufgaben, sondern um Machtausübung. Aufgrund der Betonung des Wertes der väterlichen Gene wohnt dem Patriarchat nicht nur untrennbar der Sexismus, sondern auch der <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-es-menschliche-rassen-von-zeugung-erziehung-zucht-und-zuechtigung" target="_blank" rel="noopener">Rassismus</a> inne. Sexismus ist dabei die Basis des Rassismus.</p>
<p>Vor der Entstehung des Patriarchats wohnten Kinder nicht bei ihrem Vater, weil er aufgrund der <a href="https://www.amazon.de/Mütter-Andere-Evolution-sozialen-gemacht/dp/3827008859" target="_blank" rel="noopener">matrifokalen Sozialstruktur von <i>Homo sapiens</i></a> unbekannt war.</p>
<p>Die ersten Patriarchen postulierten die Vaterschaft als ihr Recht und erhoben das <strong>Vaterrecht</strong> zum allein gültigen Recht, womit sich das Patriarchat in den Folgegenerationen normalisierte, verselbständigte und tradierte.<br />
Die Kontrolle dieses Rechtes kann nur unter <strong>Patrilokalität</strong> ausgeübt werden, d.h. die Kinder und die Mutter werden gezwungen, beim Vater zu wohnen und gehören ihm auch. Es etablierten sich entsprechende Gesetze und Werte unter einer männerzentrierten Religion. Bis heute führt ein Ehemann sprichwörtlich seine frischgebackene Ehefrau &#8222;heim&#8220;. Darin ist der Ursprung in den initialen Entführungen erkennbar.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" title="Frauenraub: Raub der Sabinerinnen. Albrecht Dürer, 1495, Tusche auf Karton" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/patriarchat/sabinerinnen.jpg?resize=300%2C210&#038;ssl=1" alt="Frauenraub - Raub der Sabinerinnen - Albrecht Dürer" width="300" height="210" /><br />
<span class="abb">Bild: Frauenraub: Raub der Sabinerinnen. Albrecht Dürer, 1495, Tusche auf Karton</span></p>
<h2 id="symptome">Symptome</h2>
<p>Wenn die Flucht aus dem Gefängnis der <strong>Patrilokalität</strong> nicht gelang, war Kooperation die Überlebensstrategie der ersten Opfer, also der Frauen. Über sie kam es zur Mitopferschaft der Töchter und Söhne. Alle weiteren Nachkommen unterlagen dieser Dynamik und wurden Opfer und Täter zugleich. Dies führte schließlich zum Vergessen des Urverbrechens. Dabei wurde die von <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gewalt-garant-und-symptom-des-patriarchats" target="_blank" rel="noopener">Gewalt und tiefsitzenden Ängsten</a> geprägte <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-oder-gab-es-matriarchale-gesellschaften-eine-notwendige-stellungnahme-von-stephanie-gogolin-und-gabriele-uhlmann" target="_blank" rel="noopener">Gesellschaft</a> aufgebaut, die die Menschheit in Klassen einteilt. <strong>Kriege</strong> um Land, Wasser, <strong>Ideologien</strong> bzw. <strong>Religionen</strong> finden nun statt. <strong>Überbevölkerung</strong> und <strong>Elend</strong> gehören dazu wie auch <strong>Epidemien</strong>. <strong>Versklavung</strong> findet ihren ersten Ausdruck in der <strong>Unterdrückung der Frau</strong> und weitet sich über <strong>unterworfene Völker</strong> aus.<br />
<strong>Sexismus </strong>und darauf auch <strong>Rassismus, Ableismus</strong> und <strong>Homophobie</strong> haben ihren Ursprung im <strong>Zuchtgedanken</strong>, der aus der <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-es-menschliche-rassen-von-zeugung-erziehung-zucht-und-zuechtigung" target="_blank" rel="noopener"><strong>Viehzucht</strong></a> entsprang. <strong>Misogynie</strong> und <strong>häusliche Gewalt</strong> wurzeln im Anspruch, dass die Frau und Mutter dem Wohl des Mannes und Vaters stets zu dienen habe. Auch die Kinder müssen sich dem Anspruch unterwerfen, ihm nur Freude zu bereiten, daraus resultiert <strong>Kinderfeindlichkeit und Gewalt jeder Art gegen Kinder</strong>. An die Stelle der bedingungslosen Liebe sind die brüchige <strong>Solidarität</strong> und die erpresserische <strong>Loyalität</strong> (frz. <em>loi</em> = Gesetz) getreten: Weder Eltern noch Kinder können für sich beanspruchen, bedingungslos zu lieben. Die Urbedingung ist genetische väterliche Abstammung, alle weiteren ergeben sich aus der Erpressungssituation heraus.<br />
Das psychologische Phänomen des <b>Stockholm-Syndroms</b>, das bei Entführungsopfern regelmäßig auftritt und zur Kooperation mit dem Täter führt, ist die &#8222;rätselhafte&#8220; Ursache für die Kooperation auch der Frauen mit dem Patriarchat und für seine Tradition. (Link 1: nach Stephanie Gogolin &#8211; <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2019/09/06/das-patriarchale-stockholm-syndrom/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stockholm-Syndrom Teil 1</a>, Link 2: nach Stephanie Gogolin &#8211; <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2019/10/13/das-patriarchale-stockholm-syndrom-teil-ii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stockholm-Syndrom Teil 2</a>), Link 3: nach Stephanie Gogolin &#8211; <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2020/01/18/das-patriarchale-stockholm-syndrom-teil-iii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stockholm-Syndrom Teil 3</a>, Link 4: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article134678970/So-wehren-sich-gefangene-Frauen-gegen-die-Peiniger.html" target="_blank" rel="noopener">Peer-reviewte Studie aus HUMAN NATURE</a>, Link 5: <a href="https://www.researchgate.net/publication/267777559_Fitness_Costs_of_Warfare_for_Women" target="_blank" rel="noopener">Original-Studie zum Download</a>, Link 6: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stockholm-Syndrom" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Begriff bei Wikipedia</a>)</p>
<p>Erst seit Beginn des Patriarchats werden Menschen auch nach ihrem Vater gefragt, denn sein Bekanntsein verschaffte nun einem Menschen Ansehen und meist auch <strong>Erbrechte</strong>. Lange war ein uneheliches Kind rechtlos. Dadurch entstand ein gefühltes Recht des Kindes, seinen Vater zu kennen. Ansehen und meist auch Wohlstand ziehen patriarchalisierte Menschen aus ihrer <strong>Patrilinearität</strong>, d.h. sie können sich auf einen <strong>Stammvater</strong> der <strong>Familie</strong> zurückführen, dessen Nachnamen sie tragen und dessen <strong>Lebenswerk</strong> sie oft fortführen.<br />
Der Nachname der Mutter wird nur selten als Doppelname vererbt, verschwindet aber spätestens in der nächsten Generation.<br />
Erst die Befreiung der Mütter aus dem Gefängnis der <strong>Ehe</strong> holte das gefühlte Recht des Mannes, seine genetischen Kinder kennen und erziehen zu dürfen, wieder an die Oberfläche, denn ein Mann ohne Kinder kann seine väterliche Linie nicht fortführen, verliert dadurch Einfluss auf die nächste Generation und läuft Gefahr, spätestens im Alter ohne Angehörige zu sein, die ihn versorgen. Vaterrechtler setzten daher durch, dass das <strong>Recht des Kindes auf Kenntnis des Vaters</strong> auch gesetzlich verankert ist.<br />
Beide Rechte, das des Kindes und das des Vaters auf gegenseitige Kenntnis, bestärken sich nun gegenseitig, und nehmen die sich trennende Mutter in wieder <a href="https://die-mias.de/blog/2018/05/06/die-schrittweise-abschaffung-der-freiheit/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Geiselhaft</strong></a>. Das Patriarchat ist bis heute ein <b>Entführungsverbrechen</b>.</p>
<p>Das Patriarchat wäre nicht existent, zögen Männer keine Vorteile aus ihrer Vaterschaft. Mit Beginn des Patriarchats waren das rein wirtschaftliche Vorteile. Das zugehörige System heißt <strong>Kapitalismus</strong>, ein Name, der seinen Ursprung in der Viehzucht verrät, mit der <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht" target="_blank" rel="noopener">die ersten Patriarchate</a> errichtet wurden.<br />
Das lateinische Wort &#8222;caput&#8220;, von dem sich das &#8222;Kapital&#8220; ableitet, bedeutet &#8222;Kopf&#8220;, gemeint ist die Zahl der Tierköpfe und der Köpfe, über die ein Patriarch herrscht.<br />
Die polytheistischen Religionen der Antike und die abrahamitischen Weltreligionen sind <strong>Viehzüchter-Religionen</strong> mit Göttern in Stiergestalt (oder andere männliche Nutztiere außer dem Schwein) oder in späteren Stadien alleinherrschende Götter, die zunehmend keine anderen neben sich dulden, und schließlich als Hirte und/oder Töter von Drachen, Kindern und Ungläubigen auftreten.<br />
Das erste Paar der Götterwelt ist noch eine Muttergöttin, All-Göttin oder Große Göttin mit ihrem <strong>Sohngeliebten (resp. Vegetationsgott)</strong>, mit dem sich jeder Patriarch identifizierte, bis sie zur Tochter eines <strong>Wettergottes</strong> oder <strong>Mondgottes</strong> degradiert wird. Auch im Buddhismus, Hinduismus und Shintoismus sind <strong>Muttermord</strong>, <strong>Gebärneid</strong>, <strong>Stillneid, Menstruationsneid</strong> und <strong>Dämonisierung der Frau</strong> verschlüsselt und ritualisiert, während die Viehzüchterideologie zu einer rigiden <strong>Menschenzucht-Ideologie</strong> mit noch strengerer Reglementierung der weiblichen Sexualität umgewandelt wurde. Ersatzreligionen wie die Transideologie tragen ihren Hass auf Frauen und ihren Neid offen zur Schau. Eine pragmatische Haltung zur Gewalt zur Durchsetzung ihrer Ziele sowie <strong>Missionierung </strong>und <strong>Indokrinierung</strong> gehört zu allen patriarchalen Religionen wie auch Ideologien.</p>
<p>In der sog. <a href="https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/risikogesellschaft/4019" target="_blank" rel="noopener">Risikogesellschaft</a> (nach U. Beck), wie wir sie heute leben, in der Frauen scheinbar unabhängig werden können und damit die Familie aus Sicht der Männer in Gefahr gerät, besteht der Vorteil der Vaterschaft für Männer darin, in Unabhängigkeit von einer Frau und Mutter nicht Gefahr zu laufen, alleine zu bleiben.</p>
<p>Die Erfahrungswerte und Zahlen über die Lage der Mädchen und Frauen, Mütter und Kinder, speziell auch der alleinerziehenden Mütter in unserer Gesellschaft, werden vor diesem Hintergrund fassbar und als Symptom unseres Patriarchats begreifbar.</p>
<h2 id="matrifokalitaet-ist-unser-angeborenes-sozialverhalten">Matrifokalität ist unser angeborenes Sozialverhalten</h2>
<p>Angeboren ist uns jedoch ein <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/vom-matrifokal-zum-matridurat-der-unterschied-zwischen-freiem-leben-und-dem-ueberleben-im-patriarchat-auszuege-aus-dem-gleichnamigen-buchprojekt" target="_blank" rel="noopener">matrifokales Sozialverhalten</a> in <b>Matrilokalität</b> und <b>Matrilinearität</b>. Das Naturgesetz, das in der Evolution auf das Wohl des Nachwuchses und seiner Mütter ausgerichtet ist, wird im Patriarchat ausgehebelt und der Sozialverband auf <strong>das Wohl des Vaters</strong> ausgerichtet.<br />
Die angeborene Matrifokalität arbeitet im Untergrund weiter, so dass es einerseits zu Inkompatibilitäten kommt, z.B. dem <a href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2017/10/29/die-schwiegermutter-neues-zur-grossmutterhypothese/" target="_blank" rel="noopener">Schwiegermutterkonflikt</a>, andererseits <a href="https://wp.me/p3b3Fy-Dy" target="_blank" rel="noopener">macht sich das Patriarchat viele matrifokale Eigenschaften zunutze</a>, wie unser existentielles Bedürfnis, in einem Sozialverband zu leben und uns zu kümmern. Das tun wir im Patriarchat, wie unsicher die Familie und andere Konstrukte auch sein mögen.</p>
<h2 id="der-patriarchalisierte-mensch-erforscht-sich-selbst">Der patriarchalisierte Mensch erforscht sich selbst</h2>
<p>Dass nicht die Mütter herrschen, wurde seit Jahrtausenden damit erklärt, dass dies von den Göttern &#8211; und später von dem einen Gott &#8211; gewollt sei. Den angeblichen <strong>Willen der Götter</strong>, verbreitet von angeblich <strong>heiligen Männern</strong>, machten sich die <strong>Gläubigen</strong> zu eigen, entsprach er doch auch der schon länger etablierten Lebenswirklichkeit.<br />
Eine denkbare Gleichheit der Geschlechter kam daher nicht infrage. Sie wurde zwar später an manchen Stellen in den <strong>Heiligen Schriften</strong> postuliert, dies jedoch nur um die Frau an ihren Platz zu verweisen, an dem sie scheinbar gleichberechtigt war, in ihren spezifischen Rechten und <strong>Pflichten</strong> als Ehefrau und Mutter, nicht aber als autonomes Wesen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Der gute Hirte - Kirche Allermöhe" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/patriarchat/guterhirte.jpg?resize=290%2C406&#038;ssl=1" alt="Der gute Hirte - Kirche Allermöhe" width="290" height="406" border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Das verlorene Schaf (Der gute Hirte), Willi Langbein, 1930 (Kirche Allermöhe)</span></p>
<p>Die europäische <strong>Aufklärung</strong> im 18. Jh. führte zu einer Neubewertung der Glaubensvorstellungen, mitausgelöst durch die Verheerungen der <strong>Hexenverfolgung</strong> unter Federführung der Kirchen.<br />
Der beginnende Atheismus, der von patriarchalisch geprägten Denkern getragen wurde, suchte die entstandene Lücke zu schließen und bediente sich der gerade entstandenen Evolutionslehre Darwins. Darwin postulierte für alle Lebewesen einen &#8222;Kampf ums Dasein&#8220;, eine Vorstellung, die von den sog. <strong>Sozialdarwinisten</strong> auf die Beziehung von Mann und Frau angewendet wurde, als sei es ein Naturgesetz, dass es irgendwann keine Frauen mehr gäbe, sondern nur noch Männer. Es wurde also postuliert, dass der Mensch, insbesondere der Mann, von Natur aus gewalttätig sei, und die Frau daher unterlegen sein muss.<br />
Mit dem Glauben an das &#8222;<strong>Recht des Stärkeren</strong>&#8220; wurde das Patriarchat neu legitimiert, das mit der Aufweichung der einst starken Festung des Gott-Vater-Glaubens ins Wanken geraten war. Das Patriarchat wurde und wird seitdem vielfach, wenn nicht als gottgegeben, so doch als naturgegeben vorausgesetzt.</p>
<p>In meinem <a href="https://www.gabriele-uhlmann.de/matrifokal.htm" target="_blank" rel="noopener">Aufsatz zur Geschichte der Erforschung der Matrifokalität</a> auf dieser Homepage habe ich bereits dargestellt, welche Entwicklung sich daran anschloss, die einerseits mit dem Werk des Rechtshistorikers und Kulturanthropologen Johann Jakob Bachofen und andererseits mit den archäologischen Funden <a href="https://www.gabriele-uhlmann.de/venusvomhohlefels.htm" target="_blank" rel="noopener">sogenannter Venus-Figuren</a> aus der Altsteinzeit ausgelöst wurde.</p>
<p>Nach dem Ende des Feminismus alter Prägung widmen sich heute fast alle Fachbereiche unter der Bezeichnung &#8222;Gender Studies&#8220; der Frage, was dem Patriarchat fachspezifisch entgegenzusetzen sei. Mit Ausnahme der Medizin werden evolutionäre, biologische Aspekte stets ausgeklammert und als biologistisch abgewertet. Stattdessen wird versucht, eine Strategie zu entwickeln, wie mittels politischer Meinungsbildung oder Sprache Gleichberechtigung herzustellen sei. In den Naturwissenschaften wird nicht selten versucht, das kulturelle Verhalten weiblicher und männlicher Primaten untereinander und auch mit dem des patriarchalisierten Menschen als gleich darzustellen. Demnach sei alles nur eine Frage von Kultur und nicht von Verbrechen. Auf diese Weise waschen die Gender Studies das Patriarchat rein, und statt es zu beenden, werden Vorlagen geliefert, es weiter zu verschärfen.</p>
<p>Dass es <strong>Monogamie</strong> und <strong>Eheschließung</strong>, also die Familie, schon in der Altsteinzeit gegeben hätte, ist von den Gender Studies nie infrage gestellt worden. Mit dieser Rückdatierung des Patriarchats in die Anfänge der Menschheit waren die Gender Studies für das System interessant geworden, wo zuvor der Feminismus das Patriarchat zurückzudrängen begann. Entsprechend viel Geld wurde in diese Pseudowissenschaft gepumpt.</p>
<p>Die neue Ideologie, die in den Universitäten erdacht wurde, wurde mit dem Amsterdamer Vertrag von 1997/1999 in der EU-Politik als sog. <strong>Gender Mainstreaming</strong> fest verankert. Da die Gender Studies staatlich finanziert sind, war von Beginn an Skepsis angebracht, dass hiermit das Patriarchat zu beenden wäre. Es stellte sich in der Tat heraus, dass das Gender Mainstreaming zum Wohle der Wirtschaft zur Anpassung der Frau an die männliche Lebensweise führte, und Kinder dabei nur als Störfaktor angesehen werden. Als die Frauen in die Arbeitswelt drängten, sanken die Löhne drastisch, so dass heute ein Gehalt allein nicht mehr ausreicht, eine Familie zu ernähren. Mit dem Hinweis auf die Sachzwänge der Globalisierung wird dieser Umstand verschleiert.</p>
<p>Neue Denkanstöße kommen seit einigen Jahren aus der sog. Citizen Science, der unabhängigen Bürgerforschung. Mit der hier angesiedelten <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/brgerinnenwissenschaft-citizen-science-patriarchatsforschung" target="_blank" rel="noopener">kritischen Patriarchatsforschung</a> wurde begonnen, interdisziplinär, unter Einbeziehung der Anthropologie, also der menschlichen Evolution und Biologie, die Entstehung und Aufrechterhaltung des Patriarchats zu untersuchen und zu verstehen. Heute gilt daher die Unterdrückung der sog. <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice" target="_blank" rel="noopener"><em>female choice</em></a> als Basis des Patriarchats und als sein einzig sicheres Erkennungszeichen. Es wurde deutlich, dass das besondere, soziale Miteinander des Menschen seine Wurzeln in der matrifokalen, also matrilokalen und matrilinearen SIPPE hat, die vom Patriarchat zerstört wurde, so dass die Mehrheit der Menschen, aber immer noch nicht alle, in patrilinearen Gruppen, den FAMILIEN, patrilokal leben. Es konnte damit nicht nur der Widerspruch aufgelöst werden, dass der Mensch einerseits gewalttätig werden kann und Kriege führt, und andererseits als höchst sozial gilt. Es wurde mit dem Wissen, dass die Mütter aus ihrem urmütterlichen Schutzraum gerissen wurden und den Vätern und deren Familie fortan ausgeliefert waren, erklärbar, warum Frauen und Kinder, letztlich also auch die Männer, im Patriarchat leiden und gleichzeitig, warum ausgerechnet die Religionen dies rechtfertigen.</p>
<h2 id="die-patriarchale-ideologie-gestern-und-heute">Die patriarchale Ideologie gestern und heute</h2>
<p>Das Patriarchat wurde vor <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht" target="_blank" rel="noopener">ca. 8200 Jahren (Misox-Klimaschwankung)</a> mit der Erfindung des Viehnomadismus in den Steppengebieten errichtet. Die Frau wurde in die Ehe gezwungen und sie hatte ihrem Ehemann vor allem Söhne zu gebären und ihm und seiner Herde zu folgen. Unsere <strong>indoeuropäische Sprache</strong>, die aus der Steppe stammt, ist entsprechend durchsetzt mit Metaphern aus der Tierzucht. Eine Frau, die ihre <em>female choice</em> frei lebt, also selbstgewählte, wechselnde Sexualpartner hat, wird als &#8222;unzüchtig&#8220; (sinngemäß: sich der Zucht entziehend) oder &#8222;zügellos&#8220; bezeichnet. Es handelte sich um eine bis dahin unbekannte Denk- und Lebensweise, in der sich der Mann seiner väterlichen Linie bewusst geworden war (Patrilinearität) und daher die Frauen und Kinder zwang, bei ihm zu wohnen (Patrilokalität). Damit begann er, Menschen wie ein Schöpfergott nach seinem Willen zu züchten.<br />
Bei der Tierzucht passierte der größte Irrtum der Menschheit, nämlich, dass die Frau nur <strong>das Gefäß männlichen Samens</strong> sei. Zu teuer und obendrein meist unwillig war die Frau für den Mann zur Last geworden, Ursache des <strong>tiefen Hasses auf die Frauen</strong>, sowie männlicher Überheblichkeit und des Machtstrebens. Als Ziel des Patriarchats ist in den Heiligen Schriften die <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/petition-gegen-die-sog-kuenstliche-gebaermutter" target="_blank" rel="noopener"><strong>Abschaffung der Mutter</strong></a> erkennbar, deren Metapher &#8222;<strong>Fruchtbarkeitsgöttin</strong>&#8220; sukzessive durch einen allmächtigen, d.h. <strong>unsterblichen, menstruierenden, gebärenden und stillenden Gott</strong> ersetzt wurde.<br />
Dieses Ziel erschien wie oben erwähnt im Sozialdarwinismus neu verpackt wieder an der Oberfläche patriarchalen Denkens. In unserer Zeit wird es durch die <strong>Reproduktionsmedizin</strong> mit Legalisierung der Leihmutterschaft und Eizellspende, der Entwicklung der <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/die-sog-kuenstliche-gebaermutter" target="_blank" rel="noopener">sog. künstlichen Gebärmutter</a>, der <a href="https://netzfrauen.org/2015/07/23/nestle-besitzt-patente-auf-muttermilch-und-banken-haben-babynahrung-fuer-sich-entdeckt/" target="_blank" rel="noopener">Patentierung der Muttermilch</a>, der <strong>Fremdbetreuung der Kinder</strong> u.a. vorangetrieben, mitgetragen auch von einem falsch verstandenen Feminismus, der die Frau von dieser vermeintlich lästigen und undankbaren Aufgabe zu befreien sucht.<strong> Dass es das Patriarchat auf die besonders kostbare Fähigkeit der Frau, Mutter zu werden, abgesehen hat, wurde vom Feminismus nicht erkannt und von den Gender Studies ausgeblendet. </strong>Eine Frau, die ihr Frausein über ihre Fähigkeit, Mutter zu werden, definiert, <a href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2017/03/20/nazikeule-mutterkult-wie-mit-halbwissen-muetter-mundtot-gemacht-werden-und-was-dagegen-hilft/" target="_blank" rel="noopener">wird als biologistisch abgewertet</a>, sind da ja die <a href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2021/05/11/gegen-selbstbestimmungsgesetz-selfid-und-abschaffung-des-biologischen-geschlechts-fur-korperliche-integritat-aller-menschen-jetzt-handeln-es-eilt/" target="_blank" rel="noopener">Männer, denen das ermöglicht werden soll</a>. Tatsächlich wächst die väterliche Macht auch um so mehr, als die Bindung zum Kind immer enger wird. So begrüßenswert das auf den ersten Blick erscheint, <a href="https://die-mias.de/blog/2018/05/06/die-schrittweise-abschaffung-der-freiheit/" target="_blank" rel="noopener">so fatal wirkt sich das auf die Freiheit der Mutter und ihr Recht am Kinde aus</a>.<br />
Neue Begriffe wie &#8222;Bindungsintoleranz&#8220; (der Mutter unterstellter Versuch, das Kind dem Vater zu entfremden) und &#8222;neurotische Mutter-Kind-Symbiose&#8220; (nach Sigmund Freud) werden als Argumente angeführt, um Müttern das Kind direkt wegnehmen zu können. <a href="https://taz.de/Inobhutnahme-durch-das-Jugendamt/!5599059/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Inobhutnahme&#8220; ist der euphemistische Begriff für diesen Kinderraub.</a><br />
Wenn eine Mutter ihr Kind dann einfach mitnimmt, ohne den Vater über den Verbleib zu unterrichten, dann gilt das vor dem patriarchalen Gesetz nicht als Befreiung, was es ja eigentlich ist, sondern in Verdrehung der Tatsachen als Entführung.</p>
<p>Die Strategie ist denkbar einfach. Das Kind gilt im Geiste als Besitz des Vaters. Die Mutterschaft wird der Frau unerträglich gemacht, dann von ihr abgelehnt und vom Patriarchat scheinheilig diffamiert. So kann die Mutterschaft der Frau weggenommen werden, um die Supervaterschaft, den Endsieg des Patriarchats, Wirklichkeit werden zu lassen. In den Heiligen Schriften ist dieses Ziel von Gott-Vater längst umgesetzt.</p>
<p>Was will der Patriarch mit dieser Fähigkeit anfangen? Wird sie ihm einst nicht ebenso lästig und unangenehm wie der patriarchalisierten Frau? Mit der Supervaterschaft sucht er Unsterblichkeit, die ihm zur totalen Macht fehlt. Dabei spielt es keine Rolle, wie das Leben der so gezeugten Kinder aussehen wird oder wie sie sich fühlen. Wesentlich wird sein, dass diese Kinder funktionieren und die Macht und den Reichtum des Patriarchen weiter mehren. Während matrifokale Menschen dazu anleiten, was das Kind zum Leben braucht, leitet der Patriarch dazu an, was das Kind braucht, um wie er zu werden. Bedingungslose Liebe ist ihm fremd. Er kompensiert sie mit Materialismus. Nur die Natur kann diesen Machenschaften Grenzen setzen, zerstört er doch zunehmend seine Lebensgrundlage.</p>
<h2 id="schlussbemerkung">Schlussbemerkung</h2>
<p>Erst mit der kritischen Patriarchatsforschung steht nun dieses neue Wissen zur Verfügung, mit dem nicht nur die Gender Studies als patriarchales Instrument entlarvt werden. Sie entzieht sowohl dem antifeministischen Maskulismus als auch den Theologien und dem <a href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2017/03/20/nazikeule-mutterkult-wie-mit-halbwissen-muetter-mundtot-gemacht-werden-und-was-dagegen-hilft/" target="_blank" rel="noopener">Nazismus</a> den Nährboden. Die Natur stellt sich jetzt nicht mehr als feindliche, zu überwindende &#8222;Barbarei&#8220; dar, sondern als Raum wahrer Gleichberechtigung, den es neu zu entdecken gilt.</p>
<p>Tieferen Einblick und weiterführende Literaturhinweise liefern diese Homepage, mein Blog <strong><a class="textlink" href="http://wahrscheinkontrolle.wordpress.com" target="_blank" rel="noopener">Wahrscheinkontrolle</a></strong> und u.a. meine beiden Bücher</p>
<ul id="liste4">
<li><a href="https://www.bod.de/buchshop/der-gott-im-9-monat-gabriele-uhlmann-9783738639018" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Der Gott im 9. Monat. Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt.&#8220;</a></li>
<li><a href="https://www.bod.de/buchshop/archaeologie-und-macht-gabriele-uhlmann-9783844814200" target="_blank" rel="noopener">Archäologie und Macht. Zur Instrumentalisierung der Ur- und Frühgeschichte.</a></li>
</ul>
<p>&#8230; sowie die Faktensammlung und Buchtipps auf der <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/" target="_blank" rel="noopener">Startseite</a>.<br />
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Das Patriarchat wird weltweit sowohl gewaltsam als auch mit rechtsstaatlichen Mitteln, den Gewalten, aufrecht erhalten (siehe extra Artikel). Das Patriarchat wurde nicht geschaffen, um Männer von Care-Arbeit (Kinder- und Angehörigen-Pflege und Hausarbeit) zu befreien und auch nicht, um Väter in die Care-Arbeit einzubeziehen. Die Care-Arbeit hat erstaunlich wenig mit dem Patriarchat zu tun, außer dass sie nicht bezahlt wird und die Mutter keine Unterstützung ihrer mütterlichen Ursprungssippe erwarten kann. Daher ist das Patriarchat auch nicht zu Ende, wie es heute oft behauptet wird, es verschärft sich im Gegenteil immer weiter. Das Patriarchat ist nicht das, was die meisten glauben Daher ist es auch nicht zu Ende, wie es heute oft behauptet wird, es verschärft sich im Gegenteil immer weiter. Warum also herrschen Väter, und warum hören sie nicht einfach auf damit, obwohl es bei Männern wie Frauen und auf unserem Planeten großen Schaden anrichtet? Warum sind Frauen weiter benachteiligt, auch wenn sie als emanzipiert gelten? Das Patriarchat ist NICHT unser angeborenes Sozialverhalten, sondern ein Entführungsverbrechen Das Patriarchat ist nicht natürlich, sondern es entstand gewaltsam, speziell mit Entführungen bzw. Frauenraub, begleitet von Vergewaltigungen und Bestrafung von Frauen und Mädchen, aber auch der Ermordung aller nicht patriarchalen Männer, die das zu verhindern suchten. Ziel der Täter war die Sicherstellung der genetischen Vaterschaft zur Ausübung der sozialen Vaterschaft, was nur mit Kontrolle der weiblichen Sexualität und der unter diesen Bedingungen gezeugten Kinder möglich war und ist. Dabei ging es von Beginn an nicht um die Wahrnehmung fürsorglicher Aufgaben, sondern um Machtausübung. Aufgrund der Betonung des Wertes der väterlichen Gene wohnt dem Patriarchat nicht nur untrennbar der Sexismus, sondern auch der Rassismus inne. Sexismus ist dabei die Basis des Rassismus. Vor der Entstehung des Patriarchats wohnten Kinder nicht bei ihrem Vater, weil er aufgrund der matrifokalen Sozialstruktur von Homo sapiens unbekannt war. Die ersten Patriarchen postulierten die Vaterschaft als ihr Recht und erhoben das Vaterrecht zum allein gültigen Recht, womit sich das Patriarchat in den Folgegenerationen normalisierte, verselbständigte und tradierte. Die Kontrolle dieses Rechtes kann nur unter Patrilokalität ausgeübt werden, d.h. die Kinder und die Mutter werden gezwungen, beim Vater zu wohnen und gehören ihm auch. Es etablierten sich entsprechende Gesetze und Werte unter einer männerzentrierten Religion. Bis heute führt ein Ehemann sprichwörtlich seine frischgebackene Ehefrau \"heim\". Darin ist der Ursprung in den initialen Entführungen erkennbar. Wenn die Flucht nicht gelang, war Kooperation die Überlebensstrategie der ersten Opfer, also der Frauen. Über sie kam es zur Mitopferschaft der Töchter und Söhne. Alle weiteren Nachkommen unterlagen dieser Dynamik und wurden Opfer und Täter zugleich. Dies führte schließlich zum Vergessen des Urverbrechens. Das psychologische Phänomen des Stockholm-Syndroms, das bei Entführungsopfern regelmäßig auftritt und zur Kooperation mit dem Täter führt, ist die \"rätselhafte\" Ursache für die Kooperation auch der Frauen mit dem Patriarchat und für seine Tradition (Link 1: Peer-reviewte Studie aus HUMAN NATURE, Link 2: Original-Studie zum Download Link 3: Begriff bei Wikipedia, Link 4: nach Stephanie Gogolin - Stockholm-Syndrom Teil 1, Link 5: nach Stephanie Gogolin - Stockholm-Syndrom Teil 2). Erst seit Beginn des Patriarchats werden Menschen auch nach ihrem Vater gefragt, denn sein Bekanntsein verschaffte nun einem Menschen Ansehen und meist auch Erbrechte. Lange war ein uneheliches Kind rechtlos. Dadurch entstand ein gefühltes Recht des Kindes, seinen Vater zu kennen. Ansehen und meist auch Wohlstand ziehen patriarchalisierte Menschen aus ihrer Patrilinearität, d.h. sie können sich auf einen Stammvater zurückführen, dessen Nachnamen sie tragen und dessen Lebenswerk sie oft fortführen. Der Nachname der Mutter wird nur selten als Doppelname vererbt, verschwindet aber spätestens in der nächsten Generation. Erst die Befreiung der Mütter aus dem Gefängnis der Ehe holte das gefühlte Recht des Mannes, seine genetischen Kinder kennen und erziehen zu dürfen, wieder an die Oberfläche, denn ein Mann ohne Kinder kann seine väterliche Linie nicht fortführen, verliert dadurch Einfluss auf die nächste Generation und läuft Gefahr spätestens im Alter ohne Angehörige zu sein, die ihn versorgen. Vaterrechtler setzten daher durch, dass das Recht des Kindes auf Kenntnis des Vaters auch gesetzlich verankert ist. Beide Rechte, das des Kindes und das des Vaters auf gegenseitige Kenntnis, bestärken sich nun gegenseitig, und nehmen die sich trennende Mutter in wieder gefühlte Geiselhaft. Das Patriarchat ist bis heute ein Entführungsverbrechen. Das Patriarchat wäre nicht existent, zögen Männer keine Vorteile aus ihrer Vaterschaft. Mit Beginn des Patriarchats waren das rein wirtschaftliche Vorteile. Das zugehörige System heißt Kapitalismus, ein Name, der seinen Ursprung in der Viehzucht verrät, wo das Patriarchat tatsächlich begann. Das lateinische Wort \"caput\" bedeutet \"Kopf\", gemeint ist die Zahl der Tierköpfe und der Köpfe über die ein Patriarch herrscht. In der sog. Risikogesellschaft (nach U. Beck), wie wir sie heute leben, in der Frauen scheinbar unabhängig werden können und damit die Familie aus Sicht der Männer in Gefahr gerät, besteht der Vorteil der Vaterschaft für Männer darin, in Unabhängigkeit von einer Frau und Mutter nicht Gefahr zu laufen alleine zu bleiben. Die Erfahrungswerte und Zahlen über die Lage der Mädchen und Frauen, Mütter und Kinder, speziell auch der alleinerziehenden Mütter, in unserer Gesellschaft, werden vor diesem Hintergrund fassbar und als Symptom unseres Patriarchats begreifbar. Matrifokalität ist unser angeborenes Sozialverhalten Angeboren ist uns jedoch ein matrifokales Sozialverhalten in Matrilokalität und Matrilinearität. Das Naturgesetz, das in der Evolution auf das Wohl des Nachwuchses und seiner Mütter ausgerichtet ist, wird im Patriarchat ausgehebelt und der Sozialverband auf das Wohl des Vaters ausgerichtet. Die angeborene Matrifokalität arbeitet im Untergrund weiter, so dass es einerseits zu Inkompatibilitäten kommt, z.B. dem Schwiegermutterkonflikt, andererseits macht sich das Patriarchat viele matrifokale Eigenschaften zunutze, wie unser existentielles Bedürfnis, in einem Sozialverband zu leben. Das tun wir im Patriarchat, wie unsicher die Familie und andere Konstrukte auch sein mögen. Der patriarchalisierte Mensch erforscht sich selbst Dass nicht die Mütter herrschen, wurde seit Jahrtausenden damit erklärt, dass dies von den Göttern - und später von dem einen Gott - gewollt sei. Den angeblichen Willen der Götter, verbreitet von angeblich heiligen Männern, machten sich die Gläubigen zu eigen, entsprach er doch auch der schon länger etablierten Lebenswirklichkeit. Eine denkbare Gleichheit der Geschlechter kam daher nicht infrage. Sie wurde zwar später an manchen Stellen in den Heiligen Schriften postuliert, dies jedoch nur um die Frau an ihren Platz zu verweisen, an dem sie scheinbar gleichberechtigt war, in ihren spezifischen Rechten und Pflichten als Ehefrau und Mutter, nicht aber als autonomes Wesen. Die europäische Aufklärung im 18. Jh. führte zu einer Neubewertung der Glaubensvorstellungen, mitausgelöst durch die Verheerungen der Hexenverfolgung unter Federführung der Kirchen. Der beginnende Atheismus, der von patriarchalisch geprägten Denkern getragen wurde, suchte die entstandene Lücke zu schließen und bediente sich der gerade entstandenen Evolutionslehre Darwins. Darwin postulierte für alle Lebewesen einen \"Kampf ums Dasein\", eine Vorstellung, die von den sog. Sozialdarwinisten auf die Beziehung von Mann und Frau angewendet wurde, als sei es ein Naturgesetz, dass es irgendwann keine Frauen mehr gäbe, sondern nur noch Männer. Es wurde also postuliert, dass der Mensch, insbesondere der Mann, von Natur aus gewalttätig sei, und die Frau daher unterlegen sein muss. Mit dem Glauben an das \"Recht des Stärkeren\" wurde das Patriarchat neu legitimiert, das mit der Aufweichung der einst starken Festung des Gott-Vater-Glaubens ins Wanken geraten war. Das Patriarchat wurde und wird seitdem vielfach, wenn nicht als gottgegeben, so doch als naturgegeben vorausgesetzt. In meinem Aufsatz zur Geschichte der Erforschung der Matrifokalität auf dieser Homepage habe ich bereits dargestellt, welche Entwicklung sich daran anschloss, die einerseits mit dem Werk des Rechtshistorikers und Kulturanthropologen Johann Jakob Bachofen und andererseits mit den archäologischen Funden sogenannter Venus-Figuren aus der Altsteinzeit ausgelöst wurde. Nach dem Ende des Feminismus alter Prägung widmen sich heute fast alle Fachbereiche unter der Bezeichnung \"Gender Studies\" der Frage, was dem Patriarchat fachspezifisch entgegenzusetzen sei. Mit Ausnahme der Medizin werden evolutionäre, biologische Aspekte stets ausgeklammert und als biologistisch abgewertet. Stattdessen wird versucht, eine Strategie zu entwickeln, wie mittels politischer Meinungsbildung oder Sprache Gleichberechtigung herzustellen sei. In den Naturwissenschaften wird nicht selten versucht, das kulturelle Verhalten weiblicher und männlicher Primaten untereinander und auch mit dem des patriarchalisierten Menschen als gleich darzustellen. Demnach sei alles nur eine Frage von Kultur und nicht von Verbrechen. Auf diese Weise waschen die Gender Studies das Patriarchat rein, und statt es zu beenden, werden Vorlagen geliefert, es weiter zu verschärfen. Dass es Monogamie und Eheschließung, also die Familie, schon in der Altsteinzeit gegeben hätte, ist von den Gender Studies nie infrage gestellt worden. Mit dieser Rückdatierung des Patriarchats in die Anfänge der Menschheit waren die Gender Studies für das System interessant geworden, wo zuvor der Feminismus das Patriarchat zurückzudrängen begann. Entsprechend viel Geld wurde in diese Pseudowissenschaft gepumpt. Die neue Ideologie, die in den Universitäten erdacht wurde, wurde mit dem Amsterdamer Vertrag von 1997/1999 in der EU-Politik als sog. Gender Mainstreaming fest verankert. Da die Gender Studies staatlich finanziert sind, war von Beginn an Skepsis angebracht, dass hiermit das Patriarchat zu beenden wäre. Es stellte sich in der Tat heraus, dass das Gender Mainstreaming zum Wohle der Wirtschaft zur Anpassung der Frau an die männliche Lebensweise führte, und Kinder dabei nur als Störfaktor angesehen werden. Als die Frauen in die Arbeitswelt drängten, sanken die Löhne drastisch, so dass heute ein Gehalt allein nicht mehr ausreicht, eine Familie zu ernähren. Mit dem Hinweis auf die Sachzwänge der Globalisierung wird dieser Umstand verschleiert. Neue Denkanstöße kommen seit einigen Jahren aus der sog. Citizen Science, der unabhängigen Bürgerforschung. Mit der hier angesiedelten kritischen Patriarchatsforschung wurde begonnen, interdisziplinär, unter Einbeziehung der Anthropologie, also der menschlichen Evolution und Biologie, die Entstehung und Aufrechterhaltung des Patriarchats zu untersuchen und zu verstehen. Heute gilt daher die Unterdrückung der sog. female choice als Basis des Patriarchats und als sein einzig sicheres Erkennungszeichen. Es wurde deutlich, dass das besondere, soziale Miteinander des Menschen seine Wurzeln in der matrifokalen, also matrilokalen und matrilinearen SIPPE hat, die vom Patriarchat zerstört wurde, so dass die Mehrheit der Menschen, aber immer noch nicht alle, in patrilinearen Gruppen, den FAMILIEN, patrilokal leben. Es konnte damit nicht nur der Widerspruch aufgelöst werden, dass der Mensch einerseits gewalttätig werden kann und Kriege führt, und andererseits als höchst sozial gilt. Es wurde mit dem Wissen, dass die Mütter aus ihrem urmütterlichen Schutzraum gerissen wurden und den Vätern und deren Familie fortan ausgeliefert waren, erklärbar, warum Frauen und Kinder, letztlich also auch die Männer, im Patriarchat leiden und gleichzeitig, warum ausgerechnet die Religionen dies rechtfertigen. Patriarchale Ideologie und ihre Folgen Das Patriarchat wurde vor ca. 8200 Jahren (Misox-Klimaschwankung) mit der Erfindung des Viehnomadismus in den Steppengebieten errichtet. Die Frau wurde in die Ehe gezwungen und sie hatte ihrem Ehemann vor allem Söhne zu gebären und ihm und seiner Herde zu folgen. Unsere indoeuropäische Sprache, die aus der Steppe stammt, ist entsprechend durchsetzt mit Metaphern aus der Tierzucht. Eine Frau, die ihre female choice frei lebt, also selbstgewählte, wechselnde Sexualpartner hat, wird als \"unzüchtig\" (sinngemäß: sich der Zucht entziehend) oder \"zügellos\" bezeichnet. Es handelte sich um eine bis dahin unbekannte Denk- und Lebensweise, in der sich der Mann seiner väterlichen Linie bewusst geworden war (Patrilinearität) und daher die Frauen und Kinder zwang, bei ihm zu wohnen (Patrilokalität). Damit begann er, Menschen wie ein Schöpfergott nach seinem Willen zu züchten. Bei der Tierzucht passierte der größte Irrtum der Menschheit, nämlich, dass die Frau nur das Gefäß männlichen Samens sei. Zu teuer und obendrein meist unwillig war die Frau für den Mann zur Last geworden, Ursache des tiefen Hasses auf die Frauen, sowie männlicher Überheblichkeit und des Machtstrebens. Als Ziel des Patriarchats ist in den Heiligen Schriften die Abschaffung der Mutter erkennbar, deren Metapher \"Fruchtbarkeitsgöttin\" sukzessive durch einen allmächtigen, d.h. unsterblichen, menstruierenden, gebärenden und stillenden Gott ersetzt wurde. Dieses Ziel erschien wie oben erwähnt im Sozialdarwinismus neu verpackt wieder an der Oberfläche patriarchalen Denkens. In unserer Zeit wird es durch die Reproduktionsmedizin, die Patentierung der Muttermilch, die Fremdbetreuung der Kinder u.a. vorangetrieben, mitgetragen auch von einem falsch verstandenen Feminismus, der die Frau von dieser vermeintlich lästigen und undankbaren Aufgabe zu befreien sucht. Dass es das Patriarchat auf die besonders kostbare Fähigkeit der Frau, Mutter zu werden, abgesehen hat, wurde vom Feminismus nicht erkannt und von den Gender Studies ausgeblendet. Eine Frau, die ihr Frausein über ihre Fähigkeit, Mutter zu werden, definiert, wird als biologistisch abgewertet, sind da ja die Männer, denen das ermöglicht werden soll. Tatsächlich wächst die väterliche Macht auch um so mehr, als die Bindung zum Kind immer enger wird. So begrüßenswert das auf den ersten Blick erscheint, so fatal wirkt sich das auf die Freiheit der Mutter und ihr Recht am Kinde aus. Neue Begriffe wie \"Bindungsintoleranz\" (der Mutter unterstellter Versuch, das Kind dem Vater zu entfremden) und \"neurotische Mutter-Kind-Symbiose\" (nach Sigmund Freud) werden als Argumente angeführt, um Müttern das Kind direkt wegnehmen zu können. \"Inobhutnahme\" ist der euphemistische Begriff für diesen Kinderraub. Wenn eine Mutter ihr Kind dann einfach mitnimmt, ohne den Vater über den Verbleib zu unterrichten, dann gilt das vor dem patriarchalen Gesetz nicht als Befreiung, was es ja eigenlich ist, sondern in Verdrehung der Tatsachen als Entführung. Die Strategie ist denkbar einfach. Das Kind gilt im Geiste als Besitz des Vaters. Die Mutterschaft wird der Frau unerträglich gemacht, dann von ihr abgelehnt und vom Patriarchat scheinheilig diffamiert. So kann die Mutterschaft der Frau weggenommen werden, um die Supervaterschaft, den Endsieg des Patriarchats, Wirklichkeit werden zu lassen. In den Heiligen Schriften ist dieses Ziel von Gott-Vater längst umgesetzt. Aber was will der Patriarch mit dieser Fähigkeit? Wird sie ihm einst nicht ebenso lästig und unangenehm wie der patriarchalisierten Frau? Mit der Supervaterschaft sucht der Mann Unsterblichkeit, die ihm zur totalen Macht fehlt. Dabei spielt es keine Rolle, wie das Leben der so gezeugten Kinder aussehen wird oder wie sie sich fühlen. Wesentlich wird sein, dass diese Kinder funktionieren und die Macht und den Reichtum des Patriarchen weiter mehren. Liebe ist dem Patriarchen fremd. Er kompensiert sie mit Materialismus. Doch die Natur wird diesen Machenschaften einst Grenzen setzen, zerstört er doch zunehmend seine Lebensgrundlage, unsere Mutter Erde."
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<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/patriarchat">Patriarchat &#8211; Definition, Entstehung, Geschichte und Symptome</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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		<title>Explosion und Expansion &#8211; wie Vatermacht die Welt unterjocht.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[GUhlmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Apr 2021 10:41:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Vortrag gehalten am 17.5.2019 an der Philipps-Universität Marburg im Rahmen der Studientage &#8222;Nachhaltigkeit und Gesellschaftsformen aus kritisch geographischer Sicht&#8220; im Fachbereich 19 Geographie. Bild: Plastik &#8222;Überbevölkerung&#8220;, Neanderthal-Museum Mettmann. Bildquelle: wikimedia...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/5710b41230c54a228868564a00a0c210" alt="" width="1" height="1" />Vortrag gehalten am 17.5.2019 an der Philipps-Universität Marburg im Rahmen der <a href="https://www.uni-marburg.de/de/fb19/aktuelles/termine/studientage_nachhaltigkeit-1" target="_blank" rel="noopener">Studientage &#8222;Nachhaltigkeit und Gesellschaftsformen aus kritisch geographischer Sicht&#8220;</a> im Fachbereich 19 Geographie.</p>
<p><span class="abb">Bild: Plastik &#8222;Überbevölkerung&#8220;, Neanderthal-Museum Mettmann.<br />
Bildquelle: wikimedia commons (user: Fährtenleser)</span></p>
<h2 id="ueberbev">Überbevölkerung</h2>
<p>Im Jahre 1972 veröffentlichte der Club of Rome die Aufsehen erregende Studie &#8222;Die Grenzen des Wachstums&#8220;<!--<a href="#_ftn1" name="_ftnref1" class="footn">[1]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">1</sup>, mit der er vor dem ungebremsten Wachstum der Weltbevölkerung warnte. Damals lebten 3,84 Milliarden Menschen und China war mit 862 Mio. Einwohnern das bevölkerungsreichste Land. Ab 1979 versuchte China mit der 1-Kind-Politik Hungersnöten entgegenzuwirken. In der Folge wurden zahllose Mädchen abgetrieben. Dennoch leben in China inzwischen 1,3 Milliarden Menschen. Aber für junge Männer ist es schwer geworden, eine Frau zu finden.</p>
<p>Knappheit führt im Allgemeinen zu einem Wertzuwachs des knappen Gutes. Die chinesische Frau wird heute aber nicht höher geachtet, sondern wie eine teure Mingvase gehandelt. Menschenhandel, Entführungen und Prostitution sind immer lukrativere Einnahmequellen geworden.</p>
<p>Indien, wo 1972 noch 579 Mio. Menschen lebten, macht China mit 1,2 Milliarden nun die Führung streitig. Der Journalist Arne Perras recherchierte:</p>
<blockquote><p>&#8222;Delhi setzte auf Massen-Sterilisationen. Sie sind bis heute die häufigste Form der Verhütung im bald bevölkerungsreichsten Land der Welt. In &#8222;Sterilisations-Camps&#8220;, die in kühleren Monaten vielerorts eingerichtet werden, arbeiten Ärzte wie am Fließband. 80 Operationen in weniger als fünf Stunden sind keine Seltenheit. Mangelnde Hygiene, fehlende Geräte, Schlamperei und in einzelnen Fällen sogar Trunkenheit der Männer mit dem Skalpell führten zu zahlreichen Todesfällen. 2014 starben in einem Dorf innerhalb weniger Stunden 15 Frauen. Oft wissen die Frauen gar nicht genau, was sie erwartet, sie werden von ihren Männern gedrängt oder gezwungen.&#8220;<!--<a href="#_ftn2" name="_ftnref2" class="footn">[2]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">2</sup></blockquote>
<p>Aufgrund der weltweiten Bevölkerungsexplosion, wobei natürlich auch Afrika und Länder wie Indonesien besonders zu nennen sind, ist die Weltbevölkerung bis 2018 auf 7,65 Milliarden angestiegen. Die Prognose des Club of Rome war damit sehr genau. Der Geograph Michael Sypien schreibt darüber:</p>
<blockquote><p>&#8222;Auf die Bevölkerungsanzahl wirken zwei Faktoren ein. Die Fruchtbarkeit vergrößert die Bevölkerung exponentiell, da sich bei gleichbleibender Geburtenrate die Basis der Bevölkerungsanzahl immer mehr verbreitert. Diesem positiven Regelkreis wirkt der negative Regelkreis der Todesfälle entgegen. Die Sterblichkeit wirkt auf die Bevölkerungsanzahl regulierend. Seit der industriellen Revolution ist der negative Regelkreis aber zunehmend geschwächt; durch eine bessere medizinische Fürsorge nimmt die Sterblichkeit ab, und durch ein erhöhtes Nahrungsmittelangebot hat sich das Durchschnittsalter von 30 Jahre (1650) auf 53 Jahre (1972) weltweit erhöht. Da sich auch die Geburtenrate erhöht hat, nennen die Autoren (des Club of Rome) das Bevölkerungswachstum gar &#8217;superexponentiell&#8216;.&#8220;<!--<a href="#_ftn3" name="_ftnref3" class="footn">[3]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">3</sup></blockquote>
<p>2016 forderten der norwegische Zukunftsforscher Jørgen Randers und der britische Ökonom Graeme Maxton &#8211; beide Mitglieder des Club of Rome &#8211; in ihrer Veröffentlichung mit dem Namen &#8222;Ein Prozent ist genug&#8220;<!--<a href="#_ftn4" name="_ftnref4" class="footn">[4]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">4</sup> ein politisches Umsteuern. Durch die Presse ging vor allem ihr Vorschlag, Frauen mit nur einem Kind im Alter von 50 Jahren mit einer Prämie von 80.000 Dollar zu belohnen, was von der Öffentlichkeit empört als Bestechung zurückgewiesen wurde.</p>
<p>Darüber, wie Frauen das schaffen sollen, wie sie das Geld für sich behalten können, und wie ein neuer Gynozid verhindert werden könnte, schwiegen sich die beiden Männer jedoch aus, in dem Wissen, dass Gynozid schon jetzt ein weltweites Problem ist.</p>
<p>Die Überbevölkerung ist entgegen landläufiger Vorstellung gar <strong>kein modernes Problem</strong>. Sie ist schon seit Anbeginn des Patriarchats festzustellen. Ein Ausdruck dessen dürfte der babylonische Atra-Hasis-Mythos sein, ein Vorläufer der Arche Noah-Geschichte, im Folgenden erhellt durch die Archäologin Eva Götting:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Menschen hatten sich, nachdem sie geschaffen wurden, auf der Welt vermehrt und erzeugten einen derartigen Lärm, dass sich der Gott Enlil in seinem Schlaf gestört fühlte. Er schickte die Sintflut, die das Problem ein für alle Mal aus der Welt schaffen sollte. Nur einige Menschen überlebten durch das Eingreifen des Weisheitsgottes Ea und auf Drängen der Göttin Aruru. Um einer künftigen Lärmbelästigung vorzubeugen, wurden Wesen auf die Erde gesandt, die eine Überbevölkerung unterbinden sollten.&#8220;<!--<a href="#_ftn5" name="_ftnref5" class="footn">[5]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">5</sup></blockquote>
<p>Statt es ursächlich zu lösen, versuchte die Menschheit das Problem seit seinem ersten Auftreten zu kompensieren. Dazu gehören z.B. der Pflug, der Dünger und die staatlich organisierte Bewässerung. Diese Technologien beruhten auf Ausbeutung und Gewalt gegen die belebte und unbelebte Natur, wie die großflächigen Rodungen, die Tier- und Pflanzenzucht, der Bergbau, die kriegerische Expansion und heute auch die sog. Schädlingsbekämpfung. Jedoch führen diese zu nur noch mehr Überbevölkerung, so dass das Ziel &#8211; kaum nähern wir uns ihm an &#8211; sukkzessive wieder in uneinholbare Ferne rückt. Die Erde kann keine unendlich große Zahl an Menschen aufnehmen, auch wenn wir noch so viel Nahrung um den Globus verschiffen oder fliegen. Die Umverteilung und Kühlung von Nahrungsmitteln verbraucht obendrein Unmengen an Energie, was unseren Planeten weiter schädigt. Hilfsorganisationen glauben dennoch fest daran, dass es für alle reiche, wenn es nur richtig verteilt würde.</p>
<p>Das Erkennen und Abstellen der Ursache rüttelt am größten Tabu, nämlich an der Vaterschaft. Männern ist es offenbar nicht zuzumuten, ihre Fruchtbarkeit zu begrenzen, geschweige denn ganz auf Kinder zu verzichten.</p>
<p>Dagegen wird Frauen alles nur denkbare angetan, um die Kinderzahl wahlweise zu erhöhen oder zu begrenzen oder eine Schwangerschaft ganz zu verhindern. Dabei wird über zahllose weibliche Leichen gegangen.<br />
Dies ist der Stand der Dinge.</p>
<h2 id="fc">Unterdrückte Female Choice</h2>
<p>Jede Einmischung in die Sexualität einer Frau verstößt nicht nur gegen ihr verbrieftes Persönlichkeitsrecht, sondern vor allem gegen ihr Naturrecht, der <em>female choice</em>, demjenigen evolutionären Regulativ, das Überbevölkerung ohne jedes Leid verhindert. Die <em>female choice</em> ist die naturgegebene sexuelle Entscheidungsfreiheit aller weiblichen Lebewesen über ihren Körper und der eigentliche Hintergrund der sog. Sexuellen Selektion, die Charles Darwin entdeckte und neben die Natürliche Selektion stellte. Nur sehr wenige Wissenschaftler anerkannten seitdem seine These, denn eine wählerische, freie Frau gilt als unzüchtig, ungehorsam oder gefährlich und ist daher undenkbar.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">6</sup>
<p>Erst in den 1990iger Jahren wagte es die amerikanische Anthropologin Meredith F. Small, die Wirkungen der <em>female choice</em> an Primaten zu beschreiben und erregte damit die Aufmerksamkeit eines größeren Publikums.<!--<a href="#_ftn6" name="_ftnref6" class="footn">[6]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">7</sup> Nachdem es um ihre Untersuchungen wieder sehr ruhig geworden war, startete im Jahr 2017 der amerikanische Ornithologe Richard O. Prum einen neuerlichen Anlauf, als er die <em>female choice</em> der Vogel-Weibchen als treibende Kraft für Veränderungen an Aussehen und Verhalten iher Arten beschrieb.<!--<a href="#_ftn7" name="_ftnref7" class="footn">[7]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">8</sup>
Mit seiner Übertragung auf den Menschen verwickelte er sich jedoch leider in Widersprüche, weil er es als Familienvater und Gläubiger als selbstverständlich ansah, dass Menschen wie die Vögel in Paarbeziehungen leben. Damit unterschätzte er bei weitem die menschliche <em>female choice</em>, die er auf die einmalige Wahl des Ehemanns beschränkte. Für seine Nominierung für den Pulitzer-Preis war das aber offensichtlich hilfreich.</p>
<p>Die Sexuelle Selektion wird oft als Sonderfall der Natürlichen Selektion bezeichnet, welche aber lediglich die Anpassung an Umwelteinflüsse meint. Die <em>female choice</em> entfaltet jedoch eine eigenständige Kraft, wie es Darwin, Small und auch Prum entdeckten. Sie steht noch über der Natürlichen Selektion, denn sie kann unmittelbar jede Generation spürbar verändern, während die Natürliche Selektion nur zu allmählichem Wandel führt und manchmal sogar zum Aussterben einzelner Arten oder gar ganzer Ökosysteme.</p>
<p>Das Vorrecht der freien Wahl durch die Weibchen ist ein <strong>Urinstinkt</strong>. Er ist so tief in der Phylogenese, also der Entwicklung aller Lebewesen, verankert, dass er nicht weggezüchtet werden kann. Die <em>female choice</em> läuft bewusst und unbewusst aber auch ebenso unbemerkt im Körper ab. Es kann ihr daher niemand gänzlich entkommen. Sie ist das Gegenteil von sexueller Unterdrückung, und sie macht, wenn sie frei gelebt werden darf, die Frau zur Regisseurin der Sexualität.</p>
<p>Die <em>female choice</em> erfüllt in der Evolution elementare, <strong>Leben schützende</strong> Funktionen.<br />
Die Menschenfrau hat relativ selten Nachkommen, und daher hat jedes ihrer Kinder idealerweise einen <strong>anderen</strong> genetischen Vater. Dies dient naürlich der genetischen Vielfalt, die die Gesundheit der Population schützt.</p>
<p>Eine Frau, die ihre <em>female choice</em> lebt, gebiert nicht mehr Kinder sondern weniger als eine patriarchalisierte Frau, denn sie hat insgesamt weniger Sex. Das mag Sie überraschen, denn eine Welt freier Frauen stellen sich viele als Sexparadies vor. Warum ist dem nicht so?</p>
<p>Unter natürlichen Bedingungen gibt es nur lustvollen Sex ohne jeden Hintergedanken daran, Mutter zu werden oder dem Partner zu gefallen. Jeder Hintergedanke würde die <em>female choice</em> bereits einengen. Dass dabei ein Kind entstehen sein kann, bereitet keine Angst und wird einfach in Kauf genommen. Wenn die Verliebtheit nachlässt, geht die Frau ihrer Wege, und das ist meist schon nach wenigen Monaten so.</p>
<p>Die wild lebende Frau kann sich das leisten, denn sollte sie schwanger geworden sein, ist sie existentiell über ihre mütterliche Sippe abgesichert.</p>
<p>Damit schläft im Bett der jungen Mutter kein <strong>Vater</strong>, sondern dort liegt ihr Kind. Dies gewährleistet, dass das Baby und Kleinkind jederzeit Zugang zur Milchquelle hat, selbst wenn die Mutter schläft. Durch das Stillen rund um die Uhr werden die Still-Hormone so hoch gehalten, dass die Mutter nicht sofort wieder schwanger wird.<!--<a href="#_ftn8" name="_ftnref8" class="footn">[8]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">9</sup> Einerseits bleibt die Menstruation länger aus, andererseits hat die Mutter länger kein Bedürfnis nach einem neuen Liebhaber, denn Einsamkeit kennt sie nicht, und sie ist durch das Oxytocin in ihr Baby verliebt.</p>
<p>Im Patriarchat mit seinem Zwang zur Monogamie ist eine Frau den sexuellen Begierden des Mannes im Ehebett schutzlos ausgeliefert. Er glaubt, ein Recht auf Sex zu haben, und sie glaubt, ihm dies geben zu müssen, denn sie und ihre Kinder sind von seinem Wohlwollen existentiell abhängig.</p>
<p><a title="Wolfgang Sauber [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kulturen_B%C3%A4uerliche_Kultur_-_Himmelbett_3.jpg"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2d/Kulturen_B%C3%A4uerliche_Kultur_-_Himmelbett_3.jpg/512px-Kulturen_B%C3%A4uerliche_Kultur_-_Himmelbett_3.jpg" alt="Kulturen Bäuerliche Kultur - Himmelbett 3" width="100%" /></a></p>
<p><span class="abb">Bild: Ehebett und Wiege</span></p>
<p>Patriarchale Wissenschaft machte daraus übrigens das Dogma der &#8222;sozialen Funktion von Sex&#8220; als einer naturgegebenen Tatsache und ersann die Begriffe Paarbildungssex und Paarbindungssex. Beides ist der wild lebenden Frau unbekannt.</p>
<p>Es ist klar, dass eine Frau, die in fester Partnerschaft lebt und keinen Zugang zu Verhütungsmitteln hat, kurz aufeinanderfolgend schwanger werden muss. Alte Kirchenbücher belegen, dass dies auch bei uns noch bis ins letzte Jahrhundert der Fall war. Oft verhinderte nur der Tod der Mutter unter der Geburt weitere Geburten. Doch weder das noch die Konkurrenz durch ein älteres Stillkind kann im Sinne eines Babys sein. Beide bedrohen sich sogar gegenseitig in ihrer Existenz. Tatsächlich starben von den nicht selten über 10 Kindern manchmal mehr als die Hälfte. Übrig blieben dennoch weit mehr Kinder als Haus und Hof, letztlich das ganze Land, tragen konnte.</p>
<p>Nicht nur viele Schwangerschaften und fehlende Hilfen sind eine enorme Belastung für Frauen, sondern auch der Tod ihrer Kinder und natürlich die Tatsache, sexuelle Dienste gegen ihre innere Neigung leisten zu müssen. Ohne einen Mann, der permanente sexuelle Ansprüche stellt, führt die beinahe ganzjährige Fruchtbarkeit der Frau nicht zu zuvielen Kindern, sondern ermöglicht es bei den natürlicherweise seltenen Kontakten mit fremden Männern überhaupt schwanger zu werden. Zudem gibt es in der Natur aufgrund der <em>female choice</em> keinen Zwang zur Mutterschaft.</p>
<p>Viele Frauen würden unter natürlichen Bedingungen kinderlos bleiben und niemand würde sich daran stören. Der <em><strong>female choice</strong></em> kommt also die Schlüsselstellung bei der Verhinderung von Überbevölkerung und deren Folgen zu.</p>
<p>Wir haben damit auch die Gründe kennengelernt, warum unsere Biologie eigentlich FÜR uns Frauen und nicht gegen uns arbeitet, wie es die meisten Feministinnen leider glauben. Erst das Patriarchat macht unsere Biologie zu einer Bürde.</p>
<h2 id="matrifokalitaet">Matrifokalität, unser angeborenes Sozialverhalten</h2>
<p>Die amerikanische Anthropologin Sarah Blaffer Hrdy konnte anhand der besonderen Probleme, die die zunehmend lange Kindheit mit sich brachte, aufzeigen, dass die Einheirat und der Zuzug einer Frau und künftigen Mutter in die Familie eines Ehemanns für den Fortbestand der Menschheit in der Altsteinzeit fatal gewesen wäre. Daher ist uns nicht Patrilokalität, sondern Matrilokalität angeboren. Sie rekonstruierte die artgemäße Lebensweise von Homo Sapiens auf der Basis der <em>female choice</em> und der Großmutterthese nach Hawkes und Beise/Voland.<!--<a href="#_ftn9" name="_ftnref9" class="footn">[9]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">10</sup>
<p>Das <strong>Großmutter-Mutter-Kind-Kontinuum</strong> war demnach eine Erfolgsgeschichte der Evolution. Die Großmutter mütterlicherseits trug entscheidend dazu bei, dass der Nachwuchs ihrer Tochter überlebte. Dies ist übrigens auch der Grund, warum wir Frauen eine Menopause erleben können.</p>
<p>Erst nach ihrer Emeritierung schrieb Blaffer Hrdy in eine Fußnote ihres vorerst letzten Buches:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich gehörte übrigens zu denjenigen, die schon frühzeitig davon überzeugt waren, dass Menschenaffen zur Patrilokalität neigten. Ich änderte meine Meinung im Verlauf der Arbeit an &#8218;Mutter Natur&#8216;.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">11</sup></blockquote>
<p>Sie stellt vor allem fest, dass &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8222;&#8230; ungeachtet dogmatischer Verlautbarungen, wonach Menschen für gewöhnlich &#8218;eine patrilokale Familienstruktur besitzen&#8216;, weil &#8218;Söhne in traditionellen Gesellschaften in der Nähe ihrer Familien bleiben, während Töchter fortziehen&#8216;, diese grundlegende Aussage über die menschliche Natur nicht von Daten über Menschen gestützt wird, die tatsächlich als Jäger-Sammler leben.&#8220; <sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">12</sup></blockquote>
<p>Entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der hohen menschlichen Sozialität hatte ihr zufolge das Leben in matrilokalen und matrilinearen Gemeinschaften. Der immer wieder betonten männlichen Jagd kommt dabei nicht die Bedeutung zu, die ihr meistens zugeschrieben wird. Blaffer Hrdy schreibt darüber:</p>
<blockquote><p>&#8222;Auch wenn der Jäger noch so geschickt ist, ist das Aufspüren und Töten von Beutetieren ein riskantes Unterfangen mit unbestimmtem Ausgang. Ein Mann kann jeden Tag auf die Jagd gehen und trotzdem wochenlang mit leeren Händen heimkehren. Ein Jäger (&#8230;) kann sich den Misserfolg leisten, weil er davon ausgehen kann, einen Anteil an den von den Frauen gesammelten Früchten, Nüssen und Knollen zu erhalten, und auch weil andere Männer an diesem Tag mehr Glück haben mögen&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">13</sup></blockquote>
<p><a title="Woodlouse [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hadzabe_Hunters.jpg"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1f/Hadzabe_Hunters.jpg/512px-Hadzabe_Hunters.jpg" alt="Hadzabe Hunters" width="100%" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Jäger der Hazda, Nord-Tansania. Bildquelle: Wikimedia Commons</span></p>
<p>In ihrem Buch &#8222;Mutter Natur&#8220; (2010a) weist sie daraufhin, dass es den Jägern weit mehr um &#8211; wörtlich &#8211; Angeberei geht, als darum, Fleisch für die Kinder ins Lager zu tragen.</p>
<p>Nachtrag 12.12.2019: Dies bestätigt eine neu gefundene 40.000 Jahre alte Felszeichnung mit der Abbildung von Jägerlatein. &#8222;Riesenzwergbüffel&#8220; werden darin von mehreren &#8222;mutigen&#8220;, als Tiere verkleideten Männern mit Speeren angegriffen. So etwas wird am Lagerfeuer erzählt oder eben auf Wände gemalt:</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Bildquelle: https://www.scinexx.de/news/geowissen/aelteste-jagdszene-der-menschheit-entdeckt/ , © Griffith University/ Aubert et al." src="https://i0.wp.com/www.scinexx.de/wp-content/uploads/j/a/jagdszene2g.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Bildquelle: https://www.scinexx.de/news/geowissen/aelteste-jagdszene-der-menschheit-entdeckt/ , © Griffith University/ Aubert et al."  border="0" /></p>
<p><span class="abb">Bildquelle: <a class="textlink" href="https://www.scinexx.de/news/geowissen/aelteste-jagdszene-der-menschheit-entdeckt/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de</a><br />
Offizielle Interpretation im <a class="textlink" href="https://www.scinexx.de/news/geowissen/aelteste-jagdszene-der-menschheit-entdeckt/" target="_blank" rel="noopener">Scinexx-Artikel</a>: &#8222;&#8218;Die frühe Kunst auf Sulawesi könnte unbezahlbare Einblicke in die Entwicklung der menschlichen Spiritualität und die Verbreitung der künstlerischen Praktiken geben, die das Denken auch des modernen Menschen geprägt haben&#8216;, sagt Co-Autor Adhi Agus Oktaviana vom ARKENAS-Forschungsinstitut in Jakarta. (<a href="https://www.nature.com/articles/s41586-019-1806-y" target="_blank" rel="noopener">Nature, 2019; doi: 10.1038/s41586-019-1806-y</a>)&#8220;</span><br />
Nachtrag ENDE</p>
<p>Ich gehe daher davon aus, dass die Jagd überwiegend eine sexuelle Aufgabe erfüllte. Sich einander fremde Männer entwickelten über die Jagd Männerfreundschaften und gegenseitiges Vertrauen. Sie bekamen damit Zutritt in andere Sippen zu ihnen nicht verwandten Frauen. Auf diese Weise wurde die matrilokale Ausübung der Exogamie gefördert.</p>
<p>Der rein männliche Blick auf die Menschheitsgeschichte mit dem Dogma des Familienvaters als Ernährer ist völlig verfehlt und geht an der Basis der Evolution vorbei, nämlich der verlässlichen Versorgung des Nachwuchses und seiner Mütter. Auch das Faktum, dass Männer bis ins hohe Alter, wo sie schon gar nicht mehr auf die Jagd gehen, zeugungsfähig sind, ist ein ganz klares Indiz dafür, dass der genetische Vater nicht der Ernährer war.</p>
<p>Die Sozialanthropologin Julia Colette Berbesque und ihre Kollegen von der University of Roehampton in London haben in einer Studie</p>
<blockquote><p>&#8222;den Ernährungszustand von 36 heutigen Jäger-und-Sammler-Völkern mit dem ursprünglicher, nicht industrialisierter Bauernkulturen verglichen &#8211; und dies getrennt nach warmen und kalten Lebensräumen. (&#8230;) Das überraschende Ergebnis: Jäger und Sammler leiden nicht häufiger, sondern sogar deutlich seltener unter Nahrungsmangel &#8211; zumindest dann, wenn sie in gemäßigtem oder warmem Klima leben. Hungersnöte sind bei ihnen sowohl seltener als auch kürzer.&#8220;<!--<a href="#_ftn10" name="_ftnref10" class="footn">[10]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">14</sup></blockquote>
<p>Tatsächlich sind wir auf regelmäßige Nahrung und auf Wasser angewiesen. Kinder reagieren mit lautem Weinen, wenn sie Hunger oder Durst haben, Mütter werden also danach trachten, dies zu verhindern. Unsere Vorfahren hielten sich, wie jede andere Tierart auch, nach Möglichkeit nur dort auf, wo die Natur sie gut versorgte. Auch die Menschen der <strong>europäischen</strong> Altsteinzeit lebten nicht auf dem ewigen Eis wie die rezenten Inuit, sondern vor allem in den Gebieten, wohin sich alle heute in Europa einheimischen Pflanzen zurückgezogen hatten und die Eiszeit überlebten.</p>
<p>Das sind die Gegenden, wo wir heute altsteinzeitliche Bilderhöhlen und Frauenstatuetten finden. Die Bevölkerungsdichte war dabei vor 40.000 Jahren mit europaweit nur ca. 1500 Individuen, was etwa 10-15 matrifokalen Sippen entspricht, sehr gering, wie es jüngst vom Projekt &#8222;Our Way to Europe&#8220; unter der Leitung der Geoarchäologin Isabell Schmidt errechnet wurde.<!--<a href="#_ftn11" name="_ftnref11" class="footn">[11]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">15</sup>
<p>Eigentlich ist es einleuchtend: Da wo Kinder aufwachsen, muss es so sicher und verlässlich wie möglich sein. Deshalb hatten die Mütter der Altsteinzeit sichere und sozial stabile Bedingungen selbst geschaffen. Sie lebten nicht wie die meisten Menschen heute an eigentlich unwirtlichen, lebensfeindlichen Orten und sie lebten nicht in Familien, sondern in Sippen. Statt <strong>Patrilokalität</strong> war die lebenslange <strong>Matrilokalität</strong> die effizientere Strategie, mit der die Mütter alle Schwierigkeiten der langen Kindheit bewältigten.</p>
<p>Die Archäologin Marija Gimbutas nannte diese Lebensweise <strong>Matrifokalität</strong>. Matrifokalität hat nichts mit <strong>Macht</strong> zu tun, sondern mit <strong>Fürsorge und Kooperation in der mütterlichen Linie</strong>, der <strong>Matrilinearität</strong>, und sie ist unsere artgemäße Lebensweise, die, weil sie uns angeboren ist, immer noch unser patriarchal überformtes Sozialverhalten mitbestimmt. Sie war, wie Marija Gimbutas es entdeckte, auch nachdem die Landwirtschaft erfunden war, bis weit in die Jungsteinzeit gelebte Wirklichkeit.</p>
<p>Die biologische Vaterschaft konnte erst in der Sesshaftigkeit erkannt werden. Zur Durchsetzung von Patrilinearität, also der Einheit von biologischer und sozialer Vaterschaft, gab es aber zunächst keinerlei Veranlassung. Zum mütterlichen Prinzip gehört das bedingungslose Teilen von Nahrung und Heimstatt mit den Kindern, d.h. alles wurde von allen als Eigentum angesehen. Eine Teilung des Besitzes und ein Erbrecht waren daher überflüssig. Alle Kinder wohnten sowieso lebenslang in der Sippe. Als Brüder und Onkel hatten die Männer die Rolle des sozialen Vaters inne, übten damit aber keine Herrschaft aus, denn sie konnten ihre Angehörigen nicht mit dem Entzug des Erbes erpressen oder andere Machtmittel einsetzen. Vor allem aber fehlte ihnen das Verlangen danach.</p>
<p>Diese Lebensweise ist mittlerweile auch mit naturwissenschaftlichen Methoden nachweisbar, das sind die Genetik und die Epigenetik bzw. Osteologie und Odontologie, also Knochen- und Zahnkunde sowie die Isotopen-Analyse.</p>
<h2 id="ch">Matrifokale Jungsteinzeit</h2>
<p>In der größten jungsteinzeitlichen Siedlung und Ackerbaukultur Çatal Höyük beispielsweise lebten bis zu 8.000 Menschen über 2200 Jahre lang friedlich und herrschaftsfrei zusammen. Der Grabungsleiter Ian Hodder nennt es sogar &#8222;aggressively egalitarian&#8220;. Die Odontologin Marin Pilloud fand keinerlei epigenetische Hinweise auf Kernfamilien, &#8222;No family plots&#8220;<!--<a href="#_ftn12" name="_ftnref12" class="footn">[12]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">16</sup>, wie sie es ausdrückte. Damit fehlen jegliche Anzeichen für ein Patriarchat.</p>
<p>(Nachtrag: Daran ändert auch nichts die jüngste Studie (Juni 2019)<!--<a href="#_ftn13" name="_ftnref13" class="footn">[13]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">17</sup> der bioarchäologischen Arbeitsgruppe unter Clark Spencer Larsen, in der Pilloud mitwirkte, und die darauf abzielt, ein Patriarchat in Çatal Höyük nachzuweisen. Ich konnte nachweisen, dass <a href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2019/07/16/patriarchat-und-gewalt-in-catal-hoeyuek-bioarchaeologie-versucht-ein-altes-problem-endgueltig-aus-der-welt-zu-schaffen-wieder-ohne-erfolg/" target="_blank" rel="noopener">die Studie manipulativ ist und auf tönernden Füßen steht.</a> Sie ist ein besonders schönes Beispiel patriarchaler Methodik.)</p>
<p>Eine jüngst von den Paläogenetikern Haak/Krause/Jeong <a href="https://www.mpg.de/13245281/anatolische-jaeger-sammler-erste-bauern" target="_blank" rel="noopener">veröffentliche Untersuchung</a> deckte auf, dass die ersten Ackerbauern Anatoliens, zu denen auch Çatal Höyük gehört, indigene Anatolier waren, die seit der Altsteinzeit dort ansässig gewesen sind.<!--<a href="#_ftn14" name="_ftnref14" class="footn">[14]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">18</sup> Das bedeutet, dass sie die gelebte Matrifokalität in die Sesshaftigkeit mit herüber genommen hatten.</p>
<p>Von Çatal Höyük können wir lernen, dass Sesshaftigkeit nicht automatisch ins Patriarchat führt, und Hochkultur nicht von Hierarchie und Unterdrückung abhängig ist. Die hier freilich gefundenen ersten Zivilisationskrankheiten nehmen sich gegen die Folgen des Patriarchats aber geradezu harmlos aus und änderten offensichtlich nichts an der hohen Zufriedenheit der Menschen. Aber der Ackerbau wiegte die Menschen lange in trügerischer Sicherheit.</p>
<blockquote><p>&#8222;In guten Jahren können Bauern zwar weitaus mehr Kalorien pro Fläche Land erwirtschaften als die Wildbeuter, dafür aber können diese wegziehen, wenn Dürren oder Überschwemmungen die Nahrung knapp werden lassen.&#8220;<!--<a href="#_ftn15" name="_ftnref15" class="footn">[15]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">19</sup></blockquote>
<p>Gegenüber den Bauernkulturen waren die Menschen der Altsteinzeit also klar im Vorteil.</p>
<h2 id="misox">Klimakrise Misox-Schwankung</h2>
<p>Ihre vollständige Abhängigkeit von konstant günstigem Klima spürten die Ackerbäuerinnen erst ca. 3000 Jahre nach Beginn der sog. Präkeramischen Jungsteinzeit im Nahen Osten. Im sog. Klimaoptimum nach der Eiszeit, dem Atlantikum, war es zunächst zu einer deutlichen Erwärmung gekommen und dann plötzlich zu immer wieder zu 100-160 Jahre andauernden Abkühlungen um bis zu 2° Celsius, die zu Dürren und Missernten führten. Die Misox-Schwankung vor 8200 Jahren ist die erste und prominenteste Klimakrise dieser Art.</p>
<p><img decoding="async" title="Misox-Schwankung" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1a/TempAndSnowAccumulation_GISP2_Alley2000-de.svg/800px-TempAndSnowAccumulation_GISP2_Alley2000-de.svg.png" alt="Misox-Schwankung" width="100%" border="0" /><br />
<span class="abb">Diagramm: Misox-Schwankung. Quelle: <a class="textlink" href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=75931263" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia commons</a></span></p>
<p>Zu dieser Zeit existierten im Nahen Osten viele neolithische Siedlungen, und auch Çatal Höyük wurde nach 1200 Jahren Siedlungszeit davon getroffen. Nachweislich begann eine Hungerphase, in der die Menschen begannen, vermehrt tierische Nahrung zu sich zu nehmen, wie es jüngst Spuren in der Keramik offenbarten.<!--<a href="#_ftn16" name="_ftnref16" class="footn">[16]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">20</sup> Dennoch musste der Hügel aufgegeben werden. Gleich nebenan wurde allerdings ein zweiter Hügel gegründet, offenbar ohne eine ausgeprägte Siedlungslücke. Ob es tatsächlich dieselben Bewohner waren, die neu anfingen, ist aber noch unbekannt.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Çatal Höyük Lageplan" src="https://i0.wp.com/www.researchgate.net/profile/Christopher_Knuesel/publication/283714695/figure/fig1/AS%3A464538719002624%401487766069297/Catalhoeyuek-site-plan-showing-the-areas-of-study-Figure-created-for-the-Catalhoeyuek.png?w=1080&#038;ssl=1" alt="Çatal Höyük Lageplan"  border="1" /><br />
<span class="abb">Bild: Lageplan Çatal Höyük. Bildquelle: <a class="textlink" href="https://www.researchgate.net/figure/Catalhoeyuek-site-plan-showing-the-areas-of-study-Figure-created-for-the-Catalhoeyuek_fig1_283714695" target="_blank" rel="noopener">researchgate.net</a></span></p>
<p>Çatal Höyük stellt sich uns daher als Doppelhügel mit dem älteren Ost-Hügel und dem jüngeren und auch kleineren West-Hügel dar.<br />
Wegen des Fundes von <a class="textlink" href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/" target="_blank" rel="noopener">15 Brocken Kupferschlacke</a> wurde der West-Hügel lange der frühesten Metallzeit, der Kupfersteinzeit, zugerechnet. Damit verbunden war die Annahme, dass spätestens jetzt eine hierarchische Gesellschaft gegeben sein musste. Aber die Kupferschlacke war kein Nebenprodukt eines frühen Verhüttungsverfahrens, sondern entstand durch einen chemischen Zufall aus Kupfererzen in einem Grab, wie es eine erst vor kurzem angestrengte Nachuntersuchung ergab.<!--<a href="#_ftn17" name="_ftnref17" class="footn">[17]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">21</sup>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Kupferschlacke aus Çatal Höyük" src="https://i0.wp.com/www.scinexx.de/wp-content/uploads/0/1/01-34142.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Kupferschlacke aus Çatal Höyük"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Kupferschlacke aus einem Grab in Çatal Höyük. Bildquelle: <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de/</a></span></p>
<p>Damit kann nun Metallurgie und ein daran gebundenes Patriarchat vor Ort als Grund für den Untergang Çatal Höyüks ausgeschlossen werden. Çatal Höyük wurde nie patriarchalisiert.<br />
Da auch der West-Hügel wieder völlig friedlich verlassen wurde, können wir annehmen, dass eine erneute Dürre und eventuell auch eine dadurch bedingte Seuche zur endgültigen Aufgabe des Ortes geführt hat.</p>
<h2 id="steppe">Früheste Patriarchalisierung in der Steppe &#8211; Indoeuropäer</h2>
<p>Unmittelbar infolge der Misox-Schwankung wurden in der Südrussischen Steppe die ersten nachweisbaren Patriarchate errichtet. Dort verortete die Archäologin Marija Gimbutas die Herkunft der indoeuropäischen Sprache (siehe Karte 1, rote Pfeile). Der britische Archäologe Colin Renfrew nahm dagegen an, dass sie aus Anatolien stammte (siehe Karte 1, gelbe Pfeile).</p>
<p>1<img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Indoeuropäisierung Renfrew vs. Gimbutas" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/indoeuropaeisierung1.jpg?w=300&#038;ssl=1" alt="Indoeuropäisierung Renfrew vs. Gimbutas"  border="0" /><br />
2<img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Indoeuropäisierung nach MPG" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/indoeuropaeisierung2.jpg?w=300&#038;ssl=1" alt="Indoeuropäisierung nach MPG"  border="0" /><br />
<span class="abb">Karte 1 oben: Indoeuropäisierung nach Renfrew (gelb), nach Gimbutas (rot),<br />
Karte 2 unten: Indoeuropäisierung nach MPG (orange/rot)</span></p>
<p>Wie eine neue genetische Untersuchung der Max Planck-Gesellschaft zeigt, lag Gimbutas richtig, aber Renfrew konnte nicht völlig widerlegt werden (siehe Karte 2, orange/rote Pfeile).<!--<a href="#_ftn18" name="_ftnref18" class="footn">[18]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">22</sup> Es ist daher anzunehmen, dass die Indoeuropäer Klimaflüchtlinge aus Anatolien waren, aber nicht direkt von Anatolien über Südosteuropa einwanderten, sondern erst über den Kaukasus in die Steppe zogen, wo sie sich patriarchalisierten, und später von dort aus nach Mitteleuropa einbrachen, und zwar spätestens im 5. Jahrtausend v.u.Z.. Die Indoeuropäer waren Viehzüchter und keine Ackerbauern. Sie lebten nomadisch oder halbsesshaft mit großen Rinder- und Schafherden und später auch mit Pferdeherden. Aufgrund der Befunde dürfen wir uns überlebende, anatolische Männer vorstellen, die die Haustiere aus den ursprünglichen Gemeinschaftsbesitztümern der egalitären Siedlungen fortan als ihren Privatbesitz betrachteten, und in das Grasland der Steppen trieben.</p>
<p><img decoding="async" title="Der Gute Hirte" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/15/Rom%2C_Domitilla-Katakomben%2C_Der_gute_Hirte.jpg/341px-Rom%2C_Domitilla-Katakomben%2C_Der_gute_Hirte.jpg" alt="Der Gute Hirte" width="100%" border="0" /></p>
<p><span class="abb">Bild: Der gute Hirte, Rom, Domitilla-Katakomben. Quelle: Dnalor 01, CC BY-SA 3.0 &lt;https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0&gt;, via Wikimedia Commons</span></p>
<p>Um eine wachsende Herde zusammenzuhalten, braucht es immer mehr verlässliche Helfer, die keine Tiere stehlen. Und solche galt es nun vor Ort zu rekrutieren. Die männlichen Indigenen der Steppe und Waldsteppe, die Bug-Dnister-Kultur, waren altsteinzeitlich lebende Fischer, Jäger und Sammler, die dafür nicht infrage kamen. Aber die indigenen Frauen waren sehr gelegen, und zwar besonders als Mütter künftiger Helfer, also von Söhnen. In gewohnter Auslebung ihrer <em>female choice</em> wären ihre Kinder aber für die Eindringlinge verloren gewesen. Die einzige Möglichkeit war, die Frauen zu rauben und gefangen zu nehmen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Raub der Sabinerinnen" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/patriarchat/sabinerinnen.jpg?w=300&#038;ssl=1" alt="Raub der Sabinerinnen"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Raub der Sabinerinnen, Albrecht Dürer, 1495 (Ausschnitt)</span></p>
<p>Tatsächlich gelang über die Isolierung der indigenen Frauen in der Weite der Steppe, ohne den Schutz ihrer Ursprungssippen, binnen weniger Generationen ein relativ stabiles Patriarchat.</p>
<p><a title="Firespeaker [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:So%C5%8Bk%C3%B6l_jayloo.jpg"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/29/So%C5%8Bk%C3%B6l_jayloo.jpg/512px-So%C5%8Bk%C3%B6l_jayloo.jpg" alt="So?köl jayloo" width="100%" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Jurten in der Steppe, Schafe und Ziegen. Bildquelle: Wikimedia Commons (firespeaker)</span></p>
<p>Statt frei zu sammeln, zu fischen und zu jagen, waren die Frauen fortan unfreie, besitzlose Melkerinnen und die Gebärerinnen der Söhne, die ihren Vätern uneigennützig halfen und auch die Herden erbten. Die Zahl der Tiere erhöhte sich dabei kontinuierlich, sie waren aber genetisch beinahe noch wild und schwer handzuhaben. Das brachte die Männer auf die Idee, die Tiere zu optimieren. Vorbild dazu war die eigene Reproduktion, wie sie jetzt praktiziert wurde: Die Weibchen wurden eingepfercht und festgebunden und ausgewählte männliche Tiere durften sie vergewaltigen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Zucht: Vergewaltigung einer Ziege" src="https://i0.wp.com/raumberg-gumpenstein.at/images/thumbnails/_R___44_absamung____paracc9b512efdf2bc8e2f9538209db54af_dat1342759690.jpeg?w=300&#038;ssl=1" alt="Zucht: Vergewaltigung einer Ziege"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Zucht &#8211; Vergewaltigung einer Ziege.<br />
Bildquelle: <a class="textlink" href="https://raumberg-gumpenstein.at">raumberg-gumpenstein.at</a></span></p>
<p><a title="Aleks [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Artificial_insemination_of_a_dairy_cow.jpg"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/25/Artificial_insemination_of_a_dairy_cow.jpg/256px-Artificial_insemination_of_a_dairy_cow.jpg" alt="Artificial insemination of a dairy cow" width="256" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Künstliche Besamung &#8211; Vergewaltigung einer Kuh.<br />
Bildquelle: Wikimedia Commons</span></p>
<p>Wie die Tiere gebaren auch die geraubten Frauen ihren Entführern, die schon in der nächsten Generation als Ehemänner daher kamen, zahllose Kinder. Söhne waren aus wirtschaftlichen Gründen von Beginn an bevorzugt. Patrilinear und hierarchisch organisiert mit einem starkem Mann, dem Häuptling an der Spitze, können wir nun von den ersten Stämmen sprechen.</p>
<p>Gefestigt wurden die Stämme nicht nur mit Gewalt sondern auch mit der Erfindung der ersten institutionalisierten Religion, die ein Sonnenkult war.</p>
<p><a title="https://www.flickr.com/people/ifl/, CC BY-SA 2.0 &lt;https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0&gt;, via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kyrgyz_flag_yurt_Tengri_symbol.jpg"><img decoding="async" width="330" alt="Kyrgyz flag yurt Tengri symbol" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8c/Kyrgyz_flag_yurt_Tengri_symbol.jpg/330px-Kyrgyz_flag_yurt_Tengri_symbol.jpg?utm_source=commons.wikimedia.org&#038;utm_campaign=index&#038;utm_content=thumbnail"></a><br />
<span class="abb">Bild: Rauchloch der Jurte. Symbol für den Steppengott Tengri.<br />
Bildquelle Wikimedia Commons, user Henephon</span></p>
<p>Da die ersten Patriarchen noch aus matrifokalen Sippen stammten, kannten sie ihre Väter nicht, und konnten sich daher selbst auf eine männliche Gottheit zurückführen, wie es übrigens noch Jesus nach alter Steppengewohnheit tat und sich als das Licht bezeichnete. Mit der Expansion der gewaltbereiten Nomadenstämme fand der Sonnenkult als sog. Tengrismus asienweite und auch europaweite Verbreitung, wurde hier aber nicht mehr so genannt. Dies ist die Entstehungszeit der ersten Kriege, mit denen die Claims, die die Stämme für ihre Herden benötigten, abgesteckt wurden. Niemand konnte buchstäblich zurückstecken, denn das hätte bedeutet, dass wiederum die Erben zu wenig Land für die weiter wachsenden Herden bekommen hätten.</p>
<p>Die ersten Viehzüchter hatten auch zuerst die fatale Idee von <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-es-menschliche-rassen-von-zeugung-erziehung-zucht-und-zuechtigung" target="_blank" rel="noopener">Rasse</a>, die sie bei der Zucht von Tieren und auch Menschen mit der Unterdrückung der <em>female choice</em> entwickelten. Daher unterscheiden sich Tierhaltung und Tierzucht ideologisch voneinander und sollten nicht einfach synonym gebraucht werden. Die indoeuropäische Sprachfamilie ist bemerkenswert stark von Metaphern aus der Tierzucht durchzogen. Eine freie Frau, die selbstgewählte, wechselnde Sexualpartner hat, die also ihre <em>female choice</em> frei lebt und sich vom <strong>Joch</strong> des Patriarchats befreit, wird als <strong>zügellos</strong> <strong>gebrandmarkt </strong>oder bestenfalls als<strong> rassig </strong>bezeichnet. In der Kirche wird für <strong>Zucht und Ordnung</strong> und gegen <strong>Unzucht</strong> gepredigt. Die Gläubigen werden als <strong>Schäflein</strong> bezeichnet und vom <strong>Oberhirten</strong> mit seinem <strong>Hirtenstab</strong> in der Prozession angeführt, ganz wie bei einem Almauftrieb.</p>
<h2 id="lbk">Bandkeramische Migration &#8211; Beginn der Jungsteinzeit in Europa</h2>
<p><strong>Szenenwechsel.</strong> Fast zeitgleich mit der endgültigen Aufgabe Çatal Höyüks erreichte die jungsteinzeitliche Starčevo-Kultur Europa und führte den Ackerbau und die Tier<strong>haltung</strong> ein. Auch sie kam ursprünglich aus Anatolien, zog aber Richtung Südosteuropa und erreichte als sog. Bandkeramische Kultur schließlich Mitteleuropa.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Karte: Verbreitung der Bandkeramischen Kultur in Europa" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/LBK1.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Karte: Verbreitung der Bandkeramischen Kultur in Europa"  border="0" /><br />
<span class="abb">Karte: Verbreitung der Bandkeramischen Kultur (LBK) in Europa.</span></p>
<p>Ihre Migration konnte der Prähistoriker und Paläoklimatologe Detlef Gronenborn mit Klimadaten, die aus Meeres-Sedimenten gewonnen wurden, korrelieren, und entdeckte den Zusammenhang mit den sog. &#8222;IRD-Perioden&#8220;.<!--<a href="#_ftn19" name="_ftnref19" class="footn">[19]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">23</sup>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="IRD 5a+b" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/ird5a-b.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="IRD 5a+b"  border="1" /><br />
<span class="abb">Diagramm: IRD 5a+b. LBK gelb markiert. Nach Quelle: Gronenborn 2011, Abb. 4, S. 116</span></p>
<p>IRD steht dabei für <em>ice-rafted debris</em> und bezeichnet Sediment jeder Größe, das durch fließendes Eis in andere Gebiete transportiert wurde. IRD steht mit <strong>geringerer Sonnenaktivität</strong> in Zusammenhang, die zu einer erhöhten Eisdrift führt. Der Effekt kann genutzt werden, um das Klima vergangener Epochen zu rekonstruieren.</p>
<p>Die bandkeramische Migration aus dem Karpathenbecken, die eine der frühesten Fluchtbewegungen vor patriarchalen Horden aus der Steppe war<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">24</sup>, dürfen wir uns als <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/multikulti-in-der-steinzeit-a-95a20604-0002-0001-0000-000131578982" target="_blank" rel="noopener">Wanderung von Tanten, Onkeln und Schwestern</a> vorstellen, wie es der Anthropologe Kurt Alt mit seinem Team von der Mainzer Arbeitsgruppe Paläogenetik herausfand.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">25</sup> Sie verlief vollkommen friedlich und die mesolithische Urbevölkerung blieb lange unbehelligt. Nachgewiesen ist auch, dass <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitteleuropaeer-haben-gemischte-ahnen/" target="_blank" rel="noopener">beide Gruppen für über zweitausend Jahre nebeneinander her lebten</a>, bevor die Indigenen den Ackerbau übernahmen und sich auch mit Bandkeramikern vermischten.<!--<a href="#_ftn20" name="_ftnref209" class="footn">[20]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">26</sup> Was beide Gruppen gemeinsam hatten, war ihre Matrifokalität, die dem Krieg keinen Boden bereitete und schließlich neugierig aufeinander machte.</p>
<p>Die Bandkeramiker siedelten immer in den fruchtbarsten Gegenden, auf Löß und entlang der Flüsse. Sie hielten pro Langhaus nicht mehr als zwei bis drei Kühe sowie Schweine und Ziegen. Erste große Erdwerke, die sog. Kreisgrabenanlagen, zeugen von einer hohen Gemeinschaftsleistung. Deren Funktion ist allerdings noch weitgehend ungeklärt, sie könnten Sonnenobservatorien und/oder rituelle Versammlungsplätze gewesen sein, manche halten sie auch für Verteidigungsanlagen oder Fluchtburgen.</p>
<h2 id="ird5">Gewalt und Krieg unter der Klimakrise IRD 5a+b</h2>
<p>Infolge der anhaltenden Klimaschwankungen in der zweiten Hälfte von IRD5b kam es erneut zu Hunger und nun auch zu einer Verstärkung der Tierhaltung.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-5491 size-full" src="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/5-1-schwankung-Kopie.jpg?resize=827%2C588&#038;ssl=1" alt="" width="827" height="588" srcset="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/5-1-schwankung-Kopie.jpg?w=827&amp;ssl=1 827w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/5-1-schwankung-Kopie.jpg?resize=300%2C213&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/5-1-schwankung-Kopie.jpg?resize=770%2C547&amp;ssl=1 770w" sizes="(max-width: 827px) 100vw, 827px" /><br />
<span class="abb">Diagramm: IRD 5.1-Schwankung (vgl. mit oben Diagramm IRD 5a+b oben rechts). Quelle: <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=75931263" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia commons</a></span></p>
<p>Nachweislich begannen vereinzelt Männer mit mobiler Viehwirtschaft und trieben Tiere erstmals saisonal in die Mittelgebirge.<!--<a href="#_ftn21" name="_ftnref21" class="footn">[21]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">27</sup> Es vollzog sich dann ein ähnlicher Mechanismus wie in der Steppe. Die Patrilinearität war sozusagen eine Idee, deren Zeit nun auch hier gekommen war.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Das Massaker von Talheim" src="https://i0.wp.com/www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/geschichte/urundfrueg/steinz/talheim/fundsituation.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Das Massaker von Talheim"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Das Massaker von Talheim/Neckar. Bandkeramische Kultur, Endzeit, ca. 5100 v.u.Z..<br />
Bildquelle: © Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart</span></p>
<p>Vor 7000 Jahren begannen Männerhorden Siedlungen zu überfallen, dort alle männlichen Bewohner zu töten und die Frauen zu rauben. Davon legen die vielen Massaker wie in Talheim am Neckar, in Schöneck-Kilianstädten bei Frankfurt oder in Asparn Schletz in Österreich ein Zeugnis ab. Ohne staatsähnliche Organisation, wie es die Stämme in der Steppe praktizierten, und ohne eine entsprechende Theologie war das Patriarchat in der Sesshaftigkeit jedoch nicht aufrecht zuerhalten, und es scheiterte bald, weil immense Gewalt zur Selbstauslöschung führte, ironischerweise unmittelbar bevor sich das Klima wieder besserte. Heute finden wir in unserem Genom weniger Spuren der Bandkeramiker als der indigenen Mesolithiker.</p>
<p>Dass sich das Patriarchat bald auch gegen die Männer selbst gerichtet hat, zeigen nicht nur die bandkeramischen Massaker.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Genetischer Flaschenhals vor 7000-10.000 Jahren" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/genetischer-flaschenhals.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Genetischer Flaschenhals vor 7000-10.000 Jahren"  border="1" /><br />
<span class="abb">Quelle: Diagramme nach <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4381518/" target="_blank" rel="noopener">https://www.ncbi.nlm.nih.gov</a>. Abgerufen am 1.10.2018</span></p>
<p>Die ForscherInnengruppe Karmin <em>et al.</em> entdeckte einen weltweiten <a class="textlink" href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4381518/" target="_blank" rel="noopener">genetischen Flaschenhals der Y-Chromosomen vor 7000-10.000 Jahren</a> (siehe Pfeil im Diagramm). Die amerikanischen Genetiker Zeng, Aw und Feldman führen diese Dezimierung der männlichen genetischen Vielfalt auf den Tod der Männer bei Stammesfehden zurück, welche <strong>neue</strong> patrilineare Gruppen gegeneinander geführt hätten. Die Stammesgruppen hätten aus miteinander verwandten Männern bestanden, während die Frauen oft aus anderen Stämmen gekommen oder erbeutet worden seien.<!--<a href="#_ftn22" name="_ftnref22" class="footn">[22]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">28</sup>
Das ist jedoch nur eine Interpretation. Die geraubten Frauen stammten <strong>nicht</strong> aus Stämmen, sondern aus den ursprünglichen matrilinearen Sippen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Nahöstlicher Viehmarkt" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/viehmarkt.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Nahöstlicher Viehmarkt"  /><br />
<span class="abb">Bild: Nahöstlicher Viehmarkt. Bildquelle: Wikimedia Commons (Man77)</span></p>
<p>Es muss vor allem auch eine Nutzanwendung von <strong>Patrilinearität</strong> gegeben sein, bevor die sie erst ermöglichende <strong>Patrilokalität</strong> von Männern durchgesetzt werden will.</p>
<h2 id="ird4">Rückkehr matrifokaler Kultur unter der Klimakrise IRD4</h2>
<p>Das Vakuum, das die vielen Massaker und die Kriege vor 7000 Jahren hinterließen, füllte sich vor 6400 Jahren erneut mit matrifokalem Leben und zwar erstaunlicherweise mitten in einer weiteren Periode geringer Sonnenaktivität, der IRD4, ein weiterer Beweis, dass ungünstiges Klima nicht zwangsläufig ins Patriarchat führen muss.<!--<a href="#_ftn23" name="_ftnref23" class="footn">[23]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">29</sup>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="IRD 4" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/ird4.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="IRD 4"  border="1" /><br />
<span class="abb">Diagramm: IRD 4. Michelsberger Kultur orange markiert. Nach Quelle: Gronenborn 2011, Abb. 5, S. 119</span></p>
<p>Aus dem Pariser Becken wanderten Menschen der Chasséen- und Cerny-Kultur in die nun menschenleeren Gebiete Süddeutschlands ein und gründeten neue miteinander verwandte Kulturen. Der Landesausbau erfolgte sowohl im Tiefland als auch in Höhenlagen. Die als Michelsberger Kultur benannte jungsteinzeitliche Bevölkerung, hier im Diagramm als MK und mit der orangefarbenen Linie gekennzeichnet, führte die Idee der bandkeramischen Kreisgrabenanlagen fort.</p>
<p>Ihre Funktion wird allerdings noch kontroverser diskutiert, denn sie wiesen nun zahlreiche Öffnungen auf. Viele Forscher halten sie noch für Verteidigungsanlagen von Häuptlingssitzen. Der ausgewiesene Experte für diese Kultur, der Prähistoriker Christian Jeunesse von der Universität Strasburg, glaubt daran jedoch nicht mehr. Die Öffnungen erschweren Verteidigung und die Erdwerke lagen auch teils nur wenige Kilometer auseinander, zu nahe um als Stammessitz zu dienen. An den Bestattungen und materiellen Funden kann eine hierarchische Gesellschaft auch nicht nachgewiesen werden, weshalb Jeunesse die Michelsberger Kultur als <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Akephalie" target="_blank" rel="noopener">akephal</a></strong> bezeichnet. Zudem stellt er fest, dass die Zeit des 5. Jahrtausends von einer großen Kontinuität geprägt war.<!--<a href="#_ftn24" name="_ftnref24" class="footn">[24]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">30</sup> Offenbar gelang es, mit der Tierhaltung den Schwankungen der IRD 4-Periode gut zu begegnen. Die manchmal sogar Quadratkilometer großen Bauwerke dürften Jeunesse zufolge als Pferche gedient haben, übrigens eine sehr bequeme Art eine größere Anzahl von Tieren zu halten, ganz ohne die Not, viele Söhne haben zu müssen. Auch wenn die Zahl der Tiere nun höher war, ist m.E. davon auszugehen, dass sie Gesamthandseigentum waren, wie aller Besitz in matrifokalen Kulturen.</p>
<p><img decoding="async" title="Wandfries der Pfahlbaukultur" src="https://i0.wp.com/www.swr.de/-/id=16823902/property=medium/pubVersion=4/3fdwb3/Montage%20der%20%22Busenwand%22.jpg" alt="Wandfries der Pfahlbaukultur" width="100%" border="1" /><br />
<span class="abb">Bild: Rekonstruktion des Frieses einer Matri-Linie aus Ludwigshafen/Seehalde mit den Originalteilen, Länge 7m, ca. 6000 Jahre alt. Quelle: Veröffentlicht auf SWR2, <a href="https://i0.wp.com/www.swr.de/-/id=16823902/property=medium/pubVersion=4/3fdwb3/Montage%20der%20%22Busenwand%22.jpg" target="_blank" rel="noopener">https://i0.wp.com/www.swr.de</a></span></p>
<p>Im klimatisch begünstigten Bodenseeraum blühte die Pfahlbaukultur mit der Schussenrieder- und Pfyner-Kultur, die überwiegend Fischfang betrieben. In Ludwigshafen am Bodensee hat sich ein 7m langer Fries einer matrilinearen Ahnenreihe (s.o.) erhalten, die das Team von Helmut Schlichtherle aus den im See gefundenen Bruchstücken rekonstruieren konnte.<!--<a href="#_ftn25" name="_ftnref25" class="footn">[25]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">31</sup>
<h2 id="k4">Patriarchale Expansion seit der Klimakrise K4 &#8211; Kurgan-Wellen</h2>
<p>Während die Michelsberger und nördlicher übrigens auch die sog. Trichterbecher-Kultur blühte, braute sich in der Zeit <strong>vor</strong> 3600 in der Steppe Südrusslands eine neue Katastrophe zusammen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-5493 size-full" src="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/k4-schwankung.jpg?resize=813%2C583&#038;ssl=1" alt="" width="813" height="583" srcset="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/k4-schwankung.jpg?w=813&amp;ssl=1 813w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/k4-schwankung.jpg?resize=300%2C215&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/k4-schwankung.jpg?resize=770%2C552&amp;ssl=1 770w" sizes="(max-width: 813px) 100vw, 813px" /><br />
<span class="abb">Diagramm: K4-Schwankung, ca. 3550 v.u.Z.. Nach Quelle: Gronenborn 2011, Abb. 5, S. 119</span></p>
<p>Niemals zuvor lebten dort so viele Menschen und Tiere, die sich schließlich als frühbronzezeitliche Maikop-Kultur und Jamnaja-Kultur ausbreiteten, durch Marija Gimbutas 2. und 3. Kurgan-Welle genannt. Das Ende der 900 Jahre währenden friedvollen Zeit in Mitteleuropa brachte um 3550 das Klimaereignis K4 der IRD 4 mit einer außergewöhnlich schwachen Sonnenaktivität, die exteme Dürre und Kälte zur Folge hatte.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Maikop- formt Trichterbecher- in Kugelamphoren-Kultur um." src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/trichterbecher.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Maikop- formt Trichterbecher- in Kugelamphoren-Kultur um."  border="0" /></p>
<p><span class="abb">Karte: Maikop-Kultur formt Trichterbecher- in Kugelamphoren-Kultur um (Kurgan II). Karte nach: Wikimedia Commons (user: Sir Henry)</span></p>
<p>Nach einer <a href="https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak" target="_blank" rel="noopener">Studie</a> der Arbeitsgruppe um den Molekular-Anthropologen Wolfgang Haak von der Max-Planck-Gesellschaft sei anzunehmen, dass die Steppenbewohner mit Menschen, die aus dem Westen kamen, in Kontakt gerieten und zwar schon lange vor Entstehung der Jamnaja-Kultur. Dies seien mutmaßlich Angehörige der sog. Kugelamphoren-Kultur gewesen.<!--<a href="#_ftn26" name="_ftnref26" class="footn">[26]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">32</sup> Gimbutas vertrat die These, dass sich umgekehrt die Kugelamphoren-Kultur durch eine 2. Kurgan-Welle herausgebildet hätte, und zwar durch die Invasion der Maikop-Kultur in die matrifokale Trichterbecher-Kultur.<!--<a href="#_ftn27" name="_ftnref27" class="footn">[27]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">33</sup> Meines Erachtens deuten die genetischen Befunde in der Steppe daraufhin, dass Maikop-Männer immer wieder Trichterbecher-Frauen auch in die Steppe entführten, womit beide Theorien zusammengeführt wären, und was erklären kann, warum die Kugelamphoren-Kultur noch keine Kurgane aufwies und weniger Frauengräber zählt. Die gerade veröffentlichten Untersuchungen zu den Verwandtschaftsverhältnissen der Opfer des <a href="https://www.spektrum.de/news/das-massengrab-von-koszyce/1643358" target="_blank" rel="noopener">Massakers im südpolnischen Koszyce</a><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">34</sup>, welches Jamnaja-Männer vor 4800 Jahren anrichteten, erhärten die Vermutung, dass die Kugelamphoren-Kultur noch matrifokales Leben kannte.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Invasion der Jamnaja: Schnurkeramische Kultur" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/schnurkeramik.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Invasion der Jamnaja: Schnurkeramische Kultur"  /><br />
<span class="abb">Karte: Expansion der Jamnaja-Leute (Kurgan III). Nach: Wikimedia Commons (user: Sir Henry)</span></p>
<p>Mit einer weiteren Ausbreitung der Jamnaja-Leute, der 3. Kurgan-Welle, ging um 2800 die Kugelamphoren-Kultur unter und die Schnurkeramische Kultur entstand. Deren DNA stimmt zu 75 % mit der der Jamnaja-Leute überein, was deren massive Einwanderung und Auslöschung der ursprünglich ansässigen Bevölkerung beweist. Nach einer <a href="https://www.sciencemag.org/news/2017/02/thousands-horsemen-may-have-swept-bronze-age-europe-transforming-local-population" target="_blank" rel="noopener">neuen Berechnung</a> des Genetikers Mattias Jakobsson der Universität von Uppsala kamen auf eine Frau <strong>10 Männer</strong> aus der Steppe.<!--<a href="#_ftn28" name="_ftnref28" class="footn">[28]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">35</sup>
<p><a title="Wolfgang Sauber, CC BY-SA 3.0 &lt;https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0&gt;, via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Linz_Schlossmuseum_-_Stein%C3%A4xte.jpg"><img decoding="async" width="250" alt="Linz Schlossmuseum - Steinäxte" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/95/Linz_Schlossmuseum_-_Stein%C3%A4xte.jpg/250px-Linz_Schlossmuseum_-_Stein%C3%A4xte.jpg?utm_source=commons.wikimedia.org&#038;utm_campaign=index&#038;utm_content=thumbnail"></a></p>
<p><span class="abb">Bild: Streitäxte der Schnurkeramik.<br />
Bildquelle: Wikimedia Commons, user Rotatebot</span></p>
<p>Typisch für die Schnurkeramik waren ihre überlegenen Waffen, wegen derer sie auch Streitaxt-Kultur genannt wurde. Ihre Bestattungsweise in Grabhügeln war identisch mit derjenigen in der Steppe.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Reiternomaden aus Zentralasien hinterließen kaum weibliche Spuren im Europäer-Erbgut. Männerüberschuss." src="https://i0.wp.com/www.scinexx.de/wp-content/uploads/0/1/01-32669-einwanderer1.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Reiternomaden aus Zentralasien hinterließen kaum weibliche Spuren im Europäer-Erbgut. Männerüberschuss."  border="1" /><br />
<span class="abb">Karte: &#8222;Reiternomaden aus Zentralasien hinterließen kaum weibliche Spuren im Europäer-Erbgut. Männerüberschuss&#8220;. Quelle: <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/bronzezeit-einwanderung-mit-maennerueberschuss/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de/</a></span></p>
<h2 id="bronzezeit">Bronzezeit &#8211; neue Invasionen aus der Steppe nach Europa und Einfluss auf Mesopotamien</h2>
<p>In der Bronzezeit zogen überwiegend Männer aus der Steppe nach Zentraleuropa nach. Dies konnten die amerikanische Paläogenetikerin Amy Goldberg und ihr Team von der Duke University in Durham beweisen. Auch sie ziehen den Schluss, dass diese Migration von Reiternomaden eher den Charakter eines Eroberungsfeldzugs hatte.<!--<a href="#_ftn29" name="_ftnref29" class="footn">[29]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">36</sup>
<p>Heute finden wir überall in der Landschaft Eurasiens und Japans die Grabhügel der Steppenfürsten und ihrer Nachfahren, die die altansässige Bevölkerung unterjochten, ausbeuteten und ermordeten.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">37</sup>
<p><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/20/Trakijskata_Grobnica.jpg/640px-Trakijskata_Grobnica.jpg" alt="" width="100%" border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Thrakisches Hügelgrab nahe Pomorje, Bulgarien, ca. 1200 v.u.Z. Bildquelle:<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurgan_(Grabh%C3%BCgel)#/media/Datei:Trakijskata_Grobnica.jpg" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia Commons (user: Polini~commonswiki)</a></span></p>
<p><img decoding="async" title="Sarmatischer Kurgan" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/LYablonskyFilipovkaKurganR1.jpg" alt="Sarmatischer Kurgan" width="100%" border="0" /><br />
<span class="abb"> Bild: Ältester erhaltener Kurgan der Sarmaten, 400 v.u.Z. Bildquelle: <a class="textlink" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:LYablonskyFilipovkaKurganR1.jpg" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia Commons (Fillipovka, S. Urals Archeological dig lead by Russian Academy of Sciences Institute of Anthropology Prof. L.Yablonsky, Summer of 2006)</a></span>.</p>
<p><a title="Hannibal21 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grabhugel_Glauberg.JPG"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/06/Grabhugel_Glauberg.JPG/512px-Grabhugel_Glauberg.JPG" alt="Grabhugel Glauberg" width="100%" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Keltisches Hügelgrab auf dem Glauberg 500 v.u.Z.</span></p>
<p><a title="Saigen Jiro [CC0], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Inariyama_Kofun_(Gyoda),_zenkei.JPG"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0a/Inariyama_Kofun_%28Gyoda%29%2C_zenkei.JPG/512px-Inariyama_Kofun_%28Gyoda%29%2C_zenkei.JPG" alt="Inariyama Kofun (Gyoda), zenkei" width="100%" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Japan: Inariyama Kofun in Gyoda, Präfektur Zenkei, 3. &#8211; 7. Jhd. n.u.Z.</span></p>
<p>Die Arbeitsgruppe um Wolfgang Haak wies auch nach, dass schon lange vor der Entstehung der Jamnaja-Kultur ein Austausch der Steppenleute mit Mesopotamien bestand.<!--<a href="#_ftn30" name="_ftnref30" class="footn">[30]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">38</sup> In welche Richtung die genetische Verbindung weist, ist allerdings noch ungeklärt. Es wurde auch schon lange von vielen Forschern die Meinung vertreten, dass die Maikop-Kultur das Rad und den Wagen von dort übernahm. In der Steppe wurde wahrscheinlich der Streitwagen erfunden, sozusagen der erste Panzer, der wiederum in Mesopotamien übernommen wurde.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Feldzüge der Maikop-Kultur nach Mesopotamien (Hypothese) und Richtung Mitteleuropa (nachgewiesen)" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/maikop.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Feldzüge der Maikop-Kultur nach Mesopotamien (Hypothese) und Richtung Mitteleuropa (nachgewiesen)"  border="0" /></p>
<p><span class="abb">Karte: Feldzüge der Maikop-Kultur nach Mesopotamien (Hypothese) und Richtung Mitteleuropa (nachgewiesen)</span></p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Assyrischer Streitwagen" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/streitwagen.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Assyrischer Streitwagen"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Assyrische Krieger mit Pfeil und Bogen auf Streitwagen. Zeichnung eines Flachreliefs aus Nimrud 1852. British Museum. Bildquelle: <a class="textlink" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Assyr_Krieger_auf_Streitwagen.jpg" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia Commons (user: Magnus Manske)</a></span></p>
<h2 id="mesopotamien">Überbevölkerung in Mesopotamien &#8211; erste Megacities und ihr patriarchaler Kult</h2>
<p>Es lässt sich nun aus genetischer Sicht noch nicht viel darüber sagen, ob die Patriarchalisierung Mesopotamiens von der Steppe ausging oder indigen einsetzte. Eine ideologisch/theologische Umformung, die zu den ersten Großen Göttinnen und ihren Vegetationsgöttern in Sumer und schließlich zu den babylonischen Hochgöttern führte, geht jedoch aus den frühesten Schriften hervor. Der eingangs erwähnte Atra-Hasis-Mythos stammt aus der Zeit als das fruchtbare Zweistromland die Menschenmassen kaum noch ernähren konnte. Babylon hatte um 1700 v.u.Z. ca. 200.000 Einwohner.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Gilgamesh und Enkidu töten Humbaba" src="https://i0.wp.com/wiki.uiowa.edu/download/attachments/49484768/Enkidu%20and%20Humbaba.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Gilgamesh und Enkidu töten Humbaba"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bildquelle: <a class="textlink" href="https://wiki.uiowa.edu/display/theatre/Humbaba+Dramaturgical+Information?preview=%2F49484768%2F49645443%2FEnkidu+and+Gilgamesh+Battle+with+Humbaba.jpg">University of Iowa</a></span></p>
<p>Als erste Megacity der Welt gilt aber das sumerische Uruk, das schon 2000 Jahre früher am Euphrat entstand und ca. 40.000 Einwohner hatte. Das erst in babylonischer Zeit verfasste Gründungsepos von Uruk beschreibt die Heldentaten des König Gilgamesh, der zu einem Drittel menschlich und zu zwei Dritteln göttlich war: Er ermordete (Abb. oben) den Wächter des Waldes der Großen Göttin Inanna, fällte ihre Zedern und verweigerte ihr das Ritual der Heiligen Hochzeit.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Heilige Hochzeit auf einem Rollsiegel" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/Heilige-Hochzeit.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Heilige Hochzeit auf einem Rollsiegel"  /></p>
<p><span class="abb">Bild: Heilige Hochzeit. Rollsiegel aus Latakia (Syrien), mittelassyrisch. Bildquelle: <a class="textlink" href="https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/138333/1/Winter_1983_Frau_und_Goettin.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/138333/1/Winter_1983_Frau_und_Goettin.pdf</a></span></p>
<p>Ihr Rachefeldzug gegen ihn endet mit dem Tod seines Freundes Enkidu, was ihm seine eigene Sterblichkeit bewusst macht. Auf der Suche nach Unsterblichkeit trifft er den weisen Utana-pishdi, der ihm eine Flutgeschichte erzählt und ihm rät, erst einmal den Schlaf zu besiegen. Nachdem ihm dies nicht gelingt, sucht Gilgamesch nach dem Kraut der ewigen Jugend, das ihm &#8211; als er es gefunden hat &#8211; eine Schlange wieder entreißt. Er muss einsehen, dass er seinen Ruhm anders begründen muss, kehrt nach Uruk zurück und lässt die Stadtmauer, die er erbaut hat, bestaunen.</p>
<p>Es wurde vermutet, dass das Ritual der Heiligen Hochzeit Ausdruck eines Matriarchates, einer Frauenherrschaft sei. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Heilige Hochzeit ist schon vor dem Hintergrund der unterdrückten <em>female choice</em> der beteiligten Priesterin ein Vergewaltigungsritual, mit dem sich die Herrscher legitimierten und ihre Göttlichkeit und Unsterblichkeit postulierten. Die Unsterblichkeit konnte nur von der Göttin verliehen werden. Genau das wollte der Held Gilgamesh im Mythos nicht wahrhaben. Er hielt die Zurschaustellung seiner Potenz nicht mehr für nötig und wurde dafür gedemütigt. So wurde aus babylonischer Rückschau erklärt, dass Inanna Stadtgöttin des patriarchalischen Uruk war. Unter fortschreitender Patriarchalisierung und auf dem langen Weg zu einer rein männlichen Religion wurde das Ritual schließlich doch entbehrlich und gegen 2300 v.u.Z. schaffte es der akkadische Großkönig Naram-Sin als erster ab.</p>
<p>Durch Eroberungen wurde die Zahl der männlichen und weiblichen Gottheiten im Pantheon immer größer. Nach und nach wurden alle Muttergöttinnen mythographisch zu Töchtern oder Geliebten von Vatergöttern degradiert.</p>
<p><a title="editor Austen Henry Layard , drawing by L. Gruner [Public domain], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chaos_Monster_and_Sun_God.png"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c3/Chaos_Monster_and_Sun_God.png/512px-Chaos_Monster_and_Sun_God.png" alt="Chaos Monster and Sun God" width="100%" /></a></p>
<p><span class="abb">Bild: Marduk tötet die dämonisierte Urmutter Tiamat. Bildquelle: Wikimedia Commons</span></p>
<p>Schon damals wurde über weibliche Leichen gegangen. Nachdem die Muttergöttinnen dämonisiert und ermordert waren, wie hier z.B. die Urmutter Tiamat von dem babylonischen Hochgott Marduk, stand am Ende der Entwicklung ein einziger männlicher Gott. Die Überbevölkerung im Pantheon wurde damit zwar besiegt, nicht aber die auf Erden. Denn der einsame Vater-Gott befahl: Seid fruchtbar und mehret euch!</p>
<p>Neben sich duldet er aber niemanden mehr außer seinem Sohn, dem guten Hirten.</p>
<h2 id="exfc">Bevölkerungsexplosion und Patriarchat mit der Female Choice stoppen</h2>
<p>Damit komme ich langsam zum Schluss. Eine konstante Bevölkerungszahl ist ein Menschheitsrecht, das wir als solches noch gar nicht erkannt haben, denn nur sie verhindert die Ausbeutung der Erde und damit die Bedrohung der eigenen Existenz. Mit der Aushebelung der <em>female choice</em> von Menschen, Tieren und Pflanzen schufen Männer eine neue Welt voller Leid. Zwar gelang ihnen damit, zunächst eigentlich unbewohnbare Teile der Erde zu bevölkern, aber zu einem hohen Preis, den die Menschenkinder und die Ökosysteme bis heute bezahlen müssen.</p>
<p>Die Überbevölkerung und ihre Kompensationen verursachen das Artensterben und den Klimawandel.<br />
Die gute Nachricht lautet: Sie lässt sich mit der Sicherstellung der <em>female choice</em> und einer matrifokalen Sozialordnung in den Griff bekommen.<br />
Die schlechte Nachricht lautet: Es ist extrem schwer, den Männern und auch Frauen klarzumachen, dass es die gelebte Vaterschaft selbst ist, die das Unheil anrichtet. Bei uns wird der sog. neue Vater sogar mit Preisen überhäuft. Aber um nur einen einzigen lieben Vater kennenzulernen, brauchen wir ein ganzes gewalttätiges System um ihn herum, und niemand kann vorhersagen, zu was er sich einst entpuppt, wenn sich die Mutter von ihm trennen will. Um nur ein einziges solches Exemplar zu schützen, nehmen wir die vielen Väter in Kauf, die das Patriarchat immer wieder mit allen Mitteln erneuern.</p>
<p>Wir müssen begreifen, dass die Idee der Patrilinearität nur unter der erzwungenen Patrilokalität umgesetzt werden kann. Um ihre genetischen Kinder erziehen zu können, <strong>müssen</strong> Väter Gewalt ausüben &#8211; ob tätlich oder gesetzlich. Männer leisten sich mit der Vaterschaft einen Luxus, der gar nicht zu verantworten ist. Schließlich erweist sich die Familie bis heute als der gefährlichste Ort für Mütter und Kinder. Auch Männer leiden von Kindheit an. Die Familie dient nicht in erster Linie dem Wohle des Nachwuchses, sondern dem des Vaters und seines Lebenswerkes, wie schon seit dem Beginn in der Steppe.</p>
<p>Weil uns, Männern wie Frauen, die Matrifokalität angeboren ist, weil Mütter von Natur aus niemals freiwillig patrilokal leben würden, weil Frauen von Männern in die Patrilokalität entführt wurden und bis heute werden, und wir durch gesellschaftlichen Druck immer aufs Neue aus unseren matrilinearen Sippen gerissen werden, müssen wir den Schluss ziehen, dass wir im Grunde alle Entführungsopfer sind, auch wenn wir unsere Väter lieben und glauben, freiwillig in die Ehe zu gehen. Die Paarbindung ist so freiwillig wie das Kopftuch, das ein Symbol für die Patrilokalität ist und ein Bekenntnis zur Patrilinearität, ganz so wie der erklärte Wille der meisten Ehefrauen, ihren Nachnamen aufzugeben und den des Ehemannes anzunehmen.</p>
<p>Wie die Patriarchatsforscherin Stephanie Gogolin <!--<a href="#_ftn31" name="_ftnref31" class="footn">[31]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">39</sup> es nennt, sind wir dem kollektiven Stockholm-Syndrom verfallen, daher kooperieren wir mit unseren Entführern.<!--<a href="#_ftn32" name="_ftnref32" class="footn">[32]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">40</sup> Wir haben dabei auch ein seltsames Gerechtkeitsverständnis entwickelt, das auf der Ideologie der Zucht und des Rassegedankens beruht, und so einem Vater seine genetischen Kinder sichert und ihm die Möglichkeit gibt, noch auf die Väter seiner Enkelkinder Einfluss zu nehmen. Es wird dabei auch deutlich, dass der allgemeine Rassismus letztlich auf dem Sexismus gegen Frauen beruht, und nicht umgekehrt. Sexismus ist die Urform und Ursache der Diskriminierung.<br />
Es ist klar, dass ein System, das buchstäblich so tief eingebrannt ist, nicht von heute auf Morgen verschwindet. Wir erleben sogar gerade, wie unsere Politikerinnen auf Druck von gewaltbereiten Vaterrechtlern alleinerziehenden Müttern das im Grundgesetz verankerte Recht auf Freiheit der Wohnung wegnehmen, weil sich herausstellte, dass das Patriarchat in Gefahr geriet. Unsere Gleichstellungspolitik kann, das wird hier deutlich, nicht nachhaltig sein, solange das Dogma der Vaterschaft existiert.<br />
Auch im Angesicht der Globalisierung ist es nur mit Aufklärung und unendlich viel Zeit möglich, das Patriarchat, das die Meisten in der Tat nur als &#8222;das System&#8220; oder &#8222;Kapitalismus&#8220; benennen können, irgendwann wieder loszuwerden. Der Club of Rome, der die Überbevölkerung als einzige Instanz immer wieder anprangert, macht nur hilflose ja bizarre Vorschläge. Auch aus der UNO kommt dazu kein sinnvoller Impuls. Doch die Menschheit steht vor dem Kollaps und es bleibt uns, wenn überhaupt, nur wenig Zeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 id="literatur">Literatur</h2>
<ul id="liste4">
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<li>UC (University of Cambridge): Türkei: &#8222;Wiege der Metallurgie&#8220; war keine Kupferschlacke aus der Steinzeit-Siedlung Çatalhöyük entstand wohl zufällig. 16.08.2017 &#8211; DAL <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/" target="_blank" rel="noopener"><br />
https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/</a><br />
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<li>Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht. Zur Instrumentalisierung der Ur- und Frühgeschichte. Norderstedt 2012</li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat. Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt. Norderstedt 2015</li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Female choice &#8211; unser unbekanntes Menschenrecht. Online-Resource seit 2015: <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice" target="_blank" rel="noopener">https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice</a></li>
<li>UM (Universität Mainz): &#8222;Mitteleuropäer haben gemischte Ahnen &#8211; Wildbeuter und eingewanderte Ackerbauern lebten 2.000 Jahre lang gemeinsam&#8220; vom 11.10.2013. Online-Ressource <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitteleuropaeer-haben-gemischte-ahnen/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de/</a></li>
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</ul>
<p><!--FUSSNOTEN:

<a href="#_ftnref1" name="_ftn1" class="footn">[1]</a> [mfn]Meadows, Donella; Meadows, Dennis; Randers, J.; Behrens III, W.: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Aus dem Amerikanischen von Hans-Dieter Heck. Stuttgart 1972[/mfn]

<a href="#_ftnref2" name="_ftn2" class="footn">[2]</a> Perras, Arne: Wie rabiat Indien gegen &Uuml;berbev&ouml;lkerung vorgeht. Aus: S&uuml;ddeutsche Zeitung online vom 7. Juni 2017 <a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/demografie-wie-rabiat-indien-gegen-ueberbevoelkerung-vorgeht-1.3537692" target="_blank" rel="noopener">https://www.sueddeutsche.de/wissen/demografie-wie-rabiat-indien-gegen-ueberbevoelkerung-vorgeht-1.3537692</a> abgerufen am 2.4.2019

<a href="#_ftnref3" name="_ftn3" class="footn">[3]</a> Sypien, Michael: Der Club of Rome und die Grenzen des Wachstums. Seminararbeit. Otto-Friedrich-Universit&auml;t Bamberg WS 2008/09. Lehrstuhl f&uuml;r Geographie. S. 5 <a href="https://www.grin.com/document/127836" target="_blank" rel="noopener">https://www.grin.com/document/127836</a>

<a href="#_ftnref4" name="_ftn4" class="footn">[4]</a> Randers, J&oslash;rgen; Maxton, Graeme: Ein Prozent ist genug: Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bek&auml;mpfen. M&uuml;nchen 2016 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Prozent_ist_genug" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Prozent_ist_genug</a>

<a href="#_ftnref5" name="_ftn5" class="footn">[5]</a> G&ouml;tting, Eva: Exportschlager D&auml;mon? Zur Verbreitung altorientalischer Lama&scaron;tu-Amulette. S. 439. In: G&ouml;bel, J.; Zech, T. (Hrsg.): Exportschlager: Kultureller Austausch, wirtschaftliche Beziehungen und transnationale Entwicklungen in der antiken Welt. Humboldts studentische Konferenz der Altertumswissenschaften. Berlin 2009. S. 437-456 <a href="https://www.academia.edu/1822803/Exportschlager_D%C3%A4mon_Zur_Verbreitung_Altorientalischer_Lama%C5%A1tu-Amulette" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.academia.edu/1822803/Exportschlager_D%C3%A4mon_Zur_Verbreitung_Altorientalischer_Lama%C5%A1tu-Amulette</a>

<a href="#_ftnref6" name="_ftn6" class="footn">[6]</a> Small , Meredith M.: Female Choices. Sexual Behavior of Female Primates. 1995

<a href="#_ftnref7" name="_ftn7" class="footn">[7]</a> Prum, Richard O.: The Evolution of Beauty. How Darwin's Forgotten Theory of Mate Choice Shapes the Animal World - and Us. New York 2017

<a href="#_ftnref8" name="_ftn8" class="footn">[8]</a> Blaffer Hrdy, Sarah: M&uuml;tter Natur. Die weibliche Seite der Evolution. Berlin 2010, S. 233 f.

<a href="#_ftnref9" name="_ftn9" class="footn">[9]</a> Beise, Jan; Voland, Eckart: Warum gibt es Gro&szlig;m&uuml;tter? In: Spektrum der Wissenschaft 1|2003. S. 48-53. <a href="https://www.spektrum.de/magazin/warum-gibt-es-grossmuetter/829410" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/magazin/warum-gibt-es-grossmuetter/829410</a>

<a href="#_ftnref10" name="_ftn10" class="footn">[10]</a> Podbregar, Nadja nach Berbesque, J. Colette; Marlowe, Frank W.; Shaw, Peter; Thompson, Peter: Hunter-gatherers have less famine than agriculturalists. <a href="https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsbl.2013.0853" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsbl.2013.0853</a> 01.01.2014. In: Urmenschen: Hungern als Ausnahme. <a href="https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/urmenschen-hungern-als-ausnahme/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/urmenschen-hungern-als-ausnahme/</a> vom 8. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2019

<a href="#_ftnref11" name="_ftn11" class="footn">[11]</a> Vgl. Meseg-Rutzen, Gabriele: In Europa lebten im fr&uuml;hen Jungpal&auml;olithikum im Schnitt nur 1.500 Menschen<a href="https://idw-online.de/de/news711519" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://idw-online.de/de/news711519</a>

<a href="#_ftnref12" name="_ftn12" class="footn">[12]</a> Jarus, Owen: No Family Plots, Just Communal Burials In Ancient Settlement. <a href="https://www.livescience.com/14824-communal-human-burials-ancient-settlement.htm" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.livescience.com/14824-communal-human-burials-ancient-settlement.html</a> abgerufen am 10.11.2019

<a href="#_ftnref13" name="_ftn13" class="footn">[13]</a> Clark Spencer Larsen, Christopher J. Kn&uuml;sel, Scott D. Haddow, Marin A. Pilloud, Marco Milella, Joshua W. Sadvari, Jessica Pearson, Christopher B. Ruff, Evan M. Garofalo, Emmy Bocaege, Barbara J. Betz, Irene Dori, and Bonnie Glencross: Bioarchaeology of Neolithic &Ccedil;atalh&ouml;y&uuml;k reveals fundamental transitions in health, mobility, and lifestyle in early farmers. In: <a href="https://www.pnas.org/content/116/26/12615" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">PNAS June 25, 2019 116 (26) 12615-12623</a>; first published June 17, 2019 <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1904345116" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://doi.org/10.1073/pnas.1904345116</a> vom 29.06.2019, abgerufen am 30.06.2019

<a href="#_ftnref14" name="_ftn14" class="footn">[14]</a> <a href="https://www.shh.mpg.de/1237022/anatolia-neolithic-transition" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.shh.mpg.de/1237022/anatolia-neolithic-transition</a> abgerufen am 5.5.2019, siehe auch: Feldman, M. et al.: Late Pleistocene human genome suggests a local origin for the first farmers of central Anatolia. Nature Communications 10, Article number: 1218 (2019) 19.3.2019 <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-019-09209-7" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.nature.com/articles/s41467-019-09209-7</a> abgerufen am 5.5.2019

<a href="#_ftnref15" name="_ftn15" class="footn">[15]</a> Podbregar, Nadja nach Berbesque, J. Colette; Marlowe, Frank W.; Shaw, Peter; Thompson, Peter: Hunter-gatherers have less famine than agriculturalists. <a href="https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsbl.2013.0853" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsbl.2013.0853</a> 01.01.2014. In: Urmenschen: Hungern als Ausnahme. <a href="https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/urmenschen-hungern-als-ausnahme/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/urmenschen-hungern-als-ausnahme/</a> vom 8. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2019

<a href="#_ftnref16" name="_ftn16" class="footn">[16]</a> <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tuerkei-ausgrabungen-belegen-wie-ein-klimawandel-das-leben-veraenderte-a-1222964.html" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tuerkei-ausgrabungen-belegen-wie-ein-klimawandel-das-leben-veraenderte-a-1222964.html</a>, siehe auch: Roffet-Salque, M. et al.: Evidence for the impact of the 8.2-kyBP climate event on Near Eastern early farmers. In: PNAS August 28, 2018 115(35) 8705-8709; 13.8.2018 <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1803607115" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://doi.org/10.1073/pnas.1803607115</a> abgerufen am 5.5.2019

<a href="#_ftnref17" name="_ftn17" class="footn">[17]</a> University of Cambridge: T&uuml;rkei: &quot;Wiege der Metallurgie&quot; war keine Kupferschlacke aus der Steinzeit-Siedlung &Ccedil;atalh&ouml;y&uuml;k entstand wohl zuf&auml;llig. 16.08.2017 - DAL <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">
https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/</a>
Originalver&ouml;ffentlichung: Journal of Archaeological Science, 2017. <a href="10.1016/j.jas.2017.07.001" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">doi: 10.1016/j.jas.2017.07.001</a>

<a href="#_ftnref18" name="_ftn18" class="footn">[18]</a> Vgl. Osterkamp, Jan: "Indoeurop&auml;isch kommt aus der Steppe". In: Spektrum- Online vopm 04.03.2015, <a href="https://www.spektrum.de/news/indoeuropaeisch-kommt-aus-der-steppe/1335235 class="textlink" target="_blank" class="textlink">https://www.spektrum.de/</a>

Siehe auch: Wolfgang Haak et al.: Massive migration from the steppe is a source for Indo-European languages in Europe In: Nature 522, S. 207-211 (11.6.2015) <a href="https://www.nature.com/articles/nature14317" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.nature.com/</a> abgerufen am 5.5.2019

<a href="#_ftnref19" name="_ftn19" class="footn">[19]</a> Gronenborn, Detlef: Klimainduzierte Umweltkrisen und ihre soziopolitischen Auswirkungen auf pr&auml;historische Gesellschaften In: F. Daim / D. Gronenborn / R. Schreg (hrsg.), Strategien zum &Uuml;berleben. Umweltkrisen und ihre Bew&auml;ltigung. RGZM Tagungen 11., 2011, Abb. 4, S. 116

<a href="#_ftnref20" name="_ftn20" class="footn">[20]</a> Vgl. Universit&auml;t Mainz: "Mitteleurop&auml;er haben gemischte Ahnen - Wildbeuter und eingewanderte Ackerbauern lebten 2.000 Jahre lang gemeinsam" vom 11.10.2013. <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitteleuropaeer-haben-gemischte-ahnen/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.scinexx.de/</a>

<a href="#_ftnref21" name="_ftn21" class="footn">[21]</a> P. Valde-Nowak/T. L. Kienlin: Neolithische Transhumanz in den Mittelgebirgen. Ein Survey im westlichen Schwarzwald. Pr&auml;historische Zeitschrift 77, 2002, 29-75.

<a href="#_ftnref22" name="_ftn22" class="footn">[22]</a> Karmin, M.; Saag, L.; Vicente M.; et al.: "A recent bottleneck of Y chromosome diversity coincides with a global change in culture." In: Genome Res. 2015;25(4):459-466. doi:10.1101/gr.186684.114

<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4381518/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4381518/</a>; Zeng, Tian Chen; Aw, Alan J.; Feldman, Marcus W.: Cultural hitchhiking and competition between patrilineal kin groups explain the post-Neolithic Y-chromosome bottleneck. Nature Communications Volume 9. <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-018-04375-6" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">Article number: 2077 (2018)</a>

<a href="#_ftnref23" name="_ftn23" class="footn">[23]</a> Gronenborn, Detlef: Klimainduzierte Umweltkrisen und ihre soziopolitischen Auswirkungen auf pr&auml;historische Gesellschaften In: F. Daim / D. Gronenborn / R. Schreg (hrsg.), Strategien zum &Uuml;berleben. Umweltkrisen und ihre Bew&auml;ltigung. RGZM Tagungen 11., 2011, Abb. 5, S. 119

<a href="#_ftnref24" name="_ftn24" class="footn">[24]</a> Jeunesse, Christian: The fifth millennium BC in central Europe. Minor changes, structural continuity: a period of cultural stability. In: Gleser, Ralf; Hofmann, Daniela: Contacts, Boundaries &amp; Innovation in the Fifth Millenium. Exploring Developed Neolithic societies in central Europe. Leiden 2019

Jeunesse, Chr.; Seidel, U.: Die Erdwerke der Michelsberger Kultur. In : Die Michelsberger Kultur und Mitteleuropa vor 6000 Jahren, catalogue d'exposition, Badisches Landesmuseum, Karlsruhe 2010, 58-69 <a href="https://www.academia.edu/7382134/45_Die_Erdwerke_der_Michelsberger_Kultur" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.academia.edu/7382134/45_Die_Erdwerke_der_Michelsberger_Kultur</a>

<a href="#_ftnref25" name="_ftn25" class="footn">[25]</a> Vgl. Schlichtherle, Helmut: Kultbilder in den Pfahlbauten des Bodensees. In: Jungsteinzeit im Umbruch. Die Michelsberger Kultur und Mitteleuropa vor 6000 Jahren. Darmstadt 2010, S. 266-277

<a href="#_ftnref26" name="_ftn26" class="footn">[26]</a> Vgl. MPI f&uuml;r Menschheitsgeschichte: Kaukasus: Kultureller Austausch &uuml;ber biologische Grenzen hinweg. <a href="https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak</a> abgerufen am 5.5.2019

<a href="#_ftnref27" name="_ftn27" class="footn">[27]</a> Gimbutas, Marija: Die Zivilisation der G&ouml;ttin, Frankfurt a.M. 1996 (am. Originalausg. 1991, S. 381

<a href="#_ftnref28" name="_ftn28" class="footn">[28]</a> Vgl. <a href="https://www.sciencemag.org/news/2017/02/thousands-horsemen-may-have-swept-bronze-age-europe-transforming-local-population" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.sciencemag.org/news/2017/02/thousands-horsemen-may-have-swept-bronze-age-europe-transforming-local-population</a>

<a href="#_ftnref29" name="_ftn29" class="footn">[29]</a> Vgl. Goldberg, Amy; G&uuml;nther, Torsten; Rosenberg, Noah A.; Jakobsson, Mattias: Ancient X chromosomes reveal contrasting sex bias in Neolithic and Bronze Age Eurasian migrations <a href="https://www.pnas.org/content/114/10/2657" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">PNAS 7.3.2017</a>, 114 (10), S. 2657-2662; Online 21.2.2017 <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1616392114" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://doi.org/10.1073/pnas.1616392114</a> . Abgerufen am 1.10.2018

<a href="#_ftnref30" name="_ftn30" class="footn">[30]</a> Vgl. <a href="https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak</a> abgerufen am 5.5.2019

<a href="#_ftnref31" name="_ftn31" class="footn">[31]</a> Vgl. Gogolin, Stephanie: <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2019/09/06/das-patriarchale-stockholm-syndrom/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">Das patriarchale Stockholm-Syndrom Teil I. Das kollektive Stockholm-Syndrom in der Patriarchose</a> Online-Ressource: abgerufen am 6.9.2019 und Gogolin, Stephanie: <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2019/09/06/das-patriarchale-stockholm-syndrom/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">Das patriarchale Stockholm-Syndrom Teil II. Die Ehe - ein verinnerlichtes Stockholm-Syndrom</a> Online-Ressource: abgerufen am 13.10.2019

<a href="#_ftnref32" name="_ftn32" class="footn">[32]</a> [mfn]Sugiyama, Michelle S.: Fitness Costs of Warfare for Women. In: Human Nature 25(4), November 2014, <a href="10.1007/s12110-014-9216-1" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">DOI: 10.1007/s12110-014-9216-1</a> Artikel in der WELT-online: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article134678970/So-wehren-sich-gefangene-Frauen-gegen-die-Peiniger.html" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.welt.de/geschichte/article134678970/So-wehren-sich-gefangene-Frauen-gegen-die-Peiniger.html</a>[/mfn]
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<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Meadows/Meadows/Randers/Behrens 1972</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Perras 2017</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sypien 2008/09, S. 5</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Randers/Maxton 2016</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Götting 2009, S. 439</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Uhlmann 2015</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Small 1995</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Prum 2017</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blaffer Hrdy 2010a, 233 f.</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Hawkes 2004 und Voland/Beise 2002a+b, Beise/Voland 2003</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blaffer Hrdy 2010b, Fußnote 20, S. 448</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blaffer Hrdy 2010, S. 336</div><div>13&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blaffer Hrdy 2010b, S. 27</div><div>14&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Podbregar 2014</div><div>15&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Meseg-Rutzen 2019</div><div>16&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Jarus 2011</div><div>17&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Larsen <em>et al.</em> 2019</div><div>18&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. MPG 2019, Vgl. auch Feldman <em>et al.</em> 2019</div><div>19&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Podbregar 2014</div><div>20&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Römer 2018<br />
Siehe auch: Roffet-Salque <em>et al.</em> 2018</div><div>21&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;UC 2017</div><div>22&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Osterkamp 2015<br />
Siehe auch: Wolfgang Haak <em>et al.</em> 2015</div><div>23&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gronenborn 2011, Abb. 4, S. 116</div><div>24&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Maria Gimbutas nannte diese Phase 1. Kurgan-Welle, benannt nach den typischen Grabhügeln, die seit dieser Zeit hier außerhalb der Steppe errichtet wurden. Duffy <em>et al.</em> 2025 und MDR 2025</div><div>25&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Schulz 2015</div><div>26&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. UM 2013</div><div>27&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Valde-Nowak/Kienlin 2002</div><div>28&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Karmin <em>et al.</em> 2015 und Zeng <em>et al.</em> 2018</div><div>29&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gronenborn 2011, Abb. 5, S. 119</div><div>30&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Jeunesse 2019 und Jeunesse/Seidel 2010</div><div>31&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Schlichtherle 2010, S. 266-277</div><div>32&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. MPI für Menschheitsgeschichte 2019</div><div>33&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gimbutas 1996, S. 381</div><div>34&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Fischer 2019</div><div>35&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Gibbons 2017</div><div>36&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Goldberg <em>et al.</em> 2017</div><div>37&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Ansede 2018 und Uhlmann 2015, S. 204 ff</div><div>38&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Haak 2015</div><div>39&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Gogolin 2019a und Gogolin 2019b</div><div>40&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Sugiyama 2014</div><p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht">Explosion und Expansion &#8211; wie Vatermacht die Welt unterjocht.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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