<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Abtreibung Archive - Gabriele Uhlmann</title>
	<atom:link href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/tag/abtreibung/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://blog.gabriele-uhlmann.de/tag/abtreibung</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Jul 2026 09:47:50 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">159495756</site>	<item>
		<title>Explosion und Expansion &#8211; wie Vatermacht die Welt unterjocht.</title>
		<link>https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[GUhlmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Apr 2021 10:41:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Interdisziplinäre Patriarchatsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Club of Rome]]></category>
		<category><![CDATA[Ice rafted debris]]></category>
		<category><![CDATA[IRD]]></category>
		<category><![CDATA[Megacity]]></category>
		<category><![CDATA[Misox-Schwankung]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Rauchloch]]></category>
		<category><![CDATA[Tengrismus]]></category>
		<category><![CDATA[Überbevölkerung]]></category>
		<category><![CDATA[Viehzucht]]></category>
		<category><![CDATA[Zucht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://blog.gabriele-uhlmann.de/?p=3827</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vortrag gehalten am 17.5.2019 an der Philipps-Universität Marburg im Rahmen der Studientage &#8222;Nachhaltigkeit und Gesellschaftsformen aus kritisch geographischer Sicht&#8220; im Fachbereich 19 Geographie. Bild: Plastik &#8222;Überbevölkerung&#8220;, Neanderthal-Museum Mettmann. Bildquelle: wikimedia...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht">Explosion und Expansion &#8211; wie Vatermacht die Welt unterjocht.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/5710b41230c54a228868564a00a0c210" alt="" width="1" height="1" />Vortrag gehalten am 17.5.2019 an der Philipps-Universität Marburg im Rahmen der <a href="https://www.uni-marburg.de/de/fb19/aktuelles/termine/studientage_nachhaltigkeit-1" target="_blank" rel="noopener">Studientage &#8222;Nachhaltigkeit und Gesellschaftsformen aus kritisch geographischer Sicht&#8220;</a> im Fachbereich 19 Geographie.</p>
<p><span class="abb">Bild: Plastik &#8222;Überbevölkerung&#8220;, Neanderthal-Museum Mettmann.<br />
Bildquelle: wikimedia commons (user: Fährtenleser)</span></p>
<h2 id="ueberbev">Überbevölkerung</h2>
<p>Im Jahre 1972 veröffentlichte der Club of Rome die Aufsehen erregende Studie &#8222;Die Grenzen des Wachstums&#8220;<!--<a href="#_ftn1" name="_ftnref1" class="footn">[1]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">1</sup>, mit der er vor dem ungebremsten Wachstum der Weltbevölkerung warnte. Damals lebten 3,84 Milliarden Menschen und China war mit 862 Mio. Einwohnern das bevölkerungsreichste Land. Ab 1979 versuchte China mit der 1-Kind-Politik Hungersnöten entgegenzuwirken. In der Folge wurden zahllose Mädchen abgetrieben. Dennoch leben in China inzwischen 1,3 Milliarden Menschen. Aber für junge Männer ist es schwer geworden, eine Frau zu finden.</p>
<p>Knappheit führt im Allgemeinen zu einem Wertzuwachs des knappen Gutes. Die chinesische Frau wird heute aber nicht höher geachtet, sondern wie eine teure Mingvase gehandelt. Menschenhandel, Entführungen und Prostitution sind immer lukrativere Einnahmequellen geworden.</p>
<p>Indien, wo 1972 noch 579 Mio. Menschen lebten, macht China mit 1,2 Milliarden nun die Führung streitig. Der Journalist Arne Perras recherchierte:</p>
<blockquote><p>&#8222;Delhi setzte auf Massen-Sterilisationen. Sie sind bis heute die häufigste Form der Verhütung im bald bevölkerungsreichsten Land der Welt. In &#8222;Sterilisations-Camps&#8220;, die in kühleren Monaten vielerorts eingerichtet werden, arbeiten Ärzte wie am Fließband. 80 Operationen in weniger als fünf Stunden sind keine Seltenheit. Mangelnde Hygiene, fehlende Geräte, Schlamperei und in einzelnen Fällen sogar Trunkenheit der Männer mit dem Skalpell führten zu zahlreichen Todesfällen. 2014 starben in einem Dorf innerhalb weniger Stunden 15 Frauen. Oft wissen die Frauen gar nicht genau, was sie erwartet, sie werden von ihren Männern gedrängt oder gezwungen.&#8220;<!--<a href="#_ftn2" name="_ftnref2" class="footn">[2]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">2</sup></blockquote>
<p>Aufgrund der weltweiten Bevölkerungsexplosion, wobei natürlich auch Afrika und Länder wie Indonesien besonders zu nennen sind, ist die Weltbevölkerung bis 2018 auf 7,65 Milliarden angestiegen. Die Prognose des Club of Rome war damit sehr genau. Der Geograph Michael Sypien schreibt darüber:</p>
<blockquote><p>&#8222;Auf die Bevölkerungsanzahl wirken zwei Faktoren ein. Die Fruchtbarkeit vergrößert die Bevölkerung exponentiell, da sich bei gleichbleibender Geburtenrate die Basis der Bevölkerungsanzahl immer mehr verbreitert. Diesem positiven Regelkreis wirkt der negative Regelkreis der Todesfälle entgegen. Die Sterblichkeit wirkt auf die Bevölkerungsanzahl regulierend. Seit der industriellen Revolution ist der negative Regelkreis aber zunehmend geschwächt; durch eine bessere medizinische Fürsorge nimmt die Sterblichkeit ab, und durch ein erhöhtes Nahrungsmittelangebot hat sich das Durchschnittsalter von 30 Jahre (1650) auf 53 Jahre (1972) weltweit erhöht. Da sich auch die Geburtenrate erhöht hat, nennen die Autoren (des Club of Rome) das Bevölkerungswachstum gar &#8217;superexponentiell&#8216;.&#8220;<!--<a href="#_ftn3" name="_ftnref3" class="footn">[3]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">3</sup></blockquote>
<p>2016 forderten der norwegische Zukunftsforscher Jørgen Randers und der britische Ökonom Graeme Maxton &#8211; beide Mitglieder des Club of Rome &#8211; in ihrer Veröffentlichung mit dem Namen &#8222;Ein Prozent ist genug&#8220;<!--<a href="#_ftn4" name="_ftnref4" class="footn">[4]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">4</sup> ein politisches Umsteuern. Durch die Presse ging vor allem ihr Vorschlag, Frauen mit nur einem Kind im Alter von 50 Jahren mit einer Prämie von 80.000 Dollar zu belohnen, was von der Öffentlichkeit empört als Bestechung zurückgewiesen wurde.</p>
<p>Darüber, wie Frauen das schaffen sollen, wie sie das Geld für sich behalten können, und wie ein neuer Gynozid verhindert werden könnte, schwiegen sich die beiden Männer jedoch aus, in dem Wissen, dass Gynozid schon jetzt ein weltweites Problem ist.</p>
<p>Die Überbevölkerung ist entgegen landläufiger Vorstellung gar <strong>kein modernes Problem</strong>. Sie ist schon seit Anbeginn des Patriarchats festzustellen. Ein Ausdruck dessen dürfte der babylonische Atra-Hasis-Mythos sein, ein Vorläufer der Arche Noah-Geschichte, im Folgenden erhellt durch die Archäologin Eva Götting:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Menschen hatten sich, nachdem sie geschaffen wurden, auf der Welt vermehrt und erzeugten einen derartigen Lärm, dass sich der Gott Enlil in seinem Schlaf gestört fühlte. Er schickte die Sintflut, die das Problem ein für alle Mal aus der Welt schaffen sollte. Nur einige Menschen überlebten durch das Eingreifen des Weisheitsgottes Ea und auf Drängen der Göttin Aruru. Um einer künftigen Lärmbelästigung vorzubeugen, wurden Wesen auf die Erde gesandt, die eine Überbevölkerung unterbinden sollten.&#8220;<!--<a href="#_ftn5" name="_ftnref5" class="footn">[5]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">5</sup></blockquote>
<p>Statt es ursächlich zu lösen, versuchte die Menschheit das Problem seit seinem ersten Auftreten zu kompensieren. Dazu gehören z.B. der Pflug, der Dünger und die staatlich organisierte Bewässerung. Diese Technologien beruhten auf Ausbeutung und Gewalt gegen die belebte und unbelebte Natur, wie die großflächigen Rodungen, die Tier- und Pflanzenzucht, der Bergbau, die kriegerische Expansion und heute auch die sog. Schädlingsbekämpfung. Jedoch führen diese zu nur noch mehr Überbevölkerung, so dass das Ziel &#8211; kaum nähern wir uns ihm an &#8211; sukkzessive wieder in uneinholbare Ferne rückt. Die Erde kann keine unendlich große Zahl an Menschen aufnehmen, auch wenn wir noch so viel Nahrung um den Globus verschiffen oder fliegen. Die Umverteilung und Kühlung von Nahrungsmitteln verbraucht obendrein Unmengen an Energie, was unseren Planeten weiter schädigt. Hilfsorganisationen glauben dennoch fest daran, dass es für alle reiche, wenn es nur richtig verteilt würde.</p>
<p>Das Erkennen und Abstellen der Ursache rüttelt am größten Tabu, nämlich an der Vaterschaft. Männern ist es offenbar nicht zuzumuten, ihre Fruchtbarkeit zu begrenzen, geschweige denn ganz auf Kinder zu verzichten.</p>
<p>Dagegen wird Frauen alles nur denkbare angetan, um die Kinderzahl wahlweise zu erhöhen oder zu begrenzen oder eine Schwangerschaft ganz zu verhindern. Dabei wird über zahllose weibliche Leichen gegangen.<br />
Dies ist der Stand der Dinge.</p>
<h2 id="fc">Unterdrückte Female Choice</h2>
<p>Jede Einmischung in die Sexualität einer Frau verstößt nicht nur gegen ihr verbrieftes Persönlichkeitsrecht, sondern vor allem gegen ihr Naturrecht, der <em>female choice</em>, demjenigen evolutionären Regulativ, das Überbevölkerung ohne jedes Leid verhindert. Die <em>female choice</em> ist die naturgegebene sexuelle Entscheidungsfreiheit aller weiblichen Lebewesen über ihren Körper und der eigentliche Hintergrund der sog. Sexuellen Selektion, die Charles Darwin entdeckte und neben die Natürliche Selektion stellte. Nur sehr wenige Wissenschaftler anerkannten seitdem seine These, denn eine wählerische, freie Frau gilt als unzüchtig, ungehorsam oder gefährlich und ist daher undenkbar.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">6</sup>
<p>Erst in den 1990iger Jahren wagte es die amerikanische Anthropologin Meredith F. Small, die Wirkungen der <em>female choice</em> an Primaten zu beschreiben und erregte damit die Aufmerksamkeit eines größeren Publikums.<!--<a href="#_ftn6" name="_ftnref6" class="footn">[6]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">7</sup> Nachdem es um ihre Untersuchungen wieder sehr ruhig geworden war, startete im Jahr 2017 der amerikanische Ornithologe Richard O. Prum einen neuerlichen Anlauf, als er die <em>female choice</em> der Vogel-Weibchen als treibende Kraft für Veränderungen an Aussehen und Verhalten iher Arten beschrieb.<!--<a href="#_ftn7" name="_ftnref7" class="footn">[7]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">8</sup>
Mit seiner Übertragung auf den Menschen verwickelte er sich jedoch leider in Widersprüche, weil er es als Familienvater und Gläubiger als selbstverständlich ansah, dass Menschen wie die Vögel in Paarbeziehungen leben. Damit unterschätzte er bei weitem die menschliche <em>female choice</em>, die er auf die einmalige Wahl des Ehemanns beschränkte. Für seine Nominierung für den Pulitzer-Preis war das aber offensichtlich hilfreich.</p>
<p>Die Sexuelle Selektion wird oft als Sonderfall der Natürlichen Selektion bezeichnet, welche aber lediglich die Anpassung an Umwelteinflüsse meint. Die <em>female choice</em> entfaltet jedoch eine eigenständige Kraft, wie es Darwin, Small und auch Prum entdeckten. Sie steht noch über der Natürlichen Selektion, denn sie kann unmittelbar jede Generation spürbar verändern, während die Natürliche Selektion nur zu allmählichem Wandel führt und manchmal sogar zum Aussterben einzelner Arten oder gar ganzer Ökosysteme.</p>
<p>Das Vorrecht der freien Wahl durch die Weibchen ist ein <strong>Urinstinkt</strong>. Er ist so tief in der Phylogenese, also der Entwicklung aller Lebewesen, verankert, dass er nicht weggezüchtet werden kann. Die <em>female choice</em> läuft bewusst und unbewusst aber auch ebenso unbemerkt im Körper ab. Es kann ihr daher niemand gänzlich entkommen. Sie ist das Gegenteil von sexueller Unterdrückung, und sie macht, wenn sie frei gelebt werden darf, die Frau zur Regisseurin der Sexualität.</p>
<p>Die <em>female choice</em> erfüllt in der Evolution elementare, <strong>Leben schützende</strong> Funktionen.<br />
Die Menschenfrau hat relativ selten Nachkommen, und daher hat jedes ihrer Kinder idealerweise einen <strong>anderen</strong> genetischen Vater. Dies dient naürlich der genetischen Vielfalt, die die Gesundheit der Population schützt.</p>
<p>Eine Frau, die ihre <em>female choice</em> lebt, gebiert nicht mehr Kinder sondern weniger als eine patriarchalisierte Frau, denn sie hat insgesamt weniger Sex. Das mag Sie überraschen, denn eine Welt freier Frauen stellen sich viele als Sexparadies vor. Warum ist dem nicht so?</p>
<p>Unter natürlichen Bedingungen gibt es nur lustvollen Sex ohne jeden Hintergedanken daran, Mutter zu werden oder dem Partner zu gefallen. Jeder Hintergedanke würde die <em>female choice</em> bereits einengen. Dass dabei ein Kind entstehen sein kann, bereitet keine Angst und wird einfach in Kauf genommen. Wenn die Verliebtheit nachlässt, geht die Frau ihrer Wege, und das ist meist schon nach wenigen Monaten so.</p>
<p>Die wild lebende Frau kann sich das leisten, denn sollte sie schwanger geworden sein, ist sie existentiell über ihre mütterliche Sippe abgesichert.</p>
<p>Damit schläft im Bett der jungen Mutter kein <strong>Vater</strong>, sondern dort liegt ihr Kind. Dies gewährleistet, dass das Baby und Kleinkind jederzeit Zugang zur Milchquelle hat, selbst wenn die Mutter schläft. Durch das Stillen rund um die Uhr werden die Still-Hormone so hoch gehalten, dass die Mutter nicht sofort wieder schwanger wird.<!--<a href="#_ftn8" name="_ftnref8" class="footn">[8]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">9</sup> Einerseits bleibt die Menstruation länger aus, andererseits hat die Mutter länger kein Bedürfnis nach einem neuen Liebhaber, denn Einsamkeit kennt sie nicht, und sie ist durch das Oxytocin in ihr Baby verliebt.</p>
<p>Im Patriarchat mit seinem Zwang zur Monogamie ist eine Frau den sexuellen Begierden des Mannes im Ehebett schutzlos ausgeliefert. Er glaubt, ein Recht auf Sex zu haben, und sie glaubt, ihm dies geben zu müssen, denn sie und ihre Kinder sind von seinem Wohlwollen existentiell abhängig.</p>
<p><a title="Wolfgang Sauber [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kulturen_B%C3%A4uerliche_Kultur_-_Himmelbett_3.jpg"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2d/Kulturen_B%C3%A4uerliche_Kultur_-_Himmelbett_3.jpg/512px-Kulturen_B%C3%A4uerliche_Kultur_-_Himmelbett_3.jpg" alt="Kulturen Bäuerliche Kultur - Himmelbett 3" width="100%" /></a></p>
<p><span class="abb">Bild: Ehebett und Wiege</span></p>
<p>Patriarchale Wissenschaft machte daraus übrigens das Dogma der &#8222;sozialen Funktion von Sex&#8220; als einer naturgegebenen Tatsache und ersann die Begriffe Paarbildungssex und Paarbindungssex. Beides ist der wild lebenden Frau unbekannt.</p>
<p>Es ist klar, dass eine Frau, die in fester Partnerschaft lebt und keinen Zugang zu Verhütungsmitteln hat, kurz aufeinanderfolgend schwanger werden muss. Alte Kirchenbücher belegen, dass dies auch bei uns noch bis ins letzte Jahrhundert der Fall war. Oft verhinderte nur der Tod der Mutter unter der Geburt weitere Geburten. Doch weder das noch die Konkurrenz durch ein älteres Stillkind kann im Sinne eines Babys sein. Beide bedrohen sich sogar gegenseitig in ihrer Existenz. Tatsächlich starben von den nicht selten über 10 Kindern manchmal mehr als die Hälfte. Übrig blieben dennoch weit mehr Kinder als Haus und Hof, letztlich das ganze Land, tragen konnte.</p>
<p>Nicht nur viele Schwangerschaften und fehlende Hilfen sind eine enorme Belastung für Frauen, sondern auch der Tod ihrer Kinder und natürlich die Tatsache, sexuelle Dienste gegen ihre innere Neigung leisten zu müssen. Ohne einen Mann, der permanente sexuelle Ansprüche stellt, führt die beinahe ganzjährige Fruchtbarkeit der Frau nicht zu zuvielen Kindern, sondern ermöglicht es bei den natürlicherweise seltenen Kontakten mit fremden Männern überhaupt schwanger zu werden. Zudem gibt es in der Natur aufgrund der <em>female choice</em> keinen Zwang zur Mutterschaft.</p>
<p>Viele Frauen würden unter natürlichen Bedingungen kinderlos bleiben und niemand würde sich daran stören. Der <em><strong>female choice</strong></em> kommt also die Schlüsselstellung bei der Verhinderung von Überbevölkerung und deren Folgen zu.</p>
<p>Wir haben damit auch die Gründe kennengelernt, warum unsere Biologie eigentlich FÜR uns Frauen und nicht gegen uns arbeitet, wie es die meisten Feministinnen leider glauben. Erst das Patriarchat macht unsere Biologie zu einer Bürde.</p>
<h2 id="matrifokalitaet">Matrifokalität, unser angeborenes Sozialverhalten</h2>
<p>Die amerikanische Anthropologin Sarah Blaffer Hrdy konnte anhand der besonderen Probleme, die die zunehmend lange Kindheit mit sich brachte, aufzeigen, dass die Einheirat und der Zuzug einer Frau und künftigen Mutter in die Familie eines Ehemanns für den Fortbestand der Menschheit in der Altsteinzeit fatal gewesen wäre. Daher ist uns nicht Patrilokalität, sondern Matrilokalität angeboren. Sie rekonstruierte die artgemäße Lebensweise von Homo Sapiens auf der Basis der <em>female choice</em> und der Großmutterthese nach Hawkes und Beise/Voland.<!--<a href="#_ftn9" name="_ftnref9" class="footn">[9]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">10</sup>
<p>Das <strong>Großmutter-Mutter-Kind-Kontinuum</strong> war demnach eine Erfolgsgeschichte der Evolution. Die Großmutter mütterlicherseits trug entscheidend dazu bei, dass der Nachwuchs ihrer Tochter überlebte. Dies ist übrigens auch der Grund, warum wir Frauen eine Menopause erleben können.</p>
<p>Erst nach ihrer Emeritierung schrieb Blaffer Hrdy in eine Fußnote ihres vorerst letzten Buches:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich gehörte übrigens zu denjenigen, die schon frühzeitig davon überzeugt waren, dass Menschenaffen zur Patrilokalität neigten. Ich änderte meine Meinung im Verlauf der Arbeit an &#8218;Mutter Natur&#8216;.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">11</sup></blockquote>
<p>Sie stellt vor allem fest, dass &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8222;&#8230; ungeachtet dogmatischer Verlautbarungen, wonach Menschen für gewöhnlich &#8218;eine patrilokale Familienstruktur besitzen&#8216;, weil &#8218;Söhne in traditionellen Gesellschaften in der Nähe ihrer Familien bleiben, während Töchter fortziehen&#8216;, diese grundlegende Aussage über die menschliche Natur nicht von Daten über Menschen gestützt wird, die tatsächlich als Jäger-Sammler leben.&#8220; <sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">12</sup></blockquote>
<p>Entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der hohen menschlichen Sozialität hatte ihr zufolge das Leben in matrilokalen und matrilinearen Gemeinschaften. Der immer wieder betonten männlichen Jagd kommt dabei nicht die Bedeutung zu, die ihr meistens zugeschrieben wird. Blaffer Hrdy schreibt darüber:</p>
<blockquote><p>&#8222;Auch wenn der Jäger noch so geschickt ist, ist das Aufspüren und Töten von Beutetieren ein riskantes Unterfangen mit unbestimmtem Ausgang. Ein Mann kann jeden Tag auf die Jagd gehen und trotzdem wochenlang mit leeren Händen heimkehren. Ein Jäger (&#8230;) kann sich den Misserfolg leisten, weil er davon ausgehen kann, einen Anteil an den von den Frauen gesammelten Früchten, Nüssen und Knollen zu erhalten, und auch weil andere Männer an diesem Tag mehr Glück haben mögen&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">13</sup></blockquote>
<p><a title="Woodlouse [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hadzabe_Hunters.jpg"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1f/Hadzabe_Hunters.jpg/512px-Hadzabe_Hunters.jpg" alt="Hadzabe Hunters" width="100%" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Jäger der Hazda, Nord-Tansania. Bildquelle: Wikimedia Commons</span></p>
<p>In ihrem Buch &#8222;Mutter Natur&#8220; (2010a) weist sie daraufhin, dass es den Jägern weit mehr um &#8211; wörtlich &#8211; Angeberei geht, als darum, Fleisch für die Kinder ins Lager zu tragen.</p>
<p>Nachtrag 12.12.2019: Dies bestätigt eine neu gefundene 40.000 Jahre alte Felszeichnung mit der Abbildung von Jägerlatein. &#8222;Riesenzwergbüffel&#8220; werden darin von mehreren &#8222;mutigen&#8220;, als Tiere verkleideten Männern mit Speeren angegriffen. So etwas wird am Lagerfeuer erzählt oder eben auf Wände gemalt:</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Bildquelle: https://www.scinexx.de/news/geowissen/aelteste-jagdszene-der-menschheit-entdeckt/ , © Griffith University/ Aubert et al." src="https://i0.wp.com/www.scinexx.de/wp-content/uploads/j/a/jagdszene2g.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Bildquelle: https://www.scinexx.de/news/geowissen/aelteste-jagdszene-der-menschheit-entdeckt/ , © Griffith University/ Aubert et al."  border="0" /></p>
<p><span class="abb">Bildquelle: <a class="textlink" href="https://www.scinexx.de/news/geowissen/aelteste-jagdszene-der-menschheit-entdeckt/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de</a><br />
Offizielle Interpretation im <a class="textlink" href="https://www.scinexx.de/news/geowissen/aelteste-jagdszene-der-menschheit-entdeckt/" target="_blank" rel="noopener">Scinexx-Artikel</a>: &#8222;&#8218;Die frühe Kunst auf Sulawesi könnte unbezahlbare Einblicke in die Entwicklung der menschlichen Spiritualität und die Verbreitung der künstlerischen Praktiken geben, die das Denken auch des modernen Menschen geprägt haben&#8216;, sagt Co-Autor Adhi Agus Oktaviana vom ARKENAS-Forschungsinstitut in Jakarta. (<a href="https://www.nature.com/articles/s41586-019-1806-y" target="_blank" rel="noopener">Nature, 2019; doi: 10.1038/s41586-019-1806-y</a>)&#8220;</span><br />
Nachtrag ENDE</p>
<p>Ich gehe daher davon aus, dass die Jagd überwiegend eine sexuelle Aufgabe erfüllte. Sich einander fremde Männer entwickelten über die Jagd Männerfreundschaften und gegenseitiges Vertrauen. Sie bekamen damit Zutritt in andere Sippen zu ihnen nicht verwandten Frauen. Auf diese Weise wurde die matrilokale Ausübung der Exogamie gefördert.</p>
<p>Der rein männliche Blick auf die Menschheitsgeschichte mit dem Dogma des Familienvaters als Ernährer ist völlig verfehlt und geht an der Basis der Evolution vorbei, nämlich der verlässlichen Versorgung des Nachwuchses und seiner Mütter. Auch das Faktum, dass Männer bis ins hohe Alter, wo sie schon gar nicht mehr auf die Jagd gehen, zeugungsfähig sind, ist ein ganz klares Indiz dafür, dass der genetische Vater nicht der Ernährer war.</p>
<p>Die Sozialanthropologin Julia Colette Berbesque und ihre Kollegen von der University of Roehampton in London haben in einer Studie</p>
<blockquote><p>&#8222;den Ernährungszustand von 36 heutigen Jäger-und-Sammler-Völkern mit dem ursprünglicher, nicht industrialisierter Bauernkulturen verglichen &#8211; und dies getrennt nach warmen und kalten Lebensräumen. (&#8230;) Das überraschende Ergebnis: Jäger und Sammler leiden nicht häufiger, sondern sogar deutlich seltener unter Nahrungsmangel &#8211; zumindest dann, wenn sie in gemäßigtem oder warmem Klima leben. Hungersnöte sind bei ihnen sowohl seltener als auch kürzer.&#8220;<!--<a href="#_ftn10" name="_ftnref10" class="footn">[10]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">14</sup></blockquote>
<p>Tatsächlich sind wir auf regelmäßige Nahrung und auf Wasser angewiesen. Kinder reagieren mit lautem Weinen, wenn sie Hunger oder Durst haben, Mütter werden also danach trachten, dies zu verhindern. Unsere Vorfahren hielten sich, wie jede andere Tierart auch, nach Möglichkeit nur dort auf, wo die Natur sie gut versorgte. Auch die Menschen der <strong>europäischen</strong> Altsteinzeit lebten nicht auf dem ewigen Eis wie die rezenten Inuit, sondern vor allem in den Gebieten, wohin sich alle heute in Europa einheimischen Pflanzen zurückgezogen hatten und die Eiszeit überlebten.</p>
<p>Das sind die Gegenden, wo wir heute altsteinzeitliche Bilderhöhlen und Frauenstatuetten finden. Die Bevölkerungsdichte war dabei vor 40.000 Jahren mit europaweit nur ca. 1500 Individuen, was etwa 10-15 matrifokalen Sippen entspricht, sehr gering, wie es jüngst vom Projekt &#8222;Our Way to Europe&#8220; unter der Leitung der Geoarchäologin Isabell Schmidt errechnet wurde.<!--<a href="#_ftn11" name="_ftnref11" class="footn">[11]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">15</sup>
<p>Eigentlich ist es einleuchtend: Da wo Kinder aufwachsen, muss es so sicher und verlässlich wie möglich sein. Deshalb hatten die Mütter der Altsteinzeit sichere und sozial stabile Bedingungen selbst geschaffen. Sie lebten nicht wie die meisten Menschen heute an eigentlich unwirtlichen, lebensfeindlichen Orten und sie lebten nicht in Familien, sondern in Sippen. Statt <strong>Patrilokalität</strong> war die lebenslange <strong>Matrilokalität</strong> die effizientere Strategie, mit der die Mütter alle Schwierigkeiten der langen Kindheit bewältigten.</p>
<p>Die Archäologin Marija Gimbutas nannte diese Lebensweise <strong>Matrifokalität</strong>. Matrifokalität hat nichts mit <strong>Macht</strong> zu tun, sondern mit <strong>Fürsorge und Kooperation in der mütterlichen Linie</strong>, der <strong>Matrilinearität</strong>, und sie ist unsere artgemäße Lebensweise, die, weil sie uns angeboren ist, immer noch unser patriarchal überformtes Sozialverhalten mitbestimmt. Sie war, wie Marija Gimbutas es entdeckte, auch nachdem die Landwirtschaft erfunden war, bis weit in die Jungsteinzeit gelebte Wirklichkeit.</p>
<p>Die biologische Vaterschaft konnte erst in der Sesshaftigkeit erkannt werden. Zur Durchsetzung von Patrilinearität, also der Einheit von biologischer und sozialer Vaterschaft, gab es aber zunächst keinerlei Veranlassung. Zum mütterlichen Prinzip gehört das bedingungslose Teilen von Nahrung und Heimstatt mit den Kindern, d.h. alles wurde von allen als Eigentum angesehen. Eine Teilung des Besitzes und ein Erbrecht waren daher überflüssig. Alle Kinder wohnten sowieso lebenslang in der Sippe. Als Brüder und Onkel hatten die Männer die Rolle des sozialen Vaters inne, übten damit aber keine Herrschaft aus, denn sie konnten ihre Angehörigen nicht mit dem Entzug des Erbes erpressen oder andere Machtmittel einsetzen. Vor allem aber fehlte ihnen das Verlangen danach.</p>
<p>Diese Lebensweise ist mittlerweile auch mit naturwissenschaftlichen Methoden nachweisbar, das sind die Genetik und die Epigenetik bzw. Osteologie und Odontologie, also Knochen- und Zahnkunde sowie die Isotopen-Analyse.</p>
<h2 id="ch">Matrifokale Jungsteinzeit</h2>
<p>In der größten jungsteinzeitlichen Siedlung und Ackerbaukultur Çatal Höyük beispielsweise lebten bis zu 8.000 Menschen über 2200 Jahre lang friedlich und herrschaftsfrei zusammen. Der Grabungsleiter Ian Hodder nennt es sogar &#8222;aggressively egalitarian&#8220;. Die Odontologin Marin Pilloud fand keinerlei epigenetische Hinweise auf Kernfamilien, &#8222;No family plots&#8220;<!--<a href="#_ftn12" name="_ftnref12" class="footn">[12]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">16</sup>, wie sie es ausdrückte. Damit fehlen jegliche Anzeichen für ein Patriarchat.</p>
<p>(Nachtrag: Daran ändert auch nichts die jüngste Studie (Juni 2019)<!--<a href="#_ftn13" name="_ftnref13" class="footn">[13]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">17</sup> der bioarchäologischen Arbeitsgruppe unter Clark Spencer Larsen, in der Pilloud mitwirkte, und die darauf abzielt, ein Patriarchat in Çatal Höyük nachzuweisen. Ich konnte nachweisen, dass <a href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2019/07/16/patriarchat-und-gewalt-in-catal-hoeyuek-bioarchaeologie-versucht-ein-altes-problem-endgueltig-aus-der-welt-zu-schaffen-wieder-ohne-erfolg/" target="_blank" rel="noopener">die Studie manipulativ ist und auf tönernden Füßen steht.</a> Sie ist ein besonders schönes Beispiel patriarchaler Methodik.)</p>
<p>Eine jüngst von den Paläogenetikern Haak/Krause/Jeong <a href="https://www.mpg.de/13245281/anatolische-jaeger-sammler-erste-bauern" target="_blank" rel="noopener">veröffentliche Untersuchung</a> deckte auf, dass die ersten Ackerbauern Anatoliens, zu denen auch Çatal Höyük gehört, indigene Anatolier waren, die seit der Altsteinzeit dort ansässig gewesen sind.<!--<a href="#_ftn14" name="_ftnref14" class="footn">[14]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">18</sup> Das bedeutet, dass sie die gelebte Matrifokalität in die Sesshaftigkeit mit herüber genommen hatten.</p>
<p>Von Çatal Höyük können wir lernen, dass Sesshaftigkeit nicht automatisch ins Patriarchat führt, und Hochkultur nicht von Hierarchie und Unterdrückung abhängig ist. Die hier freilich gefundenen ersten Zivilisationskrankheiten nehmen sich gegen die Folgen des Patriarchats aber geradezu harmlos aus und änderten offensichtlich nichts an der hohen Zufriedenheit der Menschen. Aber der Ackerbau wiegte die Menschen lange in trügerischer Sicherheit.</p>
<blockquote><p>&#8222;In guten Jahren können Bauern zwar weitaus mehr Kalorien pro Fläche Land erwirtschaften als die Wildbeuter, dafür aber können diese wegziehen, wenn Dürren oder Überschwemmungen die Nahrung knapp werden lassen.&#8220;<!--<a href="#_ftn15" name="_ftnref15" class="footn">[15]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">19</sup></blockquote>
<p>Gegenüber den Bauernkulturen waren die Menschen der Altsteinzeit also klar im Vorteil.</p>
<h2 id="misox">Klimakrise Misox-Schwankung</h2>
<p>Ihre vollständige Abhängigkeit von konstant günstigem Klima spürten die Ackerbäuerinnen erst ca. 3000 Jahre nach Beginn der sog. Präkeramischen Jungsteinzeit im Nahen Osten. Im sog. Klimaoptimum nach der Eiszeit, dem Atlantikum, war es zunächst zu einer deutlichen Erwärmung gekommen und dann plötzlich zu immer wieder zu 100-160 Jahre andauernden Abkühlungen um bis zu 2° Celsius, die zu Dürren und Missernten führten. Die Misox-Schwankung vor 8200 Jahren ist die erste und prominenteste Klimakrise dieser Art.</p>
<p><img decoding="async" title="Misox-Schwankung" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1a/TempAndSnowAccumulation_GISP2_Alley2000-de.svg/800px-TempAndSnowAccumulation_GISP2_Alley2000-de.svg.png" alt="Misox-Schwankung" width="100%" border="0" /><br />
<span class="abb">Diagramm: Misox-Schwankung. Quelle: <a class="textlink" href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=75931263" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia commons</a></span></p>
<p>Zu dieser Zeit existierten im Nahen Osten viele neolithische Siedlungen, und auch Çatal Höyük wurde nach 1200 Jahren Siedlungszeit davon getroffen. Nachweislich begann eine Hungerphase, in der die Menschen begannen, vermehrt tierische Nahrung zu sich zu nehmen, wie es jüngst Spuren in der Keramik offenbarten.<!--<a href="#_ftn16" name="_ftnref16" class="footn">[16]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">20</sup> Dennoch musste der Hügel aufgegeben werden. Gleich nebenan wurde allerdings ein zweiter Hügel gegründet, offenbar ohne eine ausgeprägte Siedlungslücke. Ob es tatsächlich dieselben Bewohner waren, die neu anfingen, ist aber noch unbekannt.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Çatal Höyük Lageplan" src="https://i0.wp.com/www.researchgate.net/profile/Christopher_Knuesel/publication/283714695/figure/fig1/AS%3A464538719002624%401487766069297/Catalhoeyuek-site-plan-showing-the-areas-of-study-Figure-created-for-the-Catalhoeyuek.png?w=1080&#038;ssl=1" alt="Çatal Höyük Lageplan"  border="1" /><br />
<span class="abb">Bild: Lageplan Çatal Höyük. Bildquelle: <a class="textlink" href="https://www.researchgate.net/figure/Catalhoeyuek-site-plan-showing-the-areas-of-study-Figure-created-for-the-Catalhoeyuek_fig1_283714695" target="_blank" rel="noopener">researchgate.net</a></span></p>
<p>Çatal Höyük stellt sich uns daher als Doppelhügel mit dem älteren Ost-Hügel und dem jüngeren und auch kleineren West-Hügel dar.<br />
Wegen des Fundes von <a class="textlink" href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/" target="_blank" rel="noopener">15 Brocken Kupferschlacke</a> wurde der West-Hügel lange der frühesten Metallzeit, der Kupfersteinzeit, zugerechnet. Damit verbunden war die Annahme, dass spätestens jetzt eine hierarchische Gesellschaft gegeben sein musste. Aber die Kupferschlacke war kein Nebenprodukt eines frühen Verhüttungsverfahrens, sondern entstand durch einen chemischen Zufall aus Kupfererzen in einem Grab, wie es eine erst vor kurzem angestrengte Nachuntersuchung ergab.<!--<a href="#_ftn17" name="_ftnref17" class="footn">[17]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">21</sup>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Kupferschlacke aus Çatal Höyük" src="https://i0.wp.com/www.scinexx.de/wp-content/uploads/0/1/01-34142.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Kupferschlacke aus Çatal Höyük"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Kupferschlacke aus einem Grab in Çatal Höyük. Bildquelle: <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de/</a></span></p>
<p>Damit kann nun Metallurgie und ein daran gebundenes Patriarchat vor Ort als Grund für den Untergang Çatal Höyüks ausgeschlossen werden. Çatal Höyük wurde nie patriarchalisiert.<br />
Da auch der West-Hügel wieder völlig friedlich verlassen wurde, können wir annehmen, dass eine erneute Dürre und eventuell auch eine dadurch bedingte Seuche zur endgültigen Aufgabe des Ortes geführt hat.</p>
<h2 id="steppe">Früheste Patriarchalisierung in der Steppe &#8211; Indoeuropäer</h2>
<p>Unmittelbar infolge der Misox-Schwankung wurden in der Südrussischen Steppe die ersten nachweisbaren Patriarchate errichtet. Dort verortete die Archäologin Marija Gimbutas die Herkunft der indoeuropäischen Sprache (siehe Karte 1, rote Pfeile). Der britische Archäologe Colin Renfrew nahm dagegen an, dass sie aus Anatolien stammte (siehe Karte 1, gelbe Pfeile).</p>
<p>1<img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Indoeuropäisierung Renfrew vs. Gimbutas" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/indoeuropaeisierung1.jpg?w=300&#038;ssl=1" alt="Indoeuropäisierung Renfrew vs. Gimbutas"  border="0" /><br />
2<img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Indoeuropäisierung nach MPG" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/indoeuropaeisierung2.jpg?w=300&#038;ssl=1" alt="Indoeuropäisierung nach MPG"  border="0" /><br />
<span class="abb">Karte 1 oben: Indoeuropäisierung nach Renfrew (gelb), nach Gimbutas (rot),<br />
Karte 2 unten: Indoeuropäisierung nach MPG (orange/rot)</span></p>
<p>Wie eine neue genetische Untersuchung der Max Planck-Gesellschaft zeigt, lag Gimbutas richtig, aber Renfrew konnte nicht völlig widerlegt werden (siehe Karte 2, orange/rote Pfeile).<!--<a href="#_ftn18" name="_ftnref18" class="footn">[18]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">22</sup> Es ist daher anzunehmen, dass die Indoeuropäer Klimaflüchtlinge aus Anatolien waren, aber nicht direkt von Anatolien über Südosteuropa einwanderten, sondern erst über den Kaukasus in die Steppe zogen, wo sie sich patriarchalisierten, und später von dort aus nach Mitteleuropa einbrachen, und zwar spätestens im 5. Jahrtausend v.u.Z.. Die Indoeuropäer waren Viehzüchter und keine Ackerbauern. Sie lebten nomadisch oder halbsesshaft mit großen Rinder- und Schafherden und später auch mit Pferdeherden. Aufgrund der Befunde dürfen wir uns überlebende, anatolische Männer vorstellen, die die Haustiere aus den ursprünglichen Gemeinschaftsbesitztümern der egalitären Siedlungen fortan als ihren Privatbesitz betrachteten, und in das Grasland der Steppen trieben.</p>
<p><img decoding="async" title="Der Gute Hirte" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/15/Rom%2C_Domitilla-Katakomben%2C_Der_gute_Hirte.jpg/341px-Rom%2C_Domitilla-Katakomben%2C_Der_gute_Hirte.jpg" alt="Der Gute Hirte" width="100%" border="0" /></p>
<p><span class="abb">Bild: Der gute Hirte, Rom, Domitilla-Katakomben. Quelle: Dnalor 01, CC BY-SA 3.0 &lt;https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0&gt;, via Wikimedia Commons</span></p>
<p>Um eine wachsende Herde zusammenzuhalten, braucht es immer mehr verlässliche Helfer, die keine Tiere stehlen. Und solche galt es nun vor Ort zu rekrutieren. Die männlichen Indigenen der Steppe und Waldsteppe, die Bug-Dnister-Kultur, waren altsteinzeitlich lebende Fischer, Jäger und Sammler, die dafür nicht infrage kamen. Aber die indigenen Frauen waren sehr gelegen, und zwar besonders als Mütter künftiger Helfer, also von Söhnen. In gewohnter Auslebung ihrer <em>female choice</em> wären ihre Kinder aber für die Eindringlinge verloren gewesen. Die einzige Möglichkeit war, die Frauen zu rauben und gefangen zu nehmen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Raub der Sabinerinnen" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/patriarchat/sabinerinnen.jpg?w=300&#038;ssl=1" alt="Raub der Sabinerinnen"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Raub der Sabinerinnen, Albrecht Dürer, 1495 (Ausschnitt)</span></p>
<p>Tatsächlich gelang über die Isolierung der indigenen Frauen in der Weite der Steppe, ohne den Schutz ihrer Ursprungssippen, binnen weniger Generationen ein relativ stabiles Patriarchat.</p>
<p><a title="Firespeaker [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:So%C5%8Bk%C3%B6l_jayloo.jpg"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/29/So%C5%8Bk%C3%B6l_jayloo.jpg/512px-So%C5%8Bk%C3%B6l_jayloo.jpg" alt="So?köl jayloo" width="100%" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Jurten in der Steppe, Schafe und Ziegen. Bildquelle: Wikimedia Commons (firespeaker)</span></p>
<p>Statt frei zu sammeln, zu fischen und zu jagen, waren die Frauen fortan unfreie, besitzlose Melkerinnen und die Gebärerinnen der Söhne, die ihren Vätern uneigennützig halfen und auch die Herden erbten. Die Zahl der Tiere erhöhte sich dabei kontinuierlich, sie waren aber genetisch beinahe noch wild und schwer handzuhaben. Das brachte die Männer auf die Idee, die Tiere zu optimieren. Vorbild dazu war die eigene Reproduktion, wie sie jetzt praktiziert wurde: Die Weibchen wurden eingepfercht und festgebunden und ausgewählte männliche Tiere durften sie vergewaltigen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Zucht: Vergewaltigung einer Ziege" src="https://i0.wp.com/raumberg-gumpenstein.at/images/thumbnails/_R___44_absamung____paracc9b512efdf2bc8e2f9538209db54af_dat1342759690.jpeg?w=300&#038;ssl=1" alt="Zucht: Vergewaltigung einer Ziege"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Zucht &#8211; Vergewaltigung einer Ziege.<br />
Bildquelle: <a class="textlink" href="https://raumberg-gumpenstein.at">raumberg-gumpenstein.at</a></span></p>
<p><a title="Aleks [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Artificial_insemination_of_a_dairy_cow.jpg"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/25/Artificial_insemination_of_a_dairy_cow.jpg/256px-Artificial_insemination_of_a_dairy_cow.jpg" alt="Artificial insemination of a dairy cow" width="256" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Künstliche Besamung &#8211; Vergewaltigung einer Kuh.<br />
Bildquelle: Wikimedia Commons</span></p>
<p>Wie die Tiere gebaren auch die geraubten Frauen ihren Entführern, die schon in der nächsten Generation als Ehemänner daher kamen, zahllose Kinder. Söhne waren aus wirtschaftlichen Gründen von Beginn an bevorzugt. Patrilinear und hierarchisch organisiert mit einem starkem Mann, dem Häuptling an der Spitze, können wir nun von den ersten Stämmen sprechen.</p>
<p>Gefestigt wurden die Stämme nicht nur mit Gewalt sondern auch mit der Erfindung der ersten institutionalisierten Religion, die ein Sonnenkult war.</p>
<p><a title="https://www.flickr.com/people/ifl/ [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kyrgyz_flag_yurt_Tengri_symbol.jpg"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8c/Kyrgyz_flag_yurt_Tengri_symbol.jpg/512px-Kyrgyz_flag_yurt_Tengri_symbol.jpg" alt="Kyrgyz flag yurt Tengri symbol" width="100%" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Rauchloch der Jurte. Symbol für den Steppengott Tengri.<br />
Bildquelle Wikimedia Commons</span></p>
<p>Da die ersten Patriarchen noch aus matrifokalen Sippen stammten, kannten sie ihre Väter nicht, und konnten sich daher selbst auf eine männliche Gottheit zurückführen, wie es übrigens noch Jesus nach alter Steppengewohnheit tat und sich als das Licht bezeichnete. Mit der Expansion der gewaltbereiten Nomadenstämme fand der Sonnenkult als sog. Tengrismus asienweite und auch europaweite Verbreitung, wurde hier aber nicht mehr so genannt. Dies ist die Entstehungszeit der ersten Kriege, mit denen die Claims, die die Stämme für ihre Herden benötigten, abgesteckt wurden. Niemand konnte buchstäblich zurückstecken, denn das hätte bedeutet, dass wiederum die Erben zu wenig Land für die weiter wachsenden Herden bekommen hätten.</p>
<p>Die ersten Viehzüchter hatten auch zuerst die fatale Idee von <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-es-menschliche-rassen-von-zeugung-erziehung-zucht-und-zuechtigung" target="_blank" rel="noopener">Rasse</a>, die sie bei der Zucht von Tieren und auch Menschen mit der Unterdrückung der <em>female choice</em> entwickelten. Daher unterscheiden sich Tierhaltung und Tierzucht ideologisch voneinander und sollten nicht einfach synonym gebraucht werden. Die indoeuropäische Sprachfamilie ist bemerkenswert stark von Metaphern aus der Tierzucht durchzogen. Eine freie Frau, die selbstgewählte, wechselnde Sexualpartner hat, die also ihre <em>female choice</em> frei lebt und sich vom <strong>Joch</strong> des Patriarchats befreit, wird als <strong>zügellos</strong> <strong>gebrandmarkt </strong>oder bestenfalls als<strong> rassig </strong>bezeichnet. In der Kirche wird für <strong>Zucht und Ordnung</strong> und gegen <strong>Unzucht</strong> gepredigt. Die Gläubigen werden als <strong>Schäflein</strong> bezeichnet und vom <strong>Oberhirten</strong> mit seinem <strong>Hirtenstab</strong> in der Prozession angeführt, ganz wie bei einem Almauftrieb.</p>
<h2 id="lbk">Bandkeramische Migration &#8211; Beginn der Jungsteinzeit in Europa</h2>
<p><strong>Szenenwechsel.</strong> Fast zeitgleich mit der endgültigen Aufgabe Çatal Höyüks erreichte die jungsteinzeitliche Starčevo-Kultur Europa und führte den Ackerbau und die Tier<strong>haltung</strong> ein. Auch sie kam ursprünglich aus Anatolien, zog aber Richtung Südosteuropa und erreichte als sog. Bandkeramische Kultur schließlich Mitteleuropa.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Karte: Verbreitung der Bandkeramischen Kultur in Europa" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/LBK1.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Karte: Verbreitung der Bandkeramischen Kultur in Europa"  border="0" /><br />
<span class="abb">Karte: Verbreitung der Bandkeramischen Kultur (LBK) in Europa.</span></p>
<p>Ihre Migration konnte der Prähistoriker und Paläoklimatologe Detlef Gronenborn mit Klimadaten, die aus Meeres-Sedimenten gewonnen wurden, korrelieren, und entdeckte den Zusammenhang mit den sog. &#8222;IRD-Perioden&#8220;.<!--<a href="#_ftn19" name="_ftnref19" class="footn">[19]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">23</sup>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="IRD 5a+b" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/ird5a-b.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="IRD 5a+b"  border="1" /><br />
<span class="abb">Diagramm: IRD 5a+b. LBK gelb markiert. Nach Quelle: Gronenborn 2011, Abb. 4, S. 116</span></p>
<p>IRD steht dabei für <em>ice-rafted debris</em> und bezeichnet Sediment jeder Größe, das durch fließendes Eis in andere Gebiete transportiert wurde. IRD steht mit <strong>geringerer Sonnenaktivität</strong> in Zusammenhang, die zu einer erhöhten Eisdrift führt. Der Effekt kann genutzt werden, um das Klima vergangener Epochen zu rekonstruieren.</p>
<p>Die bandkeramische Migration aus dem Karpathenbecken, die eine der frühesten Fluchtbewegungen vor patriarchalen Horden aus der Steppe war<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">24</sup>, dürfen wir uns als <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/multikulti-in-der-steinzeit-a-95a20604-0002-0001-0000-000131578982" target="_blank" rel="noopener">Wanderung von Tanten, Onkeln und Schwestern</a> vorstellen, wie es der Anthropologe Kurt Alt mit seinem Team von der Mainzer Arbeitsgruppe Paläogenetik herausfand.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">25</sup> Sie verlief vollkommen friedlich und die mesolithische Urbevölkerung blieb lange unbehelligt. Nachgewiesen ist auch, dass <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitteleuropaeer-haben-gemischte-ahnen/" target="_blank" rel="noopener">beide Gruppen für über zweitausend Jahre nebeneinander her lebten</a>, bevor die Indigenen den Ackerbau übernahmen und sich auch mit Bandkeramikern vermischten.<!--<a href="#_ftn20" name="_ftnref209" class="footn">[20]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">26</sup> Was beide Gruppen gemeinsam hatten, war ihre Matrifokalität, die dem Krieg keinen Boden bereitete und schließlich neugierig aufeinander machte.</p>
<p>Die Bandkeramiker siedelten immer in den fruchtbarsten Gegenden, auf Löß und entlang der Flüsse. Sie hielten pro Langhaus nicht mehr als zwei bis drei Kühe sowie Schweine und Ziegen. Erste große Erdwerke, die sog. Kreisgrabenanlagen, zeugen von einer hohen Gemeinschaftsleistung. Deren Funktion ist allerdings noch weitgehend ungeklärt, sie könnten Sonnenobservatorien und/oder rituelle Versammlungsplätze gewesen sein, manche halten sie auch für Verteidigungsanlagen oder Fluchtburgen.</p>
<h2 id="ird5">Gewalt und Krieg unter der Klimakrise IRD 5a+b</h2>
<p>Infolge der anhaltenden Klimaschwankungen in der zweiten Hälfte von IRD5b kam es erneut zu Hunger und nun auch zu einer Verstärkung der Tierhaltung.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-5491 size-full" src="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/5-1-schwankung-Kopie.jpg?resize=827%2C588&#038;ssl=1" alt="" width="827" height="588" srcset="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/5-1-schwankung-Kopie.jpg?w=827&amp;ssl=1 827w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/5-1-schwankung-Kopie.jpg?resize=300%2C213&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/5-1-schwankung-Kopie.jpg?resize=770%2C547&amp;ssl=1 770w" sizes="(max-width: 827px) 100vw, 827px" /><br />
<span class="abb">Diagramm: IRD 5.1-Schwankung (vgl. mit oben Diagramm IRD 5a+b oben rechts). Quelle: <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=75931263" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia commons</a></span></p>
<p>Nachweislich begannen vereinzelt Männer mit mobiler Viehwirtschaft und trieben Tiere erstmals saisonal in die Mittelgebirge.<!--<a href="#_ftn21" name="_ftnref21" class="footn">[21]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">27</sup> Es vollzog sich dann ein ähnlicher Mechanismus wie in der Steppe. Die Patrilinearität war sozusagen eine Idee, deren Zeit nun auch hier gekommen war.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Das Massaker von Talheim" src="https://i0.wp.com/www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/geschichte/urundfrueg/steinz/talheim/fundsituation.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Das Massaker von Talheim"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Das Massaker von Talheim/Neckar. Bandkeramische Kultur, Endzeit, ca. 5100 v.u.Z..<br />
Bildquelle: © Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart</span></p>
<p>Vor 7000 Jahren begannen Männerhorden Siedlungen zu überfallen, dort alle männlichen Bewohner zu töten und die Frauen zu rauben. Davon legen die vielen Massaker wie in Talheim am Neckar, in Schöneck-Kilianstädten bei Frankfurt oder in Asparn Schletz in Österreich ein Zeugnis ab. Ohne staatsähnliche Organisation, wie es die Stämme in der Steppe praktizierten, und ohne eine entsprechende Theologie war das Patriarchat in der Sesshaftigkeit jedoch nicht aufrecht zuerhalten, und es scheiterte bald, weil immense Gewalt zur Selbstauslöschung führte, ironischerweise unmittelbar bevor sich das Klima wieder besserte. Heute finden wir in unserem Genom weniger Spuren der Bandkeramiker als der indigenen Mesolithiker.</p>
<p>Dass sich das Patriarchat bald auch gegen die Männer selbst gerichtet hat, zeigen nicht nur die bandkeramischen Massaker.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Genetischer Flaschenhals vor 7000-10.000 Jahren" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/genetischer-flaschenhals.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Genetischer Flaschenhals vor 7000-10.000 Jahren"  border="1" /><br />
<span class="abb">Quelle: Diagramme nach <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4381518/" target="_blank" rel="noopener">https://www.ncbi.nlm.nih.gov</a>. Abgerufen am 1.10.2018</span></p>
<p>Die ForscherInnengruppe Karmin <em>et al.</em> entdeckte einen weltweiten <a class="textlink" href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4381518/" target="_blank" rel="noopener">genetischen Flaschenhals der Y-Chromosomen vor 7000-10.000 Jahren</a> (siehe Pfeil im Diagramm). Die amerikanischen Genetiker Zeng, Aw und Feldman führen diese Dezimierung der männlichen genetischen Vielfalt auf den Tod der Männer bei Stammesfehden zurück, welche <strong>neue</strong> patrilineare Gruppen gegeneinander geführt hätten. Die Stammesgruppen hätten aus miteinander verwandten Männern bestanden, während die Frauen oft aus anderen Stämmen gekommen oder erbeutet worden seien.<!--<a href="#_ftn22" name="_ftnref22" class="footn">[22]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">28</sup>
Das ist jedoch nur eine Interpretation. Die geraubten Frauen stammten <strong>nicht</strong> aus Stämmen, sondern aus den ursprünglichen matrilinearen Sippen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Nahöstlicher Viehmarkt" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/viehmarkt.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Nahöstlicher Viehmarkt"  /><br />
<span class="abb">Bild: Nahöstlicher Viehmarkt. Bildquelle: Wikimedia Commons (Man77)</span></p>
<p>Es muss vor allem auch eine Nutzanwendung von <strong>Patrilinearität</strong> gegeben sein, bevor die sie erst ermöglichende <strong>Patrilokalität</strong> von Männern durchgesetzt werden will.</p>
<h2 id="ird4">Rückkehr matrifokaler Kultur unter der Klimakrise IRD4</h2>
<p>Das Vakuum, das die vielen Massaker und die Kriege vor 7000 Jahren hinterließen, füllte sich vor 6400 Jahren erneut mit matrifokalem Leben und zwar erstaunlicherweise mitten in einer weiteren Periode geringer Sonnenaktivität, der IRD4, ein weiterer Beweis, dass ungünstiges Klima nicht zwangsläufig ins Patriarchat führen muss.<!--<a href="#_ftn23" name="_ftnref23" class="footn">[23]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">29</sup>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="IRD 4" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/ird4.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="IRD 4"  border="1" /><br />
<span class="abb">Diagramm: IRD 4. Michelsberger Kultur orange markiert. Nach Quelle: Gronenborn 2011, Abb. 5, S. 119</span></p>
<p>Aus dem Pariser Becken wanderten Menschen der Chasséen- und Cerny-Kultur in die nun menschenleeren Gebiete Süddeutschlands ein und gründeten neue miteinander verwandte Kulturen. Der Landesausbau erfolgte sowohl im Tiefland als auch in Höhenlagen. Die als Michelsberger Kultur benannte jungsteinzeitliche Bevölkerung, hier im Diagramm als MK und mit der orangefarbenen Linie gekennzeichnet, führte die Idee der bandkeramischen Kreisgrabenanlagen fort.</p>
<p>Ihre Funktion wird allerdings noch kontroverser diskutiert, denn sie wiesen nun zahlreiche Öffnungen auf. Viele Forscher halten sie noch für Verteidigungsanlagen von Häuptlingssitzen. Der ausgewiesene Experte für diese Kultur, der Prähistoriker Christian Jeunesse von der Universität Strasburg, glaubt daran jedoch nicht mehr. Die Öffnungen erschweren Verteidigung und die Erdwerke lagen auch teils nur wenige Kilometer auseinander, zu nahe um als Stammessitz zu dienen. An den Bestattungen und materiellen Funden kann eine hierarchische Gesellschaft auch nicht nachgewiesen werden, weshalb Jeunesse die Michelsberger Kultur als <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Akephalie" target="_blank" rel="noopener">akephal</a></strong> bezeichnet. Zudem stellt er fest, dass die Zeit des 5. Jahrtausends von einer großen Kontinuität geprägt war.<!--<a href="#_ftn24" name="_ftnref24" class="footn">[24]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">30</sup> Offenbar gelang es, mit der Tierhaltung den Schwankungen der IRD 4-Periode gut zu begegnen. Die manchmal sogar Quadratkilometer großen Bauwerke dürften Jeunesse zufolge als Pferche gedient haben, übrigens eine sehr bequeme Art eine größere Anzahl von Tieren zu halten, ganz ohne die Not, viele Söhne haben zu müssen. Auch wenn die Zahl der Tiere nun höher war, ist m.E. davon auszugehen, dass sie Gesamthandseigentum waren, wie aller Besitz in matrifokalen Kulturen.</p>
<p><img decoding="async" title="Wandfries der Pfahlbaukultur" src="https://i0.wp.com/www.swr.de/-/id=16823902/property=medium/pubVersion=4/3fdwb3/Montage%20der%20%22Busenwand%22.jpg" alt="Wandfries der Pfahlbaukultur" width="100%" border="1" /><br />
<span class="abb">Bild: Rekonstruktion des Frieses einer Matri-Linie aus Ludwigshafen/Seehalde mit den Originalteilen, Länge 7m, ca. 6000 Jahre alt. Quelle: Veröffentlicht auf SWR2, <a href="https://i0.wp.com/www.swr.de/-/id=16823902/property=medium/pubVersion=4/3fdwb3/Montage%20der%20%22Busenwand%22.jpg" target="_blank" rel="noopener">https://i0.wp.com/www.swr.de</a></span></p>
<p>Im klimatisch begünstigten Bodenseeraum blühte die Pfahlbaukultur mit der Schussenrieder- und Pfyner-Kultur, die überwiegend Fischfang betrieben. In Ludwigshafen am Bodensee hat sich ein 7m langer Fries einer matrilinearen Ahnenreihe (s.o.) erhalten, die das Team von Helmut Schlichtherle aus den im See gefundenen Bruchstücken rekonstruieren konnte.<!--<a href="#_ftn25" name="_ftnref25" class="footn">[25]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">31</sup>
<h2 id="k4">Patriarchale Expansion seit der Klimakrise K4 &#8211; Kurgan-Wellen</h2>
<p>Während die Michelsberger und nördlicher übrigens auch die sog. Trichterbecher-Kultur blühte, braute sich in der Zeit <strong>vor</strong> 3600 in der Steppe Südrusslands eine neue Katastrophe zusammen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-5493 size-full" src="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/k4-schwankung.jpg?resize=813%2C583&#038;ssl=1" alt="" width="813" height="583" srcset="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/k4-schwankung.jpg?w=813&amp;ssl=1 813w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/k4-schwankung.jpg?resize=300%2C215&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/04/k4-schwankung.jpg?resize=770%2C552&amp;ssl=1 770w" sizes="(max-width: 813px) 100vw, 813px" /><br />
<span class="abb">Diagramm: K4-Schwankung, ca. 3550 v.u.Z.. Nach Quelle: Gronenborn 2011, Abb. 5, S. 119</span></p>
<p>Niemals zuvor lebten dort so viele Menschen und Tiere, die sich schließlich als frühbronzezeitliche Maikop-Kultur und Jamnaja-Kultur ausbreiteten, durch Marija Gimbutas 2. und 3. Kurgan-Welle genannt. Das Ende der 900 Jahre währenden friedvollen Zeit in Mitteleuropa brachte um 3550 das Klimaereignis K4 der IRD 4 mit einer außergewöhnlich schwachen Sonnenaktivität, die exteme Dürre und Kälte zur Folge hatte.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Maikop- formt Trichterbecher- in Kugelamphoren-Kultur um." src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/trichterbecher.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Maikop- formt Trichterbecher- in Kugelamphoren-Kultur um."  border="0" /></p>
<p><span class="abb">Karte: Maikop-Kultur formt Trichterbecher- in Kugelamphoren-Kultur um (Kurgan II). Karte nach: Wikimedia Commons (user: Sir Henry)</span></p>
<p>Nach einer <a href="https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak" target="_blank" rel="noopener">Studie</a> der Arbeitsgruppe um den Molekular-Anthropologen Wolfgang Haak von der Max-Planck-Gesellschaft sei anzunehmen, dass die Steppenbewohner mit Menschen, die aus dem Westen kamen, in Kontakt gerieten und zwar schon lange vor Entstehung der Jamnaja-Kultur. Dies seien mutmaßlich Angehörige der sog. Kugelamphoren-Kultur gewesen.<!--<a href="#_ftn26" name="_ftnref26" class="footn">[26]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">32</sup> Gimbutas vertrat die These, dass sich umgekehrt die Kugelamphoren-Kultur durch eine 2. Kurgan-Welle herausgebildet hätte, und zwar durch die Invasion der Maikop-Kultur in die matrifokale Trichterbecher-Kultur.<!--<a href="#_ftn27" name="_ftnref27" class="footn">[27]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">33</sup> Meines Erachtens deuten die genetischen Befunde in der Steppe daraufhin, dass Maikop-Männer immer wieder Trichterbecher-Frauen auch in die Steppe entführten, womit beide Theorien zusammengeführt wären, und was erklären kann, warum die Kugelamphoren-Kultur noch keine Kurgane aufwies und weniger Frauengräber zählt. Die gerade veröffentlichten Untersuchungen zu den Verwandtschaftsverhältnissen der Opfer des <a href="https://www.spektrum.de/news/das-massengrab-von-koszyce/1643358" target="_blank" rel="noopener">Massakers im südpolnischen Koszyce</a><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">34</sup>, welches Jamnaja-Männer vor 4800 Jahren anrichteten, erhärten die Vermutung, dass die Kugelamphoren-Kultur noch matrifokales Leben kannte.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Invasion der Jamnaja: Schnurkeramische Kultur" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/schnurkeramik.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Invasion der Jamnaja: Schnurkeramische Kultur"  /><br />
<span class="abb">Karte: Expansion der Jamnaja-Leute (Kurgan III). Nach: Wikimedia Commons (user: Sir Henry)</span></p>
<p>Mit einer weiteren Ausbreitung der Jamnaja-Leute, der 3. Kurgan-Welle, ging um 2800 die Kugelamphoren-Kultur unter und die Schnurkeramische Kultur entstand. Deren DNA stimmt zu 75 % mit der der Jamnaja-Leute überein, was deren massive Einwanderung und Auslöschung der ursprünglich ansässigen Bevölkerung beweist. Nach einer <a href="https://www.sciencemag.org/news/2017/02/thousands-horsemen-may-have-swept-bronze-age-europe-transforming-local-population" target="_blank" rel="noopener">neuen Berechnung</a> des Genetikers Mattias Jakobsson der Universität von Uppsala kamen auf eine Frau <strong>10 Männer</strong> aus der Steppe.<!--<a href="#_ftn28" name="_ftnref28" class="footn">[28]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">35</sup>
<p><a title="Wolfgang Sauber [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Linz_Schlossmuseum_-_Stein%C3%A4xte.jpg"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/95/Linz_Schlossmuseum_-_Stein%C3%A4xte.jpg/256px-Linz_Schlossmuseum_-_Stein%C3%A4xte.jpg" alt="Linz Schlossmuseum - Steinäxte" width="256" /></a></p>
<p><span class="abb">Bild: Streitäxte der Schnurkeramik.<br />
Bildquelle: Wikimedia Commons</span></p>
<p>Typisch für die Schnurkeramik waren ihre überlegenen Waffen, wegen derer sie auch Streitaxt-Kultur genannt wurde. Ihre Bestattungsweise in Grabhügeln war identisch mit derjenigen in der Steppe.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Reiternomaden aus Zentralasien hinterließen kaum weibliche Spuren im Europäer-Erbgut. Männerüberschuss." src="https://i0.wp.com/www.scinexx.de/wp-content/uploads/0/1/01-32669-einwanderer1.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Reiternomaden aus Zentralasien hinterließen kaum weibliche Spuren im Europäer-Erbgut. Männerüberschuss."  border="1" /><br />
<span class="abb">Karte: &#8222;Reiternomaden aus Zentralasien hinterließen kaum weibliche Spuren im Europäer-Erbgut. Männerüberschuss&#8220;. Quelle: <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/bronzezeit-einwanderung-mit-maennerueberschuss/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de/</a></span></p>
<h2 id="bronzezeit">Bronzezeit &#8211; neue Invasionen aus der Steppe nach Europa und Einfluss auf Mesopotamien</h2>
<p>In der Bronzezeit zogen überwiegend Männer aus der Steppe nach Zentraleuropa nach. Dies konnten die amerikanische Paläogenetikerin Amy Goldberg und ihr Team von der Duke University in Durham beweisen. Auch sie ziehen den Schluss, dass diese Migration von Reiternomaden eher den Charakter eines Eroberungsfeldzugs hatte.<!--<a href="#_ftn29" name="_ftnref29" class="footn">[29]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">36</sup>
<p>Heute finden wir überall in der Landschaft Eurasiens und Japans die Grabhügel der Steppenfürsten und ihrer Nachfahren, die die altansässige Bevölkerung unterjochten, ausbeuteten und ermordeten.<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">37</sup>
<p><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/20/Trakijskata_Grobnica.jpg/640px-Trakijskata_Grobnica.jpg" alt="" width="100%" border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Thrakisches Hügelgrab nahe Pomorje, Bulgarien, ca. 1200 v.u.Z. Bildquelle:<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurgan_(Grabh%C3%BCgel)#/media/Datei:Trakijskata_Grobnica.jpg" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia Commons (user: Polini~commonswiki)</a></span></p>
<p><img decoding="async" title="Sarmatischer Kurgan" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/LYablonskyFilipovkaKurganR1.jpg" alt="Sarmatischer Kurgan" width="100%" border="0" /><br />
<span class="abb"> Bild: Ältester erhaltener Kurgan der Sarmaten, 400 v.u.Z. Bildquelle: <a class="textlink" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:LYablonskyFilipovkaKurganR1.jpg" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia Commons (Fillipovka, S. Urals Archeological dig lead by Russian Academy of Sciences Institute of Anthropology Prof. L.Yablonsky, Summer of 2006)</a></span>.</p>
<p><a title="Hannibal21 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grabhugel_Glauberg.JPG"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/06/Grabhugel_Glauberg.JPG/512px-Grabhugel_Glauberg.JPG" alt="Grabhugel Glauberg" width="100%" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Keltisches Hügelgrab auf dem Glauberg 500 v.u.Z.</span></p>
<p><a title="Saigen Jiro [CC0], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Inariyama_Kofun_(Gyoda),_zenkei.JPG"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0a/Inariyama_Kofun_%28Gyoda%29%2C_zenkei.JPG/512px-Inariyama_Kofun_%28Gyoda%29%2C_zenkei.JPG" alt="Inariyama Kofun (Gyoda), zenkei" width="100%" /></a><br />
<span class="abb">Bild: Japan: Inariyama Kofun in Gyoda, Präfektur Zenkei, 3. &#8211; 7. Jhd. n.u.Z.</span></p>
<p>Die Arbeitsgruppe um Wolfgang Haak wies auch nach, dass schon lange vor der Entstehung der Jamnaja-Kultur ein Austausch der Steppenleute mit Mesopotamien bestand.<!--<a href="#_ftn30" name="_ftnref30" class="footn">[30]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">38</sup> In welche Richtung die genetische Verbindung weist, ist allerdings noch ungeklärt. Es wurde auch schon lange von vielen Forschern die Meinung vertreten, dass die Maikop-Kultur das Rad und den Wagen von dort übernahm. In der Steppe wurde wahrscheinlich der Streitwagen erfunden, sozusagen der erste Panzer, der wiederum in Mesopotamien übernommen wurde.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Feldzüge der Maikop-Kultur nach Mesopotamien (Hypothese) und Richtung Mitteleuropa (nachgewiesen)" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/maikop.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Feldzüge der Maikop-Kultur nach Mesopotamien (Hypothese) und Richtung Mitteleuropa (nachgewiesen)"  border="0" /></p>
<p><span class="abb">Karte: Feldzüge der Maikop-Kultur nach Mesopotamien (Hypothese) und Richtung Mitteleuropa (nachgewiesen)</span></p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Assyrischer Streitwagen" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/streitwagen.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Assyrischer Streitwagen"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bild: Assyrische Krieger mit Pfeil und Bogen auf Streitwagen. Zeichnung eines Flachreliefs aus Nimrud 1852. British Museum. Bildquelle: <a class="textlink" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Assyr_Krieger_auf_Streitwagen.jpg" target="_blank" rel="noopener">Wikimedia Commons (user: Magnus Manske)</a></span></p>
<h2 id="mesopotamien">Überbevölkerung in Mesopotamien &#8211; erste Megacities und ihr patriarchaler Kult</h2>
<p>Es lässt sich nun aus genetischer Sicht noch nicht viel darüber sagen, ob die Patriarchalisierung Mesopotamiens von der Steppe ausging oder indigen einsetzte. Eine ideologisch/theologische Umformung, die zu den ersten Großen Göttinnen und ihren Vegetationsgöttern in Sumer und schließlich zu den babylonischen Hochgöttern führte, geht jedoch aus den frühesten Schriften hervor. Der eingangs erwähnte Atra-Hasis-Mythos stammt aus der Zeit als das fruchtbare Zweistromland die Menschenmassen kaum noch ernähren konnte. Babylon hatte um 1700 v.u.Z. ca. 200.000 Einwohner.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Gilgamesh und Enkidu töten Humbaba" src="https://i0.wp.com/wiki.uiowa.edu/download/attachments/49484768/Enkidu%20and%20Humbaba.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Gilgamesh und Enkidu töten Humbaba"  border="0" /><br />
<span class="abb">Bildquelle: <a class="textlink" href="https://wiki.uiowa.edu/display/theatre/Humbaba+Dramaturgical+Information?preview=%2F49484768%2F49645443%2FEnkidu+and+Gilgamesh+Battle+with+Humbaba.jpg">University of Iowa</a></span></p>
<p>Als erste Megacity der Welt gilt aber das sumerische Uruk, das schon 2000 Jahre früher am Euphrat entstand und ca. 40.000 Einwohner hatte. Das erst in babylonischer Zeit verfasste Gründungsepos von Uruk beschreibt die Heldentaten des König Gilgamesh, der zu einem Drittel menschlich und zu zwei Dritteln göttlich war: Er ermordete (Abb. oben) den Wächter des Waldes der Großen Göttin Inanna, fällte ihre Zedern und verweigerte ihr das Ritual der Heiligen Hochzeit.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" title="Heilige Hochzeit auf einem Rollsiegel" src="https://i0.wp.com/www.gabriele-uhlmann.de/images/exex/Heilige-Hochzeit.jpg?w=1080&#038;ssl=1" alt="Heilige Hochzeit auf einem Rollsiegel"  /></p>
<p><span class="abb">Bild: Heilige Hochzeit. Rollsiegel aus Latakia (Syrien), mittelassyrisch. Bildquelle: <a class="textlink" href="https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/138333/1/Winter_1983_Frau_und_Goettin.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/138333/1/Winter_1983_Frau_und_Goettin.pdf</a></span></p>
<p>Ihr Rachefeldzug gegen ihn endet mit dem Tod seines Freundes Enkidu, was ihm seine eigene Sterblichkeit bewusst macht. Auf der Suche nach Unsterblichkeit trifft er den weisen Utana-pishdi, der ihm eine Flutgeschichte erzählt und ihm rät, erst einmal den Schlaf zu besiegen. Nachdem ihm dies nicht gelingt, sucht Gilgamesch nach dem Kraut der ewigen Jugend, das ihm &#8211; als er es gefunden hat &#8211; eine Schlange wieder entreißt. Er muss einsehen, dass er seinen Ruhm anders begründen muss, kehrt nach Uruk zurück und lässt die Stadtmauer, die er erbaut hat, bestaunen.</p>
<p>Es wurde vermutet, dass das Ritual der Heiligen Hochzeit Ausdruck eines Matriarchates, einer Frauenherrschaft sei. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Heilige Hochzeit ist schon vor dem Hintergrund der unterdrückten <em>female choice</em> der beteiligten Priesterin ein Vergewaltigungsritual, mit dem sich die Herrscher legitimierten und ihre Göttlichkeit und Unsterblichkeit postulierten. Die Unsterblichkeit konnte nur von der Göttin verliehen werden. Genau das wollte der Held Gilgamesh im Mythos nicht wahrhaben. Er hielt die Zurschaustellung seiner Potenz nicht mehr für nötig und wurde dafür gedemütigt. So wurde aus babylonischer Rückschau erklärt, dass Inanna Stadtgöttin des patriarchalischen Uruk war. Unter fortschreitender Patriarchalisierung und auf dem langen Weg zu einer rein männlichen Religion wurde das Ritual schließlich doch entbehrlich und gegen 2300 v.u.Z. schaffte es der akkadische Großkönig Naram-Sin als erster ab.</p>
<p>Durch Eroberungen wurde die Zahl der männlichen und weiblichen Gottheiten im Pantheon immer größer. Nach und nach wurden alle Muttergöttinnen mythographisch zu Töchtern oder Geliebten von Vatergöttern degradiert.</p>
<p><a title="editor Austen Henry Layard , drawing by L. Gruner [Public domain], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chaos_Monster_and_Sun_God.png"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c3/Chaos_Monster_and_Sun_God.png/512px-Chaos_Monster_and_Sun_God.png" alt="Chaos Monster and Sun God" width="100%" /></a></p>
<p><span class="abb">Bild: Marduk tötet die dämonisierte Urmutter Tiamat. Bildquelle: Wikimedia Commons</span></p>
<p>Schon damals wurde über weibliche Leichen gegangen. Nachdem die Muttergöttinnen dämonisiert und ermordert waren, wie hier z.B. die Urmutter Tiamat von dem babylonischen Hochgott Marduk, stand am Ende der Entwicklung ein einziger männlicher Gott. Die Überbevölkerung im Pantheon wurde damit zwar besiegt, nicht aber die auf Erden. Denn der einsame Vater-Gott befahl: Seid fruchtbar und mehret euch!</p>
<p>Neben sich duldet er aber niemanden mehr außer seinem Sohn, dem guten Hirten.</p>
<h2 id="exfc">Bevölkerungsexplosion und Patriarchat mit der Female Choice stoppen</h2>
<p>Damit komme ich langsam zum Schluss. Eine konstante Bevölkerungszahl ist ein Menschheitsrecht, das wir als solches noch gar nicht erkannt haben, denn nur sie verhindert die Ausbeutung der Erde und damit die Bedrohung der eigenen Existenz. Mit der Aushebelung der <em>female choice</em> von Menschen, Tieren und Pflanzen schufen Männer eine neue Welt voller Leid. Zwar gelang ihnen damit, zunächst eigentlich unbewohnbare Teile der Erde zu bevölkern, aber zu einem hohen Preis, den die Menschenkinder und die Ökosysteme bis heute bezahlen müssen.</p>
<p>Die Überbevölkerung und ihre Kompensationen verursachen das Artensterben und den Klimawandel.<br />
Die gute Nachricht lautet: Sie lässt sich mit der Sicherstellung der <em>female choice</em> und einer matrifokalen Sozialordnung in den Griff bekommen.<br />
Die schlechte Nachricht lautet: Es ist extrem schwer, den Männern und auch Frauen klarzumachen, dass es die gelebte Vaterschaft selbst ist, die das Unheil anrichtet. Bei uns wird der sog. neue Vater sogar mit Preisen überhäuft. Aber um nur einen einzigen lieben Vater kennenzulernen, brauchen wir ein ganzes gewalttätiges System um ihn herum, und niemand kann vorhersagen, zu was er sich einst entpuppt, wenn sich die Mutter von ihm trennen will. Um nur ein einziges solches Exemplar zu schützen, nehmen wir die vielen Väter in Kauf, die das Patriarchat immer wieder mit allen Mitteln erneuern.</p>
<p>Wir müssen begreifen, dass die Idee der Patrilinearität nur unter der erzwungenen Patrilokalität umgesetzt werden kann. Um ihre genetischen Kinder erziehen zu können, <strong>müssen</strong> Väter Gewalt ausüben &#8211; ob tätlich oder gesetzlich. Männer leisten sich mit der Vaterschaft einen Luxus, der gar nicht zu verantworten ist. Schließlich erweist sich die Familie bis heute als der gefährlichste Ort für Mütter und Kinder. Auch Männer leiden von Kindheit an. Die Familie dient nicht in erster Linie dem Wohle des Nachwuchses, sondern dem des Vaters und seines Lebenswerkes, wie schon seit dem Beginn in der Steppe.</p>
<p>Weil uns, Männern wie Frauen, die Matrifokalität angeboren ist, weil Mütter von Natur aus niemals freiwillig patrilokal leben würden, weil Frauen von Männern in die Patrilokalität entführt wurden und bis heute werden, und wir durch gesellschaftlichen Druck immer aufs Neue aus unseren matrilinearen Sippen gerissen werden, müssen wir den Schluss ziehen, dass wir im Grunde alle Entführungsopfer sind, auch wenn wir unsere Väter lieben und glauben, freiwillig in die Ehe zu gehen. Die Paarbindung ist so freiwillig wie das Kopftuch, das ein Symbol für die Patrilokalität ist und ein Bekenntnis zur Patrilinearität, ganz so wie der erklärte Wille der meisten Ehefrauen, ihren Nachnamen aufzugeben und den des Ehemannes anzunehmen.</p>
<p>Wie die Patriarchatsforscherin Stephanie Gogolin <!--<a href="#_ftn31" name="_ftnref31" class="footn">[31]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">39</sup> es nennt, sind wir dem kollektiven Stockholm-Syndrom verfallen, daher kooperieren wir mit unseren Entführern.<!--<a href="#_ftn32" name="_ftnref32" class="footn">[32]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">40</sup> Wir haben dabei auch ein seltsames Gerechtkeitsverständnis entwickelt, das auf der Ideologie der Zucht und des Rassegedankens beruht, und so einem Vater seine genetischen Kinder sichert und ihm die Möglichkeit gibt, noch auf die Väter seiner Enkelkinder Einfluss zu nehmen. Es wird dabei auch deutlich, dass der allgemeine Rassismus letztlich auf dem Sexismus gegen Frauen beruht, und nicht umgekehrt. Sexismus ist die Urform und Ursache der Diskriminierung.<br />
Es ist klar, dass ein System, das buchstäblich so tief eingebrannt ist, nicht von heute auf Morgen verschwindet. Wir erleben sogar gerade, wie unsere Politikerinnen auf Druck von gewaltbereiten Vaterrechtlern alleinerziehenden Müttern das im Grundgesetz verankerte Recht auf Freiheit der Wohnung wegnehmen, weil sich herausstellte, dass das Patriarchat in Gefahr geriet. Unsere Gleichstellungspolitik kann, das wird hier deutlich, nicht nachhaltig sein, solange das Dogma der Vaterschaft existiert.<br />
Auch im Angesicht der Globalisierung ist es nur mit Aufklärung und unendlich viel Zeit möglich, das Patriarchat, das die Meisten in der Tat nur als &#8222;das System&#8220; oder &#8222;Kapitalismus&#8220; benennen können, irgendwann wieder loszuwerden. Der Club of Rome, der die Überbevölkerung als einzige Instanz immer wieder anprangert, macht nur hilflose ja bizarre Vorschläge. Auch aus der UNO kommt dazu kein sinnvoller Impuls. Doch die Menschheit steht vor dem Kollaps und es bleibt uns, wenn überhaupt, nur wenig Zeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 id="literatur">Literatur</h2>
<ul id="liste4">
<li>Ansede, Manuel: The invasion that wiped out every man from Spain 4,500 years ago. Aus: EL PAÍS online vom 4.10.2018, Englisch von Melissa Kitson <a href="https://english.elpais.com/elpais/2018/10/03/inenglish/1538568010_930565.html" target="_blank" rel="noopener">https://english.elpais.com/elpais/2018/10/03/inenglish/1538568010_930565.html</a></li>
<li>Beise, Jan; Voland, Eckart: Warum gibt es Großmütter? In: Spektrum der Wissenschaft 1|2003. S. 48-53. <a class="textlink" href="https://www.spektrum.de/magazin/warum-gibt-es-grossmuetter/829410" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/magazin/warum-gibt-es-grossmuetter/829410</a></li>
<li>Blaffer Hrdy, Sarah: Mutter Natur. Die weibliche Seite der Evolution. Berlin 2010a. Am. Original-Ausgabe: Mothers, Infants, and Natural Selektion. New York 1999</li>
<li>Blaffer Hrdy, Sarah: Mütter und Andere. Wie uns die Evolution zu sozialen Wesen gemacht hat. Berlin 2010b. Am. Original-Ausgabe: Mothers and Others. The Evolutionary Origins of Mutual Understanding. Harvard University Press 2009</li>
<li>Duffy, Paul R. <em>et al.</em>: Five thousand years of inequality in the Carpathian Basin. In: Science Advances<br />
06.08.2025, Vol 11, Issue 32 <a href="https://doi.org/10.1126/sciadv.adu0323" target="_blank" rel="noopener">DOI: 10.1126/sciadv.adu0323</a></li>
<li>Feldman, M. <em>et al.</em>: Late Pleistocene human genome suggests a local origin for the first farmers of central Anatolia. Nature Communications 10, Article number: 1218 (2019) 19.3.2019 <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-019-09209-7" target="_blank" rel="noopener">https://www.nature.com/articles/s41467-019-09209-7</a> abgerufen am 5.5.2019</li>
<li>Fischer, Lars: Das Massengrab von Koszyce. Aus: Spektrum online vom 6.5.2019 <a href="https://www.spektrum.de/news/das-massengrab-von-koszyce/1643358" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/news/das-massengrab-von-koszyce/1643358</a></li>
<li>Gibbons, Ann: Thousands of horsemen may have swept into Bronze Age Europe, transforming the local population. Aus: SCIENCE online vom 12.2.2017 <a href="https://www.sciencemag.org/news/2017/02/thousands-horsemen-may-have-swept-bronze-age-europe-transforming-local-population" target="_blank" rel="noopener">https://www.sciencemag.org/news/2017/02/thousands-horsemen-may-have-swept-bronze-age-europe-transforming-local-population</a></li>
<li>Gimbutas, Marija: Die Zivilisation der Göttin. Die Welt des Alten Europa. Frankfurt a. M. 1996. Am. Original-Ausgabe: The Civilization of the Goddess. The World of Old Europe. New York 1991</li>
<li>Götting, Eva: Exportschlager Dämon? Zur Verbreitung altorientalischer Lamaštu-Amulette. S. 439. In: Göbel, J.; Zech, T. (Hrsg.): Exportschlager: Kultureller Austausch, wirtschaftliche Beziehungen und transnationale Entwicklungen in der antiken Welt. Humboldts studentische Konferenz der Altertumswissenschaften. Berlin 2009. S. 437-456<br />
<a href="https://www.academia.edu/1822803/Exportschlager_D%C3%A4mon_Zur_Verbreitung_Altorientalischer_Lama%C5%A1tu-Amulette" target="_blank" rel="noopener">https://www.academia.edu/1822803/Exportschlager_D%C3%A4mon_Zur_Verbreitung_Altorientalischer_Lama%C5%A1tu-Amulette</a></li>
<li>Gogolin, Stephanie: Das patriarchale Stockholm-Syndrom Teil I. Das kollektive Stockholm-Syndrom in der Patriarchose. <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2019/09/06/das-patriarchale-stockholm-syndrom/" target="_blank" rel="noopener">Online-Ressource</a> vom und abgerufen am 6.9.2019</li>
<li>Gogolin, Stephanie: Das patriarchale Stockholm-Syndrom Teil II. Die Ehe &#8211; ein verinnerlichtes Stockholm-Syndrom. <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2019/10/13/das-patriarchale-stockholm-syndrom-teil-ii/" target="_blank" rel="noopener">Online-Ressource</a> vom und abgerufen am 13.10.2019</li>
<li>Goldberg, Amy <em>et al.</em>: Ancient X chromosomes reveal contrasting sex bias in Neolithic and Bronze Age Eurasian migrations. PNAS March 7, 2017 114 (10) 2657-2662; published ahead of print February 21, 2017</li>
<li>Gronenborn, Detlef: Klimainduzierte Umweltkrisen und ihre soziopolitischen Auswirkungen auf prähistorische Gesellschaften In: Daim, F.; Gronenborn, D.; Schreg, R. (hrsg.), Strategien zum Überleben. Umweltkrisen und ihre Bewältigung. RGZM Tagungen 11., 2011, S. 111-127 <a href="https://www.researchgate.net/publication/230704707_Klimainduzierte_Umweltkrisen_und_ihre_soziopolitischen_Auswirkungen_auf_prahistorische_Gesellschaften" target="_blank" rel="noopener">https://www.researchgate.net/publication/230704707_Klimainduzierte_Umweltkrisen_und_ihre_soziopolitischen_Auswirkungen_auf_prahistorische_Gesellschaften</a></li>
<li>Haak, Wolfgang <em>et al.</em>: Massive migration from the steppe is a source for Indo-European languages in Europe In: Nature 522, S. 207-211 (11.6.2015) <a href="https://www.nature.com/articles/nature14317" target="_blank" rel="noopener">https://www.nature.com/</a> abgerufen am 5.5.2019</li>
<li>Hawkes, Kristen: Human longevity: The grandmother effect. Editorial. Nature 2004 (428): 128-9. doi:10.1038/428128a<br />
<a href="https://www.nature.com/nature/journal/v428/n6979/full/428128a.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.nature.com</a></li>
<li>Jarus, Owen: No Family Plots, Just Communal Burials In Ancient Settlement. Aus: <a href="https://www.livescience.com/14824-communal-human-burials-ancient-settlement.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.livescience.com/</a> 29.6.2011. Abgerufen: 1.10.2018</li>
<li>Jeunesse, Christian: The fifth millennium BC in central Europe. Minor changes, structural continuity: a period of cultural stability. In: Gleser, Ralf; Hofmann, Daniela: Contacts, Boundaries &amp; Innovation in the Fifth Millenium. Exploring Developed Neolithic societies in central Europe. Leiden 2019</li>
<li>Jeunesse, Chr.; Seidel, U.: Die Erdwerke der Michelsberger Kultur. In : Die Michelsberger Kultur und Mitteleuropa vor 6000 Jahren, catalogue d&#8217;exposition, Badisches Landesmuseum, Karlsruhe 2010, 58-69 <a href="https://www.academia.edu/7382134/45_Die_Erdwerke_der_Michelsberger_Kultur" target="_blank" rel="noopener">https://www.academia.edu/7382134/45_Die_Erdwerke_der_Michelsberger_Kultur</a></li>
<li>Karmin, M. <em>et al.</em>: A recent bottleneck of Y chromosome diversity coincides with a global change in culture. In: Genome Research 2015; 25(4):459-466. doi:10.1101/gr.186684.114<br />
<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4381518/" target="_blank" rel="noopener">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4381518/</a> Abgerufen: 1.10.2018</li>
<li>Larsen, Clark Spencer <em>et al.</em>: Bioarchaeology of Neolithic Çatalhöyük reveals fundamental transitions in health, mobility, and lifestyle in early farmers. In: <a href="https://www.pnas.org/content/116/26/12615" target="_blank" rel="noopener">PNAS June 25, 2019 116 (26) 12615-12623</a>; first published June 17, 2019 <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1904345116" target="_blank" rel="noopener">https://doi.org/10.1073/pnas.1904345116</a> vom 29.06.2019, abgerufen am 30.06.2019</li>
<li>MDR 2025: Vor 8.000 Jahren &#8211; Landwirtschaft führte nicht automatisch zu Ungleichheit. Online-Ressource vom 07.08.2025 auf <a href="https://www.mdr.de/wissen/archaeologie-fruehgeschichte/landwirtschaft-bedeutet-nicht-automatisch-ungleichheit-100.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.mdr.de/wissen/archaeologie-fruehgeschichte/landwirtschaft-bedeutet-nicht-automatisch-ungleichheit-100.html</a> abgerufen am 13.08.2025</li>
<li>Meadows, Donella; Meadows, Dennis; Randers, J.; Behrens III, W.: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Aus dem Amerikanischen von Hans-Dieter Heck. Stuttgart 1972</li>
<li>Meseg-Rutzen, Gabriele: In Europa lebten im frühen Jungpaläolithikum im Schnitt nur 1.500 Menschen <a href="https://idw-online.de/de/news711519" target="_blank" rel="noopener">https://idw-online.de/de/news711519</a></li>
<li>MPG 2019:<a href="https://www.shh.mpg.de/1237022/anatolia-neolithic-transition" target="_blank" rel="noopener">https://www.shh.mpg.de/1237022/anatolia-neolithic-transition</a> abgerufen am 5.5.2019</li>
<li>MPI für Menschheitsgeschichte: Kaukasus: Kultureller Austausch über biologische Grenzen hinweg. <a href="https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak" target="_blank" rel="noopener">https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak</a> abgerufen am 5.5.2019</li>
<li>Osterkamp, Jan: &#8222;Indoeuropäisch kommt aus der Steppe&#8220;. In: Spektrum- Online vopm 04.03.2015, <a href="https://www.spektrum.de/news/indoeuropaeisch-kommt-aus-der-steppe/1335235 class=" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/</a></li>
<li>Perras, Arne: Wie rabiat Indien gegen Überbevölkerung vorgeht. Aus: Süddeutsche Zeitung online vom 7. Juni 2017 <a class="textlink" href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/demografie-wie-rabiat-indien-gegen-ueberbevoelkerung-vorgeht-1.3537692" target="_blank" rel="noopener">https://www.sueddeutsche.de/wissen/demografie-wie-rabiat-indien-gegen-ueberbevoelkerung-vorgeht-1.3537692</a> abgerufen am 2.4.2019</li>
<li>Podbregar, Nadja nach Berbesque, J. Colette; Marlowe, Frank W.; Shaw, Peter; Thompson, Peter: Hunter-gatherers have less famine than agriculturalists. <a href="https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsbl.2013.0853" target="_blank" rel="noopener">https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsbl.2013.0853</a> 01.01.2014. In: Urmenschen: Hungern als Ausnahme. <a href="https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/urmenschen-hungern-als-ausnahme/" target="_blank" rel="noopener">https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/urmenschen-hungern-als-ausnahme/</a> vom 8. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2019</li>
<li>Prum, Richard O.: The Evolution of Beauty: How Darwin&#8217;s Forgotten Theory of Mate Choice Shapes the Animal World &#8211; and Us. New York 2017</li>
<li>Randers, Jørgen; Maxton, Graeme: Ein Prozent ist genug: Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen. München 2016 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Prozent_ist_genug" target="_blank" rel="noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Prozent_ist_genug</a></li>
<li>Römer, Jörg: Ausgrabungen belegen wie ein Klimawandel das leben veränderte. SPIEGEL online vom 14.08.2018 <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tuerkei-ausgrabungen-belegen-wie-ein-klimawandel-das-leben-veraenderte-a-1222964.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tuerkei-ausgrabungen-belegen-wie-ein-klimawandel-das-leben-veraenderte-a-1222964.html</a></li>
<li>Roffet-Salque, M. <em>et al.</em>: Evidence for the impact of the 8.2-kyBP climate event on Near Eastern early farmers. In: PNAS August 28, 2018 115(35) 8705-8709; 13.8.2018 <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1803607115" target="_blank" rel="noopener">https://doi.org/10.1073/pnas.1803607115</a> abgerufen am 5.5.2019</li>
<li>Schlichtherle, Helmut: Kultbilder in den Pfahlbauten des Bodensees. In: Jungsteinzeit im Umbruch. Die Michelsberger Kultur und Mitteleuropa vor 6000 Jahren. Darmstadt 2010, S. 266-277</li>
<li>Schulz, Matthias: Multikulti in der Steinzeit. In: DER SPIEGEL 6/2015 <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/multikulti-in-der-steinzeit-a-95a20604-0002-0001-0000-000131578982" target="_blank" rel="noopener">https://www.spiegel.de/wissenschaft/multikulti-in-der-steinzeit-a-95a20604-0002-0001-0000-000131578982</a></li>
<li>Small, Meredith F.: Female Choices. Sexual Behavior of Female Primates. Cornell University Press 1995</li>
<li>SU (Stanford University): Mysteriöser Männerschwund in der Steinzeit. Dezimierten Stammeskriege die genetische Vielfalt des Y-Chromosoms vor 7.000 Jahren? Online-Resource: <a href="https://www.wissenschaft.de/scinexx/wissen-aktuell-22794-2018-06-04.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.wissenschaft.de/scinexx/</a>. Abgerufen am 1.10.2018</li>
<li>Sugiyama, Michelle S.: Fitness Costs of Warfare for Women. In: Human Nature 25(4), November 2014, <a href="10.1007/s12110-014-9216-1" target="_blank" rel="noopener">DOI: 10.1007/s12110-014-9216-1</a> Artikel in &#8222;WELT online&#8220;: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article134678970/So-wehren-sich-gefangene-Frauen-gegen-die-Peiniger.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.welt.de/geschichte/article134678970/So-wehren-sich-gefangene-Frauen-gegen-die-Peiniger.html</a></li>
<li>Sypien, Michael: Der Club of Rome und die Grenzen des Wachstums. Seminararbeit. Otto-Friedrich-Universität Bamberg WS 2008/09. Lehrstuhl für Geographie. <a href="https://www.grin.com/document/127836" target="_blank" rel="noopener">https://www.grin.com/document/127836</a></li>
<li>UC (University of Cambridge): Türkei: &#8222;Wiege der Metallurgie&#8220; war keine Kupferschlacke aus der Steinzeit-Siedlung Çatalhöyük entstand wohl zufällig. 16.08.2017 &#8211; DAL <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/" target="_blank" rel="noopener"><br />
https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/</a><br />
Originalveröffentlichung: Journal of Archaeological Science, 2017. <a href="10.1016/j.jas.2017.07.001" target="_blank" rel="noopener">doi: 10.1016/j.jas.2017.07.001</a></li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht. Zur Instrumentalisierung der Ur- und Frühgeschichte. Norderstedt 2012</li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat. Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt. Norderstedt 2015</li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Female choice &#8211; unser unbekanntes Menschenrecht. Online-Resource seit 2015: <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice" target="_blank" rel="noopener">https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice</a></li>
<li>UM (Universität Mainz): &#8222;Mitteleuropäer haben gemischte Ahnen &#8211; Wildbeuter und eingewanderte Ackerbauern lebten 2.000 Jahre lang gemeinsam&#8220; vom 11.10.2013. Online-Ressource <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitteleuropaeer-haben-gemischte-ahnen/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de/</a></li>
<li>Valde-Nowak P.; Kienlin, T. L.: Neolithische Transhumanz in den Mittelgebirgen. Ein Survey im westlichen Schwarzwald. Prähistorische Zeitschrift 77, 2002, 29-75.</li>
<li>Voland, Eckart; Beise, Jan: Opposite Effects of Maternal and Paternal Grandmothers on Infant Survival in Historical Krummhörn. In: Behavioral Ecology and Sociobiology, Bd. 52, S. 435, 2002a</li>
<li>Voland, Eckart; Beise, Jan: A Multilevel Event History Analysis of the Effects of Grandmothers in Child Mortality in a Historical German Population (Krummhörn, Ostfriesland, 1720-1874). In: Demographic Research, Bd. 7, Article 13, 2002b</li>
<li>Zeng, Tian Chen <em>et al.</em>: Cultural hitchhiking and competition between patrilineal kin groups explain the post-Neolithic Y-chromosome bottleneck. In: Nature Communications Volume 9, Article number: 2077 (2018) <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-018-04375-6" target="_blank" rel="noopener">https://www.nature.com/articles/s41467-018-04375-6</a> Abgerufen am 1.10.2018</li>
</ul>
<p><!--FUSSNOTEN:

<a href="#_ftnref1" name="_ftn1" class="footn">[1]</a> [mfn]Meadows, Donella; Meadows, Dennis; Randers, J.; Behrens III, W.: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Aus dem Amerikanischen von Hans-Dieter Heck. Stuttgart 1972[/mfn]

<a href="#_ftnref2" name="_ftn2" class="footn">[2]</a> Perras, Arne: Wie rabiat Indien gegen &Uuml;berbev&ouml;lkerung vorgeht. Aus: S&uuml;ddeutsche Zeitung online vom 7. Juni 2017 <a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/demografie-wie-rabiat-indien-gegen-ueberbevoelkerung-vorgeht-1.3537692" target="_blank" rel="noopener">https://www.sueddeutsche.de/wissen/demografie-wie-rabiat-indien-gegen-ueberbevoelkerung-vorgeht-1.3537692</a> abgerufen am 2.4.2019

<a href="#_ftnref3" name="_ftn3" class="footn">[3]</a> Sypien, Michael: Der Club of Rome und die Grenzen des Wachstums. Seminararbeit. Otto-Friedrich-Universit&auml;t Bamberg WS 2008/09. Lehrstuhl f&uuml;r Geographie. S. 5 <a href="https://www.grin.com/document/127836" target="_blank" rel="noopener">https://www.grin.com/document/127836</a>

<a href="#_ftnref4" name="_ftn4" class="footn">[4]</a> Randers, J&oslash;rgen; Maxton, Graeme: Ein Prozent ist genug: Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bek&auml;mpfen. M&uuml;nchen 2016 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Prozent_ist_genug" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Prozent_ist_genug</a>

<a href="#_ftnref5" name="_ftn5" class="footn">[5]</a> G&ouml;tting, Eva: Exportschlager D&auml;mon? Zur Verbreitung altorientalischer Lama&scaron;tu-Amulette. S. 439. In: G&ouml;bel, J.; Zech, T. (Hrsg.): Exportschlager: Kultureller Austausch, wirtschaftliche Beziehungen und transnationale Entwicklungen in der antiken Welt. Humboldts studentische Konferenz der Altertumswissenschaften. Berlin 2009. S. 437-456 <a href="https://www.academia.edu/1822803/Exportschlager_D%C3%A4mon_Zur_Verbreitung_Altorientalischer_Lama%C5%A1tu-Amulette" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.academia.edu/1822803/Exportschlager_D%C3%A4mon_Zur_Verbreitung_Altorientalischer_Lama%C5%A1tu-Amulette</a>

<a href="#_ftnref6" name="_ftn6" class="footn">[6]</a> Small , Meredith M.: Female Choices. Sexual Behavior of Female Primates. 1995

<a href="#_ftnref7" name="_ftn7" class="footn">[7]</a> Prum, Richard O.: The Evolution of Beauty. How Darwin's Forgotten Theory of Mate Choice Shapes the Animal World - and Us. New York 2017

<a href="#_ftnref8" name="_ftn8" class="footn">[8]</a> Blaffer Hrdy, Sarah: M&uuml;tter Natur. Die weibliche Seite der Evolution. Berlin 2010, S. 233 f.

<a href="#_ftnref9" name="_ftn9" class="footn">[9]</a> Beise, Jan; Voland, Eckart: Warum gibt es Gro&szlig;m&uuml;tter? In: Spektrum der Wissenschaft 1|2003. S. 48-53. <a href="https://www.spektrum.de/magazin/warum-gibt-es-grossmuetter/829410" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/magazin/warum-gibt-es-grossmuetter/829410</a>

<a href="#_ftnref10" name="_ftn10" class="footn">[10]</a> Podbregar, Nadja nach Berbesque, J. Colette; Marlowe, Frank W.; Shaw, Peter; Thompson, Peter: Hunter-gatherers have less famine than agriculturalists. <a href="https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsbl.2013.0853" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsbl.2013.0853</a> 01.01.2014. In: Urmenschen: Hungern als Ausnahme. <a href="https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/urmenschen-hungern-als-ausnahme/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/urmenschen-hungern-als-ausnahme/</a> vom 8. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2019

<a href="#_ftnref11" name="_ftn11" class="footn">[11]</a> Vgl. Meseg-Rutzen, Gabriele: In Europa lebten im fr&uuml;hen Jungpal&auml;olithikum im Schnitt nur 1.500 Menschen<a href="https://idw-online.de/de/news711519" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://idw-online.de/de/news711519</a>

<a href="#_ftnref12" name="_ftn12" class="footn">[12]</a> Jarus, Owen: No Family Plots, Just Communal Burials In Ancient Settlement. <a href="https://www.livescience.com/14824-communal-human-burials-ancient-settlement.htm" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.livescience.com/14824-communal-human-burials-ancient-settlement.html</a> abgerufen am 10.11.2019

<a href="#_ftnref13" name="_ftn13" class="footn">[13]</a> Clark Spencer Larsen, Christopher J. Kn&uuml;sel, Scott D. Haddow, Marin A. Pilloud, Marco Milella, Joshua W. Sadvari, Jessica Pearson, Christopher B. Ruff, Evan M. Garofalo, Emmy Bocaege, Barbara J. Betz, Irene Dori, and Bonnie Glencross: Bioarchaeology of Neolithic &Ccedil;atalh&ouml;y&uuml;k reveals fundamental transitions in health, mobility, and lifestyle in early farmers. In: <a href="https://www.pnas.org/content/116/26/12615" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">PNAS June 25, 2019 116 (26) 12615-12623</a>; first published June 17, 2019 <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1904345116" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://doi.org/10.1073/pnas.1904345116</a> vom 29.06.2019, abgerufen am 30.06.2019

<a href="#_ftnref14" name="_ftn14" class="footn">[14]</a> <a href="https://www.shh.mpg.de/1237022/anatolia-neolithic-transition" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.shh.mpg.de/1237022/anatolia-neolithic-transition</a> abgerufen am 5.5.2019, siehe auch: Feldman, M. et al.: Late Pleistocene human genome suggests a local origin for the first farmers of central Anatolia. Nature Communications 10, Article number: 1218 (2019) 19.3.2019 <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-019-09209-7" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.nature.com/articles/s41467-019-09209-7</a> abgerufen am 5.5.2019

<a href="#_ftnref15" name="_ftn15" class="footn">[15]</a> Podbregar, Nadja nach Berbesque, J. Colette; Marlowe, Frank W.; Shaw, Peter; Thompson, Peter: Hunter-gatherers have less famine than agriculturalists. <a href="https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsbl.2013.0853" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsbl.2013.0853</a> 01.01.2014. In: Urmenschen: Hungern als Ausnahme. <a href="https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/urmenschen-hungern-als-ausnahme/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/urmenschen-hungern-als-ausnahme/</a> vom 8. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2019

<a href="#_ftnref16" name="_ftn16" class="footn">[16]</a> <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tuerkei-ausgrabungen-belegen-wie-ein-klimawandel-das-leben-veraenderte-a-1222964.html" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tuerkei-ausgrabungen-belegen-wie-ein-klimawandel-das-leben-veraenderte-a-1222964.html</a>, siehe auch: Roffet-Salque, M. et al.: Evidence for the impact of the 8.2-kyBP climate event on Near Eastern early farmers. In: PNAS August 28, 2018 115(35) 8705-8709; 13.8.2018 <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1803607115" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://doi.org/10.1073/pnas.1803607115</a> abgerufen am 5.5.2019

<a href="#_ftnref17" name="_ftn17" class="footn">[17]</a> University of Cambridge: T&uuml;rkei: &quot;Wiege der Metallurgie&quot; war keine Kupferschlacke aus der Steinzeit-Siedlung &Ccedil;atalh&ouml;y&uuml;k entstand wohl zuf&auml;llig. 16.08.2017 - DAL <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">
https://www.scinexx.de/news/biowissen/tuerkei-wiege-der-metallurgie-war-keine/</a>
Originalver&ouml;ffentlichung: Journal of Archaeological Science, 2017. <a href="10.1016/j.jas.2017.07.001" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">doi: 10.1016/j.jas.2017.07.001</a>

<a href="#_ftnref18" name="_ftn18" class="footn">[18]</a> Vgl. Osterkamp, Jan: "Indoeurop&auml;isch kommt aus der Steppe". In: Spektrum- Online vopm 04.03.2015, <a href="https://www.spektrum.de/news/indoeuropaeisch-kommt-aus-der-steppe/1335235 class="textlink" target="_blank" class="textlink">https://www.spektrum.de/</a>

Siehe auch: Wolfgang Haak et al.: Massive migration from the steppe is a source for Indo-European languages in Europe In: Nature 522, S. 207-211 (11.6.2015) <a href="https://www.nature.com/articles/nature14317" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.nature.com/</a> abgerufen am 5.5.2019

<a href="#_ftnref19" name="_ftn19" class="footn">[19]</a> Gronenborn, Detlef: Klimainduzierte Umweltkrisen und ihre soziopolitischen Auswirkungen auf pr&auml;historische Gesellschaften In: F. Daim / D. Gronenborn / R. Schreg (hrsg.), Strategien zum &Uuml;berleben. Umweltkrisen und ihre Bew&auml;ltigung. RGZM Tagungen 11., 2011, Abb. 4, S. 116

<a href="#_ftnref20" name="_ftn20" class="footn">[20]</a> Vgl. Universit&auml;t Mainz: "Mitteleurop&auml;er haben gemischte Ahnen - Wildbeuter und eingewanderte Ackerbauern lebten 2.000 Jahre lang gemeinsam" vom 11.10.2013. <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitteleuropaeer-haben-gemischte-ahnen/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.scinexx.de/</a>

<a href="#_ftnref21" name="_ftn21" class="footn">[21]</a> P. Valde-Nowak/T. L. Kienlin: Neolithische Transhumanz in den Mittelgebirgen. Ein Survey im westlichen Schwarzwald. Pr&auml;historische Zeitschrift 77, 2002, 29-75.

<a href="#_ftnref22" name="_ftn22" class="footn">[22]</a> Karmin, M.; Saag, L.; Vicente M.; et al.: "A recent bottleneck of Y chromosome diversity coincides with a global change in culture." In: Genome Res. 2015;25(4):459-466. doi:10.1101/gr.186684.114

<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4381518/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4381518/</a>; Zeng, Tian Chen; Aw, Alan J.; Feldman, Marcus W.: Cultural hitchhiking and competition between patrilineal kin groups explain the post-Neolithic Y-chromosome bottleneck. Nature Communications Volume 9. <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-018-04375-6" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">Article number: 2077 (2018)</a>

<a href="#_ftnref23" name="_ftn23" class="footn">[23]</a> Gronenborn, Detlef: Klimainduzierte Umweltkrisen und ihre soziopolitischen Auswirkungen auf pr&auml;historische Gesellschaften In: F. Daim / D. Gronenborn / R. Schreg (hrsg.), Strategien zum &Uuml;berleben. Umweltkrisen und ihre Bew&auml;ltigung. RGZM Tagungen 11., 2011, Abb. 5, S. 119

<a href="#_ftnref24" name="_ftn24" class="footn">[24]</a> Jeunesse, Christian: The fifth millennium BC in central Europe. Minor changes, structural continuity: a period of cultural stability. In: Gleser, Ralf; Hofmann, Daniela: Contacts, Boundaries &amp; Innovation in the Fifth Millenium. Exploring Developed Neolithic societies in central Europe. Leiden 2019

Jeunesse, Chr.; Seidel, U.: Die Erdwerke der Michelsberger Kultur. In : Die Michelsberger Kultur und Mitteleuropa vor 6000 Jahren, catalogue d'exposition, Badisches Landesmuseum, Karlsruhe 2010, 58-69 <a href="https://www.academia.edu/7382134/45_Die_Erdwerke_der_Michelsberger_Kultur" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.academia.edu/7382134/45_Die_Erdwerke_der_Michelsberger_Kultur</a>

<a href="#_ftnref25" name="_ftn25" class="footn">[25]</a> Vgl. Schlichtherle, Helmut: Kultbilder in den Pfahlbauten des Bodensees. In: Jungsteinzeit im Umbruch. Die Michelsberger Kultur und Mitteleuropa vor 6000 Jahren. Darmstadt 2010, S. 266-277

<a href="#_ftnref26" name="_ftn26" class="footn">[26]</a> Vgl. MPI f&uuml;r Menschheitsgeschichte: Kaukasus: Kultureller Austausch &uuml;ber biologische Grenzen hinweg. <a href="https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak</a> abgerufen am 5.5.2019

<a href="#_ftnref27" name="_ftn27" class="footn">[27]</a> Gimbutas, Marija: Die Zivilisation der G&ouml;ttin, Frankfurt a.M. 1996 (am. Originalausg. 1991, S. 381

<a href="#_ftnref28" name="_ftn28" class="footn">[28]</a> Vgl. <a href="https://www.sciencemag.org/news/2017/02/thousands-horsemen-may-have-swept-bronze-age-europe-transforming-local-population" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.sciencemag.org/news/2017/02/thousands-horsemen-may-have-swept-bronze-age-europe-transforming-local-population</a>

<a href="#_ftnref29" name="_ftn29" class="footn">[29]</a> Vgl. Goldberg, Amy; G&uuml;nther, Torsten; Rosenberg, Noah A.; Jakobsson, Mattias: Ancient X chromosomes reveal contrasting sex bias in Neolithic and Bronze Age Eurasian migrations <a href="https://www.pnas.org/content/114/10/2657" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">PNAS 7.3.2017</a>, 114 (10), S. 2657-2662; Online 21.2.2017 <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1616392114" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://doi.org/10.1073/pnas.1616392114</a> . Abgerufen am 1.10.2018

<a href="#_ftnref30" name="_ftn30" class="footn">[30]</a> Vgl. <a href="https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak" class="textlink" target="_blank" rel="noopener">https://www.shh.mpg.de/1197459/pr-caucasus-haak</a> abgerufen am 5.5.2019

<a href="#_ftnref31" name="_ftn31" class="footn">[31]</a> Vgl. Gogolin, Stephanie: <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2019/09/06/das-patriarchale-stockholm-syndrom/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">Das patriarchale Stockholm-Syndrom Teil I. Das kollektive Stockholm-Syndrom in der Patriarchose</a> Online-Ressource: abgerufen am 6.9.2019 und Gogolin, Stephanie: <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2019/09/06/das-patriarchale-stockholm-syndrom/" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">Das patriarchale Stockholm-Syndrom Teil II. Die Ehe - ein verinnerlichtes Stockholm-Syndrom</a> Online-Ressource: abgerufen am 13.10.2019

<a href="#_ftnref32" name="_ftn32" class="footn">[32]</a> [mfn]Sugiyama, Michelle S.: Fitness Costs of Warfare for Women. In: Human Nature 25(4), November 2014, <a href="10.1007/s12110-014-9216-1" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">DOI: 10.1007/s12110-014-9216-1</a> Artikel in der WELT-online: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article134678970/So-wehren-sich-gefangene-Frauen-gegen-die-Peiniger.html" target="_blank" class="textlink" rel="noopener">https://www.welt.de/geschichte/article134678970/So-wehren-sich-gefangene-Frauen-gegen-die-Peiniger.html</a>[/mfn]
--></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Meadows/Meadows/Randers/Behrens 1972</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Perras 2017</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sypien 2008/09, S. 5</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Randers/Maxton 2016</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Götting 2009, S. 439</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Uhlmann 2015</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Small 1995</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Prum 2017</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blaffer Hrdy 2010a, 233 f.</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Hawkes 2004 und Voland/Beise 2002a+b, Beise/Voland 2003</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blaffer Hrdy 2010b, Fußnote 20, S. 448</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blaffer Hrdy 2010, S. 336</div><div>13&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blaffer Hrdy 2010b, S. 27</div><div>14&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Podbregar 2014</div><div>15&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Meseg-Rutzen 2019</div><div>16&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Jarus 2011</div><div>17&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Larsen <em>et al.</em> 2019</div><div>18&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. MPG 2019, Vgl. auch Feldman <em>et al.</em> 2019</div><div>19&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Podbregar 2014</div><div>20&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Römer 2018<br />
Siehe auch: Roffet-Salque <em>et al.</em> 2018</div><div>21&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;UC 2017</div><div>22&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Osterkamp 2015<br />
Siehe auch: Wolfgang Haak <em>et al.</em> 2015</div><div>23&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gronenborn 2011, Abb. 4, S. 116</div><div>24&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Maria Gimbutas nannte diese Phase 1. Kurgan-Welle, benannt nach den typischen Grabhügeln, die seit dieser Zeit hier außerhalb der Steppe errichtet wurden. Duffy <em>et al.</em> 2025 und MDR 2025</div><div>25&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Schulz 2015</div><div>26&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. UM 2013</div><div>27&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Valde-Nowak/Kienlin 2002</div><div>28&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Karmin <em>et al.</em> 2015 und Zeng <em>et al.</em> 2018</div><div>29&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gronenborn 2011, Abb. 5, S. 119</div><div>30&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Jeunesse 2019 und Jeunesse/Seidel 2010</div><div>31&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Schlichtherle 2010, S. 266-277</div><div>32&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. MPI für Menschheitsgeschichte 2019</div><div>33&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gimbutas 1996, S. 381</div><div>34&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Fischer 2019</div><div>35&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Gibbons 2017</div><div>36&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Goldberg <em>et al.</em> 2017</div><div>37&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Ansede 2018 und Uhlmann 2015, S. 204 ff</div><div>38&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Haak 2015</div><div>39&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Gogolin 2019a und Gogolin 2019b</div><div>40&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Sugiyama 2014</div><p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht">Explosion und Expansion &#8211; wie Vatermacht die Welt unterjocht.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">3827</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Female choice &#8211; unser unbekanntes Menschenrecht</title>
		<link>https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice-unser-unbekanntes-menschenrecht</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[GUhlmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Apr 2021 15:50:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[1a]]></category>
		<category><![CDATA[Ethologie]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Female Choice]]></category>
		<category><![CDATA[Matrifokalität]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Blasenentzündung]]></category>
		<category><![CDATA[Chemotaxis]]></category>
		<category><![CDATA[Darwin]]></category>
		<category><![CDATA[Fehlgeburt]]></category>
		<category><![CDATA[female choice]]></category>
		<category><![CDATA[Frühgeburt]]></category>
		<category><![CDATA[Gebärmutter]]></category>
		<category><![CDATA[Geruchssinn]]></category>
		<category><![CDATA[Honeymoon-Zystitis]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Befruchtung]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Gebärmutter]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Insemination]]></category>
		<category><![CDATA[Leihmutterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Reproduktionsmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaftsabbruch]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[sexuelle Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Selektion]]></category>
		<category><![CDATA[unerfüllter Kinderwunsch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://blog.gabriele-uhlmann.de/?p=3686</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bild: Mädchen am Brunnen, Ölgemälde von Jacob Becker (1810-1872) Da kommen die Mädchen aus der Stadt und holen Wasser, das harmloseste Geschäft und das nötigste, das ehemals die Töchter der...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice-unser-unbekanntes-menschenrecht">Female choice &#8211; unser unbekanntes Menschenrecht</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a name="prolog"></a><br />
<img decoding="async" src="https://vg07.met.vgwort.de/na/f637bdf5bf4b471f8ea677092fa03bee" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Bild: Mädchen am Brunnen, Ölgemälde von Jacob Becker (1810-1872)</p>
<blockquote><p>Da kommen die Mädchen aus der Stadt und holen Wasser, das harmloseste Geschäft und das nötigste, das ehemals die Töchter der Könige selbst verrichteten. Wenn ich da sitze, so lebt die patriarchalische Idee so lebhaft um mich, wie sie, alle die Altväter, am Brunnen Bekanntschaft machen und freien, und wie um die Brunnen und Quellen wohltätige Geister schweben.</p></blockquote>
<p>Dies schrieb Johann Wolfgang von Goethe seinem Werther ins Tagebuch. Wir wissen, wie die Geschichte endet: Werther wird die Angebetete seines Herzens nicht bekommen, sie heiratet einen anderen und er bringt sich um.</p>
<h2 id="es-ist-die-Frau-die-waehlt">Es ist die Frau, die wählt.</h2>
<p>Dieser Satz, den ich 1998 in einer knappen Zeitungsmeldung gelesen hatte, war für mich eine Offenbarung. Er lieferte mir die Bestätigung für so viele flüchtige Erlebnisse, Gefühle, Beobachtungen und Haltungen, die mit der gesellschaftlichen Norm und meiner Erziehung nicht übereinstimmten. Im selben Jahr war der in der Zeitung erwähnte Artikel &#8222;Wie Weibchen Partner wählen&#8220; in der Zeitschrift &#8222;Spektrum der Wissenschaft&#8220; (1998/6, S. 72-77) abgedruckt (<a class="textlink" href="https://www.spektrum.de/magazin/wie-weibchen-partner-waehlen/824605" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/magazin/wie-weibchen-partner-waehlen/824605</a>). Darin wurde ausführlich und reich bebildert beschrieben, was über die sogenannte Weibchenwahl (auch &#8222;Damenwahl&#8220;) bei Tier und Mensch zu diesem Zeitpunkt bekannt war.<br />
Es war einst der Begründer der Evolutionsbiologie Charles Darwin, der die <b>Sexuelle Selektion</b>, wie er sie nannte, erkannte, aber nur wenige Wissenschaftler anerkannten seine These, weil sie im Viktorianischen Zeitalter allgemeine Empörung hervorrief. Bis heute beschäftigten sich nur wenige WissenschaftlerInnen damit. So verschwand das Thema auch wieder aus der Öffentlichkeit und nur Darwins These von der Natürlichen Selektion findet bis heute Beachtung. Die Sexuelle Selektion, auch <b><em>female choice</em></b>, wie sie in der Evolutionslehre nun bezeichnet wird, ist <b>kein Sonderfall der <i>Natürlichen Selektion</i></b>, wie es oft behauptet wird, sondern eine eigenständige Kraft, wie es Darwin schon sagte und es der Ornithologe Richard O. Prum (2017) erläutert hat. Sie steht noch <b>über</b> der Natürlichen Selektion, denn sie kann unmittelbar jede Generation spürbar verändern, während die Natürliche Selektion nur zu allmählichem Wandel führt und manchmal sogar zum Aussterben einzelner Arten oder gar ganzer Ökosysteme.<br />
Die <em>female choice</em> arbeitet also aktiv für das Leben, während die Natürliche Selektion das Leben immer wieder herausfordert, oft mit tödlichem Ausgang. Dass die Natürliche Selektion die Herrschende Lehre mit ihrem patriarchalen Dogma besonders interessiert, während die <em>female choice</em> ihr unheimlich geblieben ist, ist daher kein Wunder.</p>
<p>Darüber, wann genau die sexuelle Fortpflanzung entstand, herrscht noch keine Einigkeit. Die Zahlen bewegen sich zwischen 2 Milliarden und 300 Millionen Jahren vor heute. Spätestens im Erdzeitalter des Karbon war die Sexualität und damit die <em>female choice </em>voll entwickelt und hatte sich auf dem Globus durchgesetzt. Die biologische Forschung trug eine erdrückende Beweislast zusammen, nach der sie nicht mehr ignoriert und als &#8222;Sexuelle Selektion&#8220; oder &#8222;Mate Choice&#8220; (Partnerwahl) verschleiert werden konnte; Letzteres nicht zu verwechseln mit &#8222;male choice&#8220; (männliche Wahl, die zweitrangig oder auch nicht vorhanden ist). Die Anthropologie, die wie alle Wissenschaften stark von gesellschaftlichen Normen beeinflusst ist, musste zu dem Ergebnis kommen, dass nicht nur in der übrigen Tierwelt, sondern auch beim Menschen das weibliche Wahlrecht oberstes Naturgesetz ist. Die Reproduktion des Lebens unter weiblicher Ägide ist die Basis der Evolution. Dennoch wurde dieses Wissen bisher nur wenig verbreitet, steckt darin doch enorme Sprengkraft, auch für die Gesellschaft, so wie wir sie heute leben. Ja, es gibt sogar viele Wissenschaftler, die dieses Wissen hartnäckig ignorieren oder leugnen.<br />
Nehmen wir das beliebte Beispiel der Rothirsche. Als Platzhirsche, die mit ihren &#8222;stolzen Geweihen&#8220; eindrucksvolle, martialisch wirkende Rangkämpfe austragen, werden die Hirschbullen häufig als &#8222;Patriarch&#8220; oder als &#8222;Chef&#8220; bezeichnet. Aber auch der Hirschbulle kann sich nicht gegen den Willen der Hirschkuh mit ihr paaren und sie paart sich am Rande des Kampfplatzes auch mit anderen Bullen. Denn ein einzelnes Männchen hat keine Handhabe, alle Weibchen gleichzeitig unter Kontrolle zu bekommen. Hirschbullen kümmern sich auch nicht um die Ernährung ihrer Kinder oder bestimmen über sie; das aber macht letztlich einen echten Patriarchen aus. Dennoch ist der männliche Hirsch ein zufriedenes und sogar eindrucksvolles Tier. Es wollte doch auch niemand behaupten, dass die Hirschkuh dem Hirschenbullen Hörner aufsetzt, oder?</p>
<p>Welch überragende Bedeutung die Entdeckung der &#8222;wählerischen Frau&#8220; für die Menschheit hat, sollte sich auch erst in jüngerer Zeit herauskristallisieren, als ich 2007 den Patriarchatsforscher <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Bott_(Fernsehjournalist)" target="_blank" rel="noopener">Gerhard Bott</a> kennen lernte und er mir sein erstes Manuskript zu seinem Buch &#8222;<a href="http://gerhardbott.de/" target="_blank" rel="noopener">Die Erfindung der Götter</a>&#8220; (2009) zu lesen gab. Ich arbeitete zu dieser Zeit an einem Buch über die Blasenentzündung nach Sex bei der Frau und erkannte sofort den Wert seines Werkes für die Gesundung jeder Frau und sogar der gesamten Menschheit. Um ihn zitieren zu können, bemühte ich mich 2 Jahre lang, ihn zu bewegen, das Manuskript als Buch zu veröffentlichen, was mir schließlich gelang.</p>
<p>So, wie ich vor 1998, weiß noch heute kaum eine Frau, dass sie ein bestimmtes von Mutter Natur, der Evolution, vermachtes Wahlrecht besitzt, die <em>female choice</em>. Der folgende Foreneintrag im Internet, mit dem die Userin &#8222;petit_fleur&#8220; Hilfe sucht, weil sie immer nach dem Sex mit ihrem Freund eine Blasenentzündung bekommt, führt dies vor Augen:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Ich bin schon fast am Verzweifeln&#8230;ich kann doch nicht jedes Mal nach dem Sex ein Antibiotikum einnehmen?! Ich habe mich an alles gehalten &#8211; Wasserlassen nach dem GV, 2 Gläser trinken, keine übertriebene Intimhygiene, sogar eine Blasentee habe ich gekauft und getrunken. Wenn das jedes Mal kommt, wie soll es dann mit meinem Sexleben weitergehen? (Ganz zu schweigen von den Kosten, die das jedes Mal verursacht&#8230;) Muss ich ein Leben ohne Sex führen? Ich kann meinem Freund doch nicht zumuten, auf Sex zu verzichten. (&#8230;)<br />
<cite><a class="textlink" href="http://www.planet-liebe.de/threads/verzweifeln-wegen-blasenentz%C3%BCndungen.529788/" target="_blank" rel="noopener">Quelle</a></cite></p></blockquote>
<p>Diese Frau glaubt also, dass ein Mann ein Recht auf Sex hätte, womit sie tief in ein Dilemma gerät. Sie ist beileibe kein Einzelfall. Unter der Überschrift &#8222;Keine Lust mehr auf Sex Angst vor Blasenentzündungen&#8220; schreibt die Userin &#8222;ach_pustekuchen&#8220; in einem anderen Forum:</p>
<blockquote><p>Ich bin seit fast 3 Jahren mit meinem Freund (mein Erster) zusammen. Damals bekam ich direkt nach meinem &#8222;ersten Mal&#8220; eine heftige Blasenentzündung. Habe dann Antibiotika bekommen und dann war sie nach ein paar Tagen wieder weg. Dabei blieb es aber leider nicht. In den letzten knapp 3 Jahren habe ich immer wieder Blasenentzündungen vom Sex, teilweise jeden Monat mindestens eine. Ohne Antibiotikum gehen die auch nicht weg. Ich befolge auch alle Tipps, die man überall bekommt: nach dem Sex sofort auf die Toilette, Cranberries essen, jede Woche mindestens ein mal Blasen- und Nierentee trinken usw. Habe mich auf vor einem Jahr ca. dagegen impfen lassen. Trotzdem habe ich wieder Blasenentzündungen bekommen. Das wirkt sich mittlerweile bzw. schon seit längerem auf mein Sexleben aus. Ich habe nur noch panische Angst davor. Zumal ich es mir Arbeitstechnisch nicht mehr leisten kann, so oft krank zu sein. Ich habe keinerlei Lust mehr, denke nur daran, dass ich danach sowieso wieder ne Blasenentzündung kriege. Ich bin mit meinem Freund teilweise darauf umgestiegen, dass wir quasi Sex haben, aber ohne dass er eindringt. Dadurch geht es. Aber das ist auf Dauer auch keine Lösung und das gefährdet auf Dauer auch die Beziehung.<br />
<cite><a class="textlink" href="http://www.erdbeerlounge.de/forum/kummerkasten/keine-lust-mehr-auf-sex-angst-vor-blasenentzuendungen/" target="_blank" rel="noopener">Quelle</a></cite></p></blockquote>
<p>Darauf antwortet &#8222;bananee&#8220;:</p>
<blockquote><p>Oh man, ich verstehe dich so gut. Ich habe auch jahrelang mit Blasenentzündungen gekämpft. War auch mit meinem ersten Freund (der hat sich beim Arzt untersuchen lassen- war alles ok) fast 5 Jahre zusammen und ich habe nach jedem Sex eine Blasenentzündung bekommen. Nachdem ich alles aus der Schulmedizin und der Homöopathie versucht habe war ich mit den Nerven am Ende und das ging auch auf die Psyche. Ich hatte täglich Schmerzen. Ich musste auch monatlich Antibiotika nehmen, da ich nur damit die Blasenentzündungen wegbekam. Ich habe kein einziges Antibiotikum vertragen und mit einer heftigen allergischen Reaktion häufig im Krankenhaus gelandet. Der Urologe konnte wie bei dir auch nichts feststellen. Wie gesagt, nach paar Jahren wurde das bei mir auch psychosomatisch, da ich ja wusste, was passiert wenn ich mit meinem Freund schlafe. Er reagierte zum Glück sehr verständnisvoll und drängte mich zu Nichts. Mittlerweile bin ich 24 und ich hatte seit fast 3,5 Jahren keine Blasenentzündung mehr. Ich bin wieder seit 3 Jahren in einer neuen Beziehung und ich habe trotz viel Sex absolut keine Beschwerden mehr. Leider kann ich dir nicht sagen, was mir geholfen hat- ich weiß es einfach nicht.<br />
<cite><a class="textlink" href="http://www.erdbeerlounge.de/forum/kummerkasten/keine-lust-mehr-auf-sex-angst-vor-blasenentzuendungen/" target="_blank" rel="noopener">Quelle</a></cite></p></blockquote>
<p>Das Internet ist voll von solchen Einträgen, und hätte irgendein Arzt, irgendeine Pharma-Firma gegen die Sex-bedingte Blasenentzündung ein zu 100% wirksames prophylaktisches Mittel, wäre das ein epochaler Meilenstein der Medizingeschichte. Mittlerweile wirken auch die Antibiotika nur noch unzureichend bei Blasenentzündung, das Problem wird immer gravierender. Offiziell geschätzt leiden 25% aller Frauen darunter, und je patriarchalischer eine Gesellschaft ist, desto größer wird diese Zahl noch. Bei weitem nicht jeder Fall gelangt zum Arzt, daher ist die Dunkelziffer unschätzbar hoch. Zahllose Frauen müssen nicht mehr zum Arzt gehen, weil sie sich dem Sex völlig verweigern. Das Leid ist unvorstellbar groß, wird aber als &#8222;Honeymoon-Zystitis&#8220; verharmlost und mit einem Schmunzeln quittiert.<br />
Immer wieder berichten Frauen, dass sie mit einem neuen Partner entweder krank oder automatisch völlig gesund wurden. Offensichtlich spielt also die Wahl des Partners eine Rolle, und wie ebenfalls in den Foren nachlesbar, nicht, weil er sich nicht wäscht oder Bakterienträger ist, sondern aus &#8222;unbekannten Gründen&#8220;. Wir können davon ausgehen, dass eine Urmenschenfrau, die so etwas erlebt hätte, nicht lange überlegt und den betreffenden Mann fortan gemieden hätte. Aber in unserer patriarchalischen Gesellschaft hängen die Existenz der Frau und ihr Status eng mit ihrem Sexualleben zusammen.</p>
<h2 id="wasistmitfemalechoicegemeint">Was ist mit <em>female choice</em> gemeint? &#8211; Definition</h2>
<p>Beim Menschen ist die <em>female choice</em> durch das patriarchale System so undeutlich wie nur möglich gemacht, unter natürlichen Bedingungen ist sie aber deutlicher als bei allen anderen Tierarten. Unter der freien <em>female choice</em> gibt es keinen Zwang zum Sex, sondern jederzeit die freie Wahl</p>
<ul id="liste2">
<li>des Partners,</li>
<li>der Zeit,</li>
<li>des Ortes und</li>
<li>der Art</li>
</ul>
<p>von Sex. Unter frei gelebter <em>female choice</em> hat Sex beim Menschen <b>keine soziale Funktion</b>! Jeder Hintergedanke, z.B. schwanger zu werden oder dem Partner zu gefallen, würde sie bereits einschränken. Erst im Patriarchat müssen Frauen Sex einsetzen, um nicht aus ihrem Sozialgefüge, der Familie, der Partnerschaft bzw. ihrer materiellen Existenz herauszufallen.</p>
<h2 id="cfc"><em>Cryptic female choice</em></h2>
<p>Die <em>female choice</em> findet vor, während und nach dem Verkehr bewusst und unbewusst, &#8222;versteckt&#8220;, statt. Beim ersten persönlichen Kontakt analysiert eine Frau unbewusst die sog. chemotaktischen Signale eines Mannes. Hat er diese Prüfung bestanden, beginnt eine Frau sich für ihn zu interessieren, jedoch bleibt es nicht dabei. Bewusst prüft sie sein Aussehen nun genauer, seinen Geruch, sein Verhalten, seine Intelligenz und seine Worte. Wird alles für passend befunden, kann seitens der Frau freiwilliger Sex stattfinden, wann, wo und wie bestimmt sie ebenfalls.<br />
Während des Sex bewirkt die Erregung der Frau eine Veränderung der Schleimproduktion. Kommt es bei der Frau zum Orgasmus, werden die Spermien regelrecht angesaugt, und eine Schwangerschaft wird wahrscheinlicher. Gelingt es also dem Partner nicht, seine Partnerin zu erfreuen, zieht ihre <em>cryptic female choice</em> erste Konsequenzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass eine Frau, die keinen Orgasmus hat, nicht schwanger werden kann.<br />
Nicht das schnellste Spermium gewinnt im Wettrennen, sondern die Spermien werden von der weiblichen Schleimhaut passiv transportiert und von ihrem sauren Milieu sogar angegriffen. Je weiter die Spermien angesaugt werden, desto kürzer ist die Einwirkzeit des sauren Schleims und desto größer sind die Überlebenschancen für die Spermien. Die überlebenden Spermien gelangen dann in die Eileiter, wo eine weitere Hürde auf sie wartet.<br />
Nicht das erste Spermium gelangt in die Eizelle, sondern dasjenige, welches sie hereinlässt (Vgl. <span class="x193iq5w xeuugli x13faqbe x1vvkbs x1xmvt09 x1lliihq x1s928wv xhkezso x1gmr53x x1cpjm7i x1fgarty x1943h6x xudqn12 x3x7a5m x6prxxf xvq8zen xo1l8bm xzsf02u x1yc453h" dir="auto">Fitzpatrick <em>et al.</em> 2020</span>). Das Spermium verschmilzt dann nicht mit dem Ei, sondern das Ei verarbeitet lediglich seine DNA, also das Gen-Molekül, das im Spermium enthalten ist. Beginnt die Eizelle sich danach zu teilen und wächst ein Embryo heran, prüft der weibliche Körper die Lebensfähigkeit des heranwachsenden Kindes und entscheidet, ob es zur Geburt kommen wird oder zu einer Fehlgeburt bzw. Frühgeburt. Die meisten Frauen wissen gar nicht, dass sie schon viele Fehlgeburten hatten, ja es kommt aufgrund der <em>cryptic female choice</em> zu mehr Fehlgeburten als zu Geburten. Nach der Geburt, bevor das Kind abgestillt wird, verhindert die <em>female choice</em> eine weitere Schwangerschaft.</p>
<h2 id="warum">Warum <em>female choice</em>?</h2>
<p>Ein möglicher Grund, warum die <em>female choice</em> in der Natur eine so große Rolle spielt, ist das höhere Investment, das die Weibchen bei der Fortpflanzung betreiben. Sie stellen dem Nachwuchs ihren Körper für sehr lange Zeit zur Verfügung und tragen die größte Arbeitslast. Dieser Aspekt ist leider oft der einzige, der angeführt wird und damit erscheint die <em>female choice</em> lediglich als eine Art Geschäft. Schon für Vögel, bei denen beide Partner an der Brutpflege beteiligt sind, greift dieses Argument nicht.</p>
<p>Immer wieder wird behauptet, der Sinn der <em>female choice</em> bestünde darin, dass die Frau einen starken Mann auswählen muss, der ihre Kinder am besten ernähren kann. Diese Behauptung beruht auf der falschen Annahme, dass es schon in der Altsteinzeit die Familie aus Vater, Mutter und Kind gab. Die <em>female choice</em> endet aber nicht mit einer Eheschließung, sondern sie bleibt der Frau lebenslang erhalten. Da ihre Kinder viele Jahre ernährt werden müssen, hätte das der falschen Annahme folgend bedeutet, dass eine Frau viele Jahre ihre <em>female choice</em> hätte unterdrücken müssen. In der Altsteinzeit tat sie dies jedoch nicht, sondern folgte dem lauten Ruf der Natur. Auch in der Realität des Patriarchats brechen viele Frauen aus. Die <em>female choice</em> ist eine mächtige Größe, die sich nicht vollständig unterdrücken lässt. Das Treuegelöbnis der Ehe wurde schon immer von beiden Partnern umgangen. Bei den Männern galten Eskapaden als Kavaliersdelikt, und man bedauerte sie dafür, wenn sie von ihrer Frau nicht geliebt wurden. Frauen blieb, wie dem Werther, oft nur die heimliche, unglückliche Verliebtheit oder die heimliche Abtreibung. Im Schnitt ist dennoch jedes zehnte Kind ein Kuckuckskind, das Ergebnis der heimlich ausgeübten <em>female choice</em>. Die Anthropologen nennen das &#8222;Gen-Shopping&#8220;.</p>
<p>Wir werden sehen, dass die frei gelebte <em>female choice</em> Bedingungen schafft, die einen Ernährer überflüssig machen. Die wahren Kriterien, die die <em>female choice</em> so bedeutsam machen, sind völlig andere. Die <em>female choice</em> ist auch keine rein persönliche Angelegenheit, vielmehr hat sie evolutionäre Tragweite:</p>
<p>1. Sie verändert das Aussehen und das Verhalten der Arten und bewirkt damit Vielfalt.</p>
<p>2. Sie sorgt für genetische Vielfalt und die Gesundheit der Population.</p>
<p>3. Sie verhindert eine Schwangerschaft in belastenden Fällen.</p>
<p>4. Sie sorgt für ein artgemäßes Zahlenverhältnis der Geschlechter.</p>
<p>5. Sie verhindert Überbevölkerung.</p>
<p>6. Sie führt zu Matrifokalität und damit zu größtmöglicher Solidarität unter den Sippenmitgliedern, zu Fürsorge und Kooperation.</p>
<p>Warum ist das so? Betrachten wir diese Funktionen im Einzelnen:</p>
<h3 id="av">1. Aussehen und Verhalten der Arten, Vielfalt</h3>
<p>Der Ornithologe Richard O. Prum beschreibt, wie die <em>female choice</em> bei den Vögeln die &#8222;Schönheit&#8220; der Männchen hervorbringt. Weibchen wählen ihm zufolge nicht nur nach chemotaktischen Erwägungen, sondern einfach nach persönlicher Vorliebe. Die Schönheit der Männchen scheint keinerlei anderen Sinn zu haben, als ein Weibchen zu beeindrucken. Das auffällige Gefieder enttarnt die Männchen aber auch und macht sie zu leicht zu entdeckenden Beutetieren. Die erst in zweiter Linie wirkende Natürliche Selektion wirkt dabei als &#8222;zusätzliche Stellschraube&#8220;. Die Färbung, der am ehesten die Gratwanderung zwischen Schönheit und gefährlicher Auffälligkeit gelingt, wird einer Art eigen.<br />
An Anolis-Leguanen auf den Großen Antillen haben Jonathan Losos und sein Team nicht nur die sog. Konvergenz erforscht &#8211; das ist das Phänomen, dass sich an verschiedenen Orten mit ähnlichen Bedingungen auch ähnliche Arten entwickeln &#8211; sondern auch entdeckt, dass die Evolution extrem schnell ablaufen kann, und innerhalb weniger Generationen völlig neue Arten entstehen können. Das zeigt, dass die <em>female choice</em> nach optischen Kriterien extrem flexibel reagieren kann, und eine Art nicht sofort vor dem Aussterben stehen muss, wenn sich die Bedingungen kurzfristig ändern.</p>
<p>Übertragen auf uns Menschen können wir sagen, dass auch eine Frau &#8222;schöne Männer&#8220; mit einem freundlichen Verhalten bevorzugt. Schönheit liegt dabei im Auge der Betrachterin und ist mehr als Optik. Im Patriarchat mit seiner rudimentären Form der <em>female choice</em> &#8211; wenn sie überhaupt gelebt werden darf &#8211; treten andere Kriterien wie Status und Vermögen hinzu, die bereits weitgehend von den natürlichen Eigenschaften eines Mannes abgetrennt sind. In dem Moment, wo die <em>female choice</em> aufgrund patriarchaler Zwänge und Werte nicht mehr frei gelebt werden kann und darf, sind die Grenzen zur <a class="textlink" href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2019/11/28/gibt-es-menschliche-rassen-von-zeugung-erziehung-zucht-und-zuechtigung/" target="_blank" rel="noopener">MENSCHENZUCHT</a> überschritten.</p>
<h3 id="vg">2. Genetische Vielfalt und Gesundheit der menschlichen Population.</h3>
<p>Eine Frau, die ihre <em>female choice</em> frei auslebt, hat immer wieder neue Partner. Im Idealfall hat jedes ihrer Kinder einen anderen Vater. Die Chemotaxis selektiert dabei Männer, die besonders gut zu den Genen der Frau passen, d.h. sich unterscheiden. Eine starke Durchmischung der Gene und die exogame Sexualität &#8211; bei uns Menschen die matrilokale Ausübung der Exogamie &#8211; verhindern, dass zu häufig zwei Chromosomensätze aufeinandertreffen, die die gleichen Schäden aufweisen und daher nicht mehr kompensiert werden könnten. Die <em>female choice</em> verhindert in der Regel, dass Geschwister miteinander Sex haben. Im seltenen Falle einer Geschwisterliebe sind aber unter dem Idealfall verschiedener Väter statt zwei nun drei verschiedene Genpools an der Entstehung eines Kindes beteiligt, nämlich der der Mutter und die Genpools der beiden unterschiedlichen Väter.</p>
<h3 id="vs">3. Verhinderung von Schwangerschaft in belastenden Fällen.</h3>
<p>Bei starker Unterernährung und bestimmten Krankheiten aber auch bei extremer Arbeitsbelastung oder extremem Sport bleibt die Menstruation ganz aus und es kann keine Schwangerschaft zustande kommen. Sie würde die Frau lebensbedrohlich auszehren und auch für den Fötus stünden nicht genügend Nährstoffe zur Verfügung. Studien belegen, dass bei einem schlechten Ernährungszustand der Mutter die Wahrscheinlichkeit, ein Mädchen zu gebären steigt. Eine Ursache ist, dass männliche Föten die Schwangere mehr Energie kosten und daher häufiger von Fehlgeburten betroffen sind. Weitere Ursachen warten noch auf ihre Entdeckung. Eine empfängnisverhütende Wirkung hat aber vor allem das Stillen. Nicht das Stillen nach Zeitplan und auch nicht häufiges Stillen am Tage verhindert eine Schwangerschaft, sondern allein das Stillen rund um die Uhr, immer dann, wenn das Kind trinken möchte. Dies nützt rückkoppelnd Mutter und Kind, denn Mütter empfinden das Stillen, wenn es unbehindert stattfindet, als Steigerung des Wohlbefindens. Die Natur verlangt einer Frau also nicht ab, die Belastung mehrerer Kinder zur gleichen Zeit zu stemmen, und gestaltet ihre Arbeit zudem angenehm.</p>
<h3 id="zg">4. Artgemäßes Zahlenverhältnis der Geschlechter.</h3>
<p>In patriarchalen Gesellschaften gilt ein Mädchen wenig bis nichts. Der Vater bevorzugt Söhne, und eine Frau, die keine Söhne bekommt, wird dafür schuldig gesprochen. Eine patriarchalisierte Mutter bekommt solange Kinder, bis mindestens ein Sohn, der Erbe, geboren ist. Das sorgt zunächst für viele Töchter. Umgekehrt wird sie nicht absichtlich so viele Söhne bekommen, bis endlich eine Tochter dabei ist. Mädchen werden schlechter ernährt und in vielen Gesellschaften werden weibliche Föten heute abgetrieben, so dass mehr Mädchen im Kindesalter oder vor ihrer Geburt sterben als Jungen. Die <em>female choice</em> jedoch kennt keine Geschlechterdiskriminierung, allerdings kommt es bei einer schlechten Ernährung der Mutter häufiger zu Fehlgeburten, wovon männliche Föten stärker betroffen sind (siehe Punkt 3). Zudem sind bis zum Erwachsenenalter Jungen gefährdeter als Mädchen, und zwar aufgrund ihrer Konstitution und aufgrund ihres Verhaltens. Es werden also in der Natur etwas mehr Mädchen als Jungen geboren und erwachsen. Dies gleicht einerseits die (in der Natur allerdings geringe) Müttersterblichkeit aus, und ist andererseits in der Gruppe von Vorteil, weil Mädchen sich stärker an der Betreuung von Geschwistern beteiligen.<br />
Gerade entdeckt wurde die Strategie der Cryptic Female Choice beim Asiatischen Baumwollwurm, mittels vererbter Viren-RNA männliche Embyonen abzutöten. Ähnliche Strategien sind auch bei anderen Insektenarten länger bekannt. (Vgl. RND/DPA 2023)<br />
Da Spermien mit Y-Chromosom leichter sind als mit X-Chromosom, können Reproduktionsmediziner das Geschlecht vor der künstlichen Befruchtung <a href="https://nationalgeographic.de/wissenschaft/2023/04/das-geschlecht-des-babys-beeinflussen-studie-stellt-neue-treffsichere-methode-vor/" target="_blank" rel="noopener">herausfiltern</a>. Dieser Gewichtsunterschied kann auch auf natürlichem Wege dem Ei signalisieren, ob es sich um ein &#8222;männliches&#8220; oder &#8222;weibliches&#8220; Spermium handelt. Auf diese Weise könnte das Ei das Geschlecht wählen, dies ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Eine <a href="https://hsph.harvard.edu/news/biological-sex-at-birth-isnt-random-study-finds/" target="_blank" rel="noopener">Studie</a> von 2025 zeigt jedoch bereits, dass <span dir="auto"><span class="" dir="auto">das Geschlecht eines Kindes offenbar mit dem Alter der Mutter, bestimmten Genen und dem Geschlecht der älteren Geschwister zusammenhängt.</span></span></p>
<h3 id="uev">5. Verhinderung von Überbevölkerung.</h3>
<p>Eine Frau, die ihre <em>female choice</em> lebt, hat nicht mehr Sex als eine patriarchale Frau, sondern weniger. Im patriarchalen Ehebett ist die Ehefrau den sexuellen Begierden ihres Mannes schutzlos ausgeliefert. Er glaubt, ein Recht auf Sex zu haben, sie glaubt, ihm dies geben zu müssen. Entsprechend schnell wird sie kurz aufeinanderfolgend und damit häufiger schwanger. Ein Kind ist die beste Verhütung, diesen Spruch kennen dagegen viele moderne Eltern, angeblich eine Folge von Überlastung und Müdigkeit. Unter natürlichen Bedingungen schläft der Vater gar nicht im Bett der Mutter, sondern dort liegt ihr Kind. Denn mit dem Ende der Verliebtheit nach ca. 3 Monaten geht auch das Bedürfnis der Frau mit diesem Mann zu schlafen stark zurück bzw. verschwindet ganz. Daher ist das Paar meist schon lange getrennt, wenn die Geburt stattfindet. Das Baby hat daher jederzeit Zugang zur Milchquelle, auch wenn die Mutter schläft. In dieser bis zu fünf Jahre dauernden Stillzeit bewirken die Still-Hormone, dass die Mutter nicht schwanger wird (siehe Punkt 3) und sie hat oft auch keinen neuen Liebhaber, weil sie in ihr Baby verliebt ist. Die menschliche Natur kennt zudem keinen Zwang zur Mutterschaft. Viele Frauen bleiben unter natürlichen Bedingungen kinderlos. Der <em>female choice</em> kommt aus diesen Gründen die Schlüsselstellung bei der Verhinderung von Überbevölkerung und deren Folgen zu.</p>
<h3 id="sfk">6. Matrifokalität: Solidarität, Fürsorge und Kooperation.</h3>
<p>Der Mensch ist ein sehr soziales Wesen, das ohne eine Fokussierung auf die Frau mit ihrem Kind, also auf die Mutter, in der Wildnis nicht hätte überleben können. Die lange Baby- und Kleinkindphase machte es erforderlich, dass die Gruppe auf das Wohlergehen von Mutter und Kind ausgerichtet war. Mütter haben das Überleben der Gruppe gesichert, indem sie auch als Großmütter, Schwestern, Töchter und Cousinen der mütterlichen Linie zusammenhielten und sich gegenseitig über die lange Kleinkind- bzw. Stillzeit hinweghalfen. In der &#8222;Sippe&#8220; genannten Gruppe hielten auch die männlichen Mitglieder solidarisch zu ihnen und fühlten sich für die blutsverwandten Kinder mitverantwortlich, obwohl es nicht ihre leiblichen Kinder waren.</p>
<p>Unter der <em>female choice</em> binden sich Frauen nicht lange an Männer und haben dafür wechselnde Liebhaber. Daher ist der biologische Vater eines Kindes unsicher oder unbekannt. Alle Kinder einer Mutter gelten als Vollgeschwister und sie führen sich auf sie allein zurück. Eine Mutter wird für ihre Schwangerschaft nicht im negativen Sinne verantwortlich gemacht, sondern es gilt als selbstverständlich, dass eine Frau Kinder bekommt. Diese Kinder sind in der Sippe hochwillkommen. Jedes Kind wird geachtet und geliebt, und von allen, auch den männlichen Mitgliedern betreut. Die Natur bürdet also die Belastung durch die Kinder nicht der Mutter alleine auf.<br />
In matrifokalen Gemeinschaften sind alle Menschen über die Mutter blutsverwandt. Der biologische Vater hat keine Bedeutung, also können Väter keinen Einfluss auf ihre Kinder ausüben. Das Vaterrecht ist also kein Naturgesetz, sondern kulturell hergestellt. Das heißt aber nicht, dass die Männer generell keine Bedeutung hätten. Sippen sind egalitäre Gemeinschaften, denn die Männer haben hier ein anderes Selbstverständnis. Sie fühlen sich als Söhne, Brüder, Onkel und Cousins und kümmern sich um alle Kinder der Sippe, können aber keine Macht über sie ausüben, denn sie können ihre Angehörigen nicht mit dem Entzug eines Erbes erpressen oder andere Machtmittel einsetzen, vor allem aber fehlt ihnen das Verlangen danach. Auch die Mütter üben keine Macht aus, sondern haben aufgrund ihres Status als Urmütter der Sippe, der Bindung der Kinder an sie und ihres Wissens Autorität. Statt Hierarchien gibt es also Autoritäten, die aber auch männlich sein können.</p>
<p>Stets wird die überragende Bedeutung der Jagd für die Entwicklung unseres Sozialverhaltens beschworen. Sie ist aber allenfalls zweitrangig.</p>
<blockquote><p>Auch wenn der Jäger noch so geschickt ist, ist das Aufspüren und Töten von Beutetieren ein riskantes Unterfangen mit unbestimmtem Ausgang. Ein Mann kann jeden Tag auf die Jagd gehen und trotzdem wochenlang mit leeren Händen heimkehren. Ein Jäger (&#8230;) kann sich den Misserfolg leisten, weil er davon ausgehen kann, einen Anteil an den von den Frauen gesammelten Früchten, Nüssen und Knollen zu erhalten, und auch weil andere Männer an diesem Tag mehr Glück haben mögen.<cite>BLAFFER HRDY 2010, S. 27</cite></p></blockquote>
<p>In ihrem Buch &#8222;Mutter Natur&#8220; weist Sarah Blaffer Hrdy daraufhin, dass es den Jägern weit mehr um &#8211; wörtlich &#8211; Angeberei geht, als darum, Fleisch für die Kinder ins Lager zu tragen (BLAFFER HRDY 2000, S. 312).<br />
Wir können davon ausgehen, dass die Jagd überwiegend eine sexuelle Aufgabe erfüllte. Die Männer verlassen die Sippe für Sex und die Jagd, und schließen sich mit Männern anderer Sippen zusammen, um den Jagderfolg zu erhöhen. Männer haben daher Übung in friedlichen Außenkontakten: sich einander fremde Männer entwickelten gegenseitiges Vertrauen und Männerfreundschaften, eine selektierte Eigenschaft, die von der Sippe entsprechend genutzt wurde, ohne dass die Männer daraus Macht bezogen hätten.<br />
Sie bekamen damit Zutritt in andere Sippen zu ihnen nicht verwandten Frauen. Auf diese Weise wurde die matrilokale Ausübung der Exogamie gefördert. Ein Mann, der viele männliche Freunde in anderen Sippen hatte, hatte auch häufiger Gelegenheit, eine Frau kennenzulernen.</p>
<p>Sex wurde aber nicht gegen Fleisch getauscht, wie es gerne phantasiert wird. Ein solches Tauschgeschäft wäre nicht im Gleichgewicht mit der <em>female choice</em>. Die Ernährung bestand zu 75% aus von Frauen gesammelter Nahrung. Tierisches Eiweiß stand dabei auch über von Frauen gesammelte oder gefangene Kleintiere und Eier zur Verfügung.</p>
<p>Die Kooperation in der Sippe bedeutete, dass Mütter immer auch Zeit für anderes hatten. So gilt heute als gesichert, dass sie die wesentlichen Erfindungen der Menschheit machten, die den Menschen von der übrigen Fauna unterscheiden: die Tragevorrichtung für das Baby, Tragebeutel und Sammeltasche in einem, mit dem die Mutter die Hände frei bekam, die Herstellung von Kleidung aus Pflanzenfasern und Tierfellen, das Zelt, die Flechtkunst, die Fischreuse, die Weberei, das Kochen, die Töpferei und die bildende Kunst. Frauen stellten die Werkzeuge ihrer Technologien selbst her. Als Kennerinnen der Pflanzenwelt und als Hebammen erfanden sie die Medizin und durch Mondbeobachtung den Menstruationskalender. Als Heilerinnen und Schamaninnen waren sie spirituelle Autoritäten. Sie stellten ihre Produkte anderen zur Verfügung: wo ein Problem war, halfen sie selbstlos. Zu Beginn der Jungsteinzeit erfanden sie die Landwirtschaft in Hack- bzw. Gartenbau und zogen Tierkinder auf, die sie in der Wildnis gefunden hatten. Sie waren am Hausbau beteiligt, indem sie Flechtwände herstellten, mit Lehm abdichteten und Dächer mit ihren geflochtenen Matten oder mit Stroh abdeckten.<br />
Die Menschheit wanderte, so geht es aus Berechnungen hervor, etwa 10 km pro Generation voran. Diese Wanderung, der Auszug aus Afrika, geht auf die Frauen zurück, wie genetische Untersuchungen es aufdeckten. Nicht Verheiratung bzw. Patrilokalität waren dafür der Grund, sondern ihre Neugier, die Notwendigkeit der Suche nach neuen Sammelgründen, bei denen sie nebenbei auch Gelegenheit hatten, neuen Männern zu begegnen. Die Männer, die übers Jahr den festen Pfaden der Tiere folgten, kehrten dagegen stets zum Ursprung zurück. Die Suche nach neuen Jagdgründen wurde erst notwendig, wenn sich die Sippe zu weit von den alten entfernt hatte, bzw. wenn sich die naturräumlichen Bedingungen änderten. Männer wie Frauen beobachteten auch die Sterne, um sich orientieren zu können und aus Neugier. Die Männer entwickelten und perfektionierten schon früh ihre Jagdwaffen, stellten Werkzeuge zu deren Herstellung und zur Zerkleinerung der Jagdbeute her und erfanden zum Fischen auch das Boot, für das sie Bäume fällten. Sie erfanden wahrscheinlich auch die ersten Musikinstrumente, Flöten aus Vogelknochen. Wahrscheinlich tauschten Männer auch schon früh ihre Produkte. In der Jungsteinzeit waren sie am Hausbau beteiligt, sie errichteten die Pfostenwerke der Häuser aus dicken Baumstämmen. Das Hüten der wenigen Rinder gehörte zu ihren Aufgaben. Fern der Sippe wandten sie das als Kind erlernte Wissen an, um in der Wildnis wenige Tage überleben zu können, dazu gehörte das Sammeln und die Erstversorgung von Wunden.<br />
Die Arbeitsteilung der Geschlechter war bald ausgeprägt, aber wenige Frauen übten auch die Großwildjagd, während manche Männer z.B. auch Kleidung herstellten. Trotz der Arbeitsteilung gab es keinen Besitz, allen gehörte alles, weil alle alles zum Überleben brauchten. Die matrilineare Kooperation von Frauen und Männern ist in der Tierwelt einzigartig und macht den Erfolg der Menschheit aus.</p>
<h2 id="menschenrecht">Menschenrecht <em>female choice</em>.</h2>
<p>Die Zusammenarbeit beider Geschlechter in der Sippe, in der die Mütter und Kinder stets im Zentrum der Fürsorge standen, ist das Erfolgsgeheimnis der menschlichen Evolution, unseres Menschseins. Die <em>female choice</em> als Basis dieser Kooperation kommt also nicht der Frau allein zugute, sondern allen Menschen, denn der Mann kommt aus der Frau und nicht umgekehrt. Die <em>female choice</em> ist nicht nur ein Frauenrecht, sondern ein echtes Menschenrecht, und die Männer täten auch im eigenen Interesse gut daran, sie zu achten.</p>
<h2 id="irrtum">Patriarchat, der fatale Irrtum von der Frau als Gefäß des &#8222;Samens&#8220;.</h2>
<p>Die ersten Patriarchen überhaupt, nomadische Viehzüchter der eurasischen Steppe und der vorderasiatischen Bergwelten, glaubten dagegen erkannt zu haben, dass der Stier die Kuh, der Hengst die Stute oder der Widder das Schaf befruchtet, was ja &#8222;mit einer Frucht versehen&#8220; bedeutet, und verrannten sich in der Annahme, dass die Frau nur das Gefäß des Samens sei, gewissermaßen ein Obstkorb. Männliche Überheblichkeit wurzelt auf diesem Irrtum. Auf dieser Basis forderten <a class="textlink" href="explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht.htm" target="_blank" rel="noopener">vor 8200 Jahren</a> Männer erstmals das Vaterrecht ein, ein für die Evolution der Menschheit von <a class="textlink" href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2020/05/02/neue-studie-zeigt-die-matrifokalitaet-ist-ueber-3-millionen-jahre-alt/" target="_blank" rel="noopener">mindestens 3 Millionen Jahren</a> verschwindend kleiner Zeitraum.</p>
<p>Goethe schrieb im &#8222;Werther&#8220;:</p>
<blockquote><p>So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterlande und findet in seiner Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung die Wonne, die er in der weiten Welt vergebens suchte. Wenn ich des Morgens mit Sonnenaufgange hinausgehe nach meinem Wahlheim und dort im Wirtsgarten mir meine Zuckererbsen selbst pflücke, mich hinsetze, sie abfädne und dazwischen in meinem Homer lese; wenn ich in der kleinen Küche mir einen Topf wähle, mir Butter aussteche, Schoten ans Feuer stelle, zudecke und mich dazusetze, sie manchmal umzuschütteln: da fühl&#8216; ich so lebhaft, wie die übermütigen Freier der Penelope Ochsen und Schweine schlachten, zerlegen und braten. Es ist nichts, das mich so mit einer stillen, wahren Empfindung ausfüllte als die Züge patriarchalischen Lebens, die ich, Gott sei Dank, ohne Affektation in meine Lebensart verweben kann.</p></blockquote>
<p>Goethe schrieb diese Sätze, die mit sexuellen Anspielungen gespickt sind und ein Nomadenleben zeichnen, ohne über die Entstehung des Patriarchats im Bilde gewesen zu sein!</p>
<p>Die Vorstellung von der Frau als Gefäß hielt mit den erobernden, nomadischen Indoeuropäern vor grob 6000 Jahren auch im ackerbäuerlichen Leben Einzug, wo die Ackerfurche mit den weiblichen Geschlechtsorganen gleichgesetzt wurde. Der Sämann wurde dort der Herr über das Leben der Pflanzen, wo ursprünglich die Frauen den Ackerbau ersannen und die Felder bestellten. Dabei ist der vermeintliche Samen im biologischen Sinne lediglich Pollen. Seine Unfähigkeit zu gebären, führte dem Patriarchen jedoch seine Abhängigkeit vor Augen. Der daraus resultierende Gebärneid wurde ideologisch verarbeitet. An dieser Stelle erfanden Patriarchen den männlichen Gott, <a class="textlink" href="venus-vom-hohle-fels.htm" target="_blank" rel="noopener">den es bis dahin gar nicht gab</a>, und die <a class="textlink" href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2017/01/17/warum-man-sich-von-gott-kein-bild-machen-soll/" target="_blank" rel="noopener">Theologie, die ihn legitimierte</a>.<br />
Regional unterschiedlich waren dies ein Sonnengott oder ein Wettergott (der Sonderfall des Vegetationsgottes war ihre Vorstufe). Diese Götter wurden nun schwanger und gebaren in Ermangelung der weiblichen Organe Kinder aus verschiedenen Körperteilen. Der darauf einsetzende Stillneid wurde mit dem Konzept des Wettergottes kompensiert, dessen Ejakulat mit der Milch gleichgesetzt wurde und der als Ursprung des fruchtbaren Regens ansehen wurde. Jetzt fühlte sich der Patriarch unsterblich und allmächtig, denn als Wettergott konnte er auch mit Sintfluten alles wieder zerstören. Nun begann der Mann auch den Menschen nach seinen Vorstellungen zu züchten. Dabei spielen bis heute die primären Geschlechtsorgane der Frau eine Rolle, aber auch ihre Intelligenz, die nicht zu hoch sein darf, sowie ihre Herkunft und ihre Mitgift. Schönheitsideale wurden entwickelt und selektiert. Daneben begann auch die Frau, den besonders kühnen und starken Ernährer zu bevorzugen, der zudem noch gewaltbereit war. &#8222;Er formte den Menschen nach seinem Bilde&#8220;, so steht es sinngemäß im Alten Testament.<br />
Heute wissen wir, dass die Vorstellung von der Frau als Gefäß nicht nur falsch ist, sondern dass wir mehr Mutter als Vater sind.</p>
<h2 id="mehrmutter">Deutlich mehr als 50% Mutter</h2>
<ul id="liste3">
<li>Mit ihrer <em>female choice</em> wählt eine Frau den Vater ihres Kindes aus &#8211; sie bestimmt also über die Zusammensetzung der Gene des Kindes &#8211; und mit der <em>cryptic female choice</em> auch über dessen Geschlecht.</li>
<li>Die Mitochondrien, also die Kraftwerke der Zelle, die Lebenskraft, werden immer nur von der Mutter vererbt.</li>
<li>Bei einer Tochter stammen etwas mehr als 50% der Gene im Zellkern von der Mutter, bei einem Sohn sogar deutlich weniger als 50% vom Vater, weil er von ihm lediglich das kleinere Y-Chromosom erbt. Auf dem X-Chromosom liegen <a href="https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Das-X-Chromosom-ist-fuer-die-Hirnfunktionen-ungewoehnlich-wichtig-334143.html" target="_blank" rel="noopener">1098 Gene</a>, auf dem Y-Chromoson nur 63 Gene. Bei allen Menschen sind im Schnitt 4,7 mitochondriale Einschübe in der Kern-DNA zu finden. Bei ca. jedem 4000. Menschen werden Teile der <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitochondrien-dna-torpediert-lehrmeinung/" target="_blank" rel="noopener">Mitochondrien-DNA in den Zellkern eingebaut</a> und väterliche Gene dabei anteilig verdrängt, wodurch ihr Gesamtanteil auch bei Mädchen unter 50% sinkt. Mit zunehmendem Alter <a href="https://www.scinexx.de/news/medizin/y-chromosom-verlust-macht-maenner-kraenker/" target="_blank" rel="noopener">verlieren sogar</a> immer mehr Körper- und Blutzellen der Männer ihr Y-Chromosom.</li>
<li>Im frühen Embryo laufen dramatische Reprogrammierungsprozesse ab, die fast vollständig unter mütterlicher Kontrolle, d.h. vom weiblichen Genom, gesteuert werden. Im Gegensatz zum Spermium liefert die befruchtete Eizelle nicht nur das mütterliche Genom, sondern auch die zelluläre Maschinerie für die Reprogrammierung von väterlichem und mütterlichem Genom. (paraphr. n. HAAF 2003, S. A2304)</li>
<li>Der für die Entstehung eines Kindes relevante männliche Anteil wiegt 3,65 Billionstel Gramm; das ist das Gewicht eines halben Chromosomensatzes. Die gesamte Masse des Kindes wird allein vom mütterlichen Körper gebildet. Das Kind ist &#8222;Fleisch und Blut&#8220; nur der Mutter.</li>
<li>Die Mutter trägt das Kind neun Monate. Das Genom wird während der Schwangerschaft epigenetisch verändert: Hormone der Mutter, Erleben der Mutter und Umweltfaktoren schalten Gene aus oder an.</li>
<li>Wir alle tragen Originalzellen unserer Mutter und Großmutter mütterlicherseits in uns. Diese Entdeckung wird Mikrochimärismus genannt. Die Zellen enthalten also nicht unseren eigenen DNA-Code. Das bedeutet, dass Männer weibliche Zellen in sich tragen, umgekehrt tragen die Mütter die Zellen ihrer Kinder in sich, was eine lebenslange körperliche Verbindung bedeutet, die Väter nicht herstellen können.</li>
<li>Bei der Geburt wird das Kind mit den lebensnotwendigen Darmkeimen der Mutter geimpft.</li>
<li>Die Mutter stillt und gibt dem Kind damit mehr als Geborgenheit und Nahrung: über die Milch nimmt es Immunglobuline und weitere Stoffe auf, die sein Leben prägen werden.</li>
<li>Die Mutter ist bei allen Sorgen und Nöten des Kindes der erste Anlaufpunkt. Es schöpft aus der Mutter sein Urvertrauen.</li>
</ul>
<h2 id="erzfeind">Die <em>female choice</em> als Erzfeind des Patriarchats.</h2>
<p>Die erste Maßnahme des Patriarchats war die Ausschaltung der <em>female choice</em>, salopp gesagt brachte es die weibliche Sexualität unter Kontrolle. Der Patriarch stellt mit der Ehe die &#8222;male choice&#8220; her, die es in der Natur nicht gibt. Zu Beginn des Patriarchats, in der mittleren Jungsteinzeit, war <a class="textlink" href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/frauen-woher-nehmen-wenn-nicht-stehlen" target="_blank" rel="noopener">Frauenraub</a> die einzige Möglichkeit, eine Frau in die Ehe zu zwingen. Zahllose Massaker wie die von Talheim, Asparn Schletz, Schöneck-Kilianstätten oder Koszyce<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">1</sup> legen davon ein archäologisches Zeugnis ab; ein genetischer Flaschenhals der Y-Chromosomen vor 7000 Jahren belegt das genetisch. Das Patriarchat begann gewaltsam. Frauenraub ist auch in historischer Zeit und in der Gegenwart (Boko Haram, IS) belegt. Die Ehe im großflächig durchgesetzten Patriarchat wird manchmal durch Brautwerbung gestiftet, wobei die Frau ein Vetorecht besitzt. Diese rudimentäre Form der <em>female choice</em> bleibt der Frau bis zur Ehe, danach ist sie dem Ehemann verpflichtet. Doch dies ist die Ausnahme. Die Ehestiftung durch die Eltern findet oft schon zu einer Zeit statt, wo das Mädchen noch nicht weiß, was das für sie bedeutet. Auch die Verheiratung einer erwachsenen Tochter geschieht nie ohne Druck und meist sogar gegen ihren ausdrücklichen Willen. Die Liebesheirat als relativ junge Erfindung folgt der romantischen Vorstellung, einem Zurück zur Natur. Aber auch sie wird per Gesetz zementiert. Goethes Werther verklärt die patriarchalische Zeit der Antike. Dabei befindet er sich immer noch mittendrin im Patriarchat.</p>
<p>Statt mit unserer matrilinearen <b>Sippe</b>, haben wir es im Patriarchat mit der <b>Familie</b> zu tun, deren Oberhaupt der Vater ist und in Abwesenheit der Sohn. Die Familie versteht sich patrilinear und lebt daher auch patrilokal zusammen. Die Frauen befinden sich also in einem fremden Umfeld und sind fremden Männern und Frauen ausgeliefert, welche sie nicht nur befehligen, sondern auch Gewalt gegen sie ausüben. Junge Mütter arbeiten daher am meisten, in einer Zeit, wo ihre Kinder sie am dringendsten bräuchten. Da Frauen in der Altsteinzeit keine Solidarität mit fremden Frauen geübt haben, dieses Verhalten also nur rudimentär selektiert wurde, ist jede fern von ihrer Familie lebende Frau und Mutter bis heute überfordert. Selbst die väterliche Großmutter ist kein Ersatz für die Mutter der Mutter, und richtet sogar noch Schaden an (<a class="textlink" href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2017/10/29/die-schwiegermutter-neues-zur-grossmutterhypothese/" target="_blank" rel="noopener">Großmutter-These</a>). Eine Frau sucht sich Freundinnen, die ein Schwester-Ersatz sind, aber oft münden auch Freundschaften im Zickenkrieg. Die Überforderung äußert sich auch in einem schlechten Gewissen, wenn eine Mutter ihr Kind in die Kita bringt. Die Trennung der Mutter vom Kinde ist vom Patriarchat seit jeher gewollt, weil traumatisierte Kinder sich leichter einem Anführer unterordnen. Um die Trennung zu erleichtern, wird der Mutter das Muttersein unerträglich gemacht. Viele Frauen halten Muttersein heute für eine Bürde, die Männer dagegen beneiden sie um ihre Fähigkeit, und der Staat setzt alles daran, die Mutter zu eliminieren.</p>
<h2 id="auswirkungen">Zwischenmenschliche Auswirkungen der Unterdrückung der <em>female choice</em>.</h2>
<p>Die sexuelle Unterdrückung ist kein naturgegebenes Verhalten, wäre dies der Fall, gäbe es die vielen Probleme nicht, die damit verbunden sind. Auch die meisten Zivilisationskrankheiten, Epidemien sowie psychologischen Probleme stehen mit dem Patriarchat in Verbindung. Die Evolution selektierte keine entsprechende verhaltensbiologische Anpassung daran, und auch der weibliche Körper ist nicht an widerwilligen Sex angepasst. Aber heißt das lediglich, dass das <a class="textlink" href="explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht.htm" target="_blank" rel="noopener">8200jährige Patriarchat</a> noch zu jung ist, als dass die Evolution darauf hätte reagieren können? Müssen wir ihr nur mehr Zeit geben? Die <i>female choice</i> ist ein <b>Urinstinkt</b>, der so tief in der Phylogenese aller Lebewesen verankert ist, dass er nicht weggezüchtet werden kann. Und das ist auch gut so, denn in der <i>female choice</i> liegt die einzig humanitäre Lösung aller menschengemachten Probleme, z.B. auch der Umweltzerstörung.</p>
<p>Schon am Anfang des Patriarchats steht die <a class="textlink" href="gewalt.htm" target="_blank" rel="noopener">Gewalt</a> und zwar zunächst mit Entführungen und Vergewaltigung von Frauen und der Tötung ihrer Brüder und Mütter. Mit der Überwachung der Jungfräulichkeit und der vielfach tödlichen Sanktionierung ihres Verlustes vor der Ehe, mit Genitalverstümmelung, Prügeln, Psychoterror, Vergewaltigungen und Erpressung bzw. Androhung der Wegnahme der Kinder wird der Zustand aufrechterhalten. Männer opfern, töten oder missbrauchen ihre Kinder. Die Religionen halten die Heiligen Bücher bereit, in denen die frauenfeindlichen Sitten wie die Züchtigung, das Menstruationstabu oder die Verschleierung vorgeschrieben sind. Die Gewalt steht auch am Ende. Die Last der Kindererziehung liegt in der Familie auf zwei eigentlich fremden Personen, wobei die Mutter die Hauptlast trägt. Konkurrenzkampf und Leistungsdruck terrorisieren jede Familie und entsprechend gering ist die innerfamiliäre Solidarität mit allen psychischen Folgen. Mann und Frau geben sich für die insgesamt unbefriedigende und prekäre Situation meist gegenseitig die Schuld. Und der Mann beschuldigt die Frau, keine Lust mehr zu haben. Die Probleme werden wieder mit Gewalt &#8222;gelöst&#8220;, gegen die Frau, weit seltener gegen den Mann. Mit Prostitution wird das Problem nur umgelenkt. Frauen werden krank und/oder entziehen sich mit Verweigerung, ständigem Streit mit der Familie, Flucht, Selbstmord oder Selbstverteidigung, die aber häufig als Mord abgeurteilt wird, und sie töten ihre Kinder, gezwungenermaßen oder aus Verzweiflung.<br />
Die Frauen dieser Welt sind Kindeskinder von Entführungsopfern des Patriarchats. Als solche sind sie von einem kollektiven Stockholm-Syndrom befallen (Link 1: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article134678970/So-wehren-sich-gefangene-Frauen-gegen-die-Peiniger.html" target="_blank" rel="noopener">Zur peer-reviewten Studie aus HUMAN NATURE</a>, Link 2: <a href="https://www.researchgate.net/publication/267777559_Fitness_Costs_of_Warfare_for_Women" target="_blank" rel="noopener">Original-Studie zum Download</a> Link 3: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stockholm-Syndrom" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Begriff bei Wikipedia</a>, Link 4: nach <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2018/05/10/die-natuerliche-matrifokalitaet-besonderheit-der-menschlichen-spezies/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stephanie Gogolin</a>). Dies erklärt auch die Mitarbeit der Frauen am patriarchalen System und die Verteidigung patriarchaler Werte durch Frauen, wie wir sie z.B. bei &#8222;petit_fleur&#8220; gesehen haben.</p>
<h2 id="gewalt">Gewalt durch Gesetzgebung und Normalität.</h2>
<p>In vielen Gesellschaften ist es der Frau bis heute nicht erlaubt, sich scheiden zu lassen. Viele Frauen werden hingerichtet, weil sie vergewaltigt wurden oder fremdgegangen sind. Die Vergewaltigung in der Ehe gilt dort nicht als Verbrechen, Sex in der Ehe ist Pflicht. Auch in Deutschland gilt der Sex in der Ehe als Kriterium für eine intakte Ehe, er ist eine &#8222;rechtliche Erwartung&#8220;, wenngleich er nicht mehr einklagbar ist, weil die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt wurde. Dafür bzw. trotzdem nimmt nun die häusliche Gewalt wieder zu. Die <em>female choice</em> ist auch nicht in der UN-Menschenrechtscarta geschützt. Dies wundert nicht, wird dieses Papier doch von Patriarchen abgestimmt.<br />
Ein Menschenrecht wird erst UN-Recht, wenn auch die Männer für sich selbst darin einen Vorteil erkennen. Es sind also die Anthropologen gefragt, dieses Wissen entsprechend zu vermitteln. Eine Aufnahme in die Lehrpläne ist längst überfällig. Die mit der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai berühmt gewordene Forderung nach dem Schulrecht für Mädchen gehört dazu.</p>
<h2 id="schluss">Schluss.</h2>
<p>Wir ahnen jetzt, dass unserem Werther nicht mehr Patriarchat, sondern KEIN Patriarchat geholfen und das Leben gerettet hätte. Von ihren urologischen Problemen befreit wären auch zahllose Frauen, von denen die Pharmaindustrie so prächtig lebt. Dies sind nur Beispiele; die zahllosen, schweren Probleme der Menschheit sind auf das Patriarchat zurückzuführen. Mit diesem Wissen steht die Lösung schon im Raum.</p>
<p>G. U.</p>
<p>Erstfassung 2015, fortlaufende Aktualisierungen</p>
<h3 id="kritik">Das könnte Sie auch interessieren</h3>
<p><a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/antwort-auf-meike-stoverock-s-female-choice" rel="noopener">&#8222;Antwort auf Meike Stoverocks &#8218;Female Choice&#8216; (2021)&#8220;</a></p>
<h2 id="literatur">Literatur.</h2>
<ul id="liste4">
<li>Alt, Kurt <em>et al.</em>: Insights into the Social Structure of the PPNB Site of Kfar HaHoresh, Israel, Based on Dental Remains. Online-Ressource auf Plos One vom 16.09.2015<a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0134528" target="_blank" rel="noopener">https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0134528</a></li>
<li>Arnold, Carrie: Females&#8216; Eggs May Actively Select Certain Sperm. New evidence challenges the oldest law of genetics. Auf: theatlantic.com vom 25.11.2017 <a class="textlink" href="https://www.theatlantic.com/science/archive/2017/11/choosy-eggs/546062/" target="_blank" rel="noopener">https://www.theatlantic.com/science/archive/2017/11/choosy-eggs/546062/</a><br />
abgerufen am 31.5.2019</li>
<li>Bayer, Johanna: Der Spermien-Mythos. Kein Kampf, kein Wettschwimmen. Auf: WDR-online. 26. Juli 2011<br />
<a class="textlink" href="https://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/quarks/sendungen/spermien102.html" target="_blank" rel="noopener">https://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/quarks/sendungen/spermien102.html</a></li>
<li>Beicht, Layla: Untersuchung zur Sexualhygiene bei arabischen und deutschen Patientinnen. Dissertation München 2006<br />
<a href="https://edoc.ub.uni-muenchen.de/6487/1/Beicht_Layla.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://edoc.ub.uni-muenchen.de/6487/1/Beicht_Layla.pdf</a></li>
<li>Blaffer Hrdy, Sarah: Mutter Natur. Die weibliche Seite der Evolution. Berlin 2000</li>
<li>Blaffer Hrdy, Sarah: Mütter und Andere. Wie die Evolution uns zu sozialen Wesen gemacht hat. Berlin 2010</li>
<li>Bott, Gerhard: Die Erfindung der Götter. Norderstedt 2009</li>
<li>Dugatkin, Lee Alan; Godin, Jean-Guy J.: Wie Weibchen Partner wählen. In: Spektrum der Wissenschaft. 1998, Heft 6, S. 72-77. <a class="textlink" href="https://www.spektrum.de/magazin/wie-weibchen-partner-waehlen/824605" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/magazin/wie-weibchen-partner-waehlen/824605</a></li>
<li>Europäische Kommission: Schöne neue Welt? Prototyp einer künstlichen Gebärmutter bietet Hoffnung für Frühgeborene. https://cordis.europa.eu/article/id/411541-brave-new-world-artificial-womb-prototype-offering-hope-for-premature-babies/de 1.10.2019</li>
<li><span class="x193iq5w xeuugli x13faqbe x1vvkbs x1xmvt09 x1lliihq x1s928wv xhkezso x1gmr53x x1cpjm7i x1fgarty x1943h6x xudqn12 x3x7a5m x6prxxf xvq8zen xo1l8bm xzsf02u x1yc453h" dir="auto">Fitzpatrick, J. L.; Evans, J. P.; Short, R. V.: Chemical signals from eggs facilitate cryptic female choice in humans. In: Proceedings of the Royal Society B, 287, Online-Ressource vom 08.05.</span><span class="x193iq5w xeuugli x13faqbe x1vvkbs x1xmvt09 x1lliihq x1s928wv xhkezso x1gmr53x x1cpjm7i x1fgarty x1943h6x xudqn12 x3x7a5m x6prxxf xvq8zen xo1l8bm xzsf02u x1yc453h" dir="auto">2020</span><span class="x193iq5w xeuugli x13faqbe x1vvkbs x1xmvt09 x1lliihq x1s928wv xhkezso x1gmr53x x1cpjm7i x1fgarty x1943h6x xudqn12 x3x7a5m x6prxxf xvq8zen xo1l8bm xzsf02u x1yc453h" dir="auto"> auf <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32517615/" target="_blank" rel="noopener">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32517615/</a></span></li>
<li>Gimbutas, Marija: Die Zivilisation der Göttin. Dt. Ausg. Frankfurt 1996</li>
<li>Goethe, Johann Wolfgang von: Die Leiden des jungen Werther. Auf: Gutenberg-Projekt. <a class="textlink" href="https://www.gutenberg.org/cache/epub/2407/pg2407.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.gutenberg.org/cache/epub/2407/pg2407.html</a></li>
<li>Grätzel von Grätz, Philipp: Das X-Chromosom ist für die Hirnfunktionen ungewöhnlich wichtig. In: ÄrzteZeitung, online-Ressource vom 22.04.2005, abgerufen am 23.02.2023. https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Das-X-Chromosom-ist-fuer-die-Hirnfunktionen-ungewoehnlich-wichtig-334143.html</li>
<li>Haaf, Thomas: Geschlechterkonflikt im frühen Embryo. Elternspezifische Reprogrammierung des väterlichen und mütterlichen Erbguts nach der Befruchtung. In: Deutsches Ärzteblatt 2003; 100: A 2300-2308 [Heft 36]
<a href="https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&amp;wo=17&amp;typ=16&amp;aid=38271&amp;s=geschlechterkonflikt" target="_blank" rel="noopener">https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&amp;wo=17&amp;typ=16&amp;aid=38271&amp;s=geschlechterkonflikt</a></li>
<li>Hatt, Hanns; Dee, Regine: Niemand riecht so gut wie du. Aus: Spektrum der Wissenschaft online vom 09.01.2019, abgerufen am 31.5.2019 <a class="textlink" href="https://www.spektrum.de/kolumne/die-magie-der-duftbotschaften-niemand-riecht-so-gut-wie-du/1617470" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/kolumne/die-magie-der-duftbotschaften-niemand-riecht-so-gut-wie-du/1617470</a></li>
<li>Heidinger, Felix; Sommer, Volker: Strategien der Liebe. Zweiteilige Dokumentation 2001</li>
<li>Iven, Jens Peter: Fehlgeburt: Das Trauma vieler Schwangerer. Auf: Urbia<br />
<a href="https://www.urbia.de/magazin/schwangerschaft/fehlgeburt-das-trauma-vieler-schwangerer" target="_blank" rel="noopener">https://www.urbia.de/magazin/schwangerschaft/fehlgeburt-das-trauma-vieler-schwangerer</a> Stand 2015</li>
<li>Losos, Jonathan B.: Wenn die Evolution sich wiederholt. In: Spektrum der Wissenschaft 5 / 2001, S. 36-42; <a href="https://www.spektrum.de/magazin/wenn-die-evolution-sich-wiederholt/827563" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/magazin/wenn-die-evolution-sich-wiederholt/827563</a>, abgerufen am 23.02.2023</li>
<li>Merkelt, Judith: Mikrochimärismus. Wir Omamutterkind-Mischwesen. Online in:<br />
<a href="https://www.spektrum.de/news/wir-omamutterkind-mischwesen/1345475" target="_blank" rel="noopener">https://www.spektrum.de/news/wir-omamutterkind-mischwesen/1345475</a> 10.05.2015</li>
<li>Parson, P; Hoffmann-Ammann, B.: Dogma bestätigt: Nur Mütter vererben mitochondriale DNA. Publikation der Medizinischen Universität Innsbruck online vom 12.03.2021 <a href="https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/751726.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/751726.html</a></li>
<li>Podbregar, Nadja: Mitochondrien-DNA torpediert Lehrmeinung &#8211; Anders als gedacht kann mitochondriale DNA in das Zellkern-Erbgut eingebaut werden. In: Scinexx.de vom 07.10.2022 <a href="https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitochondrien-dna-torpediert-lehrmeinung/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de/news/biowissen/mitochondrien-dna-torpediert-lehrmeinung/</a></li>
<li>Podbregar, Nadja: Y-Chromosom: Verlust macht Männer kränker &#8211; Im Alter wegmutiertes Geschlechtschromosom schädigt Herz und Organe. In: Scinexx.de vom 15.07.2022 <a href="https://www.scinexx.de/news/medizin/y-chromosom-verlust-macht-maenner-kraenker/" target="_blank" rel="noopener">https://www.scinexx.de/news/medizin/y-chromosom-verlust-macht-maenner-kraenker/</a></li>
<li>Prum, Richard O.: The Evolution of Beauty. How Darwin’s Forgotten Theory of Mate Choice Shapes the Animal World – and Us. New York 2017</li>
<li>RND/DPA: Männerkiller im Gewächshaus entdeckt &#8211; Ein Virus tötet ausschließlich Männchen – aber warum? Auf: Redaktionsnetzwerk Deutschland rnd.de vom 10.11.2023 <a class="textlink" href="https://www.rnd.de/wissen/virus-toetet-ausschliesslich-maennchen-aber-warum-DYVHKLO6ARGJZGJVLIVAKVW4NY.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.rnd.de/wissen/virus-toetet-ausschliesslich-maennchen-aber-warum-DYVHKLO6ARGJZGJVLIVAKVW4NY.html</a> abgerufen am 10.11.2023</li>
<li>Schulz, Matthias: Multikulti in der Steinzeit. In: Der Spiegel Nr. 6, 31.1.2015, S.118-119 <a class="textlink" href="https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131578982.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131578982.html</a></li>
<li>Schwarzer, Alice: Ask Alice! Gibt es ein Menschenrecht auf Sex? In: EMMA online vom 4. Mai 2015 <a href="https://www.emma.de/artikel/ask-alice-gibt-es-ein-menschenrecht-auf-sex-330063" target="_blank" rel="noopener">https://www.emma.de/artikel/ask-alice-gibt-es-ein-menschenrecht-auf-sex-330063</a> abgerufen am 4. Mai 2015</li>
<li>Seewald, Berthold: So wehren sich gefangene Frauen gegen die Peiniger. Über Jahrtausende hinweg waren Frauen Opfer feindlicher Übergriffe. Aus dieser Erfahrung heraus entstanden Überlebensstrategien wie das Stockholm-Syndrom, sagt eine Evolutionspsychologin. Aus: WELT online, veröffentlicht am 26.11.2014 <a class="textlink" href="https://www.welt.de/geschichte/article134678970/So-wehren-sich-gefangene-Frauen-gegen-die-Peiniger.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.welt.de/geschichte/article134678970/So-wehren-sich-gefangene-Frauen-gegen-die-Peiniger.html</a></li>
<li>Small, Meredith F.: Female choices. Sexual Behavior of female Primates. Ithaca/London 1995</li>
<li>Spiegel-Online: Höhen-Gen: Urmenschen-Erbe gibt Tibetern Kraft<br />
<a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/hoehen-gen-der-tibeter-stammt-vondenisova- menschen-sibiriens-a-978933.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/hoehen-gen-der-tibeter-stammt-vondenisova-<br />
menschen-sibiriens-a-978933.html</a> 03.07.2014</li>
<li>von Streit, Cornelia: Der Mythos vom Jungfernhäutchen. Trends über die Jahrhunderte bis heute. In: Terre des Femmes. Frauensolidarität 2/2009. S. 22-23<br />
<a href="https://www.frauenrechte.de/images/downloads/zeitschriften/Frauensolidaritaet-108-Mythos-Jungfernhaeutchen.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.frauenrechte.de/images/downloads/zeitschriften/Frauensolidaritaet-108-Mythos-Jungfernhaeutchen.pdf</a></li>
<li>Sugiyama, Michelle Scalise: Fitness Costs of Warfare for Women. In: Human Nature 25(4), 11/2014. DOI: 10.1007/s12110-014-9216-1 <a class="textlink" href="https://www.researchgate.net/publication/267777559_Fitness_Costs_of_Warfare_for_Women" target="_blank" rel="noopener">https://www.researchgate.net/publication/267777559_Fitness_Costs_of_Warfare_for_Women</a></li>
<li>Suhr, Valerie; Valentiner, Dana-Sophia: Sex in der Ehe als rechtliche Erwartung. Online auf: Forum Recht 02/14<br />
<a href="https://forum-recht-online.de/wp/wp-content/uploads/2014/06/FoR1402_54_Suhr- Valentiner.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://forum-recht-online.de/wp/wp-content/uploads/2014/06/FoR1402_54_Suhr-Valentiner.pdf</a></li>
<li>Tanner, Nancy M.: Der Anteil der Frau an der Entstehung des Menschen. Eine neue Theorie zur Evolution. Frankfurt/M., New York 1994</li>
<li>Terre de Femme: <a href="https://www.frauenrechte.de/unsere-arbeit/themen/gewalt-im-namen-der-ehre/mythos-jungfraeulichkeit/informationen-fuer-maedchen/aktuelle-beitraege">Gewalt im Namen der Ehre: Mythos Jungfräulichkeit</a>. Online-Ressource abgerufen am 11.07.2021</li>
<li>Uhlmann, Berit: Mädchen oder Junge. Kann man das Geschlecht des Kindes beeinflussen? In: Süddeutsche Zeitung online. 23. April 2012<br />
<a href="https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/maedchen-oder-junge-kann-man-dasgeschlecht- des-kindes-beeinflussen-1.1310115" target="_blank" rel="noopener">https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/maedchen-oder-junge-kann-man-dasgeschlecht-des-kindes-beeinflussen-1.1310115</a></li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Vorpatriarchale Kulturleistungen der Frau: In: Schacht, Johanna: Europa heißt die Weitblickende. Norderstedt 2012</li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Archäologie und Macht. Zur Instrumentalisierung der Ur- und Frühgeschichte. Norderstedt 2012</li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat. Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt.<br />
Norderstedt 2015</li>
<li>Verrijt, Harrie: Miljoenen om Eindhovense kunstbaarmoeder verder te ontwikkelen. In: Eindhovens Dagblad online vom 08.10.2019 <a href="https://www.ed.nl/economie/miljoenen-om-eindhovense-kunstbaarmoeder-verder-te-ontwikkelen~abb38260/" target="_blank" rel="noopener">https://www.ed.nl/economie/miljoenen-om-eindhovense-kunstbaarmoeder-verder-te-ontwikkelen~abb38260/</a></li>
<li>Yousafzai, Malala; Guggenheim, Davis: Malala &#8211; Ihr Recht auf Bildung. Dokumentarfilm 2015</li>
<li>Zeng <i>et al.</i>: Cultural hitchhiking and competition between patrilineal kin groups explain the post-Neolithic Y-chromosome bottleneck. Nature Communications Vol. 9, Article number: 2077 (2018)<a class="textlink" href="https://www.nature.com/articles/s41467-018-04375-6" target="_blank" rel="noopener"> https://www.nature.com/articles/s41467-018-04375-6</a> Abgerufen am 1.10.2018</li>
</ul>
<p><!-- JSON-LD-Markup generiert von Google Strukturierte Daten: Markup-Hilfe --><br />
<script type="application/ld+json">
  [ {
    "@context" : "http://schema.org",
    "@type" : "Article",
    "author" : {
      "@type" : "Person",
      "name" : "Gabriele Uhlmann"
    },
    "publisher": {
      "@type": "Organization",
      "name": "Gabriele Uhlmann",
      "logo": {
        "@type": "ImageObject",
        "url": "https://www.gabriele-uhlmann.de/images/aum/signet.jpg"
      }
    },
    "headline": "Female choice - Unser unbekanntes Menschenrecht",
    "datePublished": "2015-02-15", 
    "dateModified": "2021-01-10", 
    "description": "female choice",
    "mainEntityOfPage": {
      "@type": "WebPage",
      "@id": "https://www.gabriele-uhlmann.de/femalechoice.htm"
    },
    "articleSection" : [ "Sexuelle Selektion", "Die Sexuelle Selektion, auch female choice, wie sie in der Evolutionslehre nun bezeichnet wird, ist kein Sonderfall der NatĂźrlichen Selektion" ]
  }, {
    "@context" : "http://schema.org",
    "@type" : "Article",
    "author" : {
      "@type" : "Person",
      "name" : "Gabriele Uhlmann"
    },
    "publisher": {
      "@type": "Organization",
      "name": "Gabriele Uhlmann",
      "logo": {
        "@type": "ImageObject",
        "url": "https://www.gabriele-uhlmann.de/images/aum/signet.jpg"
      }
    },
    "headline": "Female choice - Unser unbekanntes Menschenrecht",
    "datePublished": "2015-02-15", 
    "dateModified": "2021-01-10",
    "description": "female choice", 
    "mainEntityOfPage": {
      "@type": "WebPage",
      "@id": "https://www.gabriele-uhlmann.de/femalechoice.htm"
    }
  }, {
    "@context" : "http://schema.org",
    "@type" : "Article",
    "author" : {
      "@type" : "Person",
      "name" : "Gabriele Uhlmann"
    },
    "publisher": {
      "@type": "Organization",
      "name": "Gabriele Uhlmann",
      "logo": {
        "@type": "ImageObject",
        "url": "https://www.gabriele-uhlmann.de/images/aum/signet.jpg"
      }
    },
    "headline": "Female choice - Unser unbekanntes Menschenrecht",
    "datePublished": "2015-02-15", 
    "dateModified": "2021-01-10",
    "description": "female choice",
    "mainEntityOfPage": {
      "@type": "WebPage",
      "@id": "https://www.gabriele-uhlmann.de/femalechoice.htm"
    },
    "articleSection" : "female choice"
  }, {
    "@context" : "http://schema.org",
    "@type" : "Article",
    "author" : {
      "@type" : "Person",
      "name" : "Gabriele Uhlmann"
    },
    "publisher": {
      "@type": "Organization",
      "name": "Gabriele Uhlmann",
      "logo": {
        "@type": "ImageObject",
        "url": "https://www.gabriele-uhlmann.de/images/aum/signet.jpg"
      }
    },
    "headline": "Female choice - Unser unbekanntes Menschenrecht",
    "datePublished": "2015-02-15", 
    "dateModified": "2021-01-10",
    "description": "female choice",
    "mainEntityOfPage": {
      "@type": "WebPage",
      "@id": "https://www.gabriele-uhlmann.de/femalechoice.htm"
    },
    "articleSection" : [ "Blasenentzündung nach Sex bei der Frau", "Diese Frau glaubt also, dass ein Mann ein Recht auf Sex hätte, womit sie tief in ein Dilemma gerät.", "Honeymoon-Zystitis", "Immer wieder wird behauptet, der Sinn der female choice bestünde darin, dass die Frau einen starken Mann auswählen muss, der ihre Kinder am besten ernähren kann. Diese Behauptung beruht auf der falschen Annahme, dass es schon in der Altsteinzeit die Familie aus Vater, Mutter und Kind gab.", "Im Schnitt ist dennoch jedes zehnte Kind ein Kuckuckskind, das Ergebnis der heimlich ausgeübten female choice. Die Anthropologen nennen das \"Gen-Shopping\".", "Als Platzhirsche, die mit ihren stolzen Geweihen eindrucksvolle, martialisch wirkende Rangkämpfe austragen, werden sie häufig als \"Patriarch\" oder als \"Chef\" bezeichnet. Aber auch der Hirsch kann sich nicht gegen den Willen der Hirschkuh mit ihr paaren und sie paart sich am Rande des Kampfplatzes auch mit anderen Hirschen. 
    Denn ein einzelnes Männchen hat keine Handhabe, alle Weibchen gleichzeitig unter Kontrolle zu bekommen. Hirsche kümmern sich auch nicht um die Ernährung ihrer Kinder oder bestimmen über sie; das aber macht letztlich einen echten Patriarchen aus. Dennoch ist der männliche Hirsch ein zufriedenes und sogar eindrucksvolles Tier. Es wollte doch auch niemand behaupten, dass die Hirschkuh dem Hirschen Hörner aufsetzt, oder?", "Unter der freien female choice gibt es keinen Zwang zum Sex, sondern die freie Wahl des Partners, der Zeit, des Ortes und der Art von Sex. Unter frei gelebter female choice hat Sex beim Menschen keine soziale Funktion!", "Beim ersten persönlichen Kontakt analysiert eine Frau unbewusst die sog. chemotaktischen Signale eines Mannes.", "versteckte female choice", "cryptic female choice", "Nicht das schnellste Spermium gewinnt im Wettrennen, sondern die Spermien werden von der weiblichen Schleimhaut passiv transportiert und von ihrem sauren Milieu sogar angegriffen.", "Nicht das erste Spermium gelangt in die Eizelle, sondern dasjenige, welches sie hereinlässt.", "Beginnt die Eizelle sich danach zu teilen und wächst ein Embryo heran, prüft der weibliche Körper die Lebensfähigkeit des heranwachsenden Kindes und entscheidet, ob es zur Geburt kommen wird oder zu einer Fehlgeburt. Die meisten Frauen wissen gar nicht, dass sie schon viele Fehlgeburten hatten, ja es kommt aufgrund der unbewussten female choice zu mehr Fehlgeburten als zu Geburten.", "female choice", "female choice", "Auch beim Menschen ist die female choice keine rein persönliche Angelegenheit, vielmehr hat sie evolutionäre Tragweite: 1. Sie verändert das Aussehen und das Verhalten der Arten und bewirkt damit Vielfalt. 2. Sie sorgt für genetische Vielfalt und die Gesundheit der Population. 3. Sie verhindert eine Schwangerschaft in belastenden Fällen. 4. Sie sorgt für ein artgemäßes Zahlenverhältnis der Geschlechter. 
    5. Sie verhindert Überbevölkerung. 6. Sie führt zu Matrifokalität und damit zu größtmöglicher Solidarität unter den Sippenmitgliedern, zu Fürsorge und Kooperation.", "female choice", "female choice", "female choice", "In dem Moment, wo die female choice aufgrund patriarchaler Zwänge und Werte nicht mehr frei gelebt werden kann und darf, sind die Grenzen zur MENSCHENZUCHT überschritten.", "Eine Frau, die ihre female choice frei auslebt, hat immer wieder neue Partner. Im Idealfall hat jedes ihrer Kinder einen anderen Vater. Die Chemotaxis selektiert dabei Männer, die besonders gut zu den Genen der Frau passen, d.h. sich unterscheiden. Eine starke Durchmischung der Gene und die exogame Sexualität, bei uns Menschen die matrilokale Ausübung der Exogamie, verhindern, dass zu häufig zwei Chromosomensätze aufeinander treffen, die die gleichen Schäden aufweisen und daher nicht mehr kompensiert werden könnten. 
    Die female choice verhindert in der Regel, dass Geschwister miteinander Sex haben. Im seltenen Falle einer Geschwisterliebe sind aber unter dem Idealfall verschiedener Väter statt zwei nun drei verschiedene Genpools an der Entstehung eines Kindes beteiligt, nämlich der der Mutter und die Genpools der beiden unterschiedlichen Väter.", "Verhinderung von Schwangerschaft in belastenden Fällen.", "Artgemäßes Zahlenverhältnis der Geschlechter.", "Verhinderung von Überbevölkerung. Eine Frau, die ihre female choice lebt, hat nicht mehr Sex als eine patriarchale Frau, sondern weniger. Im patriarchalen Ehebett ist die Ehefrau den sexuellen Begierden ihres Mannes schutzlos ausgeliefert. Er glaubt, ein Recht auf Sex zu haben, sie glaubt, ihm dies geben zu müssen. Entsprechend schnell wird sie kurz aufeinanderfolgend und damit häufiger schwanger.", "Denn mit dem Ende der Verliebtheit nach ca. 3 Monaten geht auch das Bedürfnis der Frau mit diesem Mann 
    zu schlafen stark zurück bzw. verschwindet ganz.", "In dieser bis zu fünf Jahre dauernden Stillzeit bewirken die Still-Hormone, dass die Mutter nicht schwanger wird (siehe Punkt 3) und sie hat oft auch keinen neuen Liebhaber, weil sie in ihr Baby verliebt ist. Die menschliche Natur kennt zudem keinen Zwang zur Mutterschaft.", "Matrifokalität: Solidarität, Fürsorge und Kooperation. Der Mensch ist ein sehr soziales Wesen, das ohne eine Fokussierung auf die Frau mit ihrem Kind, also auf die Mutter, in der Wildnis nicht hätte Überleben können. Die lange Baby- und Kleinkindphase machte es erforderlich, dass die Gruppe auf das Wohlergehen von Mutter und Kind ausgerichtet war. Mütter haben das überleben der Gruppe gesichert, indem sie auch als Großmütter, Schwestern, Töchter und Cousinen der mütterlichen Linie zusammenhielten und sich gegenseitig über die lange Kleinkind- bzw. Stillzeit hinweg halfen. In der \"Sippe\" genannten Gruppe 
    hielten auch die männlichen Mitglieder solidarisch zu ihnen und fühlten sich für die blutsverwandten Kinder mitverantwortlich, obwohl es nicht ihre leiblichen Kinder waren.", "Unter der female choice binden sich Frauen nicht lange an Männer und haben dafür wechselnde Liebhaber. Daher ist der biologische Vater eines Kindes unsicher oder unbekannt. Alle Kinder einer Mutter gelten als Vollgeschwister und sie führen sich auf sie allein zurück.", "Das Vaterrecht ist also kein Naturgesetz, sondern kulturell hergestellt.", "In ihrem Buch \"Mutter Natur\" weist sie daraufhin, dass es den Jägern weit mehr um - wörtlich - Angeberei geht, als darum, Fleisch für die Kinder ins Lager zu tragen", "Auf diese Weise wurde die matrilokale Ausübung der Exogamie gefördert. Ein Mann, der viele männliche Freunde in anderen Sippen hatte, hatte auch häufiger Gelegenheit, eine Frau kennenzulernen. Sex wurde aber nicht gegen Fleisch getauscht, wie es gerne phantasiert wird. 
    Ein solches Tauschgeschäft wäre nicht im Gleichgewicht mit der female choice.", "Die Kooperation in der Sippe bedeutete, dass Mütter immer auch Zeit für anderes hatten. So gilt heute als gesichert, dass sie die wesentlichen Erfindungen der Menschheit machten, die den Menschen von der übrigen Fauna unterscheiden: Die Tragevorrichtung für das Baby, Tragebeutel und Sammeltasche in einem, mit dem die Mutter die Hände frei bekam, die Herstellung von Kleidung aus Pflanzenfasern und Tierfellen, das Zelt, die Flechtkunst, die Fischreuse, die Weberei, das Kochen, die Töpferei und die bildende Kunst. Frauen stellten die Werkzeuge ihrer Technologien selbst her. Als Kennerinnen der Pflanzenwelt und als Hebammen erfanden sie die Medizin und durch Mondbeobachtung den Menstruationskalender. Als Heilerinnen und Schamaninnen waren sie spirituelle Autoritäten. Sie stellten ihre Produkte anderen zur Verfügung: wo ein Problem war, halfen sie selbstlos. Zu Beginn der Jungsteinzeit erfanden 
    sie die Landwirtschaft in Hack- bzw. Gartenbau und zogen Tierkinder auf, die sie in der Wildnis gefunden hatten. Sie waren am Hausbau beteiligt, indem sie Flechtwände herstellten, mit Lehm abdichteten und Dächer mit ihren geflochtenen Matten oder mit Stroh abdeckten.", "Die Arbeitsteilung der Geschlechter war bald ausgeprägt, aber wenige Frauen übten auch die Großwildjagd, während manche Männer z.B. auch Kleidung herstellten.", "Menschenrecht female choice. Die Zusammenarbeit beider Geschlechter in der Sippe, in der die Mütter und Kinder stets im Zentrum der Fürsorge standen, ist das Erfolgsgeheimnis der menschlichen Evolution, unseres Menschseins. Die female choice als Basis dieser Kooperation kommt also nicht der Frau allein zugute, sondern allen Menschen, denn der Mann kommt aus der Frau und nicht umgekehrt. Die female choice ist nicht nur ein Frauenrecht, sondern ein echtes Menschenrecht, und die Männer täten auch im eigenen Interesse gut daran, sie zu achten.", 
    "Die ersten Patriarchen überhaupt, nomadische Viehzüchter der eurasischen Steppe und der vorderasiatischen Bergwelten, glaubten dagegen erkannt zu haben, dass der Stier die Kuh, der Hengst die Stute oder der Widder das Schaf befruchtet , was ja mit Frucht versehen bedeutet, und verrannten sich in der Annahme, dass die Frau nur das Gefäß des Samens sei, gewissermaßen ein Obstkorb.", "Die Vorstellung von der Frau als Gefäß hielt mit den erobernden, nomadischen Indoeuropäern vor grob 6000 Jahren auch im ackerbäuerlichen Leben Einzug, wo die Ackerfurche mit den weiblichen Geschlechtsorganen gleichgesetzt wurde. Der Sämann wurde dort der Herr über das Leben der Pflanzen, wo ursprünglich die Frauen den Ackerbau ersannen und die Felder bestellten. Dabei ist der vermeintliche Samen im biologischen Sinne lediglich Pollen. Seine Unfähigkeit zu gebären, führte dem Patriarchen jedoch seine Abhängigkeit vor Augen. Der daraus resultierende Gebärneid 
    wurde ideologisch verarbeitet. An dieser Stelle erfanden Patriarchen den männlichen Gott, den es bis dahin gar nicht gab, und die Theologie, die ihn legitimierte. 
    Regional unterschiedlich waren dies ein Sonnengott oder ein Wettergott (der Sonderfall des Vegetationsgottes war ihre Vorstufe). Diese Götter wurden nun schwanger und gebaren in Ermangelung der weiblichen Organe Kinder aus verschiedenen Körperteilen. Der darauf einsetzende Stillneid wurde mit dem Konzept des Wettergottes kompensiert, dessen Ejakulat mit der Milch gleichgesetzt wurde und der als Ursprung des fruchtbaren Regens ansehen wurde. Jetzt fühlte sich der Patriarch unsterblich und allmächtig, denn als Wettergott konnte er auch mit Sintfluten alles wieder zerstören. Nun begann der Mann auch den Menschen nach seinen Vorstellungen zu züchten.", "Heute wissen wir, dass die Vorstellung von der Frau als Gefäß nicht nur falsch ist, sondern dass wir mehr Mutter als Vater sind: Mit ihrer female choice wählt eine Frau den Vater ihres Kindes aus, sie bestimmt also über die Zusammensetzung der Gene des Kindes. Bei einer Tochter stammen etwas mehr als 50% der Gene im Zellkern von der Mutter, bei einem Sohn sogar deutlich weniger als 50% vom Vater, weil er von ihm lediglich das kleinere Y-Chromosom erbt. Auf dem X-Chromosom liegen 1098 Gene, auf dem Y-Chromoson nur 63 Gene. Bei jedem Menschen werden auch Teile der Mitochondrien-DNA in den Zellkern eingebaut. Mit zunehmendem Alter verlieren sogar immer mehr Körper- und Blutzellen der Männer ihr Y-Chromosom. Dazu kommt: Im frühen Embryo laufen dramatische Reprogrammierungsprozesse ab, die fast vollständig unter mütterlicher Kontrolle, d.h. vom weiblichen Genom, gesteuert werden. Im Gegensatz zum Spermium liefert die befruchtete Eizelle nicht nur das mütterliche Genom, sondern auch die zelluläre Maschinerie für die Reprogrammierung von väterlichem und mütterlichem Genom. (paraphr. n. HAAF 2003, S. A2304) Die Mitochondrien, also die Kraftwerke der Zelle, die Lebenskraft, werden immer nur von und über die Mutter vererbt. Der für die Entstehung eines Kindes relevante männliche Anteil wiegt 3,65 Billionstel Gramm; das ist das Gewicht eines halben Chromosomensatzes. Die gesamte Masse des Kindes wird allein vom mütterlichen Körper gebildet. Das Kind ist \"Fleisch und Blut\" nur der Mutter. Die Mutter trägt das Kind neun Monate. Das Genom wird während der Schwangerschaft epigenetisch verändert: Hormone der Mutter, Erleben der Mutter und Umweltfaktoren schalten Gene aus oder an. Wir alle tragen Originalzellen unserer Mutter und Großmutter mütterlicherseits in uns. Diese Entdeckung wird Mikrochimärismus genannt. Die Zellen enthalten also nicht unseren eigenen DNA-Code. Das bedeutet, dass Männer weibliche Zellen in sich tragen, umgekehrt tragen die Mütter die Zellen ihrer Kinder in sich, was eine lebenslange körperliche Verbindung bedeutet, die Väter nicht herstellen können. Bei der Geburt wird das Kind mit den lebensnotwendigen Darmkeimen der Mutter geimpft. Die Mutter stillt und gibt dem Kind damit mehr als Geborgenheit und Nahrung: über die Milch nimmt es Immunglobuline und weitere Stoffe auf, die sein Leben prägen werden. Die Mutter ist bei allen Sorgen und Nöten des Kindes der erste Anlaufpunkt. Es schöpft aus der Mutter sein Urvertrauen.", "Die female choice als Erzfeind des Patriarchats. 
    Die erste Maßnahme des Patriarchats war die Ausschaltung der female choice, salopp gesagt brachte es die weibliche Sexualität unter Kontrolle. Der Patriarch stellt mit der Ehe die \"male choice\" her, die es in der Natur nicht gibt. Zu Beginn des Patriarchats, in der mittleren Jungsteinzeit, war Frauenraub die einzige Möglichkeit, eine Frau in die Ehe zu zwingen. Zahllose Massaker wie die von Talheim, Asparn Schletz oder Schöneck-Kilianstätten legen davon ein archäologisches Zeugnis ab; ein genetischer Flaschenhals der Y-Chromosomen vor 7000 Jahren belegt das genetisch. Das Patriarchat begann gewaltsam. Frauenraub ist auch in historischer Zeit und in der Gegenwart (Boko Haram, IS) belegt. Die Ehe im großflächig durchgesetzten Patriarchat wird manchmal durch Brautwerbung gestiftet, wobei die Frau ein Vetorecht besitzt. Diese rudimentäre Form der female choice bleibt der Frau bis zur Ehe, danach ist sie dem Ehemann verpflichtet.", ". Die Liebesheirat als relativ junge Erfindung folgt 
    der romantischen Vorstellung, einem Zurück zur Natur. Aber auch sie wird per Gesetz zementiert.", "Statt mit unserer matrilinearen Sippe, haben wir es im Patriarchat mit der Familie zu tun, deren Oberhaupt der Vater ist und in Abwesenheit der Sohn. Die Familie versteht sich patrilinear und lebt daher auch patrilokal zusammen. Die Frauen befinden sich also in einem fremden Umfeld und sind fremden Männern und Frauen ausgeliefert, welche sie nicht nur befehligen, sondern auch Gewalt gegen sie ausüben.", "Die sexuelle Unterdrückung ist kein naturgegebenes Verhalten, wäre dies der Fall, gäbe es die vielen Probleme nicht, die damit verbunden sind. Auch die meisten Zivilisationskrankheiten, Epidemien sowie psychologischen Probleme stehen mit dem Patriarchat in Verbindung. Die Evolution selektierte keine entsprechende verhaltensbiologische Anpassung daran, und auch der weibliche Körper ist nicht an widerwilligen Sex angepasst.", "Die female choice ist ein Urstinkt, der so tief in der Phylogenese aller 
    Lebewesen verankert ist, dass er nicht weggezüchtet werden kann.", "Die Religionen halten die Heiligen Bücher bereit, in denen die frauenfeindlichen Sitten wie die Züchtigung, das Menstruationstabu oder die Verschleierung vorgeschrieben sind.", "Die Frauen dieser Welt sind Kindeskinder von Entführungsopfern des Patriarchats. Als solche sind sie von einem kollektiven Stockholm-Syndrom befallen" ]
  }, {
    "@context" : "http://schema.org",
    "@type" : "Article",
    "author" : {
      "@type" : "Person",
      "name" : "Gabriele Uhlmann"
    },
    "publisher": {
      "@type": "Organization",
      "name": "Gabriele Uhlmann",
      "logo": {
        "@type": "ImageObject",
        "url": "https://www.gabriele-uhlmann.de/images/aum/signet.jpg"
      }
    },
    "headline": "Female choice - Unser unbekanntes Menschenrecht",
    "datePublished": "2015-02-15", 
    "dateModified": "2021-01-10",
    "description": "female choice",
    "mainEntityOfPage": {
      "@type": "WebPage",
      "@id": "https://www.gabriele-uhlmann.de/femalechoice.htm"
    },
    "articleSection" : ". Auch in Deutschland gilt der Sex in der Ehe als Kriterium für eine intakte Ehe, er ist eine \"rechtliche Erwartung\", wenngleich er nicht mehr einklagbar ist, weil die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt wurde. Dafür bzw. trotzdem nimmt nun die häusliche Gewalt wieder zu. Die female choice ist auch nicht in der UN-Menschenrechtscarta geschätzt. Dies wundert nicht, wird dieses Papier doch von Patriarchen abgestimmt. Ein Menschenrecht wird erst UN-Recht, wenn auch die Männer für sich selbst darin einen Vorteil erkennen. Es sind also die Anthropologen gefragt, dieses Wissen entsprechend zu vermitteln."
  } ]
  </script></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das Massengrab von <a href="https://www.herder.de/wbg-magazine/aktuelles/2026/raetselhafte-skelette-der-linearbandkeramik-erste-erkenntnisse-zum-aussergewoehnlichen-fundplatz-von-vrable/" target="_blank">Vráble</a> kann dazu gezählt werden, jedoch gibt es auch Stimmen, die es anders interpretieren.</div><p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice-unser-unbekanntes-menschenrecht">Female choice &#8211; unser unbekanntes Menschenrecht</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">3686</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
