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	<title>Stamm Archive - Gabriele Uhlmann</title>
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		<title>Gibt oder gab es matriarchale Gesellschaften? Eine notwendige Stellungnahme von Stephanie Gogolin und Gabriele Uhlmann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[GUhlmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Aug 2022 15:30:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Begriffe und Definitionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>“Matriarchale Gesellschaften“ ist ein Begriff, der uns oft begegnet, wenn eigentlich von Matrifokalität, unserem angeborenen Sozialverhalten, gesprochen wird oder von indigenen Ethnien, deren kulturelles Alltagsgeschehen noch im matrifokalem Kontext stattfindet....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-oder-gab-es-matriarchale-gesellschaften-eine-notwendige-stellungnahme-von-stephanie-gogolin-und-gabriele-uhlmann">Gibt oder gab es matriarchale Gesellschaften? Eine notwendige Stellungnahme von Stephanie Gogolin und Gabriele Uhlmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/f7721289c1d343a0b68d3198a6187ec5" alt="" width="1" height="1"><strong>“Matriarchale Gesellschaften“ ist ein Begriff, der uns oft begegnet, wenn eigentlich von Matrifokalität, unserem angeborenen Sozialverhalten, gesprochen wird oder von indigenen Ethnien, deren kulturelles Alltagsgeschehen noch im matrifokalem Kontext stattfindet. Von „matriarchalen Gesellschaften“ wird aber auch gern gesprochen, wenn die oberste Gottheit eine Göttin war oder ist und die Frauen „selbstbewusst“ und „emanzipiert“ gewesen sein sollen. „Matriarchale Gesellschaften“ seien egalitär und friedlich und manchmal stünde eine Königin oder sogar ein König an ihrer Spitze, die ihre Untertanen weise regierten.</strong></p>
<p>Die führende Mariarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth setzt der Definition von Matriarchat als „Herrschaft der Mütter“ eine eigene dagegen:</p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Die begriffliche Verwirrung geht auf die scheinbare Parallele der Begriffe ‚Patriarchat’ und ‚Matriarchat’ zurück. Doch der Schein trügt! In sprachlicher Hinsicht muss man keineswegs der üblichen, vorurteilshaften Übersetzung des Begriffs als ‚Herrschaft der Mütter’ folgen. Das griechische Wort ‚arché’ hat nämlich eine doppelte Bedeutung und heißt sowohl ‚Anfang’ als auch ‚Herrschaft’. Der Begriff ‚Matriarchat’ bedeutet daher korrekt übersetzt ‚am Anfang die Mütter’, und das trifft die Sache. Im Falle der patriarchalen Gesellschaftsform ist hingegen die Übersetzung mit ‚Herrschaft der Väter/Männer’ zutreffend.</em>“<!--<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">1</sup></blockquote>
<p>Auf diese Weise erfährt man jedoch nicht, dass es der niederländische Rechtsethnologe George Alexander Wilken war, der die Bezeichnung <em>Matriarchat</em> 1884 einführte. In seinem Buch <em>Das Matriarchat (Das Mutterrecht) bei den alten Arabern</em> schrieb er:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Frage nach einem ursprünglichen Matriarchat (Mutterrecht) hat in letzter Zeit die Aufmerksamkeit Vieler auf sich gelenkt. Man weiß, was darunter verstanden werden muss. Das Matriarchat ist die Verwandtschaft durch die Mutter, wie das Patriarchat (Vaterrecht) die durch den Vater ist; bei jenem wird die Abstammung ausschließlich in der weiblichen, bei diesem in der männlichen Linie verfolgt. Von diesen beiden ist die mütterliche Verwandtschaft die am meisten ursprüngliche. Man könnte behaupten, dass sie einer der Phasen ist, welche das Familienleben überall in seiner Entwicklung durchlaufen hat.&#8220;<!--<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">2</sup></blockquote>
<p>Wilken sagte damit, dass ein Matriarchat ein umgedrehtes Patriarchat sei, dies, weil er nicht verstanden hatte, dass <em>Patrilinearität</em> (&#8222;männliche Linie&#8220;) nicht einfach der natürliche Gegenpart zur <em>Matrilinearität</em> (&#8222;weibliche Linie&#8220;) ist. Denn Matrilinearität ist die unmittelbare Folge der angeborenen <em>Matrilokalität</em> (Kinder bleiben bei der Mutter) unserer Spezies. Männer stellten eine kulturelle Ideologie von Patrilinearität dagegen. Und nur wenn sie zusätzlich <em>Patrilokalität</em> (Kinder müssen beim Vater wohnen) erzwingen, wird aus der Idee auch eine stabile Realität. Zwar bezieht Wilken sich in der Tat auf den Ursprung, aber er setzt den Begriff mit Bachofens „Mutterrecht“ gleich und schafft damit die Grundlage für die Begriffsverwirrung und angeblich „scheinbare Parallele“. Denn schon bei Bachofen haben wir die Verknüpfung von Recht und Herrschaft.<br />
Der Patriarchatsforscher Gerhard Bott schrieb dazu in der Antwort auf einen Leserinnenbrief, nach dem Bachofen deutlich gemacht habe, dass aus &#8222;dem gebärenden Muttertum&#8220; eben nicht &#8222;Weiberherrschaft&#8220; aufsteige, sondern &#8222;die allgemeine Brüderlichkeit aller Menschen, deren Bewusstsein und Anerkennung mit der Ausbildung der Paternität untergehe&#8220;, (sie zitiert Bachofen, 1954, S. 89) das Folgende:</p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Das &#8218;</em><strong>Mutterrecht</strong><em>’ ist für Bachofen <strong>immer</strong> grausam und negativ. (&#8230;) Aus Bachofens ‚</em><strong>Mutterrecht</strong><em>&#8218; geht (&#8230;) eindeutig hervor, dass er immer dann, wenn er vom </em><strong>MutterTUM</strong><em> spricht, nicht etwa die fürchterliche Zeit des </em><strong>MutterRECHTS</strong> <em>meint, sondern die ‚<strong>befriedete Zeit</strong></em>’<em>, <strong>nach der ‚</strong></em><strong>Versöhnung</strong><em><strong>’</strong> der Frauen mit dem Primat der Männer. Er bezieht sich damit auf jene &#8218;gute&#8216; Zeit, <strong>die nach dem Ende des </strong></em><strong>Mutterrechts</strong><em><strong>, der </strong></em><strong>Gynaikokratie</strong><em><strong> oder ‚</strong></em><strong>Weiberherrschaft</strong><em><strong>&#8218;</strong>, ihren Anfang nahm, und zwar durch die ‚Versöhnung’ der Frau mit dem Mann. Erst in der vaterrechtlichen monogamen Ehe, in der sich die Frau dem Mann ‚</em><strong>lustvoll</strong><em>’. unterordnet, wurde das ‚</em><strong>Durchdringen</strong><em>’ der Frau zum ‚</em><strong>Muttertum</strong><em>’ möglich. Das &#8218;</em><strong>Mutterrecht</strong><em>’, hingegen stellt Bachofen durchgehend als negativen ZERR-Spiegel des ‚</em>Vaterrechts<em>&#8218;, des Patriarchats, dar.</em>&#8222;<!--<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">3</sup></blockquote>
<p>Schon Bachofens Begriff der <em><strong>Brüder</strong>lichkeit</em> hätte aufmerken lassen müssen, dass da etwas grundsätzlich nicht stimmig ist. <span id="more-5239"></span>Der Begriff „<strong>Recht</strong>“ selbst zeigt auf eine nicht egalitäre Absprache. Denn Recht, auch das sogenannte Mutterrecht, setzt bereits so was wie eine Gesetzeslage (wiederholbare Abmachung oder angeordnetes Gebot) voraus, die verbindlich für bestimmte Interessengruppen und exponierte Personen festgelegt und für diese einzufordern sind. <strong>Im Naturkontext gibt es keine Rechte</strong>, sondern nur natürliche Effekte, die in evolutionären Abläufen wirksam sind. Beispiel: Das Muttertier zieht ihr Junges auf und wird dabei von einer sie umgebenden Gruppe unterstützt (aus einem angeborenen, epigenetisch hinterlegten, Reflex heraus) oder es ist in der Lage, ihren Nachwuchs selbst zu verteidigen und optimal zu beschützen (siehe einige Raubtiere, hier die größeren Katzenarten). Ein Muttertier kann sich beispielsweise auf kein Recht berufen, ihr Junges störungsfrei aufzuziehen &#8211; es muss selbst dafür sorgen bzw. wird bei bestimmten Spezies vor allem der Säugetiere von einer Nähegemeinschaft unterstützt. Die Mensch lebte lange genug innerhalb eines Naturgeschehens, um eine bio-soziale Alltagsethik zu entwickeln, die eine egalitäre Gemeinschaft hervorbrachte und als erfolgreiche Überlebensstrategie epigenetisch verankerte &#8211; auf <strong>geschwisterlich</strong>er Basis, sowie <strong>mütterzentriert</strong> und vor allem <strong>generationsübergreifend</strong>.</p>
<p>Der Begriff <strong><em>Mutterrecht </em></strong>ist also der patriarchösen Vorstellungswelt der letzten Jahrhunderte entsprungen und ist in seiner Variante <em>Matriarchat</em> eine ähnlich missverständliche Wortschöpfung.</p>
<p>Ein <em>Recht</em> ist nicht nur als allgemeines Bekanntsein determiniert, sondern gilt auch nicht für jeden. Ein Recht zieht als Einrichtung eine Art Exekutive nach sich, die eingeführtes Recht und Gesetz beaufsichtigt, dessen Einhaltung kontrolliert und gegebenenfalls Sanktionen durchführt.</p>
<p><em>Matriarchat</em> (als angenommene Gesellschaftsform) sowie<em> Mutterrecht</em> (als eine Art konstituierte Überlieferung) setzt als inhaltlicher Begriff die organisierte Form einer (An)Leitung zur Steuerung des <strong>kollektiven Verhaltens </strong>voraus &#8211; sowie eine Art übergeordnetes Schema, was wiederum einen stringenten komplexen Kommunikationsfluss erforderlich macht, wie wir ihn nicht aus der Natur, sondern nur von Herrschaftsstrukturen her kennen. Eine (Groß)Gesellschaft, die auf dem Primat der Männer basiert, hat nichts mehr mit dem <strong>Naturgeschehen einer auf die Mutter bezogenen Gemeinschaftsform</strong> zu tun, die evo-biotisch, also damit menschenartgerecht agiert und sich als beginnende Kulturgemeinschaft an überliefertem Brauchtum orientiert, das keinerlei Recht oder Gesetz unterworfen ist.</p>
<p><strong><em>Ein Recht zu haben,</em></strong> setzt eine Kontrolle der Einhaltung voraus und eine Art Gremium, das die Einhaltungen der Rechte überwacht. Sobald der Begriff <em>Recht </em>ins Spiel kommt, schwingt Instruktion und Herrschaft mit. Nur das willkürliche Herrschaftsverhalten fordert eine Steuerung durch festgelegte Rechte und willkürliche gesetzlich festgelegte Privilegien heraus.</p>
<p>Eine egalitär lebende, auf gegenseitiger Fürsorge beruhende (Mütter)Gemeinschaft bedarf keiner festgelegten (auf Gebote und Gesetzes gestützte) Rechte, hier werden Unstimmigkeiten oder Ungerechtigkeiten ausgeräumt, indem Absprachen im Konsens das Zusammenleben im Sinne einer lebenswerten Gemeinsamkeit ausbalanciert werden.</p>
<h4>Die Göttin-Heros-Theorie, eine nicht beweisbare Hypothese</h4>
<p>Göttner-Abendroth greift das Mutterrecht des Erzpatriarchen Bachofen auf und verschärft noch das Problem mit ihrer Göttin-Heros-Theorie: Sie zeichnet damit das Vollbild einer patriarchalen Gesellschaft, aber mit weiblichem Vorzeichen, nach der das <strong>bronzezeitliche</strong> sumerische Ritual der <em>Heiligen Hochzeit</em> das zentrale matriarchale Fest sei. Aus der Warte der Evolutionstheorie stellt es jedoch eine Missachtung der <a href="https://www.gabriele-uhlmann.de/femalechoice.htm" target="_blank" rel="noopener"><em>female choice</em></a> dar, womit es sich um die Vergewaltigung der Priesterin handelt, und auch kulturwissenschaftlich muss es als Initialisierung der königlichen und damit väterlichen Macht gewertet werden. Göttner-Abendroth aber deutet das Wilkensche Matriarchat positiv. Die Unterscheidung sei, dass die Königin/der König nicht grausam sei, sondern eine mütterlich-weise Leitung innehabe. Damit füttert sie unbeabsichtigt aber in fataler Weise den Mythos vom Matriarchat als Frauenherrschaft.</p>
<p>Es sprechen aber alle Indizien dafür, dass die Bronzezeit mit ihrer voll ausgebildeten Kriegstechnik die erste Epoche mit einem flächendeckenden Patriarchat gewesen ist, mit nicht egalitären Hierarchien, ersten Kriegen (beginnend in der Späten Jungsteinzeit), Sklavenhalterei, fundamentaler Frauenunterdrückung und Besitztum des Kindes. All das wurde in den beginnenden kapitalistischen Wirtschaftsstrukturen etabliert. Mit der Schrift, die die Sumerer als angeblich erste <em>Hochkultur</em> ausweist, überlieferten sie ihre in Stein gehauene Königsliste und damit ein rein patrilineares, also auch nach Wilkens, patriarchales Weltbild. Wirkliche Patrilinearität geht immer mit dem völligen Verlust an Selbstbestimmung für die Frau und Mutter einher, und ist damit der Hauptmarker der Patriarchose.</p>
<p><a title="HJunghans [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sumerische_K%C3%B6nigsliste.JPG"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/52/Sumerische_K%C3%B6nigsliste.JPG/256px-Sumerische_K%C3%B6nigsliste.JPG" alt="Sumerische Königsliste" width="256"></a><br />
<span style="font-size:10px;">Sumerische Königsliste, Larsa/Tell Senkerech (Irak), 1740 v. Chr., Ton, Museum Oxford.<br />
Siehe auch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sumerische_K%C3%B6nigsliste" target="_blank" rel="noopener">Sumerische Königsliste bei Wikipedia</a></span>.</p>
<p>Allerdings besteht Heide Göttner-Abendroths großes Verdienst darin, das Volk der Mosuo in Europa bekannt gemacht und damit Beweismaterial geliefert zu haben, dass es Männern nicht schlechter geht, wenn sie keine Macht besitzen. Die Mosuo leben matrilokal und matrilinear, und die Vaterschaft bedeutet ihnen nichts. Kapitalismus ist ihnen unbekannt, denn sie leben subsistent in einer von der Natur begünstigten Umwelt.<br />
Die Mosuo begehen keine Heilige Hochzeit und es gibt keine Königin. Wichtige Entscheidungen, die oft auch erst das patriarchale Umland aufnötigt, werden im Konsens getroffen. Erst auf Befehl der chinesischen Regierung erhielten Männer das Amt des Bürgermeisters. Von den Modernen Matriarchatsforscherinnen werden die Mosuo als „Matriarchale Gesellschaft“ bezeichnet.</p>
<h4><strong>Aber ist es sinnvoll ein solches Zusammenleben eine Gesellschaft zu nennen?</strong> <strong>Und was überhaupt ist eine Gesellschaft?</strong></h4>
<p>Befragen wir das Internet, so zeichnet sich ein sehr facettenreiches Meinungsbild, je nachdem, welche Disziplin zu Rate gezogen wird, ob Soziologie, Ethnologie, Staats- oder Wirtschaftsrecht.</p>
<p>Gerhard Bott zog es daher vor, ausgehend von der Begriffsgeschichte, die auf das Zunftrecht der Handwerker mit ihren Lehrlingen, Gesellen, Jungmeistern und Altmeistern zurückgeht, Gesellschaft als eine hierarchische, männerbündische Organisation anzusehen, die er, wie schon der Philosoph Friedrich Schleiermacher, klar von <em>Gemeinschaft</em> abgrenzte<!--<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">4</sup>.</p>
<p><strong>Eine Gesellschaft hat eine hierarchische Struktur. Sie wird durch Gewalt(en) und Verwaltung zusammengehalten. Wir finden hier keine zwingende, die Gesellschaft kennzeichnende Verwandtschaft innerhalb der Bevölkerung. </strong></p>
<p>Gesellschaft ist ein<strong> pluralistisches </strong>(politisches, wirtschaftliches sowie Personen bezogenes alltägliches)<strong> Geschehen</strong> in einem begrenzten Territorium bzw. einem ideellen Hoheitsgebiet.<br />
Die ersten, durch Eroberung entstandenen Staatsgebilde (Herrschaftsbereiche) sind die Basis dessen, was wir heute unter <strong><em>Gesellschaft </em></strong>verstehen. Zuvor gab es eine gewachsene indigene Grundbevölkerung, die in der Regel noch keine übergeordnete politische Struktur besaß und sich wie das evolutionäre Lebenssystem selbstorganisierend darstellte, indem notwendige Anpassungen um des Überlebens willen umgesetzt wurden.</p>
<p>Die Archäologin Marija Gimbutas hat mit ihrer inzwischen von der Genetik bestätigten Kurgan-These nachgewiesen, dass die jungsteinzeitlichen, noch matrifokalen Kulturen von Kriegern aus der Steppe Südrusslands unterworfen wurden. Die seitdem Herrschenden sind dabei immer die Abkömmlinge oder Günstlinge der einstmaligen Eroberer aller in der Gesellschaft versammelten <em>Volksgruppen</em> und <em>Kulturen</em>. Sie legte Wert darauf, die vorpatriarchalen Kulturen nicht als Gesellschaft, sondern als Zivilisationen zu benennen. Sie schrieb dazu in ihrem Buch über die Jungsteinzeit im Alten Europa &#8222;Die Zivilisation der Göttin&#8220;:</p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Ich lehne die Ansicht ab, dass der Begriff Zivilisation nur auf androkratische Kriegergesellschaften angewendet werden dürfe. Die generative Basis jeder Zivilisation liegt in ihrem jeweiligen Maß an künstlerischem Schaffen, ästhetischen Errungenschaften, immateriellen Werten und Freiheit, die das Leben sinnvoll und lebenswert machen, sowie in einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Die Jungsteinzeit in Europa war keine Zeit &#8218;vor der Zivilisation&#8216; (Before civilization &#8211; so der Titel eines 1973 erschienenen Buches von Colin Renfrew über Europa zur Jungsteinzeit und Kupferzeit); sie war vielmehr wirklich eine Zivilisation im besten Sinne des Wortes. </em>(&#8230;)<em>.</em>&#8222;<!--<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">5</sup></blockquote>
<p>Im Grunde nimmt also Gimbutas auch hier eine Neudefinition vor, allerdings ohne Verwirrung zu stiften, denn sie kann sich auf die seit Kant und Goethe landläufig positive Konnotation des Adjektivs „zivilisiert“ im Gegensatz zu „unmoralisch“ berufen. Zudem findet sich ungeachtet der historischen Entwicklung in der Sprache eine Abgrenzung der <em>Zivilgesellschaft</em>, also des <em>Bürgertums</em>, vom Militär.<br />
Das Problem ist ein grundsätzliches. Unsere Wirtschafts-, Umgangs- sowie literarische Sprache ist patriarchal. Sie geht auf die Eroberer aus der Steppe, die Viehzüchternomaden waren, zurück. Daher ist sie von Metaphern aus der Viehzucht durchdrungen, insbesondere, wenn es um die Beziehung der Menschen zueinander geht, wie z.B. bei <em>Erziehung, Beziehung</em> und <em>Unzucht</em> oder im Begriff von <em>Zucht und Ordnung</em>. Nachdem sich Ursprachen quasi organisch entwickelt hatten, wurde mit der Patriarchalisierung Sprache von oben vorgeschrieben und damit über große Flächen vereinheitlicht als das, was wir heute „Indoeuropäische Sprachfamilie“ nennen. Sie zeigt sich in Form von einzuhaltenden Sprachformeln (wie Herrscheranreden) und auch das generische Maskulinum stammt aus dieser Zeit. In dem Herrschaftsgebiet, in dem es anfangs nur mündliche Überlieferung gab, war Kontrolle nur mit einer gut organisierten Verwaltung und möglichst einheitlichen Sprache möglich. Die patriarchalisierte Sprache trug dazu bei, unser angeborenes Sozialverhalten, die Matrifokalität, in Vergessenheit zu bringen.</p>
<p>Der veraltete Begriff des <em>Oheims</em>, des Bruders der Mutter, gehört wie auch die <em>Geschwister</em> zu den letzten Resten matrifokalen Verständnisses von verwandtschaftlichem Zusammenleben. Das Wort kennt kaum noch jemand. Allgegenwärtig ist dagegen das Wort <em>Onkel</em>, mit dem sich der <em>Oheim</em> sprachlich durch nichts mehr vom Vaterbruder unterscheidet. Die noch weniger bekannte <em>Muhme</em> als die Bezeichnung der Mutterschwester, ist aus dem Sprachgebrauch fast vollständig verschwunden. Die <em>Muhme</em> besaß vielfach eine besondere Bedeutung. Sie galt da, wo es keine Großmutter im Wohnumfeld (mehr) gab, als Beimutter und manche Frau schätzte sich glücklich, wenn ihre (unverheiratete und Kinderlose) Schwester mit in ihrem Haushalt lebte. Die Patrilokalität war/ist für jede Frau eine strapaziöse Lebensvariante. Die Muhme wurde gern als Patin für ein Kind (wohl vor allem für eine Tochter) genommen und die Pate oder Gode oder die immer noch im hessischen Raum übliche Götti, erhielt so gemeinsam mit der Mutter ein matrifokales Feeling, dessen sie sich meist nicht bewusst waren/sind. Sie folgten damit nur ihrem menschen-mütterlichen Instinkt.</p>
<p>Für das verwandtschaftliche Zusammenleben gibt es heute die Begriffe <em>Familie</em>, <em>Blutsverwandtschaft, Geschlecht, Verwandtschaft, Sippe,</em> <em>Clan, Stamm, und Angehörige</em>.</p>
<p><strong>Familie </strong>definiert sich im ursprünglichen (römischen) Sinn lediglich als Hausgemeinschaft und somit als der Herrschaftsbereich eines (privilegierten) Mannes – Familie ist <strong>keine</strong> konsanguine Zugehörigkeit für alle beteiligten Personen.<br />
Derzeit finden wir unter dem Begriff der Familie die verschiedensten Ableitungen. Im Sinne der Kleinfamilie wird eine alleinerziehende Mutter mit Kindern genauso als Familie bezeichnet, wie ein kinderloses Paar. Der Ausdruck Großfamilie bezieht sich heute eher auf die Anzahl (der Kinder), als auf einen generationsübergreifenden Status, bei dem die väterlichen Großeltern mit im Hause wohnen.</p>
<p><strong>Blutsverwandtschaft</strong> (oder durch Geburt verwandt, vornehm auch <strong>Geblüt</strong>) ist nur im matrilinearen Sinne schlüssig. Hier beziehen wir uns ausschließlich auf die direkte Herkunft innerhalb der weiblichen plazentaren Fortpflanzungslinie, daher bin ich auch als Frau mit meinem Bruder blutsverwandt, mit meinem Vater jedoch nicht (allerdings kann jedeR diesen Punkt sehen wie sie möchte).</p>
<p>Ein <strong>Geschlecht</strong> bezeichnet miteinander über die väterliche Linie Verwandte, die sich auf einen gemeinsamen adligen Stammvater zurückführen. Es entspricht einer Großfamilie, die hier jedoch aufgrund von Eroberungen und Heiratspolitik nicht auf ein geografisches Gebiet begrenzt ist. In neuerer Zeit kommt der Begriff auch im Bürgertum zur Anwendung, wenn der Stammvater in der Gesellschaft Bedeutung erlangt hat und seine Nachkommen sein Lebenswerk fortführen oder gewisse Bekanntheit erreicht haben.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Verwandtschaft</strong> meint heute sowohl Blutsverwandte als auch durch Bereitschaftserklärung verbundene Zusammenlebende, also bei Heirat, Adoption, Pflegschaft, Beziehungsformen aller Art. Umgangssprachlich ist der Begriff der Verwandtschaft in heutiger Anwendung viel weitreichender, als im gesetzlichen oder juristischen Sinne.</p>
<p>Die <strong>Sippe</strong> wird heute soziologisch praktisch nur als patrilineares Verwandtschaftssystem verstanden, wenngleich der Begriff in der Bevölkerung eher auf die Mutterlinie bezogen ist, und zwar als <em>Sippschaft</em>, die jedoch eine negative Konnotation hat. Die Bedeutung als Mutterlinie geht auf das Althochdeutsche zurück, wo das Wort &#8222;kunni&#8220; für die Sippe steht. Dieses Wort geht wiederum auf die Ur-Silbe &#8222;kun&#8220; zurück, die &#8222;Vulva&#8220; oder &#8222;Frau&#8220; bedeutet, z.B. indoeuropäisch Lateinisch &#8222;cunnus&#8220; für die Vulva und im ureuropäischen Baskischen &#8222;gun&#8220; für Frau.<!--<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">6</sup>
<p>Der <strong>Clan</strong> ist ein (pseudo)patrilinearer Verbund von mehreren Patrilokalitäten (Familien), die einen begrenzten Lebensraum miteinander teilen und einem patriarchalen Kodex unterworfen sind. Es ist üblich, auch sogenannte matriarchale Gruppierungen als Clans zu bezeichnen, weil sie sich heute mit einen Kodex gegen die Patriarchalisierung zur Wehr setzen müssen. Dazu gehört der mütterliche Rat, sich nicht mit Männern des patriarchalen Umlandes zu verpartnern, um nicht von deren Ideologie unterminiert zu werden.</p>
<p>Der <strong>Stamm</strong> impliziert die Auffassung der sogenannten männlichen Abstammung, eine bis in unser letztes Jahrhundert nicht genetisch nachweisbare Patrilinearität, die sich auf einen mythischen Urvater, aber auch auf ein weibliches Tierwesen, und dessen Sohn zurückführt. Daher ist dieser Begriff in Bezug auf die Matrifokalität, unserem angeborenen Sozialverhalten, ebenfalls unbrauchbar.</p>
<p>Als <strong>Angehörige</strong> werden heute die entweder unmittelbar (durch Geburt) verwandten, aber auch angeheiratete oder anderweitig (mit und ohne Bereitschaftserklärung) einer Lebens- bzw. Wohngemeinschaft zugehörige Personen verstanden. (Ohne eigene Bereitschaft &#8211; z.B. ein junges Kind wird nicht wirklich gefragt, ob es der neuen Lebenspartnerschaft der Mutter beitreten will.)</p>
<p>Für das matrifokale Verwandtschaftssystem gibt es keinen solchen anerkannten, feststehenden Begriff, außer, dass es als „Kultur mit matrilokalen Residenzregeln“ und „Matrilinearität“ besprochen wird. Am ehesten passt der Begriff der Sippe, der jedoch rehabilitiert und attributiv spezifiziert werden muss. Die<strong> matrilokale und matrilineare Sippe</strong> können wir als eine generationsübergreifende, geschwisterliche und sich aufeinander beziehende Gemeinschaft aller in unmittelbarer Nähe lebenden Gruppierungen, verorten. Sippe deutet hier die direkte mütterliche Bindung an (laut Wahrig Wörterbuch: Gesamtheit der Blutsverwandten). Die konsanguinen<!--<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">7</sup> Angehörigen, die <strong>Sipplinge</strong>, sind über Mutterbindung miteinander verwandt und damit matrifokal.</p>
<p>Matrifokale Völker leben demnach in matrilokalen und matrilinearen Sippen. Nach dem zur Verfügung stehenden Vokabular leben solche über die Mutter nicht verwandten Sippen, die sich sexuell und materiell oder in Ideen austauschen, in <em>Gemeinschaft. </em>Für das außerpatriarchale Leben aller Menschen gibt es bislang keinen unpolitischen, <strong>eindeutigen</strong> Begriff. Stephanie Gogolins Wortschöpfung „<strong><em>das Matrifokal</em></strong>“ behebt diesen Mangel.</p>
<p><em>Das Matrifokal</em> ist ihre Bezeichnung für das naturgemäße Bindungssystem der Menschen (der menschlichen Mutter) in einem real vorhandenen, dynamischen Habitat<!--<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">8</sup>, welches von Beginn des Menschseins als <strong>existenzsichernde Schutzsphäre</strong> <strong>für</strong> Mütter <strong>und</strong> ihren Nachwuchs fungierte.</p>
<p>Matrifokale bestehen aus den konsanguinen Angehörigen (beiderlei Geschlechts), innerhalb der matrilinear und matrilokal sowie generationsübergreifend lebenden frühen Menschengruppen. Das bedeutet: durch Geburt verwandte Menschen interagierten in ihrem Alltag in einer überschaubaren, <strong>mutterbasierten</strong> und <strong>geschwisterbezogenen Fürsorge- also Nähegemeinschaft</strong>, in der <strong>jedes Individuum integriert und geborgen lebte</strong>. Das Matrifokal ist die naturgemäße, menschenartgerechte Fürsorgegemeinschaft.</p>
<p>Matrifokalität – ist unser ur-natürliches Dasein im evolutionär entstandenen Kontinuum des Menschseins und unser angeborenes Sozialverhalten<!--<a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">9</sup>.</p>
<p><strong><em>Die Menschheit wurde in einem Matrifokal geboren</em></strong> – in einer unmittelbaren Nähe- und mütterlichen Fürsorgegruppe. Diese Form des Zusammenlebens der Spezies Mensch beruht auf biologisch angelegter Bindung, ist also die natürliche, durch Evolution entstandene menschliche Überlebensstrategie. Das Matrifokal ist die Basis des menschenartgerechten Kontinuums.</p>
<p>Die Mosuo leben demnach in Matrifokalen. Sie sollten nicht als Gesellschaft verallgemeinert werden. Auch die Kulturen der vorpatriarchalen Zeit waren keine Gesellschaft. Das laut oder deutlich zu sagen, erregt jedoch regelmäßig den Protest der Matriarchatsforscherinnen, die den Begriff <em>Gesellschaft</em> offenbar für ein Prädikat, einen Ehrentitel halten. Für Heide Göttner-Abendroth ist <em>Matriarchat</em> nach eigener Aussage ein <strong>Kampfbegriff</strong>, also ein politischer Begriff. Daher wird er auch und insbesondere der vorpatriarchalen Zeit, als die Matrifokale noch nicht um ihre Existenz gegen das Patriarchat kämpfen mussten, nicht gerecht.</p>
<p>Ein weiterer Denkfehler der „Matriarchatsfrauen“ besteht darin, zu glauben, dass eine Königin mit ihren Untertanen und Besitztümern Egalität auf dem Programm hätte. Da, wo Macht ist, ist auch Machtmissbrauch nicht weit. Da, wo es Herrschaft gibt, ent- und besteht inhumane Hierarchie. Rechte, die Gleichheit garantieren sollen, können jederzeit von einer herrschenden Persönlichkeit oder Gruppierung zurückgenommen werden. <strong><em>Egalität</em> darf daher nicht mit <em>Gleichberechtigung</em> verwechselt werden. </strong>Gemäß obiger Ausführungen kann Gleichberechtigung nur eine Rechtsform sein aber keine natürliche Eigenschaft.</p>
<h4><strong>Im Mainstream ist <em>Matriarchat</em> ein Schimpfwort</strong></h4>
<p>Wie bereits angedeutet, gelten im allgemeinen Verständnis „Matriarchale Gesellschaften“ als noch viel schlimmer als das Patriarchat, denn dort würden ja Männer unterdrückt. Frauen zu unterdrücken wäre nach dieser Logik völlig in Ordnung. Zu diesem Umkehrkehrschluss kommt mann aber nicht, leider auch nicht die Frauen. Die so unbedingt beschworenen „Matriarchalen Gesellschaften“ hat es nie gegeben. Daher kann auch niemand wissen, ob eine matriarchale Gesellschaft schlimmer wäre als eine patriarchale Gesellschaft. Ein Beispiel einer solchen Umkehrung der Verhältnisse ist der Umgang mit dem „Megxit“ (Austritt von Prinz Harry und Herzogin Meghan aus dem engl. Königshaus). Darüber schreibt die Journalistin Margarete Stokowski:</p>
<blockquote><p>„‚Die Zeit’ schreibt: ’Früher endeten die Märchen so, dass die Frauen den Prinzen heiraten durften, im modernen Märchen entführen sie ihn aus dem Palast, um fortan in Kanada zu leben.’ Eine Entführung also.“<!--<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">10</sup></blockquote>
<p>Das entspräche natürlich dem Mythos vom schrecklichen Matriarchat. Solange ein Mann „seine Frau“ „entführt“, solange ist das völlig in Ordnung. Der Euphemismus für diese Entführung ist die „<strong>Heimführung der Braut</strong>“. Dass ein Partner dem anderen folgt, wird natürlich nicht als Entführung gewertet, sondern als <em>normal</em> angesehen. Die Betroffenen (in der Regel die Frau) unterwerfen sich dabei (den Interessen des männlichen) Partners. In der Soziologie wird das <em>Patrilokalität</em> genannt, was als Begriff ebenso harmlos daher kommt, wie wir es schon bei Wilken beobachtet haben. Die Ehe ist in der Tat eine Entführung der Frau, denn unser angeborenes Sozialverhalten kennt keine Patrilokalität, sondern nur Matrilokalität, die wiederum keinen Vater kennt. Der Megxit zeigt: erst, wenn es einen Mann trifft, er also heimgeführt wird, erkennen die Leute, dass es sich um eine Entführung handelt.</p>
<p>Dem Mann mutet man das im sozialen Alltag<!--<a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">11</sup> nicht zu. Es ist allein dem Sohne vorbehalten, lebenslang bei seiner Mutter wohnen zu bleiben, er darf die Mutter-Kind-Bindung solange leben, wie er will, die Tochter aber nicht. Die Mutter-Sohn-Dyade, bis heute verehrt in Maria mit dem Jesuskinde und ihren religionshistorischen Vorläufern, ist in gewisser Weise der letzte Rest gelebter Matrifokalität, aber unter dem Dach der Väterlichkeit. Im Gegensatz dazu muss die Tochter ihre natürlichen Bindungen lösen, insbesondere die zur <strong>Mutter. Von jedem Mädchen, jeder Frau wird erwartet, dass sie sich einem (nicht verwandten) Mann (oder einer anderen Person) auf Lebenszeit anschließt</strong>, als wäre sie kein fühlendes Wesen mit einem Begriff von „zuhause“, „Heimat“ oder „Familie“, oder wie wir das sonst auch immer nennen mögen, als sei sie eine Sache, die klaglos den Besitzer wechselt. Auch die moderne Grausamkeit eines verordneten sog. Wechselmodells gehört hier hin. Das Kind wird wie eine Sache eventuell jahrelang zwischen den getrennten Eltern hin und her gereicht.</p>
<p>Es ist für alle, Männer, Frauen und Kinder, in der Regel ein schwerer persönlicher Einschnitt, aus den vertrauten Bindungen gerissen zu werden. Das wird in unserem kulturellen Verständnis verdrängt. Mobilität gilt sogar als Ausdruck einer anzustrebenden Unabhängigkeit. Tatsächlich gerät die Mutter durch Mobilität in noch größere Abhängigkeit vom Kindsvater, da sie ihr seit Kindheit aufgebautes, vertrautes Netzwerk verliert.</p>
<p>Gesellschaftsleben ist eine nicht naturgemäße Form des menschlichen Zusammenlebens und je komplexer und damit unübersichtlicher eine Gesellschaft für das Individuum ist, desto ungeborgener muss es in ihr leben. Wir haben hier bereits den verstörenden Effekt, dass sich die Mensch per se in den bestehenden gesellschaftlichen Zusammenhängen verlassen fühlt.</p>
<h4>Das kollektive Stockholmsyndrom</h4>
<p>Die patriarchal performte Gesellschaft ist ein einziges Geiseldrama und damit ein Verbrechen, dessen Opfer wir alle sind. Was wiederum bedeutet, wir konnten in diesen Verhältnissen nur halbwegs überleben, indem wir ein kollektives Stockholmsyndrom entwickelten. Im westlichen Kulturkreis ist es üblich, in die vorhandene Patrilokalität hineingeboren zu werden. Da die sogenannte Patrilinearität ohnehin nur ein gewaltsam aufrecht gehaltenes Ideengebäude ist, sind nach wie vor Angstauslöser, Denkgebote und Tabus erforderlich, um das Stockholmsyndrom zu füttern. Nur über die geistige und gefühlsmäßige Hörigkeit gegenüber den Geiselnehmern, ist die anonyme Masse der Gesellschaft steuerbar.</p>
<p>Das kollektive Stockholmsyndrom, ohne das die Patriarchose nicht dauerhaft funktionieren würde, entstand unter den Bedingungen von Heimatlosigkeit, Kriegsschrecken, Gefangenschaft, Verschleppung, Sklaverei und als deren zivilisiert geltenden Form, der Ehe &#8211; die Zugehörigkeit zu <strong>einem</strong> Mann.</p>
<p>Die gewaltsam eingeführten patriarchalen Strukturen vereinzelten Menschen, die sich wiederum in Interessengruppen auf androzentrierter Basis zusammenschlossen oder in die Unterdrückung gezwungen wurden. Hier traf es vor allem und allen voran <strong>die Leben erhaltende Frau</strong> – <strong><em>die Mutter. </em></strong>Und eigentlich noch bevor sie Mütter wurden &#8211; die Töchter der „Anderen“ waren ab nun der Kern der Begierde, die Beute. Die von den ersten Geiselnehmern verschleppten Töchter sind die Mütter, die uns ihr überlebensnotwendig entwickeltes Stockholmsyndrom vererbten, auch indem sie es wie ein Brauchtum pflegten.<br />
Die Unterwerfung unter die Gewaltstrukturen des uns umgebenden gesellschaftlichen Aggregatzustandes ist Teil unserer weiblichen Identität geworden. Wir sind kulturell auf den Mann geprägt, da er als patriarchaler Herrschaftsvertreter seine Vorgaben als Gesetzmäßigkeiten festlegt, bestimmt, kontrolliert und durchsetzt.</p>
<p>Ein entscheidender Hinweis auf unsere exzellente Konditionierung wird in dem Beispiel sichtbar, dass kaum eine alleinerziehende Mutter, die es in unserer Gesellschaft zuhauf gibt, auf die Idee kommt, mit ihren Kindern zu ihrer Mutter zurückzukehren und vielleicht noch ihre Schwester mit ins Boot zu holen. Selbst wenn die Großmutter auch ohne Mann lebt, kommt es zu keinen wirklichen matrifokalen Allianzen. Das Dogma des angeblich „natürlichen Biotops“ <em>Gesellschaft </em>ist zu stark in uns verankert – durch permanente Gehirnwäsche und väterlichen Territorialanspruch, selbst wenn diese Väter als Person im Lebensraum von Müttern und Kindern gar nicht mehr vorkommen.</p>
<p>Die Gesellschaft in die wir hineingeboren wurden, die uns erzieht und züchtigt, ist der Nährboden für das Stockholmsyndrom, das uns nicht selbstbestimmt denken und handeln lässt. In einem <strong><em>Matrifokal</em></strong> gäbe es keine Bedrohungssituationen und beides wäre völlig unspektakulär möglich.</p>
<h4>FAZIT</h4>
<p>Es gab weder matriarchale noch matrifokale Gesellschaften. Gesellschaft ist ein Gebilde, bestehend aus teilweise anonym interagierenden Gruppierungen und bindungslos gemachten Einzelpersonen in einem ansonsten unverbindlichen System, das durch ideologische Vorgaben gesteuert wird. Es gab im naturgemäßen menschlichem Kontinuum keine zugewiesene Zugehörigkeit, wie wir sie heute verinnerlicht haben, sondern eine gewachsene, muttergebundene Angehörigkeit. In einer Gesellschaft sind Menschen in der Regel nicht verwandt im Sinne einer unmittelbaren geburtlichen Zu- bzw. Angehörigkeit, obwohl solche Konstellationen in gesellschaftlichen Strukturen vorhanden sind und auch sein müssen, um die menschliche Reproduktion innerhalb der Gesellschaft zu sichern. Gesellschaft ist eine Errungenschaft patriarchaler Herrschaft und deren bindungsloser Ideologie.</p>
<p>Als Kennzeichnung von Gesellschaft finden wir sozio-kulturell-politische Labels vor wie patriarchal, feudal, Sklaven haltend oder die modernen Formen des Kapitalismus oder Imperialismus<strong>.</strong> In diese illustre Reihe sollen Gemeinschaften gestellt werden, die von Matriarchatsforscherinnen als „matriarchale Gesellschaft<em>“</em> bezeichnet werden. Dieses Bestreben wäre also wirklich zu überdenken.<br />
Wir hoffen damit deutlich gemacht zu haben, dass wir nicht mit anderen Denkerinnen konkurrieren, sondern aufklären möchten und an einer konstruktiven Definitionsarbeit interessiert sind. Im Allgemeinen leiden Frauen an einem Mangel an Loyalität und gegenseitiger Akzeptanz, weshalb es auch für forschende Frau nicht einfach ist, sich auf Augenhöhe zu begegnen. Schließen möchten wir daher mit einen Zitat von Mirna Funk:</p>
<blockquote><p>“Wir machten ein bisschen Small-Talk, bestellten Getränke und das Essen, und als alles nach 15 Minuten auf dem Tisch stand, sagte sie zu mir: ‚Ich finde die Quote unnötig. Sexismus habe ich noch nie erlebt, sondern nur große Unterstützung von Männern erfahren. Das größte Problem sind die Frauen selbst. Sie stehen sich im Weg, sind illoyal und schaden sich gegenseitig.’ Ich starrte auf meinen Teller, rollte traurig die Pasta auf meine Gabel, verdrehte vor Erschöpfung die Augen, ohne dass sie es sehen konnte, und antwortete nur: ‚Ja, das mit der fehlenden Loyalität ist wirklich schade.’“<!--<a href="#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a>--><sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">12</sup></blockquote>
<p>Lüneburg und Braunschweig 12.02.2020</p>
<p>Lesen Sie bitte im Anschluss an diesen Text das Update, mit dem die Fragestellung geklärt wird, wie wir matrifokale Gemeinschaften nennen können: <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/vom-matrifokal-zum-matridurat-der-unterschied-zwischen-freiem-leben-und-dem-ueberleben-im-patriarchat-auszuege-aus-dem-gleichnamigen-buchprojekt">Vom Matrifokal zum Matridurat – Der Unterschied zwischen freiem Leben und dem Überleben im Patriarchat</a>.</p>
<p><!--<strong>Anmerkungen</strong>

<a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> <a href="https://www.goettner-abendroth.de/matriarchat/der-begriff-matriarchat/">https://www.goettner-abendroth.de/matriarchat/der-begriff-matriarchat/</a> abgerufen am 27.01.2020

<a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> <a href="http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/ssg/content/pageview/421896?query=matriarchat">http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/ssg/content/pageview/421896?query=matriarchat</a> abgerufen am 27.01.2020

<a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> <a href="http://gerhardbott.de/zu-den-palaeolithischen-homines-sapientes/mutterrecht-versus-muttertum-bei-bachofen.html">http://gerhardbott.de/zu-den-palaeolithischen-homines-sapientes/mutterrecht-versus-muttertum-bei-bachofen.html</a> abgerufen am 27.01.2020

<a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Aus privater Korrespondenz mit Gabriele Uhlmann

<a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> Gimbutas, Marija: <em>Die Zivilisation der Göttin</em>, Frankfurt a.M. 1996 (am. Originalausg. 1991)

<a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> Vgl. Fester, Richard: Das Protokoll der Sprache. In: Weib und Macht. Fünf Millionen Jahre Urgeschichte der Frau. 3. Aufl., Frankfurt 1983, S. 79-106

<a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> Konsanguine Angehörige sind durch Geburt in Matrilinearität verbunden. (abgeleitet von dem Begriff <em>cognati consanguinii</em> - „von der Mutter her“ siehe Bott, Gerhard, <em>Die Erfindung der Götter</em>, S. 350)

<a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> Wohnplatz von Ur- und Frühmenschen

<a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> Zitat von Gabriele Uhlmann - „Matrifokalität ist keine Gesellschaftsform, sondern unser angeborenes Sozialverhalten.“

<a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> <a href="https://www.spiegel.de/kultur/meghan-markle-die-eigentliche-queen-kolumne-a-9cbe281d-72ae-413c-bf27-f423cfbfb98a">https://www.spiegel.de/kultur/meghan-markle-die-eigentliche-queen-kolumne-a-9cbe281d-72ae-413c-bf27-f423cfbfb98a</a> abgerufen am 21.01.2020

<a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> Gerät ein Mann im patriarchösen Milieu in Gefangenschaft oder in Sklaverei, wird ihm jedoch, auch als Kind, jedes Leid zugemutet.

<a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> <a href="https://editionf.com/wie-gehe-ich-mit-frauen-um-die-feminismus-unnoetig-finden/">https://editionf.com/wie-gehe-ich-mit-frauen-um-die-feminismus-unnoetig-finden/</a> abgerufen am 7.2.2020
--></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://www.goettner-abendroth.de/matriarchat/der-begriff-matriarchat/">https://www.goettner-abendroth.de/matriarchat/der-begriff-matriarchat/</a> abgerufen am 27.01.2020</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/ssg/content/pageview/421896?query=matriarchat">http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/ssg/content/pageview/421896?query=matriarchat</a> abgerufen am 27.01.2020</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="http://gerhardbott.de/zu-den-palaeolithischen-homines-sapientes/mutterrecht-versus-muttertum-bei-bachofen.html">http://gerhardbott.de/zu-den-palaeolithischen-homines-sapientes/mutterrecht-versus-muttertum-bei-bachofen.html</a> abgerufen am 27.01.2020</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Aus privater Korrespondenz mit Gabriele Uhlmann</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gimbutas, Marija: <em>Die Zivilisation der Göttin</em>, Frankfurt a.M. 1996 (am. Originalausg. 1991)</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Fester, Richard: Das Protokoll der Sprache. In: Weib und Macht. Fünf Millionen Jahre Urgeschichte der Frau. 3. Aufl., Frankfurt 1983, S. 79-106</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Konsanguine Angehörige sind durch Geburt in Matrilinearität verbunden. (abgeleitet von dem Begriff <em>cognati consanguinii</em> &#8211; „von der Mutter her“ siehe Bott, Gerhard, <em>Die Erfindung der Götter</em>, S. 350)<br />
</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wohnplatz von Ur- und Frühmenschen</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zitat von Gabriele Uhlmann &#8211; „Matrifokalität ist keine Gesellschaftsform, sondern unser angeborenes Sozialverhalten.“</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://www.spiegel.de/kultur/meghan-markle-die-eigentliche-queen-kolumne-a-9cbe281d-72ae-413c-bf27-f423cfbfb98a">https://www.spiegel.de/kultur/meghan-markle-die-eigentliche-queen-kolumne-a-9cbe281d-72ae-413c-bf27-f423cfbfb98a</a> abgerufen am 21.01.2020</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gerät ein Mann im patriarchösen Milieu in Gefangenschaft oder in Sklaverei, wird ihm jedoch, auch als Kind, jedes Leid zugemutet.</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://editionf.com/wie-gehe-ich-mit-frauen-um-die-feminismus-unnoetig-finden/">https://editionf.com/wie-gehe-ich-mit-frauen-um-die-feminismus-unnoetig-finden/</a> abgerufen am 7.2.2020</div><p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-oder-gab-es-matriarchale-gesellschaften-eine-notwendige-stellungnahme-von-stephanie-gogolin-und-gabriele-uhlmann">Gibt oder gab es matriarchale Gesellschaften? Eine notwendige Stellungnahme von Stephanie Gogolin und Gabriele Uhlmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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		<title>Gibt es menschliche Rassen? Von Zeugung, Erziehung, Zucht und Züchtigung.*</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Nov 2021 13:49:15 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-es-menschliche-rassen-von-zeugung-erziehung-zucht-und-zuechtigung">Gibt es menschliche Rassen? Von Zeugung, Erziehung, Zucht und Züchtigung.*</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/ec3ed5ea7b5d4679bb28eb38a65403f2" alt="" width="1" height="1" />Das Interview <a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/genetik-rassen-ueberfremdung-1.4692679" target="_blank" rel="noopener">&#8222;&#8218;Wir waren alle mal schwarz'&#8220;</a> mit dem Untertitel &#8222;Der Zoologe Martin Fischer und der Paläogenetiker Johannes Krause erklären, wieso es keine menschlichen &#8218;Rassen&#8216; gibt &#8211; und warum die Angst vor einer &#8218;Überfremdung&#8216; falsch ist&#8220; von Felix Hütten (Süddeutsche Zeitung Online vom 24.11.2019) sowie der Artikel <a href="https://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/gibt-es-menschliche-rassen-genetische-unterschiede-erklaert-13917542.html" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Gibt es menschliche Rassen&#8220;</a> von Jörg Albrecht (FAZ Online vom 17.11.2015), die beide sehr lesenswert sind, waren für mich Anlass mich einmal zu diesem brisanten Thema zu äußern, denn beide lassen leider einen wesentlichen Punkt vermissen, nämlich die Zucht des Menschen durch den Menschen im Patriarchat.</p>
<h2 id="verschieden-und-doch-gleich">Verschieden und doch gleich</h2>
<p>Natürlich haben wir unterschiedliche Gene: die Afrikaner haben einen wesentlich geringeren Neanderthaler-Anteil<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">1</sup>, den Europäern fehlt überwiegend das Denisova-Gen<sup class="modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop ">2</sup>. Den Männern fehlen ca. 1000 Gene auf dem Y-Chromosom, und wir sehen alle anders aus, was ja in den Genen festgelegt ist. Aber das ist auch egal, denn wir teilen alle dasselbe angeborene Sozialverhalten, die MATRIFOKALITÄT. Sie hat in der Urgeschichte dafür gesorgt, dass wir uns friedlich vermischten! Denn Matrifokalität macht neugierig auf Menschen mit anderen Genen. Dieses Verhalten ist evolutionär durch die Sexuelle Selektion (nach Darwin), auch <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice" target="_blank" rel="noopener">Female Choice</a> genannt, abgesichert und dient auf natürliche Weise der Auffrischung des Gen-Pools.</p>
<h2 id="die-zucht-erschafft-rassen">Die Zucht erschafft Rassen</h2>
<p>Der Rasse-Begriff soll für Menschen keine Anwendung mehr finden. RASSEN beschreiben aber weniger natürliche Unterschiede, als vielmehr ZUCHTMERKMALE, die durch aufgezwungene Isolation und künstliche Selektion entstehen. Leider gehören auch wir Menschen inzwischen zu solchen Zuchtrassen, und zwar seit ca. <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht#misox" target="_blank" rel="noopener">8200 Jahren</a>. Das sind die patrilinearen STÄMME, die die Gesamtheit aller patriarchal lebenden Menschen bilden.</p>
<p>Erst durch das gewaltsam installierte PATRIARCHAT im Viehzüchternomadentum kam die Idee der Rasse auf. Männer begannen Tiere zu züchten, indem sie weibliche Tiere festbanden und so ermöglichten, dass ausgesuchte männliche Tiere sie vergewaltigen konnten. Dabei produzierten sie nicht nur bestimmte Merkmale, sondern auch eine Überbevölkerung der Tiere und wurden dadurch zu Kapitalisten (lat. <em>caput</em>=Kopf).<br />
Dieses Vorbild wendeten Männer auch auf die Frauen an und tun es bis heute.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-media-max-width="560">
<p dir="ltr" lang="en">Islamic regime iman: “Women are animals created by Allah to be used by men.</p>
<p>Women are no different from cows, sheep, horses, or mules. God made women resemble humans so they wouldn’t frighten men.”</p>
<p>Why do they hate women so much?! <a href="https://t.co/q6WnzfpyFK">pic.twitter.com/q6WnzfpyFK</a></p>
<p>— Dr. Maalouf ‏ (@realMaalouf) <a href="https://twitter.com/realMaalouf/status/1851365057071808859?ref_src=twsrc%5Etfw">October 29, 2024</a></p>
<p><a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/impressum-datenschutz" target="_blank" rel="noopener">Zur Datenschutzerklärung</a></p></blockquote>
<p><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script><br />
Sie produzier(t)en auf diese Weise die Überbevölkerung der Menschheit, den Hauptgrund für Migration. Bei der Menschenzucht, die mit der gewaltsamen Installation der Vaterschaft begann, kann noch der Großvater Einfluss auf die genetische Zusammensetzung seiner Enkelkinder nehmen, indem er seine Tochter zwangsverheiratet, oder sie so erzieht (das Wort <em>Erziehung</em> stammt von Zucht ab, das Wort <em>Vater</em> bedeutet indoeurop. &#8222;Hirte&#8220; und &#8222;Führer&#8220;), dass sie &#8222;freiwillig&#8220; nach seinem Willen handelt. Die Töchter haben sich wählen zu lassen, von Söhnen anderer Männer, die &#8222;standesgemäß&#8220; sind. Die Rassenlehre treibt das Patriarchat auf die Spitze, indem bewusst nur innerhalb der Ethnie/des Stammes geheiratet werden darf.<br />
Wenn wir uns ansehen, wie das Patriarchat in Mitteleuropa entstanden ist (siehe <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/explosion-und-expansion-wie-vatermacht-die-welt-unterjocht" target="_blank" rel="noopener">Marburger Vortrag</a>), nämlich durch die Migration gewaltbereiter Viehzüchternomaden, dann ist gut vorstellbar, dass Menschen am Ende der Jungsteinzeit panische Angst vor Einwanderung bekommen hatten. Denn in dieser Zeit der Entstehung des Patriarchats war sie meist mit (Massen)mord und Totschlag zum Zwecke der Vergewaltigung und Entführung der Frauen verbunden (wiss. Nachweise im Vortrag). Ist diese Angst möglicherweise traumatogen epigenetisch verankert worden, und haben deshalb so viele Menschen Angst vor Flüchtlingen?<br />
Wenn auch die meisten in friedlicher Absicht und aus echter Not kommen, und ihnen geholfen werden muss, ist die Angst vor ihnen leider immer noch nicht völlig unberechtigt, denn immer noch wandern überwiegend Männer ein, und zwar aus Ländern mit einer extrem frauenfeindlichen Mentalität und entsprechender Überbevölkerung. Unsere feministischen Errungenschaften werden plötzlich wieder infrage gestellt, wenn z.B. SchulleiterInnen Mädchen verbieten, kurze Röcke zu tragen, damit sie die männlichen Mitschüler nicht reizen, oder wenn das Kopftuch bei Kindern erlaubt bleibt und das Gesetz sogar Polygamie zulässt. Das alles zu kritisieren ist kein Rassismus, sondern radikale Patriarchatskritik, die Rassismus- und Sexismuskritik beeinhaltet. Dazu kommt der patriarchale Backlash als Reaktion auf die berechtigten und legitimen Autonomiebestrebungen der Mütter: PolitikerInnen, die auf Druck gewaltbereiter Vaterrechtler Gesetze verabschieden, die alleinerziehende Mütter und deren Kinder aushungern und an den Kindsvater fesseln, selbst, wenn er gewalttätig ist oder keinen Cent bezahlt. RichterInnen, die in Täter-Opfer-Umkehr Müttern das Sorgerecht entziehen, weil sie vor Gericht seine Gewalt thematisiert.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-5142 size-full" title="Das schwarze Quadrat der Black-Life-Matters-Bewegung" src="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/11/blackouttuesday-everylifematters.png?resize=300%2C300&#038;ssl=1" alt="Das schwarze Quadrat der Black-Life-Matters-Bewegung" width="300" height="300" srcset="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/11/blackouttuesday-everylifematters.png?w=300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/11/blackouttuesday-everylifematters.png?resize=100%2C100&amp;ssl=1 100w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/11/blackouttuesday-everylifematters.png?resize=140%2C140&amp;ssl=1 140w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/11/blackouttuesday-everylifematters.png?resize=120%2C120&amp;ssl=1 120w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<h2 id="sexismus-ist-der-ur-rassismus">Sexismus ist der Ur-Rassismus</h2>
<p>Rassismus und Diskriminierung hat viele offensichtliche Gesichter, aber alle Aufklärung war bislang erfolglos. Eine wesentliche Grundannahme, die zum normalen Leben der weitaus meisten Menschen gehört &#8211; ein Dogma &#8211; bewirkt, dass in der Mitte der Gesellschaft ein latenter Rassismus vorhanden ist, aus dem immer wieder schamloser und gewalttätiger Rassismus aufblüht. Wir können mit dem heutigen Wissen den Rassisten den Wind endgültig aus den Segeln nehmen, weil deren menschenverachtende Haltung und Argumentation auf als falsch erkannten evolutionären Annahmen basiert. Aber alle gutgemeinten Artikel thematisieren das noch zu benennende Dogma leider nicht, sie gehen nicht an die Wurzel. Darum sind unter Anderem die Wirkungen der <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/female-choice" target="_blank" rel="noopener">Female choice</a> bei Rassisten gänzlich unbekannt: Es hat zum Beispiel absolut nichts mit Epigenetik zu tun, wenn Neonazis Angst haben, dass Ausländer ihnen die Frauen wegnehmen könnten, als wären die Frauen irgend jemandes Besitz! Das ist in der Tat reinster Rassismus, aber es ist auch immer Sexismus. Sexismus ist der Ur-Rassismus.</p>
<h2 id="menschenzucht-die-viehzuechtermentalitaet-des-patriarchats">Menschenzucht: Die Viehzüchtermentalität des Patriarchats</h2>
<p>Es ist erfreulich, dass sich Wissenschaftler zu der fatalen Idee der Rasse äußern. Mir fällt aber auf, dass keinem Wissenschaftler wirklich bewusst ist, dass wir Menschen uns selber züchten. Nicht nur Nazis wollen Menschen züchten. Ganz normale Bürger beteiligen sich sogar aktiv daran, ohne es zu wollen:<span id="more-5114"></span></p>
<ul id="liste2">
<li>Alle Menschen, die aus Prinzip sexuell treu sind</li>
<li>Eltern, die die Jungfräulichkeit für einen Wert halten</li>
<li>Väter und Brüder, die ihre Tochter/Schwester bewachen und ihr den Freund vorschreiben oder verbieten</li>
<li>Solche, die nicht wollen, dass ihre Tochter &#8222;irgendeinen dahergelaufenen&#8220; Partner hat, sondern nur einen standesgemäßen</li>
<li>Eltern, die ihre Tochter ermahnen, einen reichen oder besonders intelligenten Mann zu heiraten</li>
<li>Eltern, die ihre Tochter religiös erziehen, damit sie nicht vor der Ehe Sex hat oder einen Menschen anderer Konfession heiratet</li>
<li>Eltern, die es nicht ertragen können, wenn ihre Kinder nicht so sind, wie sie sich das vorstellen</li>
<li>Eltern, die an ihren Kindern mit allen Mitteln herum erziehen</li>
<li>Ganz normale Eltern, die die Sexualität ihrer Tochter kommentieren</li>
<li>Menschen, die Reproduktionsmedizin anwenden</li>
<li>Menschen, die den Kindern den Namen des Vaters geben</li>
<li>usw. usw.</li>
</ul>
<h4><strong>All das erinnert an die Mentalität von Tierzüchtern<br />
</strong></h4>
<p>Das Kind im Patriarchat ist nicht aus momentaner Zuneigung von Frau und Mann entstanden, sondern aus klarem Kalkül, es ist ein Zuchtprodukt, versehen mit dem Brandzeichen des Vaters.</p>
<p><a title="Sini Merikallio [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Astutus.jpg"><img decoding="async" class="alignnone" title="Vergewaltigung einer Stute unter der Zucht. Quelle: Wikimedia Commons, user: Sini Merikallio" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e7/Astutus.jpg/512px-Astutus.jpg" alt="Vergewaltigung einer Stute unter der Zucht. Quelle: Wikimedia Commons, user: Sini Merikallio" width="512" height="421" /></a><br />
<span style="font-size: 10px;">Bild: Vergewaltigung einer Stute unter der Zucht. Quelle: Wikimedia Commons, user: Sini Merikallio</span></p>
<p>Jede Einmischung in die Sexualität einer Frau ist Menschenzucht, also Rassismus. Wir müssen auch den Begriff der Vergewaltigung erweitern. Wie sollen wir es sonst nennen, wenn eine Frau, die nicht frei wählen kann, mit einem bestimmten Mann Sex haben soll und muss? Das <a href="https://marthastochter.wordpress.com/2019/09/06/das-patriarchale-stockholm-syndrom/" target="_blank" rel="noopener">kollektive Stockholm-Syndrom</a> ist der Grund, warum Frauen sich das gefallen lassen.</p>
<h2 id="staatsrassismus">Staatsrassismus</h2>
<p>Schon Bevölkerungspolitik ist Menschenzucht. Denn die Politik will,</p>
<ul id="liste2">
<li>dass Frauen mehr Kinder bekommen</li>
<li>dass Akademikerinnen mehr Kinder bekommen als Frauen, die bildungsfern sind</li>
<li>dass Frauen ihre Kinder unbedingt von ein und demselben Vater bekommen, also Alleinerziehende züchtigt</li>
<li>dass Frauen den Vater ihrer Kinder nennen, und Kinder damit ihre Herkunft kennen sollen</li>
<li>usw. usw.</li>
</ul>
<p>Frauenhäuser berichten, dass es viele Frauen gibt, die den Familiennachzug nach Deutschland nutzen, um sich hier von ihrem Ehemann zu befreien. Aber wir dürfen ihnen nicht helfen, solange sie nicht schon drei Jahre hier leben.</p>
<blockquote><p>Für Nicht-EU-Bürgerinnen kann die Trennung von ihrem Mann wegen häuslicher Gewalt besondere Probleme bedeuten, denn häufig haben sie kein eigenständiges Aufenthaltsrecht. Hat jedoch ihre eheliche Lebensgemeinschaft mindestens drei Jahre lang rechtmäßig in Deutschland bestanden, wird ein eigenständiges, von den Voraussetzungen des Familiennachzuges unabhängiges Aufenthaltsrecht anerkannt bzw. verlängert (§ 31 Aufenthaltsgesetz).</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.ms.niedersachsen.de/startseite/frauen_gleichstellung/wer_schlagt_muss_gehen/migrantinnen-und-haeusliche-gewalt-14107.html" target="_blank" rel="noopener">Niedersächisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, &#8222;Migrantinnen und häusliche Gewalt&#8220;</a></p></blockquote>
<p>Dieses Gesetz ist rassistisch, weil es die Frau zum rechtlosen Anhängsel ihres Gatten macht. Es anerkennt nicht ihre sexuelle Freiheit, nicht ihre Menschenwürde und schützt dafür die gewalttätigen und rassistischen Ehemänner. Möglich ist dies, weil unser Grundgesetz die Ehe schützt und damit das Patriarchat. Unser Grundgesetz hat einen grundrassistischen Anspruch.<br />
Unser Grundgesetz besiegelt damit auch die Gewalt gegen Frauen. Denn nur mit Gewalt, ob gesetzlich, moralisch, psychisch oder tätlich kann eine Frau dazu gebracht werden, lebenslang beim Vater ihres/r Kindes/r zu verharren oder ihn nur über seine Vaterschaft aufzuklären. Heute kommt die Gewalt in Form der Gehirnwäsche Romantik daher oder als Gerechtigkeitsgefühl und Gleichheitsideologie. Der Status der Mutterschaft wird zur Rolle erklärt und damit der eigentlichen Vaterrolle angeglichen. Das festigt den Vater in einer Zeit, in der durch sexuelle Befreiungsversuche die Vaterschaft in Gefahr geriet. So wendet sich der Feminismus schließlich gegen die Frau.</p>
<p>Rassismus war nicht zuerst da. Zuerst war die Unterdrückung aller weiblichen Lebewesen da. Der Ur-Rassismus ist der Glaube, dass Frauen ihre Sexualität dem Dogma der Vaterschaft unterzuordnen haben. Und wir lernen daraus, dass es kein Patriarchat ohne Rassismus geben kann, wie es auch kein Patriarchat ohne Gewalt gibt. Nazismus ist da nur die Spitze des Eisberges!</p>
<h2 id="rassismus-keule">Rassismus-Keule</h2>
<p>Nicht jede ablehnende Haltung ist Rassismus. Der Aufschrei kommt vor allem aus den Reihen der sog. identitären Linken, den Woken. All jenen Menschen ist dieser Artikel ins Tagebuch geschrieben. Die Rassismus-Keule ist wie die <a href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2017/03/20/nazikeule-mutterkult-wie-mit-halbwissen-muetter-mundtot-gemacht-werden-und-was-dagegen-hilft/" target="_blank" rel="noopener">Mutterkult-Keule</a> meistens hilflose Rhetorik von Menschen, die eigentlich Gutes wollen, aber das Kind mit dem Bade ausschütten. Sie wollen, teilweise ohne es selbst zu wissen, das Patriarchat bekämpfen. Die Unwissenheit über die <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/patriarchat" target="_blank" rel="noopener">Entstehung des Patriarchats</a> führt dazu, dass sich am Ende das Patriarchat immer wieder durchsetzt. Statt, dass sich Menschen über eine Sache einig werden können, zerfleischen sie sich bis aufs Blut und alles bleibt beim alten.<br />
Es gibt leider auch viele selbsterklärte Rassismus-Gegner, die explizit nicht das Patriarchat bekämpfen wollen, sondern die Kritik <strong>ihres</strong> Patriarchats. Das Patriarchat ist, das habe ich in meinen Texten mehrfach ausgeführt, ein Entführungsverbrechen. Es ist damit auch ein <strong>Ver</strong>führungsverbrechen, aber wir wissen oder merken überwiegend nicht, was mit uns Tag für Tag geschieht. Die Patriarchatskritik ist pure Selbstverteidigung, wozu auch jede Frau das Recht hat, aber sie muss fundiert sein, sonst wendet sie sich, leicht gegen uns.<br />
Es sollte klar werden, dass die vorschnelle Verwendung des Wortes &#8222;Rassismus&#8220; vor dem Hintergrund und in Ausnutzung der allgemeinen Verwirrung geschieht. Verführung kann daher von allen Seiten als Propaganda eingesetzt werden und verwirrt immer weiter. Die Ursache für die Verwirrung ist ein patriarchales Denkverbot, nämlich, <a href="https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2019/01/21/gar-nicht-einfach-die-vaterschaft-als-erklaerung-fuer-alle-menschengemachten-probleme/" target="_blank" rel="noopener">dass die Vaterschaft nicht zum Menschsein gehört, und die Ursache für Entführung und Verführung ist</a>.</p>
<h2 id="unsere-afrikanischen-wurzeln">Unsere afrikanischen Wurzeln</h2>
<p>Ja, wir alle waren einmal schwarz. Die erste Kunst Europas, die altsteinzeitlichen Urmutterstatuetten zeigen eine dunkelhäutige, kraushaarige, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Steatopygie" target="_blank" rel="noopener">steatopyge</a> Frau. Dazu gibt es kein männliches Pendant, weil die Vaterschaft, als Urvater symbolisiert, noch unbekannt war.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone wp-image-5143" title="Urmutter-Statuetten: Lespugue (Frankreich), 25.000 Jahre; Willendorf (Österreich), 23.000 Jahre; Grimaldi (Italien), 21.000 Jahre; Gagarino (Russland), 18.000 Jahre. Collage: Gabriele Uhlmann" src="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/11/urmeutter2.webp?resize=533%2C213&#038;ssl=1" alt="Urmutter-Statuetten: Lespugue (Frankreich), 25.000 Jahre; Willendorf (Österreich), 23.000 Jahre; Grimaldi (Italien), 21.000 Jahre; Gagarino (Russland), 18.000 Jahre. Collage: Gabriele Uhlmann" width="533" height="213" srcset="https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/11/urmeutter2.webp?resize=300%2C120&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/11/urmeutter2.webp?resize=1024%2C410&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/11/urmeutter2.webp?resize=770%2C309&amp;ssl=1 770w, https://i0.wp.com/blog.gabriele-uhlmann.de/wp-content/uploads/2021/11/urmeutter2.webp?w=1150&amp;ssl=1 1150w" sizes="(max-width: 533px) 100vw, 533px" /></p>
<p><span style="font-size: 12px;">Bild: Urmutter-Statuetten: Lespugue (Frankreich), 25.000 Jahre; Willendorf (Österreich), 23.000 Jahre; Grimaldi (Italien), 21.000 Jahre; Gagarino (Russland), 18.000 Jahre. Collage: Gabriele Uhlmann</span></p>
<p>Unsere afrikanischen Wurzeln hat die amerikanische Patriarchatsforscherin Lucia Chiavola Birnbaum in ihrem <a href="https://books.google.de/books?id=ku8VZKrESuUC&amp;lpg=PP1&amp;dq=dark%20mother%20book&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=dark%20mother%20book&amp;f=false" target="_blank" rel="noopener">Buch &#8222;Dark Mother&#8220;</a> wunderbar ausgeführt. Diese Wurzeln schlagen sich noch in der Darstellung der Madonna nieder, deren erste europäische Darstellung in der Höhle von Brucoli auf Sizilien ebenfalls schwarz war. Auch alle Schwarzen Madonnen sind von ihr abgeleitet. Doch die Madonna zeigt sich nur mit einem Sohn. Was bedeutet das für uns Frauen? Nur Söhne haben im Patriarchat das Privileg lebenslang mit ihrer Mutter leben zu dürfen. Die uralte, evolutionär notwendige Großmutter-Mutter-Tochter-Verbindung ist gekappt. Maria mit dem Kinde ist Ausdruck dieser Zwangslage. Wo die Matrilinearität zerstört ist, ist die Mutter-Sohn-Dyade der letzte Rest natürlicher Bindung im Familienverband. Denn in der matrifokalen Sippe leben die Söhne ebenfalls lebenslang bei der Mutter, <strong>aber eben auch die Töchter!</strong><br />
Im Patriarchat dreht sich alles um den Vater, wir haben einen ausgeprägten Vaterkult, der seit der Bronzezeit durch den Sonnen- und Wettergott repräsentiert war. Die Verehrung der Mutter ist inzwischen viertrangig, erst nach Vater, Sohn und Heiligem Geist ist sie dran. Der Herr ist Dein Hirte, und da haben wir ihn wieder, den Viehzüchter!</p>
<h2 id="anmerkung-zur-ueberschrift">Anmerkung zur Überschrift</h2>
<p>* Die Mutter ist im Patriarchat nur Zeugin der Zeugung durch den Mann. Zur Wortfamilie &#8222;Zucht&#8220; siehe die Abstammung im <a href="https://books.google.de/books?id=XaWdCgAAQBAJ&amp;pg=PA781&amp;lpg=PA781&amp;dq=zeuge%20zucht%20indogermanisch&amp;source=bl&amp;ots=J8T71Ak3j2&amp;sig=ACfU3U23bVVoBvHhdGyBKYw8qCcv6QbaUA&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjX-Ov-yu7lAhWPPFAKHWsyA4YQ6AEwAXoECAkQAQ&amp;fbclid=IwAR2GQCIVkJgaOzL14eCHsNuRNeMBWp4glBxuNFy3P3Y1udkvyd2e-4onll0#v=onepage&amp;q=zeuge%20zucht%20indogermanisch&amp;f=false" target="_blank" rel="noopener">Vergleichenden Wörterbuch der indogermanischen Sprachen</a> von Julius Pokorny (hrsg.)</p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Im afrikanischen Genom sind <a href="https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/afrikaner-mehr-neandertaler-als-gedacht/" target="_blank" rel="noopener">Spuren von Neanderthaler-DNA</a> gefunden worden, die wahrscheinlich durch Re-Import aus Europa vor 20.000 Jahren nach Afrika kamen.</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe: <a href="https://www.mpg.de/15935178/1023-evan-019609-fruehe-ostasiaten" target="_blank" rel="noopener">https://www.mpg.de/15935178/1023-evan-019609-fruehe-ostasiaten</a></div><p>Der Beitrag <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de/gibt-es-menschliche-rassen-von-zeugung-erziehung-zucht-und-zuechtigung">Gibt es menschliche Rassen? Von Zeugung, Erziehung, Zucht und Züchtigung.*</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.gabriele-uhlmann.de">Gabriele Uhlmann</a>.</p>
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