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	<title>Survival of the Fittest Archive - Gabriele Uhlmann</title>
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		<title>Das Wachtelexperiment oder der Mythos von der Hackordnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[GUhlmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Oct 2022 11:48:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bild: Weibliche Wachtel (Coturnix coturnix) Bildquelle: Wikimedia commons, user: Mnolf Prolog Hobby-Geflügelhalter Ingo[1] schrieb vor einiger Zeit in ein Soziales Medium, dass es ja Menschen gäbe, die nicht viel denken,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/das-wachtelexperiment-oder-der-mythos-von-der-hackordnung">Das Wachtelexperiment oder der Mythos von der Hackordnung</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" style="display: none !important;" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/08555898c2c84cf7a7088d1031795cf9" alt="" width="1" height="1" /><br />
<img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-5284" src="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2022/10/800px-weibliche_wachtel_coturnix_coturnix.jpg?resize=500%2C375&#038;ssl=1" alt="" width="500" height="375" /><br />
Bild: Weibliche Wachtel (Coturnix coturnix)<br />
<span style="font-size: 9px;">Bildquelle: Wikimedia commons, user: Mnolf</span></p>
<h2 id="prolog">Prolog</h2>
<p><strong>Hobby-Geflügelhalter Ingo<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> schrieb vor einiger Zeit in ein Soziales Medium, dass es ja Menschen gäbe, die nicht viel denken, und er finde, es sei bei den Wachteln kaum besser. Dies sei seine Weisheit des Tages.</strong></p>
<p>Ich wurde darauf aufmerksam, weil mir immer wieder Mensch/Tier-Vergleiche auffallen, wenn z.B. in einer Tier-Doku vom Hirschen die Rede ist, der „auf dem Platz als Chef seinen Harem zusammen hält“, wenn „das Silberrückenmännchen als Patriarch die Gorilla-Gruppe beherrscht“ oder auch „die Störche sich ein Leben lang treu bleiben“. Die Herstellung solcher Analogien dient leider viel zu oft der Rechtfertigung unseres eigenen Verhaltens. Die Projektionen von Mensch auf Tier und umgekehrt sind immer falsch. Wie sollen sie auch richtig sein, kennen doch die weitaus meisten Dokumentatoren, Journalisten und auch Naturwissenschaftler nicht einmal mehr unser eigenes <a href="http://www.gabriele-uhlmann.de/femalechoice.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">natürliches Verhalten</a> (Vgl. Uhlmann 2015).</p>
<p>Es ging Ingo aber erstmal um die „Dummheit der Tiere“, insbesondere der Wachteln. In meiner Gewissheit, dass Tiere zwar nicht lesen und schreiben können, aber trotzdem weise sind, nämlich der Weisheit von Mutter Natur folgen, erhob ich stellvertretend für die Wachteln, die übrigens zu den Hühnervögeln gehören, spontan Einspruch und schrieb, dass ich der „Weisheit des Tages“ leider nicht zustimmen könne. Immerhin haben Wachteln nie irgendeine Gehirnwäsche durchlaufen und können sich noch auf ihren gesunden Wachtelverstand verlassen. Sie unterdrücken sich nicht, haben nie Kriege angezettelt und zerstören nicht die Umwelt. Denn Tiere leben nicht im Patriarchat, &#8211; und der Mensch nebenbei gesagt von Natur aus auch nicht, hätte er sich nicht vom technischen Fortschritt abhängig gemacht, um dann dessen Opfer bzw. Opfer der eigenen Intelligenz zu werden.</p>
<p>Ich finde, wir können uns an den Wachteln ein Beispiel nehmen und an allen anderen Tieren natürlich auch. Nein, der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung.</p>
<p>Ingo meinte darauf, dass das, was sein Wachtelhahn mit den Hennen mache, schon etwas von Unterdrückung hätte. Auf Nachfrage schrieb er: „Er hackt ihnen in den Nacken (Hackordnung!), was teilweise zu üblen Wunden führt.“</p>
<p>Dass ein Hahn so etwas macht, hatte ich noch nie gehört. Ingos Hinweis in Klammern auf die Hackordnung kam mir daher spanisch vor. In meiner Erinnerung gilt sie allgemein vor allem für die Hennen, während Hähne für Kämpfe bekannt sind. Ich halte keine Hühner, aber das knuffige Geflügel war mir schon immer sehr sympathisch. Dass sie notorisch gewalttätig sein sollen, habe ich nie so erkennen können, wann immer ich freilaufende Hühner sah. Das bestätigt auch ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung online über Hühner in Gefangenschaft, der eine das Gruseln lehrt:</p>
<blockquote><p>“Zu Hühnerkannibalismus kommt es vor allem bei der Bodenhaltung. Wenn Hühner dort ihre Eier nicht im Schutz von abgedunkelten Nestern legen können, müssen sie sich direkt nach dem Legen wieder unter ihren Artgenossen tummeln. ‚Die Kloake der Tiere ist dann noch ausgestülpt und zieht mit ihrem roten Glanz die Aufmerksamkeit anderer Tiere auf sich’, beschreibt Aigner (ein professioneller Hühnerhalter) den Auftakt zu einem blutrünstigen Schauspiel. Andere Hühner picken dann auf die Henne ein. Sobald der erste Tropfen Blut erscheint, geraten die Tiere in einen wahren Blutrausch.“ (Fischer 2010, S.2)</p></blockquote>
<p>Die sog. Hackordnung kannte ich schon aus dem Biologieunterricht der 5. Klasse. Der Lehrer zeigte uns damals Bilder von fast federlosen Hennen und von kämpfenden Hähnen. Derart zugerichtete Exemplare habe ich bei wild lebenden Hühnern in Naturfilmen aber nie gesehen. Dass das Phänomen irgendwie menschengemacht sein muss, wurde mir erst nach der Klassenarbeit klar, in der eine Fangfrage lautete, wieviele Hähne sich auf einem Hühnerhof befänden, wozu wir eine Begründung unserer Antwort schreiben sollten. Ich schrieb, dass es zwei sein müssten, damit die Hähne miteinander kämpfen können. Da „artgerechte Haltung“ damals in den Siebzigern noch nicht in Mode war, bekam ich dafür null Punkte. Ich bin jetzt 53, erinnere mich aber, als wäre es gestern gewesen, weil Biologie zu meinen Lieblingsfächern gehörte und ich mich sehr über den Lehrer geärgert habe. Ich finde noch heute, dass das vor allem eine pädagogische Null-Leistung war. Mittlerweile glaube ich, dass er auch keine Ahnung hatte, was es wirklich mit der Hackordnung auf sich hat.</p>
<h3 id="hackordnung">Hackordnung? Können wir das wirklich sehen?</h3>
<p>Ingos Wachtel-Problem nahm ich nun nach all den Jahren zum Anlass intensiver Recherche. Dass die sog. Hackordnung erst in den Neunzehnhundertzwanziger Jahren von dem norwegischen Forscher Thorleif Schjelderup-Ebbe (1894-1976) beschrieben wurde, zeigt mir, dass dieses Verhalten tatsächlich gar nicht so offensichtlich ist, wie es scheint. Seit seine These in den Fünfziger Jahren allgemein verbreitet wurde, glaubten Menschen plötzlich überall, eine Hackordnung bei ihren Hühnern erkennen zu können. Das Wort Hackordnung wurde sogar zu einem Synonym für die Hierarchie in der menschlichen Gesellschaft. Die Menschen sehen, was sie sehen wollen. Ein schönes Beispiel dafür ist dieser Film:</p>
<p><iframe class="youtube-player" width="1080" height="608" src="https://www.youtube.com/embed/5VdXUK2W5-Y?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent" allowfullscreen="true" style="border:0;" sandbox="allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox"></iframe></p>
<p>Video veröffentlicht von bettelhuhn am 16.04.2010 auf youtube.de</p>
<p>Es gibt aber auch leise Kritik am „Modell der Hackordnung“ wie in diesem Forum: <a href="http://www.huehner-info.de/forum/showthread.php/73375-Kritik-am-Modell-der-Hackordnung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.huehner-info.de/forum/showthread.php/73375-Kritik-am-Modell-der-Hackordnung</a></p>
<p>Tatsachlich hacken sich wilde Hühner praktisch nicht. Sie picken auf dem Boden nach Nahrung, brüten, glucken, reinigen ihr Gefieder im Staub oder ruhen sich aus. Werden allerdings fremde Hühner in eine Horde (auch Schar oder Herde) gesetzt, gibt es ordentlich Streit, aber das ist menschengemacht. In der Paarungszeit kämpfen die Hähne, um den Weibchen ihre Potenz zu demonstrieren, wie bei vielen anderen Arten auch. Wenn überhaupt, gibt es unter den Hennen Streit ums Futter oder einen Platz im Sandbad. Dabei bleibt es meist bei einem „auf das konkurrierende Tier losgehen“, um es zu verscheuchen. Manchmal wird nach ihm der Kopf gereckt, was wie Picken aussieht, oft ist es nur es Drängeln und Schubsen. Im Englischen heißt es auch nicht „Hackordnung“, wie sie von Schjelderup-Ebbe während seiner Zeit in Deutschland in den Dreißiger Jahren selbst genannt wurde, sondern Pick-Ordnung (pecking order statt hacking order). Eigentlich muss es „Scheuchen“ oder „Drängeln“ heißen. Ein Video zeigt das Verhalten, das beileibe nicht so dramatisch ist, wie der Name „Hackordnung“ suggeriert.</p>
<p><iframe class="youtube-player" width="1080" height="608" src="https://www.youtube.com/embed/tsaw9t1bE0k?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent" allowfullscreen="true" style="border:0;" sandbox="allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox"></iframe></p>
<p>Video veröffentlicht von HenDaisy am 10.05.2011 auf youtube.de</p>
<p>Was in der Allgemeinheit nicht angekommen ist, auch nicht in der gymnasialen Lehre, ist eine andere wichtige Beobachtung Schjelderup-Ebbes, nämlich, dass das Scheuchen und Drängeln von den Haushühnern nicht konsequent nach einer feststehenden Ordnung betrieben wird. Der Forscher will z.B. Dreiecksbildungen beobachtet haben. Danach „hackte“ Huhn A das Huhn B, welches Huhn C „hackte“, das wiederum Huhn A „hackte“. Bei den meisten belesenen Hühnerhaltern und -züchtern ist diese These bekannt, und sie behaupten, das beobachten zu können. Sie berichten aber auch, dass die Unruhe davon abhinge, <strong>welche</strong> <strong>Tiere</strong> gerade an einem Platz versammelt sind. Zudem änderten sich die Verhältnisse unter den Tieren immer wieder mal. Hühnerhalter beobachten auch, dass Hühner ein und desselben Geleges bestens miteinander auskommen. Und trotzdem ziehen die Hühnerexperten nicht die richtigen Schlüsse, denn das Dogma Hackordnung scheint beinahe unumstößlich.</p>
<p>Das Dogma führt zu vielen Fragezeichen, weshalb widersprüchliche Informationen verbreitet werden wie in diesem Beispiel:</p>
<blockquote><p>„Wie bereits erwähnt, bestehen oftmals zwischen Alt- und Junghennen erhebliche Unterschiede. Althennen treten viel selbstbewusster in der neuen Herde auf. Unter den Hähnen ist die Machtstellung noch betonter als bei den Hennen, da die Vorrechte des Hahnes noch größer sind. Sind mehrere Hähne in einer Herde, ist die Rangfolge in der Regel auch immer linear, d.h. A zu B zu C usw..</p>
<p>Das ist sehr bedeutend. Verliert ein dominanter Hahn aus irgendeinem Grund seine Stellung, kann das oft dazu führen, dass dieser Hahn nicht nur in der Rangordnung einen Platz weiter hinten einnehmen muss. sondern dass es sogar dazu kommt, dass dieser anschließend erkrankt.</p>
<p>Im Zuchtstamm nimmt der Hahn unter natürlichen Bedingungen den ersten Rang ein. Ihm fügen sich die Hennen. Während der Fortpflanzungzeit, d. h. <strong>fast das gesamte Jahr</strong> macht der Hahn aber von seinem Hackrecht nicht Gebrauch. In der Mauser ist es anders. Da hackt er auch die Hennen vom Futter weg. Vielleicht ist dies auch ein Regelmechanismus, da der Hahn sehr viel neues Gefieder zu bilden und Körpersubstanzen aufzubauen hat.“ (Golze 2007, S. 13; meine Hervorhebung)</p></blockquote>
<p>Kritik an der Projektion menschlichen Machtdenkens auf die Tierwelt äußerte schon in den Neunzehnhundertsiebziger Jahren die sog. Kritische Psychologie<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>:</p>
<blockquote><p>„(…) in den Ausführungen über Dominanz werden Beobachtungen an domestizierten Tieren und wildlebenden Tieren meist undifferenziert zusammengeworfen, ja, die Resultate von Untersuchungen an domestizierten Tieren haben sogar zu den grundsätzlichen Modellvorstellungen geführt, unter denen seitdem Dominanz-Subordinanz-Beziehungen überhaupt betrachtet werden. Richtungsbestimmend waren hier die Pionier-Untersuchungen von SCHJELDERUP-EBBE (von 1922 an) über das Rangordnungsverhalten am Haushuhn, die die Konzeption der ‚Hackordnung’ erbrachten und eine Vielzahl weiterer Untersuchungen an Hühnern nach sich zogen, wodurch die Vorstellungen über Eigenart und Bedeutung der Dominanz im allgemeinen maßgeblich geprägt wurden.</p>
<p>Verallgemeinerungen von domestizierten Tieren auf wildlebende Tiere im Hinblick auf das Verhältnis Dominanz-Führerschaft erscheinen uns indessen weitgehend unzulässig.“ (Holzkamp-Osterkamp 1981, S. 172)</p></blockquote>
<p>Als häufigste Argumente, warum dagegen die Hackordnung biologisch unbedingt sinnvoll sein müsse, fand ich:</p>
<p>1. Die Hackordnung sorge für soziale Ruhe in der Hühnerhorde.</p>
<p>2. Die Hackordnung lege eine Rangordnung fest und ranghohe Tiere übernähmen Aufgaben.</p>
<p>3. Die Hackordnung sichere den Fortbestand der Art.</p>
<p>Diese Argumente wirken erst einmal wie Totschlagargumente; aber was ist davon wirklich zu halten? Im Einzelnen:<span id="more-5275"></span></p>
<p>1. Dass die sog. Hackordnung für soziale Ruhe sorge, ist ein Zirkelschluss, denn es wird ja vorausgesetzt, dass die sog. Hackordnung permant ausgetragen wird, ja geradezu archetypisch für die Hühnerhorde sei. Damit verbreitet sie selbst „Unruhe“. Es handelt sich also nicht einmal um Ordnung, sondern um Unordnung. Es würde „die Ruhe“ weniger stören, wenn sich die Hühner immer gegenseitig den Vortritt ließen oder sich anstellen würden, bis sie an der Reihe sind. Wir kennen das ja von der englischen Bushaltstelle. Wer zuerst da ist, steigt zuerst ein, ohne deshalb ein besserer Mensch zu sein. In Deutschland herrscht immer Gedränge, auch ohne dass dabei eine Rangordnung ausgehandelt würde. Wer zuerst eingestiegen ist, steigt nicht automatisch zuerst aus. Die Hühner probieren es immer wieder, jedes Tier ist erst einmal egoistisch. Sie akzeptieren keine Rangodnung am Futternapf, sondern stellen die Dominanz ständig infrage. Als Ausnahme von der Regel weichen manche Hühner dennoch schon von selbst, wenn sie ein bestimmtes Huhn heran nahen sehen. Aber das muss nichts mit Rang zu tun haben, sondern ist vor allem ein Lernprozess. Die Tiere kennen sich ja und wissen das Aggressionspotential des anderen Tieres einzuschätzen.</p>
<p>Die Ruhe wird nicht von einer Rangordnung oder Dominanz durchgesetzt, sondern sie herrscht dann, wenn der Anlass für Unruhe fehlt, z.B. die Fütterung. Damit kommen wir automatisch zu Argument 2.</p>
<p>2. Die Hackordnung lege eine Rangordnung fest und ranghohe Tiere übernähmen Aufgaben.</p>
<p>Die Kritische Psychologie erklärt, warum das so unhaltbar ist:</p>
<blockquote><p>“Eine im Vergleich zur Dominanz weit weniger gründlich untersuchte Form gelernter Komplementärbeziehungen ist die sog. ‚Führerschaft’; von Führerschaft in reiner Form spricht man dann, wenn in einem Verband ein individuelles Tier eine Reihe von ‚Verpflichtungen’ (‚Obligationen’) übernimmt, ohne die entsprechenden Privilegien, wie sie als für die Dominanzordnung charakteristisch angesehen werden, zu haben. Faktisch ist die Führerschaft meist als &#8218;Anführerschaft&#8216; eines Verbandes bei der Raumorientierung, auch bei Angriff oder Flucht, untersucht worden; als &#8218;Führer&#8216; wurde dabei meist jenes Tier bezeichnet, das eine bestimmte räumliche Position einnimmt, sich nämlich an der Spitze eines sich bewegen den Verbandes befindet. Jedoch sind, wenn auch seltener, andere Momente der ‚Führerschaft’, wie der Schutz des Verbandes o.ä. hervor gehoben worden; die &#8218;Führer&#8216; haben häufig die Funktion von ‚Vorbildern’ oder ‚Modellen’ beim Aufsuchen oder Vermeiden bestimmter Gegebenheiten etc. (…) Über die Art und Weise, in der die Tiere zu ihrer &#8218;Führungsposition&#8216; gelangen, also über Positionsbestimmungen mit der gleichen Funktion wie die Rangkämpfe bei den Dominanzordnungen, ist in Untersuchungsberichten kaum etwas zu finden. Lediglich über <em>artspezifische Geschlechtsgebundenheit</em> der Führerschaft werden Aussagen gemacht: Bei vielen Arten können nur Tiere eines Geschlechts Führungspositionen übernehmen; so führen bei Haustauben, vielen Affen, Wildpferden usw. männliche Tiere, bei Rotwild, Gemsen, afrikanischen Elefanten usw. weibliche Tiere den Zug oder die Herde an (…). – Hinsichtlich der Gliederungsform der durch &#8218;Führerschaft&#8216; charakterisierten Verbände wird nicht viel mehr gesagt, als daß solche Verbände flexibler seien als Organisationen, die auf Grund von Dominanz-Subordinanz organisiert sind. – Mit Bezug auf den biologischen Sinn der Führerschaft wird z.B. auf den <em>integrierenden, die Effektivität bestimmter biologisch notwendiger Leistungen des sozialen Verbandes erhöhenden Einfluß der Führerschaft </em>hingewiesen (…) Sehr vieles spricht dafür, daß das Phänomen der &#8218;Führerschaft&#8216; in der Forschung zu Unrecht vernachlässigt, die Bedeutung der Dominanz dagegen weit überschätzt wird (…). Als Grund dafür wird etwa angegeben, daß Dominanzverhalten leicht bei im Käfig gehaltenen Tieren untersucht werden kann, Führerschaftsverhalten dagegen nur in der natürlichen Umwelt der Tiere (…). Führerschaft kann nur auftreten, wenn ein Tierverband unter natürlichen Lebensbedingungen bestimmte Aktivitäten im Funktionskreis der Lebenssicherung, etwa der Raumorientierung, des Schutzes, des Angriffs, der Flucht, der Verteidigung vollzieht, nicht aber, wenn der Verband im Käfig von all diesen Aktivitäten abgeschnitten ist. In der Gefangenschaft sind die Tiere quasi auf die Rivalität und die daraus sich ergebenden Verhaltensweisen &#8218;zurückgeworfen&#8216;; in den hier entstehenden &#8218;Zwangssozietäten&#8216; ist demnach Dominanz-Subordinanz die einzige ‚übrigbleibende’ Organisationsform.“ (Holzkamp-Osterkamp 1981, S. 171 f.)</p></blockquote>
<p>Kurz gesagt, Stärke hat nichts mit Weisheit zu tun und ist deshalb als Kriterium für die Rangordnung ungeeignet. Jedenfalls bei den Tieren. Es sind die erfahrenen Tiere und Tiere eines bestimmten Geschlechts, die die Leitung übernehmen, und die anderen nehmen das so hin. Nicht Egoismus allein, sondern Altruismus gepaart mit Egoismus halten die Gruppe am Leben. Ohne sie kann auch das Individuum nicht überleben.</p>
<p>Die Rangordnung der Hühnervögel ist weder rein linear noch pyramidenförmig. Hähne und Hennen bilden die beiden Untergruppen. Innerhalb der Hennen ist immer eine ältere Henne, die erfahren genug und noch „rüstig“ ist, das Leittier. Bei den Hähnen kommt es auf die Kraft im Hahnenkampf an und oft ist der Sieger auch der älteste. Den „stolzen Hahn“ gibt es aber nicht. Manchmal werden Hühner beobachtet, die gemeinsam einen „dreisten Junghahn“ traktieren. Dass die Hähne in der Hack- resp. Rangordnung noch über den Hennen stehen, ist so nicht haltbar. Dies ergibt sich auch aus der Betrachtung von Argument 3:</p>
<p>3. „Die Hackordnung sichert die Erhaltung der Art“ ist ein besonders hartnäckiger Allgemeinplatz angelehnt an Darwins Evolutionslehre. So soll die Beobachtung, dass „stärkere“ Hühner oft mehr Nachwuchs haben, Darwins „Survival of the Fittest“ auch veranschaulichen. Aber der Lehrsatz, den Darwin so gar nicht gemeint hat, hat sich überholt. Wir wissen heute, dass einfach die Angepassten überleben und diese müssen nicht einmal die Angepasstesten sein (Vgl. Maturana/Varela 1987, S. 125). Drei Fragen am Beispiel der Hühner zeigen, warum die These der Arterhaltung schließlich aufgegeben wurde: Warum verändern sich die Arten über die Jahrzehntausende, obwohl die Perfektesten für den Arterhalt verantwortlich sein sollen? Warum legen Hühner vermeintlich niederen Ranges trotzdem Eier und brüten erfolgreich? Warum ändert sich die vermeintliche Rangordnung, wo doch die Genetik jedes Individuums gleich bleibt?</p>
<p>Das Scheuchen und Drängeln unter den Hühnern hat ganz andere Gründe als die Arterhaltung. Es tritt nicht umsonst vermehrt an Futterplätzen auf. Hühner, die mehr Eier legen, brauchen mehr Energie, d.h. sie haben mehr Hunger. Wir alle wissen es und Ärzte können es bestätigen: Hunger macht aggressiv. Dieses Verhalten wurde evolutionär selektiert, denn wer Hunger hat und sich nicht um Nahrung bemüht, wird verhungern. Bei knapper Nahrung muss der Antrieb immer größer werden. Das führt unter Umständen dazu, dass ein Lebewesen seinen Artgenossen Nahrung stiehlt oder sie vom Futter verdrängt, was sehr gierig wirken kann. Hungrige Lebewesen drängeln sich vor, weil sie mehr brauchen, und können daher auch dominanter wirken, was manche dann für „Stärke“ halten. Wenn sich ein Huhn nicht sofort auf das Futter stürzt, könnte man meinen, es stünde in der Hackordnung ganz unten. Dass es weniger Hunger haben könnte, wird dabei gar nicht in Betracht gezogen.</p>
<p>Hühner, die sich gut vordrängeln können, legen deshalb nicht mehr Eier. Es ist umgekehrt, Ursache und Wirkung wurden vertauscht. Denn die Legepotenz ist angeboren. Es handelt sich um eine individuell unterschiedlich ausgeprägte Fähigkeit, die genetisch verankert ist und daher durch Zucht gesteigert werden kann (vgl. Vieweg 2017). In der Hühnerhorde brüten alle halbwegs gesunden Hühner, unabhängig davon, wie dominant sie wirken. Sonst würde die Haltung weniger dominanter Hühner auch nur sinnloses Geld kosten.</p>
<p>Auch das Sandbad werde gerne von der ranghöchsten Henne besetzt, so las ich es im Internet. Das feste Sandbad ist eine Erfindung der Hühnerhaltung und ein Sandbad, das nur eine Henne fasst, ist eindeutig zu klein bemessen. Zwar ist es richtig, dass Hühner auch in der freien Natur Sandbäder lieben, aber das Vergnügen ist nicht der evolutionäre Grund und sie suchen sich immer neue Sandbäder. Das Sandbad befreit von juckenden Parasiten. Wie der Hunger macht auch Juckreiz aggressiv und natürlich lässt sich ein Huhn mit quälendem Juckreiz ungern aus dem Sandbad vertreiben: Es hat einen guten Grund, seinen Platz zu verteidigen.</p>
<p><a title="By Sini Merikallio (Flickr: Hiekkakylpy) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AHiekkakylpy.jpg"><img decoding="async" title="Haushühner beim Sandbad" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/af/Hiekkakylpy.jpg/512px-Hiekkakylpy.jpg" alt="Haushühner beim Sandbad" width="600" /></a></p>
<p>Haushühner (<em>Gallus gallus</em>) beim Sandbad, Bildquelle: wikimedia commons, user: Sini Merikallio</p>
<p>Der Hahn bzw. die Hähne stünden in der Hackordnung ganz oben, habe ich ebenfalls sehr oft gelesen. Evolutionär wäre es allerdings wenig sinnvoll, würde der Hahn alle Hühner vom Futterplatz verdrängen, wie ein Patriarch in Arabien, der seine Frauen als Letzte essen lässt. Und tatsächlich, der Hahn ist fast immer als Letzter dran. Wenn die Hühner in der Eibildungsphase sind und das ist die meiste Zeit, haben sie mehr Hunger. Patriarchen machen daraus gönnerhaft: „er lässt ihnen den Vortritt“. Wenn er in der Mauser ist, braucht allerdings auch er deutlich mehr Energie, so dass er sich vordrängelt. Das ahnen wie oben gesehen mittlerweile die Geflügelzüchter.</p>
<p>Welches Huhn am Ende aller Tage die meisten Nachkommen haben wird, steht in den Sternen. Aber es wird aus der falsch verstandenen Evolutionslehre Legitimation für politische Hierarchie und Führerschaft gezogen. Legitimiert wird damit nichts anderes als das menschliche Patriarchat.</p>
<p><a title="By attributed to / in the style of Melchior d'Hondecoeter (1636–1695) (http://www.hampel-auctions.com) [Public domain], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ARooster_(in_the_style_of_Hondecoeter).jpg"><img decoding="async" title="Der stolze Hahn, Öl auf Leinwand. 91,5 x 80 cm. Von Melchior d'Hondecoeter (1636–1695)" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/41/Rooster_%28in_the_style_of_Hondecoeter%29.jpg/512px-Rooster_%28in_the_style_of_Hondecoeter%29.jpg" alt="Der stolze Hahn, Öl auf Leinwand. 91,5 x 80 cm. Von Melchior d'Hondecoeter (1636–1695)" width="512" /></a></p>
<p>&#8222;Der stolze Hahn&#8220;, Öl auf Leinwand. 91,5 x 80 cm. Von Melchior d&#8217;Hondecoeter (1636–1695)</p>
<h2>Wachteln emanzipieren sich nicht, sie leben ihr eigenes Leben</h2>
<p>Ingo dachte an die sog. Hackordnung, als sein Hahn die Hühner traktierte. Dass es das nicht sein konnte, ahnte ich schon während der Unterhaltung, denn Drängeln und Scheuchen erfüllt seinen Zweck vollkommen, dies ohne Brutalität. „Naja, ich meine, wie soll sich ein Tier in Gefangenschaft psychisch gesund verhalten? In der freien Natur würden sich die Hühner das sowieso nicht bieten lassen“, schrieb ich zurück. Und ich dachte darüber nach, dass wir, die wir uns alle in einem Zwangssystem befinden, Gefangene sind. Ich hatte auch schon eine Idee, wo das Problem liegt, denn meiner Erfahrung nach ist es immer das Gleiche, was Menschen nicht berücksichtigen: die <em>female choice</em>.</p>
<p>Ich öffnete eben schnell <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachtel_(Art)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikipedia</a> mit dem Stichwort „Wachtel“ und fand sofort das Erwartete: „Wachteln sind polygam. Jedes Männchen verpaart sich mit jedem beliebigen Weibchen, das das Männchen aufsucht und lockt. Wirbt ein Weibchen gleichzeitig um mehrere Männchen, kann es unter den Männchen auch zu Kämpfen kommen.“ Das postete ich ins Soziale Medium, nicht ohne es mit den Fakten über die sexuelle Selektion, die mit der <em><a href="http://www.gabriele-uhlmann.de/femalechoice.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">female choice</a></em> identisch ist, zu verlinken und zu kommentieren: „Die Gefangenschaft unterdrückt die <em>female choice</em> der Wachtelhühner. Die <em>female choice</em> ist der Garant für und das Geheimnis des friedlichen Zusammenlebens aller Lebewesen. Wobei der Hahnenkampf kein Krieg ist, sondern Teil der Selektion.“ Ich schlug vor, noch weitere Wachtelhähne in das Gehege zu setzen.</p>
<p>Leider habe ich nie erfahren, ob das Problem gelöst werden konnte.</p>
<p>Die Angelegenheit begann, mich über die sog. Hackordnung hinaus zu interessieren. Ich fand in den Texten, dass sich Wachtel-Experten darin einig sind, dass Wachtelweibchen die Wählenden sind, nicht monogam leben und die Hähne sich nicht an der Brut beteiligen. Gemäß der evolutionären <em>female choice</em> hatte ich auch nicht erwartet, dass der Hahn das Vorrecht der Wahl hat.</p>
<p>Besonders interessant ist, dass die Wachtelhühner sich auch auf das Urteil von Kolleginnen verlassen und sich mit dem Hahn paaren, der sich eben mit einer anderen Henne gepaart hatte.</p>
<blockquote><p>“Seit kurzem ist bekannt, daß Weibchen manchmal auch eine ganz andere Strategie anwenden. Statt selbst einen Partner auszusuchen, kopieren sie die Wahl anderer Weibchen. Ein solches Weibchen beobachtet ein anderes Weibchen bei der Partnerwahl und kopuliert anschließend mit demselben Männchen. Es &#8218;verläßt sich&#8216; somit auf das &#8218;Urteilsvermögen&#8216; des anderen Weibchens. Das Kopieren ist inzwischen bei drei Fischarten nachgewiesen, beim Guppy (Poecilia reticulata), beim Japanischen Medaka (Oryzias latipes) und beim Breitflossenkärpfling (Poecilia latipinna, Abb. unten), zudem aber auch bei drei Vogelarten, beim Birkhuhn (Tetrao tetrix, Abb. links), beim Wermutshuhn (Centrocercus urophasianus) und bei der Japanischen Wachtel (Corturnix coturnix). Es handelt sich bei diesen Vögeln ausschließlich um Arten, bei denen sich das Männchen an der Brutpflege nicht beteiligt.“ (Witte 1999, S. 47)</p></blockquote>
<p>Danach ist die <em>female choice</em> also nicht nur die Sache eines Weibchens, sondern auch der Kooperation der Weibchen, etwas, was wir für die sich angeblich ständig hackenden Hühner gar nicht erwarten würden. In gewisser Hinsicht ähnelt das Sexualverhalten der Gemeinen Wachtel tatsächlich dem von uns Menschen. Dieses Kopierverhalten beobachte ich auch bei uns Frauen. Fast jede Frau kennt eine, die ihr den Partner auszuspannen versuchte.</p>
<p>Wie wir sind Wachteln von Natur aus nicht monogam und auch die Väter haben kein angeborenes Interesse an ihrem leiblichen Nachwuchs. Dennoch können wir nicht 1:1 projizieren. Die leiblichen Menschenväter leben natürlicher Weise nicht mit in der Sippe und die Mütter sind auf die Hilfe der Großmutter, Schwestern und Brüder angewiesen. (vgl. Blaffer Hrdy 2010) Aber wie könnte es anders sein, obwohl die leiblichen Wachtelväter mit in der Gruppe leben, ist es ihnen völlig egal, welche ihre Kinder sind, und sie beteiligen sich nicht an der Brutpflege. Dass ein Hahn mit mehreren Nestern gleichzeitig überfordert sein muss, ist ja auch sonnenklar. Aber die Wissenschaft scheint das zu wundern und bemerkt es als Phänomen.</p>
<p>Die Wacheln machen, was sie wollen, und die Weibchen sind auch hier die Regisseurinnen der Sexualität (vgl. Prum 2017). Sie verhalten sich genauso wenig nach Lehrbuch, wie die Haushühner. In einer von einem spanischen Team beobachteten wilden Population zeigten die Tiere individuelles Verhalten.</p>
<blockquote><p>„57% of the females studied (n = 14) showed mate-switching, whereas 22% of the males were serially polygynous, successively forming pairs with a series of females. The fitness of females with mate-switching, measured in terms of clutch size and hatching success, did not differ from that of females bonded with one male.“ (Rodríguez-Teijeiro et al. 2003, S. 291)</p></blockquote>
<p>Am Rande gesagt: Das „Mate-switching“ (engl. &#8222;Wechsel des Sexual-Partners&#8220;), die Polygamie der Weibchen (Polyandrie) ist das Komplement zur Polygamie der Männchen (Polygynie). Polygamie bedeutet bei Tieren aber nicht einseitigen Zwang des anderen Geschlechts zur Monogamie, wie es polygame Patriarchen mit der Hochzeit durchsetzen!</p>
<p>Indem Ingo die Wachtelhennen zur Monogamie gezwungen hat, hat er im Gehege das Patriarchat eingeführt, in diesem Fall ein polygynes Patriarchat. Den Hühnern fehlte nun die Auswahl und der Hahn hatte keine Konkurrenz mehr, was sicherlich auch zu seiner Überforderung geführt hat. Er zeigt nun übersteigertes Dominanzverhalten und wird so frauenfeindlich wie es Patriarchen nun einmal sind.</p>
<h2>Wehe, Frauen lernen von den Wachtelhühnern!</h2>
<p>Bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachtel_(Art)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a> überraschte mich die Mitteilung: „Das Fleisch der Wachtel (<em>Coturnix coturnix</em>) kann unter bestimmten Bedingungen giftig sein. Grund hierfür dürfte sein, dass sich Wachteln von Pflanzen ernähren, die für den Menschen, nicht jedoch für die Wachtel selber giftig sind. Um welche Pflanzen es sich genau handelt, ist ungeklärt. (…) Die Vergiftung durch Wachtelfleisch wird schon in der Bibel beschrieben (siehe Num 11,31-34)“</p>
<p>Der angeführte Bibeltext liest sich wie folgt:</p>
<blockquote><p>Num 11,29 Doch Mose sagte zu ihm (Josua): Willst du dich für mich ereifern? Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde, wenn nur der Herr seinen Geist auf sie alle legte!</p>
<p>Num 11,30 Dann ging Mose mit den Ältesten Israels in das Lager zurück.</p>
<p>Num 11,31 Darauf brach ein Wind los, den der Herr geschickt hatte, und trieb Wachteln vom Meer heran. Er warf sie auf das Lager, einen Tagesmarsch weit in der einen Richtung und einen Tagesmarsch weit in der anderen Richtung rings um das Lager; zwei Ellen hoch lagen sie auf dem Erdboden.</p>
<p>Num 11,32 Da stand das Volk auf und sammelte die Wachteln ein, den ganzen Tag und die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag. Jeder sammelte mindestens zehn Hómer. Sie legten sie rings um das Lager zum Dörren aus.</p>
<p>Num 11,33 Sie hatten aber das Fleisch noch zwischen den Zähnen, es war noch nicht gegessen, da entbrannte der Zorn des Herrn über das Volk und der Herr schlug das Volk mit einer bösen Plage.</p>
<p>Num 11,34 Daher nannte man den Ort Kibrot-Taawa (Giergräber), da man dort die Leute begrub, die von der Gier gepackt worden waren.</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/num11.html">https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/num11.html</a></p></blockquote>
<p>Belege für die Giftigkeit der Wachtel sind wenige Papers von griechischen und türkischen Autoren. Die Griechen (Tsironi et al. 2004) raten lediglich, in bestimmten Notfällen an die Wachtelgiftigkeit zu denken, die in mediterranen Gebieten beobachtet werde und nennen als Beispiel die Bibel! Der Grieche Theodore Ouzounellis stützt sich auf seine Beobachtungen, die wir aber online nicht nachlesen dürfen. <a href="http://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/352148">http://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/352148</a><br />
Die Türkische Ärztegruppe (vgl. Korkmaz et al. 2011) erwähnt, dass Wachteln giftig werden, wenn sie Schierlingssamen fressen, dies auf dem Durchzug von Norden nach Süden. Die Wachtel-Vergiftung wird Coturnismus genannt, nach dem lateinischen Namen für die Gemeine Wachtel, Coturnix coturnix. Sie ist selten und verursacht eine Auflösung quergestreifter Muskelfasern (Rhabdomyolyse) und Nierenversagen. Das Schierlingsgift, das für die Wachtel unschädlich ist, gelangt in das Muskelfleisch. Erst so kann der Verzehr einer Wachtel lebensgefährlich werden. Ansonsten ist die Wachtel harmlos, und wird ja auch zum Verzehr in Gehegen gehalten, wo sie natürlich nicht mit Schierlingssamen gefüttert wird.</p>
<p>Der Mythos von der grundsätzlichen Giftigkeit der Wachteln wird künstlich am Leben gehalten und übertrieben. Es sollten damit vielerorts Wilderer abgehalten werden. Der Schriftsteller Jean Paul schrieb 1826 beispielsweise:</p>
<blockquote><p>“Ich habe dir neulich zu berichten vergessen, daß die Wachteln in Neapel acht Tage lang nach ihrer Ankunft aus Afrika giftig zu genießen sind, und ich las es selbst erst im FERBER; allein nachher kann sie jede Wöchnerin essen, wenn sie mit Korn gefüttert worden. Es schadet nicht viel, dass die streichenden Edelleute aus Paris auch einen gewissen Gift als Rückfracht heim bringen, den man unter dem Namen der französischen atheistischen Philosophie recht allgemein scheuet: sie bleiben auch nicht lange giftig, besonders wenn man sie auslacht und nicht bekriegt.“ (Jean Paul 1826, S. 237)</p></blockquote>
<p>Die Wachteln müssen den Priestern, die die Mythologien verfasst haben, sowieso suspekt gewesen sein. Die Priester stammten aus den patriarchalen Hirtennomadenstämmen und als solche waren sie in der Herdenhaltung von Schafen bewandert. Sie brachten den verheerendsten Mensch/Tiervergleich überhaupt hervor: Der Herr ist Dein Hirte. Die Schafe als Sinnbild für Friedfertigkeit, Dummheit und Herdentrieb brauchten in der Zuchtherde auch nur einen einzigen Widder. Der dreht nicht durch, wenn er keine Konkurrenz hat wie ein Wachtelhahn. Die <em>female choice</em> der Schafe konnte in der Zuchtherde bequem außer Kraft gesetzt werden, so dass es aussah, als beherrsche der Widder als polygyner Patriarch die weiblichen Tiere. Dass die Wachteln dagegen unbedingt mehrere Hähne brauchten, passte nicht in das polygyne Patriarchat des Nahen Ostens. Weibchen, die sich Männchen nehmen wie und wann sie wollen? Das passt nicht zu einem Viehzüchter-Patriarchat und sie konterkarieren zudem die Geschichte von der Arche Noah, wo alle Tiere paarweise vorkommen. Wehe, Frauen lernen von den Wachtelhühnern!</p>
<p>Im patriarchalen Verständnis der abrahamitischen Religionen leben Wachteln in Sünde. Aber immerhin bekamen sie im Mythos einen Herrscher, der sie in Schach hält. Der Wachtelkönig ist zwar nicht mit der Wachtel verwandt, sondern gehört zu den Rallenvögeln, sein Name geht aber auf alte Vorstellungen zurück, nach denen er Anführer der Wachteln sei. Er ähnelt der Wachtel, ist aber größer. Weil er oft zusammen mit Wachteln gefangen wurde &#8211; man verwendete dazu Netze aus sog. Wachtelgarn – hielt man ihn für den König der Wachteln. Diese Volksetymologie zeigt wie sehr patriarchalisierte Menschen dazu neigen, besonders Hierarchien auf Tiere zu übertragen, als solle die Natürlichkeit der patriarchalen Hierarchie im Umkehrschluss bewiesen werden.</p>
<p><a title="By Ron Knight from Seaford, East Sussex, United Kingdom (Corn Crake (Crex crex)) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ACrex_crex%2C_Beachy_Head_1.jpg"><img decoding="async" title="Wachtelkönig (Crex crex)" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1b/Crex_crex%2C_Beachy_Head_1.jpg/512px-Crex_crex%2C_Beachy_Head_1.jpg" alt="Wachtelkönig (Crex crex)" width="512" /></a></p>
<p>Wachtelkönig (Crex crex), Bildquelle: wikimedia commons, user: MPF</p>
<h3 id="redewendungen">Wenn Redewendungen gewendete Wahrheit verwenden</h3>
<p>Die Hackordnung als Synonym für die Hierarchie ist eine der Rückwärtsprojektionen von Tier auf Mensch. Die Vögel werden im Übrigen dafür besonders gerne genommen, denn sie leben meist in Paaren, wenn auch nur selten lebenslang. Der Hausbau junger Eltern wird als Nestbau bezeichnet und viele Eltern werfen ihre Kinder aus dem Nest oder kümmern sich um das Nesthäkchen besonders intensiv. Schlechte Eltern gelten als Rabeneltern und gute Mütter als Glucke, oft negativ konnotiert. Kinder, die das Elternhaus verlassen, gelten als flügge. Die, die das nicht tun, werden als Nesthocker bezeichnet. Wir fliegen auf Dinge, die uns besonders interessieren, und fühlen uns flügellahm, wenn wir erschöpft sind. Männer fühlen sich gerne als Hahn im Korb oder es schwillt ihnen der Kamm, wenn sie sich ärgern, und sie sind eitel wie ein Pfau. Ein betrogener Ehemann ist ein Hahnrei. Frauen werden als dumme Hühner oder blöde Gans beschimpft. Die <em>Spinatwachtel</em> bezeichnet verächtlich eine ältere Frau. Und nicht die Mutter gebiert die Kinder, sondern es ist der Storch, der sie bringt. Demnach müssten wir alle Störche sein.</p>
<p>Wie auch immer die Vergleiche ausfallen, wir sind eine andere Spezies und wir leben von Natur aus in matrilinearen Sippenverbänden und nicht in Paaren. Die Gehirnwäsche aber läuft von Kindesbeinen an. Menschliche Dummheit liegt vor allem darin begründet. Es ist das Patriarchat, das für das „Spatzenhirn“ vieler Menschen verantwortlich ist, und das Wachtelexperiment zeigt, dass auch Tiere „verblöden“, wenn sie zu Patriarchen gemacht werden.</p>
<p>Oft haben solche Redewendungen allerdings uralte Wurzeln und sind nicht nur Projektionen. Der Storch (Geburt), die Taube (friedliches und glückliches Leben in Wohlstand, Beistand) und die Eule (Tod) waren Begleittiere der germanischen Muttergöttin Holda, die auf die altsteinzeitliche Urmutter zurück geht, uns bekannt als Frau Holle. Und ich vermutete, dass das auch für die Wachtel gilt, wozu ich allerdings weder bei Jacob Grimm noch bei Erika Timm Hinweise fand. Es gibt dafür dennoch sehr viele starke Indizien.</p>
<p>Mit dem Ruf „Fürchte Gott, trau auf Gott“ sollte die Wachtel gegen Blitzschlag schützen. In der germanischen Religion wurde der Wettergott Donar, der Sohn der Holda, für Blitzeinschläge verantwortlich gemacht, und Holda konnte davor schützen. „Im Oldenburger Münsterland ist die Wachtel, Kütjeblick, Tütjeblick, saterl. Roggefugel noch ein heiliges Tier; sie zu töten ist Sünde. Ihr Ruf ist vorbedeutend für den Preis des Roggens.“ (paraphr. nach Strackerjahn 1909) Der Wachholder, der regional auch Wachtel heißt und wie der Holunder Pflanze der Holda ist, symbolisiert als Machandelboom in Grimms Märchen die Große Mutter. Auf eine mythologische Verbindung der Wachtel mit Frau Holle und ihrem Brunnen könnte auch der thüringische Familienname Wachtelborn hinweisen. Nicht zuletzt könnte die merkwürdige „Spinatwachtel“ ein Hinweis auf die Große Mutter sein, die an ihrem Spinnrad sitzt.</p>
<p>Im Aberglauben wird den Wachteln immer noch Zauberkräfte zugesprochen: Bei Vollmond wachsen ihre Köpfe. Der Schlag einer Wachtel in der Nacht prophezeit den Tod, der diesen hört. Bei den Sinti und Roma Siebenbürgens gilt die Wachtel als weiblicher Teufelsvogel. Milch auf ein Feld zu spritzen, gilt als Mittel gegen die Vergiftung der Kühe mit sog. Wachtelkraut, welches durch Wachteln giftig geworden sein soll. Als Nivashi-Töchter sollen sie das Getreide stehlen, wogegen es hilft, an jeder Ecke des Feldes eine Wachtel oder wenigstens die Feder eines schwarzen Huhnes zu vergraben. Dieser Brauch hat auch auf die rumänische Landbevölkerung Siebenbürgens abgefärbt. (Vgl. von Wlislocki 1890, S. 208 f)</p>
<p>Dies sind starke Hinweise auf einen vorchristlichen, weiblichen Glaubensinhalt, der in christlicher Zeit dämonisiert wurde.</p>
<p>Bei den Römern und Griechen war Wachtelgehirn ein spezifisches Mittel gegen die Epilepsie, ohne jemals Wirkung entfaltet zu haben. Die Wachteln standen ihres Mutes und ihrer Kampfeslust wegen in großem Ansehen. In einem Mythos zur Entstehung der „Wachtelinsel Ortygia“ wird die Tochter des Koios mit dem Namen Asteria von Zeus in eine Wachtel verwandelt und er stürzt sie wie einen Felsen ins Meer, als sie sich seinen Annäherungsversuchen verweigert. Dabei ensteht die Insel. Die Botschaft des Patriarchats an alle Frauen lautet: Wehe, ihr lebt eure <em>female choice</em>! Das Beispiel zeigt ganz deutlich, dass es im Mythos nur vordergründig um die Erklärung der Welt geht. Mythen bzw. Glaubensinhalte verarbeiten ernsthafte psychiatrische Erkrankungen.</p>
<h3 id="mythos">Der Mythos und sein Mythograph</h3>
<p>So wie die Wachtel zum Mythos wurde, ist auch die sog. Hackordnung der Hühnervögel ein Mythos und Thorleif Schjelderup-Ebbe ist ihr Hohepriester. Er studierte nicht nur Zoologie, sondern schrieb auch Novellen und Kinderbücher. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt! Dass Thorleif gerne fabulierte, entdeckte der Ethologe John Price (1995) nach einem psychologisch sehr aufschlussreichen Interview mit dessen Sohn Dag, nämlich dass seine Behauptung, er hätte der Royal Society of London angehört, dem renommiertesten wissenschaftlichen Bund in England, falsch war, und er stattdessen Mitglied der Royal Society of Arts of London war, des Kunstbundes also, schlicht erkauft mit Eintrittsgeld.</p>
<p>Schjelderup-Ebbe erlebte nicht mehr den wissenschaftlichen Aufstieg seiner als Dissertation ausgearbeiteten These, der lediglich Beobachtungen während seiner frühen Kindheit zugrunde lagen! Aber Schuld daran war seines Sohnes Dag (und dem Schreiberling bei wikipedia) zufolge natürlich eine Frau, die erste Professorin Norwegens (deren Namen wikipedia nicht nennt), die Zoologin Kristine Bonnevie, eine emanzipierte, sozialistische Frau, die gegen ihn stetig intrigiert haben soll. Er stand aufgrund einer Zuflüsterung bei ihr zunächst unter Verdacht, einen anonymen, denunzierenden Artikel gegen sie geschrieben zu haben. (Bald wurde mit dem Zoologiestudenten und späteren Novellisten Sigurd Hoel der wahre Täter entlarvt.) Dass sie und im Übrigen auch die (von wikipedia nicht erwähnten) männlichen Professoren in ganz Norwegen ihm die Anerkennung verweigerten, dürfte daran gelegen haben, dass man sich damals noch der gravierenden Schwächen der Arbeit bewusst war. Um seine weitere Existenz musste sich die Professorin offenbar auch keine Sorgen machen, und so lehnte sie die Arbeit ab: „No, your work is quite different. In any case you don’t need the job, you have money (…)“ (Bonnevie zitiert in Price 1995, S. 1). Sein Sohn Dag machte einst daraus, dass sein Vater Opfer der Hackordnung in der biologischen Hierarchie geworden sei (Price 1995, S. 1).</p>
<p><a title="By Rude &amp; Hilfling [No restrictions or CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AKristine_Bonnevie_portrait.jpg"><img decoding="async" title="Kristine Bonnevie, Biologin und erste Professorin Norwegens. Portrait" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2b/Kristine_Bonnevie_portrait.jpg/256px-Kristine_Bonnevie_portrait.jpg" alt="Kristine Bonnevie, Biologin und erste Professorin Norwegens. Portrait" width="256" /></a></p>
<p>Kristine Bonnevie, Biologin und erste Professorin Norwegens</p>
<p>Schjelderup-Ebbes sog. Hackordnung wurde von der Herrschenden Lehre schließlich doch rezipiert, und zwar durch den „Papst der Verhaltensforschung“ und „Gänsemutter“ Konrad Lorenz, der nicht nur suggerierte, er hätte sie entdeckt (vgl. Baeumer 1964), sondern später auch wegen seines Festhaltens an der sozialdarwinistischen Lehre der NS-Diktatur kritisiert wurde. Nach Lorenz’ Denkmalssturz wird jetzt dem Thorleif Schjelderup-Ebbe gehuldigt.</p>
<p>Wider besseres Wissen wird die Hackordnung nicht laut und deutlich revidiert, meiner Überzeugung nach aus zwei Gründen. Zum Einen lassen sich Menschen gerne ein X für ein U vormachen. Das Gehirn versucht, nach dem gesunden Menschenverstand falsche Behauptungen irgendwie zu integrieren. Menschen wollen glauben und nicht in permanentem Misstrauen und Zweifel leben. Wenn viele etwas sagen, dann kann es ja nicht falsch sein. Die Psychiatrie nennt das Normopathie (vgl. z.B. Maaz 2017). Zum Anderen erfüllt die sog. Hackordnung in dieser Gesellschaft mehr als den Zweck rein biologischer Erklärungen, lässt sie sich doch aufs Herrlichste missbrauchen, um das System, in dem wir leben, zu rechtfertigen. Sie ist ein Biologismus, der dringend der Entlarvung bedarf.</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Name geändert.</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Entwickelt in den Neunzehnhundertsiebziger Jahren in der Psychologischen Fakultät an der Freien Universität Berlin</p>
<h3>Literatur</h3>
<ul id="liste4">
<li>Baeumer, Erich: Das „dumme“ Huhn. Stuttgart 1964</li>
<li>Blaffer Hrdy, S.: Mütter und Andere. Wie uns die Evolution zu sozialen Wesen gemacht hat. Berlin 2010</li>
<li>Fischer, K.: Wenn Hühner zu Kannibalen werden. Aus: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/landwirtschaft-und-ethik-wenn-huehner-zu-kannibalen-werden-1.296883" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/landwirtschaft-und-ethik-wenn-huehner-zu-kannibalen-werden-1.296883</a> vom 17.5.2010</li>
<li>Golze, Manfred: Rangordnung im Zuchtstamm. In: Geflügelzeitung 22/2007<br />
<a href="http://www.brahmazucht.eu/Lesesaal/Zucht/Rangordnung.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.brahmazucht.eu/Lesesaal/Zucht/Rangordnung.pdf</a></li>
<li>Grimm, Jacob: Deutsche Mythologie. Göttingen 1835</li>
<li>Holzkamp-Osterkamp, Ute: Grundlagen der psychologischen Motivationsforschung Band 1, Campus, Frankfurt am Main/ New York 1975. 3. Aufl. 1981 <a href="http://www.kritische-psychologie.de/files/uo1975a.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.kritische-psychologie.de/files/uo1975a.pdf</a></li>
<li>Korkmaz, İlhan et al.: Quail Consumption can be Harmful. In: The Journal of Emergency Medicine. November 2011Volume 41, Issue 5, Pages 499–502.<br />
DOI: <a href="http://dx.doi.org/10.1016/j.jemermed.2008.03.045" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://dx.doi.org/10.1016/j.jemermed.2008.03.045</a></li>
<li>Maturana, Humberto R./ Varela, Francisco J.: Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens. Bern 1987</li>
<li>Maaz, Hans-Joachim: Das falsche Leben: Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft. München 2017</li>
<li>Paul, Jean: Jean Paul&#8217;s sämmtliche Werke, Bände 16-20. Berlin 1826. Bd. 1</li>
<li>Price, John: A Remembrance of Thorleif Schjelderup-Ebbe. In: <em>Human Ethology Bulletin.</em> 1995, 10 (1), S. 1–6.<br />
<a href="http://www.johnprice.me.uk/assets/doc/papers/32.%20A%20remembrance%20of%20Schjelderup-Ebbe.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.johnprice.me.uk/assets/doc/papers/32.%20A%20remembrance%20of%20Schjelderup-Ebbe.pdf</a></li>
<li>Prum, Richard O.: The Evolution of Beauty. How Darwin’s Forgotten Theory of Mate Choice Shapes the Animal World – and Us. New York 2017</li>
<li>Rodríguez-Teijeiro, J. D. et al.: Pair Bonding and Multiple Paternity in the Polygamous Common Quail <em>Coturnix coturnix.</em><em> In: Ethology International Yournal of Behavioural Biology. </em>Volume 109, Issue 4, 1. April 2003. p. 291–302<br />
DOI: <a href="http://10.1046/j.1439-0310.2003.00873.x" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.1046/j.1439-0310.2003.00873.x</a></li>
<li>Strackerjahn, Ludwig: Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg. 2. Band, 2. Buch, 4. Abschnitt. Oldenburg 1909. Erstdruck: Oldenburg (Stalling) 1867.</li>
<li>Timm, Erika: Frau Holle, Frau Percht und verwandte Gestalten: 160 Jahre nach Jacob Grimm aus germanistischer Sicht betrachtet. Stuttgart 2003</li>
<li>Tsironi, Maria et al.: The patient with rhabdomyolysis: Have you considered quail poisoning? In: CMAJ August 17, 2004 vol. 171 no. 4<br />
<a href="http://www.cmaj.ca/content/171/4/325" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.cmaj.ca/content/171/4/325</a></li>
<li>Uhlmann, Gabriele: Female choice – unser unbekanntes Menschenrecht. Braunschweig 2015<br />
<a href="http://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice</a></li>
<li>Vieweg, Martin: Warum legen Hühner so viele Eier. In: Bild der Wissenschaft. Wissenschaft.de vom 12.04.2017<br />
<a href="http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/biologie/-/journal_content/56/12054/17167530/Warum-legen-H%C3%BChner-so-viele-Eier%3F/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/biologie/-/journal_content/56/12054/17167530/Warum-legen-H%C3%BChner-so-viele-Eier%3F/</a></li>
<li>von Wlislocki, Heinrich: Vom wandernden Zigeunervolke. Bilder aus dem Leben der Siebenbürger Zigeuner. Hamburg 1890</li>
<li>Witte, Klaudia: Weibchen kopieren Weibchen bei der Partnerwahl. In: Forschung an der Universität Bielefeld 19/1999<br />
<a href="http://www.uni-bielefeld.de/presse/fomag/s46_50_witte.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.uni-bielefeld.de/presse/fomag/s46_50_witte.pdf</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/das-wachtelexperiment-oder-der-mythos-von-der-hackordnung">Das Wachtelexperiment oder der Mythos von der Hackordnung</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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		<title>Ein Akt tiefster Frauenverachtung. Der vorgeburtliche Missbrauch des He Jiankui und die Bewertung durch sog. Ethik-Experten</title>
		<link>https://blog.gabriele-uhlmann.de/ein-akt-tiefster-frauenverachtung-der-vorgeburtliche-missbrauch-des-he-jiankui-und-die-bewertung-durch-sog-ethik-experten</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Dec 2018 17:13:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nun ist es passiert, nicht unerwartet, aber unerwartet schnell. In der Tat, die Wirklichkeit des Patriarchats ist immer noch schlimmer, als es sich anständige Menschen ausdenken können. Crispr/Cas9, das Genom-Editier-Werkzeug,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/ein-akt-tiefster-frauenverachtung-der-vorgeburtliche-missbrauch-des-he-jiankui-und-die-bewertung-durch-sog-ethik-experten">Ein Akt tiefster Frauenverachtung. Der vorgeburtliche Missbrauch des He Jiankui und die Bewertung durch sog. Ethik-Experten</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/bd8cc9a4eeea4b06883b064f6313ab7a" alt="" width="1" height="1" /><strong>Nun ist es passiert, nicht unerwartet, aber unerwartet schnell. In der Tat, die Wirklichkeit des Patriarchats ist immer noch schlimmer, als es sich anständige Menschen ausdenken können. Crispr/Cas9, das Genom-Editier-Werkzeug, auch Gen-Schere genannt, wird im ersten Menschenversuch getestet. Schnipp/schnapp und schon war der Neue Mensch gebastelt, mit einem Gen, das gegen eine HIV-Infektion immun machen soll.</strong></p>
<p>Was das denn mit dem Patriarchat zu tun habe, höre ich es schon wieder rufen, man könne die Männer doch nicht für alles verantwortlich machen, da sind ja auch immer Frauen beteiligt! Ja, es waren leider zwei Frauen, die die Genschere erfanden, die französische Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier und die amerikanische Biochemikerin Jennifer Doudna. Sie sind auch nicht die ersten Frauen, die eine teuflische Technologie auf dem Weg brachten, ich erinnere hier nur an Marie Curie, die die Radioaktivität entdeckte, und Lise Meitner, die Entdeckerin der Kernspaltung.<br />
Die Entdeckung der Radioaktivität und der Gene waren unschuldige Anfänge, die Kernspaltung und die Gentechnik sind der Missbrauch, Missbrauch an Mutter Natur, in diesem Fall vertreten durch die zwei Zwillingsschwestern Nana und Lulu, um die es hier geht.<br />
Immer wieder stößt der Mensch an seine Grenzen. Dass der Mensch eine Fehlkonstruktion sei, weil er nicht zum System passt, hatten die patriarchal kontrollierte Wissenschaft und auch schon Frauen festgestellt, die sich ja zu allererst im Patriarchat entfremdet fühlen müssen. Deshalb kann nun unter dem Deckmantel der Gesundheitsfürsorge der Neue Mensch gezüchtet werden. Das Patriarchat macht sich jede noch so nüchterne Entdeckung zunutze, Mutter Natur nach seinem Bilde zu formen, jeder Ethik zum Trotze.</p>
<p>Der chinesische Biotechnologe He Jiankui von der Universität Schenzen, der den Missbrauch an den Zwillingsschwestern mit der Genschere durchgeführt hat, sagt: “Wenn ich es nicht tue, tut es jemand anderes.“<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> Recht hat er, leider. Trotzdem gibt ihm das nicht das natürliche Recht, zu tun, was technisch möglich ist, schon gar nicht ohne die Einwilligung der Betroffenen. Schon die Frage, ob sich dafür jemand zur Verfügung stellt, ist ein unmoralisches Angebot.</p>
<blockquote><p>„Direkte Versuche am Menschen können nur als verrückt beschrieben werden“<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>.</p></blockquote>
<p>Das unterschrieben 122 chinesische Forscher. „Die Genauigkeit des von He Jiankui genutzten Verfahrens der Genschere Crispr/Cas und dessen Wirkungsweise seien ein sehr kontroverses Thema unter Wissenschaftlern. ‚Aber die potenziellen Risiken und Schäden für die gesamte Menschheit, die durch einen ungerechtfertigten Einsatz des Verfahrens in der Zukunft entstehen können, sind unermesslich.&#8217;“<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a>, so gibt die FAZ deren Schreiben wieder.</p>
<p>“Die Versuche seien ein schwerer Schlag für die weltweite Reputation der chinesischen Wissenschaft’“<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a>, sorgen sich die Chinesen auch, was irgendwie nicht dazu passt und wobei wir aufmerken sollten!</p>
<p>Schon lange treibt auch die diversen Ethikkommissionen in der westlichen Welt ein wages Gefühl von Unrechtmäßigkeit an, die sie in der Wissenschaft ausmachen können.<br />
Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg meldet sich also zu Wort. Es handele sich „um unverantwortliche Menschenversuche“<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a>. Und weiter:</p>
<blockquote><p>„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind solche Versuche und auch Ankündigungen auf Schärfste zu kritisieren“<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a> „Die Neben- und Spätfolgen sind noch unabsehbar und schwer zu kontrollieren.“<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a></p></blockquote>
<p>Das bedeutet ja nichts anderes, als dass es grundsätzlich verantwortlich und ethisch vertretbar sei, solche Menschenversuche zu machen, aber offenbar nicht so und nicht zu diesem Zeitpunkt: „Die Nachricht kommt einen Tag vor dem internationalen Gipfel zum ‚Human Genome Editing’, der am Dienstag an der Universität Hongkong stattfinden wird.“<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a> „Sollte es sich bewahrheiten, dass ein mithilfe von Crispr genmanipuliertes Baby erzeugt worden ist, wäre dies für die Wissenschaft ein Super-Gau. Dass ausgerechnet am Tag vor dem weltweiten Wissenschaftsgipfel in Hongkong, der über den verantwortlichen Umgang mit genome editing beim Menschen berät, ein solches Experiment bekannt wird, kann ja fast nur als Affront gegenüber dem Ansinnen verantwortlicher Wissenschaft gewertet werden.“<a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a>, sagt Dabrock in der FAZ.</p>
<p>Das eigentliche Problem besteht für die Ethikkommission also darin, dass ein Chinese es gewagt hat, gegen das Ok der Herrschenden Lehre seine Visionen auszuleben, denn, wenn es eine regelmäßige Tagung zum „Human Genome Editing“ gibt, dann bedeutet das nichts anderes, als dass es schon lange gemacht wird und es nur eine Frage der Zeit ist, bis es schön geredet ist. Ein Machtverlust für gewisse Herren.</p>
<p>„’Ein unnötiger Skandal’“<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a>, so bringt das der Medizinethiker und Medizinjurist und Mitglied des Deutschen Ethikrates Jochen Taupitz auf den Punkt. Aber er meint:</p>
<blockquote><p>„Die Menschenexperimente in China könnten uns die Begründung für ein Verbot von Keimbahneingriffen unter den Füßen wegziehen. Die Rechtslage ist auch international unbefriedigend. Wir müssen reden.“<a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a></p></blockquote>
<p><span id="more-1630"></span>Welchen unnötigen Skandal meint er also? Taupitz schreibt: „Diese Versuche halten schon aus rein medizinischer Sicht einer verantwortbaren Nutzen-Risiko-Abwägung nicht stand – selbst wenn sich im Nachhinein zeigen sollte, dass keine unbeabsichtigten Veränderungen an anderen Stellen des Erbguts herbeigeführt wurden.“<a href="#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a></p>
<p>Die Ethik verkommt offenbar zusehends zu einer Mathematik von Kosten und Nutzen und verrät damit ihre eigentliche Aufgabe, das ist für mich ein Skandal! Stimmt der Nutzen, dann wird &#8222;es&#8220; gemacht, auf Teufel komm raus. Doch wann ist der Nutzen höher als die Kosten? Wer bestimmt das? Offenbar ist der patriarchale Geist derart entstellt, dass auch jedes Expertentum in Bezug auf die Menschenwürde verloren gegangen ist. Und daher reden alle durcheinander und am Ende muss das Los entscheiden. Dabrock sagt: „Die Menschheit muss ein Mitspracherecht haben. Immerhin handelt es sich um einen Eingriff in die biologische Grundlage des Menschen.“<a href="#_ftn13" name="_ftnref13">[13]</a> „Eingriffe in die Keimbahn des Menschen beträfen nicht nur einen Einzelnen, sondern potentiell alle seine Nachkommen.“<a href="#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a></p>
<p>Es ist immer sehr gnädig, wenn die Herrschenden den Beherrschten ein Mitspracherecht einräumen, meist wenn sie mit ihrem Latein am Ende sind. Das bedeutet aber nicht, dass die Beherrschten es besser wüssten: die sechs Elternpaare, die ihre Gameten für diesen Menschenversuch zu Verfügung stellen, gehören dazu.<br />
Beherrschte sind weder autonom noch dürfen sie über sich selbst entscheiden. Das Ergebnis steht oft schon fest z.B. durch Tatsachenschaffung; Stuttgart21 ist dafür ein schönes Beispiel. Jede/r Einzelne muss sich dann dem Diktat der Meinung der Mehrheit beugen, wie fundiert diese auch immer ist, siehe Brexit.</p>
<p>Schon lange ist das Patriarchat Konsens, und die Leidenden melden sich manchmal auch zu Wort, was oft erheblichen Mutes bedarf, siehe #metoo. Aber leider sind dies nicht immer Worte radikaler Kritik, sondern oft nur Worte der Verständnisses für ihren Peiniger. Das Stockholm-Syndrom bezeichnet diese Solidarität und auch Kooperation mit dem Entführer. Aber es ist ja kein Einzeltäter auszumachen, der für alles verantwortlich ist.<br />
Es hat auch nicht die ganze Menschheit ein Mitspracherecht, sondern nur Auserwählte, die auf das zugrunde liegende Paradigma der Macht geschworen haben. Daher bleibt es beim Leid, bei heuchlerischen Sonntagsreden gegen das Leid, bei Charity, die das schlechte Gewissen beruhigt, oder bei wirkungsloser „Homöopathie“ gegen das Leid: Leid mit ähnlichem Leid bekämpfen, angeblich im Namen der Gesundheit.</p>
<p>Ich habe bei Facebook von Männern und Frauen gelesen, dass sie sich freuen würden, dass nun endlich etwas Wirksames gegen HIV gefunden sei, es sei doch gut für die Gesundheit. Sie halten He Jiankui für einen Wohltäter. Es gab auch schon wieder mehr als einen Shitstorm gegen KritikerInnen. Taupitz meint dagegen: „Eine Infektion mit dem HI-Virus ist heute sehr gut in den Griff zu bekommen: Warum also ein derart risikoreicher Eingriff in das Erbgut mit unabsehbaren Auswirkungen auch auf nachfolgende Generationen? Hier scheint allein der Wunsch chinesischer Wissenschaftler leitend gewesen zu sein, in die Schlagzeilen zu kommen – gleichgültig, um welchen moralischen Preis.“<a href="#_ftn15" name="_ftnref15">[15]</a></p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Es ist angesichts des gerade wieder einmal aufkochenden Protests gegen Gewalt an Frauen, Mädchen und Kindern erschreckend, dass kein sog. Ethik-Experte und kein Journalist bemerkt, ja es völlig egal zu sein scheint, dass hier zwei Mädchen gequält werden!</span></h2>
<p>Wo bleibt der feministische Aufschrei? Mit Zustimmung der Eltern drang He Jiankui mit der Genschere in den entstehenden Körper der Mädchen ein, und wird damit zum Urvater aller ihrer künftigen HIV-immunen Kindeskinder werden. Für diese völlig neue Form des Sexualverbrechens gibt es noch keinen Namen.</p>
<p>Was soll nun aus diesen armen Mädchen werden, die schon vorgeburtlich einen Missbrauch erlebten? Sie haben das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, aber wenn sie nicht schon vorher krank werden, würde jedenfalls ihre Sexualität unter Beobachtung der Medizin stehen. Da das Patriarchat Frauen noch nie ein freies, selbstbestimmtes Leben zugebilligt hat, juckt es offenbar niemanden. Nein, es ist weder biologisch noch intentionell ein Zufall, dass keine männlichen Zwillinge dafür benutzt wurden. Noch einmal: die Wirklichkeit ist immer noch schlimmer, als es sich anständige Menschen ausdenken können. Natürlich wird die Medizinethik nach der Salamitaktik in wenigen Jahren um weitere Scheiben urmenschlicher Moral beraubt worden sein. Es steht zu befürchten, dass die beiden Mädchen Nana und Lulu, wie sie nun heißen, ihre Sexualität nicht ohne Gewalt erleben, denn es muss ja nachgesehen werden, ob&#8217;s wirkt. Über weitere Gewaltanwendung, z.B. die Entnahme ihrer Eier, gelingt unkompliziert der Zugriff auf <strong>alle</strong> ihre Kinder bzw. auch die Verhinderung, dass Männer einst dieses Gen tragen werden, womit die Sache außer Kontrolle geriete.</p>
<p>Ja, warum eigentlich ausgerechnet HIV, wo es doch andere Sorgen gibt? Taupitz tappt im Dunkeln, und kann sich offenbar nicht vorstellen, dass immer alles noch schlimmer sein kann, als wir es uns vorstellen. Seine Vermutung ist keine Erklärung, denn mit jedem anderen Gen wäre der Menschenversuch genauso spektakulär gewesen und in die Schlagzeilen gekommen. Meine Befürchtung geht in Richtung „immer noch schlimmer“: HIV ist der Hauptgrund, warum Freier ein Kondom benutzen. Das keimfreie Bordell wäre noch spektakulärer als ein paar Menschen mit einem veränderten Gen! Besonders in China, wo durch die Einkind-Politik und den vorgeburtlichen Gynozid, zu viele Jungs geboren werden, ist das ein großer Antrieb.</p>
<p>Es geht hier jedenfalls nicht einfach um ein Gen und die Gesundheit, es geht um abgrundtiefe Misogynie. Was schon lange vor der Geburt der Mädchen außer Kraft gesetzt wurde, wie übrigens bei jeder reproduktionsmedizinischen Prozedur und auch in der patriarchal erzwungenen Monogamie, ist die Sexuelle Selektion der Evolution. Sie wird auch <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>female choice</em></a> genannt, weil es immer die Weibchen und Frauen sind, die die Auswahl treffen, ob und mit welchen Partnern sie Nachkommen haben. Schon Darwin hatte das entdeckt und wurde dafür abgestraft. Seine Entdeckung unterminierte das Dogma des Patriarchats und hätte den Frauen ihr Menschenrecht zurück gegeben, hätten die Patriarchen, die angeblich der Aufklärung verschrieben waren, nicht das <em>Survival of the Fittest</em> zum obersten Prinzip erhoben.</p>
<p>Mittlerweile gibt es viele Erkenntnisse, wie die <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>female choice</em></a> auch im Inneren des Körpers wirkt und welche überragende Bedeutung dem Organismus der Frau sowie auch dem Ei bei der Fortpflanzung zukommt. Mit der Entdeckung, dass der Mann „sein Kind“ nicht „zeugt“, es sich nicht um eine Befruchtung im wörtlichen Sinne handelt, und dass das Kind allein Fleisch und Blut der Mutter ist, kommen weder Wissenschaft noch PolitikerInnen bis heute zurecht.<a href="#_ftn16" name="_ftnref16">[16]</a> Die Ethik hat sich auf die Fahne geschrieben, dass das Vaterrecht ein Menschenrecht sei. Das Patriarchat baut auf der Ausbeutung des Körpers und der Arbeitskraft der Frau und Mutter auf. Die Rechte des Vaters am Kind, also das Vaterrecht, können nur deshalb von der Ethik hochgehalten werden, weil sie mit der Ausbeutung einverstanden ist.<br />
Die <em>female choice</em> kommt in der Ethik dagegen gar nicht vor und daher tappen Ethiker im Dunkeln, mit welchem Argument sie alle Mathematik von Kosten und Nutzen aushebeln können, wenn sie es denn überhaupt wollen. Der Ethik fehlt es schlicht an einem an die Wurzel des Übels gehenden Feminismus. Die Menschenwürde entspringt dem Leib der Mutter, dem Geburtsrecht jedes Kindes, der Vater hat damit nichts zu tun.</p>
<p>Das Patriarchat ist nicht natürlich, nicht vom Himmel gefallen und auch von keinem Gott installiert worden. Es ist weder heil/ig noch ein zu schützendes Kulturgut. Die ersten Patriarchen waren die Viehzüchter in der Steppe und den Bergregionen. Sie unternahmen <a href="http://www.gabriele-uhlmann.de/vortrag3.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frauenraubzüge</a> und massakrierten die uralten matrifokalen Sippen, um an Frauen heranzukommen, sie zu vergewaltigen und sie in die Steppen und Berge zu entführen. Wir alle sind Nachkommen dieser Entführungsopfer, die, wie es z.B. beim <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Romulus_und_Remus#Der_Raub_der_Sabinerinnen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Raub der Sabinerinnen</a> anklingt, vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stockholm-Syndrom" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stockholm-Syndrom</a> befallen wurden. Auch wir leben bis heute in diesem Sinne, denn die von uns bis heute gegen unsere Natur gelebte <strong>Patrilinearität</strong> und <strong>Patrilokalität </strong> &#8211; die Säulen des Patriarchats &#8211; in der Ehe sind nichts anderes als Frauenraub und über die Mütter auch Kinderraub.</p>
<p>Spätestens seit der Jungsteinzeit wussten Männer um ihren Beitrag an einer Schwangerschaft, aber in unserer angeborenen Matrifokalität lebt es sich frei, sicher und versorgt, ohne jede Kosten-Nutzen-Rechnung, so dass keine Nutzanwendung dafür gegeben war. Das änderte sich mit der Viehzucht, zu deren Voraussetzung es auch gehörte, dass Männer Söhne haben. Jeder Sohn lebte seitdem den Plan seines Vaters, der selbst schon eine Frau entführte.</p>
<p>Das alles sprengt &#8211; ich weiß das &#8211; die Vorstellungskraft normaler Bürger. Ich möchte Ihnen liebe Leserin, lieber Leser daher den Dokumentarfilm „Die stolzen Reiter von Lesotho“ von Eberhard Rühle (2012) ans Herz legen:</p>
<p><iframe class="youtube-player" width="1080" height="608" src="https://www.youtube.com/embed/VlfBfxQEExA?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent" allowfullscreen="true" style="border:0;" sandbox="allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox"></iframe></p>
<p>Der Film veranschaulicht nicht nur, wie Viehzüchter ein Patriarchat errichten, sondern auch wie Patrilokalität und Patrilinearität bis heute ohne jede Rücksicht auf die junge Mutter und ihr Kind umgesetzt und bewertet wird, nämlich als für Mann und Staat selbstverständliches Opfer. Es geht uns alle an, nicht nur die Frau des „stolzen Reiters“. Denn was bedeutet es für Kinder, mit einer leidenden Mutter groß zu werden! Die Epigenetik selbst liefert uns erschütternde Erkenntnisse, wie sich das Leid von einer Generation auf die nächste vererbt. Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nur kurzfristig für die Männer auf, langfristig bringt diese Mathematik die Menschheit in existentielle Gefahr.</p>
<p>Das Schwerverbrechen Patriarchat wurde über eine ihm entsprechene Ideologie und Ethik zum Normalen. Schon gar nicht den Theologen geht es um das Wohl ihrer Schäfchen. Wäre das anders, wäre das Patriarchat längst abschafft. Es geht Patriarchen zu allererst um ihr eigenes Wohl, dem alles andere untergeordnet wird, daher blüht die Doppelmoral, daher werden manchmal auch Frauen vorgelassen. Ein willkommener Nebeneffekt ist, dass es dadurch nur noch schwerer durchschaubar wird.</p>
<p>Wissenschaftler wie He Jiankui wollen nicht nur Ruhm. Sie wollen ein Schöpfer sein, um ihren <a href="https://www.amazon.de/Gott-Monat-mütterlichen-Gebärfähigkeit-männlichen/dp/3738639012" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gebärneid</a> zu kompensieren, ein monotheistischer Gott, der die Mütter nicht mehr braucht und der sich jede aufwändige Entführung oder Brautwerbung &#8211; beides führt zu Patrilinearität &#8211; sparen kann. He Jiankui schwingt sich sogar zum Schöpfer einer neuen Rasse auf. Er, der Urvater zweier Urmütter: Das ist größenwahnsinnige patriarchale Mythologie at its best! Eingefleischte Patriarchen tun nicht nur verrückte Sachen, sie SIND verrückt und sie sind Frauenhasser, die in eine Klinik gehören und nicht in verantwortungsvolle Positionen.</p>
<p>Es ist offensichtlich, wie sehr der Umgang mit Frauen und Kindern &#8211; ja der ganzen Menschheit &#8211; vom Geist der Tierzucht geprägt ist, und dies nicht nur in der Hirtentheologie. Nana und Lulu stehen auch stellvertretend für die ganze Menschheit, die sowieso schon lange gezüchtet wird, seit die <em>female choice</em> vor 8000 Jahren von Männern mit dem Dogma der Monogamie außer Kraft gesetzt wurde. Der Versuch der „Selbstoptimierung“ der Menschheit ist schon im Ansatz schiefgegangen: Patriarchat bringt Überbevölkerung wie bei einer Schafherde, die immer unnatürlich groß ist. Es verursacht seit seinem Beginn Krieg, Umweltzerstörung sowie Epidemien und typische Krankheiten wie Psychopathie, Narzissmus, Machiavellismus u.a.. Aber anstatt, dass das analysiert und abgestellt wird, anstatt dass endlich das Vaterrecht als ursächlich unglückbringend entlarvt wird, wird an den Symptomen herumgebastelt. Daher wird es grundsätzlich von einer Mehrheit der Wissenschaftler nicht infrage gestellt, Manipulationen am Erbgut von Lebewesen vorzunehmen, wie Dr. Kiran Musunuru von der University of Pennsylvania, der im folgenden Video sagt, dass es noch zu früh sei für den Menschenversuch, es gäbe noch zu viele Risiken und zu wenig Nutzen.<a href="#_ftn17" name="_ftnref17">[17]</a></p>
<p><iframe class="youtube-player" width="1080" height="608" src="https://www.youtube.com/embed/C9V3mqswbv0?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent" allowfullscreen="true" style="border:0;" sandbox="allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox"></iframe></p>
<p>He Jiankui, den wir oben im Vorschaubild des Videos sehen, sieht das anders, für diesen narzisstischen Psychopathen ist der Nutzen unmittelbar.</p>
<p>Auch für Patrilinearität musste einst ein unmittelbarer Nutzen her, nämlich die Viehzucht, aber bis heute überwiegen die Nachteile für Tier UND Mensch, und dabei wird es bleiben. Trotzdem tut sich nichts, weil kaum jemand weiß, dass das Patriarchat nicht unsere natürliche Lebensweise ist. <a href="https://www.amazon.de/Gott-Monat-mütterlichen-Gebärfähigkeit-männlichen/dp/3738639012" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Es lebt daher das Dogma, das Männer zu gebärenden Göttern zu machen versucht.</a></p>
<p>Der Erforschung der Natur folgt im Patriarchat unweigerlich erst ihre Dienstbarmachung und dann ihre Zerstörung. Jede Manipulation der Natur, jede technologische Erfindung schafft früher oder später neue Probleme. Daher müssen wir unseren Kulturoptimismus begraben. Auch die Natur schlägt immer wieder zurück, z.B. mit Naturkatastrophen und Krankheiten. Patriarchen müssen die Natur als Verschwörung gegen sich und ihr System wahrnehmen. Schon die Mythologie des Altertums wimmelt von Dämonisierungen der Mutter Natur, die zu ermorden sei. Die Mutter ist zum universellen Feindbild geworden und ist zu eliminieren. Dabei ist die Existenz der Menschheit nichts anderes als ein Ergebnis der friedlich waltenden Evolution, eben der Natur. Etwa 291.800 Jahre lang war die Menschheit nicht von sich selbst bedroht, bis zu dem Zeitpunkt vor ca. 8200 Jahren (sog. Misox-Schwankung des Klimas) als die ersten Patriarchen, die mit den ersten Viehzüchtern identisch sind, auf den Plan traten.</p>
<p><a href="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2018/12/saint_michael_and_the_dragon.jpg?ssl=1"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1665" src="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2018/12/saint_michael_and_the_dragon.jpg?resize=516%2C534&#038;ssl=1" alt="Der Erzengel Michael tötet die Urmutter in Gestalt des Drachen" width="516" height="534" srcset="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2018/12/saint_michael_and_the_dragon.jpg?w=516&amp;ssl=1 516w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2018/12/saint_michael_and_the_dragon.jpg?resize=290%2C300&amp;ssl=1 290w" sizes="(max-width: 516px) 100vw, 516px" /></a><br />
Im Bild: Der Erzengel Michael tötet die Urmutter in Gestalt des Drachen.<br />
Unbekannter spanischer Maler &#8211; Metropolitan Museum NY, Gemeinfrei.</p>
<p>Das Patriarchat besteht seitdem &#8211; im Grunde wie der IS &#8211; aus einer Unzahl von Einzeltätern (Frauen sind wie immer mitgemeint), nur wenige treten nach außen als ihre Vertreter auf. Aber da das Patriarchat nicht als Terrororganisation gilt, obwohl es das ist, hält jeder Einzeltäter als Buhmann hin, und deckt somit das System dahinter.</p>
<p>Aber ja, es ist eine besonders perfide Verschwörung, die da im Gange ist, das Patriarchat. Aber das Endziel ist noch nicht erreicht, denn immer noch braucht es Frauen, die Kinder gebären. An der <a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/geburtsmedizin-laemmer-wachsen-in-kuenstlicher-gebaermutter-1.3477748" target="_blank" rel="noopener noreferrer">künstlichen Gebärmutter</a> wird allerdings auch schon gearbeitet. Es geht immer noch schlimmer!</p>
<p>Die Ethik hat sich selbst als Legitimationsapparat des Patriarchats entlarvt. Als Skandal gilt, dass Gesetze übertreten werden. Was Menschenwürde ist, was Menschenrechte sind, wurde vergessen. Der Zuchtwahn gilt als ethisch vertretbar, wenn die Kosten-Nutzen-Abwägung stimmt. Das Patriarchat ist sogar so größenwahnsinnig, dass es die Kosten bis in alle Ewigkeit einschätzen zu können glaubt.<br />
Haben wir denn die Menschenversuche der Nazis vergessen?  Besteht rückblickend ihr Verbrechen nur darin, keine Ethikkommission befragt zu haben?</p>
<p>Das Naturrecht der Frau wird mit Füßen getreten, und damit dann auch das Naturrecht der Menschheit. Das ist kein Skandal, sondern eine Katastrophe von apokalyptischem Ausmaß.</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>N.N.: Genschere bei Menschen: Wissenschaftlerprotest in China gegen Versuch mit Zwillingsmädchen. Aus: FAZ online. <a href="http://www.faz.net/aktuell/wissen/crispr-erstmals-genetisch-veraenderte-babys-in-china-geboren-15909650.html">http://www.faz.net/aktuell/wissen/crispr-erstmals-genetisch-veraenderte-babys-in-china-geboren-15909650.html</a>, abgerufen am 2.12.2018</p>
<p>Taupitz, Jochen: Genveränderte Babys : „Ein unnötiger Skandal“. Aus: FAZ online. http://www.faz.net/aktuell/wissen/genveraenderte-babys-ein-unnoetiger-skandal-15911623.html, 27.11.2018, abgerufen am 2.12.2018</p>
<p>Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat. Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt. Norderstedt 2015</p>
<p><strong>Fußnoten:</strong></p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Zitiert nach AP 2018, <a href="https://youtu.be/C9V3mqswbv0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://youtu.be/C9V3mqswbv0</a></p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Zitiert nach N.N. 2018</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> N.N. 2018</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Zitiert nach N.N. 2018</p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> Zitiert nach N.N. 2018</p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> Zitiert nach N.N. 2018</p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> Zitiert nach N.N. 2018</p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> N.N. 2018, 2. Internationale Tagung ‚Human Genome Editing’ am 27.-29.11.2018 <a href="http://www.nationalacademies.org/gene-editing/2nd_summit/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.nationalacademies.org/gene-editing/2nd_summit/index.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> Zitiert nach N.N. 2018</p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> Zitiert nach Taupitz 2018</p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> Taupitz 2018</p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> Taupitz 2018</p>
<p><a href="#_ftnref13" name="_ftn13">[13]</a> Zitiert nach N.N. 2018</p>
<p><a href="#_ftnref14" name="_ftn14">[14]</a> N.N. 2018</p>
<p><a href="#_ftnref15" name="_ftn15">[15]</a> Taupitz 2018</p>
<p><a href="#_ftnref16" name="_ftn16">[16]</a> Vgl. Georg Reischel <a href="https://konzept-der-vaterschaft.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://konzept-der-vaterschaft.blogspot.com/</a></p>
<p><a href="#_ftnref17" name="_ftn17">[17]</a> Vgl. AP 2018, <a href="https://youtu.be/C9V3mqswbv0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://youtu.be/C9V3mqswbv0</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/ein-akt-tiefster-frauenverachtung-der-vorgeburtliche-missbrauch-des-he-jiankui-und-die-bewertung-durch-sog-ethik-experten">Ein Akt tiefster Frauenverachtung. Der vorgeburtliche Missbrauch des He Jiankui und die Bewertung durch sog. Ethik-Experten</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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